Altersvorsorgedepot-Vergleich: Wer 2027 startet

- Rentenbonus: TER für ausgewählte ETFs zurück
- 0 € für Depot, Sparpläne, Ein- und Auszahlungen
- Standarddepot ohne ETF-Gebühren bis mind. Ende 2027
Ab 2027 kannst du ein Altersvorsorgedepot eröffnen. Einige Anbieter haben sich schon in Stellung gebracht. Welche Broker dabei sind und worauf du bei der Wahl achten solltest, zeigen wir dir hier im Überblick.
Ein wichtiger Hinweis vorweg: Sechs Anbieter haben ihre Konditionen inzwischen so vollständig veröffentlicht, dass wir sie nach unserem AV-Depot-Testverfahren bewerten konnten: Traders Place, flatex, Smartbroker+, Scalable Capital, Trade Republic und die ING. Die übrigen Anbieter nennen bisher nur Eckdaten. Ihre Bewertung folgt, sobald die Konditionen stehen. Bis zum Start am 1. Januar 2027 können sich Konditionen noch ändern – dann aktualisieren wir den Vergleich.
Wie das Altersvorsorgedepot grundsätzlich funktioniert und wie es sich von der Riester-Rente unterscheidet, liest du in unserem ausführlichen Ratgeber zum Altersvorsorgedepot.
Altersvorsorgedepot-Vergleich: Das Wichtigste in Kürze
- Start 2027: Ein Altersvorsorgedepot kannst du erst ab dem 1. Januar 2027 eröffnen.
- Traders Place liegt vorn: Mit 97,9 % führt Traders Place unsere Bewertung an. Dahinter folgen flatex (96,1 %), Smartbroker+ und Scalable Capital (je 94,3 %), Trade Republic (93,3 %) und die ING (92,2 %).
- Kaum Gebühren: Alle sechs verlangen im Standarddepot weder Depot- noch Sparplangebühren. Fünf von ihnen erstatten zudem die ETF-Kosten ganz oder zeitweise. Achte darauf, wie lange die Erstattung gilt.
- Diese Anbieter sind dabei: Trade Republic, Scalable, ING, comdirect, DKB, Consorsbank, Smartbroker+, finanzen.net Zero, Traders Place, flatex, Deka, Deutsche Bank (DWS), Quirion und Raisin haben sich positioniert.
- Weitere Bewertungen folgen: Die übrigen Anbieter bewerten wir, sobald ihre Konditionen vollständig vorliegen.
Diese Anbieter starten 2027 mit einem Altersvorsorgedepot
Sechs Anbieter haben wir bereits nach unserem AV-Depot-Testverfahren bewertet. In die Gesamtnote fließen Gebühren (40 %), Produkte (30 %), Plattform (12 %), Eröffnung (10 %) und Service (8 %) ein.
| Platz | Anbieter | Gesamtnote |
|---|---|---|
| 1 | Traders Place | 97,9 % |
| 2 | flatex | 96,1 % |
| 3 | Smartbroker+ | 94,3 % |
| 3 | Scalable Capital | 94,3 % |
| 5 | Trade Republic | 93,3 % |
| 6 | ING | 92,2 % |
Altersvorsorgedepot bei Traders Place
Auch Traders Place hat seine Konditionen für das Altersvorsorgedepot vorgestellt. Der Neobroker bietet ab dem 1. Januar 2027 im Standarddepot drei Anlagevarianten an:
- IMI (Investable Market Index): Franklin MSCI All Country IMI Equity UCITS ETF (TER 0,14 %) und Franklin Euro IG Corporate UCITS ETF (TER 0,15 %)
- FTSE: Vanguard FTSE All-World UCITS ETF (TER 0,14 %) und Global Short-Term Bond Index Fund EUR Hedged (TER 0,08 %)
- ESG: Xtrackers MSCI World ESG UCITS ETF (TER 0,20 %) und Xtrackers Eurozone Government Bond 3-5 ETF (TER 0,15 %)
Wichtiger Hinweis: Wir haben uns den Franklin MSCI All Country IMI Equity ETF näher angeschaut und dabei festgestellt, dass dieser aktuell noch nicht am Markt verfügbar ist. Allem Anschein nach wird dieser speziell zum Start des AV-Depots lanciert.
Im Standarddepot zahlst du weder Depot- noch Sparplan- oder Ordergebühren. Die TER erstattet Traders Place bis mindestens Ende 2028 bis zu einem Anlagevolumen von 20.000 €. Im flexiblen Depot für Selbstentscheider wählst du aus mehreren hundert ETFs und aktiv gemanagten Fonds. Depot und Sparpläne sind auch hier kostenlos, ebenso Einzelorders ab 500 €. Orders unter 500 € kosten 0,95 € je Transaktion. In unserer Bewertung kommt Traders Place auf 97,9 % und landet damit auf Platz 1.
- 40 Handelsplätze
- Rund 3.000 ETF kostenlos handelbar
- Kostenloser Handel ab 500 € Ordervolumen (gettex)
Altersvorsorgedepot bei flatex
flatex zählt zu den aktivsten Anbietern und hat mit dem „Standarddepot Core" schon konkrete Konditionen genannt: In den ersten fünf Jahren erstattet flatex die Produktkosten komplett, danach liegen sie bei maximal 0,07 % p.a. – dazu 0 € Depotgebühr und 0 € Orderprovision. Für alle, die selbst wählen wollen, sind ein breiter gestreutes „Standarddepot Plus" und das freie „Altersvorsorgedepot Flex" geplant, deren Preise flatex noch bekannt gibt. In unserer Bewertung liegt flatex mit 96,1 % auf Platz 2.
- Große Auswahl an Handelsinstrumenten
- Auch für Trader geeignet
- Große Auswahl an kostenlosen ETF-Sparplänen
- Auch für Firmen und Vereine geeignet
Altersvorsorgedepot bei Smartbroker+
Smartbroker+ ist beim Altersvorsorgedepot einer der aktivsten Anbieter. Der Neobroker beantwortet auf seiner Website und in einem Newsletter die wichtigsten Fragen rund um das Vorsorgedepot. Am 08.09. hat Smartbroker+ die Konditionen für das Standarddepot veröffentlicht, das die ersten drei Jahre kostenlos ist. Anschließend bleibt das Standarddepot für aktive Nutzer des Hauptdepots weiterhin kostenlos. In unserer Bewertung erreicht Smartbroker+ 94,3 % und teilt sich den dritten Platz mit Scalable Capital.
- Keine Depotgebühren
- Große Auswahl an Handelsplätzen
- Umfangreiches Angebot an Wertpapieren
Altersvorsorgedepot bei Scalable Capital
Scalable Capital ist der erste Anbieter, der konkrete Konditionen fürs Altersvorsorgedepot nennt. Am 9. Oktober hat der Broker zusätzlich sein Depot für Selbstentscheider vorgestellt. Start ist offiziell am 1. Januar 2027, eine unverbindliche Voranmeldung ist schon jetzt möglich.
- Selbstentscheider-Depot: freie Wahl aus Aktien-, Anleihen- und Rohstoff-ETFs, Private Markets (ELTIF) und Fonds. Sparpläne sind gebührenfrei, der Handel kostet 0,99 € (FREE) bzw. 0 € (PRIME+).
- Rentenbonus: Die ETF-Kosten (TER) des Scalable Welt-ETF und vieler ETFs von BlackRock, DWS und Vanguard schreibt Scalable gut und reinvestiert sie. Der Bonus gilt schon jetzt für Käufe und Sparpläne im Broker-Depot. Die bis Jahresende anfallende ETF-Gebühr wird dann dem Altersvorsorgedepot gutgeschrieben.
- Standarddepot: bleibt gebührenfrei, die ETF-Gebühren (TER) entfallen bis mindestens 31. Dezember 2027.
In unserer Bewertung erreicht Scalable 94,3 % und liegt damit gleichauf mit Smartbroker+ auf Platz 3. Alle Details findest du im Scalable Altersvorsorgedepot Test.
- 4.500 Aktiensparpläne und über 2.700 ETFs
- Tool für Portfolio-Analyse
- Nur 0,99 € Ordergebühr (FREE-Modell)
- Kostenlose Sparpläne ab 1 € möglich.
Trade Republic Altersvorsorgedepot
Trade Republic hat am 13. Oktober seine Konditionen vorgestellt und startet zum Nulltarif: Im Standarddepot und im frei gestaltbaren Depot fallen keine Depot- und Ausführungskosten an. Bei mehreren Dutzend ausgewählten ETFs von BlackRock, DWS und Vanguard erstattet der Neobroker zudem monatlich die laufenden Produktkosten (TER) und legt sie wieder an. Ein Enddatum nennt Trade Republic nicht, vertraglich garantiert ist die Erstattung aber auch nicht. In unserer Bewertung kommt Trade Republic auf 93,3 % und belegt damit Platz 5.
- Kostenlose Depotführung
- Kostenlose Sparpläne
- Niedrige Ordergebühren
Altersvorsorgedepot bei der ING
Die ING hat ihre Konditionen veröffentlicht und startet 2027 mit zwei Depotvarianten:
- Altersvorsorge-Depot Relax: Im Standarddepot gibt es zwei vorausgewählte ETFs. Die Gewichtung kannst du jederzeit anpassen. Mit laufenden Produktkosten von 0,2 % pro Jahr zzgl. Transaktionskosten liegt das Relax-Depot deutlich unter dem gesetzlichen Kostendeckel von 1 %. Vor Beginn der Auszahlphase wird automatisch ein Teil in einen Anleihen-ETF umgeschichtet.
- Altersvorsorge-Depot Aktiv: Selbstentscheidern stehen über 1.000 ETFs und Fonds zur Auswahl. Die laufenden Produktkosten beginnen ab 0,03 % pro Jahr zzgl. Transaktionskosten.
In beiden Varianten zahlst du weder Depot- noch Sparplangebühren. Auch Umschichtungen und Einmalzahlungen bleiben kostenlos – ebenso ein Anbieterwechsel. Mit 92,2 % landet die ING auf Platz 6 im Ranking der AV-Depots.
- Kostenlose ETF-Sparpläne
- Zahlreiche Börsen und Handelsplätze
- Wiederanlage von Ausschüttungen möglich
Altersvorsorgedepot bei comdirect
Comdirect will das Altersvorsorgedepot anbieten und kann dabei auf langjährige Erfahrung im Wertpapiergeschäft zurückgreifen. Die Direktbank ist eine Marke der Commerzbank und betreut Millionen Depots. Auf der eigenen Seite kündigt die Comdirect drei Modelle an:
- Standard-Altersvorsorgedepot (vorausgewählte Lösungen)
- Allgemeines Altersvorsorgedepot (Selbstentscheider)
- Frühstartrente (für Kinder und Jugendliche)
- Hervorragendes Wertpapierdepot
- Große Auswahl an Handelsplätzen & Börsen
- Faire Gebühren für erfahrene Anleger
Altersvorsorgedepot bei der DKB
Die DKB bereitet ein Altersvorsorgedepot vor und gehört zu den etablierten Direktbanken im Land. Über eine eigene Produktseite und einen Newsletter informiert die DKB vorab über die wichtigsten Inhalte.
- Große Auswahl an Wertpapieren
- Viele kostenlose ETF-Sparpläne
- Zahlreiche Börsen und Handelsplätze
Altersvorsorgedepot bei der Consorsbank
Die Consorsbank hat für das Altersvorsorgedepot bereits eine eigene Produktseite veröffentlicht und nennt dort sowohl ein freies Depot als auch ein Standarddepot. Als eine der führenden Direktbanken mit jahrzehntelanger Erfahrung im Wertpapiergeschäft ist auch die Consorsbank bestens positioniert.
- Kostenlose Depotführung
- Zahlreiche Aktien und ETF im Sparplan
- Riesige Auswahl an Auslandsbörsen
Altersvorsorgedepot bei finanzen.net Zero
Auch der Neobroker finanzen.net Zero will ein Altersvorsorgedepot anbieten und wirbt bereits auf seiner Website dafür. Die wichtigsten Informationen und eine Übersicht zu verschiedenen Vorsorgemodellen findest du auf der Website von finanzen.net Zero.
- Große Auswahl an Aktien, ETF, Fonds & Derivaten
- Echte Kryptowährungen handelbar
- Gebührenfreier Handel ab 500 €
Altersvorsorgedepot bei quirion
Auch der Robo Advisor quirion hat inzwischen sein Standarddepot vorgestellt. Hier zahlen Anleger für das reine Depot gar nichts. Zudem gibt es zwei ETFs, in die investiert wird:
- Vanguard FTSE Global All Cap (ISIN: OE000VAHT5T0)
- Vanguard Global Aggregate Bond UCITS ETF (Acc) EUR-Hedged (ISIN: IE00BG47KH54)
Altersvorsorgedepot bei der Deutschen Bank (DWS)
Die Deutsche Bank hat ihre Konditionen veröffentlicht und setzt dabei auf die Fondstochter DWS. Zum Start am 1. Januar 2027 gibt es ein rein digitales Standarddepot: In den ersten zwei Jahren verzichtet die DWS auf die reguläre Vertragsgebühr von 0,18 % pro Jahr, sodass laut Bank nur die ETF-Kosten anfallen. Danach liegt das reguläre Entgelt bei 0,28 % pro Jahr.
Mögliche Transaktionskosten kommen obendrauf. Wer Beratung möchte, soll später ein erweitertes Depot für 0,99 % pro Jahr bekommen. Der Startvorteil ist befristet – ab dem dritten Jahr zahlst du spürbar mehr.
Altersvorsorgedepot bei der Deka
Die Deka, das Wertpapierhaus der Sparkassen, hat ihre Konditionen bereits veröffentlicht und setzt mit 0,1 % pro Jahr eine Preismarke für das Standarddepot. Die Kosten entfallen laut Deka ausschließlich auf die zugrunde liegenden ETFs, Depotführung und Zulagenverwaltung sind kostenlos.
Investiert wird in einen weltweit anlegenden Aktien-ETF und einen europäischen Renten-ETF. Wer aktiv gemanagte Fonds möchte, zahlt im Individualdepot je nach Laufzeit 1,0 bis 1,5 % pro Jahr. Erhältlich ist das Depot über die Sparkassen, und die Konditionen stehen noch unter dem Vorbehalt der BaFin-Genehmigung, die im November erwartet wird.
Worauf du beim Anbietervergleich achten solltest
Die gesetzlichen Regeln sind bei allen gleich – den Unterschied machen letztlich die Kosten und die Produktauswahl. Achte daher auf die folgenden Punkte:
- Kosten: Depot- und Sparplangebühren machen über Jahrzehnte einen Unterschied von mehreren tausend Euro. Schon 0,2 % Unterschied summieren sich enorm. Wie stark sich die Kosten auf dein Endvermögen auswirken, kannst du im Altersvorsorgedepot-Rechner direkt durchspielen.
- ETF- und Fondsauswahl: Wie breit ist das Handelsangebot, und ist dein Wunsch-ETF dabei? Für Selbstentscheider ist das ein sehr wichtiges Kriterium.
- Standardprodukt oder freie Wahl: Bietet der Anbieter beide Varianten – die standardisierte Lösung und das individuelle Depot?
- Riester-Übertrag: Hast du einen Altvertrag und überlegst, diesen zu übertragen? Hier ist es entscheidend, ob der neue Anbieter einen Wechsel ermöglicht, und falls ja, zu welchen Konditionen.
💡 Der wichtigste Tipp bis zum Marktstart: Schau bei Gratis-Angeboten genau hin, wie lange sie gelten. Manche Anbieter erstatten die ETF-Kosten nur für einige Jahre, andere ohne Enddatum, aber auch ohne vertragliche Garantie. Und lass dich von Vormerk-Aktionen nicht zu einer vorschnellen Wahl drängen.
Kannst du jetzt schon ein Altersvorsorgedepot eröffnen?
Eröffnen kannst du ein Altersvorsorgedepot erst ab dem 1. Januar 2027. Vorher sind keine Einzahlungen im Rahmen der staatlichen Förderung möglich. Privat vorsorgen (ohne Förderung) kannst du natürlich jederzeit und so viel du willst mit einem regulären Wertpapierdepot.
Einige Anbieter bieten aber schon jetzt eine unverbindliche Vormerkung an. Theoretisch kannst du auch vorab schon ein reguläres Depot bei einem der Anbieter eröffnen, allerdings ohne zu wissen, wie die finalen Konditionen ausfallen.
Unser Rat: Beschäftige dich unabhängig von der Altersvorsorgereform mit deiner potenziellen Rentenlücke und dem langfristigen Vermögensaufbau mit günstigen ETF-Sparplänen. Das Thema ist relevanter denn je – schließlich ist die gesetzliche Rente in den meisten Fällen nur eine Basisvorsorge.
Häufige Fragen
Welcher Anbieter bietet das beste Altersvorsorgedepot?
Nach aktuellem Stand Traders Place: Mit 97,9 % führt Traders Place unsere Bewertung vor flatex (96,1 %) an. Bewertet haben wir bisher nur Anbieter mit vollständig veröffentlichten Konditionen.
Was kostet ein Altersvorsorgedepot?
Bei den günstigsten Anbietern nichts: Traders Place, flatex, Smartbroker+, Scalable Capital und Trade Republic verlangen im Standarddepot keine Depot- und Sparplangebühren und erstatten die ETF-Kosten ganz oder zeitweise. Gesetzlich sind die Effektivkosten des Standardprodukts auf 1,0 % pro Jahr gedeckelt.
Ab wann kann ich ein Altersvorsorgedepot eröffnen?
Ab dem 1. Januar 2027. Einige Anbieter ermöglichen schon vorher eine unverbindliche Vormerkung.
Unsere Inhalte spiegeln nur die Meinungen und Erwartungen der Autoren wider und stellen somit keine Empfehlung zum Kaufen, Halten oder Verkaufen der genannten Wertpapiere dar.
Als Anleger*in trägst Du die volle Verantwortung für Deine Investitionsentscheidungen.
Die Autoren können in einige der beschriebenen Assets investiert sein und somit ein Interesse an deren Kursentwicklung haben.
