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Daytrading lernen: So funktioniert der Handel innerhalb eines Tages

Lesezeit 15 min.

Lektoriert vonDennis Groß
Überprüft durchChristian Musanke
Trading
Teil des Handbuchs
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Wie Daytrading funktioniert, welche Strategien und Märkte sich eignen, was der Handel kostet und wie viele Daytrader am Ende tatsächlich Geld verdienen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Beim Daytrading eröffnest und schließt du jede Position am selben Handelstag. Über Nacht hältst du nichts, damit fallen Kurslücken und Haltekosten weg.
  • Die meisten Daytrader verlieren Geld. In einer großen Studie aus Brasilien lagen 97 % der Daytrader, die länger als 300 Tage durchhielten, im Minus.
  • Die Kosten summieren sich schnell: In unserem Daytrader-Profil mit 60 Trades im Monat zahlst du bei CFD-Brokern zwischen 19,60 € und 42 €, mit echten Aktien beim Neobroker allein 120 € Ordergebühren.
  • Gängige Strategien sind Trendfolge, Breakout, Pullback und News-Trading. Ohne Stop-Loss und festes Risiko pro Trade funktioniert keine davon.
  • Starte im Demokonto und handle dort mehrere Wochen, bevor du echtes Geld einsetzt. Die passenden Anbieter findest du in unserem Demokonto-Vergleich.

Daytrading hat einen Ruf, der irgendwo zwischen Traumberuf und Spielhalle liegt. In Social Media sieht es aus wie ein Job mit drei Monitoren und viel Freizeit. Die Zahlen aus der Forschung erzählen eine andere Geschichte, und zwar eine ziemlich eindeutige.

Für unseren CFD-Broker-Vergleich haben wir die Kosten eines typischen Daytraders bei 13 Brokern durchgerechnet. Diese Zahlen findest du hier wieder, dazu die gängigen Strategien, die besten Märkte und Handelszeiten und die Frage, wie viele Daytrader am Ende tatsächlich Geld verdienen. Danach kannst du einschätzen, ob du Daytrading lernen willst oder dein Geld besser anders anlegst.

Was ist Daytrading?

Beim Daytrading kaufst und verkaufst du Wertpapiere, Devisen oder Derivate innerhalb eines Handelstages. Spätestens zum Handelsschluss ist jede Position geschlossen. Manche Trades dauern Stunden, viele nur wenige Minuten. Ziel ist es, kleine Kursbewegungen auszunutzen, die sich über viele Trades zu einem Gewinn summieren sollen.

Dass Daytrader nichts über Nacht halten, hat zwei handfeste Gründe. Erstens vermeidest du Kurslücken: Meldet ein Unternehmen nach Börsenschluss schwache Zahlen, kann die Aktie am nächsten Morgen 10 % tiefer eröffnen, und dein Stop-Loss greift erst dort. Zweitens sparst du bei Hebelprodukten wie CFDs die Haltekosten über Nacht, die bei Index-CFDs in unserem Test zwischen rund 5,5 und 9,3 % pro Jahr lagen.

Vom Daytrading abzugrenzen sind drei verwandte Stile, die sich vor allem in der Haltedauer unterscheiden:

Trading-StilHaltedauerTrades pro TagZeitaufwand
ScalpingSekunden bis wenige Minutenoft 20 und mehrVolle Konzentration während der Handelszeit
DaytradingMinuten bis Stunden, nie über Nachtmeist 1 bis 10Mehrere Stunden am Tag
Swing-TradingTage bis wenige Wochenwenige pro WocheRund eine Stunde am Tag
PositionstradingWochen bis Monatewenige pro MonatGering, Analyse am Wochenende reicht oft

Für Berufstätige ist das Swing-Trading oft die realistischere Wahl. Daytrading verlangt, dass du zu festen Zeiten am Bildschirm sitzt, und genau das scheitert bei den meisten am Alltag.

So funktioniert Daytrading in der Praxis

Ein Handelstag folgt bei den meisten Daytradern einem festen Ablauf. Je klarer der ist, desto weniger entscheidest du aus dem Bauch heraus:

  1. Vorbereitung: Vor Handelsbeginn prüfst du den Wirtschaftskalender und die Nachrichtenlage und legst fest, welche drei bis fünf Märkte du heute beobachtest.
  2. Setup definieren: Du notierst, bei welchem Kursniveau du einsteigst, wo dein Stop-Loss liegt und wo du Gewinne mitnimmst. Ohne diese drei Werte gibt es keinen Trade.
  3. Order platzieren: Einstieg, Stop-Loss und Kursziel gibst du in einem Schritt ins Orderticket ein. So kann dich eine plötzliche Bewegung nicht ohne Absicherung erwischen.
  4. Position managen: Läuft der Trade in deine Richtung, ziehst du den Stop nach. Läuft er gegen dich, greift der Stop. Den Stop nachträglich zu verschieben, ist der häufigste Anfängerfehler.
  5. Tagesende: Alle Positionen sind vor Handelsschluss geschlossen. Jeden Trade trägst du mit Einstieg, Ausstieg und Grund in dein Trading-Journal ein.

Das Journal klingt nach Bürokratie, ist aber das wichtigste Werkzeug, um besser zu werden. Nach 50 oder 100 Trades siehst du dort schwarz auf weiß, welche Setups funktionieren und zu welchen Uhrzeiten du regelmäßig Geld verlierst. Wie du dir dafür feste Regeln setzt, erklären wir im Ratgeber zu den Trading-Regeln.

Welche Märkte eignen sich für Daytrading?

Ein guter Daytrading-Markt braucht zwei Dinge: genug Liquidität, damit du jederzeit zu engen Spreads ein- und aussteigen kannst, und genug Volatilität, damit sich innerhalb eines Tages überhaupt etwas bewegt. Diese Märkte erfüllen beides:

  • Indizes: DAX, Nasdaq 100 und S&P 500 sind die beliebtesten Märkte für Daytrader. Die Spreads sind eng, und du handelst den ganzen Markt statt einer einzelnen Firma. Per CFD sind die großen Indizes fast rund um die Uhr handelbar.
  • Devisen: Währungspaare wie EUR/USD bewegen sich weniger stark, dafür ist der Markt von Sonntagabend bis Freitagabend durchgehend geöffnet. Wie der Devisenhandel funktioniert, erklären wir im Ratgeber zum Forex-Trading, die passenden Anbieter findest du im Forex-Broker-Vergleich.
  • Aktien: Für Daytrading taugen nur sehr liquide Werte wie die großen DAX- und US-Titel. Bei Nebenwerten frisst dir der Spread den Gewinn auf.
  • Rohstoffe: Gold und Öl reagieren stark auf Nachrichten und Konjunkturdaten. Das bringt Bewegung, aber auch plötzliche Sprünge.
  • Kryptowährungen: Bitcoin und Ether handelst du rund um die Uhr, auch am Wochenende. Die Schwankungen sind groß, und per CFD ist der Hebel auf 2:1 begrenzt.

Meine Empfehlung für den Anfang: Konzentriere dich auf einen einzigen Index, etwa den DAX oder den Nasdaq 100. Wer fünf Märkte gleichzeitig beobachtet, kennt am Ende keinen davon richtig.

Handelszeiten: Wann lohnt sich Daytrading?

Die meiste Bewegung gibt es kurz nach der Eröffnung und vor dem Handelsschluss. Für Trader in Deutschland sind vor allem zwei Zeitfenster interessant: die ersten ein bis zwei Stunden nach dem Xetra-Start und der Nachmittag ab 15:30 Uhr, wenn die US-Börsen öffnen und sich beide Märkte überschneiden.

Handelszeiten für Daytrading: Xetra, US-Börsen, Devisen und Krypto im Tagesverlauf
Die meiste Bewegung gibt es von 9 bis 11 Uhr und von 15:30 bis 17:30 Uhr, wenn Europa und die USA gleichzeitig handeln.
MarktHandelszeiten (deutsche Zeit)Hinweis
Xetra (Haupthandel)9:00 bis 17:30 UhrSeit Dezember 2025 bei teilnehmenden Brokern von 8:00 bis 22:00 Uhr, außerhalb des Haupthandels aber mit breiteren Spreads
NYSE und Nasdaq15:30 bis 22:00 UhrUm die Zeitumstellung herum verschiebt sich das für einige Tage um eine Stunde
DevisenSonntagabend bis Freitagabend durchgehendAm meisten Bewegung, wenn sich London und New York überschneiden
KryptowährungenRund um die Uhr, auch am WochenendeAm Wochenende oft dünner Handel

Vor- und nachbörslich sind die Spreads bei Aktien deutlich breiter. Für Daytrading eignen sich diese Randzeiten deshalb kaum, auch wenn dein Broker sie anbietet.

Die wichtigsten Daytrading-Strategien

Eine Daytrading-Strategie legt fest, wann du einsteigst, wo dein Stop liegt und wann du aussteigst. Die meisten beruhen auf der Chartanalyse, eine arbeitet mit Nachrichten. Diese fünf Ansätze solltest du kennen:

Trendfolge

Du handelst in Richtung des laufenden Trends: Steigt der Markt seit dem Morgen, suchst du nur Kaufgelegenheiten, fällt er, nur Short-Einstiege. Gleitende Durchschnitte oder Trendlinien helfen dir, den Trend zu erkennen. Der Ansatz ist simpel und für Einsteiger gut geeignet, liefert in Seitwärtsphasen aber viele Fehlsignale.

Breakout

Beim Breakout wartest du darauf, dass der Kurs eine wichtige Marke durchbricht, etwa das Hoch der ersten Handelsstunde. Bricht er aus, steigst du in Ausbruchsrichtung ein, der Stop liegt knapp hinter der durchbrochenen Marke. Das Problem sind Fehlausbrüche, die sofort wieder zurückfallen. Mehr dazu liest du im Ratgeber zum Breakout-Trading.

Pullback

Statt dem Ausbruch hinterherzulaufen, wartest du beim Pullback auf eine Gegenbewegung innerhalb eines Trends. Läuft der DAX am Vormittag hoch und kommt dann an eine Unterstützung zurück, kaufst du dort mit engem Stop darunter. Hält die Unterstützung nicht, ist der Trade schnell beendet und der Verlust klein.

News-Trading

Beim News-Trading handelst du die Kursreaktion auf wichtige Termine. Die bekanntesten stehen in jedem Wirtschaftskalender: der US-Arbeitsmarktbericht, meist am ersten Freitag im Monat um 14:30 Uhr, die Zinsentscheide der EZB um 14:15 Uhr und die der US-Notenbank Fed in der Regel um 20:00 Uhr. Dazu kommen Quartalszahlen einzelner Unternehmen.

In den Sekunden nach einer Veröffentlichung springen die Kurse, die Spreads werden breiter, und Stop-Orders werden oft deutlich schlechter ausgeführt als geplant. Gegen Handelsalgorithmen, die eine Meldung in Millisekunden auswerten, kommst du per Mausklick nicht an. Als Einsteiger würde ich News-Trading deshalb meiden und offene Positionen vor großen Terminen eher schließen. Den Wirtschaftskalender solltest du trotzdem jeden Morgen prüfen, gerade damit dich ein Termin nicht kalt erwischt.

Volumen-Trading

Das Handelsvolumen zeigt, wie viel Geld hinter einer Bewegung steckt. Ein Ausbruch mit stark steigendem Volumen ist belastbarer als einer, bei dem kaum gehandelt wird. Viele Daytrader nutzen das Volumen deshalb als Filter für ihre Breakout- und Trend-Setups. Wie das konkret aussieht, erklären wir im Ratgeber zum Volumen-Trading.

Egal für welche Strategie du dich entscheidest: Bleib anfangs bei einer einzigen und handle sie so lange, bis du ihre Stärken und Schwächen kennst. Einen Überblick über Candlestick-Muster und die wichtigsten Trading-Indikatoren findest du in unseren Ratgebern.

Womit handelst du beim Daytrading?

Daytrading funktioniert mit echten Aktien, die meisten Privatanleger nutzen aber Derivate. Damit setzt du auch auf fallende Kurse und kommst mit weniger Kapital aus. Die wichtigsten Instrumente im Vergleich:

InstrumentAuf fallende Kurse setzenHebel für PrivatanlegerTypische Kosten
Aktien und ETFsKaum möglichKeinerOrdergebühr je Kauf und Verkauf plus Spread
CFDsJaBis 30:1, bei Indizes bis 20:1Spread, bei Aktien-CFDs teils Kommission
FuturesJaÜber die Margin, oft deutlich höherKommission je Kontrakt, Börsengebühren
Optionsscheine und Knock-outsJaJe nach Produkt sehr hochSpread des Emittenten, Ordergebühr

Für Einsteiger mit kleinem Konto sind CFDs auf Indizes am einfachsten: Du kannst Positionen in sehr kleinen Schritten eröffnen und brauchst keinen Terminbörsenzugang. Der Hebel ist dabei Fluch und Segen zugleich. Wie Margin, Hebel und Glattstellung zusammenhängen, haben wir in unserem Ratgeber zum CFD-Trading mit einem Rechenbeispiel erklärt.

Was kostet Daytrading?

Beim Daytrading zahlst du bei jedem Trade, und zwar beim Einstieg und beim Ausstieg. Was beim einzelnen Trade nach Kleingeld aussieht, wird bei 60 Trades im Monat zum festen Posten. Für unseren CFD-Broker-Vergleich haben wir deshalb ein Daytrader-Profil durchgerechnet: 60 Round-Turns im Monat auf den Nasdaq 100 mit je 10.000 € Positionsgröße, alle innerhalb eines Tages geschlossen.

BrokerKosten pro MonatKosten pro Jahr
Pepperstone19,60 €235,20 €
CMC Markets19,60 €235,20 €
XTB19,60 €235,20 €
IG31,36 €376,32 €
eToro42,00 €504,00 €

Zwischen dem günstigsten und dem teuersten Broker liegen in diesem Profil rund 270 € im Jahr. ActivTrades wäre auf dem Papier mit 7,84 € im Monat noch günstiger. Der beworbene Spread von 0,4 Punkten lag bei unseren Abrufen allerdings bei 1,5 bis 2 Punkten, deshalb würde ich mit diesem Wert nicht planen.

Mit echten Aktien sieht die Rechnung anders aus. Bei Neobrokern wie Trade Republic zahlst du 1 € je Order, also 2 € pro Round-Turn. Bei 60 Trades im Monat sind das allein 120 € Ordergebühren, dazu kommt der Spread. Hast du 5.000 € auf dem Konto, musst du jeden Monat 2,4 % Rendite erwirtschaften, nur um die Gebühren zu decken. Welche Neobroker es gibt, zeigt unser Neobroker-Vergleich.

Nicht in diesen Zahlen enthalten sind Kosten für Echtzeitkurse, Chartsoftware oder Nachrichtendienste. Für den Anfang brauchst du davon nichts, die Plattformen der großen Broker bringen Charts und Kurse kostenlos mit.

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77% der Kleinanlegerkonten verlieren Geld beim CFD-Handel mit diesem Anbieter.

Wie viele Daytrader verdienen Geld?

Kurz gesagt: sehr wenige. Zwei große Studien haben das Verhalten echter Daytrader über Jahre ausgewertet.

  • Brasilien: Drei brasilianische Ökonomen haben alle 19.646 Personen untersucht, die zwischen 2013 und 2015 mit dem Daytrading auf Mini-Futures auf den Leitindex Ibovespa begonnen haben. Von den 1.551, die länger als 300 Tage dabeiblieben, verloren 97 % Geld. Nur 1,1 % verdienten mehr als den brasilianischen Mindestlohn.
  • Taiwan: Eine Auswertung aller Daytrader an der Börse in Taipeh von 1992 bis 2006 kommt zu einem ähnlichen Ergebnis. Von rund 360.000 Daytradern waren nur etwa 1.000, also weniger als 1 %, nach Kosten verlässlich profitabel.
Studie aus Brasilien: Nur 17 von 19.646 Daytradern verdienten mehr als den Mindestlohn
Von 19.646 Einsteigern hielten 1.551 länger als 300 Tage durch, nur 17 davon verdienten mehr als den brasilianischen Mindestlohn.

Die Verlustquoten, die CFD-Broker in der EU offenlegen müssen, passen ins Bild. In unserem Vergleich verlieren je nach Anbieter zwischen 51 % und 83 % der Kleinanlegerkonten Geld.

Woran es liegt, ist gut erforscht. Die Kosten fallen bei jedem Trade an, egal ob er aufgeht. Dazu kommen typische Fehler: Verluste laufen lassen in der Hoffnung, dass der Kurs zurückkommt, Gewinne zu früh mitnehmen und nach einem schlechten Trade sofort den nächsten eröffnen, um das Minus aufzuholen. Und auf der anderen Seite sitzen Profis mit schnelleren Systemen und besseren Daten.

Heißt das, du solltest die Finger davon lassen? Wenn du einen Weg suchst, langfristig Vermögen aufzubauen: ja. Wenn dich die Märkte interessieren und du bereit bist, Lehrgeld zu zahlen, das du verkraften kannst, ist Daytrading ein legitimes Hobby. Nur solltest du es nicht mit einem Nebenverdienst verwechseln.

Risikomanagement: So begrenzt du deine Verluste

Ob du als Daytrader überlebst, entscheidet weniger deine Strategie als dein Umgang mit Verlusten. Diese Regeln haben sich bewährt:

  • 1-Prozent-Regel: Riskiere pro Trade höchstens 1 % deines Kontos. Bei 5.000 € sind das 50 €. Liegt dein Stop 25 Punkte vom Einstieg entfernt, darf deine Position also höchstens 2 € pro Punkt groß sein.
  • Stop-Loss bei jedem Trade: Den Stop legst du vor dem Einstieg fest und verschiebst ihn nie gegen dich.
  • Tageslimit: Hast du an einem Tag 3 % deines Kontos verloren, ist für heute Schluss. Das schützt dich vor Rachetrades.
  • Hebel klein halten: Nur weil dein Broker 20:1 erlaubt, musst du ihn nicht ausreizen. Die Positionsgröße ergibt sich aus deinem Stop und der 1-Prozent-Regel, nicht aus der verfügbaren Margin.

Mehr zu Positionsgrößen und Stop-Strategien liest du in unserem Ratgeber zum Risikomanagement im Trading.

Risikohinweis: CFDs und andere Hebelprodukte sind komplexe Instrumente und gehen wegen der Hebelwirkung mit dem hohen Risiko einher, schnell Geld zu verlieren. Überlege dir, ob du verstehst, wie diese Produkte funktionieren, und ob du es dir leisten kannst, dein Geld zu verlieren.

Wie wird Daytrading versteuert?

Für Privatanleger in Deutschland sind Gewinne aus dem Daytrading ganz normale Kapitalerträge. Du zahlst darauf 25 % Abgeltungsteuer plus Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer. Der Sparerpauschbetrag von 1.000 € pro Person (2.000 € bei Ehepaaren) bleibt steuerfrei.

Bei den Verlusten kommt es auf das Instrument an. Verluste aus Aktien darfst du nur mit Gewinnen aus Aktien verrechnen. Ob diese Sonderregel verfassungsgemäß ist, prüft das Bundesverfassungsgericht seit einer Vorlage des Bundesfinanzhofs, eine Entscheidung ist für 2026 angekündigt. Verluste aus Termingeschäften wie CFDs und Futures kannst du dagegen seit dem Jahressteuergesetz 2024 wieder unbegrenzt mit anderen Kapitalerträgen verrechnen. Wie die Verlusttöpfe funktionieren, erklären wir im Ratgeber zu den Verlusttöpfen.

Praktisch wichtig: Deutsche Broker führen die Steuer automatisch ab. Handelst du bei einem ausländischen Anbieter, trägst du deine Gewinne und Verluste selbst in die Anlage KAP ein. Bei mehreren hundert Trades im Jahr solltest du darauf achten, dass dein Broker eine saubere Jahresübersicht liefert.

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Daytrading lernen: So startest du

Wenn du es trotz allem versuchen willst, geh in dieser Reihenfolge vor:

  1. Grundlagen lernen: Arbeite dich in Chartanalyse, Candlesticks und Risikomanagement ein. Einen guten Einstieg bietet unser Ratgeber Trading lernen.
  2. Eine Strategie festlegen: Schreib auf, welchen Markt du zu welcher Uhrzeit mit welchem Setup handelst. Ohne schriftliche Regeln entscheidest du am Ende doch aus dem Bauch.
  3. Im Demokonto üben: Handle mindestens vier bis acht Wochen mit Spielgeld und führe dabei dein Journal wie mit echtem Geld. Wie das geht, liest du im Ratgeber zum Paper-Trading. Die realistischsten Demokonten zeigt unser Demokonto-Vergleich.
  4. Broker wählen: Achte auf enge Spreads für deinen Markt, eine schnelle Plattform und eine Regulierung in der EU. Welche Broker für Daytrader am besten passen, zeigen wir in einem eigenen Daytrading-Broker-Vergleich.
  5. Klein anfangen: Starte mit der kleinsten möglichen Positionsgröße und erhöhe sie erst, wenn du über mehrere Monate im Plus liegst.
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Daytrading-Kurse und Coachings: Worauf du achten solltest

Wer nach „Daytrading lernen“ sucht, landet schnell bei Kursen, Ausbildungen und Signal-Gruppen. Manche davon vermitteln solides Handwerk, viele verkaufen vor allem einen Lebensstil. Ich bin bei Angeboten skeptisch, die feste Monatsrenditen versprechen oder mit Luxusautos werben. Wer zuverlässig vom Trading lebt, muss in der Regel keine Kurse verkaufen.

Die Grundlagen bekommst du kostenlos: aus guten Büchern, aus den Lernbereichen der großen Broker und aus deinem eigenen Journal im Demokonto. Geld für einen Kurs würde ich frühestens ausgeben, wenn du weißt, welche Lücke er schließen soll.

Diese Broker eignen sich für Daytrader

In unserem CFD-Broker-Vergleich sind diese drei Anbieter beim Daytrading auf den Nasdaq 100 am günstigsten. Unsere Empfehlung für Daytrader ist Pepperstone mit der größten Plattformauswahl, gleich günstig sind CMC Markets und XTB.

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  • Kombination mit Trading-Software möglich
  • Führt Steuern für Gewinne automatisch ab
  • Gutes Angebot an handelbaren CFDs

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Fazit: Für wen lohnt sich Daytrading?

Daytrading ist die anspruchsvollste Form des Tradings. Du brauchst Zeit, eine klare Strategie, eiserne Disziplin beim Stop-Loss und genug Kapital, um eine längere Verlustphase zu überstehen. Selbst dann zeigen die Studien aus Brasilien und Taiwan, dass nur ein kleiner Bruchteil der Daytrader dauerhaft Geld verdient.

Für den Vermögensaufbau ist Daytrading aus meiner Sicht der falsche Weg. Dafür ist ein breit gestreuter ETF-Sparplan deutlich besser geeignet. Reizt dich der kurzfristige Handel trotzdem, behandle ihn wie ein Hobby mit festem Budget: erst Demokonto, dann kleine Positionen, und jeden Trade ins Journal. Nach ein paar Monaten weißt du, ob es dir liegt, ohne dass es dich viel gekostet hat.

Unsere Inhalte stellen keine Empfehlung zum Kaufen, Halten oder Verkaufen von Finanzprodukten dar.

Häufige Fragen zum Daytrading

Was ist Daytrading?

Beim Daytrading eröffnest und schließt du alle Positionen am selben Handelstag. Ziel ist es, kleine Kursbewegungen auszunutzen. Über Nacht hältst du keine Positionen, damit vermeidest du Kurslücken und Haltekosten.

Wie viel Startkapital brauche ich für Daytrading?

Eine gesetzliche Mindestsumme gibt es in Deutschland nicht, viele CFD-Broker verlangen keine Mindesteinzahlung. Sinnvoll sind trotzdem einige tausend Euro: Mit 5.000 € und der 1-Prozent-Regel riskierst du 50 € pro Trade, das lässt genug Spielraum für einen sinnvoll gesetzten Stop-Loss.

Kann man vom Daytrading leben?

Nur sehr wenige schaffen das. In einer Studie mit über 19.000 Daytradern aus Brasilien verdienten nur 1,1 % derjenigen, die länger als 300 Tage handelten, mehr als den Mindestlohn. Plane Daytrading deshalb nicht als Einkommensquelle.

Ist Daytrading legal?

Ja. Daytrading ist in Deutschland legal und für Privatanleger nicht an eine Lizenz gebunden. Wichtig ist, dass dein Broker in der EU reguliert ist. Gewinne versteuerst du als Kapitalerträge mit der Abgeltungsteuer.

Welcher Markt eignet sich für Daytrading-Anfänger?

Für den Einstieg eignen sich große Indizes wie DAX oder Nasdaq 100. Die Spreads sind eng, die Märkte sind sehr liquide, und du musst keine einzelnen Unternehmen analysieren. Konzentriere dich anfangs auf einen einzigen Markt.

Was ist der Unterschied zwischen Daytrading und Scalping?

Scalping ist eine besonders kurzfristige Form des Daytradings. Scalper halten Positionen nur Sekunden bis wenige Minuten und handeln oft 20 Mal am Tag oder häufiger. Daytrader halten Positionen meist länger, schließen sie aber ebenfalls vor Handelsschluss.

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Sebastian Rau
Sebastian Rau
Gründer
Über den Autor
Ich bin Sebastian, einer der Gründer von Finanzwissen. Mein ersten Aktien und ETFs habe ich bereits 2015 gekauft. 2016 bin ich in den Krypto-Markt eingestiegen. Bis heute investiere ich in Aktien, ETFs, Kryptowährungen und Immobilien. Als Prozessmanager in einer deutschen Großbank habe ich einen tiefen Einblick in die Abläufe und Prozesse, sodass ich gerne unterschiedliche Produkte teste und meine Erfahrungen mit euch teile.

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