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Geschäftskonto: Wann du es brauchst und worauf es ankommt
Muss ich als Selbstständiger ein Geschäftskonto haben? Für GmbH und UG ist die Antwort klar, für Einzelunternehmer und Freiberufler weniger. Wir zeigen dir, wann ein Geschäftskonto Pflicht ist, was es kostet und welche Kriterien bei der Wahl wirklich zählen.
Das Wichtigste in Kürze
- Pflicht? Für GmbH und UG praktisch ja, weil das Stammkapital auf ein Konto der Gesellschaft fließt. Für Einzelunternehmer und Freiberufler gibt es keine gesetzliche Pflicht.
- Trotzdem sinnvoll: Viele Banken verbieten die geschäftliche Nutzung privater Konten, und getrennte Konten machen Buchhaltung und Steuererklärung deutlich einfacher.
- Kosten: Online-Geschäftskonten gibt es ab 0 €, Modelle mit mehr Karten und Funktionen kosten meist 7 bis 20 € im Monat. Die Gebühren sind Betriebsausgaben.
- Wichtigste Kriterien: passende Rechtsform, Buchungskosten, Bargeld, Unterkonten für Rücklagen und die Anbindung an deine Buchhaltung.
Was ist ein Geschäftskonto?
Ein Geschäftskonto, auch Firmenkonto genannt, ist ein Girokonto, über das ausschließlich die Zahlungen deines Unternehmens laufen: Kundenzahlungen, Lieferantenrechnungen, Software-Abos, Steuern. Technisch unterscheidet es sich kaum von deinem privaten Girokonto. Du bekommst eine IBAN, eine Karte und Online-Banking.
Die Unterschiede liegen im Detail. Geschäftskonten sind auf Unternehmen zugeschnitten: Sie bieten Unterkonten für Rücklagen, mehrere Karten für Mitarbeiter, Schnittstellen zu Buchhaltungsprogrammen und teilweise Kredite oder Bargeldeinzahlung. Dafür sind sie seltener kostenlos als private Konten, und viele Banken berechnen zusätzlich Gebühren pro Buchung.
Gut zu wissen: Guthaben auf Geschäftskonten bei Banken mit deutscher oder EU-Lizenz sind in der Regel bis 100.000 € pro Kunde und Bank gesetzlich geschützt. Manche Fintechs arbeiten aber nicht als Bank, sondern als Zahlungsinstitut. Dann greift die Einlagensicherung nicht, das Geld wird stattdessen getrennt vom Vermögen des Anbieters verwahrt.
Brauchst du ein Geschäftskonto?
Die kurze Antwort: Für GmbH und UG ja, für alle anderen ist es dringend zu empfehlen. Mit diesem Schnell-Check ordnest du dich in wenigen Fragen ein:
Schnell-Check: Brauchst du ein Geschäftskonto?
Vereinfachte Darstellung. Ein Gesetz, das Einzelunternehmern ein Geschäftskonto vorschreibt, gibt es nicht. Viele Banken schließen die geschäftliche Nutzung privater Konten aber in ihren Bedingungen aus.
GmbH, UG und andere Kapitalgesellschaften
Eine GmbH oder UG ist eine eigene juristische Person. Sie braucht ein Konto auf ihren Namen, schon weil die Gesellschafter das Stammkapital dorthin überweisen und der Geschäftsführer die Einzahlung bei der Anmeldung zum Handelsregister versichert. Das Konto eröffnest du deshalb direkt nach dem Notartermin für die Gesellschaft in Gründung. Passende Angebote findest du in unserem Vergleich der Geschäftskonten für GmbH und UG.
Einzelunternehmer und Freiberufler
Für dich gibt es kein Gesetz, das ein Geschäftskonto vorschreibt. Du darfst Einnahmen also grundsätzlich auch auf einem Privatkonto empfangen. Drei Gründe sprechen trotzdem klar dagegen:
- Die Bank spielt nicht mit: Viele Banken schließen die geschäftliche Nutzung privater Girokonten in ihren Bedingungen aus. Fällt das auf, kann sie das Konto kündigen oder auf ein kostenpflichtiges Geschäftskonto umstellen.
- Buchhaltung: Auf einem gemischten Konto musst du jede Buchung einzeln als privat oder geschäftlich markieren. Das kostet Zeit und beim Steuerberater Geld.
- Betriebsprüfung: Prüft das Finanzamt, kann es die Auszüge der Konten anfordern, über die dein Geschäft läuft. Liegen dort auch private Zahlungen, sieht der Prüfer die mit und fragt im Zweifel nach.
Für sehr kleine Nebengewerbe kann ein zweites, separates Konto reichen, das du nur fürs Business nutzt. Prüfe aber vorher, ob die Bank das erlaubt. Wie du dein Geld insgesamt sauber trennst, zeigen wir im Ratgeber Privat und geschäftlich trennen.
GbR und andere Personengesellschaften
Eine GbR braucht rechtlich kein eigenes Konto. Laufen gemeinsame Einnahmen aber über das Privatkonto eines Gesellschafters, sind Streit und Chaos bei der Gewinnverteilung programmiert. Ein Konto auf den Namen der Gesellschaft schafft Klarheit, und die meisten Anbieter haben dafür eigene Modelle.
Was kostet ein Geschäftskonto?
Die Preisspanne ist groß. Grob lassen sich drei Gruppen unterscheiden:
| Kontomodell | Typische Kosten | Für wen? |
|---|---|---|
| Kostenlose Online-Konten | 0 € Grundgebühr, Extras kosten | Solo-Selbstständige mit wenigen Buchungen |
| Online-Konten mit mehr Funktionen | meist 7 bis 20 € im Monat | Selbstständige und kleine Teams mit mehreren Karten oder Unterkonten |
| Filialbanken | Grundpreis plus Gebühren je Buchung | Unternehmen mit Bargeld, Beratungs- oder Kreditbedarf |
Schau bei kostenlosen Konten genau hin. Oft ist nur eine bestimmte Zahl an Überweisungen inklusive, Bargeldeinzahlungen kosten extra, oder die Karte ist eine reine virtuelle Karte. Bei Filialbanken treiben vor allem die Buchungsposten die Kosten: Wer viele kleine Zahlungen hat, zahlt schnell mehr als mit einem Online-Konto. Die Kontoführungsgebühren setzt du übrigens als Betriebsausgabe ab.
Welche Anbieter aktuell ohne Grundgebühr auskommen, zeigt unser Vergleich der kostenlosen Geschäftskonten.
Worauf du bei der Wahl achten solltest
Das perfekte Geschäftskonto für alle gibt es nicht. Diese Kriterien helfen dir, das passende zu finden:
- Rechtsform: Nicht jeder Anbieter eröffnet Konten für jede Rechtsform. Einige Angebote richten sich nur an Selbstständige, andere nur an GmbH und UG.
- Buchungskosten: Rechne aus, wie viele Überweisungen, Lastschriften und Kartenzahlungen du im Monat hast, und vergleiche den Gesamtpreis.
- Bargeld: Nimmst du Bargeld ein, etwa im Laden oder auf Märkten, brauchst du eine günstige Möglichkeit zur Einzahlung. Viele reine Online-Banken sind hier schwach.
- Unterkonten: Separate Töpfe für Umsatzsteuer und Steuerrücklage sind eines der hilfreichsten Werkzeuge überhaupt.
- Buchhaltung: Eine Anbindung an dein Buchhaltungstool oder an DATEV für den Steuerberater spart jeden Monat Arbeit.
- Karten: Wie viele Karten sind inklusive, gibt es virtuelle Karten und Limits für Mitarbeiter?
- Einlagensicherung und Erreichbarkeit: Bank oder Zahlungsinstitut? Und wie schnell erreichst du jemanden, wenn eine Zahlung hängt?
Online-Geschäftskonto oder Filialbank?
| Kriterium | Online-Geschäftskonto | Filialbank |
|---|---|---|
| Eröffnung | komplett digital, oft in wenigen Tagen | meist mit Termin, teils mehrere Wochen |
| Kosten | niedrig, Buchungen oft inklusive | höher, häufig Gebühren je Buchung |
| Buchhaltung | Belegfoto per App, viele Schnittstellen | je nach Bank, oft DATEV-Anbindung |
| Bargeld | eingeschränkt und oft kostenpflichtig | in der Filiale problemlos |
| Kredite und Beratung | selten oder eingeschränkt | persönlicher Ansprechpartner, Förderkredite |
Unterm Strich: Für die meisten Solo-Selbstständigen und Freiberufler ist ein Online-Geschäftskonto die bessere Wahl. Wer viel Bargeld einnimmt oder bald einen Förderkredit braucht, fährt mit einer Filialbank oft besser. Manche kombinieren auch beides: ein günstiges Online-Konto für den Alltag und ein Konto bei der Hausbank für die Finanzierung.
- Kostengünstiges Geschäftskonto
- Cashback auf Kartenzahlungen
- Rechnungsstellung möglich


Geschäftskonto trotz Schufa-Eintrag?
Bei Einzelunternehmern und Freiberuflern prüfen viele Banken die private Schufa, denn du haftest persönlich. Ein negativer Eintrag kann deshalb zur Ablehnung führen. Es gibt aber Anbieter, die Konten auf Guthabenbasis ohne Dispo führen oder die Bonität weniger streng prüfen. Welche Wege es gibt, zeigen wir im Ratgeber Geschäftskonto trotz Schufa.
So eröffnest du dein Geschäftskonto
Die Eröffnung dauert online oft nur wenige Minuten, die Prüfung durch die Bank ein paar Tage. Du brauchst deinen Ausweis und, je nach Rechtsform, Gewerbeanmeldung, Steuernummer oder Gesellschaftsvertrag. Welche Unterlagen genau gefragt sind und wie der Ablauf aussieht, erklären wir Schritt für Schritt im Ratgeber Geschäftskonto eröffnen.
Fazit: Ein eigenes Konto ist die einfachste Ordnung
Für Einzelunternehmer ist das Geschäftskonto keine Pflicht, aber es ist eine der günstigsten Entscheidungen, die du am Anfang treffen kannst. Es hält Ärger mit der Bank fern, spart Zeit in der Buchhaltung und gibt dir jederzeit einen klaren Blick auf dein Geschäft. Für GmbH und UG stellt sich die Frage ohnehin nicht.
Unser Rat: Wähle ein Konto, das zu deiner Rechtsform, deinem Zahlungsverkehr und deiner Buchhaltung passt, statt nur auf die Grundgebühr zu schauen. Einen Überblick über Selbstständigen-Konten findest du im Vergleich der Geschäftskonten für Selbstständige und Freiberufler.
Häufige Fragen zum Geschäftskonto
Ist ein Geschäftskonto Pflicht?
Für GmbH und UG praktisch ja, weil das Stammkapital auf ein Konto der Gesellschaft eingezahlt werden muss. Für Einzelunternehmer, Freiberufler und GbR gibt es keine gesetzliche Pflicht. Viele Banken verbieten aber die geschäftliche Nutzung privater Konten.
Kann ich mein privates Girokonto geschäftlich nutzen?
Rechtlich ist das für Einzelunternehmer erlaubt. Ob deine Bank es duldet, steht in ihren Bedingungen. Viele schließen die geschäftliche Nutzung aus und können das Konto sonst kündigen. Außerdem wird die Buchhaltung mit einem gemischten Konto deutlich aufwendiger.
Was kostet ein Geschäftskonto?
Online-Geschäftskonten gibt es ab 0 € im Monat, Modelle mit mehr Karten und Funktionen kosten meist 7 bis 20 €. Bei Filialbanken kommen zum Grundpreis oft Gebühren pro Buchung hinzu. Die Kosten sind Betriebsausgaben.
Kann ich ein Geschäftskonto steuerlich absetzen?
Ja. Kontoführungsgebühren, Kartengebühren und Buchungskosten deines Geschäftskontos sind Betriebsausgaben und mindern deinen Gewinn.
Ab wann brauche ich das Geschäftskonto?
Am besten vor der ersten Rechnung, damit du die IBAN gleich auf deine Rechnungen schreiben kannst. Bei GmbH und UG eröffnest du es direkt nach dem Notartermin, weil das Stammkapital vor der Eintragung eingezahlt sein muss.
Kann ich mehrere Geschäftskonten haben?
Ja. Viele Selbstständige nutzen ein Hauptkonto für den Zahlungsverkehr und Unterkonten oder ein zweites Konto für Steuerrücklagen. Einige Anbieter bieten Unterkonten mit eigener IBAN direkt mit an.
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