
1,7 Girokonten hat ein Deutscher im Durchschnitt, und 44 Prozent wählen die Sparkasse. Doch was kann ein Girokonto und was soll es bieten? Welche Arten von Girokonten gibt es?
In diesem Artikel beantworten wir deine wichtigsten Fragen rund um das Girokonto.
Girokonto: Das Wichtigste in Kürze
- Ein Girokonto ist die Grundlage für die Teilhabe am täglichen Zahlungsverkehr.
- Zu den wichtigsten Funktionen gehören Überweisungen, Daueraufträge, Bargeldabhebungen und Lastschriftverfahren.
- Hast du einen Dispokredit, kannst du bis zu deinem Verfügungsrahmen ins Minus gehen.
- Zu den Standardkarten zum Girokonto gehören die Debitkarte oder die Girocard. Bei vorhandener Bonität bieten manche Girokonten auch Kreditkarten.
- Einen umfangreichen Test der besten Anbieter findest du in unserem Girokonten-Vergleich.
Was ist ein Girokonto? Dein Konto für den Alltag
Das Girokonto ist deine Grundlage für Banking und den täglichen Zahlungsverkehr. Egal, ob Überweisung, Bargeldabhebung oder Onlinebanking – ein Girokonto ermöglicht dir die Abwicklung von grundlegenden Bankgeschäften. Zusätzlich solltest du darauf achten, dass du auch Bargeld einzahlen kannst.
Ist Girokonto das Gleiche wie Gehaltskonto?
Das Gehaltskonto ist das Girokonto, auf das dein Gehalt fließt. Du kannst jedes Girokonto als Gehaltskonto nutzen. Umgekehrt ist nicht jedes Girokonto ein Gehaltskonto, da auch Menschen ohne Gehalt wie Selbstständige, Rentner und Studenten ein Girokonto besitzen.
- Sehr gutes Girokonto
- Kostenlos ab 700 € Geldeingang
- Hervorragende Visa Debitcard

In dem nachfolgenden Abschnitt zu den Girokontofunktionen zeigen wir dir im Detail, was ein Girokonto können muss und welche Aufgaben damit erledigt werden können.
Warum heißt es Girokonto?
Der Begriff „Giro“ stammt also aus dem Italienischen und lässt sich mit „Drehung“ oder "eine Runde drehen" übersetzen. Auf einem Girokonto bewegt sich tatsächlich dein Geld: Zahlungseingänge kommen rein, Ausgaben gehen raus.
Was kann ein Girokonto? Alle Funktionen im Überblick
Die wichtigsten Girokontofunktionen umfassen:
SEPA-Überweisung
Eine der wichtigsten Girokonto Funktionen ist die Möglichkeit, Geld von deinem Konto auf ein anderes Konto (=Zahlungsempfänger) zu transferieren. Dies erfolgt mithilfe einer SEPA-Überweisung oder einer SEPA-Echtzeitüberweisung.
Transaktionen (SEPA-Lastschrift und SEPA-Dauerauftrag)
Zu dem bargeldlosen Zahlungsverkehr zählen neben der klassischen Überweisung auch die Möglichkeit des Dauerauftrags sowie die Bezahlung via Lastschrift.
Kartenzahlungen
Wenn du ein Girokonto eröffnest, erhältst du eine Girokarte oder eine Debitkarte. Bei vorhandener Bonität vergeben einige Banken auf Wunsch eine Kreditkarte. Manche Banken vergeben zum Girokonto eine kostenlose Kreditkarte. Bei anderen Banken zahlst du eine Gebühr für die Bereitstellung.
Girokonto Funktionen: Bargeld abheben
Mit deiner Girokarte kannst du an den Bankautomaten deiner gewählten Bank Bargeld abheben. Viele Banken sind in einem Verbund, um ihren Kunden günstige Konditionen für Bargeldabhebungen zu ermöglichen. Bekannte Gruppen sind die Cash Group und der CashPool.
Online-Banking
Überweisen, Lastschriften einrichten und deinen Kontostand checken: Dies und mehr kannst du online im Browser oder über die App deiner Bank mit dem Online-Bank.
Zinsen
Girokontozinsen liegen meist unter 1 Prozent pro Jahr und sind somit kaum erwähnenswert. Willst du Zinsen auf deinem Notgroschen, eignet sich eher ein Tagesgeldkonto.
Dispokredit
Hast du einen Dispositionskredit, kannst dein Konto überziehen, zahlst hierfür jedoch hohe Zinsen. Üblich sind 8 bis 12 Prozent pro Jahr.
Konto wechseln oder auflösen
Bist du unzufrieden mit deinem Bankkonto und überlegst, das Konto zu wechseln oder zu kündigen? Wir haben für dich zwei separate Ratgeber erstellt, in denen du erfährst, wie eine Kontowechselhilfe funktioniert und wie du dein Girokonto kündigst.
Welche Arten von Girokonten gibt es?
Kinderkonto
Einige Banken ermöglichen auch Minderjährigen, Konten zu eröffnen. Dafür benötigen sie jedoch die Erlaubnis der Erziehungsberechtigten.
Das Girokonto unter 18 Jahren kommt zudem ohne einen Dispokredit, da Kinder sich nicht verschulden dürfen. In unserem Vergleich der Kinderkonten stellen wir die besten Girokonten für Kinder und Jugendliche vor.
- Kostenloses Tagesgeldkonto
- 4 % für Neukunden
- 2 % für Bestandskunden

Ab wann du ein Girokonto eröffnen kannst
Laut Paragraph §106 BGB sind Kinder in Deutschland ab dem 7. Lebensjahr die beschränkt geschäftsfähig. Oftmals erlauben Banken ab diesem Zeitpunkt die Eröffnung eines Giro- bzw. Taschengeldkontos.
Girokonto für Studenten und Auszubildende
Girokonten für Studenten und Auszubildende bleiben unter einem Mindestalter (oft 28 oder 30) kostenlos. Zudem profitieren junge Menschen je nach Bank von Vorteilen wie kostenlosen Kreditkarten. Ansonsten unterscheiden sie sich nicht von normalen Girokonten.
Azubi-Konto U18
Als minderjähriger Azubi hast du das Recht, ein Girokonto zu eröffnen. Auch hier verlangen die meisten Banken jedoch die Zustimmung der Eltern.

Gemeinschaftskonto
Ein Girokonto kann auch als Gemeinschaftskonto für zwei oder mehrere Personen, z.B. einen Verein, eröffnet werden. In einer Partnerschaft empfehlen wir das 3‑Konten-Modell. Jeder Partner hat ein eigenes Girokonto. Zusätzlich gibt es ein drittes Konto, das gemeinsam verwaltet wird.
Geschäftskonto
Kapitalgesellschaften wie GmbHs müssen ein Geschäftskonto eröffnen. Für Freiberufler und Selbstständige besteht dagegen keine Pflicht. Dennoch ist es im Hinblick auf die Steuer hilfreich, private von geschäftlichen Ausgaben zu trennen.
Anders als private Girokonten bieten Geschäftskonten Extra-Funktionen wie Schnittstellen für Buchhaltungssoftware sowie Lastschriftverfahren für Firmen.
Basiskonto
Seit 2016 verpflichtet das Zahlungskontengesetz Banken dazu, jedem ein sogenanntes Basiskonto einzurichten. Das gilt auch für Menschen ohne festen Wohnsitz, für Asylsuchende und für Geduldete sowie für Personen mit negativem Schufa-Eintrag.
Ein Basiskonto läuft rein auf Guthabenbasis und ohne Dispo. Die Bank darf den Antrag nicht ablehnen und darf ein Basiskonto nur in Ausnahmefällen kündigen. Dafür darf sie ein "angemessenes Entgelt" verlangen. Üblich sind etwa 5 bis 7 € pro Monat.
Möchtest du ein Basiskonto, musst du es ausdrücklich als Basiskonto nach dem ZKG beantragen, sonst greift der Anspruch nicht. Alternativ bieten vor allem ausländische Banken wie Revolut und bunq Konten ohne Schufa.
P-Konto
Droht eine Kontopfändung oder greift sie bereits, lässt sich jedes bestehende Girokonto in ein P-Konto umwandeln. Damit soll das Lebensminimum geschützt werden, sodass der Inhaber seinen Verpflichtungen (Miete, Strom) nachkommen und sich versorgen kann. Pro Person ist genau ein P-Konto erlaubt.
Seit dem 1. Juli 2026 liegt der pfändungsfreie Betrag für einen Alleinstehenden bei 1.590 € im Monat. Hast du Unterhaltspflichten, erhöht sich der Betrag.
Zweitkonto
Brauchst du neben deinem Gehaltskonto ein weiteres Konto, etwa als Gemeinschaftskonto für die WG, oder um deine Ausgaben besser zu verwalten, kannst du jederzeit ein weiteres Konto eröffnen.
Egal ob Kinderkonto, Studentenkonto oder Zweitkonto – bei deutschen Girokonten greift die Einlagensicherung für Guthaben bis zu 100.000 € pro Einleger pro Bank. Geht das Geldinstitut pleite, ist dein Geld bis zu diesem Betrag geschützt. Manche Banken gewähren freiwillig höhere Einlagensicherungen.
Was kostet ein Girokonto?
Viele Banken werben mit kostenlosen Girokonten. Unter anderem bieten die ING, die DKB, N26, Revolut oder die Comdirect kostenlose Girokonten.
Der Begriff "kostenlos" bezieht sich allerdings nur auf die Kontoführungsgebühren. Ein Dispokredit ist dagegen grundsätzlich immer kostenpflichtig. Je nach Anbieter und Kontomodell fallen auch für diese Dienste Gebühren an:
- Bargeldabhebungen – je nach Kontomodell hast du vor allem bei kostenlosen Girokonten nur eine bestimmte Anzahl an Gratis-Bargeldabhebungen pro Monat oder einen maximalen Betrag. Hebst du darüber hinaus Bargeld ab, zahlst du pro Vorgang eine Gebühr. Bei anderen Konten hebst du an eigenen Automaten kostenlos ab, zahlst aber bei fremden Automaten grundsätzlich.
- Bargeldeinzahlungen – vor allem bei Direktbanken sind Bargeldeinzahlungen oft nur im Handel und gegen eine Gebühr möglich.
- Kartenzahlungen in Fremdwährungen – verlässt du den Euroraum, zahlst du auch im digitalen Zahlungsverkehr einen bestimmten Prozentsatz des Betrags (meist zwischen 1 und 2,5 %) als Fremdwährungsgebühr.
- Karten – eine Karte zum Konto ist meist kostenlos. Manche Banken verlangen jedoch Gebühren, wenn du eine Girocard willst. Kreditkarten sind in der Regel kostenpflichtig.
- Beleghafte Buchungen – Standard ist heutzutage das Online-Banking. Führst du eine beleghafte Überweisung durch, kostet sie oft Geld.
Fazit – viele Girokonten für unterschiedliche Bedürfnisse
Egal ob Student, Rentner, Selbstständiger oder Angestellter – das perfekte Girokonto für alle gibt es nicht. Je nachdem, ob du lieber bar zahlst, viel reist, gerne persönliche Beratungen in Anspruch nimmst oder Wert auf ein Tagesgeldkonto zum Girokonto legst, eignet sich ein anderes Girokonto.
In unserem Vergleich der Girokonten und im Vergleich der Direktbanken zeigen wir dir die besten Angebote im Hinblick auf Gebühren, Bargeldverfügung, Karten, Funktionen, Kundenservice und Sicherheit.
Häufige Fragen zu Girokonten
Bekomme ich beim Girokonto Zinsen auf mein Guthaben?
Die meisten Banken verzinsen Girokontoguthaben gar nicht oder mit einem symbolischen Satz, weil das Konto für Zahlungen gedacht ist und nicht zum Sparen. Einzelne Anbieter wie die BBVA oder C24 zahlen Neukunden höhere Zinsen. Möchtest du Zinsen auf dein Guthaben, eignen sich jedoch eher Tagesgeldkonten als Girokonten.
Kann ich ein Girokonto trotz negativer Schufa eröffnen?
Bei den meisten Banken erfolgt bei einem Antrag auf Kontoeröffnung eine Schufa-Abfrage, sodass du bei negativer Schufa oft abgelehnt wirst. Vor allem ausländische Banken bieten jedoch auch Konten ohne Schufa. Alternativ kannst du ein Basiskonto beantragen.

