Tagesgeld-Vergleich 05/2026: Aktuelle Zinsen & 35 Konten im Test

Die Finanzwissen-Garantie
  • 35 Tagesgeldkonten im ausführlichen Vergleich
  • Transparente Bewertungskriterien
  • Bis zu 3,4 % im Aktionszeitraum
Silvia Benetti
Silvia Benetti
Redakteurin
Bester Aktionszins
  • Bis zu 3,4 % p. a. Sparzins sichern
  • Bis zu 1.000.000 € möglich
  • Kostenloses Konto
Zur Consorsbank
Consorsbank Logo
Bestes Bestandskundenangebot
  • 2,70 % p. a. dauerhaft
  • Gleicher Zins für Neu- und Bestandskunden
  • Monatliche Zinsgutschrift
Zu Ferratum
Ferratum Logo

Zinsen
2,50%

Einlagensicherung
500.000 €

Kosten
4,99 € pro Monat

Begrenzung der Zinsen
unlimitiertes Guthaben
85 %
Gut
05/2026
Testergebnis
85 %
Gut
Testergebnis
05/2026
Zu Scalable
Zinsen
2,70 %

Regulärer Zinssatz
2,70 %

Maximalbetrag
300.000 €

Einlagensicherung
Malta
85 %
Gut
05/2026
Testergebnis
85 %
Gut
Testergebnis
05/2026
Zu Ferratum
Aktionszinsen
2,85% p.a.
Aktionslaufzeit
3 Monate

Regulärer Zinssatz
1,80 % p.a.

Maximalbetrag
250.000 €

Einlagensicherung
Frankreich (nach EU-Richtlinie)
84 %
Gut
05/2026
Testergebnis
84 %
Gut
Testergebnis
05/2026
Zu Renault Bank
Aktionszinsen
3,40 % p.a.
Aktionslaufzeit
3 Monate

Regulärer Zinssatz
0,80 % p.a.

Maximalbetrag
1.000.000 €

Einlagensicherung
Frankreich
84 %
Gut
05/2026
Testergebnis
84 %
Gut
Testergebnis
05/2026
Zu Consorsbank
Aktionszinsen
3,30 % p.a.
Aktionslaufzeit
4 Monate

Regulärer Zinssatz
0,30 % p.a.

Maximalbetrag
100.000 €

Einlagensicherung
Deutschland
82 %
Gut
05/2026
Testergebnis
82 %
Gut
Testergebnis
05/2026
Zu Santander
Aktionszinsen
2,75 % p.a.
Aktionslaufzeit
6 Monate

Regulärer Zinssatz
1,00 % p.a.

Maximalbetrag
Unbegrenzt

Einlagensicherung
Deutschland
81 %
Gut
05/2026
Testergebnis
81 %
Gut
Testergebnis
05/2026
Zu VW Bank
Aktionszinsen
2,50 % p.a.
Aktionslaufzeit
3 Monate

Regulärer Zinssatz
2,20 % p.a.

Maximalbetrag
1.000.000 €

Einlagensicherung
Spanien
81 %
Gut
05/2026
Testergebnis
81 %
Gut
Testergebnis
05/2026
Zu Openbank
Aktionszinsen
2,75 % p.a.
Aktionslaufzeit
Unbegrenzt

Regulärer Zinssatz
1,00 % p.a.

Maximalbetrag
Unbegrenzt

Einlagensicherung
Deutschland
80 %
Gut
05/2026
Testergebnis
80 %
Gut
Testergebnis
05/2026
Zu DKB
Zinsen
3,25%

Regulärer Zinssatz
2,05%

Maximaler Betrag
250.000,00 €

Einlagensicherung
Estland
79 %
Befriedigend
05/2026
Testergebnis
79 %
Befriedigend
Testergebnis
05/2026
Zu Bigbank
Aktionszinsen
3% p.a.
Aktionslaufzeit
4 Monate

Regulärer Zinssatz
1,90 % p.a.

Maximalbetrag
250.000 €

Einlagensicherung
Spanien
79 %
Befriedigend
05/2026
Testergebnis
79 %
Befriedigend
Testergebnis
05/2026
Zu Suresse Bank

Im Tagesgeld-Vergleich für Mai 2026 reichen die Aktionszinsen aktuell bis zu 3,40 % p. a. Wir haben 35 Tagesgeldkonten getestet — von kostenlosen Direktbank-Angeboten bis zu Neobroker-Konten mit unbegrenztem Zins.

So findest du das richtige Tagesgeldkonto im Mai 2026

  • In unserem Test haben wir 35 Tagesgeldkonten geprüft — wie wir bewerten, liest du in unserem Testverfahren.
  • Vergleichssieger ist Scalable Capital Prime+ mit 2,50 % Zinsen auf unbegrenztes Guthaben — für Neu- und Bestandskunden gleichermaßen.
  • Höchster Aktionszins: Consorsbank mit 3,40 % p. a. für 3 Monate auf bis zu 1.000.000 €.
  • Bester Bestandszins ohne Wechselzwang: Ferratum mit 2,70 % p. a. dauerhaft für Neu- und Bestandskunden.
  • Beste Mischung aus hohem Zins und langer Garantie: Renault Bank direkt mit 2,85 % für 3 Monate und monatlicher Zinsgutschrift.
  • Alle Konditionen werden wöchentlich aktualisiert.

Aktuelle Tagesgeldzinsen im Mai 2026 — die 5 besten Anbieter

Der Tagesgeldmarkt im Mai 2026 zeigt zwei Gesichter: hohe Aktionszinsen für Neukunden auf der einen Seite, deutlich niedrigere Bestandszinsen auf der anderen. Die Spitzenwerte erreichen aktuell 3,40 % p. a. — allerdings nur befristet und meist gekoppelt an Bedingungen wie Maximalbetrag oder Aktionslaufzeit.

Wir haben im Test geprüft, welche Anbieter wirklich überzeugen — und welche nur gut auf dem Papier aussehen. Statt einer stumpfen Rangliste haben wir die Top-Anbieter nach Use-Case sortiert: Du findest hier die Empfehlung, die zu deiner Situation passt — egal ob du dauerhaft hohe Zinsen suchst, kurzfristig den maximalen Aktionszins mitnehmen willst oder dein Tagesgeld mit einem Depot verbinden möchtest.

Vergleichssieger: Scalable Capital Prime+ — Tagesgeld trifft Depot

Scalable Capital Prime+ landet in unserem Tagesgeld-Vergleich auf Platz 1 — und das hat einen klaren Grund: Der Zinssatz von 2,50 % p. a. gilt für Neu- und Bestandskunden gleichermaßen und ist nicht nach drei oder sechs Monaten weg. Es gibt keine Mindestanlage, kein Limit nach oben, und die Zinsgutschrift erfolgt monatlich — was den Zinseszinseffekt spürbar verstärkt.

Was uns besonders gut gefällt: die erweiterte Einlagensicherung über die gesetzliche Absicherung hinaus, die bis zu 500.000 € pro Kunde abdeckt. Das ist mehr Schutz als bei den meisten klassischen Direktbanken.

Ehrlicherweise gibt es aber auch einen Haken: Prime+ kostet 4,99 Euro monatlich — du brauchst die kostenpflichtige Premium-Mitgliedschaft, um den Zins und die Einlagensicherung von bis zu 500.000 Euro zu erhalten. Außerdem ist Scalable Capital in erster Linie ein Neobroker, kein klassisches Tagesgeldkonto. Wer wirklich nur ein simples Sparkonto sucht und sonst nichts mit Wertpapieren am Hut hat, fährt mit den klassischen Direktbank-Angeboten unkomplizierter.

Für alle, die ohnehin investieren oder es vorhaben: Scalable Capital Prime+ ist 2026 das stärkste Tagesgeldangebot im Markt — gerade weil der Zins nicht ausläuft.

Scalable Capital
Scalable Capital Prime Tagesgeld
  • 2,50 % Zinsen auf unlimitiertes Guthaben
  • Kostenlose Trades ab 250 € Ordervolumen
  • Deutsche Einlagensicherung
  • Keine zeitliche Beschränkung der Zinsen
(ggf. fallen Produktkosten, Spreads, Zuwendungen und Crypto-Gebühren an)

Höchster Aktionszins: Consorsbank — 3,40 % für drei Monate

Wenn es um den höchsten Aktionszins geht, führt im Mai 2026 kein Weg an der Consorsbank vorbei: 3,40 % p. a. für die ersten drei Monate — und das auf einen Anlagebetrag bis zu 1.000.000 €. Dieses Limit ist in der Größenordnung außergewöhnlich. Die meisten Konkurrenten deckeln den Aktionszins bei 100.000 € oder 250.000 €, hier kannst du wirklich auch eine größere Summe parken, ohne in den Standardzins zu rutschen.

Auch die Rahmenbedingungen passen: keine Mindestanlage, keine Kontoführungsgebühr, komplett digitale Kontoeröffnung. Bei der Einlagensicherung muss man allerdings genauer hinschauen — und das wird in vielen Vergleichen verschwiegen: Die Consorsbank ist eine Marke der BNP Paribas S.A. Niederlassung Deutschland, einer Zweigniederlassung der französischen Großbank BNP Paribas.

Die gesetzliche Einlagensicherung läuft daher über den französischen FGDR und schützt 100.000 € pro Kunde. Mit einem S&P-Rating von A+ wurde Frankreich erst im Oktober 2025 schlechter bewertet. Allerdings ist die freiwillige Mitgliedschaft im deutschen Einlagensicherungsfonds zu beachten – dieser erhöht den Schutz für Privatkunden aktuell auf bis zu 3 Millionen Euro hebt.

Der echte Haken liegt woanders: Nach Ablauf der drei Monate fällt der Zins auf 0,80 % p. a. Damit gehört die Consorsbank zu den Anbietern mit dem stärksten Gefälle zwischen Aktion und Bestandskunden. Wer die Bank nach den drei Monaten einfach laufen lässt, gibt seine Rendite faktisch ab.

Ehrlicherweise ist das Konto deshalb kein Dauer-Parkplatz, sondern ein klassisches Aktionsangebot. Genau dafür ist es aber stark: Wer seinen Notgroschen oder eine größere Anlagesumme drei Monate optimal verzinsen will und danach bereit ist umzuziehen, holt hier mehr raus als bei jedem anderen Anbieter im Vergleich. Bei 50.000 € Anlage entspricht das rund 425 € Zinsertrag in einem Quartal — mehr als bei den meisten Bestandszins-Konten in einem ganzen Jahr.

Consorsbank
Consorsbank - Tagesgeld
  • 3,40 % für Neukunden
  • Gute Verwaltung im Online Banking
  • Umfangreiches Produktangebot
ggf. fallen Produktkosten, Spreads, Zuwendungen und Crypto-Gebühren an

Bester Bestandszins ohne Wechselzwang: Ferratum — dauerhaft 2,70 %

Ferratum macht etwas, was im aktuellen Tagesgeldmarkt selten geworden ist: Der Anbieter zahlt 2,70 % p. a. dauerhaft — und zwar gleich für Neu- und Bestandskunden. Kein Lockzins, kein Aktions-Trick, kein Absturz nach drei Monaten. Was du am ersten Tag bekommst, hast du auch im zweiten Jahr noch.

Damit setzt sich Ferratum klar von der klassischen Aktionszins-Logik ab. Zum Vergleich: Wer bei Consorsbank den Aktionszins einstreicht und nach drei Monaten in den Bestandszins fällt, kommt aufs Jahr gerechnet auf etwa 1,45 % effektiv — Ferratum liegt mit konstant 2,70 % deutlich darüber, ohne dass du irgendwas tun musst.

Die Rahmenbedingungen sind solide: keine Mindestanlage, monatliche Zinsgutschrift, maximaler Anlagebetrag bei 300.000 €. Die Kontoführung kostet nichts.

Ehrlicherweise gibt es aber auch Kompromisse, und die solltest du kennen: Gemeinschaftskonten sind nicht möglich, Minderjährige können kein Konto eröffnen, und einen telefonischen Kundenservice gibt es nicht. Stattdessen läuft alles über Chat, E-Mail und Self-Service. Für digital-affine Sparer ist das verschmerzbar — wer aber lieber mit einem echten Menschen am Telefon sprechen möchte, ist bei einer klassischen Direktbank besser aufgehoben.

Auch bei der Einlagensicherung lohnt der genaue Blick: Ferratum ist eine maltesische Bank — die gesetzliche Sicherung läuft also über den maltesischen Einlagensicherungsfonds, ebenfalls bis 100.000 € pro Kunde. Malta hat ein A-Rating bei S&P. Das ist solide, aber eben nicht auf dem Niveau von Deutschland. Wer maximale Sicherheit will, wählt eher einen Anbieter aus einem Land mit top Bonität — und nimmt dafür einen niedrigeren Zins in Kauf.

Unterm Strich: Ferratum ist die ehrlichste Tagesgeld-Empfehlung im Vergleich. Kein Lockangebot, keine versteckten Bedingungen, keine Wechsel-Pflicht. Wer sein Tagesgeld einfach laufen lassen will, findet hier im Mai 2026 das stärkste Angebot.

Ferratum
Ferratum Tagesgeld
  • 2,70 % Zinsen
  • Jederzeit verfügbar
  • Monatliche Zinszahlung

Renault Bank direkt — Bester Mix im Tagesgeld dank 2,85 % für drei Monate

Die Renault Bank direkt ist die Bank, die wir Lesern am häufigsten empfehlen, wenn sie einfach eine runde Lösung suchen. Der Aktionszins liegt bei 2,85 % p. a. für drei Monate — nicht der Spitzenwert im Markt, aber kombiniert mit Konditionen, die viele andere Anbieter nicht bieten.

Was uns besonders gut gefällt: Die Renault Bank ist eine der wenigen Direktbanken im Vergleich, die Tagesgeld für Minderjährige anbietet — und das ohne komplizierte Filial-Pflicht wie etwa bei Santander. Auch Gemeinschaftskonten sind problemlos möglich. Der Anlagebetrag mit Zinsgarantie liegt bei 250.000 € — also deutlich großzügiger als bei Santander (100.000 €) und für die meisten Sparer mehr als ausreichend.

Die monatliche Zinsgutschrift ist ein weiterer Pluspunkt — der Zinseszinseffekt arbeitet schneller, als wenn der Zins erst am Jahresende fällig wird. Die Kontoeröffnung läuft komplett digital, die App bekommt in den Stores solide Bewertungen. Keine Mindestanlage, keine Kontoführungsgebühr.

Bei der Einlagensicherung gilt: Die Renault Bank gehört zur französischen RCI Banque — Mutterkonzern ist Renault. Die gesetzliche Sicherung läuft also über den französischen FGDR bis 100.000 € pro Kunde. Frankreich hat A+-Bonität bei S&P. Eine zusätzliche freiwillige Absicherung wie bei Consorsbank gibt es nicht — die 100.000 € sind das Limit.

Ehrlicherweise hat das Konto eine Schwäche, die du kennen solltest: Der reguläre Bestandszins liegt bei 1,80 % p. a. — also fast genauso hoch wie bei vielen anderen Anbietern, aber eben deutlich unter dem Aktionszins. Wer die Renault Bank nach drei Monaten weiterlaufen lässt, fährt schlechter als bei Ferratum. Wer aber sowieso plant, irgendwann zu wechseln oder zwischen Banken zu rotieren, bekommt hier den rundesten Aktionszins-Deal — gerade für Familien, Eltern oder Paare, die ein Gemeinschaftskonto brauchen.

Renault Bank direkt
Renault Bank direkt - Tagesgeld
  • Hohe Zinsen für Neukunden
  • Auch Bestandskunden erhalten hohe Zinsen
  • Zinsen gelten bis zu 250.000 € 

Klassiker mit langer Aktionsphase: Santander — 3,30 % für vier Monate

Die Santander Consumer Bank ist die einzige klassische Filialbank in unserer Top-Auswahl — und das ist je nach Sparer-Typ ein Argument oder eben keins. Mit 3,30 % p. a. für vier Monate liegt der Aktionszins nur knapp unter Consorsbank, dafür hast du einen Monat länger Zeit, das Geld optimal arbeiten zu lassen. Das macht bei größeren Summen einen spürbaren Unterschied: Bei 50.000 € sind das rund 550 € Zinsen in vier Monaten — gegenüber 425 € bei Consorsbank in drei Monaten.

Ein klarer Pluspunkt: Es gibt keine Mindestanlage und keine Obergrenze beim Anlagebetrag, der den Aktionszins erhält. Das ist ungewöhnlich — die meisten Wettbewerber deckeln genau hier. Auch Gemeinschaftskonten sind möglich, das Online-Banking funktioniert solide.

Bei der Einlagensicherung ist die Lage angenehm einfach: Obwohl Santander zur spanischen Banco Santander gehört, läuft das deutsche Tagesgeldkonto über die Santander Consumer Bank AG mit Sitz in Mönchengladbach. Damit greift die deutsche Einlagensicherung über den Entschädigungseinrichtungsfonds bis 100.000 € pro Kunde. Zusätzlich ist die Bank freiwilliges Mitglied im BdB-Einlagensicherungsfonds — also dasselbe Konstrukt wie bei Consorsbank, nur dass hier auch die gesetzliche Basis bereits deutsch ist.

Ehrlicherweise gibt es zwei Punkte, die du kennen solltest: Erstens, der Bestandszins ist mit 0,30 % p. a. einer der niedrigsten im Vergleich. Wer nach den vier Monaten einfach weiterlaufen lässt, hat praktisch keinen Zinsvorteil mehr. Zweitens: Tagesgeld für Kinder ist nur in der Filiale möglich, nicht digital. Für Eltern, die online ein Kinderkonto eröffnen wollen, ist die Renault Bank deshalb die bessere Wahl.

Unterm Strich: Wer eine klassische Bank mit langer Aktionsphase und maximaler Flexibilität beim Anlagebetrag sucht, ist bei Santander gut aufgehoben — und nimmt dafür den schwächsten Bestandszins im Vergleich in Kauf. Bei Anlagebeträgen über 250.000 € (wo Renault Bank deckelt) ist Santander sogar der einzige Anbieter im Top-Feld, der den Aktionszins bedingungslos auf die volle Summe zahlt.

Santander Consumer Bank
Santander - Tagesgeld
  • Hohe Neukundenzinsen
  • Monatliche Zinszahlung
  • Online Kontoeröffnung

Diese Anbieter haben wir auch getestet

Diese fünf Anbieter decken die wichtigsten Anwendungsfälle ab — aber sie sind nicht die ganze Geschichte. Wir haben insgesamt 35 Tagesgeldkonten geprüft, und je nach persönlicher Situation kann auch ein Anbieter aus den hinteren Plätzen die richtige Wahl sein. Wer beispielsweise besonders viel Wert auf einen bestimmten Service-Aspekt legt oder gezielt nach einer Bank aus einem bestimmten Sitzland sucht, findet in der vollständigen Liste oft passendere Optionen.

Was uns dabei wichtig ist — und was uns von vielen anderen Tagesgeld-Vergleichen unterscheidet: Wir zeigen dir nicht nur das Gesamtergebnis in Prozent, sondern die Bewertung in jedem einzelnen Testkriterium. Du siehst also auf einen Blick, ob ein Anbieter beim Zins zwar überzeugt, aber bei der Banking-App schwächelt — oder ob er beim Service punktet, aber Abstriche bei der Einlagensicherung macht. Das ist deutlich aussagekräftiger als ein bloßes „85 %".

In der folgenden Übersicht findest du alle 35 Tagesgeldkonten aus unserem Test mit allen Detail-Bewertungen. Ehrlicherweise lohnt sich der genaue Blick: Manche Anbieter, die hier auf Platz 15 oder 20 stehen, sind in einer ganz spezifischen Lebenssituation die bessere Wahl als unser Vergleichssieger.

KategorieScalable Capital FREEScalable Capital Prime+Smartbroker+
Bestandskunden
Bestandskunden
3 / 3
2,50%
Bestandskunden
3 / 3
2,50%
Bestandskunden
2,04 / 3
1,75%
Neukunden
Neukunden
2,34 / 3
2,50%
Neukunden
2,34 / 3
2,50%
Neukunden
1,46 / 3
1,75%
Zinsintervall [Monate]
Zinsintervall [Monate]
0,25 / 0,5
1 Monate
Zinsintervall [Monate]
0,25 / 0,5
1 Monate
Zinsintervall [Monate]
0,25 / 0,5
3 Monate
Zinsgarantie [Monate / Neukunden]
Zinsgarantie [Monate / Neukunden]
0,5 / 0,5
1 Monate
Zinsgarantie [Monate / Neukunden]
0,5 / 0,5
1 Monate
Zinsgarantie [Monate / Neukunden]
0,5 / 0,5
1 Monate
Mindestanlage [€]
Mindestanlage [€]
0,5 / 0,5
Ohne
Mindestanlage [€]
0,5 / 0,5
Ohne
Mindestanlage [€]
0,5 / 0,5
Ohne
Maximalanlage [€]
Maximalanlage [€]
0,5 / 0,5
unbegrenzt
Maximalanlage [€]
0,5 / 0,5
unbegrenzt
Maximalanlage [€]
0,3 / 0,5
100.000,00 €
Zinshistorie [Jahre]
Zinshistorie [Jahre]
0,5 / 0,5
7 Jahre
Zinshistorie [Jahre]
0,5 / 0,5
7 Jahre
Zinshistorie [Jahre]
0,3 / 0,5
3 Jahre
Einlagensicherung
Einlagensicherung
75 %
Einlagensicherung
100 %
Einlagensicherung
100 %
Gesetzliche Einlagensicherung
Gesetzliche Einlagensicherung
1 / 1
Ja
Gesetzliche Einlagensicherung
1 / 1
Ja
Gesetzliche Einlagensicherung
1 / 1
Ja
Erweiterte Einlagensicherung
Erweiterte Einlagensicherung
0 / 1
Nein
Erweiterte Einlagensicherung
1 / 1
Ja
Erweiterte Einlagensicherung
1 / 1
Ja

Aktionszins oder Dauerzins – was lohnt sich bei Tagesgeldkonten?

Wer Tagesgeldkonten vergleicht, stößt auf zwei grundsätzlich verschiedene Angebotstypen: hohe Aktionszinsen für Neukunden, die nur wenige Monate gelten, und niedrigere Dauerzinsen, die ohne Befristung laufen. Auf den ersten Blick wirkt der Aktionszins fast immer attraktiver. 3,40 % statt 2,50 % — das klingt nach einem klaren Sieger.

Auf den zweiten Blick ist die Sache deutlich weniger eindeutig. Was wirklich zählt, ist nicht der Spitzenzins, sondern der effektive Zinsertrag über ein ganzes Jahr — und genau hier kippt das Bild oft zugunsten des Dauerzinses.

Aktionszins vs. Dauerzins: Die Modellrechnung auf 10.000 €

Schauen wir uns konkret an, was bei 10.000 € Anlage über 12 Monate herauskommt — einmal beim aktuell höchsten Aktionszins (Consorsbank, 3,40 % für 3 Monate, danach 0,80 %) und einmal beim besten Dauerzins-Anbieter (Ferratum, konstant 2,70 %).

Modellrechnung: 10.000 € auf 12 Monate

AnbieterZinslogikZinsertrag (vor Steuern)
Consorsbank (Aktionszins)3 Monate × 3,40 % + 9 Monate × 0,80 %145 €
Ferratum (Dauerzins)12 Monate × 2,70 %270 €
Differenz+125 € für Ferratum

Das Ergebnis überrascht viele Sparer: Trotz des deutlich niedrigeren Spitzenzinses bringt das Ferratum-Konto fast doppelt so viel Zinsen wie die Consorsbank — und zwar ohne dass du irgendetwas tun musst.

Der Grund liegt in der Zinslogik: Aktionszinsen gelten typischerweise nur für drei bis sechs Monate, danach fällt der Satz teils drastisch ab. Bei der Consorsbank von 3,40 % auf 0,80 %, bei Santander sogar von 3,30 % auf 0,30 % p. a. Der hohe Spitzenzins gilt also nur für ein Viertel des Jahres — den Rest der Zeit zinst dein Geld zu Konditionen, die deutlich unter dem Marktdurchschnitt liegen.

Ehrlicherweise gibt es eine wichtige Einschränkung bei dieser Rechnung: Sie gilt nur, wenn du nach den drei Monaten nichts machst. Wer aktiv bereit ist zu wechseln — also den Aktionszins bei Bank A einstreicht und danach zu Bank B umzieht — kann die Rendite deutlich heben. Ob sich dieser Aufwand lohnt, schauen wir uns im nächsten Abschnitt an.

💡 Hinweis: Diese Berechnung ist eine Modellrechnung mit den aktuellen Zinssätzen vom Mai 2026. Aktionszinsen können sich jederzeit ändern — die hier gezeigten Werte sind keine Garantie für zukünftige Konditionen.

Tagesgeld-Hopping: Lohnt sich der ständige Bankwechsel?

Wer bei der ersten Modellrechnung aufgepasst hat, denkt jetzt vielleicht: „Klar lohnt sich der Aktionszins — ich wechsle einfach nach drei Monaten zur nächsten Bank." Diese Strategie nennt sich Tagesgeld-Hopping — und sie funktioniert tatsächlich. Aber eben nicht für jeden.

Schauen wir uns konkret an, was passiert, wenn ein aktiver Hopper 25.000 € über 12 Monate durch drei verschiedene Aktionszins-Angebote rotieren lässt:

Modellrechnung: 25.000 € im Hopping-Modus

PhaseAnbieterZinssatzDauerZinsertrag
Monate 1–3Consorsbank3,40 % p. a.3 Monate213 €
Monate 4–7Santander3,30 % p. a.4 Monate275 €
Monate 8–12Suresse Direkt Bank3,00 % p. a.5 Monate313 €
Gesamt12 Monate801 €

Zum Vergleich: Dieselben 25.000 € hätten beim besten Dauerzins-Anbieter Ferratum 675 € gebracht (2,70 % × 25.000 €). Das Hopping bringt also 126 € mehr im Jahr — vor Steuern, ohne Berücksichtigung des Zeitaufwands.

Wann lohnt sich Hopping wirklich?

Ehrlicherweise sind 126 € auf 25.000 € Anlage zwar mathematisch ein Vorteil, aber nicht jeder Sparer wird dafür zwei bis drei Bankwechsel im Jahr durchziehen. Dahinter steckt echter Aufwand:

  • Drei Mal Konto eröffnen (jeweils mit Post-Ident oder Video-Ident)
  • Drei Mal Geld umbuchen (Wartezeiten, Buchungsfristen)
  • Drei Mal alte Konten kündigen oder zumindest pflegen
  • Drei Mal Freistellungsauftrag anpassen
  • Drei Mal Steuerunterlagen sortieren

Realistisch musst du pro Wechsel mit 1–2 Stunden Zeitaufwand rechnen. Bei drei Wechseln im Jahr sind das 3–6 Stunden. Ob sich das für 126 € lohnt, hängt davon ab, was deine Zeit dir wert ist.

Unsere Faustregel aus dem Test:

AnlagebetragEmpfehlung
Unter 5.000 €Hopping lohnt sich nicht. Der Zeitaufwand übersteigt den Zinsvorteil. Setze auf einen guten Dauerzins-Anbieter wie Ferratum.
5.000 € – 25.000 €Maximal ein Wechsel pro Jahr. Aktionszins einstreichen, dann zum Dauerzins-Konto wechseln und liegen lassen.
25.000 € – 100.000 €Hopping lohnt sich finanziell. Bei 50.000 € sind das schon 250 € Mehrertrag pro Jahr — das ist die Stunde Aufwand wert.
Über 100.000 €Klare Empfehlung zum Hopping — und ergänzend: Geld auf mehrere Banken splitten, um die Einlagensicherungsgrenze von 100.000 € pro Bank nicht zu überschreiten.

Aus unserer Sicht ist Hopping ein Werkzeug, kein Selbstzweck. Wer Spaß daran hat, Konditionen zu vergleichen und mit Banken zu jonglieren, holt damit das Maximum raus. Wer sein Tagesgeld einfach laufen lassen will, fährt mit einem starken Dauerzins-Anbieter wie Ferratum mehr als gut genug — der Unterschied ist real, aber selten dramatisch.

Tagesgeldkonto-Vergleich: Worauf solltest du wirklich achten?

Wer ein Tagesgeldkonto vergleicht, schaut meistens zuerst auf die Zinshöhe. Verständlich — schließlich ist das die plakativste Zahl. Ehrlicherweise ist sie aber nicht das einzige Kriterium, das am Ende über die Rendite entscheidet. Wir sehen in unseren Tests immer wieder Anbieter, die mit 3 % p. a. werben, aber bei genauerem Hinsehen erhebliche Schwächen haben — etwa einen viel zu niedrigen Maximalbetrag, eine wackelige Einlagensicherung oder eine Kontoeröffnung, die wochenlang dauert.

In diesem Abschnitt zeigen wir dir die sieben Kriterien, auf die du beim Tagesgeldkonto-Vergleich achten solltest — und mit denen du Marketing-Versprechen von echten Top-Konditionen unterscheidest.

Die 7 wichtigsten Kriterien beim Tagesgeldkonto-Vergleich

Was macht ein gutes Tagesgeldkonto aus? Aus unserer Sicht — und nach 35 getesteten Anbietern — sind das diese sieben Punkte, in absteigender Wichtigkeit:

Höhe der Zinsen — und zwar Aktion UND Bestand

Der Aktionszins ist das, womit Banken werben. Der Bestandszins ist das, was du am Ende wirklich bekommst, wenn du das Konto laufen lässt. Ein Anbieter mit 3,40 % Aktionszins, der danach auf 0,80 % fällt, ist langfristig schlechter als einer mit konstant 2,70 %. Schau dir immer beide Werte an.

Maximaler Anlagebetrag mit Zinsgarantie

Viele Banken zinsen den hohen Aktionszins nur bis zu einem bestimmten Betrag — typisch sind 100.000 € oder 250.000 €. Alles darüber wird oft mit dem deutlich niedrigeren Bestandszins verzinst. Wer größere Summen anlegt, sollte auf Anbieter mit hohem oder unbegrenztem Limit setzen — Consorsbank deckelt zum Beispiel erst bei 1.000.000 €, Santander zinst sogar ohne Obergrenze.

Einlagensicherung und Sitzland der Bank

Innerhalb der EU sind Einlagen bis 100.000 € pro Bank und Kunde gesetzlich abgesichert. Aber: Im Krisenfall springt der Einlagensicherungsfonds des Sitzlandes ein. Bei einer estnischen Bank also Estland, bei einer maltesischen Bank Malta. Wir empfehlen, vor allem auf Anbieter aus Ländern mit AA- oder AAA-Rating zu setzen — Deutschland, Frankreich, Niederlande, Schweden, Österreich.

Zinsgutschrift-Intervall

Monatlich, vierteljährlich oder jährlich — der Unterschied ist kleiner als oft behauptet, aber er existiert. Bei monatlicher Gutschrift greift der Zinseszinseffekt schneller, was bei längerer Anlagedauer und höheren Beträgen einen merkbaren Unterschied macht. Was uns besonders gut gefällt: Anbieter wie Ferratum, Renault Bank direkt oder Scalable Capital zahlen monatlich.

Kontoführungsgebühren

Diese sollten nicht existieren – Punkt. Wenn ein Tagesgeldkonto Kontoführungsgebühren erhebt, ist das ein klares Ausschlusskriterium — der Markt bietet ausreichend kostenlose Alternativen. Einzige Ausnahme: Premium-Modelle wie Scalable Capital Prime+, bei denen die Gebühr Teil eines erweiterten Pakets ist.

Kontoeröffnung digital oder per Post-Ident

Eine zeitgemäße Tagesgeld-Kontoeröffnung läuft heute komplett digital — typischerweise mit Video-Ident oder eID. Wer noch auf Post-Ident setzt, verlängert den Prozess um Tage. Bei einigen Anbietern (vor allem Filialbanken wie Santander) ist die Kontoeröffnung für Minderjährige zudem nur in der Filiale möglich — ein klarer Nachteil für Eltern.

Verfügbarkeit von Gemeinschafts- und Kinderkonten

Wer als Paar oder als Familie spart, sollte gezielt nach Banken suchen, die Gemeinschaftskonten oder Tagesgeld für Kinder anbieten. Das ist nicht selbstverständlich — Ferratum etwa schließt beide Optionen aus, Renault Bank direkt bietet beides digital an.

Tagesgeldkonto eröffnen – So funktioniert's in 5 Schritten

Die meisten Tagesgeldkonten sind in 15 bis 30 Minuten eröffnet — vorausgesetzt, du hast die nötigen Unterlagen zur Hand. Wir haben den Prozess in den letzten Tests immer wieder durchlaufen und zeigen dir hier, was dich konkret erwartet.

Was du vor der Eröffnung bereithalten solltest:

  • Personalausweis oder Reisepass
  • Steuer-Identifikationsnummer (steht auf deiner Lohnsteuerbescheinigung oder im Bundeszentralamt-Schreiben)
  • IBAN deines Girokontos als Referenzkonto — über dieses Konto laufen alle Ein- und Auszahlungen
  • Smartphone mit guter Kamera für Video-Ident
  • Etwa 15–30 Minuten ungestörte Zeit

Ehrlicherweise scheitern die meisten Eröffnungs-Versuche nicht an der Bank, sondern daran, dass eines dieser Dokumente fehlt — vor allem die Steuer-ID wird oft vergessen, kann aber nachgereicht werden.

Schritt 1: Antrag online ausfüllen

Auf der Webseite deiner gewählten Bank klickst du auf „Konto eröffnen". Du gibst Name, Adresse, Geburtsdatum, Steuer-ID und die IBAN deines Referenzkontos ein. Wichtig: Das Referenzkonto muss auf deinen Namen laufen — Konten von Eltern oder Partnern werden nicht akzeptiert.

Schritt 2: Identifikation per Video-Ident oder Post-Ident

Bei der Mehrheit der modernen Direktbanken — Scalable Capital, Renault Bank direkt, Ferratum — läuft die Identifikation per Video-Ident. Ein Mitarbeiter prüft per Videoanruf deinen Ausweis und stellt dir ein paar Sicherheitsfragen. Das dauert je nach Auslastung 5–15 Minuten. Bei einigen Banken (vor allem Filialinstitute) gibt es noch das klassische Post-Ident — dafür musst du in eine Postfiliale und der Vorgang verlängert sich.

Schritt 3: Antrag absenden und Bestätigung abwarten

Nach erfolgreicher Identifikation gehst du den Antrag final durch. Die Bank prüft die Unterlagen und schickt dir eine Bestätigungs-E-Mail oder einen Brief mit den Zugangsdaten. Bei vollständig digitalen Anbietern wie Scalable Capital geht das oft innerhalb eines Werktags, bei Filialbanken kann es bis zu einer Woche dauern.

Schritt 4: Geld auf das Tagesgeldkonto überweisen

Sobald du Zugang zum Online-Banking hast, überweist du den gewünschten Betrag von deinem Referenzkonto auf das neue Tagesgeldkonto. Wichtig: Bei den meisten Anbietern beginnt die Aktionszinsphase erst mit dem Geldeingang, nicht mit der Kontoeröffnung. Wer also das Maximum aus dem Aktionszins holen will, sollte direkt nach der Eröffnung einzahlen.

Schritt 5: Freistellungsauftrag einrichten

Damit Zinsen unterhalb deines Sparer-Pauschbetrags von 1.000 € (Singles) oder 2.000 € (Verheiratete) steuerfrei bleiben, musst du einen Freistellungsauftrag einrichten. Das geht direkt im Online-Banking — meist unter „Service" oder „Steuern". Ohne Freistellungsauftrag führt die Bank automatisch 26,375 % Kapitalertragsteuer sowie Solidaritätszuschlag ab, die du dir später nur über die Steuererklärung zurückholen kannst.

💡 Praxis-Tipp: Wenn du mehrere Tagesgeldkonten parallel hast, verteile den Freibetrag strategisch — setze den Freistellungsauftrag dort, wo aktuell die höchsten Zinsen anfallen. Bei reinen Aktionszins-Konten lohnt sich der volle Freibetrag, bei Dauerzins-Konten kannst du den Auftrag auch teilen.

Auslandstagesgeld: Sicher oder riskant?

Die höchsten Tagesgeldzinsen kommen oft nicht von deutschen Banken — sondern aus Frankreich, Malta, Estland oder Schweden. Das macht stutzig: Ist das Geld dort genauso sicher? Und welche bürokratischen Hürden warten?

Die kurze Antwort: Innerhalb der EU ist Auslandstagesgeld in der Regel sicher, wenn du auf zwei Dinge achtest: das Sitzland der Bank und das Bonitätsrating des Landes. Die längere Antwort folgt jetzt — inklusive der Steuer-Frage, bei der wir ein paar gängige Mythen klarstellen müssen.

Welche Länder sind sicher? Die EU-Bonität im Überblick

Innerhalb der EU greift die gesetzliche Einlagensicherung von 100.000 € pro Bank und Kunde — immer. Im Krisenfall springt der Einlagensicherungsfonds des Sitzlandes der Bank ein. Bei einer maltesischen Bank also Malta, bei einer estnischen Bank Estland.

Damit wird die Frage relevant: Wie zahlungsfähig ist das Sitzland der Bank? Denn der Einlagensicherungsfonds ist nur so stark wie der Staat, der ihn im Notfall finanziert. Hier hilft der Blick auf die Bonitätsratings der drei großen Agenturen.

LandS&P-RatingEinordnung
DeutschlandAAAHöchste Bonität
NiederlandeAAAHöchste Bonität
SchwedenAAAHöchste Bonität
LuxemburgAAAHöchste Bonität
ÖsterreichAA+Sehr hohe Bonität
EstlandA+Hohe Bonität
FrankreichA+Hohe Bonität (Herabstufung Oktober 2025)
SpanienA+Hohe Bonität
MaltaA−Solide Bonität
ItalienBBB+Untere Investmentgrade-Stufe
<strong>EU-Länder mit Tagesgeld-Anbietern in unserem Vergleich (S&amp;P-Rating, Stand Mai 2026)</strong>

Was du daraus mitnehmen solltest: Selbst die schwächste Bonität in dieser Liste (Italien BBB+) liegt noch klar im Investmentgrade. Spekulative Bonität (BB und schlechter) findest du bei keinem Anbieter im Vergleich. Wer also bei einem Anbieter aus Estland, Malta oder Italien anlegt, geht kein dramatisch höheres Risiko ein — aber eben ein etwas höheres als bei deutschen oder niederländischen Banken.

💡 Praxis-Tipp: Wenn du auf Nummer sicher gehen willst, splitte größere Beträge auf zwei oder drei Banken aus unterschiedlichen Top-Ländern (Deutschland, Niederlande, Frankreich). Damit nutzt du die 100.000 €-Sicherung mehrfach UND streust gleichzeitig das Länderrisiko.

Wie funktioniert die EU-Einlagensicherung wirklich?

Die Theorie ist einfach: 100.000 € pro Bank und Kunde sind im Insolvenzfall geschützt. In der Praxis gibt es ein paar Details, die wir hier ehrlich auf den Tisch legen sollten — denn sie werden in den meisten Vergleichen bewusst weggelassen.

Auszahlungsfrist: 7 Werktage. EU-weit gilt seit 2024, dass Einlagen im Insolvenzfall innerhalb von sieben Werktagenausgezahlt werden müssen. Du musst dafür auch keinen Antrag stellen — der Sicherungsfonds wird automatisch aktiv.

Wer zahlt im Krisenfall? Der Einlagensicherungsfonds des Sitzlandes der Bank — nicht der Fonds deines Wohnsitzlandes. Bei einer Pleite einer estnischen Bank zahlt also der estnische Tagastatud Hoiuste Fond, nicht der deutsche EdB. Das ist der Grund, warum die Bonität des Sitzlandes überhaupt eine Rolle spielt.

Was bei einer Systemkrise passiert 

Der unbequeme Punkt, den niemand gerne anspricht: Wenn ein ganzer Staat in finanzielle Schwierigkeiten gerät und gleichzeitig mehrere Banken pleitegehen, kann der Einlagensicherungsfonds an seine Grenzen kommen. Genau deshalb ist die Bonität des Landes wichtig. In der Eurozone gilt zudem: Im absoluten Notfall springt theoretisch der Europäische Stabilitätsmechanismus (ESM) ein — eine letzte Auffanglinie, die aber bisher nie für Einlagensicherung aktiviert wurde.

Mehrere Konten bei derselben Bank zählen zusammen

Wer Tagesgeld UND Festgeld UND ein Girokonto bei derselben Bank hat, hat nicht 3 × 100.000 € Schutz, sondern einmal. Das ist ein häufiger Denkfehler. Will man die Sicherung mehrfach nutzen, müssen es rechtlich verschiedene Banken sein — und zwar nicht nur unterschiedliche Marken desselben Konzerns.

Quellensteuer auf Tagesgeld — was wirklich gilt

Hier müssen wir mit einem hartnäckigen Mythos aufräumen, der in vielen Vergleichen verbreitet wird: Bei Tagesgeld in der EU fällt in den allermeisten Fällen gar keine ausländische Quellensteuer an.

Quellensteuer kennen viele aus dem Aktien- und Dividenden-Bereich — etwa wenn US-Aktien Dividenden ausschütten und automatisch 30 % vom amerikanischen Fiskus einbehalten werden. Bei Tagesgeld-Zinsen ist das eine andere Geschichte:

  • Frankreich: 0 % Quellensteuer auf Zinsen (für nicht-ansässige EU-Bürger)
  • Spanien: 0 % Quellensteuer auf Zinsen (für EU-Bürger mit Wohnsitznachweis)
  • Niederlande: 0 % Quellensteuer auf Zinsen
  • Estland, Malta, Schweden: 0 % Quellensteuer auf Zinsen
  • Österreich: 25 % — die einzige relevante Ausnahme unter den typischen Tagesgeld-Sitzländern
  • Italien, Portugal, Bulgarien: Hier gibt's zwar Quellensteuer auf Zinsen, aber die in unserem Vergleich vertretenen Banken aus diesen Ländern führen sie meist gar nicht erst ab (durch Doppelbesteuerungsabkommen reduziert)

Was du dir aber merken solltest, weil es viele übersehen:

Bei ausländischen Banken zieht niemand automatisch deutsche Steuern ab. Anders als bei deutschen Banken kannst du keinen Freistellungsauftrag einrichten. Das bedeutet: Du musst die Zinseinnahmen selbst in der Anlage KAP deiner Steuererklärung angeben und versteuern. Der Sparer-Pauschbetrag (1.000 € / 2.000 €) gilt selbstverständlich auch für ausländische Zinseinkünfte — aber du musst ihn aktiv geltend machen.

Was passiert, wenn ausländische Quellensteuer doch anfällt? Über das Doppelbesteuerungsabkommen wird sie auf die deutsche Abgeltungssteuer angerechnet — meist bis zu einer Höhe von 15 %. Liegt die ausländische Steuer höher, kannst du dir den Differenzbetrag im Ausland zurückholen. Ehrlicherweise ist das aber bürokratisch aufwendig: Anträge nur in der Landessprache, lange Bearbeitungszeiten (in Italien bis zu mehrere Jahre), oft Bescheinigungen vom deutschen Finanzamt nötig. Bei Tagesgeld-Zinsen lohnt sich das fast nie — die Beträge sind dafür zu klein.

Häufige Fragen zum Tagesgeld-Vergleich

Welche Bank hat aktuell die besten Tagesgeldzinsen?

Im Mai 2026 bietet die Consorsbank den höchsten Aktionszins mit 3,40 % p. a. für die ersten drei Monate, gefolgt von der Santander Consumer Bank mit 3,30 % p. a. für vier Monate. Wer dauerhaft hohe Zinsen ohne Wechselzwang sucht, fährt mit Ferratum (2,70 % p. a. für Neu- und Bestandskunden) am besten. Den Vergleichssieger stellt Scalable Capital Prime+ mit 2,50 % p. a. auf unbegrenztes Guthaben — allerdings nur in Kombination mit der kostenpflichtigen Premium-Mitgliedschaft.

Wie viel Geld sollte ich auf dem Tagesgeldkonto haben?

Als Faustregel gelten 3 bis 6 Monatsausgaben als Notgroschen auf dem Tagesgeldkonto. Bei 2.500 € monatlichen Ausgaben sind das 7.500 € bis 15.000 €. Mehr als das gehört nicht aufs Tagesgeld — Beträge darüber verlieren bei höherer Inflation real an Kaufkraft. Wer sein Geld länger festlegen kann, fährt mit Festgeld oder einem Geldmarkt-ETFrenditemäßig oft besser.

Wie werden Tagesgeld-Zinsen besteuert?

Auf Tagesgeld-Zinsen zahlst du in Deutschland 25 % Kapitalertragsteuer + 5,5 % Solidaritätszuschlag — gesamt 26,375 %, je nach Bundesland zusätzlich Kirchensteuer. Erst Zinsen, die über dem Sparer-Pauschbetrag von 1.000 € (Singles) oder 2.000 € (Verheiratete) liegen, werden überhaupt besteuert. Bei deutschen Banken wird die Steuer automatisch ans Finanzamt abgeführt — Voraussetzung ist ein eingerichteter Freistellungsauftrag, sonst zieht die Bank den vollen Steuerbetrag ein und du holst dir den Freibetrag erst über die Steuererklärung zurück. Bei ausländischen Banken musst du die Zinseinnahmen selbst in der Anlage KAP angeben.

Sind ausländische Tagesgeldkonten sicher?

Innerhalb der EU ist Auslandstagesgeld in der Regel sicher: Die gesetzliche Einlagensicherung von 100.000 € pro Bank und Kunde gilt EU-weit, im Krisenfall springt der Einlagensicherungsfonds des Sitzlandes ein. Entscheidend ist deshalb die Bonität des Sitzlandes. Frankreich (A+), Niederlande (AAA) oder Schweden (AAA) sind weitgehend unproblematisch, bei Anbietern aus Malta (A−) oder Italien (BBB+) gehst du ein etwas höheres Länderrisiko ein. Quellensteuer auf Zinsen fällt — anders als oft behauptet — bei den meisten EU-Ländern gar nicht an. Die einzige relevante Ausnahme unter typischen Tagesgeld-Sitzländern ist Österreich (25 %).

Wie oft werden Tagesgeldzinsen ausgezahlt?

Das hängt vom jeweiligen Anbieter ab. Üblich sind drei Modelle: monatliche, vierteljährliche oder jährliche Zinsgutschrift. Für dich als Sparer ist die monatliche Auszahlung am vorteilhaftesten — der Zinseszinseffekt greift schneller. Anbieter wie Ferratum, Renault Bank direkt oder Scalable Capital Prime+ zahlen monatlich aus, viele Direktbanken nur jährlich. Der Unterschied ist mathematisch zwar überschaubar (bei 10.000 € und 2,70 % macht monatlich vs. jährlich rund 4 € Unterschied im Jahr), aber bei größeren Summen und längerer Anlagedauer summiert er sich.

Wie viele Tagesgeldkonten darf ich haben?

Es gibt keine gesetzliche Obergrenze. Du kannst beliebig viele Tagesgeldkonten parallel führen — zum Beispiel, um die Einlagensicherung von 100.000 € pro Bank mehrfach zu nutzen oder gleichzeitig mehrere Aktionszinsen mitzunehmen. Wichtig ist nur: Bei mehreren Konten musst du den Sparer-Pauschbetrag aktiv aufteilen. Der Freistellungsauftrag wird pro Bank einzeln erteilt. Setzt du den vollen Freibetrag bei einer Bank, bei der du kaum Zinsen erzielst, verschenkst du Steuervorteile — sinnvoller ist es, den Freibetrag dort zu setzen, wo aktuell die höchsten Zinsen anfallen.

Lohnt sich Tagesgeld bei Inflation?

Tagesgeld lohnt sich bei Inflation nur bedingt. Liegt der Tagesgeldzins unter der Inflationsrate, verlierst du real an Kaufkraft — auch wenn dein Kontostand nominell wächst. Bei einer Inflationsrate von 3 % und einem Tagesgeldzins von 2,70 % verlierst du also rund 0,3 % Kaufkraft pro Jahr. Trotzdem bleibt Tagesgeld die richtige Wahl für deinen Notgroschen, weil Sicherheit und sofortige Verfügbarkeit hier wichtiger sind als Rendite. Für Geld, das du länger nicht brauchst, sind renditestärkere Alternativen sinnvoller.

Silvia Benetti
Silvia Benetti
Redakteurin
Über die Autorin
Ich habe an der TU Berlin Physikalische Ingenieurwissenschaft studiert und war anschließend jahrelang im Bereich Windenergie tätig. Seit 2016 schreibe ich freiberuflich über Technik und Finanzen. Zu meinen Lieblingsthemen zählen Immobilien, Kryptowährungen und Tech-Aktien. Insbesondere interessiert mich die Schnittstelle zwischen Industrie und Wirtschaft und der wirtschaftliche Aspekt von technischen Innovationen. Auch im Freundeskreis bin ich eine geschätzte Beratung, wenn es um Investitionen in Immobilien und Aktien geht.

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