
Japan Aktien: Wachsende Renditechancen unter dem Radar
In Deutschland sind Japan Aktien ein Thema über das nur selten berichtet wird. Dabei handelt es sich bei Japan, gemessen am BIP, um die drittgrößte Volkswirtschaft der Welt.
Ein kurzer Blick auf die dort ansässigen Unternehmen, deren Zahlen und die Entwicklung des japanischen Aktienindexes Nikkei225 lassen erkennen, dass es in Japan viele günstig bewertete Unternehmen gibt, die eine stärkere Entwicklung aufweisen als ihre europäischen oder amerikanischen Pendants.
Trotzdem scheinen japanische Aktien bei vielen Anlegern eher keine Rolle zu spielen bzw. einfach nicht präsent zu sein. Aber warum ist das so? Und ist diese Haltung berechtigt? Welche Qualitätsaktien aus Japan gibt es überhaupt?
Im Zuge dieses Artikels wollen wir diesen Fragen auf den Grund gehen und herausfinden, welche Chancen und Risiken sich bei einem Investment in Japan Aktien bieten.
1. Was sind eigentlich Japan Aktien?
Der Nikkei 225, gilt nicht nur als Börsenbarometer Japans, sondern auch als bedeutendster Aktienindex im asiatischen Raum und spiegelt die Entwicklungen an der Börse in Tokio wider. Dieser wurde im Jahr 1950 von der Wirtschaftszeitung Nihon Keizai Shimbun, deren Fokusgebiete in den Bereichen der Börsennachrichten sowie der Sammlung von ökonomischen Daten liegt, ins Leben gerufen.
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Die Entwicklung des Nikkei basiert auf den Kursen von insgesamt 225 Aktiengesellschaften. Ähnlich wie beim Dow-Jones handelt es sich hier um einen preisgewichteten Index, der Dividenden, Bezugsrechte und Sonderzahlungen nicht in die Bewertung mit einbezieht. Der Stand des Index ergibt sich aus der Summe aller Aktienkurse, die in diesem inkludiert sind. Dementsprechend kann diese Berechnungsmethode zur Übergewichtung von Aktien mit einem hohen Wert führen.
Die Zusammensetzung des BIPs und dessen Einfluss auf japanische Aktien
Wirft man einen Blick auf die Zusammensetzung des BIP des Landes so repräsentiert der Primärsektor (Landwirtschaft etc.) lediglich 1%, während die Industrie (29%) sowie der Dienstleistungssektor deutlich dominieren.
Dieser Umstand lässt sich auf die geografische Lage des Landes zurückführen. Japan ist im internationalen Vergleich ein eher rohstoffarmes Land, mit einer überwiegend bergigen Bodenstruktur. Limitiert sind daher die Möglichkeiten zur Gewinnung von Rohstoffen und zum Betrieb von Landwirtschaft.
Dementsprechend ist Japan auf den umfassenden Import von Nahrungsmitteln und entsprechenden Rohstoffen angewiesen, um seine Wirtschaft aufrecht zu erhalten. Dieser Umstand führte in der Vergangenheit dazu, dass das Land sich früh für den weltweiten Handel öffnete und eine der ersten großen Exportnationen der Welt wurde.
Das Land gilt als Treiber und Vorreiter des technologischen Fortschritts, und fokussiert sich auf Mega-Trends wie Wasserstoff, Blockchain, Robotik und künstliche Intelligenz. Es bieten sich zahlreiche Investitionschancen in den Bereichen: Digitalisierung, Automatisierung, Umwelt und Energie, Tourismus sowie Pharma. Im Gegensatz zum chinesischen Markt können japanische Aktien, für deutsche Investoren, ohne ADR-Zertifikate gehandelt werden.
Trotz der erwähnten Investitionschancen sind Japan Aktien seit vielen Jahren ein eher unbeliebtes Ziel für internationale Investoren. Grund dafür ist die wirtschaftshistorische Entwicklung des Landes.
Historische Entwicklung der japanischen Wirtschaft
Die wirtschaftliche Historie des Landes ist ein entscheidender Faktor für das lange fehlende Interesse von internationalen Investoren. Auf starkes Wachstum und rosige Aussichten, folgte schlagartig ein horrender Absturz mit gravierenden Auswirkungen für das gesamte Land. Ein Wirtschaftskrimi, mit Einfluss bis auf den heutigen Tag:
seit den 90er Jahren, die wir im nächsten Abschnitt etwas näher beleuchten werden. Nur auf diesem Wege ist eine Faktenbasierte und vor allem relevante Evaluation der Chancen und Risiken japanischer Aktien möglich.
Ähnlich wie Deutschland fokussiert sich Japan auf den Export und Verkauf von damaligen Hochtechnologien. Japanische Automobile, Schiffe und Stahl waren auf der ganzen Welt beliebt. Technologisch ist Japan vielen Ländern Jahrzehnte voraus.
Das Land beeindruckt mit einem immensen Wirtschaftswachstum und wird zur zweitgrößten Volkswirtschaft der damaligen Welt. Diese Entwicklung bleibt selbstverständlich nicht unentdeckt und weckt das Interesse zahlreicher Investoren, die Japan als attraktives Ziel mit hohen Renditen für sich entdecken. Zeitweise wird der japanische Aktienmarkt zum größten Aktienmarkt der Welt. Die Immobilienpreise explodieren. Bald ist die Welt überzeugt, dass es nur noch eine Frage der Zeit ist, bis Japan die USA als größte Volkswirtschaft der Welt ablösen wird.
Diese Entwicklungen markieren die Geburtsstunde eine der größten Wirtschaftsblasen aller Zeiten, welche in Japan den Namen „Baburu Keiki“ (Blasenökonomie) trägt.
Im Jahr 1989 platzt schließlich die Blase und beendet auf einen Schlag das rasante Wirtschaftswachstum des Landes. Zahlreiche Unternehmen und Wirtschaftsinstitute stürzen in kürzester Zeit in die Insolvenz. Zentralbank und Regierung versuchen mit Konjunkturprogrammen und Investitionen den Absturz aufzuhalten bzw. abzufedern, aber sie scheitern.
Es begann eine Wirtschaftskrise, die sich über Dekaden ziehen sollte. Nach und nach zogen sich die Investoren aus dem Land zurück, da die Wirtschaft des Landes stagnierte und sich nicht zu erholen wusste. Bis heute konnte der Nikkei 225 den damaligen Höchststand nicht wieder erreichen.
2012 markierte schließlich einen Umbruch in der Wirtschaft des asiatischen Landes. Der damalig neu ins Amt eingetretene Ministerpräsident Shinzo Abe entschied sich einen neuen Weg einzuschlagen und wieder mehr auf den Kapitalismus zu setzen.
Dazu führte er ein Wirtschaftsprogramm mit dem Namen „Abenomics“ ein, mit dem Ziel Japan endlich wieder auf dem internationalen Markt wettbewerbsfähig zu machen. Dieses Programm basierte auf drei grundlegenden Säulen: Erhöhung der verfügbaren Geldmenge, Erhöhung der Staatsausgaben und -verschuldung zur Ankurbelung der Wirtschaft sowie die Umsetzung zahlreicher Wirtschafts- und Gesetzesreformen. Des Weiteren subventionierte er durch Investitionen Forschungsprojekte in den Bereichen Robotik, erneuerbare Energien und Wasserstoff.
Die Einführung des Programms wirkte und Japan fing endlich an sich von den Folgen der Wirtschaftskrise zu erholen. Die Wirtschaft des Landes schafft es wieder zu wachsen und der Konsum nimmt wieder zu. Japan findet sich in einer neuen Ära wieder. Es geht langsam wieder bergauf.
Zwar konnte der Nikkei 225 den damaligen Höchststand noch nicht wieder erreichen, jedoch schaffte man es im Februar 2021 zum ersten Mal seit August 1990 die 30.000 Yen Marke zu knacken und schaffte somit den Ausbruch aus der jahrelangen Stagnation. Zudem verdreifachte sich seit dem Beginn der Reformen im Jahr 2012, der Gewinn je Aktie der Unternehmen im Nikkei. Im Vergleich, die Gewinne der US-Konzerne im S&P 500 konnten sich in diesem Zeitraum lediglich verdoppeln.
Eine weitere verblüffende Nachricht, die die positive Entwicklung des Landes in der jungen Vergangenheit bestätigt, ist eine 6,5 Milliarden US Dollar schwere Investition des „Starinvestors“ Warren Buffet in insgesamt fünf Japan Aktien. Bei den Unternehmen, die er auswählte, handelt es sich um so genannte Sogo Shosha, welche eine besondere Stellung in Japan einnehmen.
Japan Aktien und die Rolle der Sogo Shosha
Bei den „Sogo Shosha“ handelt es sich um große japanische Handelsunternehmen, die im Rahmen der Nachkriegszeit eine hohe Relevanz für das Land gewannen. Häufig werden sie auch als Universalhandelshäuser Japans bezeichnet. Zu diesen gehören beispielsweise Unternehmen wie Mitsubishi, Itochu oder Marubeni.
Sie nutzen ihre zum damaligen Zeitpunkt vorhandenen nationalen und globalen Netzwerke zur Vermittlung von Handelsbeziehungen im In- und Ausland und trugen damit entscheidend zum wirtschaftlichen Aufstieg des Landes nach dem Zweiten Weltkrieg bei.
Noch heute wickeln sie große Teile des Japanischen Import- (33%) und Exportgeschäftes (18%) ab.
Die wachsenden Möglichkeiten durch Globalisierung und Digitalisierung, ermöglichten es jedoch vielen Unternehmen eigene Handelsnetze aufzubauen und so den teureren Zwischenhandel über die Handelshäuser zu umgehen. Aus diesem Grund verloren die Sogo Shosha mit ihren traditionelleren Vertriebswegen einen Teil ihrer Bedeutung für die japanische Wirtschaft.
2. Warum solltest du in japanische Aktien investieren?
Japan ist die drittgrößte Volkswirtschaft der Welt, hinter den USA und China, und findet bei Anlegern dennoch kaum Beachtung. Grund dafür ist zum einen die wirtschaftliche Vergangenheit des Landes, aber zum anderen auch ein Ausbleiben von Informationen, aufgrund des fehlenden Interesses der Investoren.
Das Land scheint aber seine wirtschaftliche Krise langsam überwunden zu haben und bietet großartige Chancen zur Diversifizierung des Portfolios. Zudem nimmt Japan, mit seiner geografischen Lage auf dem asiatischen Kontinent, eine bedeutende Rolle in einem der am stärksten wachsenden Wirtschaftsräume der Welt ein.
Stelle dir doch einmal selbst die Frage. Wie häufig liest du in Deutschland Berichte über den japanischen Aktienmarkt? Ich kann nur aus meiner eigenen Erfahrung sagen: Bisher beinahe nie. Aber welche Potentiale und Chancen ergeben sich denn nun konkret bei einem Investment in Japan, wenn man etwas genauer hinschaut?
Der japanische Aktienmarkt beherbergt eine Vielzahl von Marktführern in zukunftsweisenden Technologien. Im besonderen Maße in Bereichen der Hochtechnologien wie Automatisierung, Robotik, oder Elektronik, die langfristig hohe Renditechancen bieten.
Besonders relevant ist hier der Bereich der Automatisierung, da aufgrund des demographischen Wandels und des Mangels an Fachpersonal alternative Lösungen gesucht werden. Japan dominiert diese Branche, in der die Nachfrage aktuell jährlich um 46% ansteigt.
Hinzu kommt, dass das erwähnte bisher fehlende Interesse für Anleger, die genauer hinschauen und sich mit japanischen Aktien auseinandersetzen, entsprechende Chancen bietet. Denn dieses Übersehen der japanischen Wirtschaft führt zu einer tendenziellen Unterbewertung (sprich ein geringeres KGV und KUV) des NIKKEI225 im internationalen Vergleich, da eben eher abseits vom Trubel operiert wird.
Kleinste Veränderungen fallen dementsprechend nicht sofort auf und fließen somit nicht sofort in den Aktienkurs. Zudem ist die Erwartung oder die Aufmerksamkeit der investierten Anleger dementsprechend geringer, wodurch hohe Wachstumserwartungen oder ähnliches meist nicht schon im Kurs eingepreist sind. Hier verhält es sich ähnlich wie bei Tenbagger Aktien.
Der seit 2012 angepasste politische Kurs des Landes zeigt Erfolg. 60% der japanischen Unternehmen haben keine Schulden und weisen ausgezeichnete Finanzkennzahlen auf, kombiniert mit einem steigenden Level an Rentabilität.
Seit dem Beginn der „Abenomics“-Reformen schafften es die Gesellschaften im Nikkei ihren Gewinn je Aktie zu verdreifachen, während es im S&P 500 lediglich eine Verdopplung gab. Es kann erwartet werden, dass sich dieser Trend in Zukunft auch weiter fortsetzt. Trotz dieser Performance sind dennoch viele Japan Aktien günstiger bewertet als ihre Pendants in Europa oder den USA.
Ein weiterer Aspekt, der für eine Investition spricht, ist ein in der aktuellen Weltwirtschaft stark diskutiertes Thema, dass in Japan allerdings eine eher nebensächliche Rolle spielt. Denn die Inflation in Japan ist im weltweiten Vergleich als eher marginal zu betrachten. Im Mai 2022 lag die Inflation in Japan lediglich bei einem Wert von 2,5%, während in Deutschland oder den USA die Preise um 7 bis 8 Prozentpunkte pro Jahr ansteigen.
Einer der Hauptgründe für dieses Phänomen ist die vorausgegangen Stagnation, in der sich sowohl Unternehmen als auch Mitarbeiter an ein gleichbleibendes Preislevel gewöhnt haben. Daraus resultiere eine Art Symbiose, in der die Mitarbeiter keine oder nur selten Erwartungen an einen höheren Lohn stellten, während die Unternehmen im Gegenzug ihre Preise nicht erhöhten, trotz steigender Importkosten. Ein weiterer Grund ist die geringe historische und geografische Verbundenheit der japanischen Wirtschaft mit anderen Nationen. Dementsprechend ist der Anteil der Wertschöpfung im Inland verhältnismäßig hoch, sodass Preisänderungen in anderen Märkten kaum einen Einfluss haben.
Sollte es hier keine drastischen Veränderungen geben so ist zu erwarten, dass in Japan auch zukünftig Inflation einen eher geringen Stellenwert haben wird.
Politisch gesehen ist Japan ein Rechtsstaat, bei dem es eine strikte Teilung der verschiedenen Staatsorgane gibt. Dementsprechend sind die Entscheider in der Politik demokratisch gewählt und es existiert ein unabhängiges Rechtssystem. Ein erwähnenswerter und relevanter Aspekt bezüglich des Rechtssystems ist das Ehrgefühl und der Stolz der japanischen Einwohner. Kriminalität und Korruption sind in Japan daher eher selten zu finden. Bevölkerung und Exekutive halten Gesetze und Regeln gewissenhaft ein.
Wie zuvor erläutert, legt die japanische Politik seit 2012 großen Wert darauf, die wirtschaftliche Situation des Landes wieder zu verbessern. Das Land, der Aktienmarkt und somit auch japanische Aktien positionieren sich daher offen gegenüber ausländischen Investoren. Aus diesem Grund ist es ausländischen Anlegern auch möglich direkt in Japan Aktien zu investieren und nicht wie zum Beispiel in anderen asiatischen Ländern Umwege über ADRs oder ETFs gehen zu müssen.
Während es viele Ähnlichkeiten zu ähnlich großen Volkswirtschaften gibt, so gibt es große Unterschiede hinsichtlich der Unternehmenskultur. So ist es beispielsweise im US-amerikanischen Wirtschaftsraum gängig, dass die maximale Steigerung des Aktienkurses im Vordergrund der Operationen steht. In Japan hingegen stehen Werte wie gesellschaftlicher Zusammenhalt, risikoarmes oder beharrliches Wirtschaften und die Sicherung der Arbeitsplätze im Vordergrund.
Dementsprechend hoch sind allerdings die Identifikation und Loyalität der Mitarbeiter mit ihren Unternehmen. Des Weiteren besitzt Japan eine unabhängige Zentralbank, die im Rahmen der veränderten Wirtschaftspolitik eine zentrale Rolle spielt.
Warum? Mit einer Verschuldung von 238% des BIP gehört Japan zu den am höchsten verschuldeten Ländern der Welt. Die Frage, die hier allerdings wichtig ist, ist bei wem die Schulden genommen wurden und wo dementsprechend die Rückzahlungen anfallen.
Im Zuge der politischen Umstrukturierung und Subvention der Wirtschaft entschied man sich diese Schulden bei der eigenen Zentralbank aufzunehmen und so Japan aus seiner Stagnation zu befreien. Um dies zu ermöglichen, setzte die japanische Zentralbank das so genannte „Quantitative Easing“ ein. Dabei kaufte die Bank Anleihen vom japanischen Staat und Unternehmen, um eine starke Senkung der Zinsen und so eine möglichst günstige Verschuldung zu ermöglichen.
Zudem beteiligte sich die Bank an den Unternehmen und erwarb zahlreiche Aktienpakete, weswegen sie im Besitz von 4,7% der japanischen Wirtschaft ist. Das bedeutet der Gläubiger und die Schuldner teilen mit der Steigerung der japanischen Wirtschaftskraft ein gemeinsames Ziel. Dementsprechend ist eine solch hohe Verschuldung im Inland bei Weitem weniger riskant als eine im Ausland, da beide Parteien voneinander abhängig sind.
3. Die besten Japan Aktien - Unsere Favoriten
Wer in Japan Aktien investieren möchte, hat umfassende Möglichkeiten in verschiedenste aussichtsreiche Branchen zu investieren. Seien es Wachstumsaktien, Dividendenaktien oder Value Aktien, für jeden sollte etwas dabei sein. Ich möchte dir zunächst eine Liste geben, mit der du einen groben Überblick bekommen kannst, welche Aktien und Branchen in Japan überhaupt gehandelt werden können. Fünf dieser Aktien möchte ich dir anschließend etwas näher vorstellen.
Unternehmen | ISIN | Branche |
---|---|---|
Shimano | JP3358000002 | Mobilität |
Daikin | JP3481800005 | Klimasysteme |
Nippon Sanso | JP3711600001 | Industriegase |
Makita | JP3862400003 | Werkzeug |
Canon | JP3242800005 | Elektronik |
Fanuc Corp. | JP3802400006 | Industrie |
Nintendo | JP3756600007 | Gaming |
Sony | JP3435000009 | Gaming |
Itochu | JP3143600009 | Handel |
Komatsu | JP3304200003 | Baumaschinen |
Kubota | JP3266400005 | Automatisierung |
Toyota | JP3633400001 | Automobil |
Keyence | JP3236200006 | Sensortechnik |
Softbank | JP3436100006 | Telekommunikation |
KDDI | JP3496400007 | Telekommunikation |
Softbank – Größter Startup Investor der Welt
Soft Bank ist ein Telekommunikations- und Medienkonzern, der in verschiedensten Bereichen dieser Branche agiert. Allerdings ist das nicht alles, denn obwohl vielen Softbank kein Begriff ist, handelt es sich um den mit Abstand größten Tech- und Startup-Investor der Welt. Softbank ist daher eine der relevantesten Japan Aktien. m Portfolio von Softbank befinden sich zahlreiche Tech Aktien.
Im Jahr 2017 verkündete Softbank seinen ersten Fund, den so genannten Vision Fund, mit einem Volumen von 93 Milliarden US-Dollar. In diesem investierte das Unternehmen, gemeinsam mit anderen großen Unternehmen wie beispielsweise Apple, überwiegend in Startups im Late-Stage-Bereich, ab einer Summe von 100 Millionen US-Dollar. Der Fokus liegt also auf Unternehmen, die sich bereits auf einem Markt etablieren konnten, aber weiterhin großes Potenzial nach oben aufweisen. Dabei gibt es keine Beschränkung auf rein japanische Aktien.
Heute unterhält Softbank, basierend auf dem Annual Report 2022, drei global investierende Funds mit einem kumulierten Volumen von ca. 163 Milliarden US-Dollar. Zwei dieser Funds konzentrieren sich überwiegend auf Gebiete, in denen sich besonders viele aufstrebende disruptive Unternehmen befinden, wie beispielsweise in China und den USA. Der dritte Fund investiert hingegen in Unternehmen aus dem lateinamerikanischen Raum. Mitte 2021 kündigte Softbank allerdings an, vorläufig keine weiteren Investitionen in China zu tätigen, aufgrund von eingeführten Regulierungen der chinesischen Regierung.
Diese Funds, und eher weniger die Lage des Firmensitzes in Japan, sind das was Softbank für potenzielle Anleger interessant macht. Denn ein Erwerb der Aktie aus Japan ermöglicht es vielen Privatinvestoren, breit gestreut in Startups auf der ganzen Welt zu investieren, was anderweitig sonst nicht möglich wäre. Kombiniert mit der diversifizierten Anlagestrategie des Unternehmens erhält man hier ein Investment mit interessanten langfristigen Renditechancen.
Nintendo – Gaming Urgestein aus Japan
Nintendo produziert elektronische Spielwaren seit den 70er Jahren und gehört damit zu den Urgesteinen in der Videospiel- und Unterhaltungsindustrie. Der Fokus liegt auf der Entwicklung und dem Vertrieb von Spielkonsolen und den zugehörigen Spieletiteln.
Im Gegensatz zur Konkurrenz von Microsoft und Sony, feierte Nintendo in der Vergangenheit seine größten Erfolge mit portablen Konsolen und schaffte es häufig mit seinen Geräten neue Trends in der Industrie zu setzen. Dies gelang erneut im Jahr 2017 mit der Einführung der Switch, die aktuell zu den erfolgreichsten Spielekonsolen auf dem Markt gehört.
Ein weiterer Wettbewerbsvorteil ist der Besitz von Pokémon, Mario und Zelda als starke Franchisen, die eine hohe Popularität aufweisen und es dem Unternehmen erlauben, durch Exklusivtitel, Kunden an seine Konsolen zu binden.
Potenzielle Anleger sollten allerdings beachten, dass 94,7% aller Umsätze des Unternehmens an der Konsole und dem damit verbundenen Universum hängen. Hinzu kommen sinkende Umsatzzahlen im Konsolenmarkt, aufgrund des Aufschwungs von Mobile- bzw. Cloud Gaming Lösungen, die die Notwendigkeit von physischer Gaming Hardware vermissen lassen. Mit Nintendo existiert also vor allem eine starke Gaming Aktie aus Japan, die der Gefahr unterliegt, zukünftigen Trends nicht gerecht zu werden.
Diesen Umstand musste auch das Nintendo Top-Management anerkennen und prognostiziert daher selbstkritisch sinkende Umsätze des eigenen Geschäftsmodells für die kommenden Jahre und räumte die Notwendigkeit eines strategischen Umdenkens ein. So begann das Unternehmen bereits mit der Entwicklung einer eigenen Cloud Gaming Plattform, um sich den verändernden Begebenheiten des Marktes anzupassen.
Sony – Gaming Gigant mit starken Verkaufszahlen
Sony ist der größte Elektronikkonzern in Japan und deckt eine Vielzahl von Branchen ab. So operiert das Unternehmen in Bereichen wie Gaming, Musik, Finanzdienstleistungen, Elektronik, Film und Sensortechnik.
Im Bereich des Gaming gehört Sony zu den größten Unternehmen weltweit. Mit der Einführung der Playstation 5 im November 2020, erzielte man einen gigantischen Erfolg. In kürzester Zeit war die Konsole vollständig ausverkauft und ist teilweise bis heute auch noch schwierig zu bekommen.
So gut wie im Gaming Bereich, abgesehen vom Musikgeschäft, läuft es für Sony allerdings längst nicht in allen anderen Segmenten. Die Elektroniksparte des Unternehmens trug in den vergangenen Jahren wenig zum Wachstum des Umsatzes bei und kann dem Druck der Wettbewerber nur eingeschränkt standhalten. Dementsprechend möchte Sony sich in Zukunft mehr auf den Bereich des Gaming fokussieren und seine dort bestehenden Wettbewerbsvorteile weiter nutzen und ausbauen.
Wenn Gaming Aktien wie Nintendo oder Sony für dich interessant sind und du mehr Informationen zu diesem Bereich haben möchtest, gehen wir in unserer detaillierten Analyse näher auf die Spezifikationen der Industrie ein und zeigen dir Chancen und Risiken auf, die bei diesen zu beachten sind.
Itochu – Japan Aktie aus der Handelsbranche
Bei Itochu handelt es sich um die Aktie einer der zuvor erwähnten japanischen Handelshäuser („Sogo Shosha”), die im Rahmen der Nachkriegszeit eine hohe Relevanz für das Land gewannen. Heute ist Itochu eines der größten Handelsunternehmen der Welt. Das Potenzial des Unternehmens erkannte auch Warren Buffet und entschied sich in die Japan Aktie zu investieren.
Seinen Erfolg und seine Daseinsberechtigung als „Sogo Shosha“ erziele Itochu durch Operationen in der Textilbranche. Heute operiert das Unternehmen allerdings überwiegend in den Bereichen: Nahrung, Maschinenbau, Energie und Chemikalien.
Dabei verdient das Unternehmen seine Gewinne nicht durch die Produktion, sondern als Dienstleister für den weltweiten Einkauf und/oder Vertrieb von entsprechenden Gütern. Kunden können auf ein gigantisches vorhandenes Netzwerk aus Handelsbeziehungen zurückgreifen und Itochu die Verhandlung der bei Interesse zu vereinbarenden Konditionen überlassen.
Im Gegenzug erhält Itochu eine Beteiligung an den durch die Verträge erzielten Umsätzen. Zum Kundenstamm des Handelshauses gehören Unternehmen wie Mazda, Toshiba, Converse und noch viele mehr.
Zwar sind die „Sogo Shosha“ international nicht besonders bekannt, allerdings handelt es sich um langjährig etablierte Unternehmen, die auch weiterhin eine hohe Relevanz in der japanischen Wirtschaft genießen und über lange Jahre hinweg erfolgreich zu wachsen und wirtschaften wussten. Allerdings ist es aufgrund von Megatrends wie der Digitalisierung an der Zeit für ein Umdenken und eine Anpassung der Geschäftsmodelle. Im direkten Vergleich mit den anderen japanischen Handelshäusern sticht Itochu hier als erfolgreichstes heraus. Von 2010 bis 2020 erzielte das Unternehmen ein jährliches Wachstum von ca. 12%.
Shimano – Unangefochtener Marktführer in einer rasant wachsenden Branche
Shimano konzentriert sich auf die Entwicklung, Produktion und den Vertrieb von Komponenten für Fahrräder. Das Unternehmen gehört zu den absoluten Marktführern der Branche, weist fantastische Finanzwerte auf und operiert in einer Branche, die in Zeiten des Klimawandels und der Mobilitätswende eine immer relevantere Rolle spielen wird.
Im Jahr 2020 wuchs der Markt für Fahrräder in Deutschland um 60%. Allerdings ist nach dem Hochschnellen der Nachfrage in der Pandemie nun mit einem Umsatzabschwung zu rechnen. Probleme in den Lieferketten der Unternehmen führen zu hohen Lieferzeiten der Räder. Ist diese Problematik allerdings überwunden, so ist wieder mit einem Anstieg der Umsätze und dementsprechend einem erneuten starken Wachstum der Branche zu rechnen.
In dieser Branche hält Shimano einen weltweiten Marktanteil von 50% und genießt einen hohen Bekanntheitsgrad sowie ein hohes Ansehen der Kunden. Bei Bremsen und Schaltungen sind es sogar 70%. Im Jahr 2021 lag die operative Gewinnmarge bei beeindruckenden 27%. Dieser Erfolg fußt weitestgehend auf der technischen Forschung und Entwicklung des Unternehmens sowie der strategischen Fähigkeiten des Top-Managements. So ist Shimano beispielsweise Ausrüster der Fahrräder für den professionellen Fahrradsport. Allerdings nutzt Shimano seine vorhandenen Cash Reserven nicht optimal und lässt hier mögliche Wachstums- und Umsatzpotenziale für die Japan Aktie liegen.
4. Chancen und Risiken von Japan Aktien
Bevor du in Japan Aktien investierst, solltest du die Unternehmen, die Branche und die vor Ort herrschenden Umstände gründlich analysieren. Zusammenfassend ergeben sich für uns die folgenden Chancen und Risiken bei einem Investment:
Chancen von Japan Aktien
- Geringe Inflation
- Stabiles Rechtssystem
- Ausgezeichnete Finanzkennzahlen der Unternehmen
- Verhältnismäßig günstige Bewertungen im internationalen Vergleich
- Starke Subvention der Wirtschaft durch die Regierung
- Ausgezeichnete Möglichkeit zur Diversifikation
Risiken von Japan Aktien
- Folgen der Wirtschaftskrise sind noch nicht endgültig überwunden
- Hohe Verschuldung des Staates
- Risiken durch den demographischen Wandel
- Kulturell geringe Bedeutung des Shareholder Values
- Häufig ist es schwierig an Informationen zu kommen
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5. Japanische Aktien kaufen
Möchtest du japanische Aktien kaufen? Dann solltest du einige Dinge vorher beachten, um einer potenziellen bösen Überraschung aus dem Weg zu gehen. Grundsätzlich, unabhängig von allen anderen Faktoren, solltest du zunächst das Preis-und Leistungsverzeichnis deines Brokers prüfen, bevor du den Kauf einer japanischen Aktie tätigst, da hier erhöhte Gebühren anfallen können.
Ein Faktor sind hier Spreads und Handelszeiten. Die Börse in Japan hat kurze Öffnungszeiten und ist aufgrund der Zeitverschiebung nur selten gleichzeitig mit den europäischen Börsen geöffnet. Der Handel in Japan ist zwischen 09:00 Uhr und 15:00 Uhr aktiv, was einer Zeitspanne von 01:00 Uhr bis 07:00 Uhr mitteleuropäischer Zeit entspricht. Es wird dort also gehandelt, wenn unsere Börsen geschlossen sind und umgekehrt. Dementsprechend kann es zu hohen Spreads kommen. Eine Empfehlung ist hier das Handeln mit Limits und ein Fokus auf größere Unternehmen. Eine Ausnahme gibt es jedoch: Während der Sommerzeit, in der es eine 30 Minuten Überschneidung der Öffnungszeiten gibt.
Wer diesen Umstand vollständig umgehen möchte, kann allerdings auch direkt an der Börse in Tokio Aktien kaufen und verkaufen. Hier ist allerdings zu beachten, dass dort Aktien nur in 100er Paketen gekauft werden können. Somit kann, je nach Unternehmen, für einen Handel eine große Menge an Kapital notwendig sein.
Grundsätzlich ist es aber möglich die Mehrheit der Japan Aktien an allen bekannten Börsenplätzen zu handeln. Wenn du noch kein Depot besitzt oder auf der Suche nach einer besseren Lösung bist, kannst du in unserem Depot Vergleich das beste Depot für dich finden.
Wenn du noch nie eine Aktie gekauft hast, wirf doch einen Blick in unsere Anleitung zum Aktien kaufen für Anfänger.
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6. Gibt es japanische Dividendenaktien?
Bist du eher auf der Suche nach Dividendenaktien? Dann ist Japan genau das richtige Land für dich. Hier gibt es für günstige Preise, verglichen mit Unternehmen aus den USA oder Europa, dividendenstarke Aktien. Locken können hier oft hohe Dividendenrenditen um die 3% oder sogar höher. Die Auszahlung erfolgt im Regelfall zweimal pro Jahr. Auch der ein oder andere Dividendenaristokrat kann hier gegebenenfalls an Land gezogen werden.
7. Fazit zu Japan Aktien
Der Kauf von japanischen Aktien bietet aufmerksamen Anlegern grundsätzlich eine ausgezeichnete Möglichkeit ihr Portfolio zusätzlich zu diversifizieren und anderen einen Schritt voraus zu sein und so die eine oder andere günstige Aktie abstauben zu können.
Geringe Inflation, ausgezeichnete Finanzkennzahlen, eine stabile Demokratie und starke Subventionen sind nur einige Gründe, die für ein Investment sprechen. Gepaart mit der starken politischen Subvention zur Ankurbelung der Wirtschaft bieten sich für Investoren zahlreiche Optionen zum Profitieren.
Diese Aspekte sind aber dennoch mit einer gewissen Vorsicht sowie einer gesunden Kritik zu betrachten. Denn die Folgen der Wirtschaftskrise hat Japan noch nicht vollständig überwunden. Viele japanische Unternehmen agieren daher sehr zurückhaltend und nutzen ihre Kapitalreserven und Potenziale nicht vollständig aus.
Der Fokus liegt hier nicht auf der Maximierung des Shareholder Values, sondern auf einem nachhaltigen und möglichst risikoarmen Wirtschaften. Dies muss nicht per se schlecht sein, sollte aber im Rahmen der Entscheidungsfindung beachtet werden. Hinzu kommt der Fakt, dass das aktuelle Wachstum auf der hohen Verschuldung Japans basiert und zum aktuellen Zeitpunkt niemand verlässlich einschätzen kann, was der dahinterstehende Ansatz in der Zukunft für Folgen haben wird. Hier gilt: „Es ist nicht alles Gold was glänzt.“
Unabhängig von unseren Einschätzungen zur Branche bzw. zu den einzelnen Japan Aktien solltest du stets deine eigenen Nachforschungen anstellen und eine individuelle Entscheidung treffen. So weißt du, welche Aktie am besten in dein Portfolio passen.
Welche Japan Aktien findest du besonders spannend? Wie bewertest du das Vorgehen des japanischen Staates? Lass es uns gerne in den Kommentaren wissen.
8. Häufig gestellte Fragen zu Japan Aktien
Neben unseren Top 5 Japan Aktien gibt es noch folgende relevante Unternehmen/ Aktien in Japan:
- Kubota
- Daikin
- Nippon Sanso
- Toyota
- etc.
Japan Aktien bieten umfassende Potenziale gezielt zu diversifizieren und am starken Wachstum des Landes in Zukunft zu partizipieren. Die damit verbundenen Chancen und Risiken sollten aber sorgfältig abgewogen werden.
Der Handel in Japan ist zwischen 09:00 Uhr und 15:00 Uhr aktiv, was einer Zeitspanne von 01:00 Uhr bis 07:00 Uhr mitteleuropäischer Zeit entspricht. Dementsprechend kann es zu hohen Spreads kommen mit in Deutschland handelbaren Aktien. Eine Ausnahme gibt es jedoch während der Sommerzeit, in der es eine 30 Minuten Überschneidung der Öffnungszeiten gibt.
Japan Aktien können im Regelfall problemlos an der Heimatbörse gehandelt werden. Allerdings sollte hier vorher das Preis- und Leistungverzeichnis des Brokers unter die Lupe genommen werden. Des Weiteren sind die Handelszeiten der Börsen zu beachten.
Unsere Inhalte spiegeln nur die Meinungen und Erwartungen der Autoren wider und stellen somit keine Empfehlung zum Kaufen, Halten oder Verkaufen der genannten Wertpapiere dar.
Als Anleger*in trägst Du die volle Verantwortung für Deine Investitionsentscheidungen.
Die Autoren können in einige der beschriebenen Assets investiert sein und somit ein Interesse an deren Kursentwicklung haben.