
Rohstoff-ETF 2026 – Ist es sinnvoll, per ETF in Rohstoffe zu investieren?
Ob Ukraine, Venezuela oder Iran: Geopolitische Konflikte beeinflussen in den letzten Jahren die Rohstoffpreise und befeuern das Kurswachstum bei Rohstoff-ETFs. In diesem Beitrag erfährst du, welche Arten von Rohstoff-ETFs es gibt, worauf du bei der Wahl eines solchen ETFs achten solltest und welche ETFs besonders empfehlenswert sind.
Rohstoff-ETF: Das Wichtigste in Kürze
- In die Assetklasse Rohstoffe kannst du auch über ETFs investieren. In einem solchen ETF sind oft Futures auf verschiedene Elemente enthalten. Es können aber auch Aktien oder Anleihen enthalten sein, oder der Rohstoff in physischer Form.
- Rohstoffe können eine gute Ergänzung zu einem Aktien-ETF-Portfolio darstellen. Grund dafür ist die niedrige Korrelation zu den Aktienmärkten.
- Ein Investment in Rohstoffe ist genauso wie andere Investments am Kapitalmarkt mit Risiken verbunden. Auch die Kurse der Rohstoffe unterliegen oft einer hohen Volatilität.
- Einzelne Rohstoffe werden überwiegend über Exchange Traded Commodities (ETCs) gehandelt. Der Hauptunterschied zwischen ETFs und ETCs liegt darin, dass das investierte Kapital bei ETCs kein Sondervermögen ist.
- Scalable Capital und Trade Republic sind unsere empfohlenen Neobroker, um in einen Rohstoff-ETF zu investieren.
2. Was ist ein Rohstoff-ETF?
Ein Rohstoff-ETF ist ein passiver Indexfonds, der die Wertentwicklung von Anlagen aus der Assetklasse Rohstoffe abbildet. Damit grenzt er sich vom aktiv verwalteten Rohstofffonds ab. Ein Rohstoff-ETF bildet ebenfalls wie die klassischen Aktien-ETFs einen bestehenden Index ab.
Oft enthält ein Rohstoff-ETF Futures. Futures sind Terminkontrakte, also Verträge über die Lieferung eines Rohstoffs zu einem bestimmten Zeitpunkt und zu einem bestimmten Preis. Im Gegensatz zum Rohstoff-ETF bildet ein Grundstoffe-ETF Anteile von Unternehmen ab, die sich mit der Förderung und Verarbeitung von Werkstoffen befassen.
Der Kurs dieses Terminkontrakts gibt an, zu welchem Preis der Rohstoff am Tag der Lieferung ausgeliefert werden kann.
Der Sinn dieser Futures liegt darin, dass sich Rohstoffproduzenten oder auch Akteure im Agrarbereich einen bestimmten Preis für den Rohstoff in der Zukunft sichern können. Eine physische Investition in Rohstoffe ist oftmals auch nicht optimal, da die Rohstoffe in hohen Mengen gelagert werden müssten.
Bei den meisten Rohstoff-ETFs wird die Investition ebenfalls über Futures getätigt und die entsprechenden Industriemetalle, Edelmetalle und Agrarprodukte müssen nicht physisch gelagert werden, sondern werden in verbriefter Form an der Börse gehandelt.
Der Fonds kauft damit andauernd Futures auf einen Rohstoff wie Gas oder Kupfer, verkauft diesen aber wieder, bevor der Vertrag fällig werden würde. Dann würden die Ressourcen nämlich geliefert werden und das will der Indexfonds natürlich nicht. Daher verkauft er den Vertrag vor Ablauf und kauft dann von dem Geld wieder einen neuen. Anders als bei Wertpapieren ist man also nicht wirklich im Besitz der Assets, sondern nur an der Preisentwicklung beteiligt.
Wusstest du, dass ETCs nicht den UCITS-Richtlinien entsprechen? Oftmals geben die Anbieter bei Ihren Produkten an, dass sie UCITS-geeignet sind. Die Wahrheit ist jedoch, dass ETNs und ETCs nicht alle UCITS-Kriterien erfüllen.
So müsste ein entsprechender Indexfonds nur Produkte enthalten, die das Emittentenrisiko ausschließen. Insbesondere bei ETCs ist dies nicht der Fall.
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3. Welche Rohstoff-ETFs gibt es?
Es gibt eine Vielzahl an börsengehandelten Rohstoffen aus verschiedenen Rohstoffgruppen.
Diese Gruppen sind fossile Energieträger, Edelmetalle, Industriemetalle, Agrarprodukte und Viehwirtschaft.
Mittlerweile ist ein Investment in jeden dieser Rohstoffe über ETFs oder ETCs möglich.
Hier findest du ein paar Beispiel-ETFs:
| ETF | WKN | Replikation | Rohstoffe | Domizil | TER | Ausschüttungsart |
|---|---|---|---|---|---|---|
| iShares Diversified Commodity Swap UCITS ETF | A2DK6R | Synthetisch (Swap) | Breiter Rohstoff-Korb | Irland | 0,19% | Thesaurierend |
| Lyxor Commodities Refinitiv/CoreCommodity CRB TR UCITS ETF - Acc | LYX0Z2 | Synthetisch (Swap) | 19 Rohstoffe | Luxemburg | 0,35% | Thesaurierend |
| Lyxor Bloomberg Equal-weight Commodity ex-Agriculture UCITS ETF | ETF090 | Synthetisch (Swap) | Breiter Rohstoff-Korb, ausschließlich Agrarprodukte | Luxemburg | 0,30% | Ausschüttend |
| BNP Paribas Easy Energy & Metals Enhanced Roll UCITS ETF EUR | A2AE6P | Synthetisch (Swap) | verschiedene Edelmetalle, Industriemetalle und Energierohstoffe | Luxemburg | 0,38% | Thesaurierend |
| iShares Physical Gold ETC | A1KWPQ | Physisch | Gold | Irland | 0,15% | Thesaurierend |
| Xetra-Gold | A0S9GB | Physisch | Gold | Deutschland | 0,00% | Thesaurierend |
| WisdomTree Physical Silver | A0N62F | Physisch | Silber | Jersey | 0,49% | Thesaurierend |
| iShares Global Timber & Forestry UCITS ETF | A0M59G | Physisch | Holz (Wälder und Forstwirtschaft) | Irland | 0,65% | Ausschüttend |
4. Wo kann man einen Rohstoff-ETF kaufen?
Rohstoff ETFs werden wie alle anderen ETF-Typen bei einem Broker gekauft.
Hast du bisher noch keinen passenden Aktienbroker? In unserem Depotvergleich stellen wir die besten Anbieter gegenüber und zeigen dir, worauf du achten solltest.
Gerade bei Rohstoff-ETFs solltest du zudem beachten, dass der Markt starken Schwankungen unterliegt. Aus diesem Grund kann ein Einstieg in Tranchen durchaus Sinn ergeben. Erfahrungsgemäß lässt sich dies einfach mit einem ETF-Sparplan umsetzen. In unserem ETF-Sparplan Depot Vergleich findest du die besten Anbieter für dich.
Im Folgenden findest du eine Auswahl unserer drei favorisierten Broker zum ETF kaufen:
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Beachte an dieser Stelle auch, dass du deinen Rohstoff-ETF an der richtigen Börse kaufst. Manche Rohstoff-Fonds, die eher selten gehandelt werden, frisch am Markt sind, oder nur an ausländischen Börsen handelbar sind, können höhere Transaktionskosten, wie z.B. anfallende Börsenentgelte, verursachen.
Schau dir das übliche Handelsvolumen deines Wunsch-ETFs an den Börsen an. Denn ist ein Indexfonds eher rar und nur an kleineren regionalen oder ausländischen Börsen handelbar, kann das dazu führen, dass aufgrund des niedrigen Handelsvolumens der Spread beim Kauf und Verkauf höher ist als üblich.
Wenn du noch nicht genau weißt, wie man einen ETF kauft, dann kann dir ein Blick in unsere ausführliche Anleitung zum ETF-Kauf weiterhelfen.
Generell sind Rohstoff-ETFs, wie auch Themen-ETFs, etwas teurer als die gängigen ETFs mit breiten Aktienportfolios. Rohstoff-ETFs haben oftmals auch niedrigere AUM – also niedrigere verwaltete Vermögen. Dadurch sind die Kosten pro Anleger etwas höher.
Die etwas höhere TER lohnt sich aber deshalb, da Einzelinvestments in Rohstoffe im Vergleich teurer sind. Außerdem wird durch die Bündelung im Rohstoff-ETF das Risiko gestreut.
5. Welche Rohstoffe sind in einem Rohstoff-ETF enthalten?
Bei den Rohstoff-ETFs gibt es ebenfalls unterschiedliche Portfoliozusammensetzungen. Das bedeutet, dass die Anteile verschieden gewichtet sind.
Am besten wirfst du einen Blick in das KIID-Dokument. Dort findest du die Information, welcher genaue Index getrackt wird, welche Rohstoffgruppe zu wie viel Prozent im Portfolio enthalten ist und wie hoch die Gesamtkostenquote ist.
Es gibt Rohstoff-ETCs, bei denen nur ein einziges Edelmetall enthalten ist, zum Beispiel Gold, Silber, Kupfer oder Palladium. Dort bewahren die zuständigen Investmentbanken oder Fondsherausgeber das Edelmetall meist in einem Tresor und stellen sicher, dass der Wert und die Menge des verbrieften Edelmetalls mit den physischen Vorräten übereinstimmen.
Als Anleger hast du zudem die Möglichkeit, breit diversifiziert mit nur einem ETF zu investieren. Denn es gibt Indizes, bei denen ein sehr breiter Mix aus allen Rohstoffgruppen und -arten enthalten sind.
Der iShares Diversified Commodity Swap UCITS ETF setzt sich beispielsweise aus den Sektoren Energie, Edelmetalle, Industriemetalle, Lebendvieh und Landwirtschaft zusammen, wobei jeder Sektor auf maximal 33 % begrenzt ist. Eine genaue Auflistung der Positionen findest du hier.
Es gibt auch die Möglichkeit, dass du dir einen Rohstoff-Mix selbst zusammenstellst, indem du die jeweiligen Rohstoffe einzeln als ETF oder ETC kaufst. Das könnte dann zum Beispiel ein ETF auf Energieträger sein, kombiniert mit einem ETC auf Gold, einem ETC auf Silber und einem ETF auf Agrarrohstoffe.
Das hat aber den Nachteil, dass insbesondere bei einer geringen Investmentsumme die Transaktionskosten vergleichsweise hoch ausfallen. Grund hierfür sind die Kosten, die bei jeder Transaktion bei deinem Broker anfallen.
Wenn du also nur einen geringen Anteil deines zu investierenden Vermögens in die Anlageklasse Rohstoffe investieren willst, solltest du eher auf einen breit diversifizierten ETF mit einem Rohstoff-Mix aus verschiedenen Branchen setzen. So musst du nur einmal die Transaktionskosten bezahlen und profitierst zudem von geringeren laufenden Kosten.
6. Welcher Rohstoff-ETF ist der beste?
Grundsätzlich empfehlen wir eine Diversifikation über verschiedene Rohstoffgruppen.
Dadurch wird das Risiko stärker gestreut und man nimmt als Anleger an der Kursentwicklung des gesamten Rohstoffmarktes teil. Hast du beispielsweise dein Geld nur in Öl investiert, bist du zu stark abhängig vom Ölpreis.
Allerdings gibt es natürlich auch innerhalb der Anlageklasse Rohstoffe Gewinner und Verlierer.
Im vergangenen Jahr haben diese drei Rohstoff-ETFs besonders gut abgeschnitten:
| ETF | ISIN | Rohstoff | TER | Rendite (1 Jahr) |
|---|---|---|---|---|
| iShares Diversified Commodity Swap UCITS ETF (DE) | DE000A0H0728 | Energie, Agrarrohstoffe, Industriemetalle, Edelmetalle und Lebendvieh | 0,46 % | +3,98% |
| Xtrackers Bloomberg Commodity Swap UCITS ETF 1C | LU0249326488 | Energie, Edelmetalle, Industriemetalle, Lebendvieh und Agrarrohstoffe | 0,19 % | +3,03% |
| iShares Bloomberg Roll Select Commodity Swap UCITS ETF USD | IE00BZ1NCS44 | Energie, Edelmetalle, Industriemetalle, Lebendvieh und Agrarrohstoffe | 0,28% | +2,67% |
7. Lohnt sich eine Wette auf Rohstoffe?
Als alleinstehende Investmentposition sind Rohstoff-ETFs im Portfolio sehr riskant. Die Kurse von Rohstoffen sind schwer zu prognostizieren, anders als bei Aktien oder Anleihen.
Viele Investoren an den Kapitalmärkten tätigen Rohstoff-Investments nur zur Spekulation. Daher sind die Kurse oft sehr volatil.
Gleichwohl gibt es auch im Rohstoffmarkt viele Chancen. Durch die wachsende Bevölkerung steigt die Nachfrage nach Energie, Rohstoffen und Werkstoffen, während die Ressourcen einer Knappheit unterliegen. So kann man von steigenden Preisen ausgehen.
Jede Ressource hat ihre eigenen Einflussfaktoren und Gesetzmäßigkeiten. Energie und Industriemetalle sind abhängig von der Konjunktur, sowie von politischen Entscheidungen. Agrarrohstoffe sind mitunter wetterabhängig. Edelmetalle reagieren mit den Zinsen, der Inflation und dem Vertrauen der Menschen in das Geldsystem.
Es kann sich daher lohnen, langfristig auf Rohstoffe zu setzen, indem man diese in ein gut diversifiziertes Portfolio als Ergänzung hinzufügt. Dabei sollte die Gewichtung jedoch nicht zu hoch sein.
Willst du beispielsweise in einen Rohstoff wie Wasserstoff oder Kupfer investieren, bietet sich ein Wasserstoff-ETF oder Kupfer-ETF an. Hier kaufst du weder Wasserstoff noch Kupfer, sondern Unternehmen der gesamten Wertschöpfungskette der beiden Ressourcen.
8. Chancen und Risiken von Rohstoff-ETFs
Positiv ist die Tatsache, dass Rohstoffe eine geringe Korrelation zum Markt aufweisen. Sie performen also auch bei schwachen Konjunkturphasen gut. Während Rohstoffe knapp und teuer sind, fallen die Gewinne der Unternehmen. Grund hierfür sind die Kosten, welche nicht komplett weitergegeben werden können.
Dennoch investierst du bei einem Rohstoff-ETF oftmals in einzelne ETCs. Dementsprechend übernimmst du das Emittentenrisiko im Falle einer Insolvenz des ETF-Anbieters.
Zudem solltest du ein ruhiger Anleger sein und eine Strategie besitzen. Rohstoffe sind sehr volatil und schwanken stark. Arbeite hier am besten mit Stop-Loss-Orders und sichere deine laufenden Gewinne ab. Außerdem solltest du bei Investieren in ETFs darauf achten, dass du ausreichend viele ETFs im Depot hast – so erzielst du eine gute Diversifikation. Zudem gib am besten darauf Acht, regelmäßig zu rebalancen.
Nachfolgend findest du eine Zusammenfassung der Vor- und Nachteile von Rohstoff-ETFs.
Vorteile von Rohstoff-ETFs
- Rohstoffe haben oft eine niedrige Korrelation zu den Aktienmärkten
- Rohstoff-ETFs enthalten oft einen breiten Mix an Rohstoffen
- Rohstoff-ETFs sind genauso wie ETFs in den anderen Assetklassen sehr günstige Investmentinstrumente
- Rohstoffe werden für die Energiewende und die Industrie benötigt
Nachteile von Rohstoff-ETFs
- Die meisten Rohstoffe werden nicht über einen ETF, sondern über einen ETC gehandelt.
- Die Kursentwicklung bestimmter Rohstoffe ist stark volatil, beispielsweise der Ölmarkt. Dadurch gibt es ein größeres Verlustrisiko, insbesondere wenn das Investment eher für einen kurzfristigeren Horizont gemacht wird.
- Die Kursentwicklung von Rohstoffen ist schwerer vorherzusagen als bei anderen Anlageklassen und auf Rohstoffe wird mit Futures oft spekuliert.
9. Fazit: Rohstoff-ETFs sind eine gute Möglichkeit zur Diversifikation
Grundsätzlich solltest du einen solchen ETF nur als Beimischung betrachten. Ein Rohstoff-ETF unterliegt nämlich einer hohen Volatilität, sodass deine Kursgewinne schnell schwinden können.
Wir empfehlen Rohstoff-ETFs nicht als Bestandteil einer langfristigen Vermögensstrategie. Vielmehr handelt es sich hierbei um eine solide Beimischung für den risikobehafteten Depotanteil.
Wer noch keine ETFs gekauft hat, sollte nicht mit einem Rohstoff-ETF beginnen – auch wenn die Ressourcenknappheit verlockend ist. Besonders wichtig ist die Tatsache, dass ETCs ein Emittentenrisiko beinhalten. Dementsprechend wäre dein investiertes Kapital im Falle einer Insolvenz auch Teil der Insolvenzmasse. Folglich solltest du bei Rohstoffen beachten, dass der ausgegebene Anbieter eine gute Bonität aufweist.
Wie stehst du zu Rohstoff-ETFs? Hast du bereits investiert und siehst Rohstoffe als einen festen Bestandteil deiner Anlagestrategie? Lass es uns gerne in den Kommentaren wissen.

