Unser Testverfahren für Girokonten

Lesezeit 13 min.

Silvia Benetti
Redakteurin
Sieh dir an, wie wir bei Finanzwissen arbeiten

Girokontoangebote gibt es viele, und zahlreiche werben mit „kostenlos“ und mit vielen Vorteilen. Wie trennt man die Spreu vom Weizen? Folgend zeigen wir dir, wie unsere klar nachvollziehbare und faire Note für Girokonten entsteht.

  • Wir bewerten Girokonten in 6 Kategorien. Die Endnote bekommst du als Prozentwert der Maximalpunkte.
  • Die Kategorie Gebühren wiegt mit 32,5 % am schwersten. Dabei prüfen wir die Kosten für die Kontoführung sowie für Karten, Transaktionen und Bargeld.
  • Die Kategorie Karten fließt mit 21,5 % ein. Hier schauen wir, ob eine Debitkarte, eine Kreditkarte sowie eine Girocard zur Verfügung stehen.
  • Weitere Kategorien sind Funktionen (18,5 %), Bargeld (15 %) , Sicherheit (5 %) und Service (7,5 %).
  • Wir aktualisieren den Girokontovergleich regelmäßig, damit die Noten zu den aktuellen Bedingungen passen.

Warum wir ein eigenes Bewertungsverfahren nutzen

„Kostenlos" steht über fast jedem Girokonto-Angebot. Klingt erst mal super, sagt aber wenig darüber aus, ob das Konto im Alltag taugt. So kostet ein vermeintlich kostenloses Konto plötzlich doch, wenn du im Ausland mit Karte zahlst, weil Fremdwährungsabhebungen berechnet werden. Oder du überziehst das Konto und zahlst horrende Zinsen.

Des Weiteren geht es nicht nur darum, keine Gebühren zu zahlen: Ein Konto, das nichts kostet, aber eine miserable Banking-App hat, keinen Service bietet und im Ausland viel zu hohe Gebühren berechnet, ist eben nicht automatisch das beste. Ein Konto mit 2 € Monatsgebühr kann in einem solchen Fall die klügere Wahl sein, wenn du dafür eine Kreditkarte, weltweit kostenloses Bargeld und einen ordentlichen Dispo bekommst.

Deshalb bewerten wir in unserem Girokontovergleich nicht nach Bauchgefühl und auch nicht nur nach dem Preisschild. Unser Girokonto-Bewertungsverfahren zerlegt jedes Konto in sechs Kategorien und über 40 Einzelkriterien – von der Kontoführungsgebühr über die Kartenausstattung bis zum Kundenservice. Jedes Kriterium bekommt Punkte nach festen Regeln, jede Kategorie ein Gewicht. So wird die Bewertung nachvollziehbar und – wichtiger noch – über alle Anbieter hinweg vergleichbar.

Das Ergebnis: Der Testsieger ist fast nie das absolut billigste Konto. Es ist das Konto, das über die ganze Breite überzeugt. Und falls deine Prioritäten anders liegen, etwa weil du nie ins Ausland fährst oder auf eine guten Service Wert legst, siehst du in den einzelnen Kategorienoten sofort, wo ein Konto seine Stärken hat.

Girokontobewertung: Die sechs Kategorien im Überblick

Egal ob Filialbank, Direktbank oder Neobank – jedes Konto wird anhand von sechs Kategorien bewertet. Aus der Tabelle kannst du entnehmen, welche Kriterien in den jeweiligen Kategorien enthalten sind.

KategorienGewichtungEinzelne Kriterien
Gebühren32,5 %- Kontoführungsgebühren
- Kosten für Debitkarte, Kreditkarte und Girocard
- Kosten für Lastschriften und Überweisungen
- Kosten für Kartenzahlungen in Fremdwährungen
- Gebühren für Abhebungen im IIn- und Ausland
- Gebühren für Bargeldabhebungen und -einzahlungen
- Dispozinsen
Karten & Payments21,5 %- Debitkarte vorhanden?
- Kreditkarte vorhanden?
- Girocard vorhanden?
- Extra virtuelle Karten
- Apple Pay, Google Pay, WERO
Funktionen18,5 %- App-Bewertung
- Tagesgeld als Extra?
- Self-Services
- Unterkonten
- Gemeinschaftskonto möglich?
- Multibanking möglich?
- Einstellung von Zahlungslimits möglich?
- Dispo verfügbar?
- Smart Features (Sparfunktionen, Automatisierungen usw.)
- Kontoeröffnung und Identifizierungsverfahren
Bargeld15 %- Automatenverbund
- Anzahl kostenloser Abhebungen in D, EU und weltweit
- Bedingungen für kostenlose Abhebungen
- Einzahlungen möglich?
Kundenservice7,5 %- Angebotene Kanäle (Telefon, E-Mail, Chat)
- Erreichbarkeit
- Nutzerberwertungen
- Filialen
- Ticketsystem?
Sicherheit5 %- Einlagensicherung
- Banklizenz
- Sicherungsverfahren beim Online-Banking

Gebühren: So bewerten wir die Kosten

Fast ein Drittel der Endnote hängt von den Gebühren ab – und innerhalb dieser Kategorie machen die laufenden Fixkosten rund 63 % aus. Damit ist die Kontoführungsgebühr das einzelne Kriterium mit dem größten Hebel im gesamten Verfahren. Aus gutem Grund: Sie ist der Posten, der dich jeden Monat trifft, ob du das Konto aktiv nutzt oder nicht.

Zur besseren Übersicht unterteilen wir die Kategorie in vier Blöcke:

Fixkosten (6,75 Punkte, 63 %) : Hier zählt vor allem die monatliche Kontoführungsgebühr, bewertet auf einer linearen Skala von 0 bis zum höchsten Wert im Test. Ein Konto für 2 € im Monat schneidet also deutlich besser ab als eins für 12 € – aber eben nicht gleich gut wie ein komplett kostenloses. Ist ein Konto nur bei Mindestgeldeingang gratis, deckeln wir die Punkte bei 95 % – ein kleiner Abzug, weil „kostenlos mit Bedingung" eben nicht dasselbe ist wie bedingungslos kostenlos. Dazu kommen die Jahresgebühren für Debit-, Kredit- und Girocard sowie einmalige Ausstellungskosten, etwa für den Versand der Karte.

Transaktionskosten (1,5 Punkte, 14 %) : Hier bewerten wir Gebühren für Kartenzahlungen in Fremdwährung (linear von 0 bis zum Höchstwert), SEPA-Überweisungen und Lastschriften. Die letzten beiden Kriterien sind einfache Punkte: Kostenlose Lastschriften und Überweisungen sind Standard. Wer hier abkassiert, verliert spürbar.

Bargeldkosten (2 Punkte, 19 %) : Die Gebühr pro Abhebung bewerten wir mit einem Relevanzfaktor: Je mehr Freiabhebungen ein Konto bietet, desto weniger fällt eine Gebühr darüber hinaus ins Gewicht. Bei unbegrenzt kostenlosen Abhebungen ist die Gebühr schlicht egal – Faktor 0. Wer dich dagegen ab der ersten Abhebung zur Kasse bittet, bekommt den vollen Abzug. Das verhindert, dass ein Konto für eine Gebühr abgestraft wird, die in der Praxis selten anfällt, weil du viele kostenlose Abhebungen hast.

Dispo (0,5 Punkte, 5 %) : Der Dispozins fließt linear zwischen 6 und 14 % ein. Hat ein Konto gar keinen Dispo, werten wir das Kriterium nicht, ohne den Anbieter zu bestrafen.

Karten & Payments: Das sind unsere Kriterien

Ein Girokonto ohne nutzbare Karte ist im Alltag wertlos – und genau das spiegelt diese Kategorie wider. Von den 9 möglichen Punkten entfallen allein 5 auf die Debitkarte. Der Grund ist einfach: Es handelt sich mittlerweile um die Standardkarte für Zahlungen im In- und Ausland und ist aus unserer Sicht unabdingbar.

Die übrigen vier Punkte verteilen sich auf das, was ein Konto über den Pflichtteil hinaushebt:

Kartenausstattung: Eine zusätzliche Kreditkarte (0,5 Punkte) und eine Girocard (0,5 Punkte) bringen Pluspunkte – die Girocard, weil sie in Deutschland noch immer überall akzeptiert wird, während vereinzelte Händler Visa- und Mastercard nach wie vor ablehnen. Wer dir mehrere Karten gleichzeitig spendiert (0,5 Punkte) oder eine virtuelle Karte fürs sofortige Bezahlen nach der Kontoeröffnung (0,25 Punkte), sammelt weiter Punkte.

Mobile Payments: Apple Pay und Google Pay zählen je 1,0 Punkt – zusammen also genauso viel wie die komplette restliche Kartenausstattung jenseits der Debitkarte. Für uns ist klar: Kontaktlos per Handy zahlen ist 2026 kein Nischen-Feature mehr, sondern Standard. Fehlt einer der beiden Dienste, merkst du das im Alltag sofort. WERO, das neue europäische Bezahlsystem auf Basis von Handynummern, gibt aktuell noch 0,25 Punkte – es steckt im Aufbau, könnte aber in den nächsten Jahren wichtig werden.

Funktionen: Für diese Features vergeben wir Punkte

Diese Kategorie misst, wie gut sich das Konto im Alltag nutzen lässt und welche Extras jenseits der Standardfunktionen angeboten werden. Der mit Abstand wichtigste sind die Banking-Kernfunktionen (5,25 Punkte, 42 %).

Banking-Kernfunktionen. Hier steckt mit 3 Punkten das schwerste Einzelkriterium der ganzen Kategorie: die App-Bewertung. Wir nehmen nicht unseren eigenen Eindruck, sondern die echten Durchschnittsnoten aus den App-Stores – linear ab 3,0 Sternen, darunter gibt es null Punkte. Der Grund: Eine App mit 4,7 Sternen sagt aus unserer Sicht mehr über die tägliche Nutzbarkeit aus als jedes Werbeversprechen.

Dazu kommen Punkte für Self-Services (1,25) wie Adressänderung oder Limitanpassung direkt in der App und ein integriertes Tagesgeld (1,0). Letzteres bewerten wir bewusst nur mit Ja/Nein – die Zinshöhe gehört in unseren Tagesgeld-Vergleich, nicht hierher.

Kontoverwaltung (4 Punkte, 32 %) : Kartensperrung per App und Unterkonten zählen je 1,0 – beides Features mit echtem Alltagsnutzen. Karte verloren? Solltest du in der App mit zwei Klicks sperren können. Budget im Griff behalten? Unterkonten anlegen. Gemeinschaftskonto, Multibanking, einstellbare Zahlungslimits und ein verfügbarer Dispo bringen je 0,5.

Kontoeröffnung (1,75 Punkte, 14 %) : Wie einfach lässt sich ein Konto eröffnen? Ein vollautomatischer Kontowechselservice bringt hier 0,5 Punkte. Für jede Verifizierungsmethode (VideoIdent, PostIdent, eID mit deutschem Personalausweis) vergeben wir zusätzlich jeweils 0,25 Punkte. So viel gibt es auch, wenn sich das Konto komplett digital einrichten lässt.

Smart Features (1,5 Punkte) : Sparfunktionen, Automatisierungen, Push-Nachrichten, Ausgabenkategorisierung, Individualisierung – das ist die Kirsche auf der Sahnehaube. Für jedes Feature gibt es jeweils 0,25 Punkte, nur die Ausgabenkategorisierung bekommt 0,5 Punkte. Insgesamt macht dieser Bereich 12 % der Endnote aus. Es sind zwar nette Extras, aber kein Konto fällt durch, weil das Kartendesign langweilig ist.

So bewerten wir die Bargeldverfügung

Auch wenn immer weniger Leute Cash nutzen – wenn du Bargeld brauchst, willst du nicht ewig nach einem passenden Automaten suchen oder hohe Gebühren zahlen. Angesichts dessen steckt die Hälfte dieser Kategorie – 4 von 8 Punkten – allein im Automatenverbund. Den bewerten wir über ein Stufenmodell, das sich an der Anzahl der Automaten orientiert, an denen du kostenlos an Bargeld kommst.

Verbund / NetzAutomaten (ca.)Punkte
Visa & Mastercardüber 58.0004,0
Sparkasse23.2003,7
BankCard (Volksbanken)17.3003,5
CashGroup7.0003,2
CashPool2.8002,9
ING / Targo (+ Kreditkarte)1.1002,5
Kleinerer Verbund2,0

Ganz oben stehen Karten, mit denen du am Visa- oder Mastercard-Netz Geld abheben kannst. Damit stehen dir über 58.000 Automaten zur Verfügung, praktisch jeder Automat in Deutschland kommt infrage. Das ist der Grund, warum viele Direktbanken hier vorn liegen, obwohl sie keine einzige eigene Filiale haben.

Die restlichen vier Punkte verteilen sich auf:

  • Anzahl kostenloser Abhebungen (bis 1,5): Hier nutzen wir auch ein Stufenmodell. Für unbegrenzt kostenlose Abhebungen gibt es die maximale Punktzahl, bis zu 5 pro Monat bringen 1,25 Punkte. Kannst du bis zu 3-mal im Monat kostenlos abheben, bekommt der Anbieter 1 Punkt, bei 2-mal 0,7 Punkte. Sind alle Abhebungen kostenpflichtig, gibt es nur 0,2 Punkte.
  • Mindestbetrag (ja/nein) (0,5): Vor allem manche Direktbanken setzen einen Mindestbetrag voraus, oft 50 € oder 100 €, damit du kostenlos abheben kannst. Wer dich nur unter Auflagen kostenlos abheben lässt, verliert den halben Punkt.
  • Euro-Ausland und Währungsausland (je 0,5): Kannst du im Euro-Ausland und außerhalb der Eurozone kostenlos abheben? Für unbegrenzt kostenlose Abhebungen und ab 4 kostenlose Abhebungen pro Monat gibt es die volle Punktzahl. Sind Bargeldabhebungen im Ausland immer kostenpflichtig, vergeben wir 0 Punkte. Dazwischen bewerten wir linear.
  • Bargeld einzahlen (1,0): Kannst du Bargeld einzahlen? Den Punkt gibt es immer, wenn eine Möglichkeit vorhanden ist, unbeachtet der Kosten. Diese bewerten separat im Abschnitt "Gebühren".

Kundenservice: Das ist uns wichtig

Solange alles glatt läuft, ist der Kundenservice unwichtig. Aber an dem Tag, an dem die Karte verloren geht oder die Banking-App nicht funktioniert, entscheidet sich, ob ein Konto sein Geld wert war. Deshalb steht hier ein Kriterium klar an der Spitze: die telefonische Erreichbarkeit mit 1,75 von 6 Punkten (29 %). Hast du ein drigendes Problem, willst du dich nicht mit einem Chatbot ärgern, sondern live mit einem Menschen sprechen.

Weitere Kriterien sind:

  • Erreichbarkeit (bis 1,0): Rund um die Uhr gibt's voll, Mo–Sa noch 0,75, Mo–Fr 0,5, eingeschränkte Zeiten nur 0,25.
  • Live-Chat (0,75) und E-Mail (0,5): Die schriftlichen Kanäle für alles, was nicht eilig ist.
  • Deutschsprachiger Support (0,5): Klingt selbstverständlich, ist es bei einigen App-Banken aber nicht.
  • Chatbot und FAQ (je 0,25): Bei einfachen Fragen reichen diese Hilfen auch und sparen Zeit.
  • Filialen (0,25): Die wenigsten Kontonutzer gehen persönlich zur Bank, wenn sie ein Problem mit dem Konto haben. Deshalb sehen wir persönliche Beratungen lediglich als kleinen Bonus.
  • Ticketsystem (0,25) : Hast du ein Anliegen, kannst du mit einer Ticketnummer den Bearbeitungsstand verfolgen und musst nicht bei jedem Telefonat dein Problem neu erklären. Dafür gibt es 0,25 Punkte.

Ein weiteres Kriterium ist der Meta-Nutzerscore (0,5 Punkte). Der Wert kombiniert zwei Quellen: zu 60 % die Bewertungen aus unserem eigenen Anbieterportal und zu 40 % die Trustpilot-Note. Beides zusammen ergibt eine Zahl zwischen 2,5 und 4,8, die wir linear in Punkte übersetzen. Der Gedanke dahinter: Unser Testurteil ist das eine – aber was tausende echte Kunden über Jahre erlebt haben, gehört genauso ins Bild. Wenn ein Konto auf dem Papier glänzt, aber im Netz reihenweise Beschwerden kassiert, holt es diese Realität hier ein.

Im Endeffekt ist der Kundenservice mit 7,5 % bewusst niedriger gewichtet als Gebühren oder Karten. Der Grund: Ein schlechter Support macht ein gutes Konto nicht wertlos, aber er kann im Zweifel den Unterschied zwischen zwei ähnlich starken Anbietern ausmachen.

Sicherheit: Einlagensicherung und Banking

Sicherheit ist die Kategorie, die selten über Platz 1 entscheidet – aber im direkten Duell zweier starker Konten den feinen Unterschied machen kann.

Warum nur 5 %, wo es um die Sicherheit deines Geldes geht? Weil der wichtigste Schutz für fast jedes Konto identisch ist: Innerhalb der EU sind 100.000 € pro Kunde und Bank gesetzlich abgesichert – egal ob Filialbank oder Neobank. Was wir bewerten, sind die Feinheiten darüber hinaus. 4 mögliche Punkte verteilen sich so:

  • Einlagensicherung (bis 1,25 – das schwerste Kriterium). Eine deutsche gesetzliche Sicherung plus freiwillige Absicherung des Bankenverbands holt den vollen Wert. Nur deutsche gesetzliche Sicherung gibt 1,0, eine Sicherung aus dem EU-Ausland 0,9. Klingt nach Erbsenzählerei, ist aber relevant: Im Ernstfall macht es einen Unterschied, ob du dich an einen deutschen oder an einen ausländischen Sicherungsfonds wenden musst. Gerade in Ländern mit schlechter Bonität kann es Probleme geben, wenn die Einlagen im Sicherungsmechanismus nicht ausreichen und der Staat einspringen muss.
  • Banklizenz (bis 1,0). Eine deutsche Vollbanklizenz ist der Goldstandard. Eine EU-Lizenz mit BaFin-Aufsicht bringt 0,75, reines EU-Passporting ohne deutsche Aufsicht nur 0,5. Gerade einige App-Banken arbeiten unter ausländischen Lizenzen – das ist nicht per se schlecht, aber eben nicht dasselbe wie eine voll regulierte deutsche Bank.
  • Authentifizierung (0,75). Wie sicher ist das Online-Banking? Eine biometrische Freigabe per FaceID und Fingerprint bringt 0,75 Punkte und 3D-Secure bei Online-Transaktionen 0,5. Auch prüfen wir die TAN-Verfahren (0,5 Punkte) : SMS-TAN bekommt null Punkte, Push-, Chip- und Photo-TAN 0,5. Diese Verfahren sind sicher, während der TAN-Versand per SMS als angreifbar gilt.

So entsteht die Gesamtnote

Die Endnote entsteht in zwei Schritten. Folgend zeigen wir anhand eines fiktiven Musterkontos, wie aus den Einzelpunkten am Ende eine Prozentnote wird.

Schritt 1: Prozent der möglichen Punkte je Kategorie ausrechnen

Zuerst schauen wir pro Kategorie, wie viel Prozent der möglichen Punkte ein Konto geholt hat. Sammelt es bei den Gebühren 8,6 von 10,75 Punkten, sind das 80 %. Bei der Sicherheit 3,75 von 4 Punkten ergibt 93,75 %. So bekommt jede der sechs Kategorien einen eigenen Score zwischen 0 und 100 % – unabhängig davon, dass die Kategorien unterschiedlich viele Punkte zu vergeben haben.

Schritt 2: Gewichtung

Diese sechs Scores zählen aber nicht gleich viel. Jeder wird mit seinem Gewicht multipliziert – und die Summe ergibt die Endnote:

KategoriePunkteProzent der KategorieGewichtungBeitrag zur Endnote
Gebühren8,6 / 10,7580,0 %32,5 %26,00 %
Karten & Payment8,1 / 990,0 %21,5 %19,35 %
Funktionen10,75 / 12,586,0 %18,5 %15,91 %
Bargeld7,2 / 890,0 %15 %13,50 %
Kundenservice4,5 / 675,0 %7,5 %5,63 %
Sicherheit3,75 / 493,75 %5 %4,69 %
GESAMTNOTE85,1 %

Du siehst hier auch gut, warum ein Konto nicht überall Bestnoten braucht, um vorn zu landen: Unser Musterkonto schwächelt bei den Gebühren (nur 80 %) und beim Service (75 %) – kommt aber trotzdem auf solide 85,1 %, weil es in den Kategorien Bargeld und Karten überdurchschnittlich gut abschneidet. Genau das ist der Sinn unseres Bewertungsverfahrens: Eine starke Wertung in hoch gewichteten Kategorien zieht die Note kräftiger nach oben als ein perfekter Service, der am Ende nur 7,5 % zählt.

Fazit: Eine klar nachvollziehbare Note für Girokonten

Was unser Bewertungsverfahren von einem simplen Preisranking trennt, sind die Details, die du im Ergebnis gar nicht mehr siehst: dass wir die Punkte für die Gebühren über eine Linearfunktion berechnen, dass eine Abhebegebühr über den Relevanzfaktor weniger zählt, je mehr Freiabhebungen es gibt, und dass wir echte Trustpilot-Bewertungen berücksichtigen. Genau dieser Aufwand sorgt dafür, dass der Testsieger fast nie das billigste Konto ist, sondern das, was über die ganze Breite überzeugt.

Das Girokonto mit der besten Note muss aber nicht das beste Konto für dich sein. Vielmehr solltest du schauen, was für dich zählt. Zahlst du überwiegend digital? Dann ist die Bargeldverfügung für dich zweitrangig. Willst du nur ein schnörkelloses Girokonto mit Basisfunktionen? Dann ist die Note in der Kategorie "Funktionen" für dich eher uninteressant.

Aus diesem Grund haben wir viele Subvergleiche, die unterschiedliche Nutzertypen abdecken. Schau in unserem Vergleich der Girokonten, der Direktbanken, der Studentenkonten und der Gemeinschaftskonten, welches Konto zu dir passt.

Silvia Benetti
Silvia Benetti
Redakteurin
Über die Autorin
Ich habe an der TU Berlin Physikalische Ingenieurwissenschaft studiert und war anschließend jahrelang im Bereich Windenergie tätig. Seit 2016 schreibe ich freiberuflich über Technik und Finanzen. Zu meinen Lieblingsthemen zählen Immobilien, Kryptowährungen und Tech-Aktien. Insbesondere interessiert mich die Schnittstelle zwischen Industrie und Wirtschaft und der wirtschaftliche Aspekt von technischen Innovationen. Auch im Freundeskreis bin ich eine geschätzte Beratung, wenn es um Investitionen in Immobilien und Aktien geht.

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