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NEAR Protocol: Was hinter der Kryptowährung NEAR steckt

Lesezeit 13 min.

Lektoriert vonSebastian Rau
Überprüft durchFlorian Döhnert-Breyer
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NEAR ist eine eigenständige Blockchain, die sowohl schnell als auch sicher sein möchte und dafür ganz eigene Konzepte enwickelt hat.

Das Wichtigste in Kürze

  • NEAR Protocol ist eine Layer-1-Blockchain mit Proof of Stake. Das Mainnet läuft seit April 2020, der native Coin heißt NEAR.
  • Mitgründer Illia Polosukhin hat das Transformer-Paper mitverfasst, auf dem ChatGPT und Co. aufbauen. Der KI-Fokus des Projekts hat also echte Wurzeln.
  • Technisch sticht NEAR mit Sharding heraus: 600 Millisekunden Blockzeit, rund 1,2 Sekunden bis zur Finalität und seit Juli 2026 automatisches Resharding.
  • Über NEAR Intents liefen bis Ende Juni 2026 rund 22 Mrd. US-Dollar an Swaps über mehr als 35 Blockchains.
  • Die Schwächen: Die Aktivität konzentriert sich stark auf wenige Anwendungen, die Coinmenge ist unbegrenzt, und die Governance hat 2025 Vertrauen gekostet.

NEAR Protocol gehört zu den wenigen Blockchains, bei denen die Gründergeschichte mehr hergibt als das Whitepaper. Mitgründer Illia Polosukhin hat 2017 das Paper „Attention Is All You Need" mitverfasst. Es beschreibt die Transformer-Architektur, auf der ChatGPT und fast alle großen Sprachmodelle aufbauen. Das Mainnet von NEAR läuft seit April 2020, der zugehörige Coin heißt schlicht NEAR.

Hier bekommst du den kompletten Überblick über Technik, Besonderheiten und Tokenomics. Die Schwächen des Projekts lassen wir dabei nicht aus. Wie sich der Kurs entwickeln könnte, analysieren wir in unserer NEAR Prognose. Wenn du direkt einsteigen willst, zeigen wir dir in unserem Ratgeber, wie du NEAR kaufen kannst.

Was ist NEAR?

NEAR Protocol ist eine Layer-1-Blockchain. Das bedeutet: NEAR ist ein eigenständiges Netzwerk wie Ethereum oder Solana und kein Aufsatz auf einer anderen Blockchain. Entwickler bauen darauf Smart Contracts und dezentrale Anwendungen. Die Sicherheit des Netzwerks gewährleistet ein Proof-of-Stake-Verfahren.

Der native Coin NEAR erfüllt dabei drei Aufgaben:

  • Gebühren: Jede Transaktion im Netzwerk bezahlst du in NEAR.
  • Staking: Validatoren und ihre Unterstützer hinterlegen NEAR, um das Netzwerk abzusichern. Dafür bekommen sie eine Belohnung.
  • Speicherplatz: Wer Daten auf der Chain ablegt, sperrt dafür eine entsprechende Menge NEAR.
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Vom KI-Startup zur Blockchain

Angefangen hat alles 2017, allerdings nicht als Krypto-Projekt. Polosukhin war damals Engineering Manager bei Google Research. Mit Alexander Skidanov, der zuvor Engineering Director bei MemSQL und Entwickler bei Microsoft war, gründete er Near.ai. Das Startup wollte Computern beibringen, Programme selbst zu schreiben. Im Fachjargon heißt das Program Synthesis. Ende 2018 schwenkte das Team um und begann mit der Entwicklung einer Blockchain mit Sharding-Architektur.

Das Kapital kam schnell zusammen. In der Series A im Juli 2019 sammelte NEAR 12,1 Mio. US-Dollar ein. Die Series B im Mai 2020 brachte 21,6 Mio. US-Dollar, angeführt von Andreessen Horowitz. Das Mainnet startete im April 2020 zunächst in einem eingeschränkten Modus, um die Stabilität zu prüfen. Heute fördert die NEAR Foundation das Ökosystem, eine gemeinnützige Stiftung mit Sitz im schweizerischen Zug.

Warum die Herkunft zählt

Seit dem ChatGPT-Boom haben sich viele Krypto-Projekte hastig ein KI-Etikett aufgeklebt. Ein Blick auf die Masse an AI Coins zeigt, wie inflationär das inzwischen passiert. Bei NEAR halte ich den KI-Anspruch für deutlich glaubwürdiger. Das Team kommt tatsächlich aus der Forschung, und der heutige Fokus auf KI-Agenten passt zu den Wurzeln des Projekts.

Ein prominenter Gründer macht den Coin allerdings nicht automatisch zur guten Geldanlage. Ob sich NEAR als Investment bewährt, hängt an ganz anderen Faktoren: an echter Nutzung, an den Tokenomics und nicht zuletzt an der Stimmung am Kryptomarkt.

Was den NEAR-Kurs bewegt

Der NEAR-Kurs hat seit dem Start eine extreme Spanne durchlaufen. Das Allzeittief liegt bei rund 0,53 US-Dollar. Anfang 2022, auf dem Höhepunkt des letzten großen Altcoin-Booms, kletterte NEAR bis auf 20,44 US-Dollar. Von diesem Rekord ist der Coin bis heute weit entfernt.

Wie empfindlich der Kurs auf Neuigkeiten reagiert, hat der Mai 2026 gezeigt. NEAR kündigte automatisches Resharding an, und der Kurs sprang innerhalb von 24 Stunden um rund 27 % auf 2,25 US-Dollar. Damit war NEAR an diesem Tag der stärkste Wert unter den 100 größten Kryptowährungen.

Die wichtigsten Kurstreiber sind:

  • Der Gesamtmarkt: Wie fast alle Altcoins folgt NEAR in großen Zügen dem Bitcoin. Bricht der Markt ein, hilft auch die beste Technik wenig.
  • Echte Nutzung: Volumen über NEAR Intents, Transaktionszahlen und aktive Adressen zeigen, ob das Netzwerk tatsächlich gebraucht wird.
  • Tokenomics: Inflation und Gebührenverbrennung entscheiden, wie stark neue Coins den Wert verwässern.
  • Technische Upgrades: Große Updates wie das Resharding haben den Kurs mehrfach kurzfristig angeschoben.
  • Institutionelles Geld: Börsengehandelte Produkte wie der Bitwise NEAR Staking ETP öffnen den Coin für Anleger, die nicht direkt auf Krypto-Börsen kaufen. In der Woche der Resharding-Ankündigung flossen allein in dieses Produkt rund 7 Mio. US-Dollar.

Wo der Kurs in den nächsten Jahren landen könnte und welche Szenarien realistisch sind, liest du in unserer ausführlichen NEAR Prognose.

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Wie funktioniert NEAR?

Proof of Stake und Validatoren

NEAR setzt auf Proof of Stake. Validatoren hinterlegen NEAR als Sicherheit, produzieren Blöcke und prüfen Transaktionen. Verhalten sie sich falsch, riskieren sie ihren Einsatz. Du musst dafür nicht selbst einen Validator betreiben: Als Delegator überträgst du deine NEAR einem Validator und bekommst einen Anteil an den Belohnungen. Diese Belohnungen stammen aus der Inflation, also aus neu geschaffenen Coins. Diesen Punkt behandeln wir im Tokenomics-Teil genauer.

Nightshade-Sharding und dynamisches Resharding

Das technische Herzstück von NEAR heißt Nightshade. Bei vielen Blockchains verarbeitet jeder Knoten jede Transaktion, und das bremst ab einem gewissen Punkt. NEAR teilt das Netzwerk dagegen in mehrere Shards auf, die parallel arbeiten. Jeder Shard liefert pro Block ein Teilstück (einen Chunk), und alle Chunks zusammen bilden den Block. Mitte 2026 lief das Mainnet mit 9 Shards, Ende 2025 waren es noch 6.

Bis vor Kurzem war jeder neue Shard ein Kraftakt: Validatoren mussten sich über Wochen abstimmen, es gab eine Abstimmung und einen gestaffelten Rollout. Mit dem Update 2.13 vom 20. Juli 2026 hat sich das geändert. Seitdem teilt das Netzwerk Shards automatisch auf, sobald festgelegte Auslastungsgrenzen erreicht sind. Mit demselben Update kam eine NIST-zertifizierte Post-Quanten-Signatur (ML-DSA nach FIPS 204) aufs Mainnet. Damit gehört NEAR zu den ersten Blockchains, die sich produktiv gegen künftige Quantencomputer-Angriffe wappnen.

Beim Tempo liegt NEAR ebenfalls weit vorn. Seit Mai 2025 erzeugt das Netzwerk alle 600 Millisekunden einen Block, und eine Transaktion ist nach etwa 1,2 Sekunden final, also nicht mehr umkehrbar.

Lesbare Accountnamen und niedrige Gebühren

Was uns im Alltag besonders gut gefällt: Statt kryptischer Zeichenketten wie bei Ethereum kann dein Konto einen lesbaren Namen tragen, etwa deinname.near. Wer schon einmal eine 42-stellige Adresse Zeichen für Zeichen verglichen hat, weiß das zu schätzen.

Dazu kommen durchdachte Zugriffsschlüssel. Du kannst einer App einen Schlüssel geben, der nur bestimmte Aktionen erlaubt, und musst dann nicht jede Kleinigkeit einzeln bestätigen. Die Gebühren liegen in der Regel bei Bruchteilen eines Cents. Apps können sie für ihre Nutzer sogar komplett übernehmen, sodass Einsteiger im besten Fall gar nicht merken, dass sie gerade eine Blockchain verwenden.

Was NEAR auszeichnet

Chain Abstraction und Chain Signatures

NEAR verfolgt ein Ziel, das auf den ersten Blick unscheinbar wirkt: Du sollst dich nicht mehr darum kümmern müssen, auf welcher Blockchain du gerade unterwegs bist. Die Branche nennt das Chain Abstraction.

Das wichtigste Werkzeug dafür sind die Chain Signatures, die seit August 2024 auf dem Mainnet laufen. Mit ihnen kann ein NEAR-Konto Transaktionen auf anderen Blockchains signieren, etwa auf Bitcoin, Ethereum und allen EVM-Chains, Dogecoin oder XRP. Ein Netzwerk aus Knoten erzeugt die Signatur gemeinsam, ohne dass einer von ihnen den vollständigen Schlüssel kennt. Der Vorteil: Du brauchst keine klassische Bridge, die Coins in „verpackte" Token umwandelt. Genau solche Bridges waren in der Vergangenheit ein beliebtes Ziel für Hackerangriffe.

NEAR Intents

Bei NEAR Intents beschreibst du nur noch, was du willst, zum Beispiel „Tausche meine ETH in USDC auf Solana". Den Weg dorthin suchst du nicht selbst. Market Maker, sogenannte Solver, konkurrieren um den besten Kurs und machen dir ein Angebot. Nimmst du es an, wickelt ein Smart Contract auf NEAR den Tausch ab.

Die Zahlen können sich sehen lassen. Das kumulierte Volumen stieg von 5 Mrd. US-Dollar im November 2025 auf 10 Mrd. im Januar 2026. Ende Juni 2026 waren es rund 22 Mrd. US-Dollar über mehr als 35 Blockchains. Bis Anfang Juni 2026 hatte das Protokoll rund 32 Mio. US-Dollar an Gebühren eingenommen. Aus meiner Sicht ist Intents derzeit das stärkste Argument für NEAR, weil hier messbare Nutzung entsteht und nicht nur eine Vision.

Der KI-Fokus: „User-Owned AI"

NEAR positioniert sich als Infrastruktur für KI, die den Nutzern gehört statt großen Konzernen. Ein konkretes Produkt ist die NEAR AI Cloud, die seit Dezember 2025 läuft. Sie verarbeitet KI-Anfragen in abgeschotteten Hardware-Umgebungen (Trusted Execution Environments), in die selbst NEAR AI nicht hineinsehen kann. Für jede Anfrage erhältst du einen kryptografischen Nachweis, dass das Modell tatsächlich auf geprüfter Hardware lief.

Auch das Resharding zahlt auf dieses Ziel ein. NEAR will die Infrastruktur für eine Zukunft liefern, in der KI-Agenten eigenständig miteinander Geschäfte machen. Hier ist allerdings Vorsicht angebracht, denn vieles davon ist noch Zukunftsmusik. Die messbare Aktivität auf NEAR stammt heute überwiegend aus Swaps und Wallets, nicht aus KI-Anwendungen.

Der NEAR-Token: Tokenomics, Inflation und Staking

Zum Start gab es 1 Mrd. NEAR. Heute sind rund 1,31 Mrd. NEAR im Umlauf, und eine feste Obergrenze existiert nicht. NEAR funktioniert also grundlegend anders als Bitcoin mit seinen maximal 21 Millionen Coins.

Inflation: Bis Ende Oktober 2025 konnten jährlich bis zu 5 % neue NEAR entstehen. Mit dem Halving-Upgrade vom 30. Oktober 2025 halbierte sich dieser Wert auf 2,5 %. Für Anleger ist das eine gute Nachricht, der Weg dorthin war allerdings holprig. In der Community-Abstimmung stimmten zwar mehr als 50 % dafür, die nötige Zweidrittelmehrheit verfehlte der Vorschlag aber. Die Kernentwickler setzten die Senkung trotzdem um. Validatoren wie Chorus One kritisierten das als gefährlichen Präzedenzfall.

Gebührenverbrennung: Bisher verbrennt NEAR 70 % jeder Transaktionsgebühr, die übrigen 30 % gehen an die Entwickler des jeweiligen Smart Contracts. Am 8. Juli 2026 beschloss die Governance (House of Stake) mit dem Vorschlag HSP-027, diese Entwicklerbeteiligung abzuschaffen. Künftig sollen 100 % der Gebühren verbrannt werden. Stand Mitte September 2026 war die Änderung allerdings noch nicht auf dem Mainnet aktiv.

Mehr Verbrennung klingt nach knapperem Angebot, ist aber nicht automatisch ein Kurstreiber. Solange die Gebühren bei Bruchteilen eines Cents liegen, bräuchte NEAR eine enorme Nutzung, um mehr Coins zu verbrennen, als durch die Inflation neu entstehen.

Staking: Bei einer Staking-Quote von rund 50 % liegt die Staking-Rendite nach dem Halving bei etwa 4,75 % pro Jahr. Diese Rendite stammt aber aus der Inflation. Real wächst dein Anteil am Netzwerk also deutlich langsamer, als die Zahl vermuten lässt. Das Prinzip kennst du vielleicht schon vom Ethereum-Staking. Beim Unstaking wartest du einige Tage, bis deine NEAR wieder frei verfügbar sind.

Wenn du NEAR länger halten willst, solltest du über Staking nachdenken. Ohne Staking verwässert die Inflation deinen Anteil Jahr für Jahr, während Staker die neuen Coins unter sich aufteilen.

NEAR im Vergleich zu Ethereum und Solana

MerkmalNEAR ProtocolEthereumSolana
Mainnet-Start202020152020
KonsensProof of StakeProof of StakeProof of Stake mit Proof of History
SkalierungSharding auf Layer 1Vor allem über Layer-2-NetzwerkeEine einzelne Hochleistungs-Chain
Blockzeitca. 0,6 Sekundenca. 12 Sekundenca. 0,4 Sekunden
KontonamenLesbar (z. B. name.near)Hex-Adresse (0x…), Namen optional über ENSZeichenkette (Base58)
Maximale CoinmengeUnbegrenztUnbegrenztUnbegrenzt

Technisch muss sich NEAR vor keiner der beiden verstecken. Ethereum skaliert vor allem über Layer-2-Netzwerke, die auf der Hauptchain aufsetzen. Solana setzt auf eine einzige, extrem schnelle Chain. NEAR geht einen dritten Weg: Es skaliert direkt auf Layer 1 durch Sharding und verbindet sich über Chain Signatures mit anderen Netzwerken.

Warum ist NEAR dann nicht längst größer als Solana? Das liegt schlicht und ergreifend an den Netzwerkeffekten. Ethereum hat die meisten Entwickler und die größte DeFi-Liquidität, Solana dominiert beim Trading und bei Meme-Coins. Wer eine App baut, geht dorthin, wo die Nutzer schon sind. NEAR versucht, dieses Problem über Chain Abstraction zu umgehen. Das Netzwerk muss nicht das größte Ökosystem haben, wenn es die Nutzer aller anderen Ökosysteme bedienen kann.

Chancen und Risiken von NEAR

Chancen

  • Starke Technik: 600 Millisekunden Blockzeit, automatisches Resharding und Post-Quanten-Signaturen gehören zur Spitzenklasse unter den Layer-1-Blockchains.
  • Messbare Nutzung über Intents: 22 Mrd. US-Dollar kumuliertes Volumen und zweistellige Millionenbeträge an Gebühren sind handfeste Zahlen.
  • Glaubwürdiger KI-Hintergrund: Kaum ein anderes Krypto-Projekt hat ein Gründerteam mit vergleichbarer KI-Expertise.
  • Halbierte Inflation: Mit 2,5 % statt 5 % pro Jahr ist der Verwässerungsdruck deutlich gesunken.

Risiken

  • Konzentrierte Aktivität: Im zweiten Quartal 2026 entfielen rund 65 % aller Transaktionen auf eine einzige Anwendung, die HOT Wallet. Verliert diese an Bedeutung, sehen die Netzwerkzahlen schlagartig schwächer aus.
  • Governance-Zweifel: Die Inflationssenkung ging trotz verfehlter Mehrheit durch. Das war inhaltlich sinnvoll, zeigt aber, dass die Kernentwickler Regeln im Zweifel auch übergehen.
  • Unbegrenzte Menge: Ohne Maximalangebot hängt der Wert dauerhaft davon ab, dass die Nachfrage mit der Inflation Schritt hält.
  • Harte Konkurrenz: Ethereum, Solana und zahlreiche neue Layer-1-Chains kämpfen um dieselben Entwickler und Nutzer.
  • Hohe Schwankungen: Vom Rekordhoch 2022 ist NEAR weit entfernt. Kursbewegungen von 20 bis 30 % an einem Tag sind keine Seltenheit.

Unterm Strich überwiegen aus meiner Sicht die technischen Stärken. Die Risiken liegen weniger in der Technik als bei Nutzung und Governance.

NEAR kaufen und staken

NEAR ist ein etablierter Coin, du bekommst ihn deshalb bei fast allen großen Krypto-Anbietern. Grundsätzlich hast du drei Wege:

  • Krypto-Börsen: Hier kaufst du NEAR direkt und kannst den Coin oft auch gleich staken. Welche Anbieter die besten Konditionen bieten, zeigt unser Krypto-Börsen-Vergleich.
  • Eigene Wallet: Für maximale Kontrolle überträgst du deine NEAR in eine eigene Wallet und stakst von dort aus. Passende Modelle findest du in unserem Krypto-Wallet-Vergleich.
  • ETPs: Wenn du NEAR lieber über dein Wertpapierdepot abbilden willst, kommen börsengehandelte Produkte infrage, etwa der Bitwise NEAR Staking ETP.

Schritt für Schritt erklären wir dir den Einstieg in unserem Ratgeber NEAR kaufen.

Bedenke: Kryptowährungen unterliegen starken Kursschwankungen, ein Totalverlust ist möglich. Investiere nur Geld, das du langfristig entbehren kannst.

Fazit: Ist NEAR Protocol eine spannende Kryptowährung?

NEAR Protocol gehört technisch zu den spannendsten Layer-1-Blockchains am Markt. Automatisches Resharding, Finalität in rund 1,2 Sekunden und Chain Signatures lösen echte Probleme. Mit NEAR Intents hat das Projekt zudem ein Produkt, das nachweislich genutzt wird und Gebühren einbringt. Dazu kommt ein Gründerteam, dessen KI-Anspruch nicht bloß Marketing ist.

Trotzdem würde ich NEAR nicht als Kernposition betrachten. Die Netzwerkaktivität hängt zu stark an wenigen Anwendungen, und die Governance hat 2025 gezeigt, dass Regeln nicht in Stein gemeißelt sind. Der große KI-Durchbruch auf der Chain steht außerdem noch aus. Als Beimischung für Anleger, die an Chain Abstraction und KI-Agenten glauben, halte ich NEAR für eine nachvollziehbare Wahl.

Häufige Fragen zu NEAR

Was ist das NEAR Protocol?

NEAR Protocol ist eine Layer-1-Blockchain für Smart Contracts und dezentrale Anwendungen. Das Netzwerk nutzt Proof of Stake und skaliert über Sharding. Der native Coin NEAR dient zum Bezahlen von Gebühren, zum Staking und zum Reservieren von Speicherplatz.

Wer hat NEAR gegründet?

Illia Polosukhin und Alexander Skidanov gründeten das Projekt 2017, zunächst als KI-Startup Near.ai. Polosukhin ist Co-Autor des Transformer-Papers „Attention Is All You Need", Skidanov arbeitete zuvor bei MemSQL und Microsoft.

Wie viele NEAR gibt es?

Aktuell sind rund 1,31 Mrd. NEAR im Umlauf. Eine Obergrenze gibt es nicht. Seit Oktober 2025 liegt die maximale jährliche Inflation bei 2,5 %.

Kann man NEAR staken?

Ja. Du delegierst deine NEAR an einen Validator, direkt über eine Wallet oder über eine Krypto-Börse. Nach dem Halving liegt die Rendite bei etwa 4,75 % pro Jahr, sofern rund die Hälfte aller NEAR gestaked ist. Beim Unstaking wartest du einige Tage.

Was unterscheidet NEAR von Ethereum?

Ethereum skaliert hauptsächlich über Layer-2-Netzwerke, NEAR direkt auf Layer 1 per Sharding. NEAR ist mit 600 Millisekunden Blockzeit deutlich schneller und bietet lesbare Kontonamen. Ethereum hat dafür das mit Abstand größere Ökosystem.

Rune Fauck
Rune Fauck
Autor
Über den Autor
In meinem Studium der Germanistik, Politik und Wirtschaftswissenschaften konnte ich bereits fundamentale Kenntnisse über unser Wirtschaftssystem sammeln. Bereits im Studium habe ich mit dem Investieren in Aktien und ETFs begonnen und möchte gerne mein angesammeltes Wissen weitergeben. Nach meinem Studium zog es mich deshalb zunächst ins Bildungssystem, wo ich am Gymnasium arbeitete und dort bereits erste Erfahrungen in der Vermittlung von wirtschaftlichen Themen sammeln konnte. Als Lehrer weiß ich, wie man Wissen verständlich erklärt und spannend gestaltet.

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