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Was ist Ethereum? (ETH) – Alle wichtigen Daten und Fakten

Lesezeit 9 min.

Lektoriert vonChristian Musanke
Überprüft durchFlorian Döhnert-Breyer
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Ethereum betrat erstmals 2015 die Bühne der Kryptowährungen und ist schnell zum größten Konkurrenten des Bitcoins aufgestiegen. Ethereum ist im Gegensatz jedoch nicht bloß eine Kryptowährung, sondern gleich ein ganzes Netzwerk, auf dem die verschiedensten Anwendungen möglich sind.

Wie Ethereum genau funktioniert und welche Optionen das Netzwerk bietet, schauen wir uns in diesem Artikel einmal genauer an.

Ethereum - das Wichtigste in Kürze

  • Was ist Ethereum? Ethereum ist ein dezentrales Netzwerk, welches mittels sogenannter Smart Contracts verschiedenste Transaktionen ermöglicht.
  • Was ist der Unterschied zwischen Ether und Ethereum? Ether ist die Währung des Ethereum-Netzwerkes. Ethereum ist die Plattform, auf der verschiedenste Apps und finanzielle Transaktionen mittels des Ethers möglich sind.
  • Wie funktioniert die Zahlung mit Ethereum? Um mit Ethereum zu zahlen, benötigt man eine Wallet; mit diesem kannst du dann Transaktionen durchführen.
  • Wie viele Menschen nutzen Ethereum? Nach eigenen Angaben besitzen derzeit rund 96 Millionen Menschen eine Ethereum-Wallet.
  • Wie kann ich Ethereum kaufen? Ethereum kaufst du über eine Kryptobörse. In unseren Tests haben Bitvavo, Bitpanda, Bitget gut abgeschnitten.

1. Was ist Ethereum?

Ethereum ist ein Netzwerk, mit dem Ether als zugrundeliegende Kryptowährung. Das Netzwerk wurde 2015 von dem Kanadier Vitalik Buterin ins Leben gerufen und hat sich seitdem zur zweitgrößten Kryptowährung nach dem Bitcoin entwickelt.

Ziel war es, eine dezentralisierte Plattform zu gründen, mit der Online-Transaktionen einfacher, sicherer und ohne Zwischenhändler abgewickelt werden können. Zudem ist Ethereum ein gemeinschaftliches Projekt. Jeder kann den Quellcode einsehen und auch jeder kann Änderungen vorschlagen.

Ethereum ist also ein Peer-to-Peer-Netzwerk und funktioniert komplett ohne Zwischenhändler. Zudem wird die Plattform auch als Turing Complete Virtual Machine bezeichnet, da diese dieselben Rechenaufgaben wie ein Computer lösen kann. So gibt es mit Solidity eine eigene Programmiersprache, mit der eigens für Ethereum Programme entwickelt werden können.

Was ist Ether (ETH)?

Das Ethereum-Netzwerk hat auch ein eigenes Zahlungsmittel, genauer gesagt eine eigene Währung – den Ether. Allgemein wird die Währung jedoch auch als Ethereum bezeichnet – streng genommen heißt diese jedoch nur Ether, mit dem Tickersymbol „ETH“.

Der Wert der Ethereum-Coins

Der Wert der Ether-Währung ist eng mit dem Erfolg und der Anzahl der Nutzer auf dem Ethereum-Netzwerk verbunden.

Je mehr Personen das Netzwerk nutzen, umso mehr Ether wird benötigt, um Transaktionen abzuschließen. Folglich steigt der Wert der Währung. Anders als Bitcoin ist der Ether nicht in der Anzahl begrenzt, bei jeder Transaktion wird aber ein Teil der Gebühren vernichtet, um die Inflation einzudämmen. Dies nennt man auch „burning fees“.

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2. Anwendungsbeispiele für Ethereum

Als dezentrales Netzwerk können Zahlungen über Ethereum von Person zu Person mittels der sogenannten Smart Contracts erledigt werden. Diese sind Computerprogramme und dienen als Grundlage für alle Anwendungen auf der Plattform.

Smart Contracts funktionieren nach der „wenn dies, dann das“ Logik. Haben beispielsweise zwei Parteien einer Zahlung zugestimmt, ist die „wenn dies“ Bedingung erfüllt und der „dann das“ Auftrag wird ausgeführt – etwa die Zahlung einer bestimmten Summe. Smart Contracts sind im Nachhinein nicht mehr änderbar.

Doch können Smart Contracts und das gesamte Netzwerk für weit mehr, als nur Zahlungen, genutzt werden. Es gibt eine Fülle weiterer Anwendungen, die wir im Folgenden vorstellen wollen. Die meisten der Anwendungen laufen über sogenannte dApps (denzentrale Applikationen.

Anwendungsfälle von Ethereum sind Zahlungsmittel, NFTs, Dezentrale Organisationen, DeFi, Tokenisierung und Spekulation.
Finanzwissen.de

DApps haben den Vorteil, dezentral zu sein und ohne Mittelsmann zu funktionieren. Du kannst so etwa digitale Gegenstände direkt von Person zu Person handeln und musst dafür nur die Gas-Gebühr des Ethereum-Netzwerkes zahlen. Zudem werden dApps häufig auch von den Nutzern selbst verwaltet und finanziert. Die Mitglieder der App bestimmen dann über eventuelle Änderungen und die App gehört einer Gemeinschaft an, die diese mit Geld versorgt.

Non-Fungible-Token (NFTs)

Sammlung von 16 Cryptopunk NFTs, die durch Pixelgrafiken von Gesichtern dargestellt werden.

Über Ethereum können die sogenannten NFTs erstellen (minten) und so unter anderem Kunst digitalisieren und eine Begrenztheit der Werke erschaffen.

NFTs bedeutet Non-Fungible Token und diese sind ein Besitznachweis für ein digitales Gut. NFTs werden im Ethereum-Netzwerk ebenfalls über Smart-Contracts gehandelt. Hierzu gibt es eine Fülle an NFT-Handelsplätzen.

Die bekanntesten NFT-Serien sind:

  • CryptoKitties (die erste populäre NFT-Serie)
  • CryptoPunks (erreichten den Hochpunkt, als der Sporthersteller Nike einen CryptoPunk NFT erwarb)
  • Bored Ape Yacht Club (wurden für 7-stellige Summen im Auktionshaus Christie’s versteigert)

Mittels NFTs können aber auch andere Anwendungen, wie Spiele, gestaltet werden. Ein Beispiel dafür ist das Online-trading-Card-Game Gods Unchainded. Dieses läuft komplett über Ethereum und jede Karte wird als ein NFT herausgegeben. Damit sind die Spieler wirklich im Besitz ihrer digitalen Karten und können diese auch verkaufen oder handeln.

Dezentrale Börsen und dezentrales Finanzwesen

Ethereum bietet eine ganze Bandbreite von Möglichkeiten im Bereich der Decentralized Finance (kurz DeFi genannt) an. Das bedeutet, dass klassische Finanzprodukte wie Darlehen, Anleihen usw., über die Blockchain abgebildet werden können. Dies ermöglicht es den Usern, dass sie selbst als Bank fungieren und DeFi Produkte anderen Usern anbieten können. DeFi läuft ebenfalls über Smart Contracts ab.

Bekannte Anbieter für DeFi sind: MakerDAO, Aave, Moonwell, Lido, Drift und Fluid.

Ferner gibt es auch dezentrale Börsen (kurz DEX für Decentralized Exchange) auf denen man Token, NFTs oder auch andere Assets handeln kann. Die bekanntesten DEX’s sind Uniswap, SushiSwap, aerodrome und Pancake Swap.

Oberfläche von Sushi Swap, auf der man die Anzahl an Kryptowährungen eingeben kann, die man handeln möchte.
Quelle: Sushi.com

Tokenisierung von Real-World-Assets über Ethereum

Auch wurde bereits mit der Möglichkeit experimentiert, über Smart-Contracts Assets in der realen Welt zu handeln. Hierzu sind immer wieder verschiedenste Immobilienplattformen im Ethereum-Netzwerk aufgetaucht, bei denen man über Tokens Anteile an der Immobilie erwerben konnte.

Der Eigentümer des Tokens ist damit gleichzeitig auch (Teil-)Besitzer der Immobilie. Möchte er seine Anteile an der Immobilie loswerden, muss er nur seinen Token an eine andere Person verkaufen. Der geringere Wert des Tokens erhöht dabei die Liquidität im Vergleich zu ganzen Immobilien natürlich enorm.

Die Tokenisierung erlaubt also, echte Vermögenswerte zu digitalisieren und den Besitzer eindeutig sowie fälschungssicher zu identifizieren.

Bislang konnten sich allerdings nur wenige Tokenisierungsprojekte durchsetzen. Der Grundgedanke ist intuitiv und praktisch, jedoch dürfen die Hürden bei der letztendlichen Umsetzung nicht unterschätzt werden.

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Dezentrale Organisationen auf Ethereum

DAOs (Decentralised autonomus organisations) sind dezentrale Gemeinschaften, die von ihren Mitgliedern besitzt werden und keiner einzelnen Person oder Organisation gehören.

Die Finanzen solcher Gemeinschaften werden über Smart-Contracts geregelt, und alle Zahlungen oder Änderungen innerhalb der Organisation erfordern eine Mehrheit innerhalb der Mitglieder. Dazu sind alle Aktivitäten der Organisation transparent und für alle einsehbar. Die bekannteste dezentrale autonome Organisation war „TheDAO“, die gewissermaßen einem dezentral organisierten Venture Capital Fonds gleichkam.

Spekulation oder Wertaufbewahrung mit Ethereum

Viele der bislang angesprochenen Anwendungsfälle von Ethereum werden nur von einem kleinen Teil der Anleger genutzt. Ein Großteil kauft den Ether nur, um auf steigende Preise zu spekulieren oder zumindest einen Werterhalt zu erreichen.

Für eine reine Absicherung gegen die Inflation ist der Bitcoin aufgrund der Begrenztheit prinzipiell besser geeignet. Mit der Einführung des Proof-of-Stakes hat jedoch auch Ethereum mit dem „Burn-Mechanismus“ ein attraktives Verfahren für Anleger eingeführt, da dieser Mechanismus phasenweise gar zu deflationären Phasen führen kann.

3. So funktioniert Ethereum

Ethereum wird von einer Reihe voneinander unabhängigen Nodes (Knotenpunkten) betrieben. Jeder technisch versierte Nutzer kann eine Ethereum-Node auf seinem Computer laufen lassen. Man benötigt dafür lediglich einen ausreichend schnellen PC, eine gute Internetverbindung und die zugehörige Software. Für das Betreiben einer Full-Node muss man die gesamte Blockchain-Historie herunterladen, die derzeit eine Größe von etwas über 1 TB aufweist.

Ethereum-Wallets

Um an den Funktionen des Netzwerks teilhaben zu können, benötigst du zunächst eine Krypto-Wallet, die Ethereum unterstützt. In unserem Krypto-Wallet-Vergleich findest du gute Wallets, die Ethereum unterstützen.

Eine Wallet ist nichts anderes als eine digitale Geldbörse. Anders als einer physischen Geldbörse sind Kryptos jedoch nie wirklich in der Wallet abgelegt (gespeichert). Vielmehr hat man die Möglichkeit, über die Wallet-Software Transaktionen auf der Blockchain anzufordern, die anschließend von den Minern umgesetzt werden.

Um Zugriff auf deine Wallet zu erhalten, benötigst du den zugehörigen „Private Key“. Neben dem privaten Schlüssel, den du immer für dich behalten solltest, gibt es noch einen öffentlichen Schlüssel (Public Key), anhand dessen deine öffentlichen Ethereum-Adressen generiert werden. An diese Adressen können dann Ether Coins gesendet werden.

Mittels der Wallet kannst du also auf verschiedene dApps zugreifen, anderen Wallets Geld senden oder selbst Geld erhalten.

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Adressen & Transaktionen

Jede Wallet hat eine odere mehrere Adressen, die gewissermaßen wie Kontonummern funktionieren. Mittels dieser Wallet-Adressen können dann Transaktionen jeglicher Art vorgenommen werden. In der Wallet werden nicht nur Coins und Token, sondern auch NFTs aufbewahrt.

Bei jeder Transaktion wird eine Gebühr erhoben, um die Validatoren im Ethereum-Netzwerk zu entlohnen. Zusätzlich wird ein Teil der Gebühren vernichtet, um die Inflation zu bremsen.

Ethereum Gebühren

Gas ist der Treibstoff des Ethereum-Netzwerkes und beziffert den Rechenaufwand, der für eine Operation benötigt wird. Die Gebühr entspricht dem Volumen des verbrauchten Gases, multipliziert mit dem derzeitigen Preis für eine Gaseinheit. Die Gebühr ist verpflichtend. Je höher du die Transaktionsgebühr setzt, desto schneller wird deine Transaktion von den Minern verarbeitet.

Gas ist eine eigene Einheit und diese wiederum eine kleinere Einheit von Ether. Derzeit entspricht ein Gas etwa 0.0016924947 Ether. Die Gas-Kosten schwanken jedoch, je nach Auslastung des Netzwerkes. Da theoretisch jeder ein Programm auf der Blockchain laufen lassen kann, verhindern die Gas-Kosten auch, dass Endlosschleifen programmiert werden oder das Netzwerk zugemüllt wird.

Ethereum-Virtual-Machine

Das Ethereum-Netzwerk wird von der Ethereum Virtual Machine (EVM), welche aus Tausenden Computern besteht, am Laufen gehalten. Damit ist Ethereum so etwas wie ein riesiger dezentraler Computer, der von tausenden Nutzern aufrechterhalten wird. Die Plattform hat mit Solidity auch eine eigene Programmiersprache, mit der Smart Contracts auf der Blockchain programmiert werden können. Somit ist der Quellcode der Smart Contracts auch für jeden einsehbar, wodurch die Sicherheit vor Betrügern deutlich erhöht wird.

Nodes

Jeder Computer, der im Netzwerk verbunden ist, wird auch Node bzw. Knotenpunkt genannt. Zusammen sorgen alle Nodes dafür, dass das Netzwerk stabil bleibt. Man muss jedoch zwischen Nodes und Minern unterscheiden.

Nodes haben jederzeit zwei verschiedene Programme am Laufen:

  • Den „execution client“: Dieser überwacht alle Transaktionen und führt diese in der EVM aus. Der Execution Client verfügt stets über die neueste Version der Blockchain.
  • Den „consensus client“: Mittels dieser Software geben alle Nodes ihr „O.K.“ für einen neuen Block. Mittels der Daten des Execution Clients können alle Transaktionen auf ihre Gültigkeit überprüft werden.

Das Ganze passiert automatisiert, sodass die Betreiber der einzelnen Nodes nicht aktiv werden müssen.

Screenshot der Geth JavaScript Konsole
Über die Geth Software lassen sich Ethereum Nodes betreiben.

Eine detaillierte Anleitung zum Nutzen von „Go-Ethereum (Geth)“ findest du auf der Geth-Website.

4. Lohnt es sich Ethereum zu kaufen?

In der Welt der Kryptowährungen steht Ethereum seit Jahren neben Bitcoin als einer der führenden Coins. Investoren stellten sich daher oft die Frage, ob sich eine Investition in Ethereum lohnt.

Der größte Pluspunkt von Ethereum ist, dass das Netzwerk einen großen Teil der Infrastruktur des Web3-Spaces ausmacht. Viele andere Projekte wie Chainlink, Optimism oder Base sowie Memecoins wie Shiba Inu oder Pepe laufen über die Ethereum-Blockchain und bieten ihren Token als Layer-2-Lösung auf Ethereum an.

Ethereum Prognose

Viele Vermögensverwalter geben positive Prognosen für die zukünftige Preisentwicklung von Ethereum ab. So sieht VanEck in einem positiven Szenario für 2030 einen Ethereum Kurs von über 11.000 € als realistisch an. In einem negativen Marktumfeld wird ein Preis von etwa 2.500 € für 2030 prognostiziert. Solche Vorhersagen sind jedoch auch nur Spekulation – keiner kann die Zukunft vorhersagen.

Einige Analysten erwarten bis Ende des Jahres ein neues Allzeithoch und einen Preis von über 5.000 € pro Ether. Trotz eines starken Bitcoins und eines sehr positiven Aktienmarktes konnte Ethereum jedoch 2025 keine neues Allzeithoch erreichen.

Die Volatilität bleibt allerdings ein wesentliches Merkmal von Ethereum, wie bei allen Kryptowährungen. Preisschwankungen von 10 bis 20 % innerhalb weniger Tage sind keine Seltenheit. Dies macht Ethereum zu einer Hochrisiko-Investition, die sowohl erhebliche Gewinne als auch Verluste mit sich bringen kann. Ein weiterer Kritikpunkt ist, dass der Ethereum-Kurs in der letzten Rallye nicht das Allzeithoch knacken konnte.

Langfristig betrachtet hat Ethereum jedoch seit seiner Einführung 2015 trotz aller Marktschwankungen eine beachtliche Wertentwicklung gezeigt. Investoren, die früh eingestiegen sind und Geduld bewiesen haben, konnten signifikante Renditen erzielen.

5. Bitcoin oder Ethereum: Was ist besser?

Die Entscheidung zwischen Bitcoin und Ethereum hängt stark von deinen individuellen Anlagezielen ab. Bitcoin wird oft als „digitales Gold“ und Wertspeicher betrachtet, während Ethereum als Infrastruktur für die dezentrale Finanzwelt (DeFi) fungiert.

Bitcoin hat eine feste maximale Anzahl von 21 Millionen Coins, was es zu einem knappen Gut macht. Ethereum hingegen hat keine feste Obergrenze, implementiert jedoch Mechanismen zur Kontrolle der Inflation. Nach dem Übergang zu Proof-of-Stake wird bei hoher Netzwerkaktivität sogar ein Teil der ETH verbrannt, was potenziell deflationär wirken kann.

Die Technologie hinter Ethereum bietet mehr Anwendungsmöglichkeiten als Bitcoin, was ihr einen Vorteil bei der breiteren Akzeptanz verschaffen könnte. Der gesamte DeFi-Sektor, NFTs und zahlreiche weitere Blockchain-Anwendungen basieren auf Ethereum.

In den letzten Jahren hat die Bitcoin-Dominanz jedoch deutlich zugenommen. Dieser Wert misst den Anteil, den die Bitcoin Marktkapitalisierung im gesamten Krypto-Bereich hat. Zuletzt ist dieser Wert stark gestiegen, als der Bitcoin die 100.000 USD Marke durchbrochen hat.

Die Bitcoin Dominanz der letzten Jahre
Die Bitcoin Dominanz der letzten Jahre

Im Endeffekt kommt es darauf an, welche Kryptowährung mehr genutzt wird und welche die Massen überzeugen kann. Es gibt aber auch Szenarien, in denen sich beide Coins durchsetzen.

Etwa, wenn Bitcoin digitales Gold zur Werterhaltung bleibt und Ethereum als Zahlungsmittel für den alltäglichen Gebrauch genutzt wird. Auf Ethereum werden auch Stablecoins wie Tether (USDT) oder Circle (USDC) betrieben, die immer mehr an Relevanz in Entwicklungsländern gewinnen.

Gerade in Nationen mit instabilen, inflationären Währungen bieten Stablecoins auf Basis von US-Dollar eine einfache Option, an die amerikanische Währung zu kommen. Andernfalls wäre ein internationales Bankkonto nötig, was oft mit hohem Aufwand und Gebühren verbunden ist.

6. Vor- und Nachteile von Ethereum

Vor- und Nachteile von Ethereum

  • Das Ethereum-Netzwerk verbraucht deutlich weniger Strom als der Bitcoin. Der Stromverbrauch von Ethereum liegt pro Jahr ungefähr bei 0,0026 TWh. Der Bitcoin-Stromverbrauch betrug allein im Jahr 2023 etwa 121 TWh an Strom. Damit ist Ethereum die deutlich umweltfreundlichere Kryptowährung.

  • Ein Großteil der Krypto-Infrastruktur basiert auf Ethereum. So sind bekannte Projekte wie Polkadot, Polygon, Chainlink oder Shiba Inu ein Teil der Ethereum-Blockchain.

  • Gerade für Menschen in Entwicklungsländern sind die Möglichkeiten der Dezentralized Finance und Stablecoins sehr interessant, z.B. um den Zugang zu einem Finanzsystem oder zu Krediten zu ermöglichen.

  • Nutzer können in einem Proof-of-Stake-Netzwerk leichter als Validatoren agieren. Bei Proof-of-Work-Währungen sind die Einstiegshürden zumeist deutlich höher.

  • Wie auf jedem Markt gibt es auch auf der Ethereum-Plattform Betrüger. Ein bekannter Scam sind falsche Unternehmen, die ICO’s also Token verkaufen, um Investoren anzulocken. Das Unternehmen stellt sich dann als Fassade oder als Ponzi-Schema heraus und die Investoren verlieren ihr Geld.

  • Ein weiteres Problem des Netzwerks ist der sogenannte Maximal Extrahierbarer Wert (kurz MEV).

    Dies bedeutet, dass nicht alle Transaktionen im Netzwerk gleich viel kosten und wert sind. Das führt dazu, dass durch das Ändern, Ausschließen oder Einbeziehen von Transaktionen Gewinne entstehen können. Hierzu gibt es inzwischen Bots, die das Netzwerk nach solchen Möglichkeiten absuchen.

  • Ebenso gibt es Phishing-Attacken, die zum Ziel haben, Menschen Zahlungen veranstalten zu lassen, die sie gar nicht tätigen wollten. Ähnlich wie bei Betrügern in der echten Welt, die dich dazu verleiten wollen, Geld irgendwohin zu überweisen oder deine Bankverbindung preiszugeben.

Chancen und Risiken für die Zukunft von Ethereum

Chancen für die Zukunft von Ethereum

  • Ethereum hat als zweitgrößte Kryptowährung schon einen hohen Bekanntheitsgrad.
  • Viele Krypto-Projekte operieren über Ethereum.
  • Ethereum ist deutlich energieeffizienter als Bitcoin.
  • Ethereum wird ständig weiterentwickelt.
  • Ethereum hat eine große Community und eine hohe Anzahl täglicher Nutzer.

Risiken für die Zukunft von Ethereum

  • Es wurde noch keine adäquate Lösung für die Skalierung gefunden.
  • Zu große Staking-Pools gefährden die Dezentralität des Netzwerks.
  • Ethereum hat mit Bitcoin, Solana und Cardano starke Konkurrenten.

7. Häufige Fragen zu Ethereum

Unsere Inhalte spiegeln nur die Meinungen und Erwartungen der Autoren wider und stellen somit keine Empfehlung zum Kaufen, Halten oder Verkaufen der genannten Wertpapiere dar.

Als Anleger*in trägst Du die volle Verantwortung für Deine Investitionsentscheidungen.

Die Autoren können in einige der beschriebenen Assets investiert sein und somit ein Interesse an deren Kursentwicklung haben.

Rune Fauck
Rune Fauck
Autor
Über den Autor
In meinem Studium der Germanistik, Politik und Wirtschaftswissenschaften konnte ich bereits fundamentale Kenntnisse über unser Wirtschaftssystem sammeln. Bereits im Studium habe ich mit dem Investieren in Aktien und ETFs begonnen und möchte gerne mein angesammeltes Wissen weitergeben. Nach meinem Studium zog es mich deshalb zunächst ins Bildungssystem, wo ich am Gymnasium arbeitete und dort bereits erste Erfahrungen in der Vermittlung von wirtschaftlichen Themen sammeln konnte. Als Lehrer weiß ich, wie man Wissen verständlich erklärt und spannend gestaltet.

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