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Forex-Trading: So funktioniert der Devisenhandel für Einsteiger

Lesezeit 15 min.

Dennis Groß
Redakteur
Lektoriert vonChristian Musanke
Überprüft durchSebastian Rau
Trading
Teil des Handbuchs
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Wie Forex-Trading funktioniert: Währungspaare, Pips und Hebel, ein Rechenbeispiel, Handelszeiten, Strategien, Kosten und die Risiken des Devisenhandels.

Das Wichtigste in Kürze

  • Beim Forex-Trading handelst du Währungspaare wie EUR/USD. Du setzt immer darauf, dass eine Währung gegenüber der anderen steigt oder fällt.
  • Der Devisenmarkt ist der größte Finanzmarkt der Welt: Laut BIZ wurden im April 2025 täglich 9,6 Billionen US-Dollar umgesetzt. Gehandelt wird von Sonntagabend bis Freitagabend rund um die Uhr.
  • Als Privatanleger handelst du Forex fast immer über CFDs mit Hebel. Erlaubt sind maximal 30:1 bei den wichtigsten Währungspaaren. Bei vollem Hebel kostet dich schon eine Kursbewegung von gut 3 % deinen gesamten Einsatz.
  • Die Kosten stecken im Spread und im Swap. Bei 20 Trades à 10.000 € zahlst du je nach Broker zwischen 8,78 € und 22,83 € im Monat, wer über Nacht hält, zahlt zusätzlich.
  • Je nach Broker verlieren 51 % bis 83 % der Privatkonten Geld. Übe deshalb zuerst im Demokonto, die passenden Anbieter findest du in unserem Forex-Broker-Vergleich.

Kein Markt wird so viel gehandelt wie der Devisenmarkt, und kaum einer ist für Privatanleger so schwer zu durchschauen. Kurse mit vier Nachkommastellen, Begriffe wie Pip und Lot und ein Hebel von 30:1 schrecken viele ab. Andere zieht genau das an, weil sich schon mit kleinen Beträgen große Positionen bewegen lassen.

In diesem Ratgeber erkläre ich dir, wie Forex-Trading funktioniert: welche Währungspaare es gibt, was die Kurse bewegt, wie ein Trade konkret abläuft und was er kostet. Die Zahlen zu Spreads und Haltekosten stammen aus unserem Forex-Broker-Vergleich, für den wir 13 Broker Ende September und Anfang Oktober 2026 ausgewertet haben.

Was ist Forex-Trading?

Forex steht für Foreign Exchange, also den Devisenmarkt. Beim Forex-Trading handelst du Währungen gegeneinander, und zwar immer paarweise: Kaufst du EUR/USD, kaufst du Euro und verkaufst gleichzeitig US-Dollar. Steigt der Euro gegenüber dem Dollar, machst du Gewinn. Fällt er, machst du Verlust.

Anders als Aktien werden Währungen nicht an einer zentralen Börse gehandelt. Der Devisenmarkt ist ein außerbörslicher Markt (OTC), auf dem Banken, Zentralbanken, Fonds und Unternehmen direkt miteinander handeln. Den Großteil machen dabei nicht Spekulanten aus, sondern Absicherungsgeschäfte und der Zahlungsverkehr im internationalen Handel.

Die Dimensionen sind gewaltig. Nach der Erhebung der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) wurden im April 2025 täglich 9,6 Billionen US-Dollar umgesetzt, 28 % mehr als drei Jahre zuvor. Der US-Dollar war an 89 % aller Geschäfte beteiligt, der Euro an knapp 29 %. Der wichtigste Handelsplatz ist London mit rund 38 % des weltweiten Umsatzes.

Wie kommst du als Privatanleger an den Devisenmarkt?

Direkt am Interbankenmarkt handeln kannst du nicht. Du brauchst einen Broker, der dir die Kurse stellt. In Deutschland läuft das fast immer über CFDs: Du kaufst keine echten Dollar, sondern schließt einen Vertrag über die Kursdifferenz des Währungspaares ab. Weitere Wege gibt es, sie spielen für die meisten aber kaum eine Rolle:

  • Devisen-Futures: börsengehandelt und transparent, aber mit großen Kontraktgrößen und nur bei Brokern mit Terminbörsenzugang.
  • Optionsscheine und Knock-outs: Hebelprodukte von Emittenten auf Währungspaare, gehandelt über ein normales Depot.
  • Fremdwährungskonto: Du tauschst tatsächlich Geld um. Für kurzfristiges Trading ist das wegen der Umtauschkosten ungeeignet.

Im Rest des Artikels geht es deshalb um den Handel mit Forex-CFDs.

Forex-Begriffe, die du kennen musst

Bevor du den ersten Trade platzierst, solltest du diese Begriffe sicher beherrschen. Sie tauchen in jeder Ordermaske auf:

BegriffBedeutungBeispiel
WährungspaarBasiswährung (vorne) und Kurswährung (hinten)EUR/USD 1,1400: 1 Euro kostet 1,14 Dollar
PipKleinste übliche Kursbewegung, meist die vierte Nachkommastelle, bei Yen-Paaren die zweiteEUR/USD steigt von 1,1400 auf 1,1401 = 1 Pip
PipetteEin Zehntel-Pip, die fünfte Nachkommastelle1,14005
LotPositionsgröße in Einheiten der BasiswährungStandard-Lot 100.000, Mini-Lot 10.000, Micro-Lot 1.000
SpreadDifferenz zwischen Kauf- und Verkaufskurs, die Hauptkosten0,5 Pips auf EUR/USD
SwapHaltekosten oder Gutschrift für Positionen über NachtLong EUR/USD kostet Anfang Oktober 2026 Swap
MarginSicherheitsleistung, die der Broker für eine Position blockiert333,33 € für 10.000 € bei Hebel 30:1
Long / ShortAuf steigenden / fallenden Kurs der Basiswährung setzenShort EUR/USD = Wette auf stärkeren Dollar

Ein Pip klingt nach wenig, ist es bei großen Positionen aber nicht. Bei 10.000 € in EUR/USD ist ein Pip rund 0,88 € wert, bei einem Standard-Lot schon rund 8,80 €. Deshalb wird im Devisenhandel fast immer mit Hebel gearbeitet, und deshalb sind auch Spreads von Zehntel-Pips entscheidend.

Welche Währungspaare gibt es?

Die Broker in unserem Vergleich bieten zwischen 49 und 294 Währungspaare an. Für den Handel teilt man sie in drei Gruppen ein, die sich vor allem bei Liquidität, Spread und erlaubtem Hebel unterscheiden:

GruppeBeispieleTypischer SpreadMax. Hebel (Privatkunden)
MajorsEUR/USD, USD/JPY, GBP/USD, USD/CHF, USD/CADsehr eng, ab 0,5 Pips30:1
Minors (Crosses)EUR/GBP, EUR/JPY, EUR/CHF, GBP/JPYetwas breiter30:1, wenn beide Währungen aus der ESMA-Liste stammen, sonst 20:1
ExotenUSD/TRY, EUR/HUF, USD/ZAR, USD/MXNdeutlich breiter20:1

Den Hebel von 30:1 erlaubt die europäische Wertpapieraufsicht ESMA nur für Paare aus sechs Währungen: US-Dollar, Euro, Yen, Pfund, Kanadischer Dollar und Schweizer Franken. Der Australische und der Neuseeland-Dollar gehören nicht dazu, AUD/USD handelst du deshalb mit höchstens 20:1, obwohl viele Broker das Paar zu den Majors zählen.

Mein Rat für den Anfang: Bleib bei EUR/USD. Das Paar ist das meistgehandelte der Welt, die Spreads sind am engsten, und als Anleger im Euroraum hast du ein Gefühl für die Nachrichtenlage auf beiden Seiten. Exoten sehen wegen ihrer großen Schwankungen verlockend aus, die breiten Spreads und plötzliche Kurssprünge machen sie für Einsteiger aber zu einem teuren Lehrgeld.

Was bewegt die Wechselkurse?

Ein Wechselkurs ist der Preis einer Währung in einer anderen. Er steigt, wenn mehr Kapital in eine Währung fließt als heraus. Diese Faktoren geben dabei den Ausschlag:

  • Zinsen und Zentralbanken: Der wichtigste Treiber. Erhöht die US-Notenbank Fed die Zinsen stärker als die EZB, wird der Dollar für Anleger attraktiver, und EUR/USD fällt tendenziell. Schon die Erwartung einer Zinsänderung bewegt die Kurse.
  • Inflation: Steigt die Inflation, rechnen die Märkte mit höheren Zinsen. Deshalb gehören die Verbraucherpreise zu den meistbeachteten Daten.
  • Konjunkturdaten: Der US-Arbeitsmarktbericht, das Bruttoinlandsprodukt und die Einkaufsmanagerindizes zeigen, wie es um eine Volkswirtschaft steht.
  • Risikostimmung: In Krisen fließt Geld in als sicher geltende Währungen wie US-Dollar, Schweizer Franken und Yen. Währungen wie der Australische Dollar oder Schwellenländerwährungen geraten dann unter Druck.
  • Politik und Handel: Wahlen, Zölle und Handelskonflikte verändern Kapitalströme, oft sprunghaft.

Wer Währungen anhand dieser Faktoren handelt, betreibt Fundamentalanalyse. Die meisten Forex-Trader kombinieren sie mit der Chartanalyse: Die Fundamentaldaten geben die Richtung vor, der Chart den Zeitpunkt für Ein- und Ausstieg.

So funktioniert ein Forex-Trade in der Praxis

Am besten verstehst du den Devisenhandel an einem konkreten Beispiel. Nehmen wir an, du rechnest nach einer Zinsentscheidung mit einem stärkeren Euro und kaufst deshalb EUR/USD.

  • Position: Long EUR/USD, 1 Mini-Lot, also 10.000 €
  • Einstiegskurs: 1,1400
  • Hebel: 30:1, damit blockiert der Broker 333,33 € Margin
  • Wert eines Pips: 1 US-Dollar, umgerechnet rund 0,88 €

Szenario 1, der Euro steigt: EUR/USD klettert um 50 Pips auf 1,1450. Du schließt die Position mit 50 US-Dollar Gewinn, umgerechnet rund 43,67 €. Bezogen auf deine Margin sind das gut 13 %, obwohl sich der Kurs nur um 0,44 % bewegt hat.

Szenario 2, der Euro fällt: Läuft EUR/USD um 50 Pips auf 1,1350, verlierst du denselben Betrag, rund 44 €. Hebel wirkt in beide Richtungen gleich stark.

Szenario 3, die Glattstellung: Liegt auf deinem Konto nur die Margin, schließt der Broker die Position, sobald dein Kapital unter die Hälfte der Margin fällt. In diesem Beispiel passiert das bei rund 1,1213, also nach knapp 190 Pips oder gut 1,6 % Kursrückgang. Dein Verlust beträgt dann rund 167 €.

Hebel beim Forex-Trading: Rechenbeispiel EUR/USD mit Hebel 30:1 und Glattstellung
Mit Hebel 30:1 bringen 50 Pips rund 13 % Gewinn oder Verlust auf deine Margin, nach rund 187 Pips gegen dich wird die Position glattgestellt.

Dazu kommen die Kosten: Bei 0,5 Pips Spread zahlst du für diesen Trade rund 44 Cent, hältst du die Position über Nacht, kommt der Swap hinzu. Wie Hebel, Margin und Glattstellung genau zusammenhängen, erklären wir ausführlich in unserem Ratgeber zum CFD-Trading.

💡 Rechne vor jedem Trade aus, wie viel du bei deinem Stop-Loss in Euro verlierst. Liegt der Stop 25 Pips entfernt und handelst du ein Mini-Lot, sind das rund 22 €. Passt das nicht zu deinem Risikobudget, verkleinere die Position, nicht den Stop.

Wann ist der Devisenmarkt geöffnet?

Der Devisenmarkt öffnet am Sonntag gegen 23 Uhr deutscher Zeit und schließt am Freitag gegen 23 Uhr. Dazwischen läuft der Handel rund um die Uhr, weil sich die großen Finanzplätze über den Tag ablösen:

Forex-Handelszeiten: Sitzungen in Sydney, Tokio, London und New York in deutscher Zeit
Die engsten Spreads und die meiste Bewegung bei EUR/USD gibt es zwischen 14 und 18 Uhr, wenn London und New York gleichzeitig handeln.
HandelssitzungDeutsche Zeit (Winter, MEZ)Typisch für die Sitzung
Sydneyca. 22:00 bis 7:00 Uhrruhig, Bewegung bei AUD und NZD
Tokioca. 1:00 bis 10:00 UhrYen-Paare aktiv, sonst eher seitwärts
Londonca. 9:00 bis 18:00 Uhrhöchster Umsatz, Euro und Pfund im Fokus
New Yorkca. 14:00 bis 23:00 UhrUS-Daten, starke Bewegungen am Nachmittag

Am meisten passiert, wenn sich zwei Sitzungen überschneiden. Die wichtigste Phase für EUR/USD liegt zwischen 14 und 18 Uhr, wenn London und New York gleichzeitig handeln. Dann sind die Spreads am engsten, und die großen US-Daten werden veröffentlicht. Nachts und kurz vor dem Wochenwechsel sind die Spreads dagegen oft deutlich breiter. Mit der Zeitumstellung verschieben sich die Zeiten um ein bis zwei Stunden.

Für Berufstätige ist das ein echter Vorteil des Devisenhandels: Anders als bei Aktien kannst du auch nach Feierabend in einem liquiden Markt handeln.

Welche Forex-Strategien gibt es?

Eine Strategie legt fest, wann du einsteigst, wo dein Stop-Loss liegt und wann du aussteigst. Im Devisenhandel haben sich diese Ansätze etabliert:

Trendfolge

Währungen laufen oft über Wochen oder Monate in eine Richtung, weil Zinsunterschiede nicht über Nacht verschwinden. Bei der Trendfolge handelst du nur in Richtung des übergeordneten Trends und nutzt Rücksetzer für den Einstieg. Gleitende Durchschnitte und Trendlinien helfen dir, den Trend zu erkennen. In Seitwärtsphasen liefert der Ansatz allerdings viele Fehlsignale.

Range-Trading

Bewegt sich ein Paar zwischen klaren Unterstützungen und Widerständen seitwärts, kaufst du am unteren und verkaufst am oberen Rand. Das funktioniert besonders in ruhigen Phasen, etwa während der asiatischen Sitzung. Bricht der Kurs aus der Range aus, musst du schnell raus.

Breakout zur London-Eröffnung

Viele Trader markieren das Hoch und Tief der ruhigen Nacht und handeln den Ausbruch, wenn um 9 Uhr London öffnet und das Volumen steigt. Der Stop liegt auf der anderen Seite der Spanne. Mehr dazu liest du im Ratgeber zum Breakout-Trading.

Carry-Trade

Beim Carry-Trade kaufst du eine Währung mit hohem Zins gegen eine mit niedrigem Zins und kassierst über den Swap die Zinsdifferenz. Für Privatanleger lohnt sich das selten: Der Broker schlägt auf die Zinsdifferenz seinen eigenen Aufschlag, und schon eine kleine Kursbewegung gegen dich frisst den Zinsertrag von Monaten.

News-Trading

Zinsentscheide und der US-Arbeitsmarktbericht lösen die größten Kurssprünge aus. Genau in diesen Sekunden werden aber die Spreads breit, und Stop-Orders werden oft deutlich schlechter ausgeführt. Ich würde als Einsteiger offene Positionen vor großen Terminen eher schließen, statt auf die Nachricht zu spekulieren.

Nach Haltedauer unterscheiden sich die Ansätze ebenfalls: Beim Scalping und Daytrading schließt du alle Positionen am selben Tag, beim Swing-Trading hältst du sie mehrere Tage. Je länger du hältst, desto wichtiger wird der Swap. Eine Übersicht über weitere Ansätze findest du bei den Trading-Strategien.

Was kostet Forex-Trading?

Eine Ordergebühr zahlst du beim Forex-Trading selten. Die Kosten stecken im Spread, im Swap und in der Umrechnung deiner Ergebnisse in Euro. Für unseren Forex-Broker-Vergleich haben wir zwei typische Profile durchgerechnet:

  • Intraday-Trader: 20 Round Turns im Monat auf EUR/USD mit je 10.000 €, alle am selben Tag geschlossen
  • Swing-Trader: vier Long-Trades im Monat auf EUR/USD mit je 10.000 €, jeweils fünf Nächte gehalten
BrokerEUR/USD abIntraday pro MonatSwing pro Monat
CMC Markets0,5 Pips8,78 €15,18 €
ActivTrades0,5 Pips8,78 €15,51 €
IG0,9 Pips15,80 €15,49 €
XTB0,8 Pips14,05 €19,08 €
Pepperstone1,0 Pips*17,56 €16,55 €
Trading 2121,3 Pips22,83 €29,11 €
NAGA1,0 Pips17,56 €37,10 €

* Standardkonto. Im Razor-Konto zahlst du den Rohspread plus Kommission.

Beim Intraday-Handel entscheidet fast nur der Spread. Sobald du über Nacht hältst, wird der Swap zum größten Kostenblock. Er ergibt sich aus der Zinsdifferenz der beiden Währungen plus einem Aufschlag des Brokers. Bei NAGA kommen im Swing-Profil so 33,59 € Swap auf nur 3,51 € Spread. Für das Wochenende berechnen viele Broker den Swap mittwochs dreifach.

Achte außerdem auf die Umrechnungsgebühr: Gewinne aus EUR/USD entstehen in Dollar und werden in dein Euro-Konto umgerechnet. Pepperstone verlangt dafür nichts, NAGA 2,5 %. Alle Kosten im Detail findest du im Forex-Broker-Vergleich.

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Chancen und Risiken beim Forex-Trading

Forex-Trading hat echte Vorteile gegenüber dem Handel mit Aktien. Die Risiken sind aber mindestens genauso real:

Das spricht dafürDas spricht dagegen
Hohe Liquidität und enge Spreads bei den großen PaarenDer Hebel vervielfacht Verluste genauso wie Gewinne
Handel rund um die Uhr von Sonntag- bis FreitagabendZinsentscheide und Konjunkturdaten lösen plötzliche Sprünge aus
Steigende und fallende Kurse lassen sich gleich einfach handelnSwaps machen längere Haltedauern teuer
Einstieg mit Micro-Lots und kleinen Beträgen möglichBeim Market Maker ist der Broker die Gegenpartei deiner Trades
Kaum Einzelwert-Risiken wie BilanzskandaleDer Markt schläft nie, das verleitet zu Overtrading

Wie das in der Praxis ausgeht, zeigen die Verlustquoten, die jeder EU-regulierte Broker veröffentlichen muss: In unserem Vergleich verlieren je nach Anbieter zwischen 51 % und 83 % der Privatkonten Geld. Gegen Banken und Algorithmen, die auf denselben Markt schauen, hast du als Privatanleger keinen Informationsvorsprung.

Vorsicht gilt bei Anbietern außerhalb der EU. Im Forex-Bereich werben besonders viele Offshore-Broker mit Hebeln bis 500:1 und Einzahlungsboni. Dort fehlen Negativsaldoschutz, Hebelgrenzen und eine Aufsicht, an die du dich wenden kannst. Ein Broker für deutsche Kunden sollte mindestens in der EU reguliert sein, besser noch durch die BaFin.

  • 1-Prozent-Regel: Riskiere pro Trade höchstens 1 % deines Kontos. Bei 3.000 € sind das 30 €.
  • Stop-Loss vor dem Einstieg: Leg den Stop fest, bevor du die Order abschickst, und verschieb ihn nie gegen dich.
  • Hebel nicht ausreizen: 30:1 ist das Maximum, kein Richtwert. Die Positionsgröße ergibt sich aus Stop und Risikobudget.
  • Wirtschaftskalender prüfen: Schau jeden Morgen, welche Zinsentscheide und Daten anstehen.

Wie du Positionsgrößen berechnest, zeigen wir dir im Ratgeber zum Risikomanagement im Trading.

Risikohinweis: CFDs sind komplexe Instrumente und gehen wegen der Hebelwirkung mit dem hohen Risiko einher, schnell Geld zu verlieren. Überlege dir, ob du verstehst, wie CFDs funktionieren, und ob du es dir leisten kannst, das hohe Risiko einzugehen, dein Geld zu verlieren.

Wie wird Forex-Trading versteuert?

Gewinne aus Forex-CFDs sind in Deutschland Kapitalerträge. Du zahlst darauf 25 % Abgeltungsteuer plus Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer. Der Sparerpauschbetrag von 1.000 € pro Person (2.000 € bei Ehepaaren) bleibt steuerfrei.

Verluste aus CFDs gelten als Termingeschäfte. Die frühere Grenze von 20.000 € pro Jahr für deren Verrechnung ist mit dem Jahressteuergesetz 2024 gefallen, du kannst sie jetzt unbegrenzt mit anderen Kapitalerträgen verrechnen. Wie das genau funktioniert, erklären wir im Ratgeber zu den Verlusttöpfen.

Ob du dich selbst um die Steuer kümmern musst, hängt vom Broker ab. CMC Markets, Pepperstone und Trading 212 führen die Abgeltungsteuer automatisch ab. Bei den meisten anderen Anbietern trägst du deine Ergebnisse selbst in die Anlage KAP ein.

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Forex-Trading lernen: So startest du

Wenn du Forex-Trading lernen willst, geh am besten in dieser Reihenfolge vor:

  1. Grundlagen verstehen: Pips, Lots, Margin und Swap musst du sicher beherrschen, bevor du Geld einsetzt. Einen allgemeinen Einstieg bietet unser Ratgeber Trading lernen.
  2. Chartanalyse lernen: Arbeite dich in Candlesticks, Unterstützungen und Widerstände und einige Trading-Indikatoren ein. Mehr als zwei, drei Indikatoren brauchst du am Anfang nicht.
  3. Ein Paar, eine Strategie: Konzentriere dich auf EUR/USD und eine einzige Strategie. Schreib auf, zu welcher Uhrzeit und mit welchem Setup du handelst.
  4. Im Demokonto üben: Handle mindestens vier bis acht Wochen mit Spielgeld und führe ein Trading-Journal. Alle 13 Broker aus unserem Vergleich bieten ein kostenloses Demokonto, die realistischsten zeigt unser Demokonto-Vergleich.
  5. Broker wählen: Achte auf EU-Regulierung, einen EUR/USD-Spread unter 1 Pip und veröffentlichte Swap-Sätze.
  6. Klein starten: Beginne mit Micro-Lots und erhöhe die Positionsgröße erst, wenn du über mehrere Monate profitabel bist.
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Diese Broker eignen sich für Forex-Trader

In unserem Forex-Broker-Vergleich liegt CMC Markets mit 97,2 % vorn: EUR/USD ab 0,5 Pips, ein niedriger Swap-Aufschlag, 294 Währungspaare und BaFin-Aufsicht. ActivTrades (93,6 %) ist beim Spread genauso günstig und bietet MetaTrader 4 und 5. Pepperstone (92,4 %) ist die erste Wahl, wenn du ein Raw-Konto, cTrader oder automatisierte Strategien nutzen willst.

CMC Markets
CMC Markets
  • Über 21.000 handelbare Märkte
  • Enge Spreads ab 0,5 Pips
  • Reguliert durch die BaFin
70% der Kleinanlegerkonten verlieren Geld beim CFD-Handel mit diesem Anbieter.

ActivTrades
ActivTrades
  • EUR/USD ab 0,5 Pips
  • Kundengelder bis 1 Mio. € abgesichert
  • MT4, MT5 und TradingView
CFDs sind komplexe Finanzinstrumente, die ein hohes Risiko für Privatanleger bergen. 72 % der Kleinanlegerkonten verlieren Geld beim CFD-Handel mit diesem Anbieter.

Pepperstone
Pepperstone
  • Kombination mit Trading-Software möglich
  • Führt Steuern für Gewinne automatisch ab
  • Gutes Angebot an handelbaren CFDs

Fazit: Lohnt sich Forex-Trading?

Forex-Trading ist der direkteste Weg, auf Zinsen, Konjunktur und Politik zu spekulieren. Der Markt ist liquide, fast rund um die Uhr geöffnet und mit kleinen Beträgen zugänglich. Genau diese Eigenschaften machen ihn aber auch gefährlich: Mit Hebel 30:1 reicht eine Bewegung von wenigen Prozent, um eine Position zu vernichten, und die Mehrheit der Privatanleger verliert Geld.

Aus meiner Sicht ist Forex-Trading ein Werkzeug für Trader mit klarer Strategie und festem Risikobudget, aber kein Weg zum Vermögensaufbau. Dafür ist ein ETF-Sparplan in einem günstigen Depot die bessere Wahl. Reizt dich der Devisenhandel trotzdem, starte im Demokonto, handle nur Geld, dessen Verlust du verkraftest, und setze bei jedem Trade einen Stop-Loss.

Unsere Inhalte stellen keine Empfehlung zum Kaufen, Halten oder Verkaufen von Finanzprodukten dar.

Häufige Fragen zum Forex-Trading

Was ist Forex-Trading?

Forex-Trading ist der Handel mit Währungspaaren wie EUR/USD. Du setzt darauf, dass eine Währung gegenüber einer anderen steigt oder fällt. Privatanleger handeln Forex in Deutschland meist über CFDs mit Hebel.

Ist Forex-Trading seriös?

Der Devisenhandel selbst ist legal und der größte Finanzmarkt der Welt. Unseriös sind manche Anbieter: Nutze nur Broker mit Regulierung in der EU, die eine Verlustquote veröffentlichen und den gesetzlichen Hebelgrenzen unterliegen. Offshore-Broker mit Hebeln bis 500:1 und Boni solltest du meiden.

Wie viel Geld brauche ich für Forex-Trading?

Bei vielen Brokern gibt es keine Mindesteinlage, und mit Micro-Lots kannst du sehr kleine Positionen handeln. Sinnvoll sind trotzdem einige hundert bis tausend Euro, damit du bei der 1-Prozent-Regel einen vernünftigen Stop-Loss setzen kannst. Setze nur Geld ein, dessen Verlust du verkraftest.

Was ist ein Pip?

Ein Pip ist die kleinste übliche Kursbewegung eines Währungspaares. Bei den meisten Paaren ist das die vierte Nachkommastelle, bei Paaren mit dem Japanischen Yen die zweite. Bei 10.000 € in EUR/USD ist ein Pip rund 0,88 € wert.

Welcher Hebel ist beim Forex-Trading erlaubt?

Für Privatanleger in der EU gilt ein Höchsthebel von 30:1 für Paare aus US-Dollar, Euro, Yen, Pfund, Kanadischem Dollar und Schweizer Franken. Für alle anderen Währungspaare liegt die Grenze bei 20:1.

Wann ist die beste Zeit für Forex-Trading?

Die meiste Bewegung und die engsten Spreads gibt es bei EUR/USD zwischen 14 und 18 Uhr deutscher Zeit, wenn London und New York gleichzeitig handeln. Nachts und rund um den Wochenwechsel sind die Spreads oft deutlich breiter.

Kann man mit Forex-Trading reich werden?

Die Zahlen sprechen dagegen. Je nach Broker verlieren zwischen 51 % und 83 % der Privatkonten Geld. Forex-Trading eignet sich für Trader mit klarer Strategie und festem Budget, nicht als Weg zu schnellem Reichtum.

Unsere Inhalte spiegeln nur die Meinungen und Erwartungen der Autoren wider und stellen somit keine Empfehlung zum Kaufen, Halten oder Verkaufen der genannten Wertpapiere dar.

Als Anleger*in trägst Du die volle Verantwortung für Deine Investitionsentscheidungen.

Die Autoren können in einige der beschriebenen Assets investiert sein und somit ein Interesse an deren Kursentwicklung haben.

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Dennis Groß
Dennis Groß
Redakteur
Über den Autor
Ich bin gelernter Bankkaufmann und leidenschaftlicher Privatinvestor. Meine ersten Aktien habe ich im Alter von 14 gekauft und dabei die Börse kennengelernt. Seitdem beschäftige ich mich intensiv mit dem Geschehen an den Finanzmärkten und den unterschiedlichen Anlageklassen. Getreu dem Motto "man lernt nie aus" möchte ich mir ständig neues Wissen aneignen und so viel wie möglich an andere weitergeben.

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