Tagesgeld-Vergleich 09/2026: Aktuelle Zinsen & 41 Konten im Test

Die €uro-Finanzwissen-Garantie
  • 41 Tagesgeldkonten im ausführlichen Vergleich
  • Transparente Bewertungskriterien
  • Bis zu 4,25 % im Aktionszeitraum
Silvia Benetti
Silvia Benetti
Redakteurin
Bester Aktionszins
  • Bis zu 3,4 % p. a. Sparzins sichern
  • Bis zu 1.000.000 € möglich
  • Kostenloses Konto
Zur Consorsbank
Consorsbank Logo
Bestes Bestandskundenangebot
  • Gleicher Zins für Neu- und Bestandskunden
  • Bis 300.000 €
  • Monatliche Zinsgutschrift
Zu Ferratum
Ferratum Logo

Zinsen
4,00% p.a.

Regulärer Zinssatz
2,00 % p.a.

Maximaler Anlagebetrag
500.000 €

Einlagensicherung
Deutschland
92 %
Sehr gut
09/2026
Testergebnis
92 %
Sehr gut
Testergebnis
09/2026
Zu Chase
Zinsen
3,00%

Regulärer Zinssatz
Variabel

Maximalbetrag
50.000 €

Einlagensicherung
100.000 €
92 %
Sehr gut
09/2026
Testergebnis
92 %
Sehr gut
Testergebnis
09/2026
Zu Raisin
Zinsen
2,60%

Einlagensicherung
500.000 €

Kosten
4,99 € pro Monat

Begrenzung der Zinsen
unlimitiertes Guthaben
88 %
Gut
09/2026
Testergebnis
88 %
Gut
Testergebnis
09/2026
Zu Scalable
Aktionszinsen
4,10 % p.a.
Aktionslaufzeit
4 Monate

Regulärer Zinssatz
2,00 % p.a.

Maximalbetrag
250.000 €

Einlagensicherung
Frankreich (nach EU-Richtlinie)
86 %
Gut
09/2026
Testergebnis
86 %
Gut
Testergebnis
09/2026
Zu Renault Bank
Aktionszinsen
4,20 %

Regulärer Zinssatz
2,80 %

Maximalbetrag
Unbegrenzt

Einlagensicherung
EU
86 %
Gut
09/2026
Testergebnis
86 %
Gut
Testergebnis
09/2026
Zu Trading212
Zinsen
4,15%

Regulärer Zinssatz
2,25%

Maximaler Betrag
250.000,00 €

Einlagensicherung
Estland
85 %
Gut
09/2026
Testergebnis
85 %
Gut
Testergebnis
09/2026
Zu Bigbank
Aktionszinsen
2,60 % p.a.
Aktionslaufzeit
Unbegrenzt

Regulärer Zinssatz
2,60 % p.a.

Maximalbetrag
Unlimitiert bei Free und Prime+

Einlagensicherung
Deutschland
85 %
Gut
09/2026
Testergebnis
85 %
Gut
Testergebnis
09/2026
Zu Scalable
Zinsen
3,00 %

Regulärer Zinssatz
3,00 %

Maximalbetrag
300.000 €

Einlagensicherung
Malta
85 %
Gut
09/2026
Testergebnis
85 %
Gut
Testergebnis
09/2026
Zu Ferratum
Aktionszinsen
3,50 % p.a.
Aktionslaufzeit
6 Monate

Regulärer Zinssatz
2,05 % p.a.

Maximalbetrag
250.000 €

Einlagensicherung
Spanien
84 %
Gut
09/2026
Testergebnis
84 %
Gut
Testergebnis
09/2026
Zu Suresse Bank
Zinsen
2,25%

Regulärer Zinssatz
2,25%

Maximalbetrag
250.000 €

Einlagensicherung
Deutschland
83 %
Gut
09/2026
Testergebnis
83 %
Gut
Testergebnis
09/2026
Zu norisbank

Im Tagesgeld-Vergleich für September 2026 reichen die Aktionszinsen aktuell bis zu 4,25 % p. a. Wir haben 41 Tagesgeldkonten getestet — von kostenlosen Direktbank-Angeboten bis zu Neobroker-Konten mit unbegrenztem Zins.

So findest du das richtige Tagesgeldkonto im September 2026

  • In unserem Test haben wir 41 Tagesgeldkonten geprüft — wie wir bewerten, kannst du in unserem Testverfahren lesen.
  • Vergleichssieger ist Chase mit 4 % Zinsen für 4 Monate bis 500.000 € und monatlicher Auszahlung.
  • Höchster Aktionszins: Trading212 mit 4,2 % p. a. für 4 Monate bei täglicher Auszahlung und ohne Maximalguthaben.
  • Top-Aktionszins mit monatlicher Zinsauszahlung: Raisin mit 3,00 % Zinsen für 3 Monate bis 50.000 €.
  • Bester Bestandszins ohne Wechselzwang: Ferratum mit 3,00 % p. a. dauerhaft für Neu- und Bestandskunden bis 300.000 €.
  • Bestes Tagesgeld plus Depot: Scalable Capital Prime+ mit 2,60 % Zinsen auf unbegrenztes Guthaben – für Neu- und Bestandskunden gleichermaßen.
  • Alle Konditionen werden regelmäßig aktualisiert.

Aktuelle Tagesgeldzinsen im September 2026 — die 6 besten Anbieter

Der Tagesgeldmarkt bleibt im September 2026 relativ stabil. Das interessante Neuangebot stammt von Trading212, das Neukunden mit einem Aktionszins von 4,20 % p.a. für 4 Monate lockt. Ebenfalls haben die Renault Bank direkt und Revolut ihren Neukundenzinsen auf 4,1 % p.a. beziehungsweise 4,25 % p.a. erhöht. Neuigkeiten gibt es auch bei Scalable, dessen Zins inzwischen 2,6 % p.a. für Neu- und Bestandskunden beträgt.

Ob sich in den kommenden Monaten die Zinsen verändern werden, hängt vom Zinsbeschluss der EZB am 10. September ab. Erhöht die Zentralbank aufgrund der Inflation den Leitzins für die Eurozone, sind Veränderungen in den nächsten Monaten wahrscheinlich.

Bestes Tagesgeldkonto für Zinsjäger: Trading212

Der britische Online-Broker lockt mit hohen Neukundenzinsen Zins ohne Obergrenze und mit täglicher Auszahlung, was sich besonders rechnet, wenn du vom Zinseszinseffekt profitieren willst. Auch nach Ablauf des Aktionszinses gibt es solide Konditionen für Bestandskunden.

Der einzige Nachteil: Trading 212 ist kein Einlageninstitut, und verteilt die Kundengelder auf Partnerbanken und Geldmarktfonds. Bei letzteren greift die gesetzliche EU-Einlagensicherung über 100.000 € nicht. Der Schutz läuft stattdessen über die Anlegerentschädigung und beträgt lediglich 20.000 €. Sicherheitsbedürftige Anleger sind also bei einem Anbieter mit deutscher oder solider EU-Einlagensicherung besser aufgehoben.

Trading212
Trading212 Tagesgeld
  • 4,2 % p.a. für Neukunden
  • 2,80 % p.a. für Bestandskunden
  • Tägliche Zinsauszahlung
  • Kein Girokonto erforderlich

Das beste Tagesgeldkonto für Bestandskunden Ferratum

Hinter Ferratum steckt die Multitude Bank p.l.c. mit Sitz auf Malta, eine Vollbank mit maltesischer Lizenz und Teil der finnischen Multitude-Gruppe. Das Highlight: Bei Ferratum gibt es keinen Aktionszins, der nach 4 oder 6 Monaten sinkt, sondern einen dauerhaften und attraktiven Bestandskundenzins, der stets zu den höchsten in unserem Vergleich gehört.

Ferratum
Ferratum Tagesgeld
  • 3 % Zinsen für Neu- und Bestandskunden
  • Jederzeit verfügbar
  • Monatliche Zinszahlung

Das beste Tagesgeldkonto mit monatlicher Zinsgutschrift Chase

Die Digitalbank Chase der US-Großbank JPMorgan überzeugt mit attraktiven Neukundenzinsen auf Einlagen bis zu 500.000 Euro und monatlicher Gutschrift.

Auch um die Sicherheit deiner Einlagen steht es gut:  Zusätzlich zur gesetzlichen Einlagensicherung nimmt Chase am Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken e.V. (BdB) teil. Ein kleines Manko: Ein Gemeinschaftskonto gibt es nicht. Wer zu zweit sparen will, muss woanders ein Tagesgeldkonto eröffnen.

Chase
Chase Tagesgeldkonto
  • 4 % Zinsen für 4 Monate
  • Regulär 2 % Zinsen (variabel)
  • Umfangreiche Einlagensicherung

Das beste Tagesgeld mit Depot Scalable Capital

Bei Scalable Capital Prime+ gilt der Zinssatz für Neu- und Bestandskunden gleichermaßen. Prime+ kostet im Gegensatz zum kostenlosen Scalable Capital Free 4,99 Euro monatlich. Du brauchst die kostenpflichtige Premium-Mitgliedschaft jedoch nur, um die Einlagensicherung von bis zu 500.000 Euro zu erhalten (Free: 100.000 Euro)

Das Angebot ist vorteilhaft für all diejenigen, die Depot und Tagesgeld vereinen wollen. Wer nichts mit Wertpapieren am Hut hat, fährt dagegen mit den klassischen Direktbank-Angeboten unkomplizierter.

Scalable Capital
Scalable Capital Prime Tagesgeld
  • 2,60 % Zinsen auf unlimitiertes Guthaben
  • Kostenlose Trades ab 250 € Ordervolumen
  • Deutsche Einlagensicherung
  • Keine zeitliche Beschränkung der Zinsen
(ggf. fallen Produktkosten, Spreads, Zuwendungen und Crypto-Gebühren an)

Das beste Tagesgeld für Tagesgeldhopping Raisin StartZins

Bei der Zinsplattform Raisin (früher WeltSparen) bekommst du über eine einzige Anmeldung Zugang zu den Tagesgeld- und Festgeldangeboten von über 150 Partnerbanken aus ganz Europa. Statt bei jeder Bank einzeln ein Konto zu eröffnen, kannst du zwischen den Angeboten wechseln, ohne jedes Mal den vollen Eröffnungsprozess zu durchlaufen.

Genau dieser Ansatz löst das Tagesgeld-Hopping-Problem. Wer den Aktionszins einer Bank ausgereizt hat, zieht innerhalb von Raisin ohne neue Identifizierung zum nächsten Angebot um. Allerdings musst dich darum kümmern, nach dem Ende des jeweiligen Angebots ein neues zu wählen. Tust du das nicht, bleibt dein Geld unverzinst auf dem Verrechnungskonto.

Raisin
Raisin Tagesgeld
  • Zugang zu über 150 Partnerbanken aus ganz Europa
  • Hohe Zinsen für Neukunden
  • Bequemer Wechsel zwischen Angeboten
  • Breites Zusatzangebot

Das beste Tagesgeld für Paare Consorsbank

Willst du mit deinem Partner sparen, sind die Tagesgeldangebote begrenzt. Eins der besten ist das der Consonsbank, das attraktive Neukundenzinsen auf einen Anlagebetrag bis zu 1.000.000 € bietet.

Die gesetzliche Einlagensicherung läuft über den französischen FGDR und schützt 100.000 € pro Kunde. Der Haken: Nach Ablauf der drei Monate fällt der Zins allerdings auf 1,00 %. Damit gehört die Consorsbank zu den Anbietern mit dem stärksten Gefälle zwischen Aktion und Bestandskunden.

Consorsbank
Consorsbank - Tagesgeld
  • 3,60 % für Neukunden
  • Gute Verwaltung im Online Banking
  • Umfangreiches Produktangebot
ggf. fallen Produktkosten, Spreads, Zuwendungen und Crypto-Gebühren an

Auf der Suche nach einem Tagesgeldkonto für dein Kind? In unserem Vergleich der Tagesgeld für Kinder stellen wir die besten Anbieter vor.

Diese Anbieter haben wir auch getestet

Diese fünf Anbieter decken die wichtigsten Anwendungsfälle ab, aber sie sind nicht die ganze Geschichte. Wir haben insgesamt 41 Tagesgeldkonten geprüft, und je nach persönlicher Situation kann auch ein Anbieter aus den hinteren Plätzen die richtige Wahl sein. Wer beispielsweise besonders viel Wert auf einen bestimmten Serviceaspekt legt oder gezielt nach einer Bank aus einem bestimmten Sitzland sucht, findet in der vollständigen Liste oft passendere Optionen.

Was uns dabei wichtig ist, und was uns von vielen anderen Tagesgeld-Vergleichen unterscheidet: Wir zeigen dir nicht nur das Gesamtergebnis in Prozent, sondern die Bewertung in jedem einzelnen Testkriterium. Du siehst also auf einen Blick, ob ein Anbieter beim Zins zwar überzeugt, aber bei der Banking-App schwächelt, oder ob er beim Service punktet, aber Abstriche bei der Einlagensicherung macht. Das ist deutlich aussagekräftiger als ein bloßes „85 %".

In der folgenden Übersicht findest du alle 38 Tagesgeldkonten aus unserem Test mit allen Detail-Bewertungen. Ehrlicherweise lohnt sich der genaue Blick: Manche Anbieter, die hier auf Platz 15 oder 20 stehen, sind in einer ganz spezifischen Lebenssituation die bessere Wahl als unser Vergleichssieger.

KategorieScalable Capital FREEScalable Capital Prime+Smartbroker+
Bestandskunden
Bestandskunden
3 / 3
2,60%
Bestandskunden
3 / 3
2,60%
Bestandskunden
2,27 / 3
2,00%
Neukunden
Neukunden
2,14 / 3
2,60%
Neukunden
2,14 / 3
2,60%
Neukunden
1,53 / 3
2,00%
Zinsintervall [Monate]
Zinsintervall [Monate]
0,25 / 0,5
1 Monate
Zinsintervall [Monate]
0,25 / 0,5
1 Monate
Zinsintervall [Monate]
0,25 / 0,5
3 Monate
Zinsgarantie [Monate / Neukunden]
Zinsgarantie [Monate / Neukunden]
0,5 / 0,5
0 Monate
Zinsgarantie [Monate / Neukunden]
0,5 / 0,5
0 Monate
Zinsgarantie [Monate / Neukunden]
0,5 / 0,5
0 Monate
Mindestanlage [€]
Mindestanlage [€]
0,5 / 0,5
Ohne
Mindestanlage [€]
0,5 / 0,5
Ohne
Mindestanlage [€]
0,5 / 0,5
Ohne
Maximalanlage [€]
Maximalanlage [€]
0,5 / 0,5
unbegrenzt
Maximalanlage [€]
0,5 / 0,5
unbegrenzt
Maximalanlage [€]
0,3 / 0,5
100.000,00 €
Einlagensicherung
Einlagensicherung
75 %
Einlagensicherung
100 %
Einlagensicherung
100 %
Gesetzliche Einlagensicherung
Gesetzliche Einlagensicherung
1 / 1
Ja
Gesetzliche Einlagensicherung
1 / 1
Ja
Gesetzliche Einlagensicherung
1 / 1
Ja
Erweiterte Einlagensicherung
Erweiterte Einlagensicherung
0 / 1
Nein
Erweiterte Einlagensicherung
1 / 1
Ja
Erweiterte Einlagensicherung
1 / 1
Ja
Bank-Rating
Bank-Rating
1 / 1
Mindestens B
Bank-Rating
1 / 1
Mindestens B
Bank-Rating
1 / 1
Mindestens B

Aktionszins oder Dauerzins – was lohnt sich bei Tagesgeldkonten?

Wer Tagesgeldkonten vergleicht, stößt auf zwei grundsätzlich verschiedene Angebotstypen: hohe Aktionszinsen für Neukunden, die nur wenige Monate gelten, und niedrigere Dauerzinsen, die ohne Befristung laufen. Auf den ersten Blick wirkt der Aktionszins fast immer attraktiver. 3,60 % statt 2,60 % — das klingt nach einem klaren Sieger.

Auf den zweiten Blick ist die Sache deutlich weniger eindeutig. Was wirklich zählt, ist nicht der Spitzenzins, sondern der effektive Zinsertrag über ein ganzes Jahr, und genau hier kippt das Bild oft zugunsten des Dauerzinses.

Aktionszins vs. Dauerzins: Die Modellrechnung auf 10.000 €

Schauen wir uns konkret an, was bei 10.000 € Anlage über 12 Monate herauskommt — einmal beim aktuell höchsten Aktionszins (Consorsbank, 3,60 % für 5 Monate, danach 1 %) und einmal beim besten Dauerzins-Anbieter (Ferratum, konstant 3 %).

Modellrechnung: 10.000 € auf 12 Monate

AnbieterZinslogikZinsertrag (vor Steuern)
Consorsbank (Aktionszins)5 Monate × 3,60 % + 7 Monate × 1 %191,66 €
Ferratum (Dauerzins)12 Monate × 3 %300 €
Differenz+108,34 € für Ferratum

Das Ergebnis überrascht viele Sparer: Trotz des deutlich niedrigeren Spitzenzinses bringt das Ferratum-Konto mehr Zinsen als die Consorsbank — und zwar ohne dass du irgendetwas tun musst.

Der Grund liegt in der Zinslogik: Aktionszinsen gelten typischerweise nur für drei bis sechs Monate, danach fällt der Satz teils drastisch ab. Bei der Consorsbank von 3,60 % auf 1 %, bei Santander sogar von 2,75 % auf 0,30 % p. a. Der hohe Spitzenzins gilt also nicht mal für die Hälfte des Jahres. In den restlichen Monaten zinst dein Geld zu Konditionen, die deutlich unter dem Marktdurchschnitt liegen.

Ehrlicherweise gibt es eine wichtige Einschränkung bei dieser Rechnung: Sie gilt nur, wenn du nach den drei Monaten nichts machst. Wer aktiv bereit ist zu wechseln, also den Aktionszins bei Bank A einstreicht und danach zu Bank B umzieht, kann die Rendite deutlich heben. Ob sich dieser Aufwand lohnt, schauen wir uns im nächsten Abschnitt an.

💡 Hinweis: Diese Berechnung ist eine Modellrechnung mit den aktuellen Zinssätzen vom September 2026. Aktionszinsen können sich jederzeit ändern. Die hier gezeigten Werte sind keine Garantie für zukünftige Konditionen.

Tagesgeld-Hopping: Lohnt sich der ständige Bankwechsel?

Wer bei der ersten Modellrechnung aufgepasst hat, denkt jetzt vielleicht: „Klar lohnt sich der Aktionszins, ich wechsle einfach nach drei Monaten zur nächsten Bank." Diese Strategie nennt sich Tagesgeld-Hopping, und sie funktioniert tatsächlich, aber nur in bestimmten Situationen.

Schauen wir uns konkret an, was passiert, wenn ein aktiver Hopper 25.000 € über 12 Monate durch drei verschiedene Aktionszins-Angebote rotieren lässt:

Modellrechnung: 25.000 € im Hopping-Modus

PhaseAnbieterZinssatzDauerZinsertrag
Monate 1–5Consorsbank3,60 % p. a.5 Monate375 €
Monate 6–9Renault Bank4,1 % p. a.4 Monate341 €
Monate 10-12Raisin3,00 % p. a.3 Monate187,50 €
Gesamt12 Monate903,50 €

Zum Vergleich: Dieselben 25.000 € hätten beim besten Dauerzins-Anbieter Ferratum 750 € gebracht (3 % × 25.000 €). Das Hopping bringt also vor Steuern und ohne Berücksichtigung des Zeitaufwands. 158,50 € mehr im Jahr.

Wann lohnt sich Hopping wirklich?

Ehrlicherweise sind 158,50 € auf 25.000 € Anlage zwar mathematisch ein Vorteil, aber nicht jeder Sparer wird dafür zwei bis drei Bankwechsel im Jahr durchziehen. Dahinter steckt echter Aufwand:

  • Dreimal Konto eröffnen (jeweils mit Post-Ident oder Video-Ident)
  • Dreimal Geld umbuchen (Wartezeiten, Buchungsfristen)
  • Dreimal alte Konten kündigen oder zumindest pflegen
  • Dreimal Freistellungsauftrag anpassen
  • Dreimal Steuerunterlagen sortieren

Realistisch musst du pro Wechsel mit 1–2 Stunden Zeitaufwand rechnen. Bei drei Wechseln im Jahr sind das 3–6 Stunden. Ob sich das für 158,50 € lohnt, hängt davon ab, was deine Zeit dir wert ist.

Unsere Faustregel aus dem Test:

AnlagebetragEmpfehlung
Unter 5.000 €Hopping lohnt sich nicht. Der Zeitaufwand übersteigt den Zinsvorteil. Setze auf einen guten Dauerzins-Anbieter wie Ferratum oder Trading212.
5.000 € – 25.000 €Maximal ein Wechsel pro Jahr. Aktionszins einstreichen, dann zum Dauerzins-Konto wechseln und liegen lassen.
25.000 € – 100.000 €Hopping lohnt sich finanziell. Bei 50.000 € sind das schon 250 € Mehrertrag pro Jahr — das ist die Stunde Aufwand wert.
Über 100.000 €Klare Empfehlung zum Hopping — und ergänzend: Geld auf mehrere Banken splitten, um die Einlagensicherungsgrenze von 100.000 € pro Bank nicht zu überschreiten.

Aus unserer Sicht ist Hopping ein Werkzeug, kein Selbstzweck. Wer Spaß daran hat, Konditionen zu vergleichen und mit Banken zu jonglieren, holt damit das Maximum raus. Wer sein Tagesgeld einfach laufen lassen will, fährt mit einem starken Dauerzins-Anbieter wie Ferratum mehr als gut genug. Der Unterschied ist real, aber selten relevant.

Tagesgeldkonto-Vergleich: Worauf solltest du wirklich achten?

Wer ein Tagesgeldkonto vergleicht, schaut meistens zuerst auf die Zinshöhe. Allerdings ist sie nicht das einzige Kriterium, das am Ende über die Rendite entscheidet. Wir sehen in unseren Tests immer wieder Anbieter, die mit 3 % p. a. werben, aber bei genauerem Hinsehen erhebliche Schwächen haben, etwa einen viel zu niedrigen Maximalbetrag, eine wackelige Einlagensicherung oder eine Kontoeröffnung, die wochenlang dauert.

In diesem Abschnitt zeigen wir dir die sieben Kriterien, auf die du beim Tagesgeldkonto-Vergleich achten solltest und mit denen du Marketing-Versprechen von echten Top-Konditionen unterscheidest.

Die 7 wichtigsten Kriterien beim Tagesgeldkonto-Vergleich

Was macht ein gutes Tagesgeldkonto aus? Aus unserer Sicht — und nach 35 getesteten Anbietern — sind das diese sieben Punkte, in absteigender Wichtigkeit:

Höhe der Zinsen (Aktion UND Bestand)

Der Aktionszins ist das, womit Banken werben. Der Bestandszins ist das, was du am Ende wirklich bekommst, wenn du das Konto laufen lässt. Ein Anbieter mit 3,40 % Aktionszins, der danach auf 0,80 % fällt, ist langfristig schlechter als einer mit konstant 2,70 %. Schau dir immer beide Werte an.

Maximaler Anlagebetrag mit Zinsgarantie

Viele Banken zinsen den hohen Aktionszins nur bis zu einem bestimmten Betrag. Typisch sind 100.000 € oder 250.000 €. Alles darüber wird oft mit dem deutlich niedrigeren Bestandszins verzinst. Wer größere Summen anlegt, sollte auf Anbieter mit hohem oder unbegrenztem Limit setzen. Die Consorsbank und Chase deckeln zum Beispiel erst bei 1.000.000 €, Santander verzinst sogar ohne Obergrenze.

Einlagensicherung und Sitzland der Bank

Innerhalb der EU sind Einlagen bis 100.000 € pro Bank und Kunde gesetzlich abgesichert. Aber: Im Krisenfall springt der Einlagensicherungsfonds des Sitzlandes ein. Bei einer estnischen Bank also Estland, bei einer maltesischen Bank Malta. Wir empfehlen, vor allem auf Anbieter aus Ländern mit AA- oder AAA-Rating zu setzen. Das sind etwa Deutschland, Frankreich, Niederlande, Schweden, Österreich.

Zinsgutschrift-Intervall

Monatlich, vierteljährlich oder jährlich — der Unterschied ist kleiner als oft behauptet, aber er existiert. Bei monatlicher Gutschrift greift der Zinseszinseffekt schneller, was bei längerer Anlagedauer und höheren Beträgen einen merkbaren Unterschied macht. Was uns besonders gut gefällt: Anbieter wie Ferratum, Renault Bank direkt oder Scalable Capital zahlen monatlich, Trading212 sogar täglich.

Kontoführungsgebühren

Diese sollten nicht existieren. Wenn ein Tagesgeldkonto Kontoführungsgebühren erhebt, ist das ein klares Ausschlusskriterium, da der Markt bietet ausreichend kostenlose Alternativen bietet. Einzige Ausnahme: Premium-Modelle wie Scalable Capital Prime+, bei denen die Gebühr Teil eines erweiterten Pakets ist.

Kontoeröffnung digital oder per Post-Ident

Eine zeitgemäße Tagesgeld-Kontoeröffnung läuft heute komplett digital mit Video-Ident oder eID. Wer noch auf Post-Ident setzt, verlängert den Prozess um Tage. Bei einigen Anbietern (vor allem Filialbanken wie Santander) ist die Kontoeröffnung für Minderjährige zudem nur in der Filiale möglich, was für die Eltern ein klarer Nachteil ist.

Verfügbarkeit von Gemeinschafts- und Kinderkonten

Wer als Paar oder als Familie spart, sollte gezielt nach Banken suchen, die Gemeinschaftskonten oder Tagesgeld für Kinder anbieten. Das ist nicht selbstverständlich. Ferratum etwa schließt beide Optionen aus, die Renault Bank direkt bietet beides digital an.

Tagesgeldkonto eröffnen – so funktioniert’s in 5 Schritten

Die meisten Tagesgeldkonten sind in 15 bis 30 Minuten eröffnet, vorausgesetzt, du hast die nötigen Unterlagen zur Hand. Wir haben den Prozess in den letzten Tests immer wieder durchlaufen und zeigen dir hier, was dich konkret erwartet.

Was du vor der Eröffnung bereithalten solltest:

  • Personalausweis oder Reisepass
  • Steuer-Identifikationsnummer (steht auf deiner Lohnsteuerbescheinigung oder im Bundeszentralamt-Schreiben)
  • IBAN deines Girokontos als Referenzkonto — über dieses Konto laufen alle Ein- und Auszahlungen
  • Smartphone mit guter Kamera für Video-Ident
  • Etwa 15–30 Minuten ungestörte Zeit

Scheitern die meisten Eröffnungsversuche, liegt es oft daran, dass eines dieser Dokumente fehlt. Vor allem die Steuer-ID wird oft vergessen, kann aber nachgereicht werden.

Schritt 1: Antrag online ausfüllen

Auf der Webseite deiner gewählten Bank klickst du auf „Konto eröffnen". Du gibst Name, Adresse, Geburtsdatum, Steuer-ID und die IBAN deines Referenzkontos ein. Wichtig: Das Referenzkonto muss auf deinen Namen laufen. Konten von Eltern oder Partnern werden nicht akzeptiert.

Schritt 2: Identifikation per Video-Ident oder Post-Ident

Bei der Mehrheit der modernen Direktbanken läuft die Identifikation per Video-Ident. Ein Mitarbeiter prüft per Videoanruf deinen Ausweis und stellt dir ein paar Sicherheitsfragen. Das dauert je nach Auslastung 5–15 Minuten. Bei einigen Banken (vor allem Filialinstituten) gibt es noch das klassische Post-Ident. Dafür musst du in einer Postfiliale einen ausgedruckten Coupon vorzeigen und dich ausweisen.

Schritt 3: Antrag absenden und Bestätigung abwarten

Nach erfolgreicher Identifikation gehst du den Antrag final durch. Die Bank prüft die Unterlagen und schickt dir eine Bestätigungs-E-Mail oder einen Brief mit den Zugangsdaten. Bei vollständig digitalen Anbietern wie Scalable Capital geht das oft innerhalb eines Werktags, bei Filialbanken kann es bis zu einer Woche dauern.

Schritt 4: Geld auf das Tagesgeldkonto überweisen

Sobald du Zugang zum Online-Banking hast, überweist du den gewünschten Betrag von deinem Referenzkonto auf das neue Tagesgeldkonto. Wichtig: Bei den meisten Anbietern beginnt die Aktionszinsphase erst mit dem Geldeingang, nicht mit der Kontoeröffnung. Wer also das Maximum aus dem Aktionszins holen will, sollte direkt nach der Eröffnung einzahlen.

Schritt 5: Freistellungsauftrag einrichten

Damit Zinsen unterhalb deines Sparer-Pauschbetrags von 1.000 € (Singles) oder 2.000 € (Verheiratete) steuerfrei bleiben, musst du einen Freistellungsauftrag einrichten. Das geht direkt im Online-Banking — meist unter „Service" oder „Steuern". Ohne Freistellungsauftrag führt die Bank automatisch 26,375 % Kapitalertragsteuer sowie Solidaritätszuschlag ab, die du dir später nur über die Steuererklärung zurückholen kannst.

💡 Praxis-Tipp: Wenn du mehrere Tagesgeldkonten parallel hast, setze den Freistellungsauftrag dort, wo aktuell die höchsten Zinsen anfallen. Bei reinen Aktionszins-Konten lohnt sich der volle Freibetrag, bei Dauerzins-Konten kannst du den Auftrag auch teilen.

Auslandstagesgeld: Sicher oder riskant?

Die höchsten Tagesgeldzinsen kommen oft nicht von deutschen Banken, sondern aus Frankreich, Malta, Estland oder Schweden. Das macht stutzig: Ist das Geld dort genauso sicher? Und welche bürokratischen Hürden warten?

Die kurze Antwort: Innerhalb der EU ist Auslandstagesgeld in der Regel sicher, wenn du auf zwei Dinge achtest: das Sitzland der Bank und das Bonitätsrating des Landes. Die längere Antwort folgt jetzt — inklusive der Steuerfrage, bei der wir ein paar gängige Mythen klarstellen müssen.

Welche Länder sind sicher? Die EU-Bonität im Überblick

Innerhalb der EU greift immer die gesetzliche Einlagensicherung von 100.000 € pro Bank und Kunde. Im Krisenfall springt der Einlagensicherungsfonds des Sitzlandes der Bank ein. Bei einer maltesischen Bank also Malta, bei einer estnischen Bank Estland.

Der Einlagensicherungsfonds ist aber nur so stark wie der Staat, der ihn im Notfall finanziert. Damit wird die Frage relevant: Wie zahlungsfähig ist das Sitzland der Bank? Hier hilft der Blick auf die Bonitätsratings der drei großen Agenturen.

LandS&P-RatingEinordnung
DeutschlandAAAHöchste Bonität
NiederlandeAAAHöchste Bonität
SchwedenAAAHöchste Bonität
LuxemburgAAAHöchste Bonität
ÖsterreichAA+Sehr hohe Bonität
EstlandA+Hohe Bonität
FrankreichA+Hohe Bonität (Herabstufung Oktober 2025)
SpanienA+Hohe Bonität
MaltaA−Solide Bonität
ItalienBBB+Untere Investmentgrade-Stufe
<strong>EU-Länder mit Tagesgeld-Anbietern in unserem Vergleich (S&amp;P-Rating, Stand </strong>September <strong>2026)</strong>

Was du daraus mitnehmen solltest: Selbst die schwächste Bonität in dieser Liste (Italien BBB+) liegt noch klar im Investmentgrade. Spekulative Bonität (BB und schlechter) findest du bei keinem Anbieter im Vergleich. Wer also bei einem Anbieter aus Estland, Malta oder Italien anlegt, geht kein dramatisch höheres Risiko ein, aber eben ein etwas höheres als bei deutschen oder niederländischen Banken.

💡 Praxis-Tipp: Wenn du auf Nummer sicher gehen willst, splitte größere Beträge auf zwei oder drei Banken aus unterschiedlichen Top-Ländern (Deutschland, Niederlande, Frankreich). Damit nutzt du die 100.000 €-Sicherung mehrfach UND streust gleichzeitig das Länderrisiko.

Wie funktioniert die EU-Einlagensicherung wirklich?

Die Theorie ist einfach: 100.000 € pro Bank und Kunde sind im Insolvenzfall geschützt. In der Praxis gibt es ein paar Details, die wir hier ehrlich auf den Tisch legen.

Auszahlungsfrist: 7 Werktage. EU-weit gilt seit 2024, dass Einlagen im Insolvenzfall innerhalb von sieben Werktagen ausgezahlt werden müssen. Du musst dafür auch keinen Antrag stellen, da der Sicherungsfonds automatisch aktiv wird.

Wer zahlt im Krisenfall? Der Einlagensicherungsfonds des Sitzlandes der Bank. Bei einer Pleite einer estnischen Bank zahlt also der estnische Tagastatud Hoiuste Fond, nicht der deutsche EdB. Das ist der Grund, warum die Bonität des Sitzlandes überhaupt eine Rolle spielt.

Was bei einer Systemkrise passiert 

Der unbequeme Punkt, den niemand gerne anspricht: Wenn ein ganzer Staat in finanzielle Schwierigkeiten gerät und gleichzeitig mehrere Banken pleitegehen, kann der Einlagensicherungsfonds an seine Grenzen kommen. Genau deshalb ist die Bonität des Landes wichtig. In der Eurozone gilt zudem: Im absoluten Notfall springt theoretisch der Europäische Stabilitätsmechanismus (ESM) ein. Das ist eine letzte Auffanglinie, die aber bisher nie für Einlagensicherung aktiviert wurde.

Mehrere Konten bei derselben Bank zählen zusammen

Wer Tagesgeld UND Festgeld UND ein Girokonto bei derselben Bank hat, hat nicht 3 × 100.000 € Schutz, sondern einmal. Das ist ein häufiger Denkfehler. Will man die Sicherung mehrfach nutzen, müssen es rechtlich verschiedene Banken sein, und zwar nicht nur unterschiedliche Marken desselben Konzerns.

Quellensteuer auf Tagesgeld — was wirklich gilt

Hier müssen wir mit einem hartnäckigen Mythos aufräumen, der in vielen Vergleichen verbreitet wird: Bei Tagesgeld in der EU fällt in den allermeisten Fällen gar keine ausländische Quellensteuer an.

Quellensteuer kennen viele aus dem Aktien- und Dividendenbereich, etwa wenn US-Aktien Dividenden ausschütten und automatisch 30 % vom amerikanischen Fiskus einbehalten werden. Bei Tagesgeldzinsen ist das eine andere Geschichte:

  • Frankreich: 0 % Quellensteuer auf Zinsen (für nicht-ansässige EU-Bürger)
  • Spanien: 0 % Quellensteuer auf Zinsen (für EU-Bürger mit Wohnsitznachweis)
  • Niederlande: 0 % Quellensteuer auf Zinsen
  • Estland, Malta, Schweden: 0 % Quellensteuer auf Zinsen
  • Österreich: 25 % — die einzige relevante Ausnahme unter den typischen Tagesgeld-Sitzländern
  • Italien, Portugal, Bulgarien: Hier gibt's zwar Quellensteuer auf Zinsen, aber die in unserem Vergleich vertretenen Banken aus diesen Ländern führen sie meist gar nicht erst ab (durch Doppelbesteuerungsabkommen reduziert)

Was du dir aber merken solltest, weil es viele übersehen:

Bei ausländischen Banken zieht niemand automatisch deutsche Steuern ab. Anders als bei deutschen Banken kannst du keinen Freistellungsauftrag einrichten. Das bedeutet: Du musst die Zinseinnahmen selbst in der Anlage KAP deiner Steuererklärung angeben und versteuern. Der Sparer-Pauschbetrag (1.000 € / 2.000 €) gilt selbstverständlich auch für ausländische Zinseinkünfte, aber du musst ihn aktiv geltend machen.

Was passiert, wenn ausländische Quellensteuer doch anfällt? Über das Doppelbesteuerungsabkommen wird sie meist bis zu einer Höhe von 15 % auf die deutsche Abgeltungssteuer angerechnet. Liegt die ausländische Steuer höher, kannst du dir den Differenzbetrag im Ausland zurückholen. Dennoch ist das aber bürokratisch aufwendig: Anträge erfolgen nur in der Landessprache, lange Bearbeitungszeiten (in Italien bis zu mehrere Jahre), oft Bescheinigungen vom deutschen Finanzamt nötig. Bei Tagesgeld-Zinsen lohnt sich das fast nie — die Beträge sind dafür zu klein.

Häufige Fragen zum Tagesgeld-Vergleich

Welche Bank hat aktuell die besten Tagesgeldzinsen?

Im September 2026 bietet Revolut den höchsten Aktionszins mit 4,25 % p. a. für die ersten 4 Monate, gefolgt von Trading212 mit 4,2 % p. a. für 4 Monate. Wer dauerhaft hohe Zinsen ohne Wechselzwang sucht, fährt mit Ferratum (3,00 % p. a. für Neu- und Bestandskunden) am besten. Eine gute Kombi aus Tagesgeld und Depot bietet Scalable Capital Prime+ mit 2,60 % p. a. auf unbegrenztes Guthaben, allerdings nur in Kombination mit der kostenpflichtigen Premium-Mitgliedschaft.

Wie viel Geld sollte ich auf dem Tagesgeldkonto haben?

Als Faustregel gelten 3 bis 6 Monatsausgaben als Notgroschen auf dem Tagesgeldkonto. Bei 2.500 € monatlichen Ausgaben sind das 7.500 € bis 15.000 €. Beträge darüber verlieren bei höherer Inflation real an Kaufkraft. Wer sein Geld länger festlegen kann, fährt mit Festgeld oder einem Geldmarkt-ETF renditemäßig oft besser.

Wie werden Tagesgeld-Zinsen besteuert?

Auf Tagesgeld-Zinsen zahlst du in Deutschland 25 % Kapitalertragsteuer + 5,5 % Solidaritätszuschlag. Insgesamt sind es 26,375 %, je nach Bundesland zusätzlich Kirchensteuer. Erst Zinsen, die über dem Sparer-Pauschbetrag von 1.000 € (Singles) oder 2.000 € (Verheiratete) liegen, werden überhaupt besteuert. Bei deutschen Banken wird die Steuer automatisch ans Finanzamt abgeführt. Voraussetzung ist ein eingerichteter Freistellungsauftrag, sonst zieht die Bank den vollen Steuerbetrag ein und du holst dir den Freibetrag erst über die Steuererklärung zurück. Bei ausländischen Banken musst du die Zinseinnahmen selbst in der Anlage KAP angeben.

Sind ausländische Tagesgeldkonten sicher?

Innerhalb der EU ist Auslandstagesgeld in der Regel sicher: Die gesetzliche Einlagensicherung von 100.000 € pro Bank und Kunde gilt EU-weit, im Krisenfall springt der Einlagensicherungsfonds des Sitzlandes ein. Entscheidend ist deshalb die Bonität des Sitzlandes. Frankreich (A+), Niederlande (AAA) oder Schweden (AAA) sind weitgehend unproblematisch, bei Anbietern aus Malta (A−) oder Italien (BBB+) gehst du ein etwas höheres Länderrisiko ein. Quellensteuer auf Zinsen fällt, anders als oft behauptet, bei den meisten EU-Ländern gar nicht an. Die einzige relevante Ausnahme unter typischen Tagesgeld-Sitzländern ist Österreich (25 %).

Wie oft werden Tagesgeldzinsen ausgezahlt?

Das hängt vom jeweiligen Anbieter ab. Üblich sind drei Modelle: monatliche, vierteljährliche oder jährliche Zinsgutschrift. Für dich als Sparer ist die monatliche Auszahlung am vorteilhaftesten, da der Zinseszinseffekt schneller greift. Anbieter wie Ferratum, Renault Bank direkt oder Scalable Capital Prime+ zahlen monatlich aus, viele Direktbanken nur jährlich. Der Unterschied ist mathematisch zwar überschaubar (bei 10.000 € und 2,70 % macht monatlich vs. jährlich rund 4 € Unterschied im Jahr), aber bei größeren Summen und längerer Anlagedauer ist er relevant.

Wie viele Tagesgeldkonten darf ich haben?

Es gibt keine gesetzliche Obergrenze. Du kannst beliebig viele Tagesgeldkonten parallel führen, zum Beispiel, um die Einlagensicherung von 100.000 € pro Bank mehrfach zu nutzen oder gleichzeitig mehrere Aktionszinsen mitzunehmen. Wichtig ist nur: Bei mehreren Konten musst du den Sparer-Pauschbetrag aktiv aufteilen. Der Freistellungsauftrag wird pro Bank einzeln erteilt. Setzt du den vollen Freibetrag bei einer Bank, bei der du kaum Zinsen erzielst, verschenkst du Steuervorteile. Sinnvoller ist es, den Freibetrag dort zu setzen, wo aktuell die höchsten Zinsen anfallen.

Lohnt sich Tagesgeld bei Inflation?

Tagesgeld lohnt sich bei hoher Inflation nur bedingt. Liegt der Tagesgeldzins unter der Inflationsrate, verlierst du real an Kaufkraft, auch wenn dein Kontostand nominell wächst. Bei einer Inflationsrate von 3 % und einem Tagesgeldzins von 2,70 % verlierst du also rund 0,3 % Kaufkraft pro Jahr. Trotzdem bleibt Tagesgeld die richtige Wahl für deinen Notgroschen, weil Sicherheit und sofortige Verfügbarkeit hier wichtiger sind als Rendite. Für Geld, das du länger nicht brauchst, sind renditestärkere Alternativen sinnvoller.

Silvia Benetti
Silvia Benetti
Redakteurin
Über die Autorin
Ich habe an der TU Berlin Physikalische Ingenieurwissenschaft studiert und war anschließend jahrelang im Bereich Windenergie tätig. Seit 2016 schreibe ich freiberuflich über Technik und Finanzen. Zu meinen Lieblingsthemen zählen Immobilien, Kryptowährungen und Tech-Aktien. Insbesondere interessiert mich die Schnittstelle zwischen Industrie und Wirtschaft und der wirtschaftliche Aspekt von technischen Innovationen. Auch im Freundeskreis bin ich eine geschätzte Beratung, wenn es um Investitionen in Immobilien und Aktien geht.

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