
IG im Test – Wie gut ist der CFD-Broker wirklich?

Viele kennen IG noch unter dem alten Namen IG Markets. Hinter dem Broker steht einer der größten CFD-Anbieter der Welt, in Deutschland sitzt er mit eigener GmbH in Frankfurt. Für unseren IG Test haben wir den Broker nach unserem Testverfahren in sechs Kategorien bewertet und im CFD-Broker-Vergleich 13 anderen Anbietern gegenübergestellt.
Das Ergebnis: 94,8 % und Platz 2 von 14. Nur CMC Markets liegt mit 95,9 % knapp vorn. In drei Kategorien holt IG die volle Punktzahl, bei den Handelsbedingungen erreicht kein anderer Broker einen so hohen Wert. Warum reicht es dann nicht für den Testsieg? Das liegt schlicht und ergreifend an den Kosten. Hier landet IG nur auf Platz 7, mehr dazu weiter unten.
Für dieses Update haben wir alle Konditionen Ende September 2026 direkt bei IG erhoben, vom Spread bis zur Übernachtfinanzierung, und für drei typische Trader die Monatskosten durchgerechnet. Die Plattform habe ich mir außerdem selbst im Demokonto angesehen, vom Chart über das Handelsticket bis zu den Kostendetails, die IG vor jedem Trade anzeigt. Was andere Kunden über IG berichten, haben wir ebenfalls zusammengetragen. Die ausführlichen Stimmen unserer Leser findest du unter IG Erfahrungen.
Das Wichtigste in Kürze
- Testergebnis: 94,8 % im CFD-Broker-Vergleich, Platz 2 von 14. Volle Punktzahl bei Handelsangebot, Plattform und Service.
- Deutsche GmbH: Die IG Europe GmbH sitzt in Frankfurt und steht unter Aufsicht von BaFin und Bundesbank.
- Riesige Auswahl: Rund 16.000 Aktien-CFDs und 82 Indizes, so viele wie bei keinem anderen Broker im Test. Dazu kommen MT4, ProRealTime, TradingView und eine API.
- Schwachstelle Kosten: 1,6 Punkte Spread auf den Nasdaq 100, eine Mindestkommission von 10 USD auf US-Aktien-CFDs und 0,8 % Währungsumrechnung.
- Steuern: IG führt keine Abgeltungsteuer ab. Deine Gewinne trägst du selbst in die Anlage KAP ein.
Was ist IG? Das Unternehmen im Kurzporträt
IG gehört zu den Urgesteinen der Branche. Die IG Group wurde 1974 in London gegründet, ist an der Londoner Börse notiert und gehört zum Auswahlindex FTSE 250. Heute ist der Konzern mit Büros in 17 Ländern vertreten und sieht sich nach Umsatz als größten CFD-Anbieter der Welt. Viele Trader kennen IG übrigens noch als IG Markets. Unter diesem Namen war der Broker lange auch in Deutschland unterwegs.
Deutsche Kunden betreut die IG Europe GmbH mit Sitz in Frankfurt. Das ist ein wichtiger Unterschied zu vielen anderen CFD-Brokern: IG arbeitet hier nicht über eine Zweigniederlassung mit Lizenz aus Zypern oder Polen, sondern als deutsche Gesellschaft direkt unter Aufsicht von BaFin und Bundesbank. In unserem Vergleich haben das nur vier von 14 Brokern.
Was das konkret für die Sicherheit deines Geldes bedeutet, liest du weiter unten im Abschnitt zur Sicherheit. Die wichtigsten Eckdaten im Überblick:
| Name | IG Europe GmbH (Muttergesellschaft: IG Group Holdings plc, London) |
| Adresse | Westhafenplatz 1, 60327 Frankfurt am Main |
| Gegründet | 1974 in London |
| Angebot | CFDs, Knock-outs (Turbo24), Optionen, Futures |
| Handelbare Märkte | über 17.000, davon rund 16.000 Aktien-CFDs |
| Plattformen | eigene Web-Plattform, App für iOS und Android, MetaTrader 4, ProRealTime, TradingView, L2 Dealer, API |
| Regulierung | BaFin und Deutsche Bundesbank |
| info.de@ig.com | |
| Telefon | 0800 181 8831 (Kunden), +49 69 427299103 (Interessenten) |
IG Test: Unser Testergebnis im Überblick
Für den CFD-Broker-Vergleich bewerten wir jeden Anbieter in sechs Kategorien mit über 60 Einzelkriterien. Das größte Gewicht haben die Funktionen, weil du als Trader täglich mit der Plattform arbeitest, gefolgt von den Kosten. IG kommt so auf folgendes Ergebnis:
| Kategorie | Gewichtung | IG |
|---|---|---|
| Kosten | 25 % | 85,6 % |
| Assets | 15 % | 100 % |
| Funktionen | 30 % | 100 % |
| Service | 5 % | 100 % |
| Sicherheit | 10 % | 93,3 % |
| Handelsbedingungen | 15 % | 93,9 % |
| Gesamt | 100 % | 94,8 % |
Mit 94,8 % landet IG auf Platz 2 von 14, nur 1,1 Prozentpunkte hinter CMC Markets. Dahinter folgen Pepperstone (92,5 %) und XTB (91,0 %). Bei Handelsangebot, Funktionen und Service gibt es die volle Punktzahl, und in der Kategorie Handelsbedingungen erreicht kein anderer Broker einen so hohen Wert wie IG. Bei der Sicherheit fehlt nur eine private Zusatzversicherung für Kundengelder, wie sie etwa ActivTrades anbietet.
Den Testsieg kosten IG die Kosten. Mit 85,6 % liegt IG hier nur auf Platz 7, Pepperstone kommt auf 98,7 %. Die größten Abzüge gibt es für die Kommission auf US-Aktien-CFDs und die Währungsumrechnung von 0,8 %. Kleinere Punkte verliert IG bei der Inaktivitätsgebühr, beim Gold-Spread, bei der Übernachtfinanzierung und beim Spread auf den Nasdaq 100.
Kosten und Gebühren bei IG
Grundgebühren verlangt IG nicht. Kontoeröffnung und Kontoführung sind kostenlos, Ein- und Auszahlungen ebenfalls, und eine Mindesteinlage gibt es nicht. Was du zahlst, hängt also davon ab, was und wie du handelst. Und hier zeigt sich: IG ist kein Billig-Broker.
CFDs: Spreads und Kommissionen im Überblick
Bei den meisten CFDs zahlst du keine Kommission, die Kosten stecken im Spread. Eine Ausnahme sind Aktien-CFDs, dort berechnet IG eine Kommission je Order. Das sind die wichtigsten Konditionen:
| CFD | Kosten bei IG | Einordnung |
|---|---|---|
| EUR/USD | ab 0,9 Pips | Mittelfeld |
| Nasdaq 100 (US100) | ab 1,6 Punkten | eher teuer |
| Gold | ab 0,50 USD | eher teuer |
| Bitcoin | ab 90 USD | Mittelfeld |
| Aktien-CFDs Deutschland | 0,05 % Kommission, mindestens 5 € je Order | fair |
| Aktien-CFDs USA (z. B. Microsoft) | 2 US-Cent je Aktie, mindestens 10 USD je Order | teuer bei kleinen Orders |
Gerade die Mindestkommission bei US-Aktien solltest du im Blick haben. Sie fällt beim Kauf und beim Verkauf an. Bei einer Position über 5.000 € in Microsoft zahlst du so rund 0,18 % pro Seite, also deutlich mehr als bei ActivTrades oder Pepperstone. Je größer deine Orders, desto weniger fällt die Mindestgebühr ins Gewicht. Beim Nasdaq 100 sind CMC Markets, Pepperstone und XTB mit 1,0 Punkten ebenfalls günstiger.
Wie stark die Mindestkommission wirkt, zeigt ein Blick ins Handelsticket. Für zehn Microsoft-Aktien, also rund 5.160 USD, weist IG beim Eröffnen 8,94 € Kommission und 2,53 € Spread aus. Beim Schließen fallen noch einmal 11,47 € an. Hältst du die Position eine Nacht, kommen 0,84 € Finanzierung dazu. Macht zusammen 23,78 € oder gut 0,5 % des Positionswerts. Gut gelöst ist die Transparenz: IG schlüsselt diese Kosten vor jedem Trade auf, du musst dafür nur auf „Vollständige Kostendetails anzeigen“ klicken.

Hältst du eine Position über Nacht, berechnet IG eine Übernachtfinanzierung. Für Index-CFDs setzt sie sich aus dem Referenzzins plus 3 % p. a. zusammen. Bei einer Long-Position im Nasdaq 100 ergab das zu unserem Stichtag rund 6,9 % p. a. Damit liegt IG im vorderen Mittelfeld: Günstiger sind Libertex, NAGA, XTB und Pepperstone, bei eToro, AvaTrade oder Plus500 zahlst du dagegen über 8 % p. a. In meinem Test-Ticket für einen Kontrakt US Tech 100 mit rund 30.580 € Nominalwert zeigte IG 5,96 € Übernachtfinanzierung pro Nacht an, umgerechnet gut 7 % p. a. Der Satz schwankt also leicht mit dem Referenzzins. 💡 Die genauen Kosten siehst du vor jedem Trade in den Kostendetails des Handelstickets.

Gibt es versteckte Kosten bei IG?
Versteckt im Sinne von „nirgends ausgewiesen“ ist bei IG nichts, alle Gebühren stehen auf der Kostenseite. Trotzdem gibt es vier Posten, die viele Kunden erst auf den zweiten Blick bemerken:
- Währungsumrechnung: Handelst du Werte in US-Dollar mit deinem Euro-Konto, rechnet IG Gewinne und Verluste mit 0,8 % Aufschlag um. Das ist mehr als bei XTB (0,5 %), Pepperstone verlangt dafür gar nichts.
- Inaktivitätsgebühr: Handelst du 24 Monate lang nicht, berechnet IG 14 € pro Monat. Im Vergleich ist das spät, ganz ohne Inaktivitätsgebühr kommen aber zum Beispiel XTB und CMC Markets aus.
- ProRealTime: Die Profi-Chartsoftware kostet 30 € im Monat. Handelst du mindestens viermal im Monat, entfällt die Gebühr.
- Garantierter Stop: Die Prämie hängt vom Markt ab, wird aber nur fällig, wenn der Stop tatsächlich ausgelöst wird. Wie hoch sie ist, siehst du vorab im Handelsticket.
Wenn du regelmäßig US-Werte handelst, rechne die 0,8 % Umrechnung immer mit ein. Bei vielen kleinen Trades fressen sie einen spürbaren Teil deiner Gewinne.
Ein- und Auszahlung bei IG
Einzahlen kannst du per Banküberweisung, Kreditkarte (Visa und Mastercard) und PayPal, Gebühren verlangt IG dafür nicht. Eine Überweisung braucht laut IG bis zu drei Werktage, per Karte und PayPal ist das Geld sofort auf dem Konto. PayPal kannst du allerdings erst nutzen, wenn dein Konto final freigeschaltet ist. Firmenkarten und Zahlungen von Dritten akzeptiert IG nicht.
IG zahlt grundsätzlich auf dem Weg aus, über den du eingezahlt hast. Hast du per Karte eingezahlt, geht das Geld bis zur Höhe der Einzahlung zurück auf die Karte, das dauert laut IG zwei bis fünf Werktage. Gewinne darüber hinaus kannst du auf dein Bankkonto auszahlen lassen.
Handelsangebot: Die meisten Aktien-CFDs im Test
Beim Handelsangebot holt IG die volle Punktzahl, zusammen mit CMC Markets. Bei Aktien-CFDs und Indizes hat IG sogar die meisten Werte im ganzen Vergleich. Diese CFDs kannst du handeln:
- rund 16.000 Aktien-CFDs
- 1.120 ETF-CFDs
- 98 Devisenpaare
- 82 Indizes
- 38 Rohstoffe
- 15 Kryptowährungen
- 14 Anleihen und 5 Zinsmärkte
Nur bei den Kryptowährungen ist das Angebot mit 15 Werten überschaubar. Capital.com kommt hier auf 174 Werte. Für die meisten Trader dürften Bitcoin, Ether und Co. aber reichen.
Spannend für Trader, die auch am Wochenende aktiv sind: IG bietet eigene Wochenendmärkte an, etwa einen Wochenend-DAX, Wochenend-Nasdaq und Wochenend-Wall-Street sowie EUR/USD und mehrere Kryptowährungen. So kannst du auf Nachrichten reagieren, bevor die Börsen am Montag öffnen. Die Kurse am Wochenende stellt IG selbst, sie können sich deutlich von den Eröffnungskursen am Montag unterscheiden.
Knock-outs, Optionen und Futures
Neben CFDs bietet IG in Deutschland weitere Hebelprodukte an. Das sind die wichtigsten:
- Turbo24: Knock-out-Zertifikate, die IG selbst herausgibt. Anders als CFDs sind sie echte Wertpapiere, die du fünf Tage die Woche rund um die Uhr handeln kannst. Über das Knock-out-Level legst du deinen Hebel und deinen maximalen Verlust selbst fest.
- Barriers und Optionen: Dafür hast du ein eigenes Konto. Neben dem Spread zahlst du eine Kommission von 0,1 der jeweiligen Handelswährung pro Kontrakt.
- Futures: Die Spreads sind breiter als bei den CFDs, dafür fällt keine separate Übernachtfinanzierung an.
In unsere CFD-Wertung fließen diese Produkte nicht ein. Wie Optionen grundsätzlich funktionieren, erklären wir dir im Ratgeber Optionen handeln.
Wichtig ist auch, was IG nicht anbietet: Echte Aktien, ETFs oder Sparpläne gibt es bei IG in Deutschland nicht. Auch der Bereich „Aktien“ auf der Website meint ausschließlich CFDs, Knock-outs und Barriers. Willst du langfristig Vermögen aufbauen, brauchst du also zusätzlich ein normales Depot. Passende Anbieter findest du im Depot-Vergleich.
Hebel und Profikonto
Den maximalen Hebel legt die europäische Regulierung fest. Als Privatkunde handelst du Hauptwährungspaare mit bis zu 1:30, wichtige Indizes mit 1:20, Aktien-CFDs mit 1:5 und Krypto-CFDs mit 1:2. Für erfahrene Trader gibt es ein Profikonto mit höheren Hebeln. Dafür musst du mindestens zwei von drei Kriterien zu Handelsvolumen, Vermögen und Berufserfahrung erfüllen und verzichtest auf Teile des Anlegerschutzes. Wie CFDs grundsätzlich funktionieren, erklären wir dir in unserem Ratgeber zum CFD-Trading.
Plattformen und Funktionen im Test
Bei den Funktionen erreicht IG die volle Punktzahl, genau wie Pepperstone, Capital.com und Blackbull Markets. Besonders ist bei IG die Bandbreite an Zugängen. Du kannst zwischen sieben Wegen wählen:
- IG-Handelsplattform: die eigene Plattform im Browser mit Charts, Indikatoren, Kursalarmen, Wirtschaftskalender und Nachrichten
- IG-App für iOS und Android
- MetaTrader 4 für Expert Advisors und eigene Indikatoren
- ProRealTime für fortgeschrittene Chartanalyse und automatisierte Strategien
- TradingView: Du verbindest dein IG-Konto und handelst direkt aus den TradingView-Charts
- L2 Dealer und API für den Direkthandel am Orderbuch und eigene Handelsprogramme
Diese Auswahl ist die größte Stärke von IG. Egal, ob du lieber mit TradingView, MetaTrader oder ProRealTime arbeitest, du musst dafür nicht den Broker wechseln. MetaTrader 5 und cTrader bietet IG allerdings nicht an. Wenn du darauf angewiesen bist, schau dir Pepperstone an.
Die eigene Plattform: mächtig, aber nicht selbsterklärend
Die IG-Handelsplattform ist auf Trader ausgelegt, nicht auf Einsteiger. Du richtest dir dein Dashboard selbst ein, öffnest Märkte in eigenen Fenstern mit Chart und Ordermaske nebeneinander und ziehst Stops und Limits einfach per Drag-and-drop im Chart. Ordertypen wie Limit, Stop, Trailing Stop und garantierter Stop sind vorhanden, dazu Kursalarme, Handelssignale und ein eigener Nachrichtenbereich.

Was mir im Test gut gefallen hat, sind die Recherche-Werkzeuge direkt in der Plattform. Zu jedem Markt zeigt IG das Kundensentiment, also wie viele IG-Kunden long oder short positioniert sind. Bei Aktien kommen Fundamentaldaten und Analystendaten von TipRanks dazu. Und im Stock Screener filterst du knapp 13.000 Aktien nach Kriterien wie Analystenkonsens, Kursziel, Dividendenrendite oder Insider-Signalen. Dazu kommen ein Wirtschaftskalender und ein Nachrichten-Feed.


Allerdings: Kommst du vom Neobroker, brauchst du einige Zeit, bis du dich zurechtfindest. Unser Tipp: 💡 Lass dir in den Einstellungen den Nominalwert deiner Positionen anzeigen. Sonst siehst du nur die hinterlegte Margin und unterschätzt schnell, wie groß deine Position tatsächlich ist. Ein Beispiel aus meinem Test: Für einen Kontrakt US Tech 100 verlangte IG gut 1.500 € Margin, die Position war aber über 30.000 € groß.
Wichtig zu wissen: Eröffnest du im selben Markt eine Gegenposition, schließt IG bei CFDs standardmäßig deine bestehende Position. Willst du beide parallel halten, musst du in der Ordermaske „Force Open“ wählen. Beides stellst du in den Handelseinstellungen ein.

Die App
Die IG-App bekommt in den Stores gute Noten: 4,5 Sterne im App Store und 4,2 Sterne bei Google Play. Du hast dort Charts, Watchlisten, Kursalarme und alle wichtigen Ordertypen. Für tiefere Analysen ist die Web-Plattform aber klar besser. Wie sich die App gegen andere schlägt, liest du in unserem Trading-App-Vergleich.
Demokonto: unbegrenzt und mit 30.000 € Spielgeld
Das Demokonto ist kostenlos und zeitlich nicht begrenzt. Du bekommst 30.000 € virtuelles Guthaben und Zugriff auf die Handelsplattform mit allen Märkten. In My IG findest du gleich drei getrennte Demokonten: eines für CFDs, eines für Barriers und Optionen und eines für Zertifikate. So kannst du jedes Produkt einzeln ausprobieren. Gerade bei IG würde ich das Demokonto unbedingt nutzen, bevor du echtes Geld einsetzt, denn die Plattform hat viele Stellschrauben. Wie sich IG gegen andere Demokonten schlägt, zeigen wir dir im Trading-Demokonto-Vergleich.

Was fehlt?
Für reine Trader nicht viel. MT5 und cTrader bietet IG nicht an, dazu fehlen echte Aktien, ETFs und Sparpläne. Am meisten stört mich aber die fehlende Abführung der Abgeltungsteuer, die schauen wir uns im Steuerteil genauer an.
Bewertungen von IG-Kunden: Was sagen Nutzer?
Ein Test zeigt dir, wie ein Broker auf dem Papier abschneidet. Wie es im Alltag läuft, wenn es mal hakt, erfährst du eher von anderen Kunden. Deshalb haben wir die Bewertungen auf den großen Plattformen ausgewertet (Stand: 2. Oktober 2026):
| Plattform | Bewertung | Anzahl Bewertungen |
|---|---|---|
| Trustpilot (international) | 3,7 von 5 | rund 10.000 |
| Apple App Store (Deutschland) | 4,5 von 5 | 2.537 |
| Google Play | 4,2 von 5 | rund 23.100 |
| Leserbewertungen auf finanzwissen.de | 88 % | 6 |
Auch bei IG fällt der Unterschied zwischen den App-Stores und Trustpilot auf. Auf Trustpilot ist das Bild zweigeteilt: 56 % der Bewertungen geben 5 Sterne, 19 % nur einen Stern.
Kunden loben vor allem freundliche und kompetente Mitarbeiter, die Zuverlässigkeit der Plattform und die Hilfe rund ums Konto. Unsere Leser heben zudem die große Auswahl an Märkten hervor.
Drei Kritikpunkte tauchen immer wieder auf:
- Wartezeiten: Einige Kunden berichten von langen Wartezeiten am Telefon und im Chat.
- Komplexität: Website und Plattform empfinden manche als unnötig kompliziert. Das deckt sich mit unserem Eindruck, dass IG eine gewisse Einarbeitung braucht.
- Auszahlungen und Prüfungen: Mehrere Nutzer schildern verzögerte Auszahlungen und langwierige Verifizierungen.
Unsere Einordnung: Verzögerte Auszahlungen hängen häufig mit Pflichtprüfungen zur Geldwäschebekämpfung zusammen, die jeder Broker durchführen muss. Einzelfälle können wir allerdings nicht beurteilen. Die Kritik an der Komplexität teilen wir dagegen. IG ist eine Plattform für Trader, die bereit sind, sich einzuarbeiten. Hinweise auf unseriöses Verhalten haben wir nicht gefunden. Mit einer deutschen GmbH unter BaFin-Aufsicht und über 50 Jahren Firmengeschichte zählt IG zu den etabliertesten Adressen am Markt.
Wenn du selbst ein Konto bei IG hast, hilf anderen Anlegern bei der Entscheidung und schreib deine Erfahrungen auf. Alle Leserstimmen findest du gesammelt unter IG Erfahrungen.
Kundenservice bei IG
Beim Service holt IG die volle Punktzahl. Das schaffen im Vergleich nur vier von 14 Brokern. Der deutschsprachige Support ist von Montag bis Freitag zwischen 8:30 und 20:00 Uhr per Telefon erreichbar. Dazu kommen ein Live-Chat, E-Mail und sogar WhatsApp. Außerhalb dieser Zeiten hilft dir rund um die Uhr ein englischsprachiges Team weiter.
Dazu kommt die IG Academy mit Kursen zu den Grundlagen des Tradings, Webinaren und Marktanalysen. Gerade wenn du von einem Neobroker zu IG wechselst, lohnt sich ein Blick hinein, bevor du dein erstes echtes Geld einsetzt.
Ist IG seriös? Sicherheit und Regulierung
Ja, IG ist seriös. Hinter dem Broker steht ein börsennotierter Konzern mit über 50 Jahren Geschichte, und die IG Europe GmbH untersteht als deutsche Gesellschaft direkt der BaFin und der Bundesbank. In der Kategorie Sicherheit kommt IG auf 93,3 %, zusammen mit CMC Markets, Trading 212 und GBE Brokers der Bestwert im Vergleich.
Für dein Geld gelten drei Schutzebenen:
- Getrennte Kundengelder: IG verwahrt dein Geld getrennt vom Firmenvermögen auf Konten bei regulierten Banken oder in qualifizierten Geldmarktfonds. Für das eigene Geschäft darf IG es nicht verwenden.
- Einlagensicherung: Für Guthaben bei den Partnerbanken greift die Einlagensicherung bis 100.000 € pro Kunde.
- Anlegerentschädigung: Gerät IG selbst in Schieflage, sichert die Entschädigungseinrichtung der Wertpapierhandelsunternehmen (EdW) deine Ansprüche zu 90 % ab, maximal 20.000 €.
Dazu kommt der Negativsaldoschutz. Du kannst mit CFDs also nie mehr verlieren, als auf deinem Konto liegt. Bei der Zwei-Faktor-Authentifizierung setzt IG auf Authenticator-Apps wie Google oder Microsoft Authenticator. Sie ist allerdings nicht verpflichtend. 💡 Aktiviere sie direkt nach der Kontoeröffnung. Ein gehebeltes Trading-Konto ohne zweiten Faktor ist ein unnötiges Risiko.
Wichtig ist der Unterschied zu einem normalen Depot: Bei CFDs, Knock-outs und Optionen ist IG dein Vertragspartner bzw. Emittent. Das ist bei jedem CFD-Broker so und genau der Grund, warum Regulierung und Anlegerentschädigung hier so wichtig sind.
Handelsbedingungen und Risikomanagement
Mit 93,9 % erreicht IG in dieser Kategorie den Bestwert im ganzen Vergleich. Das sind die Gründe:
- Garantierter Stop-Loss: Einen normalen Stop führt der Broker bei Kurslücken zum nächsten verfügbaren Kurs aus, das kann deutlich schlechter sein als geplant. Der garantierte Stop schließt deine Position exakt zu deinem Kurs, die Prämie zahlst du nur, wenn er greift. Beim US Tech 100 zeigte mir das Ticket 2 Punkte Prämie an, bei einem Kontrakt also 2 €.
- Hybrides Ausführungsmodell: Grundsätzlich ist IG bei CFDs dein Handelspartner. Für Aktien und Forex kannst du aber per Direct Market Access direkt am Orderbuch handeln.
- Kleine Positionen: Viele Märkte handelst du ab 0,01 Kontrakten. Eine Mindesteinlage gibt es nicht, dein Konto läuft in Euro.

Punkte verliert IG beim hybriden Ausführungsmodell, die volle Punktzahl gibt es nur für reine STP/ECN-Broker, und bei der Verlustquote: 72 % der Kleinanlegerkonten verlieren laut IG beim CFD-Handel Geld. Das liegt im Mittelfeld des Vergleichs, bei eToro sind es 51 %, bei XTB 77 %.
Aber im Ernst: Die 72 % solltest du nicht als Randnotiz lesen. Sie zeigen, dass die meisten Privatanleger mit CFDs auf Dauer Geld verlieren, egal bei welchem Broker. Ein garantierter Stop schützt dich vor Kurslücken, nicht vor schlechten Trades. Wie du deine Positionsgrößen sinnvoll begrenzt, zeigen wir dir im Ratgeber zum Risikomanagement im Trading.
Steuern bei IG
IG ist nicht steuereinfach. Obwohl der Broker eine deutsche Gesellschaft ist, führt er weder Abgeltungsteuer noch Solidaritätszuschlag oder Kirchensteuer ab. Deine Gewinne und Verluste gibst du deshalb selbst in der Anlage KAP deiner Steuererklärung an.
Das ist für viele überraschend, denn gerade bei einem deutschen Broker erwarten die meisten den automatischen Steuerabzug. Im Vergleich führen nur CMC Markets, Pepperstone und Trading 212 die Steuer selbst ab. Wichtig ist bei IG deshalb, dass du über das Jahr genug Geld für die Steuernachzahlung zurücklegst. Verluste aus CFDs kannst du seit dem Jahressteuergesetz 2024 übrigens wieder ohne Obergrenze mit Gewinnen verrechnen.
Wenn du ohnehin jedes Jahr eine Steuererklärung abgibst, ist der Mehraufwand überschaubar. Willst du dich gar nicht um Steuern kümmern, ist CMC Markets mit ähnlich starkem Angebot die bequemere Wahl.
Vor- und Nachteile von IG
Unterm Strich überwiegen bei IG klar die Vorteile. Die Nachteile betreffen vor allem kostenbewusste Trader mit kleinen Positionen und alle, die sich nicht selbst um die Steuer kümmern wollen.
Vorteile von IG
- Deutsche GmbH unter Aufsicht von BaFin und Bundesbank
- Die meisten Aktien-CFDs (rund 16.000) und Indizes (82) im Test
- Sieben Zugänge, darunter MT4, ProRealTime, TradingView und API
- Garantierter Stop-Loss, Prämie nur bei Auslösung
- Wochenendhandel auf Indizes, Forex und Krypto
- Deutschsprachiger Telefon-Support, Live-Chat und WhatsApp
- Unbegrenztes Demokonto mit 30.000 € Spielgeld
Nachteile von IG
- Mindestkommission von 10 USD auf US-Aktien-CFDs
- Nasdaq-100-Spread ab 1,6 Punkten
- 0,8 % Währungsumrechnung
- Keine automatische Abführung der Abgeltungsteuer
- Keine echten Aktien, ETFs oder Sparpläne
Was kostet ein Trade bei IG? Drei Kostenbeispiele
Ein Mindestspread verrät dir noch nicht, was am Monatsende tatsächlich vom Konto abgeht. Deshalb haben wir für alle Broker aus unserem Vergleich dieselben drei Trader-Profile durchgerechnet. Berücksichtigt sind Spread, Kommission und Übernachtfinanzierung, nicht enthalten ist die Währungsumrechnung auf Gewinne und Verluste in US-Dollar. Beim Swing-Trader fehlen für einen Anbieter vollständige Daten, deshalb sind es dort 13 Broker.
| Profil | Annahme | Kosten pro Monat | Platz im Vergleich |
|---|---|---|---|
| Forex-Trader | 20 Trades EUR/USD pro Monat, je 10.000 €, intraday | 15,80 € | Platz 11 von 14 |
| Day-Trader Indizes | 60 Trades Nasdaq 100 pro Monat, je 10.000 €, intraday | 31,36 € | Platz 10 von 14 |
| Swing-Trader | je 4 Trades Microsoft und Nasdaq 100 pro Monat, je 5.000 €, 5 Nächte gehalten | 110,99 € | Platz 12 von 13 |
Die Tabelle zeigt, warum IG bei den Kosten Punkte liegen lässt. Beim Forex-Trader zahlst du mit 15,80 € fast doppelt so viel wie bei CMC Markets und ActivTrades (je 8,78 €). Der Grund ist der EUR/USD-Spread von 0,9 Pips, CMC Markets und ActivTrades starten bei 0,5 Pips. Beim Day-Trader machen die 1,6 Punkte Spread auf den Nasdaq 100 den Unterschied: 31,36 € statt 19,60 € bei CMC Markets, Pepperstone oder XTB.
Am deutlichsten wird es beim Swing-Trader. Allein die Kommission auf die vier Microsoft-Trades macht rund 70 € aus, weil bei 5.000 € pro Order die Mindestgebühr von 10 USD je Seite greift. Dazu kommen knapp 38 € Übernachtfinanzierung und rund 3 € Spread, macht zusammen 110,99 €. ActivTrades (39,01 €) und Pepperstone (39,65 €) sind hier deutlich günstiger. Handelst du größere Positionen oder vor allem deutsche Aktien-CFDs, sieht die Rechnung für IG besser aus.
Für wen lohnt sich IG?
IG passt zu dir, wenn du Auswahl und Sicherheit über den letzten Cent bei den Kosten stellst. Du bekommst die meisten Aktien-CFDs und Indizes im Test, eine deutsche GmbH unter BaFin-Aufsicht, einen garantierten Stop-Loss und freie Wahl zwischen MetaTrader 4, ProRealTime, TradingView und API. Gerade erfahrene Trader, die mehrere Tools parallel nutzen oder auch am Wochenende handeln wollen, finden kaum einen vollständigeren Broker.
Weniger geeignet ist IG, wenn du mit kleinen Positionen auf US-Aktien handelst oder vor allem auf niedrige Spreads achtest. Dann fährst du mit Pepperstone oder ActivTrades günstiger. Willst du dich nicht selbst um die Steuer kümmern, ist CMC Markets die bessere Wahl. Und suchst du einen Broker für Trading und langfristiges Investieren in einem, ist XTB mit echten Aktien und ETFs eine Alternative. Weitere Optionen haben wir dir in unseren IG-Alternativen zusammengestellt.
Fazit zu unserem IG Test
IG ist einer der vollständigsten CFD-Broker am Markt. Mit 94,8 % und Platz 2 von 14 im CFD-Broker-Vergleich fehlt nur gut ein Prozentpunkt auf den Testsieger CMC Markets. Was uns besonders gut gefällt: das riesige Handelsangebot mit den meisten Aktien-CFDs im Test, die freie Plattformwahl, der garantierte Stop-Loss und die deutsche Regulierung.
Ganz nach oben reicht es trotzdem nicht. In der Kostenwertung landet IG nur im Mittelfeld, in unseren drei Kostenbeispielen sogar im hinteren Drittel. Dazu kommt die fehlende Steuerabführung, die bei einem deutschen Broker nicht jeder erwartet.
Aus meiner Sicht ist IG vor allem dann eine sehr gute Wahl, wenn du ernsthaft tradest, mehrere Tools nutzt und Wert auf Absicherung legst. Teste die Plattform am besten erst im Demokonto. Kommst du mit ihr zurecht und sind dir die Kosten etwas mehr Auswahl und Sicherheit wert, gibt es wenig, was gegen IG spricht.
Wie ist deine Meinung zu IG? Schreib mir gerne einen Kommentar oder teile deine Erfahrungen mit IG.
Häufige Fragen zu IG
Ist IG seriös?
Ja. Deutsche Kunden betreut die IG Europe GmbH mit Sitz in Frankfurt, die direkt der BaFin und der Bundesbank untersteht. Die Muttergesellschaft IG Group wurde 1974 gegründet und ist an der Londoner Börse notiert.
Ist IG dasselbe wie IG Markets?
Ja. IG Markets ist der frühere Name des Brokers. Heute tritt das Unternehmen nur noch als IG auf, in Deutschland über die IG Europe GmbH.
Ist mein Geld bei IG sicher?
IG verwahrt Kundengelder getrennt vom Firmenvermögen bei regulierten Banken oder in qualifizierten Geldmarktfonds. Für Guthaben bei den Partnerbanken greift die Einlagensicherung bis 100.000 €. Zusätzlich sichert die Entschädigungseinrichtung EdW Ansprüche zu 90 % bis maximal 20.000 € ab.
Welche Gebühren verlangt IG?
Konto, Ein- und Auszahlungen sind kostenlos. Bei den meisten CFDs zahlst du nur den Spread, zum Beispiel ab 0,9 Pips bei EUR/USD. Aktien-CFDs kosten eine Kommission: 0,05 % mit mindestens 5 € bei deutschen und 2 US-Cent je Aktie mit mindestens 10 USD bei US-Aktien. Für Fremdwährungen fallen 0,8 % Umrechnungsgebühr an.
Gibt es bei IG eine Inaktivitätsgebühr?
Ja, aber erst spät. Handelst du 24 Monate lang nicht, berechnet IG 14 € pro Monat.
Kann ich bei IG echte Aktien und ETFs kaufen?
Nein. IG bietet in Deutschland nur Hebelprodukte an, also CFDs, Knock-outs, Optionen und Futures. Für echte Aktien, ETFs und Sparpläne brauchst du ein separates Depot.
Muss ich bei IG eine Steuererklärung machen?
Ja. IG führt keine Abgeltungsteuer ab, obwohl der Broker eine deutsche Gesellschaft ist. Deine Gewinne und Verluste gibst du selbst in der Anlage KAP an.
Bietet IG einen garantierten Stop-Loss?
Ja. Ein garantierter Stop schließt deine Position exakt zu deinem Kurs, auch bei Kurslücken. Die Prämie hängt vom Markt ab und wird nur fällig, wenn der Stop ausgelöst wird.
Gibt es bei IG ein Demokonto?
Ja. Das Demokonto ist kostenlos, zeitlich unbegrenzt und mit 30.000 € virtuellem Guthaben ausgestattet.
