Rentnerpaar, welches sich umarmt
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Rentenpunkte Rechner: Wie viel Rente bekomme ich?

Lesezeit 6 min.

Silvia Benetti
Redakteurin
Lektoriert vonDennis Groß
Überprüft durchDaniel Wenz
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Das Rentenalter scheint noch so weit entfernt, dass es dich nicht interessiert, wie viele Rentenpunkte du bereits erworben hast? Das ist ungünstig, weil du schon in jungen Jahren die Grundlagen für eine erfolgreiche Altersvorsorge legst. In unserem Artikel erklären wir, was Rentenpunkte sind und wie sich die Höhe deiner künftigen Altersrente berechnet.

Rentenpunkte: das Wichtigste in Kürze

  • Die Rentenpunkte oder Entgeltpunkte bestimmen die Höhe der künftigen Altersrente: je mehr Punkte, desto mehr Rente.
  • Um einen Rentenpunkt zu bekommen, müssen Versicherte ein Jahr lang das Durchschnittsentgelt verdienen.
  • Fast jedes Jahr wird der Wert eines Rentenpunktes angepasst, um die Inflation auszugleichen.
  • Wer vor der Regelaltersgrenze in Rente geht, muss ungeachtet seiner Rentenpunkte Abzüge in Kauf nehmen.
  • Finanzen.net Zero, Scalable Capital und Trade Republic eignen sich unserer Erfahrung nach hervorragend für den langfristigen Vermögensaufbau und die private Altersvorsorge mit ETF und Aktien.

1. Was sind Rentenpunkte?

Entscheidend dafür, wie viel Rente du später bekommst, ist die Anzahl deiner Entgeltpunkte, auch Rentenpunkte genannt. Wie viele du am Ende deines Arbeitslebens hast, hängt wiederum davon ab, wie viel du an die Deutsche Rentenversicherung zahlst. Vereinfacht kann man das so ausdrücken: Je mehr du verdienst und je länger du einzahlst, desto mehr Rentenpunkte hast du am Ende. 

In der gesetzlichen Rente pflichtversichert sind fast alle Arbeitnehmer sowie einige Freiberuflerkategorien. Ihr Rentenbeitrag beträgt 18,6 Prozent ihres Bruttogehalts. Davon tragen Arbeitnehmer und Arbeitgeber jeweils die Hälfte.

Kosten eines Rentenpunktes

Um einen Entgeltpunkt zu bekommen, muss ein Versicherter 2024 das Durchschnittsentgelt von 45.358 Euro (West) oder 44.732 Euro (Ost) verdienen, also so viel wie das Durchschnittsgehalt in Deutschland. Dann zahlt er  8.436,59 Euro (West) beziehungsweise 8.320,11 Euro (Ost) pro Jahr in die Rentenkasse ein. Aus der unterstehenden Rentenpunkte Tabelle kannst du entnehmen, wie das Bruttojahreseinkommen die Rentenhöhe beeinflusst.

Dass Rentenpunkte in den alten Bundesländern mehr als in den neuen Bundesländern kosten, liegt daran, dass nach der Wiedervereinigung 1990 die Löhne im Osten im Schnitt viel niedriger waren. 2025 werden die Werte aber vollständig angeglichen sein, sodass ein Rentenpunkt deutschlandweit voraussichtlich 9.392 Euro kosten wird.

Ein Rentenpunkt bedeutet wiederum unabhängig vom Bundesland bis zum 30. Juni 2025 39,32 € Rente. In den nächsten Abschnitten erklären wir genauer, wie die Berechnung der Rentenpunkte funktioniert.

Monatliches GehaltJahreseinkommen (brutto)RentenpunkteWert des Rentenpunktes in Euro (Stand: 2024)
2.000 €24.000 € 0,53 20,81 €
2.300 €27.600 € 0,61 23,93 €
2.600 € 31.200 € 0,69 27,05 €
2.900 € 34.800 € 0,77 30,17 €
3.200 € 38.400 € 0,85 33,29 €
3.500 € 42.000 € 0,93 36,41 €
3.800 € 45.600 € 1,01 39,53 €
4.100 € 49.200 € 1,08 42,65 €
4.400 € 52.800 € 1,16 45,77 €
4.700 € 56.400 € 1,24 48,89 €
5.000 € 60.000 € 1,32 52,01 €
5.300 € 63.600 € 1,40 55,13 €
5.600 € 67.200 € 1,48 58,25 €
5.900 € 70.800 € 1,56 61,38 €
6.200 € 74.400 € 1,64 64,50 €
Rentenhöhe? Die Renteninformation gibt Auskunft

Bist du mindestens 27 Jahre alt und hast du mindestens fünf Jahre in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt, bekommst du jedes Jahr eine Renteninformation, aus der du unter anderem die Höhe deiner voraussichtlichen Regelaltersrente entnehmen kannst.

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2. Wie viel ist ein Rentenpunkt wert 2024?

Die Inflation lässt die Lebenshaltungskosten jedes Jahr steigen. Deswegen passt der Gesetzgeber in regelmäßigen Abständen den Wert eines Rentenpunktes an. Erhöhungen finden immer am 1. Juli statt. Eine eventuelle Rentenerhöhung 2025 wird also bis Mitte des Jahres beschlossen und am 1. Juli umgesetzt.

In der folgenden Tabelle siehst du den Wert eines Rentenpunktes seit 2002 im Osten und im Westen sowie die jährliche Anpassung. Nur in 5 von 22 Jahren (2004–2006, 2010 und 2021) fand keine Anpassung statt.

JahrAnpassung (West) [%]Anpassung (Ost) [%]Rentenwert (West)Rentenwert (Ost)
20022,162,8925,86 €22,70 €
2003 1,041,1926,13 €22,97 €
20040026,13 €22,97 €
20050026,13 €22,97 €
20060026,13 €22,97 €
20070,540,5426,27 €23,09 €
20081,101,1026,56 €23,34 €
20092,413,3827,20 €24,13 €
2010 0 027,20 €24,13 €
20110,990,9927,47 €24,37 €
20122,182,2628,07 €24,92 €
20130,253,2928,14 €25,74 €
20141,672,5328,61 €26,39 €
20152,102,5029,21 €27,05 €
20164,255,9530,45 €28,66 €
20171,903,5931,03 €29,69 €
20183,223,3732,02 €30,69 €
20193,18 3,9133,05 €31,89 €
20203,454,2034,19 €33,23 €
202100,7234,19 €33,47 €
2022 5,356,1236,02 €35,52 €
20234,395,8637,60 €37,60 €
20244,574,5739,32 €39,32 €

3. Rentenhöhe berechnen: Das ist die Formel

Du möchtest verschiedene Szenarien durchrechnen, um zu schätzen, wie hoch deine Rente ausfallen wird? Die Formel zur Berechnung sieht folgendermaßen aus.

Berechnung der Rentenhöhe: Neben den Rentenpunkten gibt es noch weitere Faktoren

Jenseits der bereits vorgestellten Entgeltpunkte (Rentenpunkte) beeinflussen noch drei Faktoren die Rentenhöhe:

  1. Zugangsfaktor – dieser Parameter drückt aus, wann du in Rente gehst. Arbeitest du bis zum gesetzlichen Renteneintrittsalter (67 Jahre ab Jahrgang 1964), beträgt er genau 1. Gehst du ein Jahr früher in Rente, liegt er bei 0,96, bei einer um zwei Jahre vorgezogene Verrentung bei 0,93 und so weiter. Das gleicht einem Abzug von 4 beziehungsweise 7 Prozent. Genauso gibt es einen Zuschlag, wenn du länger arbeitest. Pro Monat des hinausgeschobenen Rentenbeginns steigt dann der Zugangsfaktor um 0,005 oder 0,5 Prozentpunkte.
  2. Aktuellen Rentenwert – der Wert eines Rentenpunktes, den wir im vorherigen Abschnitt erläutert haben.
  3. Rentenartfaktor – dieser Parameter unterscheidet sich je nach Art der Rente. Bei Altersrenten beträgt er 1, bei halben Erwerbminderungsrenten 0,5, bei großen Witwenrenten ist der Faktor 0,55 oder 0,6.

Folgend zeigen wir anhand von zwei Beispielen, wie eine Berechnung konkret aussieht.

Beispiel 1: Rentenhöhe bei Regelaltersrente (Rentenbeginn= Regelaltersgrenze)

Andreas erreicht im Oktober 2024 die Regelaltersgrenze und geht in Rente, sein Zugangsfaktor beträgt also 1. Durch seine Erwerbstätigkeit hat er 45 Rentenpunkte angesammelt. Die Rentenhöhe seiner Altersrente (Rentenartfaktor 1) beträgt somit:

45 × 1 × 39,32 € x 1 = 1.769,40 €

Beispiel 2: Rentenhöhe bei späterer Verrentung

Birgit ist Jahrgang 1957 und erreicht somit das Rentenalter mit 65 Jahren und 11 Monaten. Sie beschließt jedoch, ein Jahr später den Ruhestand anzutreten, sodass ihr Zugangsfaktor 1,06 beträgt. Bis dahin hat sie 35 Rentenpunkte gesammelt.

Ihre Altersrente beträgt 2024:

35 × 1,06 × 39,32 € x 1 = 1.458,77 €

Beispiel 3: Rentenhöhe bei Frührente

Uwe ist Jahrgang 1961 und geht Anfang 2025 mit 64 Jahren und 44 Rentenpunkten in Frührente. Da ihm 26 Monate bis zum Erreichen des Renteneintrittsalters fehlen, muss er Rentenabschläge in Kauf nehmen. Diese betragen 0,3 Prozent für jeden fehlenden Monaten bis zur Regelaltersgrenze, also 7,8 Prozent. Sein Zugangsfaktor ist damit 0,922 (100-7,8). Seine Rentenhöhe beträgt:

44 × 0,922 × 39,32 € × 1 = 1.595,13 €

 

Bruttorente ≠ tatsächliche Rente

Die oben vorgestellten Beispiele zeigen nur die Höhe der Bruttorente. Da auch Rentner Rentenabzüge wie Steuern und Krankenkassenbeiträge haben, fällt die tatsächliche Nettorente niedriger aus.

4. Rentenpunkte kaufen: Ist das sinnvoll?

Die meisten Versicherten erwerben im Rahmen einer Erwerbstätigkeit Rentenpunkte, indem die Rentenversicherungsbeiträge automatisch von ihrem Bruttolohn abgezogen werden. Darüber hinaus gibt es Rentenpunkte für den Zivildienst (0,75 Punkte/Jahr), für den Wehrdienst (0,75 Punkte/Jahr), für Kindererziehungszeiten (1 Punkt /Jahr) sowie bei Pflegezeiten von Angehörigen.

Wer jedoch feststellt, dass er nicht genug Rentenpunkte hat, kann freiwillig in die Rentenversicherung einzahlen.

Ein Rentenpunkt kostet für sie genauso viel wie für Pflichtversicherte. Die freiwillig gezahlten Beiträge lassen sich aber in der Einkommenssteuererklärung als Sonderausgaben absetzen und mindern so die Steuerlast. Insbesondere Versicherte mit einem hohen Einkommen profitieren also vom Kauf.

 

Rentenpunkte kaufen: Diese Voraussetzungen gelten

 

Möchtest du Rentenpunkte kaufen, musst du:

Freiwillig einzahlen? Nicht ohne Weiteres möglich

Bist du nicht in der gesetzlichen Rente pflichtversichert, beispielsweise aufgrund einer Selbstständigkeit, kannst du jederzeit freiwillig Entgeltpunkte kaufen. Pflichtversicherte Arbeitnehmer können dagegen nur in Ausnahmefällen zusätzlich zu ihren Pflichtbeiträgen Rentenpunkte kaufen, etwa um Ausbildungszeiten auszugleichen.

Lohnt es sich, Rentenpunkte zu kaufen?

Für eine freiwillige Einzahlung in die Rentenkasse spricht, dass die gesetzliche Rente garantiert ist und regelmäßig an die Inflation angepasst wird.

Auf der anderen Seite beträgt die jährliche Bruttorendite, also das Verhältnis zwischen dem eingesetzten Betrag und dem Ertrag, aktuell 5,5 Prozent brutto. Die Nettorente nach Steuern und Sozialversicherungsbeiträgen liegt je nach Rentenbesteuerung zwischen 3 und 4,5 Prozent und damit niedriger als bei Geldanlagen wie ETF und Aktien.

Zudem ist es unklar, wie der Wert eines Rentenpunktes sich ändern wird. Wegen des stark zunehmenden Ungleichgewichts zwischen Beitragszahlern und Rentnern werden großzügige Erhöhungen in den nächsten Jahren schwer finanzierbarer.

Im Allgemeinen ist Rentenpunkte kaufen also nur in folgenden Fällen sinnvoll:

 

  • Wenn du planst, in Frührente zu gehen. Indem du zusätzliche Rentenpunkte erwirbst, gleichst du die Abschläge durch die vorgezogene Verrentung aus.
  • Wenn du in die Deutsche Rentenversicherung eingezahlt hast, aber bis zum Rentenalter die Mindestversicherungszeit von 5 Jahren nicht erfüllt hast. Mit dem Kauf von Rentenpunkten "rettest" du deine Beiträge, indem du den Anspruch auf eine Altersrente erwirbst.
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Möchtest du deine künftige Rente aufstocken, verraten wir im nächsten Abschnitt, welche Optionen für eine ausgewogene Altersvorsorge zur Verfügung stehen.

5. Weitere Möglichkeiten zur Altersvorsorge

Du liest dir die jährliche Renteninformation durch und wunderst dich darüber, wie niedrig deine voraussichtliche Altersrente sein wird? Damit bist du nicht allein.

Private Altersvorsorge? Wegen Rentenlücke ein Muss!

Selbst, wer 40 Jahre lang das Durchschnittsentgelt zahlt, also pro Jahr einen Rentenpunkt erwirbt, bekäme nach aktuellem Stand lediglich 1.504 € monatlich. Abzüglich Steuern und Krankenkassenbeiträgen reicht das Geld offensichtlich nicht aus, um im Alter würdig zu leben. Ebendarum spricht man von einer Rentenlücke.

Zwar wird der Wert eines Entgeltpunktes regelmäßig angepasst, somit werden deine Rentenpunkte in 35 Jahren mehr wert sein als jetzt. Genauso werden aber auch die Lebenshaltungskosten steigen. Dass die Rentenanpassung stärker als die Inflation ausfallen wird, gilt als sehr unwahrscheinlich, da aufgrund der steigenden Lebenserwartung und der niedrigen Geburtenrate zunehmend weniger Arbeitnehmer immer mehr Rentner finanzieren müssen.

Mit der privaten Altersvorsorge lässt sich die Rentenlücke schließen

Wer seine Rentenlücke schließen will, muss daher die gesetzliche Rente mit einer zusätzlichen Form der Altersvorsorge ergänzen. Zur Auswahl stehen:

  • Riester-Rente – unter dem Begriff versteht man eine private Rentenversicherung, für die der Staat Arbeitnehmern und Beamten Zuschüsse und steuerliche Vorteile gewährt.
  • Rürup-Rente – diese Variante bezeichnet ebenfalls eine private und steuerlich geförderte Rentenversicherung, die aufgrund der Zuschüsse vor allem für Selbstständige interessant ist.
  • Betriebliche Altersvorsorge – davon spricht man, wenn Arbeitgeber die Beiträge für eine private Rentenversicherung ihrer Angestellten voll oder teilweise übernehmen.
  • Private Altersvorsorge – zu den vielen Möglichkeiten der privaten Altersvorsorge zählen einzelne Aktien, Aktienfonds, ETFs sowie Immobilien.

Langfristiger Vermögensaufbau und private Altersvorsorge gehen einher. Mit ETF-Sparplänen profitierst du auf lange Sicht vom Zinseszinseffekt. Damit lässt sich die Rentenlücke schließen. Nachfolgend erhältst du eine Liste mit den unserer Erfahrung nach besten Depotanbietern für den nachhaltigen Vermögensaufbau.

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Bei der Planung deiner Lebenshaltungskosten und Rente kann es vorkommen, dass du gelegentlich den Überblick verlierst. Finanzguru bringt Ordnung in deine Finanzen und erleichtert dir damit langfristig deinen Alltag.

6. Häufige Fragen zu den Rentenpunkten

Silvia Benetti
Silvia Benetti
Redakteurin
Über die Autorin
Ich habe an der TU Berlin Physikalische Ingenieurwissenschaft studiert und war anschließend jahrelang in der Windenergie-Branche tätig. Seit 2016 schreibe ich freiberuflich über Technik und Finanzen. Zu meinen Themen zählen Kryptowährungen, Finanzanlagen, Cybersecurity, Industrie 4.0 und erneuerbare Energien. Auch in meiner Freizeit beschäftige ich mich gerne mit Investitionen in grüne Technologien und digitale Projekte.

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