Modernes Wohnviertel mit viel grĂŒner FlĂ€che

Anlagetrends im Bauwesen: Digital Building und Green Building

Bauaktien sind in der ersten JahreshĂ€lfte 2021 sehr gut gelaufen. WĂ€hrend hochbewertete Technologiewerte hinter der allgemeinen Marktperformance blieben, konnten sich Investoren ĂŒber die Wertsteigerungen bei Immobilien und Bauaktien wie Strabag, Caterpillar oder Steico freuen.

Höchste Zeit also, die Chancen und Risiken fĂŒr eine Geldanlage in den Bausektor nĂ€her zu betrachten und die vielversprechendsten Anlagetrends im Bauwesen unter die Lupe zu nehmen.

1. Wissenswertes zu Investments in die Baubranche

Wer sein Geld in Unternehmen aus dem Bausektor anlegen möchte, sollte zu Beginn ein paar GrundsÀtze der Baubranche verstehen.

Im Nachfolgenden wird der Bausektor hierfĂŒr in die gesamtwirtschaftliche Konjunktur eingeordnet sowie der Einfluss der Politik auf die Branche untersucht, um darauf aufbauend Chancen und Risiken fĂŒr ein Investment in Bauaktien zu bestimmen.

1.1. Wirtschaftliche Einordnung und Baukonjunktur

Die Baubranche ist eine spÀtzyklische Branche. Im Gegensatz zu beispielsweise dem Nahrungsmittel- oder Energiesektor, deren Produkte immer benötigt werden, schwankt die Nachfrage nach Bauleistungen zum Teil enorm und hÀngt von der allgemeinen konjunkturellen Lage ab.

Die Baubranche ist ein SpÀtzykliker

Bauvorhaben dauern in der Regel ĂŒber einen Zeitraum von mehreren Monaten bis Jahren an. Investitionen werden daher bei einer schwĂ€chelnden Konjunktur nicht mit sofortiger Wirkung eingestellt. Dies fĂŒhrt dazu, dass sich die konjunkturellen VerlĂ€ufe mit einem Verzug von mehreren Monaten in der Baubranche bemerkbar machen. Daher spricht man von einer spĂ€tzyklischen Branche.

Die Bedeutung der Baubranche fĂŒr die Gesamtwirtschaft ist dabei nicht zu unterschĂ€tzen. Im Jahr 2020 trugen Bauinvestitionen mit ĂŒber 11 % zum gesamten Bruttoinlandsprodukt (BIP) bei.

Bedeutung der Bauwirtschaft in Deutschland im Jahr 2020 (Quelle: Hauptverband Bauindustrie e.V. nach Statistisches Bundesamt)

Bevor ein Investment in die Baubranche getĂ€tigt wird, sollte immer ein Blick auf die Gesamtkonjunktur geworfen und die zu erwartende Nachfrage geprĂŒft werden.

1.2. Politischer Einfluss auf die Bauwirtschaft

Die Nachfrage im Bauwesen kann im Wesentlichen in einen öffentlichen sowie einen privaten Sektor unterteilt werden. Der Anteil öffentlicher Bauvorhaben besitzt besonders bei den grĂ¶ĂŸeren Bauunternehmen (ab 50 Mitarbeiter) einen vergleichsweise großen Anteil von deutlich ĂŒber 30 %.

Umsatz nach Öffentlicher Bau, Wirtschaftsbau und Wohnungsbau in Deutschland im Jahr 2020 (Quelle: Hauptverband Bauindustrie e.V. nach Statistisches Bundesamt)

Der öffentliche Sektor ist besonders fĂŒr den Infrastrukturbau von großer Bedeutung. Hierzu zĂ€hlen beispielsweise der Straßen- und BrĂŒckenbau, Ver- und Entsorgungsnetze (Wasser, Strom, Gas etc.) sowie Bahnanlagen und FlughĂ€fen. DarĂŒber hinaus werden durch die öffentliche Hand Bauwerke fĂŒr die Allgemeinheit nachgefragt, wie z.B. Schulen, KrankenhĂ€user oder SpielplĂ€tze.

Ein aktuelles Beispiel fĂŒr den politischen Einfluss auf den Bausektor ist das gigantische US-Konjunkturpaket von Joe Biden. Darin enthalten sind unter anderem InvestitionsplĂ€ne fĂŒr die Erneuerung der Infrastruktur. Hiervon dĂŒrften Bauunternehmer, Rohstofflieferanten sowie Infrastrukturanbieter gleichermaßen profitieren.

Durch die Bestrebungen hin zu einer klimaneutralen Energieerzeugung bei einem kontinuierlich wachsenden Strombedarf werden zudem immer mehr Solarparks, Windkraftanlagen, Hochspannungsleitungen und Stromspeicher benötigt. Um den steigenden Strombedarf zu decken, mĂŒssen Anlagen zur nachhaltigen Energiegewinnung und die hierfĂŒr erforderliche Infrastruktur in den kommenden Jahren massiv ausgebaut werden.

Anlagenbauer, die sich auf die Errichtung von Energieanlagen spezialisiert haben, dĂŒrften sich daher infolge der politisch stimulierten Nachfrage nach erneuerbarer Energie noch lĂ€ngere Zeit ĂŒber volle AuftragsbĂŒcher freuen.

Wie groß die Nachfrage nach öffentlichen Bauvorhaben ist, wird durch den Staat und die Regierung von Bund, LĂ€ndern und Kommunen gesteuert und hĂ€ngt somit nicht unmittelbar von der wirtschaftlichen Konjunktur ab. Der Einfluss auf die Baunachfrage durch die Politik und die öffentliche Hand sollte daher nicht unterschĂ€tzt werden.

Alle anderen, nicht-öffentlichen Bauwerke werden durch private Bauherren nachgefragt. Zu den privaten Bauvorhaben zĂ€hlen beispielsweise WohngebĂ€ude, aber auch Produktionsanlagen, Fabrikhallen und BĂŒros von Unternehmen aus der Privatwirtschaft.

Die Nachfrage von privaten Bauherren hĂ€ngt also im Wesentlichen davon ab, wie gut es der Wirtschaft und der Gesellschaft insgesamt geht und wie viel Geld fĂŒr Bauinvestitionen zur VerfĂŒgung steht.

1.3. Chancen und Risiken fĂŒr Investments in die Baubranche

Welche Chancen und Risiken gibt es, die fĂŒr oder gegen ein Investment in den Bausektor sprechen?

  • Durch die Nullzinspolitik und die gĂŒnstigen Kredite sinken die Kosten fĂŒr Bauinvestitionen bei Privaten, Unternehmen und der öffentlichen Hand.
  • Die wachsende Weltbevölkerung verlangt nach zusĂ€tzlichem Wohnraum und einer dichteren Infrastruktur.
  • Durch Covid-19 steigt das BedĂŒrfnis nach den eigenen vier WĂ€nden.
  • Um von zu Hause aus zu arbeiten, möchten Menschen ihren Wohnraum vergrĂ¶ĂŸern.
  • Der Trend hin zu E-Commerce steigert die Nachfrage nach Lagerhallen und KĂŒhllogistik.
  • Um die Klimaschutzziele zu erreichen, mĂŒssen GebĂ€ude modernisiert und besser gedĂ€mmt werden.
  • Bei einer AbschwĂ€chung der Konjunktur wĂŒrden die zur VerfĂŒgung stehenden Gelder fĂŒr Bauinvestitionen sinken.
  • Durch Home-Office werden weniger BĂŒroflĂ€chen benötigt und weniger BĂŒrogebĂ€ude gebaut.
  • Ein Großteil der Bauprojekte ist auf Kredit finanziert.
  • Eine mögliche Zinsanhebung könnte zu KreditausfĂ€llen und sinkenden Immobilienpreisen fĂŒhren.
  • Der aktuelle Boom im Bausektor könnte in den Kursen der Aktien bereits „eingepreist“ sein.

1.4. Zwischenfazit: Lohnt sich eine Anlage in Bauaktien?

Die Bauwirtschaft profitiert als zyklische Branche von der derzeitigen breiten Erholung der Wirtschaft und den niedrigen Zinsen.

Neben der starken Nachfrage nach Wohnungen gelten insbesondere der Trend zu mehr Nachhaltigkeit sowie die Modernisierung der Infrastruktur durch die öffentliche Hand als Treiber fĂŒr eine hohe Baunachfrage.

Bei etwaigen EintrĂŒbungen der Wirtschaft wĂŒrde der Bausektor voraussichtlich jedoch stark reagieren. Sinkende Bauinvestitionen infolge einer schwĂ€chelnden Wirtschaft könnten die derzeit rosigen Aussichten und die vollen AuftragsbĂŒcher insbesondere im Privatsektor der Bauunternehmen schnell ĂŒberlagern.

Privatinvestoren, die von einem langfristig andauernden Boom des Bausektors ĂŒberzeugt sind, haben unterschiedliche Möglichkeiten, um ihr Geld in die Bauwirtschaft anzulegen.

2. Übersicht ĂŒber klassische Bauaktien

Die wahrscheinlich offensichtlichste Investitionsmöglichkeit besteht im Kauf von klassischen Bauaktien. Um einen Überblick zu erhalten, welche Unternehmen hierfĂŒr infrage kommen, sind nachfolgend einige bedeutsame börsennotierte Unternehmen aus der Baubranche aufgelistet.

Hochtief (ISIN: DE0006070006) ist ein deutscher Baukonzern mit Bauprojekten auf der ganzen Welt.

Vinci (ISIN: FR0000125486) ist ein französischer Baukonzern mit breitem Angebot in fast allen Bausparten.

Strabag (ISIN: AT000000STR1) ist einer der grĂ¶ĂŸten Baukonzerne, der verstĂ€rkt im Straßen- und BrĂŒckenbau sowie im Bahnbau tĂ€tig ist.

Eiffage (ISIN: FR0000130452) ist ein französischer Baukonzern mit starkem Umsatz im Verkehrswegebau mit Ingenieur- und Tiefbauleistungen.

Quanta Services (ISIN: US74762E1029) ist ein Anbieter von Infrastrukturlösungen fĂŒr den Energiesektor.

Xylem (ISIN: US98419M1009) ist ein globaler Anbieter von Wasser- und Abwasserlösungen.

HeidelbergCement (ISIN: DE0006047004) ist ein weltweit fĂŒhrender Beton- und Zementproduzent.

Steico (ISIN: DE000A0LR936) ist ein Anbieter von nachhaltigen Holzbaustoffen.

Caterpillar (ISIN: US1491231015) ist ein fĂŒhrender Produzent und Anbieter von BaugerĂ€ten.

Wacker Neuson (ISIN: DE000WACK012) ist ein weltweit tĂ€tiges Unternehmen fĂŒr Baumaschinen.

Einige der oben genannten Aktien zeichnen sich durch eine hohe Dividende aus und sind daher besonders fĂŒr Dividenden- und Value-Investoren interessant. Beispielsweise liegt die erwartete Dividendenrendite von Hochtief (ISIN: DE0006070006) fĂŒr 2022 bei ĂŒber 6% (Stand 02.08.2021).

HOCFF / EUR
Hochtief AG
74,00€
-3,5%

Starke KurszuwĂ€chse sollte man von den ĂŒberwiegend konservativen Bauaktien aufgrund des mĂ€ĂŸigen Wachstums jedoch eher nicht erwarten, sofern keine innovativen Produktneuheiten oder ein ĂŒberraschend hohes Gewinn- und Umsatzwachstum angekĂŒndigt werden.

3. Investieren in das Digitale Bauen und Wohnen

Die Digitalisierung wird im Bereich Bauen und Wohnen immer bedeutender. Aufgrund der wenig fortgeschrittenen Digitalisierung im Bauwesen sehen Experten großes Optimierungspotential. Im Vergleich zu anderen Branchen, wie beispielsweise der industriellen Fertigung, hĂ€ngt die Digitalisierung des Bausektors noch weit zurĂŒck.

Architektin mit Tablet auf der Baustelle

Der geringe Fortschritt der Digitalisierung beim Thema Bauen in Verbindung mit den stetig zunehmenden BemĂŒhungen, diesen RĂŒckstand gegenĂŒber anderen Branchen aufzuholen, birgt fĂŒr Anleger große Chancen.

3.1. BIM: Digitalisierung von Planung, Bau und Betrieb

In der Planung von Bauwerken spielt die Digitalisierung bereits eine vergleichsweise wichtige Rolle. Planer und Architekten arbeiten seit einigen Jahren intensiv mit 2D- und 3D-Zeichenprogrammen und nutzen unterstĂŒtzende Softwareprodukte fĂŒr kalkulatorische oder statische Berechnungen.

Ein Ansatz, mit dem die digitalen Planmodelle auch in den Bauprozess integriert werden sollen, ist das Building Information Modelling (BIM).

Vereinfacht beschrieben, werden mit BIM digitale GebĂ€ude-Zwillinge erstellt, die als ein virtuelles Datenmodell das reale Bauwerk mit allen Einzelheiten abbilden. Durch BIM-Modelle sollen mögliche Konflikte und Kollisionen zwischen Planung und AusfĂŒhrung noch vor der eigentlichen Bauphase festgestellt werden. WĂ€hrend der Bauphase wird das Datenmodell mit Informationen aktualisiert, um es anschließend fĂŒr einen wirtschaftlich optimierten Betrieb des Bauwerks weiterzuverwenden.

Unternehmen, die weitumfassende Produkte im Bereich BIM anbieten, sind zum Beispiel die Bausoftwareanbieter Autodesk (ISIN: US0527691069) und Nemetschek (ISIN: DE0006452907).

ADSK / USD
Autodesk Inc.
$249,68
-1,8%

 

3.2. Mobile Apps fĂŒr digitale Baustellenprozesse

Um Bauwerke aus der Planung in die RealitĂ€t umzusetzen, mĂŒssen auf der Baustelle viele Prozesse koordiniert und miteinander abgestimmt werden. Insbesondere bei grĂ¶ĂŸeren Bauprojekten steigen die Anforderungen, um Material, Personal und GerĂ€te in der erforderlichen Zeit und innerhalb der verfĂŒgbaren Kostenbudgets zielfĂŒhrend einzusetzen.

Um die Projektbeteiligten zu entlasten und die FehleranfĂ€lligkeit zu reduzieren, arbeiten digitale Start-Ups vermehrt an innovativen Lösungen, die zum Teil ĂŒber mobile Apps direkt auf der Baustelle genutzt werden können.

Ein direktes Investment in die Anbieter digitaler Baustellen-Apps ist ĂŒber die Börse grĂ¶ĂŸtenteils nicht möglich. Jedoch können sich Privatinvestoren indirekt an dem Potential der disruptiven, digitalen Baustellenlösungen beteiligen, indem Aktien von Unternehmen gekauft werden, die ĂŒber Kooperationen oder Beteiligungen die Start-Ups unterstĂŒtzen.

Beispiele hierfĂŒr sind die Kooperation zwischen Strabag und SchĂŒttflix, einem Start-Up fĂŒr die digitale Bestellung und Lieferung von SchĂŒttgĂŒtern, oder die Beteiligung von Nemetschek an Reconstruct, einem Softwareanbieter fĂŒr die digitale Überwachung des Baufortschritts.

3.3. Smart Buildings und automatisierte GebĂ€udeausrĂŒstung

Auch im Bereich der GebĂ€udetechnik ist der Nachholbedarf in Sachen Digitalisierung groß. Um smarte GebĂ€ude zu bauen, die durch intelligente Energiesysteme oder mobile Überwachungsmöglichkeiten den Betrieb und die Nutzung erleichtern, mĂŒssen immer mehr Komponenten und GerĂ€te in den Bauwerken verbaut werden.

Anbieter von solchen Modulen dĂŒrften durch diesen Trend zu Smart Buildings nachhaltig von einer hohen Nachfrage in den kommenden Jahren profitieren. Einige Beispiele von börsennotierten Anbietern fĂŒr Smart Building-Technologien sind nachfolgend dargestellt:

AktieNachfrage und BedĂŒrfnisseLeistungen und Lösungen
Alarm.com (ISIN: US0116421050)BedĂŒrfnis nach Sicherheit und Überwachungmobile Überwachung von Wohnungen, BĂŒros und LĂ€den; Alarmanlagen mit Kameras und Sensorik; Schutz vor Hackerangriffen, z.B. ĂŒber ZĂ€hleranlagen oder Internet
Alfen (ISIN: NL0012817175)nachhaltige und effiziente EnergielösungenunabhĂ€ngige Energieversorgung und Energiespeicherung; Ladestationen fĂŒr E-Autos
Schindler (ISIN: CH0024638212)Hygiene in öffentlichen GebĂ€udekontaktlose Bedienung von FahrstĂŒhlen, Reinigung ĂŒber Luftfilter, UV-Desinfektionen

 

DarĂŒber hinaus gibt es viele weitere Beispiele von Unternehmen, deren Produkte fĂŒr smarte Lösungen mit bequemen Anwendungen ĂŒber Smartphone-Apps ein hohes Interesse generieren.

Herausforderung: KompatibilitÀt von Schnittstellen

Die wahrscheinlich grĂ¶ĂŸte Herausforderung im Bereich der Smart Buildings ist aktuell jedoch die mangelhafte KompatibilitĂ€t zwischen GerĂ€ten und Modulen unterschiedlicher Anbieter. Um Schnittstellenprobleme zu reduzieren, haben daher einige große Anbieter die Kooperation „Matter“ initiiert.

An dem neuen, gemeinsamen, offenen IP-basierten Standard beteiligen sich unter anderem die Tech-Giganten Amazon (ISIN: US0231351067), Apple (ISIN: US0378331005) und Google (Unternehmen der Alphabet, ISIN: US02079K3059).

AMZN / USD
Amazon.com Inc.
$3.443,72
-1,8%
AAPL / USD
Apple Inc
$164,77
-0,3%
GOOGL / USD
Alphabet Inc - Class A
$2.821,03
-0,6%

4. Investieren in „Green Building“ und die Kreislaufwirtschaft

Wie in vielen anderen Bereichen spielen auch im Bauwesen die Themen Nachhaltigkeit und Umweltschutz (siehe unser Artikel zu „Nachhaltig Geld anlegen“) eine zunehmend große Bedeutung. Die Bauwirtschaft war zuletzt fĂŒr ĂŒber ein Drittel der weltweiten Treibhausgasemissionen verantwortlich und darf daher nicht ignoriert werden, wenn die Welt von morgen klimaneutral werden soll.

Durch politische Auflagen und einen wachsenden gesellschaftlichen Druck wĂ€chst das Interessen fĂŒr „Green Building“. Die BemĂŒhungen fĂŒr eine funktionierende Kreislaufwirtschaft fĂŒr Baustoffe nehmen spĂŒrbar zu. FĂŒr Anleger bieten sich hierdurch Chancen, vom Trend des nachhaltigen Bauens zu profitieren.

4.1. Holz als nachwachsender Rohstoff

Eine große Bedeutung im Bereich „Green Building“ kommt dem Baustoff Holz zu. Der nachwachsende Rohstoff stellt eine natĂŒrliche Alternative zu konventionellen und vergleichsweise umweltschĂ€dlichen Baustoffen wie zum Beispiel Beton dar.

Die Nachfrage nach Bauholz ist daher in den letzten Jahren stetig gestiegen. Holzbau erfĂ€hrt einen regelrechten Boom. Infolge der großen Beliebtheit werden immer anspruchsvollere und kreativere Bauwerke aus Holz errichtet, sodass mittlerweile auch HochhĂ€user aus Holz gebaut werden.

Arbeiten fĂŒr Holzhaus

Profiteure des Holzbooms im Bauwesen sind beispielsweise der Holzlieferant Universal Forest Products (ISIN: US90278Q1085) und der Forstwirtschaftskonzern Weyerhaueser (ISIN: US9621661043).

UFPI / USD
UFP Industries Inc
$83,70
+0,5%
WY / USD
Weyerhaeuser Co.
$37,64
+0,1%

4.2. Recycling-Beton und Reduzierung von Emissionen

Als besonders umweltschĂ€dlich gilt die Produktion von Beton. Da Beton aufgrund seiner Eigenschaften jedoch nicht vollstĂ€ndig durch natĂŒrlich nachwachsende Baustoffe wie Holz ersetzt werden kann und insbesondere im Infrastrukturbau weiterhin große Bedeutung besitzt, steigt das Interesse an umweltfreundlichen Herstellungsverfahren fĂŒr Beton.

Ein Thema mit zunehmender Bedeutung ist Recycling-Beton. Das Land Baden-WĂŒrttemberg hat fĂŒr öffentliche Bauprojekte die Verwendung Recycling-Beton (RC) mit herkömmlichen Baustoffen gleichgestellt.

Bislang wird die Verwendung von Recycling-Betonen aufgrund von QualitÀtsbedenken in vielen Bauprojekten ausgeschlossen. Von Betonherstellern wird daher untersucht, wie auch frischer Beton möglichst klimafreundlich hergestellt werden kann.

HeidelbergCement (ISIN: DE0006047004) hat sich selbst das Ziel gesetzt, bis 2050 klimaneutralen Beton herzustellen.

HeidelbergCement Strategie CO2-neutraler Beton bis 2050
HeidelbergCement möchte Vorreiter auf dem Weg zur CO2-Nachhaltigkeit werden

Cemex (ISIN: US1512908898) grĂŒndete zuletzt die „Carbon Neutral Alliance“, um die Dekarbonisierung der Zementproduktion ĂŒber AnsĂ€tze der WĂ€rmerĂŒckgewinnung und eine nachhaltige Energieversorgung der eigenen Zementwerke voranzutreiben.

4.3. DĂ€mmstoffe zum Einsparen von Energie

Um den Energieverbrauch von GebÀuden zu senken und somit die Energiebilanz von neuen und alten GebÀuden zu verbessern, wÀchst der Bedarf nach DÀmm- und Isolierstoffen. GebÀude, die im Sommer kalt und im Winter warm bleiben, senken den Energiebedarf durch geringere Nutzung von Heizungs- und Klimaanlagen.

Zur DĂ€mmung der GebĂ€ude werden sowohl innovative Lösungen erforscht, wie zum Beispiel ein DĂ€mmstoff aus GlaskĂŒgelchen, der von drei deutschen Forschern erfunden und durch die 3M-Tochter Dyneon (ISIN: US88579Y1010) finanziell gefördert wird.

Aber auch markterprobte Lösungen fĂŒr GebĂ€udedĂ€mmungen werden zur Erreichung der Klimaziele dringend benötigt. Beispiele hierfĂŒr sind DĂ€mmstoffe aus Polyurethan (PU)-Hartschaumstoffen des Herstellers Covestro (ISIN: DE0006062144) oder Holzverbundsysteme von Steico (ISIN: DE000A0LR936).

5. Fazit: Welches Investment in den Bausektor lohnt sich?

Die Bauwirtschaft bietet aufgrund der sehr guten Auftragslage sowie der beiden Megatrends „Digitalisierung“ und „Nachhaltigkeit“ viele Chancen fĂŒr Investoren. Die hohe Auslastung und die in Zukunft zu erwartenden Modernisierungsmaßnahmen dĂŒrften kurz- bis mittelfristig fĂŒr weiteres Wachstum im Bausektor fĂŒhren.

Da die Baubranche stark zyklisch ist, stellen mögliche konjunkturelle RĂŒcksetzer ein Risiko fĂŒr Bauaktien dar, das nicht unterschĂ€tzt werden sollte. Zudem sollte die Zinspolitik stark im Auge behalten werden, wenn Bauaktien im eigenen Portfolio liegen.

Wer in seinem Investmentportfolio die gesamte Wirtschaft möglichst breit und gut diversifiziert abbilden möchte, kommt – aufgrund des hohen Anteils der Bauwirtschaft an der Gesamtwirtschaft – um ein Investment in die Bauwirtschaft nicht herum.

FĂŒr Investoren, die Dividenden mögen, bieten einige klassische Bauaktien interessante Anlagemöglichkeiten. Wachstumsorientierte Investoren können hingegen auf Unternehmen der Megatrends „Digitales Bauen“ und „Nachhaltiges Bauen“ setzen.

Hi! Ich bin
👋

Ich befasse mich als Autor mit den aktuellen Anlagetrends am Kapitalmarkt. Um strategisch und langfristig erfolgreich Geld anzulegen, analysiere ich - fĂŒr und mit euch - aussichtsreiche Aktien und ETFs in zukunftsorientierten Branchen. Abseits des Finanzmarkts bin ich im Infrastrukturbau tĂ€tig.

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