Junge Frau arbeitet auf Sofa am Laptop

Altersvorsorge – Warum du fĂŒr dein Rentenalter vorsorgen solltest

In Deutschland gibt es je nach Jahreszeit zur Zeit etwa 45 Millionen ErwerbstÀtige.

Damit dieser hart-arbeitende Teil der Bevölkerung im Alter trotz schwindender Arbeitsleistung Geld verdienen kann, gibt es die Rente.

Arbeitnehmer aller Art können oder mĂŒssen wĂ€hrend ihrer Arbeitszeit in die gesetzliche Rentenkasse einzahlen.

Der Staat garantiert im Umkehrschluss, dass fĂŒr diese einzahlenden Menschen im Alter gesorgt wird.

Rentnerin mit Katze am Laptop

Im Grunde genommen ist das Prinzip der Rente einleuchtend und eigentlich sollte das ganze auch funktionieren. Doch weil der Teil der arbeitenden Bevölkerung immer kleiner wird, wĂ€hrend die Rentner immer mehr werden, tut sich eine große LĂŒcke auf.

Das Ergebnis ist, dass die jungen ĂŒber eine lĂ€ngere Zeit höhere RentenbeitrĂ€ge zahlen mĂŒssen und gleichzeitig den alten die Renten gekĂŒrzt werden.

Damit du deinen Ruhestand auch voll und ganz genießen kannst und dir keine Gedanken mehr ĂŒber deine Finanzen machen musst, wenn es soweit ist, erklĂ€ren wir dir in diesem Artikel alles wichtige zu deiner persönlichen Altersvorsorge.

1. Welche Arten der Rente gibt es? Private, gesetzliche und betriebliche Altersvorsorge

In der Theorie besteht das deutsche Rentensystem aus 3 SÀulen, welche sich gegenseitig ergÀnzen.

  • gesetzliche Rente
  • betriebliche Altersvorsorge
  • private Altersvorsorge

Die gesetzliche Rentenversicherung gibt es seit dem Jahr 1889.

Damals noch von Reichskanzler Bismarck zur Beruhigung sozialistischer WiderstĂ€nde im Land eingefĂŒhrt, ist das Prinzip der Rente mittlerweile fester Bestandteil unserer Gesellschaft.

SpÀter dann, im Jahr 2002 kam die betriebliche Altersvorsorge hinzu. Von nun an hatte jeder Arbeitnehmer das Recht auf eine Art der betrieblichen Altersvorsorge.

Theoretisch kann jeder BĂŒrger, Ă€hnlich wie es die meisten SelbststĂ€ndigen tun, neben der gesetzlichen Rentenkasse auch einen Teil seines Einkommens in eine Art der private Altersvorsorge investieren.

Damit das auch möglichst viele Menschen tun entschied die Politik im Jahr 2001 die Riester-Rente einzufĂŒhren und so die private Vorsorge durch ZuschĂŒsse vom Staat zu unterstĂŒtzen.

Zwei SelbststÀndige bei der Arbeit

Anders als gesetzliche Rente, welche nach dem Umlageverfahren aufgebaut ist, basiert die private Vorsorge auf dem Kapitaldeckungsverfahren.

Kapitaldeckungsverfahren

Beim Kapitaldeckungsverfahren zahlen BĂŒrger die BeitrĂ€ge ihrer Altersvorsorge auf ein eigenes Konto.

Das angesammelte Kapital, welches mit der Zeit anwÀchst und im besten Fall Zinsen abwirft, dient dann im Alter der eigenen Vorsorge.

Die bekanntesten Formen der privaten Altersvorsorge sind die RĂŒrĂŒp- und Riester-Rente, oder auch die Lebensversicherung.

Die selbststÀndige Investition in ETFs, P2P-Kredite, Aktiendepots, KryptowÀhrungen oder Immobilien ist meist nicht mit der privaten Altersvorsorge gemeint, da diese Art der Investition nicht vom Staat gefördert wird.

Falls du nicht genau weißt was mit P2P-Krediten gemeint ist, lies dir doch gerne unseren Artikel ĂŒber P2P-Kredite durch.

2. Umlageverfahren: Das Rentensystem in Deutschland

Die gesetzliche Rentenkasse ist wie bereits gesagt nach dem sogenannten Umlageverfahren aufgebaut.

Das Umlageverfahren in Deutschland

Beim Umlageverfahren werden die gezahlten RentenbeitrĂ€ge nicht fĂŒr die Altersvorsorge jedes Einzelnen investiert, sondern direkt fĂŒr die Finanzierung aktueller Rentner aufgewendet.

Die arbeitende Bevölkerung bezahlt die Altersvorsorge aktueller Rentner.

Wenn die aktuell arbeitende Bevölkerung dann selbst im rentenfÀhigen Alter ist, wird diese Rente von den BeitrÀgen der kommenden Generation bezahlt.

Eben weil jede Generation im Rentenalter auf die Einzahlungen der jĂŒngeren Generationen angewiesen ist, wird oftmals auch vom Generationenvertrag gesprochen.

Der Vorteil dieses Verfahrens ist, dass die Bundesregierung jedem arbeitenden BĂŒrger eine Rente versprechen kann.

Die Höhe der Rente und damit der entscheidende Faktor, ist allerdings nicht garantiert.

Von Regierungsseite wird sich allerdings bemĂŒht, dass die gesetzlichen Rente im Jahr 2030 noch mindestens 43% des letzten Gehalts betragen soll.

Um das auszugleichen und die gesetzliche Rente aufzustocken mĂŒssten private und betriebliche Altersvorsorge ganze 57% des letzten Gehalts ausmachen.

Wieviel muss ich in die Rentenkasse einzahlen?

Als Arbeitnehmer ist die Sache mit der gesetzlichen Rente zunÀchst ziemlich simpel.

Denn dein Arbeitgeber ĂŒbernimmt diese Aufgabe und zahlt dir lediglich dein Nettogehalt aus.

Um das Nettogehalt zu berechnen nimmst du dein Bruttogehalt und subtrahierst sowohl deine Steuerlast, als auch die Summe deiner Sozialabgaben.

Die Sozialabgaben bestehen aus BeitrĂ€gen fĂŒr die Krankenkasse, Rentenkasse und die Pflegeversicherung.

Die Sozialabgaben werden jeweils zur HĂ€lfte vom Arbeitgeber und zur HĂ€lfte vom Arbeitnehmer getragen.

Bedeutet also, dass von den 18,6% deines Bruttogehalts, welche in die Krankenkasse fließen, 9,3% von deinem Arbeitgeber bezahlt werden.

Zahlen SelbststÀndige in die Rentenkasse?

SelbststĂ€ndige können freiwillig in die gesetzliche Rentenkasse einzahlen, mĂŒssen aber dementsprechend den vollen Beitragssatz zahlen und bekommen keinen Zuschuss vom Arbeitgeber.

3. Altersarmut: Deswegen reicht die gesetzliche Rente nicht

Immer mehr Menschen sind von Altersarmut betroffen.

Zwar ist die Situation aktuell noch hĂ€ndelbar, doch die Prognosen fĂŒr die Zukunft sehen alles andere als rosig aus.

Der demographische Wandel

Schuld daran ist wie immer die Politik, könnte man meinen.

Und ohne Zweifel, die Politik trĂ€gt sicherlich eine Mitschuld daran, dass die Renten immer kleiner werden, die Menschen immer lĂ€nger arbeiten mĂŒssen und im Alter von Armut betroffen sind.

Ein entscheidender Faktor, der unser Rentensystem bringen könnte, ist allerdings auch der Demographische Wandel.

Demographischer Wandel

Mit dem Begriff des Demographischen Wandels ist in der Regel gemeint, dass der Altersdurchschnitt der Bevölkerung in westlichen Staaten höher wird.

Das liegt daran, dass die Lebenserwartung in den letzten Jahren steigt und gleichzeitig die Geburtenraten sinken.

Bevölkerungspyramide Deutschland
Bevölkerungspyramide Deutschland; Quelle: CIA World Factbook

Normalerweise wĂŒrde das System des Generationenvertrags funktionieren. In der RealitĂ€t tut es das aber nicht.

In der Theorie zahlt die jĂŒngere Generation der Ă€lteren Generation durch ihre Beitragszahlungen in die Sozialkassen die Rente.

In der Praxis funktioniert das aber nur so lange, wie die Generationen ungefĂ€hr gleich groß sind.

Der Demographische Wandel hat aber nun dazu gefĂŒhrt, dass die Generationen immer kleiner werden, weil weniger Kinder geboren werden.

ZusÀtzlich dazu werden die Menschen aller Voraussicht nach immer Àlter, erhalten also immer lÀnger ihre Rente.

Die Konsequenz daraus ist, dass weniger Beitragszahler immer mehr Rentnern ihren Ruhestand zahlen mĂŒssen.

Älterer Mann angelt

Die „Lösungen“ aus der Politik sehen wie folgt aus:

  • Sozial-BeitrĂ€ge erhöhen
  • Rentenalter hochsetzen
  • Renten kĂŒrzen
  • Steuern erhöhen

Alle vier Lösungen haben zur Folge, dass der Wohlstand der Gesellschaft und damit auch die individuelle LebensqualitÀt gesenkt wird.

Altersarmut ist ein Problem

Eine Studie im Auftrag der Bertelsmann-Stiftung prognostiziert fĂŒr das Jahr 2036, dass jeder 5. Rentner von Altersarmut bedroht sein könnte.

Aktuell sind es rund 16 Prozent aller Rentner, die mit weniger als 958 Euro pro Monat auskommen mĂŒssen und daher von Armut bedroht sind.

Wann gilt man als von Armut bedroht?

Per Definition gilt man, wenn man weniger als 60% des mittleren Nettoeinkommens zur VerfĂŒgung hat, als von der Armut bedroht.

Besonders gefÀhrdet sind alleinstehende Frauen, Menschen ohne Berufsausbildung und Langzeitarbeitslose.

Die Bundeszentrale fĂŒr politische Bildung gibt an, dass die Zahl an von Altersarmut gefĂ€hrdeten Menschen bis ins Jahr 2036 um 4% erhöhen könnte.

Im Jahr 2019 waren es bereits 560.000 Rentner, die vom Staat Grundsicherung bezogen haben, weil die Rente nicht mehr zum leben ausreichte.

Etwa 56% der Menschen waren weiblich.

2006 waren es noch 2,6% aller Frauen im Alter, die auf Grundsicherung vom Staat angewiesen waren. Bis 2018 stieg der Anteil auf ganze 3,3% der Frauen im Alter.

Auch bei MĂ€nnern stieg der Bedarf an Grundsicherung im Alter: Hier von 1,8% auf 3,1%.

Die Situation spitzt sich zu. Dennoch kann man begrĂŒĂŸen, dass 97% der RuhestĂ€ndler mit ihrer Rente ĂŒber die Runden kommen.

Was ist die Grundrente?

Die Grundrente garantiert Menschen, die mehr als 33 Jahre in die Rentenkassen eingezahlt haben eine Grundrente.

Diese Grundrente besteht aus maximal 418 Euro monatlich, welche nicht versteuert werden.

EingefĂŒhrt wurde sie im Jahr 2021 und sie dient dazu geringe Renten durch die Zahlung der Grundrente aufzustocken.

Die Bundesregierung gibt an, dass bereits 1,3 Millionen Menschen von der EinfĂŒhrung der Grundrente profitieren und das Geld gut gebrauchen können.

Wichtig ist, dass um die Grundrente zu erhalten kein Antrag gestellt werden muss, da das zustĂ€ndige Amt dies eigenstĂ€ndig prĂŒft.

Weitere GrĂŒnde fĂŒr Altersarmut

Neben dem Demographischen Wandel fĂŒhren auch die erhöhte Versteuerung der Rente, sinkende Zinsen und ein steigender Kaufkraft-Verlust durch die Inflation zu einem verarmen der Ă€lteren Bevölkerung.

Inflation

Ziel der EZB ist es, dass die jÀhrliche Inflation sich bei etwa 2% einpendelt.

Bis 2040 sollen Renten genau wie jedes andere Einkommen auch, zu 100% versteuert werden.

Bei einer Rente von 2.000 Euro wĂŒrden dir in dem Fall weniger als 1.600 Euro zur VerfĂŒgung stehen.

4. Rentenalter: Wann kann ich in Rente gehen?

ZunÀchst einmal kann man davon ausgehen, dass du mit 67 Jahren in Rente gehen kannst.

Inwiefern das Renteneintrittsalter in Zukunft noch angehoben wird, entscheidet die Politik. Diese ist sich im Moment aber noch ziemlich uneinig darĂŒber.

Wenn man vom Renteneintrittsalter von 65, 66 oder 67 Jahren spricht, ist in der Regel der Zeitpunkt gemeint ab welchem man abschlagsfrei in den Ruhestand treten kann.

Oft besteht allerdings die Möglichkeit bereits vorher in Rente zu gehen. Entweder indem man AbschlĂ€ge auf die eigene Rentenhöhe in Kauf nimmt oder besondere GrĂŒnde vorweisen kann weswegen man frĂŒher in Rente gehen muss.

Körperliche Arbeit hinterlÀsst seine Spuren

Körperliche Arbeit hinterlÀsst seine Spuren; Quelle: twenty20.com

Es gibt verschiedene GrĂŒnde frĂŒhzeitig in Rente zu gehen. Mit am hĂ€ufigsten werden gesundheitliche Beschwerden genannt, aber auch die Pflege eines Angehörigen kann zur FrĂŒhrente berechtigen.

Nicht nur alte Menschen erhalten eine Rente

Neben der klassischen Rente gibt es auch die (Halb-)Waisenrente, die Witwenrente oder die ErwerbsunfÀhigkeitsrente.

Menschen, die vor 1964 geboren sind und bereits mehr lĂ€nger als 45 Jahre in die Rentenkasse einzahlen, dĂŒrfen ebenfalls abschlagsfrei in FrĂŒhrente gehen.

Alle anderen dĂŒrfen ebenfalls ab 63 in Rente gehen, mĂŒssen aber AbschlĂ€ge in Höhe von 0,3% pro Monat bis zum eigentlichen Ruhestand hinnehmen.

GeburtsjahrRenteneintrittsalter
bis 194765
bis 195866
ab 196467
Renteneintrittsalter

Die Höhe der gesetzlichen Rente wird anhand der gesammelten Rentenpunkte bestimmt und steht im Zusammenhang mit der Arbeitsdauer, dem eigenen Alter und dem eigenen Gehalt.

Je höher dein Gehalt, desto mehr Rentenpunkte bekommst du auch.

Weitere Einflussfaktoren auf die Höhe deiner Rente sind allerdings auch das aktuelle Durchschnittsgehalt, der Entwicklung des Lohnniveaus und dem VerhÀltnis von arbeitender Bevölkerung zu Menschen im Ruhestand.

Mit wieviel Rente du rechnen kannst sagt dir dein persönlicher Renten-Informationsbescheid.

Der Renteninformationsbescheid wird an Menschen, welche Àlter als 27 Jahre sind und seit mehr als 5 Jahren in die Rentenkasse einzahlen, geschickt.

Der Rentenbescheid erklÀrt

Der Renteninformationsbescheid enthÀlt im Grunde genommen drei wichtige Zahlen.

  • die potenzielle Erwerbsminderungsrente
  • den Rentenbetrag
  • die zu erwartende Rentenprognose

Die Erwerbsminderungsrente gibt an wie hoch die Summe ist, die dir zusteht, wenn du nur noch 3 Stunden tÀglich arbeiten kannst.

Der Rentenbetrag zeigt dir wie hoch die Rente deine bisher angesparten Rentenpunkte ausfallen wĂŒrde, wenn du bis zum Renteneintrittsalter nicht mehr arbeiten wĂŒrdest.

Die letzte und wichtigste Zahl, die Rentenprognose, soll dir zeigen wie hoch deine Rente im Alter ausfallen wird, wenn du in der selben Höhe wie bisher bis dahin in die Rentenkasse einzahlst.

5. Zahlt man auf die Altersvorsorge Steuern?

Im Grunde genommen wird die Rente wie auch das Einkommen aus einem AngestelltenverhÀltnis mit dem persönlichen Einkommenssteuersatz versteuert.

Bisher war es allerdings so, dass es gewisse FreibetrÀge bei der Rente gab, die ein hundertprozentiges Versteuern verhinderten.

Im Jahr 2021 betrug der Rentenfreibetrag noch 19% der Rente. Das bedeutet, dass 81% der Rente voll versteuert werden.

Entscheidend fĂŒr die Berechnung des Rentenfreibetrags ist nicht das aktuelle Jahr in dem du deine Rente ausgezahlt wird, sondern dein Renteneintrittsjahr.

Bis ins Jahr 2040 soll der Rentenfreibetrag dann auf 0% sinken, sodass es steuerlich keinen Unterschied mehr zwischen Rente und Einkommen gibt.

Jeder BĂŒrger hat zusĂ€tzlich zum Rentenfreibetrag auch noch den sogenannten Grundfreibetrag. Dieser lag im Jahr 2021 bei 9.744 Euro und wird jĂ€hrlich gemĂ€ĂŸ der Inflationsrate angepasst.

EinkommenDurchschnitts-Steuersatz (inkl. Kirchensteuer und Soli)
9.400 Euro0%
15.000 Euro7%
20.00012%
25.00015%
40.000 Euro21%
60.000 Euro27%
80.000 Euro31%
120.000 Euro40%
EinkommenssteuersÀtze in Deutschland 2020

6. ZuschĂŒsse vom Staat: So funktioniert die Riester-Rente

Die Riester-Rente ist eine Möglichkeit der privaten Altersvorsorge und dient vorwiegend Arbeitnehmern dazu ihre eigene Rente etwas aufzustocken.

Auch SelbststĂ€ndige haben die Möglichkeit mithilfe der Riester-Rente fĂŒrs Alter vorzusorgen.

Anspruch auf die staatliche Förderung bei der Riester-Rente hat jeder, der auch in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlt.

Auch Beamte haben Anspruch auf die Förderung der Riester-Rente.

Was ist das Besondere an der Riester-Rente?

Eine attraktive Möglichkeit der Altersvorsorge ist die Riester-Rente, zumindest theoretisch, deswegen, weil sie vom Staat großzĂŒgig gefördert wird.

Ebenso wie die Betriebliche Altersvorsorge handelt es sich bei der Riester-Rente um eine freiwillige Angelegenheit.

Je nach LebensumstÀnden und Familienstand variiert auch der Förderungsbetrag seitens des Staates.

Je mehr Kinder du versorgen musst, desto höher fÀllt die Förderung aus.

Um die vollstĂ€ndige Förderung zu erhalten musst du circa 4% deines Bruttogehalts fĂŒr die Riester-Rente aufwenden.

Wenn du mehr als 52.000 Euro pro Jahr verdienst, reicht es aus 2.100 Euro in die Riester-Rente zu investieren, um die volle Förderung zu erhalten.

Wer zum Beispiel nur 2% seines Bruttogehalts in die Riester-Rente einzahlt, erhÀlt auch nur die HÀlfte der staatlichen Förderung.

Förderungsboni:

  • nicht erwerbstĂ€tige Eheparnter
  • 185-300 Euro pro Kind (je nach Alter des Kindes)

Laut dem Bundesamt fĂŒr Justiz sind Menschen, die nicht in die Rentenkasse einzahlen, dann förderungsberechtigt, wenn ihr Ehepartner in die Rentenkasse einzahlt.

In diesem Fall spricht man nicht von mittelbar Zulagenberechtigten.

Lohnt sich die Riester-Rente?

Die Riester-Rente ist im Vergleich zu anderen Formen der Altersvorsorge ziemlich sicher.

Garantiert wird, dass du die Summe deines eingezahlten Geldes auch wieder ausgezahlt bekommst.

Die Zinsen oder KapitalertrÀge, die dein angespartes Geld in der Zeit bis zur Rente generiert hat, stehen dir ebenfalls zu.

Sie sind aber fĂŒr den unglĂŒcklichen Fall, dass keine Gewinne erzielt wurden, auch nicht garantiert.

In Anbetracht der großzĂŒgigen staatlichen Förderungen und der potenziellen Rendite klingt die Riester-Rente nach einer ziemlich lohnenswerten Sache.

Das Problem an der Riester-Rente

Wie auch bei der Betrieblichen Altersvorsorge kann der Arbeitnehmer bei der Riester-Rente zwischen verschiedenen Angeboten wÀhlen.

Verschiedene Formen der Riester-Rente sind:

  • die Rentenversicherung
  • die Lebensversicherung
  • das Wohnriester
  • der Riester-Banksparplan
  • Riester-FondssparplĂ€ne

Vom Riester ausgeschlossen ist jegliche Art des selbstÀndigen Investierens.

Viele der genannten Riester-Varianten setzen bei ihrer Anlagestrategie zu einem ĂŒberwiegenden Teil auf risikoarme Investitionen wie Anlagen.

In den letzten Jahren konnten mit sicheren Anlagen allerdings nur ziemlich niedrige Zinsen erwirtschaftet werden, die weit unter der Inflationsrate liegen.

Das Geld, welches du in deine Riester-Rente investierst, hÀtte sich in den letzten Jahren der Niedrigzinsphase also nicht vermehrt, sondern wÀre sogar weniger geworden.

Das Wohnriester / die Eigenheimrente

Anteilig an den Gesamt-Riester-Förderungen wandern rund 11% ins sogenannte Wohnriester.

Das Wohnriester bildet eine Ausnahme im Kanon der Riester-Angebote.

Hier wird nicht etwa in einen Anleihen-Fonds, sondern in das eigene Wohneigentum investiert.

Der Staat gewĂ€hrt ZuschĂŒsse auf die Kreditzinsen der Eigenheimfinanzierung und fördert auf diese Weise deine Altersvorsorge.

Mittlerweile ist die Riester-Rente bei deutschen Arbeitnehmern ziemlich unbeliebt.

Nur noch rund 16.370.000 abgeschlossene Riester-VertrÀge gab es im Jahr 2020.

Das liegt vor allen Dingen daran, dass in der Regel ziemlich wenig Rendite mit dem angesparten Kapital erwirtschaftet wird.

Die niedrigen Renditen sind einerseits auf die niedrigen Zinsen und andererseits auf die verminderte Risikobereitschaft der Riester-Anbieter zurĂŒckzufĂŒhren.

Jeder 5. Riester-Vertrag ruht. Das bedeutet, dass keine Einzahlungen mehr stattfinden und nur noch auf die Auszahlung gewartet wird.

Riester-Vertrag kĂŒndigen

Zwar kann man das eingezahlte Kapital innerhalb des Riester-Vertrags flexibel zwischen den verschiedenen Riester-Varianten verschieben, eine Auszahlung ist allerdings mit großen HĂŒrden verbunden.

Wer seinen Riester-Vertrag kĂŒndigen und sich das Geld ausbezahlen lassen will, verliert sĂ€mtliches Kapital, welches aus den Förderungen des Staates entstanden ist.

Beliebtheit der Riester-Renten:

  • 65% VersicherungsvertrĂ€ge
  • 20% InvestmentfondsvertrĂ€ge
  • 11% Wohnriester
  • 4% BanksparvertrĂ€ge

7. Lohnt sich die Betriebliche Altersvorsorge?

Die Möglichkeit der Betrieblichen Altersvorsorge dient Arbeitnehmern dazu die eigene Rente im Alter zu erhöhen.

Dabei kann sowohl der Arbeitgeber, als auch der Arbeitnehmer derjenige sein, der fĂŒr die Beitragsleistungen aufkommt.

Der gesetzliche Anspruch auf die Betriebliche Altersvorsorge garantiert jedem Arbeitnehmer dabei die Möglichkeit der Entgeltumwandlung.

Arbeitgeber sind in der Regel aber nicht dazu verpflichtet die Betriebliche Altersvorsorge mitzufinanzieren.

Die Entgeltumwandlung

Jedem Arbeitnehmer steht es frei einen Teil seines Einkommens in die eigene Altersvorsorge zu investieren.

Der Unterschied zur privaten Altersvorsorge besteht darin, dass der Arbeitnehmer im Falle der Entgeltumwandlung die BeitrÀge seiner Altersvorsorge von seinem unversteuerten Brutto-Gehalt bezahlt.

Dadurch verringert sich selbstredend seine Steuerlast, sowie seine zu zahlenden Sozialabgaben und er spart eine Menge Geld.

Arbeitgeber dĂŒrfen sich freuen

Arbeitgeber dĂŒrfen sich freuen.

Denn dadurch, dass der Arbeitnehmer im Zuge der Entgeltumwandlung seine zu zahlenden Sozialabgaben vermindert, muss auch der Arbeitgeber weniger Sozialabgaben an den Staat entrichten.

Seit kurzem ist der Arbeitgeber allerdings verpflichtet das gesparte Geld der Sozialabgaben in die Betriebliche Altersvorsorge seines Arbeitnehmers zu investieren.

Wie hoch sind die BeitrÀge der betrieblichen Altersvorsorge?

BeitrĂ€ge zur Betrieblichen Altersvorsorge dĂŒrfen folgende Werte nicht ĂŒberschreiten, ansonsten mĂŒssen Abgaben entrichtet werden.

  • bis 260 Euro pro Monat abgabenfrei
  • bis 520 Euro pro Monat steuerfrei

Die hĂ€ufigste Art der Betrieblichen Altersvorsorge ist die Direktversicherung. Dieser funktioniert so, dass der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer die monatliche Beitragssumme vom Gehalt abzieht und dem Versicherungsunternehmen ĂŒberweist.

Ist der Arbeitnehmer irgendwann im rentenfÀhigen Alter, kann er sich das angesparte Kapital dann entweder als Direktauszahlung geben lassen oder sich monatlich seine Rente zukommen lassen.

Zu betonen bleibt aber:

Die Betriebliche Altersvorsorge zu nutzen ist auf Arbeitnehmer-Seite eine rein freiwillige Entscheidung.

Nachteile der Betrieblichen Altersvorsorge

Probleme mit der Betrieblichen Altersvorsorge gibt es nÀmlich meist dann, wenn der Arbeitgeber gewechselt wird.

Theoretisch ist es möglich, dass der neue Arbeitgeber den Vertrag der VorgĂ€nger-Firma ĂŒbernimmt und die Betriebliche Altersvorsorge fĂŒr dich als Arbeitnehmer weiterlĂ€uft wie bisher.

In der Praxis allerdings entscheiden sich viele Arbeitgeber gegen eine Übernahme des VorgĂ€nger-Vertrags, da der administrative Aufwand zu hoch wĂ€re.

Als Arbeitnehmer bleibt dir in dem Fall nur die Möglichkeit den Vertrag ruhen zu lassen oder ihn mit BeitrĂ€gen deines Netto-Gehalts selbststĂ€ndig weiterzufĂŒhren.
GeldbĂŒndel

Ein weiterer Nachteile der Betrieblichen Altersvorsorge ist die mangelnde FlexibilitÀt aufgrund der langen Laufzeiten.

Bevor man 60 Jahre alt wird ist es in den meisten FÀllen unmöglich an das angesparte Geld zu gelangen.

Lohnen tut sich die Betriebliche Altersvorsorge wie die meisten Arte der Vorsorge nur dann, wenn man auch bis ins hohe Alter leben wird.

Die ausgezahlte Rente, beziehungsweise die Einmalzahlung der Versicherung wird wie so gut wie jedes andere Einkommen mit deinem persönlichen Einkommenssteuersatz versteuert.

8. Vermögensaufbau fĂŒrs Alter: So schließt du deine RentenlĂŒcke

Im Alter noch den selben Lebensstandard aufrechtzuerhalten wie im Berufsleben fÀllt immer mehr Menschen schwer.

Grund dafĂŒr ist die RentenlĂŒcke.

Sie berechnet sich aus dem Wunscheinkommen und den zu erwartenden RenteneinkĂŒnften.

  • Wunscheinkommen - RenteneinkĂŒnfte = RentenlĂŒcke

Viele setzen als Höhe der Wunschrente den Betrag des letzten Nettogehalts an.

Wie bereits erklÀrt kommt man mit der gesetzlichen Rente aber aller Voraussicht nach auf etwa 43% des letzten Gehalts.

Um die entstehende RentenlĂŒcke von 57% zu schließen kann man auf die geförderte Betriebliche Altersvorsorge oder Riester-Rente zurĂŒckgreifen.

Wenn das fĂŒr dich allerdings nicht die ideale Lösung ist, weil dir die BeitrĂ€ge zu hoch sind, die Rendite zu gering und die mangelnde FlexibilitĂ€t dich stört, dann sind vielleicht diese alternativen Anlageformen das richtige fĂŒr dich:

  • Immobilien (REITS)
  • ETFs
  • Aktiendepot
  • Edelmetalle
  • KryptowĂ€hrungen
  • P2P-Kredite

Um die RentenlĂŒcke zu schließen solltest du privat vorsorgen.

Zu allen genannten Anlagemöglichkeiten findest du ErklÀrungen auf unserer Seite.

Lies dir doch unserer Artikel zum Thema „Was sind Aktien?“ oder „Wie du dir mit wenig Geld ein Vermögen aufbauen kannst“ durch

Um im Alter von zusĂ€tzlichen passive Einkommensquellen zu schöpfen eignet sich eine frĂŒhzeitige Investition in ETF-SparplĂ€ne, der Aufbau eines eigenen Investment-Portfolios oder der Erwerb einer zu vermietenden Immobilie.

Die KapitalertrĂ€ge beziehungsweise die Mieteinnahmen dienen dann dazu, die RentenlĂŒcke zu schließen.

Derartige Investitionen in den Kapitalmarkt oder in Immobilien werden vom Staat wenig gefördert, versprechen aber im statistischen Mittel höhere Renditen als die klassische Altersvorsorge.

Wenn du die RentenlĂŒcke nicht schließt, wirst du dich im Alter mit einem verminderten Lebensstandard zufrieden geben mĂŒssen.

Die Inflation beraubt dich deiner Kaufkraft

Selbst, wenn du 100% deines ehemaligen Angestellten-Gehalts als Rente ausgezahlt bekommst, ist es so gut wie unmöglich auf Dauer den Lebensstandard zu halten, da die Inflation dich durchschnittlich 2,2% deiner Kaufkraft pro Jahr beraubt.

Beispiel: Die RentenlĂŒcke ausgleichen

Bernhard ist 57 und geht in 10 Jahren in Rente.

Er hat das ganze einmal durchgerechnet und möchte wissen, ob seine Rente ausreicht und seinem angestrebten Lebensstandard entspricht.

  • Bernhards Wunschrente betrĂ€gt 2.000 Euro.
  • Gesetzliche Rente bekommt Bernhard 1.091 Euro.
  • Bernhard hat weder privat noch betrieblich vorgesorgt.
  • die RentenlĂŒcke betrĂ€gt 909 Euro.
  • Bernhard möchte seine Rente mithilfe von Mieteinnahmen finanzieren.
  • weil Bernhard 3 kleine Wohnungen im Vorort vermietet erhĂ€lt er zusĂ€tzlich zur Rente jeden Monat die Mieteinnahmen.
  • abzĂŒglich aller Steuern und Instandhaltungskosten bleiben Bernhard 809 Euro von den Mieteinnahmen.
  • um die fehlenden 100 Euro pro Monat zu sparen versucht Bernhard alle Reparaturen selbst vorzunehmen. Er hat GlĂŒck, dass das Handwerk ihm gut liegt.

Wenn du deine persönliche RentenlĂŒcke berechnen willst, dann eignet sich der RentenlĂŒcken-Rechner des Deutschen Instituts fĂŒr Altersvorsorge.

9. Fazit: Bereite deinen Ruhestand vor

Bist du Arbeitnehmer und zahlst in die gesetzliche Rentenkasse ein?

Dann kannst du dir sicher sein, dass du im Ruhestand eine Rente erhalten wirst. Denn diese ist schließlich garantiert.

Du bist Beamter? Noch besser, dann kannst du dich sogar auf eine satte Pension freuen.

Der Haken ist allerdings, dass die Höhe deiner Rente keineswegs garantiert ist.

Zwar wirst du höchstwahrscheinlich deinen Lebensunterhalt stemmen können, doch ob noch Geld fĂŒr Luxus ĂŒbrig ist und du deinen bisherigen Lebensstandard halten kannst, ist fraglich.

Deswegen empfehlen wir dir, dich nicht vollkommen auf die gesetzliche Rente zu verlassen und stattdessen deinen persönlichen Vermögensaufbau voranzutreiben.

Eine Rente ist gut, aber zwei oder gar drei Einkommensquellen im Alter sind besser.

Ähnlich wie es die meisten SelbststĂ€ndigen tun, lohnt es sich fĂŒr dich vielleicht dein Erspartes mithilfe eines breitgestreuten Aktien- oder ETF-Portfolios am Wertpapiere-Markt anzulegen.

Oder du investierst etwas Geld in den Erwerb einer Immobilie und sicherst dir so einen Zusatzverdienst fĂŒrs Alter.

Was du auch tust, wir wĂŒnschen dir viel Erfolg und alles gute dabei.

Wie sorgst du fĂŒr deinen Ruhestand vor? Schreib uns doch einen Kommentar.

FAQ - HĂ€ufig gestellte Fragen zum Thema Altersvorsorge

Das kommt auf dein Alter, deinen beruflichen Lebenslauf und viele weitere Faktoren an.

In der Regel gehen die Menschen zwischen 65 und 67 Jahren in Rente.

Beamte erhalten im Ruhestand eine Pension.

Alle anderen Arbeitnehmer beziehen im Alter eine Rente.

Die Rente wird zur HĂ€lfte vom Arbeitnehmer selbst gezahlt, die Pension ausschließlich vom Staat.

Die Grundrente betrÀgt aktuell rund 400 Euro. Sie soll dabei aber nicht als einziges Einkommen dienen, sondern geringe Renten lediglich aufstocken.

Im Grunde genommen steht es jedem frei BeitrÀge in die Rentenkasse einzuzahlen.

Verpflichtet sind aber nur Arbeitnehmer.

SelbststÀndigen und Beamten steht es frei nicht in die Rentenkasse einzuzahlen.

Schon 1889 fĂŒhrte Reichskanzler Bismarck die Rente im Deutschen Kaiserreich ein.

Hi! Ich bin
👋

Neben meinem Studium arbeite ich nun seit fast 3 Jahren als freiberuflicher Online-Texter und konnte so bereits als Teenager mein Hobby zum Beruf machen. Mit 16 Jahren habe ich begonnen mich neben der Schule mit dem Thema Finanzen auseinanderzusetzen. Seitdem investiere ich mein Erspartes in ETFs, Kryptos und selten auch Einzel-Aktien. Ich wĂŒnsche mir, dass ich etwas von meinem Optimismus an euch weitergeben kann und freue mich jeden Tag aufs neue, dass ich mit meinen Artikeln Menschen zur Investition in ihre Zukunft motivieren darf.

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