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Riester-Rente: Lohnt sich das Konzept zur Altersvorsorge?

Das Thema Rente ist fĂŒr viele Menschen sehr abstrakt. Insbesondere jĂŒngere ErwerbstĂ€tige beschĂ€ftigen sich kaum oder ĂŒberhaupt nicht mit ihrer Altersvorsorge. FrĂŒhestens mit 27 erhĂ€lt man die erste Renteninformation. Voraussetzung hierfĂŒr sind fĂŒnf Beitragsjahre in der gesetzlichen Rentenversicherung.

Je nach Ausbildungsdauer bzw. Start ins Berufsleben erhĂ€lt man unter UmstĂ€nden den ersten Rentenbescheid im Alter von 30 oder sogar spĂ€ter. Als 30-jĂ€hriger Arbeitnehmer ist man definitiv nicht zu spĂ€t dran mit der Altersvorsorge. Allerdings macht jedes verlorene Jahr bei der Vorsorge einen großen Unterschied. Je frĂŒher ein Arbeitnehmer in die Rentenversicherung einzahlt und zusĂ€tzlich privat vorsorgt, desto besser ist derjenige finanziell im Alter aufgestellt.

Das deutsche Rentensystem besteht aus drei Schichten. Die gesetzliche Rente bildet das Fundament. Darauf aufbauend folgt die Zusatzrente in Form einer betrieblichen Altersversorgung (bAV) und der Riester-Rente. Beide Varianten sind staatlich gefördert. Zuletzt kommt die private Altersvorsorge. Bei der privaten Vorsorge hat man die Möglichkeit langfristig mit Aktien und ETFs die eigene Rente aufzubessern. Hierzu kommen wir noch im spĂ€teren Verlauf. Außerdem kannst du bei uns in einem separaten Ratgeber genaueres zur Aktienrente erfahren.

In diesem Artikel erlĂ€utern wir detailliert das Konzept der Riester-Rente. Des Weiteren arbeiten wir heraus, ob sich die Riester-Rente auch zukĂŒnftig noch lohnt.

Bei dieser staatlich geförderten Variante der Altersvorsorge gibt es einiges zu beachten. ZunĂ€chst gehen wir auf die Bedeutung der RentenlĂŒcke und den Handlungsbedarf den wir daraus ableiten ein.

1. Was ist die RentenlĂŒcke?

Unter der RentenlĂŒcke versteht man die Differenz zwischen dem letzten Nettogehalt vor Renteneintritt und der entsprechenden Altersrente. Diese LĂŒcke kann je nach Altersvorsorge erheblich variieren. Wer sich ausschließlich auf die AnsprĂŒche aus der gesetzlichen Rente verlĂ€sst, könnte mit einer starken RentenlĂŒcke konfrontiert werden.

Welches Ausmaß kann die RentenlĂŒcke annehmen?

Eigentlich könnte man davon ausgehen, dass nach jahrzehntlanger ErwerbstÀtigkeit und Einzahlung in die Rentenkasse ausreichend vorgesorgt ist. Dem ist jedoch nicht so. Daraus ergibt sich also ein konkreter Handlungsbedarf.

Diagramm RentenlĂŒcke nach Eintrittsalter
RentenlĂŒcke je nach Eintrittsalter | Quelle: bav-versorgungswerk.de

Laut Statista lag das Durchschnittsgehalt 2020 bei Betrachtung aller Arbeitnehmer bei 3.092 Euro. Somit ist unser Beispiel mit 3.000 Euro ein guter Richtwert zur Orientierung.

In diesem Fall ergibt sich eine RentenlĂŒcke von etwa 45 %. Zudem zeigt uns die Grafik, dass die LĂŒcke je nach Renteneintritt deutlich grĂ¶ĂŸer sein kann. Geht ein Arbeitnehmer mit 63 statt 67 in Rente, drohen eventuell weitere AbschlĂ€ge.

Weitere EinflĂŒsse auf die RentenlĂŒcke und konkrete Gegenmaßnahmen

Wir haben also festgestellt, dass ein Arbeitnehmer, mit durchschnittlichem Gehalt und ohne zusĂ€tzliche Vorsorge, mit einer RentenlĂŒcke im Alter konfrontiert wird.

Als verstÀrkender Effekt kommt die Inflation hinzu.

Die Inflation hat einen Kaufkraftverlust zur Folge. Sollte die durchschnittliche Inflationsrate langfristig ĂŒber der Rentenentwicklung liegen, ist das Alterseinkommen bei Renteneintritt entsprechend weniger Wert als nach heutigem Standard.

DarĂŒber hinaus hat die RentenlĂŒcke eine EinschrĂ€nkung des Lebensstandards zur Folge.

Um ein noch konkreteres Bild von der RentenlĂŒcke zu erhalten, könnte man ein kleines Experiment im Alltag wagen. DafĂŒr nimmt man das aktuelle Nettogehalt und vergleicht es mit der voraussichtlichen Altersrente.

Anschließend versucht man fĂŒr einen Monat von der theoretischen Altersrente zu leben. Die Differenz fĂ€llt ersatzlos weg. Selbst wenn es dir gelingt ĂŒber die Runden zu kommen, wirst du vermutlich deinen momentanen Lebensstandard nicht halten können.

Im ersten Moment klingt das alles etwas negativ. Aber keine Sorge.

Hat man die eigene RentenlĂŒcke erkannt, ist bereits der erste Schritt in die Richtung Altersvorsorge geschafft.

Zur Schließung der VorsorgelĂŒcke kann man die staatlich geförderten Zusatzrenten in Anspruch nehmen. Hierzu zĂ€hlen die bAV und die Riester-Rente. Außerdem gibt es ausreichend Möglichkeiten bei der privaten Altersvorsorge.

Im weiteren Verlauf erlÀutern wir das Konzept der Riester-Rente.

2. Was ist die Riester-Rente? Definition und ErklÀrung

Die Riester-Rente geht zurĂŒck auf den ehemaligen Bundesminister fĂŒr Arbeit und Sozialordnung. Der Namensgeber Walter Riester wollte die Förderung der freiwilligen Altersvorsorge regeln. So kam es 2002 zur EinfĂŒhrung der staatlich geförderten Riester-Rente.

Beim Thema Riester gibt es neben dem klassischen Geld-Riester das sogenannte Wohn-Riester. In diesem Zusammenhang spricht man von einer staatlich geförderten Eigenheimrente unter Einbeziehung des Wohneigentums in die Altersvorsorge.


Apropos Wohneigentum. In einer separaten Rubrik warten umfangreiche Informationen zum Thema Immobilien auf dich.


Die Riester-Rente ist eine freiwillige, private Vorsorge, die mit staatlichen Zulagen und steuerlichen Vorteilen wÀhrend der Einzahlungsphase gefördert wird. Durch diese Zulagen sollten Arbeitnehmer zur privaten Vorsorge motiviert werden.

Das Konzept der Riester-Rente wurde in den ersten Jahren hĂ€ufig in Anspruch genommen. In den letzten Jahren stagnierte jedoch die Zahl der VertrĂ€ge. Laut dem Bundesministerium fĂŒr Arbeit und Soziales ruht derzeit etwa ein FĂŒnftel aller VertrĂ€ge.

Die Statistik lÀsst vermuten, dass die Riester-Rente zum Auslaufmodell wird.

3. Wer hat Anspruch auf Riester-Zulagen?

ZunĂ€chst klĂ€ren wir wer ĂŒberhaupt Anspruch auf die staatlichen Förderungen hat bzw. wer nicht.

Diese Gruppe ist unmittelbar zulagenberechtigt:

  • rentenversicherungspflichtige Arbeitnehmer
  • rentenversicherungspflichtige SelbststĂ€ndige
  • Bezieher von Arbeitslosengeld
  • Bezieher von Krankengeld
  • geringfĂŒgig BeschĂ€ftigte, sofern nicht befreit von der gesetzlichen Rentenversicherung
  • VollstĂ€ndig Erwerbsgeminderte
  • Beamte, Richter und Soldaten

Mittelbar zulagenberechtigt sind Ehe- oder Lebenspartner von unmittelbar Berechtigten. HierfĂŒr ist ein eigener Altersvorsorgevertrag mit dem Sockelbetrag von 60 Euro im Jahr erforderlich.

Wird dieser Beitrag nicht erbracht, erhÀlt die Person keine Zulagen.

Folgende Personen sind nicht zulagenberechtigt:

  • nicht rentenversicherungspflichtige SelbststĂ€ndige
  • Apotheker, Ärzte, RechtsanwĂ€lte, Steuerberater, Architekten
  • geringfĂŒgig BeschĂ€ftigte, bei Widerspruch zur gesetzlichen Rentenversicherung
  • Altersrentner

Bei Zulagenberechtigten unterscheidet der Gesetzgeber also zwischen unmittelbar und mittelbar. GrundsĂ€tzlich hat der Großteil der Bevölkerung die Möglichkeit eine Riester-Rente abzuschließen.

Um von der staatlichen Förderung zu profitieren, mĂŒssen jedoch gewisse Voraussetzungen erfĂŒllt sein.

4. Förderung bei der Riester Rente: Welche Voraussetzungen muss ich erfĂŒllen?

FĂŒr die Riester-Rente schließt der Antragsteller zunĂ€chst ganz klassisch bei seiner Bank oder einem Versicherungsunternehmen einen entsprechenden Vertrag ab.

FĂŒr den Erhalt der Förderung sind drei Voraussetzungen zwingend zu erfĂŒllen.

Diese VertrĂ€ge sind nach dem Altersvorsorge-Zertifizierungsgesetz geregelt. Die gesetzlichen Vorgaben können durch folgende Varianten erfĂŒllt werden:

  • BanksparplĂ€ne
  • Rentenversicherung
  • Fondsgebundene Rentenversicherung
  • FondssparplĂ€ne

Unter UmstĂ€nden mĂŒssen die Zulagen und mögliche Steuervorteile zurĂŒckgezahlt werden:

  • vorzeitige KĂŒndigung des Riester-Vertrages
  • Tod des Zulagenberechtigten vor Renteneintritt
  • Verwendung der Mittel vor der Auszahlungsphase

Ausnahmen bilden die Verwendung fĂŒr die selbst genutzte Wohnung. Dies mĂŒsste jedoch im Einzelfall ĂŒberprĂŒft werden.

Eine Beitragsfreistellung ist möglich.

 

Mit Abschluss des Riester-Vertrages sind noch keine Zulagen beantragt. Der Sparer muss bei seinem Anbieter die Zulagen beantragen.

Jeder Riester-Sparer muss sich ĂŒber den Sachverhalt der prĂ€mienschĂ€dlichen VerfĂŒgung im Klaren sein. Die staatliche Förderung sieht auf den ersten Blick verlockend aus, jedoch ist das Kapital wĂ€hrend der gesamten Sparphase gewissermaßen vertraglich gebunden.

Bei einem Riester-Vertrag findet die Auszahlung nicht vor dem 62. Lebensjahr statt. AltvertrĂ€ge vor 2012 werden frĂŒhestens ab dem 60. Lebensjahr ausgezahlt.

5. Höhe der staatlichen Förderung beim Riestern

Nachdem wir die Voraussetzungen der Förderung geklÀrt haben, betrachten wir in diesem Kapitel die Höhe der Zulagen.

Zulagen der Riester-Rente

  • die staatliche Grundzulage betrĂ€gt 175 Euro im Jahr
  • die Kinderzulage liegt bei 300 Euro (jedes kindergeldberechtigte Kind)
  • Zulagen fĂŒr Kinder, die vor 2008 geboren wurden, liegen bei 185 Euro
  • Berufseinsteiger-Bonus: Junge Arbeitnehmer bzw. Auszubildende (bis 25 Jahre) erhalten einmalig eine Zulage in Höhe von 200 Euro vom Staat

Beispielrechnung: Staatliche Riester-Förderung

Zur Veranschaulichung gibt es ein kleines Zahlenbeispiel.

FĂŒr die Berechnung benötigen wir einige Daten. Du wirst sehen, es ist ĂŒberhaupt nicht schwer die eigene Förderung bzw. den eigenen Beitrag zu berechnen.

In unserer Berechnung gehen wir von einem Arbeitnehmer mit einem Monatsgehalt von 3.000 Euro Brutto aus. FĂŒr die nĂ€chsten Schritte benötigen wir das Jahresbrutto. In diesem Fall sind das 36.000 Euro.

Um die volle staatliche Förderung zu erhalten, muss der Mindesteigenbetrag von 4 % des rentenversicherungspflichtigen Einkommens aus dem Vorjahr, abzĂŒglich der Zulagen, in den Riester-Vertrag eingezahlt werden.

Die genannten 4 % von 36.000 Euro ergeben 1.440 Euro als Grundlage. Hiervon werden nun die Zulagen abgezogen. Damit die Berechnung nicht zu einfach ist, gehen wir in unserem Beispiel davon aus, dass die Person Kinderzulagen erhÀlt.

rentenversicherungspflichtiges Vorjahreseinkommen36.000 €
4 % des Einkommens1.440 €
abzĂŒglich der Grundzulage-175 €
abzĂŒglich der Kinderzulage (zwei Kinder im Beispiel, geboren nach 2008)-2*300 € = -600 €
Mindesteigenbetrag im Jahr665 €
monatlicher Sparbetrag665€ / 12 = 56 € (gerundet)
Berechnung Riester-Zulagen und Eigenbetrag

In diesem Fall erhÀlt der Antragsteller 775 Euro an Zulagen. Die eigene Einzahlung liegt bei 665 Euro jÀhrlich.

Die Kinderzulagen erhĂ€lt man solange Anspruch auf Kindergeld besteht. Im Anschluss nur noch die Grundzulage. Sollte das Einkommen steigen, ist eine Anpassung der Einzahlung erforderlich. FĂŒr die volle Förderung mĂŒssen stets 4 % abzĂŒglich der Zulagen eingezahlt werden. Ansonsten wĂŒrde der Staat nur anteilig Zulagen auszahlen.

FĂŒr die Zulagen ist ĂŒbrigens die Zentrale Zulagenstelle fĂŒr Altersvermögen (ZfA) verantwortlich.

FĂŒr eine Familie mit Kindern scheint sich die Riester-Rente also zu lohnen.

6. Steuerliche Grundlagen und Auszahlung der Riester-Rente

Beim Riestern wird wie bei der bAV nachgelagert besteuert. D.h. wÀhrend der Einzahlungsphase bestehen Steuervorteile. In der Rentenphase wird die Riester-Rente jedoch regulÀr versteuert.

Als Grundlage fĂŒr die Berechnung der Zulagen nehmen wir 4 % des Vorjahres Brutto. Als Grenze wurden 2.100 Euro jĂ€hrlich festgelegt.

Das Finanzamt nimmt eine GĂŒnstigerprĂŒfung vor. Bei einer GĂŒnstigerprĂŒfung wird ĂŒberprĂŒft, ob eine mögliche Steuerersparnis ĂŒber den Zulagen liegt. Ist das der Fall, erhĂ€lt man eine Erstattung ĂŒber den Differenzbetrag.

Ein Gutverdiener kann unter UmstÀnden von der Steuerersparnis profitieren.

GrundsÀtzlich wird die Riester-Rente im Ruhestand als lebenslange Rente ausgezahlt. Es erfolgt dann eine Auszahlung mindestens in Höhe der Einzahlungen und der Zulagen.

Der Rentenbeginn und die Auszahlung sind im Riester-Vertrag festgelegt. Zudem ist eine sofortige Teil-Auszahlung von bis zu 30 % des Kapitals möglich. Dieser Betrag muss dann voll versteuert werden.

Auch eine Gesamtauszahlung wĂ€re möglich. Hierbei spricht man jedoch von einer schĂ€dlichen Verwendung. Dies hĂ€tte eine RĂŒckzahlung der staatlichen Förderung zur Folge.

7. Kritik an der Riester-Rente

An dieser Stelle kommen wir  zur offenen Kritik an dem Konzept der Riester-Rente.

Sinkende Zinsen sind eine Herausforderung fĂŒr Lebensversicherer

Das Hauptproblem stellt die Verzinsung dar. Im Januar 2022 findet eine Garantiezinssenkung von 0,9 % auf 0,25 % statt. Anfang der 2000er galt noch ein Garantiezins von 3,25 %.

Der Höchstrechnungszins, meistens als Garantiezins bezeichnet, orientiert sich bei der Berechnung an der Umlaufrendite. Dabei werden unterschiedliche Anleihen berĂŒcksichtigt.

Die deutsche Aktuarvereinigung (DAV) und die Bundesanstalt fĂŒr Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin)  geben jedes Jahr eine Empfehlung zum Höchstrechnungszins ab.

Beitragsgarantie und Abschlusskosten bei der Riester-Rente

Bis dato mussten die Versicherer eine Kapitalgarantie von 100 % liefern. Alle Einzahlungen und Zulagen mĂŒssen bei Renteneintritt garantiert sein. Mit den niedrigen Zinsen wird es zunehmend schwieriger gewinnbringend zu wirtschaften und gleichzeitig das Kapital zu garantieren.

Hinzu kommen noch Abschluss- und Verwaltungskosten des Riester-Vertrages. In den ersten Jahren fließt ein erheblicher Teil der BeitrĂ€ge nicht in die Altersvorsorge. ZunĂ€chst werden damit Kosten der Versicherungsgesellschaft gedeckt.

Mangelnde FlexibilitÀt beim Riestern

Wie wir bereits erwĂ€hnt haben, ist man bei der Riester-Rente sehr stark an die Vorgaben des Gesetzgebers bzw. Vertragspartners gebunden. Vorzeitige KapitalverfĂŒgungen bringen starke Nachteile mit sich.

8. Alternative zum Riestern: Vorsorgen mit Aktien und ETFs

In der Einleitung haben wir bereits Alternativen angekĂŒndigt und hier kommen sie.

Bei Riester-VertrÀgen besteht zwar die Möglichkeit des Fondssparen, jedoch sind die VertrÀge sehr komplex und unflexibel.

Geringe Kosten bei Aktien und ETFs

Mit einem Aktien- oder ETF-Sparplan hast du eine weitaus grĂ¶ĂŸere Produktauswahl. Inzwischen gibt es sehr viele moderne Broker, bei denen du unkompliziert und schnell ein Depot eröffnen kannst. Die Kosten sind bei einem reinen Online-Anbieter in der Regel sehr gering. HierfĂŒr lohnt sich stets ein Vergleich.

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Im Gegensatz zur Riester-Rente erhĂ€ltst du beim Sparen mit Aktien und ETFs keine staatliche Förderung. Zudem bestehen keine Steuervorteile. Die Besteuerung ist hier eindeutig geregelt. Bei Kursgewinnen und ErtrĂ€gen fĂ€llt die Kapitalertragsteuer an. Du weißt also von Anfang an welcher Anteil abgeht und wirst nicht bei Renteneintritt von einer nachgelagerten Besteuerung ĂŒberrascht.

Mehr FlexibilitÀt mit Aktien und ETFs

Zudem bist du bei der privaten Altersvorsorge mit Aktien und ETFs viel flexibler. Du kannst sowohl Einmalanlagen als auch SparplĂ€ne tĂ€tigen. Bei deinen Sparraten kannst du mit ein oder zwei Klicks jederzeit Änderungen vornehmen.

Ein weiteres Plus ist die Möglichkeit jederzeit das Kapital abzurufen. Beim Aktiensparen gibt es keine schĂ€dliche VerfĂŒgung.

An dieser Stelle wollen wir aber  ausdrĂŒcklich darauf hinweisen, dass ein langer Anlagehorizont an den FinanzmĂ€rkten sehr wichtig fĂŒr den erfolgreichen Vermögensaufbau und die daraus resultierende Rente ist.

Rendite fĂŒr die Rente: Aktienrente vs. Riester-Rente

Der wohl entscheidende Faktor ist die Rendite. Wer sich eine zusĂ€tzliche Rente aufbauen möchte, erwartet auch Ergebnisse. Das hart verdiente Geld soll schließlich arbeiten und langfristig einen Überschuss erzielen.

Betrachten wir ein konkretes Beispiel hinsichtlich der langfristigen Performance am Aktienmarkt. Der deutsche Leitindex, DAX, ist seit 1988 um mehr als den Faktor 15 gestiegen.

Laut dem deutschen Aktieninstitut erbrachte eine monatliche Geldanlage in Aktien zwischen 1995 und 2013 eine durchschnittliche Rendite von 7 % im Jahr. Je nach Betrachtungszeitraum ist eine Performance von 7-9 % am breiten Aktienmarkt möglich.

Laut einer Untersuchung der BĂŒrgerbewegung Finanzwende fließt beim Riestern fast jeder vierte Euro in die laufenden Kosten. Der gemeinnĂŒtzige Verein hat hierzu 65 Riester-Versicherungen untersucht.

Eine private Altersvorsorge mit Aktien und ETFs bietet zwar keine Kapitalgarantie, dafĂŒr jedoch deutlich höhere Renditechancen. Mit regelmĂ€ĂŸigen Sparraten, einer breiten Streuung und langem Anlagehorizont steht der privaten Altersvorsorge mit Aktien und ETFs eigentlich nichts im Weg.

Wichtig: Im Vorfeld ausreichend ĂŒber Chancen und Risiken informieren und nur Geld anlegen, welches langfristig nicht benötigt wird. Außerdem bezĂŒglich der Kostenstruktur und Produktauswahl einen Anbietervergleich vornehmen.

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9. Fazit zur Riester-Rente: Lohnt sich die Zusatzrente?

Wir haben das Konzept der Riester-Rente ausfĂŒhrlich erlĂ€utert. In der folgenden Übersicht fassen wir nochmals die Vor- und Nachteile zusammen.

  • staatliche Zulagen
  • Beitragsgarantie
  • steuerliche Vorteile wĂ€hrend Sparphase
  • Nachgelagerte Besteuerung im Alter
  • Bei vorzeitiger Auszahlung gehen Förderungen verloren
  • hohe laufende Kosten
  • komplexe VertrĂ€ge
  • fehlende FlexibilitĂ€t beim Sparen oder Umschichten
  • wenig Rendite im Vergleich zu anderen Vorsorgeprodukten

Wir halten also fest, dass die Nachteile ĂŒberwiegen. Deshalb sollte man die Riester-Rente aber nicht kategorisch ausschließen. Bei der Berechnung der Zulagen haben wir festgestellt, dass eine Familie mit mehreren Kindern vom geringen Eigenbeitrag profitieren kann.

Allerdings ist die Riester-Rente in ihrer derzeitigen Gestaltung nicht mehr zeitgemĂ€ĂŸ. Angesichts steigender Inflation ist es umso wichtiger eine Vorsorge zu wĂ€hlen, die diese Geldentwertung zumindest ausgleicht bzw. langfristig ĂŒbersteigt.

Ohne eine Reform wird die Riester-Rente zum Auslaufmodell. Daher können wir festhalten: Die Riester-Rente lohnt sich, falls ĂŒberhaupt, nur im Einzelfall als ErgĂ€nzung.

Um die RentenlĂŒcke vollstĂ€ndig zu schließen, sind weitere Vorsorgeprodukte wie z.B. Aktien und ETFs erforderlich.

Hi! Ich bin
👋

Ich bin gelernter Bankkaufmann und leidenschaftlicher Privatinvestor. Meine ersten Aktien habe ich im Alter von 14 gekauft und dabei die Börse kennengelernt. Seitdem beschÀftige ich mich intensiv mit dem Geschehen an den FinanzmÀrkten und den unterschiedlichen Anlageklassen. Getreu dem Motto "man lernt nie aus" möchte ich mir stÀndig neues Wissen aneignen und so viel wie möglich an andere weitergeben.

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