
Geschäftskonto eröffnen: Unterlagen, Ablauf und Dauer
Ein Geschäftskonto zu eröffnen dauert online oft nur wenige Minuten, vorausgesetzt, die Unterlagen stimmen. In diesem Ratgeber zeigen wir dir den Ablauf in sechs Schritten, welche Dokumente du je nach Rechtsform brauchst und was bei GmbH und UG in Gründung anders läuft.
Das Wichtigste in Kürze
- Dauer: Online stellst du den Antrag in wenigen Minuten, die Prüfung durch die Bank dauert meist ein paar Tage. Bei Filialbanken brauchst du oft einen Termin.
- Unterlagen: Immer deinen Ausweis. Dazu je nach Rechtsform Gewerbeanmeldung, Steuernummer, Gesellschaftsvertrag, Gesellschafterliste oder Handelsregisterauszug.
- GmbH und UG: Das Konto eröffnest du direkt nach dem Notartermin für die Gesellschaft in Gründung, denn das Stammkapital muss vor der Eintragung eingezahlt sein.
- Häufigste Stolpersteine: fehlende Unterlagen, ein negativer Schufa-Eintrag und unklare Angaben zu den wirtschaftlich Berechtigten.
Diese Voraussetzungen musst du erfüllen
Ein Geschäftskonto eröffnen kann grundsätzlich jeder, der selbstständig tätig ist oder ein Unternehmen gründet. Die Banken stellen aber unterschiedliche Anforderungen. Typisch sind:
- Passende Rechtsform: Viele Anbieter haben getrennte Angebote für Selbstständige und für Kapitalgesellschaften. Manche nehmen nur bestimmte Rechtsformen an.
- Sitz in Deutschland oder der EU: Die meisten Banken verlangen einen Wohnsitz oder Firmensitz im Inland oder in bestimmten EU-Ländern.
- Nachweis deiner Tätigkeit: Gewerbeanmeldung, Steuernummer oder Gründungsdokumente.
- Bonität: Bei Einzelunternehmern prüfen viele Banken die private Schufa, bei Gesellschaften auch die Gesellschafter.
- Unterstützte Branche: Einige Banken lehnen bestimmte Geschäftsmodelle grundsätzlich ab, etwa aus dem Glücksspiel- oder Kryptobereich.
Bevor du startest, lohnt sich ein Blick in unseren Geschäftskonto-Vergleich. Dort siehst du auf einen Blick, welche Anbieter welche Rechtsformen unterstützen.
Geschäftskonto eröffnen in sechs Schritten
Der Ablauf ist bei Online-Banken und Filialbanken ähnlich. Der Unterschied liegt vor allem darin, ob du alles am Rechner erledigst oder einen Termin brauchst.
Vorbereitung
- Konto auswählenvor dem Antrag
Kosten, Bargeld, Karten, Unterkonten und Anbindung an die Buchhaltung vergleichen
- Unterlagen bereitlegenvor dem Antrag
Ausweis, Gewerbeanmeldung oder Steuernummer, bei Gesellschaften Vertrag und Gesellschafterliste
Eröffnung
- Antrag stellenTag 1
Online beim Anbieter oder mit Termin in der Filiale
- Identität bestätigenTag 1
Per Video-Ident, Online-Ausweis oder in der Filiale, bei Gesellschaften für alle Vertretungsberechtigten
- Prüfung durch die Bankwenige Tage
Bonität, wirtschaftlich Berechtigte, eventuell Rückfragen zu deinem Geschäftsmodell
- Konto einrichtennach Freigabe
IBAN auf Rechnungen, Online-Banking freischalten, Karte aktivieren, Buchhaltung verbinden
Schritt 1 und 2: Konto auswählen und Unterlagen bereitlegen
Überleg dir zuerst, was dein Konto können muss: Wie viele Buchungen hast du im Monat, nimmst du Bargeld ein, brauchst du mehrere Karten oder Unterkonten für Rücklagen? Worauf es bei der Wahl ankommt, haben wir im Ratgeber zum Geschäftskonto zusammengefasst. Danach legst du die Unterlagen bereit, die wir weiter unten nach Rechtsform aufschlüsseln. Am besten als PDF oder Foto, denn online lädst du sie direkt im Antrag hoch.
Schritt 3 und 4: Antrag stellen und Identität bestätigen
Im Antrag gibst du deine persönlichen Daten, Angaben zum Unternehmen und zur erwarteten Kontonutzung an. Banken sind nach dem Geldwäschegesetz verpflichtet, zu erfahren, wer hinter dem Unternehmen steht. Bei Gesellschaften musst du deshalb die wirtschaftlich Berechtigten nennen, also in der Regel alle, die mehr als 25 % der Anteile oder Stimmrechte halten. Anschließend bestätigst du deine Identität per Video-Ident, Online-Ausweis oder in der Filiale. Bei Gesellschaften gilt das für alle, die das Konto vertreten dürfen.
Schritt 5 und 6: Prüfung und Einrichtung
Die Bank prüft deine Angaben und meldet sich bei Fragen. Danach bekommst du deine Zugangsdaten und die IBAN, die Karte kommt per Post. Richte jetzt gleich Unterkonten für Umsatzsteuer und Steuerrücklage ein und verbinde das Konto mit deinem Buchhaltungstool. So startest du von Anfang an sauber.
Diese Unterlagen brauchst du je nach Rechtsform
| Rechtsform | Typische Unterlagen |
|---|---|
| Einzelunternehmen (Gewerbe) | Ausweis, Gewerbeanmeldung, später die Steuernummer |
| Freiberufler | Ausweis, Nachweis der Tätigkeit, etwa Steuernummer, Schreiben des Finanzamts oder Kammerzulassung |
| GbR | Ausweise aller Gesellschafter, Gesellschaftsvertrag, ggf. Gewerbeanmeldung, bei einer eGbR der Auszug aus dem Gesellschaftsregister |
| e. K., OHG, KG | Ausweise der Inhaber bzw. vertretungsberechtigten Gesellschafter, Handelsregisterauszug, ggf. Gesellschaftsvertrag |
| GmbH und UG in Gründung | Ausweise der Geschäftsführer, notarieller Gesellschaftsvertrag oder Musterprotokoll, Gesellschafterliste, Angaben zu den wirtschaftlich Berechtigten |
| GmbH und UG nach Eintragung | zusätzlich Handelsregisterauszug und Eintrag im Transparenzregister |
Die genauen Anforderungen unterscheiden sich von Bank zu Bank. Manche Online-Anbieter eröffnen Konten für Selbstständige schon, bevor die Steuernummer da ist, andere verlangen sie direkt. Wann du sie bekommst, hängt vom Fragebogen zur steuerlichen Erfassung ab.
Sonderfall GmbH und UG: Konto vor der Eintragung
Bei Kapitalgesellschaften kommt das Konto mitten in der Gründung ins Spiel. Die Reihenfolge ist wichtig:
- Notartermin: Gesellschaftsvertrag oder Musterprotokoll werden beurkundet. Ab jetzt existiert die Gesellschaft „in Gründung“ (i. G.).
- Konto eröffnen: Das Konto läuft auf den Namen der GmbH i. G. oder UG i. G., nicht auf deinen Namen.
- Stammkapital einzahlen: Bei der GmbH mindestens 12.500 € des Stammkapitals von 25.000 €, bei der UG das komplette Stammkapital.
- Einzahlung nachweisen: Ein Kontoauszug oder eine Bankbestätigung belegt die Einzahlung, falls Notar oder Registergericht danach fragen.
- Eintragung ins Handelsregister: Danach reichst du den Handelsregisterauszug bei der Bank nach.
Wichtig: Zahle das Stammkapital nicht auf dein Privatkonto ein und überweise es auch nicht gleich wieder an dich zurück, etwa als Darlehen. Ein solches Hin- und Herzahlen kann dazu führen, dass die Einlage als nicht geleistet gilt. Mehr zur Gründung von GmbH und UG findest du in unserem Ratgeber zu den Rechtsformen, passende Konten im Vergleich der Geschäftskonten für GmbH und UG.
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- Rechnungsstellung möglich


Wie lange dauert die Kontoeröffnung?
Bei Online-Geschäftskonten füllst du den Antrag in wenigen Minuten aus. Sind alle Unterlagen vollständig, ist das Konto oft innerhalb weniger Tage freigeschaltet. Bei Filialbanken kommt die Terminvereinbarung dazu, insgesamt dauert es dort häufig länger.
Der größte Zeitfresser sind fast immer fehlende oder unleserliche Unterlagen. Jede Rückfrage der Bank kostet Tage. Bei Kapitalgesellschaften verzögert sich die Eröffnung außerdem, wenn die Angaben zu den wirtschaftlich Berechtigten nicht zu den Gründungsdokumenten passen.
Warum Banken Anträge ablehnen
Eine Ablehnung ist ärgerlich, aber meist kein Weltuntergang. Häufige Gründe sind:
- Negativer Schufa-Eintrag: Gerade bei Einzelunternehmern ein Klassiker. Welche Banken trotzdem Konten eröffnen, zeigen wir im Ratgeber Geschäftskonto trotz Schufa.
- Unvollständige Angaben: fehlende Dokumente, abweichende Adressen oder unklare Beteiligungsverhältnisse.
- Branche oder Geschäftsmodell: Manche Banken schließen Risikobranchen generell aus.
- Sitz im Ausland: Nicht jede deutsche Bank eröffnet Konten für Gesellschaften mit Sitz außerhalb Deutschlands.
Eine Pflicht zur Begründung hat die Bank nicht. Lehnt sie ab, versuch es bei einem anderen Anbieter. Die Kriterien unterscheiden sich teils deutlich.
Fazit: Gut vorbereitet in wenigen Tagen zum Konto
Ein Geschäftskonto zu eröffnen ist heute kein großer Akt mehr. Wer seine Unterlagen vollständig bereithält und ein Konto wählt, das zur eigenen Rechtsform passt, ist bei Online-Anbietern oft in wenigen Tagen startklar. Bei GmbH und UG gehört das Konto fest in den Gründungsablauf, zwischen Notartermin und Handelsregister.
Unser Tipp für den Start: Nutze die ersten Tage nach der Freischaltung, um gleich Unterkonten für Steuern anzulegen. Wie du dein Geld dauerhaft sauber trennst und verteilst, zeigen wir im nächsten Ratgeber dieses Kapitels.
Häufige Fragen zur Eröffnung eines Geschäftskontos
Welche Unterlagen brauche ich für ein Geschäftskonto?
Immer deinen Ausweis. Gewerbetreibende brauchen zusätzlich die Gewerbeanmeldung, Freiberufler einen Nachweis ihrer Tätigkeit wie die Steuernummer. Gesellschaften legen Gesellschaftsvertrag, Gesellschafterliste und, nach der Eintragung, einen Handelsregisterauszug vor.
Wie lange dauert es, ein Geschäftskonto zu eröffnen?
Online ist der Antrag in wenigen Minuten gestellt, die Freischaltung dauert mit vollständigen Unterlagen meist nur wenige Tage. Bei Filialbanken brauchst du oft einen Termin, das dauert länger.
Kann ich ein Geschäftskonto vor der Gewerbeanmeldung eröffnen?
Das hängt von der Bank ab. Viele verlangen die Gewerbeanmeldung im Antrag. Freiberufler brauchen keine Gewerbeanmeldung, hier reicht meist ein anderer Nachweis der Tätigkeit.
Kann ich ein Geschäftskonto ohne Schufa eröffnen?
Einige Anbieter verzichten auf eine Schufa-Abfrage oder führen Konten nur auf Guthabenbasis. Für Einzelunternehmer mit negativem Eintrag ist das oft der einfachste Weg.
Wann eröffne ich das Konto für eine GmbH oder UG?
Direkt nach dem Notartermin. Das Konto läuft dann auf die Gesellschaft in Gründung. Erst nach der Einzahlung des Stammkapitals kann die Gesellschaft ins Handelsregister eingetragen werden.
Kostet die Eröffnung eines Geschäftskontos Geld?
Die Eröffnung selbst ist in aller Regel kostenlos. Je nach Kontomodell fallen danach monatliche Gebühren an.
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