Junges Paar informiert sich über Altersvorsorgedepots
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Unser Testverfahren für Altersvorsorgedepots

Lesezeit 11 min.

Dennis Groß
Redakteur
Lektoriert vonSebastian Rau
Überprüft durchRune Fauck
Sieh dir an, wie wir bei €uro-Finanzwissen arbeiten

Seit September 2026 veröffentlichen die ersten Banken und Broker ihre Konditionen für das Altersvorsorgedepot. Und die Unterschiede sind größer, als der gesetzliche Rahmen vermuten lässt. Damit du die Angebote fair vergleichen kannst, haben wir ein eigenes Testverfahren entwickelt: 30 Kriterien in fünf Kategorien, maximal 121 Punkte. Bewertet wird jeweils das Standarddepot des Anbieters.

Die Grundlage bildet unser Testverfahren für Depots. Allerdings funktioniert ein Altersvorsorgedepot anders als ein normales Wertpapierdepot: Du tradest dort nicht, sondern sparst über Jahrzehnte in wenige vorgegebene Fonds. Deshalb zählen hier andere Dinge. Was das Altersvorsorgedepot grundsätzlich ausmacht, erklären wir in unserem Ratgeber zum Altersvorsorgedepot.

Das Wichtigste in Kürze

  • Wir bewerten das Standarddepot jedes Anbieters anhand von 30 Kriterien mit maximal 121 Punkten.
  • Gebühren (40 %) und Produkte (30 %) machen zusammen 70 % der Gesamtnote aus.
  • Die Kosten ab dem zweiten Jahr wiegen dreimal so schwer wie die Kosten im ersten Jahr. Gratis-Aktionen bringen also nur wenig.
  • Anders als im Depot-Test gilt eine Gewichtung für alle Anbietertypen, egal ob Neobroker, Direktbank oder Fondsgesellschaft.
  • Förderabwicklung und Auszahlphase fließen noch nicht ein, weil die Anbieter dazu bislang kaum Details veröffentlicht haben.

So testen wir Altersvorsorgedepots: fünf Kategorien, ein Maßstab

Im Rahmen unserer Bewertung untersuchen wir die Altersvorsorgedepots in den folgenden Kategorien:

  • Gebühren: Wir rechnen alle laufenden Kosten in einen Prozentwert pro Jahr um und prüfen zusätzlich Sparplan-, Order-, Umschichtungs- und Wechselkosten.
  • Produkte: Hier geht es um die Fonds im Standarddepot. Wie breit streut der Aktienbaustein, investiert er passiv und wie ist das Lebenszyklusmodell aufgebaut?
  • Eröffnung: Wir prüfen, ob du das Depot vollständig digital eröffnen kannst und ob Kosten- und Produktinfos vorab frei zugänglich sind.
  • Plattform: Mindestsparrate, Intervalle, Zuzahlungen, Pausen und Dynamisierung entscheiden, wie gut das Depot zu deinem Leben passt.
  • Service: Neben den Kontaktkanälen bewerten wir, wie gut dich der Anbieter über Förderung und Standarddepot informiert.

Warum ausgerechnet das Standarddepot? Das liegt schlicht und ergreifend daran, dass du es laut Bundesfinanzministerium bei jedem Anbieter geförderter Altersvorsorgeprodukte abschließen kannst. Es richtet sich an Sparer ohne Kapitalmarkterfahrung und ist das einzige Produkt, bei dem die Angebote wirklich vergleichbar sind. Ob ein Anbieter zusätzlich ein freies Selbstentscheider-Depot führt, bewerten wir unter Produkte. Dessen Fondsauswahl fließt dagegen bewusst nicht in die Note ein.

Im Depot-Test gewichten wir Neobroker und klassische Depotbanken unterschiedlich. Beim Altersvorsorgedepot haben wir uns dagegen entschieden. Das Produkt ist gesetzlich reguliert, verfolgt bei jedem Anbieter denselben Zweck und spricht dieselbe Zielgruppe an. Eine Fondsgesellschaft soll hier nicht mit niedrigeren Ansprüchen an die Kosten davonkommen, nur weil sie eine Fondsgesellschaft ist. Die Gewichtung sieht deshalb für alle Anbieter so aus:

Innerhalb jeder Kategorie teilen wir die erreichten durch die möglichen Punkte. Aus den fünf Teilergebnissen bilden wir anschließend den gewichteten Mittelwert. Das ist die Gesamtnote, die du in unseren Testberichten und im Vergleich siehst. Über die folgenden Sprungmarken gelangst du direkt zu den Kategorien:

Möchtest du direkt sehen, wie die einzelnen Anbieter abschneiden?

Gebühren: Was dich das Altersvorsorgedepot wirklich kostet

Über 30 oder 40 Jahre entscheiden die Kosten stärker über dein Endvermögen als fast jede andere Stellschraube. Mit 51 von 121 Punkten und 40 % Gewicht ist die Gebührenkategorie deshalb die wichtigste im ganzen Test.

Laufende Kosten: erstes Jahr und Folgejahr

Viele Anbieter werben aktuell mit Gratisphasen. Damit diese Aktionen das Ergebnis nicht verzerren, trennen wir zwei Werte: die Kosten im ersten Jahr inklusive aller befristeten Aktionen und die Kosten im Folgejahr zum regulären Dauerpreis. In beide Werte rechnen wir Depotgebühren, Servicepauschalen und die laufenden Fondskosten (TER) des Standarddepots ein. Feste Euro-Gebühren rechnen wir dafür auf ein Beispieldepot von 10.000 € in einen Prozentwert um.

Das Folgejahr bringt 24 Punkte, das erste Jahr nur 8. Diese Dreifach-Gewichtung ist Absicht. Ein Gratisjahr spart dir bei einem frisch eröffneten Depot ein paar Euro, der Dauerpreis begleitet dich dagegen bis zur Rente.

Aufschlüsselung der Bewertungsskala für laufende Kosten

KriteriumMaximale PunkteMinimale Punkte
Kosten im Folgejahr24 Punkte bis 0,10 % p. a.0 Punkte ab 1,50 % p. a.
Kosten im ersten Jahr8 Punkte bei 0,00 % p. a.0 Punkte ab 1,50 % p. a.
Sparplangebühr8 Punkte bei 0,00 % der Sparrate0 Punkte ab 2,00 % der Sparrate

Zwischen den Ankerwerten interpolieren wir linear. Kostet ein Standarddepot ab dem zweiten Jahr zum Beispiel 0,15 % pro Jahr, landet es bei 23,1 von 24 Punkten. Bei 0,42 % sind es nur noch 18,5 Punkte.

Zur Einordnung: Für Standarddepots gilt ein gesetzlicher Kostendeckel von 1,0 % Effektivkosten pro Jahr. Ein Anbieter, der diesen Rahmen voll ausschöpft, holt bei uns im Folgejahr gerade einmal rund 8,6 von 24 Punkten. Erlaubt heißt eben nicht automatisch günstig. Was ein paar Zehntelprozentpunkte über die Jahre ausmachen, kannst du mit unserem Altersvorsorgedepot-Rechner selbst durchspielen.

Die Sparplangebühr liegt bei fast allen Anbietern bei 0 %. Wir haben sie trotzdem im Framework gelassen: Erhebt ein Anbieter einen Ausgabeaufschlag auf jede Sparrate, schlägt das hier direkt durch.

Order-, Umschichtungs- und Wechselkosten

Neben dem Sparplan zahlst du oft auch einmalig etwas ein, etwa deine Steuererstattung oder einen Bonus. Deshalb prüfen wir, was eine Zuzahlung von 1.000 € kostet und ob für kleine Orders ein Mindermengenzuschlag fällig wird. Letzteren messen wir bei einer Order über 250 €.

Spannend wird es beim Rebalancing. Im Standarddepot schichtet der Anbieter mit zunehmendem Alter vom Aktien- in den sicheren Baustein um. Steuern fallen dabei innerhalb des Altersvorsorgedepots nicht an, Ordergebühren unter Umständen schon. Wir rechnen das auf einen Verkauf und einen Kauf über je 1.000 € um.

Aufschlüsselung der Bewertungsskala für Order- und Wechselkosten

KriteriumMaximale PunkteMinimale Punkte
Ordergebühr Zuzahlung 1.000 €3 Punkte bei 0,00 €0 Punkte ab 10,00 €
Order unter 500 € inkl. Mindermengenzuschlag2 Punkte bei 0,00 €0 Punkte ab 2,50 €
Rebalancing- und Umschichtungskosten4 Punkte bei 0,00 €0 Punkte ab 10,00 €
Wechselkosten als abgebender Anbieter1 Punkt bei 0,00 €0 Punkte ab 150,00 €
Wechselkosten als aufnehmender Anbieter1 Punkt bei 0,00 €0 Punkte ab 150,00 €

Bisher nennt kaum ein Anbieter seine Wechselkosten. Steht hier „noch offen“, nehmen wir die beiden Kriterien vorerst komplett aus der Wertung, statt den Anbieter mit 0 Punkten zu bestrafen. Die Kategorie rechnet dann mit den übrigen Punkten.

Insgesamt sind in der Gebührenkategorie 51 Punkte möglich. Sie fließt mit 40 % in die Gesamtnote ein.

Produkte: Was in deinem Standarddepot steckt

Die niedrigste Gebühr nützt dir wenig, wenn dein Geld in einem schlecht gestreuten Fonds landet. Im Standarddepot wählst du die Fonds nicht selbst aus. Umso genauer schauen wir hin, was dir der Anbieter vorsetzt.

Diversifikation und Anlagestil

Den größten Einzelposten bildet mit 12 Punkten der Welt-Aktienbaustein. Die volle Punktzahl gibt es nur für Indizes, die neben Industrie- und Schwellenländern auch kleine Unternehmen abdecken, also den MSCI ACWI IMI oder den FTSE Global All Cap. FTSE All-World und MSCI ACWI bringen 8 Punkte, ein reiner MSCI World ohne Schwellenländer nur noch 4. Der MSCI World ist kein schlechter Index. Für ein Produkt, das du 40 Jahre lang besparen sollst, streut er uns aber zu eng.

Beim Anlagestil unterscheiden wir nicht zwischen ETF und Fonds, sondern zwischen passiv und aktiv. Das klingt nach einem Detail, ist aber keins, denn mehrere Anbieter setzen inzwischen auf aktiv gemanagte ETFs. Passive Bausteine bekommen 7 Punkte, teilweise aktive 3,5 Punkte, rein aktive gehen leer aus.

Ergänzend messen wir die Tracking Difference der vorgegebenen ETFs, also wie weit der Fonds nach Abzug der TER hinter seinem Index zurückbleibt. Dafür brauchen wir mindestens drei Jahre Historie. Viele Fonds in den Standarddepots sind brandneu. Dann ist der Wert nicht ermittelbar und fällt aus der Wertung.

Modellangebot, Lebenszyklus und Sicherheitsbaustein

Führt ein Anbieter neben dem Standarddepot auch ein Selbstentscheider-Depot, gibt es die vollen 8 Punkte. Wer nur eine der beiden Varianten anbietet, bekommt 4 Punkte. Die Deka zum Beispiel hat bislang kein freies Depot im Programm.

Beim Lebenszyklusmodell belohnen wir Flexibilität. Kannst du die automatische Umschichtung komplett abwählen, gibt es 4 Punkte. Eine anpassbare Aktienquote bringt 2,5 Punkte, ein starr vorgegebener Ablauf 1 Punkt. Beim defensiven Baustein ziehen wir Anleihen, also Euro-Staatsanleihen oder global gestreute, währungsgesicherte Anleihen, einem Geldmarktfonds vor.

Aufschlüsselung der Bewertungsskala für die Produkte

KriteriumMaximale PunkteMinimale Punkte
Diversifikation Welt-Aktienbaustein12 Punkte für MSCI ACWI IMI oder FTSE Global All Cap0 Punkte ohne globalen Aktienbaustein
Passiv vs. aktiv7 Punkte bei passiven Bausteinen0 Punkte bei aktivem Management
Tracking Difference5 Punkte bei 0,00 Prozentpunkten oder besser0 Punkte ab 0,30 Prozentpunkten
Modellangebot8 Punkte für Standard- und Selbstentscheider-Depot4 Punkte bei nur einer Variante
Lebenszyklus / Ablaufmanagement4 Punkte, wenn komplett abwählbar1 Punkt bei starrer Vorgabe
Defensiver Baustein3 Punkte für Anleihen0 Punkte ohne defensiven Baustein

💡 Vor dem Förderstart veröffentlichen nicht alle Anbieter die genaue Zusammensetzung ihres Standarddepots. Fehlen die Angaben, unterstellen wir ein diversifiziertes Minimum: einen MSCI World als Aktienbaustein, einen starren Lebenszyklus und einen Geldmarktfonds als Sicherheitsbaustein. Diese Annahmen kennzeichnen wir im jeweiligen Test. Sobald der Anbieter nachliefert, rechnen wir neu.

Insgesamt gibt es in diesem Kapitel 39 Punkte. Die Produktkategorie fließt mit 30 % in die Gesamtnote ein.

Eröffnung: Wie schnell du startklar bist

Ein Altersvorsorgedepot eröffnest du im Idealfall einmal und dann nie wieder. Trotzdem zeigt der Eröffnungsprozess schnell, wie ernst es ein Anbieter mit seinem digitalen Angebot meint. Wir prüfen, ob die Eröffnung ohne Medienbruch klappt, welche Legitimationsverfahren zur Wahl stehen und ob du Preisverzeichnis und Produktinformationsblatt schon vor dem Abschluss frei einsehen kannst.

Aufschlüsselung der Bewertungsskala für die Eröffnung

KriteriumMaximale PunkteMinimale Punkte
Eröffnungsweg4 Punkte, wenn vollständig digital0 Punkte bei Papier oder Filiale
Legitimation3 Punkte bei mehreren digitalen Verfahren0 Punkte bei Postident oder Filiale
Kosten- und Produktinfos vor Abschluss2 Punkte, wenn frei online abrufbar0 Punkte, wenn nicht auffindbar

Gerade der letzte Punkt ist uns wichtig. Zeigt ein Anbieter seine Kosten erst nach der Registrierung, macht er dir den Vergleich unnötig schwer. Insgesamt gibt es hier 9 Punkte, die mit 10 % in die Gesamtnote einfließen.

Plattform: Wie flexibel du sparen kannst

Dein Leben verläuft selten so geradlinig wie ein Sparplan. Mal kommt ein Kind dazu, mal fällt das Gehalt für ein paar Monate weg. Deshalb bewerten wir, wie gut sich das Altersvorsorgedepot an solche Phasen anpassen lässt.

Bei der Mindestsparrate gibt es die vollen Punkte bis 10 € im Monat, ab 50 € gibt es keine Punkte mehr. Zuzahlungen sollten jederzeit und ohne Mindestbetrag möglich sein, die Sparrate solltest du kostenlos ändern oder pausieren können. Die Dynamisierung, also eine automatische Erhöhung der Sparrate, bietet bislang nicht jeder Anbieter an. Bei flatex etwa fehlt sie.

Aufschlüsselung der Bewertungsskala für die Plattform

KriteriumMaximale PunkteMinimale Punkte
Verwaltung per App und Web3 Punkte für App und Web0 Punkte ohne digitale Verwaltung
Mindestsparrate2 Punkte bis 10,00 €0 Punkte ab 50,00 €
Ausführungsintervalle1 Punkt bei mindestens drei Intervallen0 Punkte bei nur einem Intervall
Zuzahlungen / Einmalbeiträge2 Punkte, wenn jederzeit ohne Mindestbetrag0 Punkte, wenn nicht möglich
Sparrate ändern / pausieren2 Punkte, wenn jederzeit kostenlos0 Punkte, wenn nicht möglich
Dynamisierung1 Punkt, wenn vorhanden0 Punkte bei Fehlen
Reporting1 Punkt bei Darstellung der Wertentwicklung0 Punkte ohne Reporting

Insgesamt sind 12 Punkte möglich. Die Plattform zählt mit 12 % zur Gesamtnote.

Service: Erreichbarkeit und Aufklärung

Die Qualität eines einzelnen Service-Gesprächs lässt sich kaum objektiv messen. Wir bewerten deshalb, welche Kanäle dir offenstehen und wie lange der Anbieter erreichbar ist. Ein Chat zählt doppelt, weil du dort in der Regel am schnellsten eine Antwort bekommst.

Ein Kriterium haben wir eigens für das Altersvorsorgedepot ergänzt: das Informationsangebot. Die Förderung mit Grundzulage, Kinderzulage und Sonderausgabenabzug ist nicht gerade selbsterklärend. Anbieter, die das mit einer eigenen FAQ und einem Förderrechner erklären, bekommen 3 Punkte. Reine Basisinfos bringen 1,5 Punkte.

Aufschlüsselung der Bewertungsskala für den Service

KriteriumMaximale PunkteMinimale Punkte
Telefon1 Punkt, wenn vorhanden0 Punkte bei Fehlen
Chat2 Punkte, wenn vorhanden0 Punkte bei Fehlen
E-Mail / Kontaktformular1 Punkt, wenn vorhanden0 Punkte bei Fehlen
Servicezeiten2 Punkte bei mindestens 8 Stunden täglich1 Punkt bei geringerer Erreichbarkeit
Informationsangebot zum AV-Depot3 Punkte für eigene FAQ und Förderrechner0 Punkte ohne eigene Informationen
Persönliche Beratung / Rückruf1 Punkt, wenn vorhanden0 Punkte bei Fehlen

Insgesamt gibt es 10 Punkte, die mit 8 % in die Gesamtnote einfließen.

Was wir noch nicht bewerten und wie wir mit Lücken umgehen

Das Altersvorsorgedepot startet erst 2027, viele Details stehen noch nicht fest. Unser Testverfahren ist deshalb nicht in Stein gemeißelt. Zwei Bereiche fehlen bewusst:

  • Förderung und Abwicklung: Wie automatisch ein Anbieter deine Zulagen beantragt und wie übersichtlich er Eigenbeiträge und Förderung darstellt, können wir erst nach dem Start prüfen.
  • Auszahlphase: Zu Auszahlplänen, Teilentnahmen und dem Übergang in eine Leibrente gibt es bislang kaum Konditionen.

Sobald belastbare Daten vorliegen, nehmen wir beide Bereiche auf und passen die Gewichtung an. Bis dahin gelten zwei Regeln für fehlende Werte:

  • Noch offen: Hat ein Anbieter eine Angabe noch nicht veröffentlicht, zählt das Kriterium mit 0 Punkten. Einzige Ausnahme sind die Wechselkosten.
  • Nicht ermittelbar: Lässt sich ein Wert objektiv noch nicht messen, etwa die Tracking Difference eines neuen Fonds, fällt das Kriterium aus der Wertung. Die Kategorie rechnet dann nur mit den übrigen Punkten.

Die erste Regel ist bewusst streng. Wer seine Konditionen kurz vor dem Start noch nicht offenlegt, rutscht in unserer Bewertung nach unten. Trade Republic zum Beispiel hat Stand Mitte Oktober 2026 noch gar kein Standarddepot angekündigt. Sobald die Daten auf dem Tisch liegen, aktualisieren wir die Bewertungen.

Unterm Strich belohnt unser Testverfahren vor allem zwei Dinge: einen niedrigen Dauerpreis und ein breit gestreutes, passives Standarddepot. Als ich die ersten zwölf Anbieter durchgerechnet habe, hat sich das Feld genau an diesen beiden Stellen sortiert. Service und Plattform entscheiden am Ende eher zwischen einem guten und einem sehr guten Ergebnis. Fehlt dir ein Kriterium, schreib uns gerne. Wir erweitern das Framework.

Häufige Fragen zu unserem AV-Depot-Test

Warum bewertet ihr nur das Standarddepot?

Das Standarddepot ist bei allen Anbietern nach denselben gesetzlichen Vorgaben aufgebaut und damit direkt vergleichbar. Freie Depots unterscheiden sich dagegen so stark, dass eine einheitliche Note wenig aussagen würde. Ob es ein Selbstentscheider-Depot gibt, fließt trotzdem unter Produkte in die Bewertung ein.

Warum zählen Gratis-Aktionen so wenig?

Ein Altersvorsorgedepot besparst du über Jahrzehnte. Eine befristete Gratisphase wirkt sich auf dein Endvermögen kaum aus, der dauerhafte Preis dagegen massiv. Deshalb gewichten wir die Kosten im Folgejahr dreimal so stark wie die Kosten im ersten Jahr.

Wie aktuell sind die Bewertungen?

Wir aktualisieren die Bewertungen, sobald Anbieter neue Konditionen veröffentlichen oder bestehende ändern. Gerade bis zum Start 2027 kann sich die Reihenfolge deshalb noch verschieben.

Ist das Testergebnis eine Anlageempfehlung?

Nein. Unser Testverfahren zeigt, wie gut ein Standarddepot nach unseren Kriterien abschneidet. Welches Produkt zu dir passt, hängt von deiner Situation ab. Unsere Inhalte stellen keine Empfehlung zum Kaufen, Halten oder Verkaufen dar.

Unsere Inhalte spiegeln nur die Meinungen und Erwartungen der Autoren wider und stellen somit keine Empfehlung zum Kaufen, Halten oder Verkaufen der genannten Wertpapiere dar.

Als Anleger*in trägst Du die volle Verantwortung für Deine Investitionsentscheidungen.

Die Autoren können in einige der beschriebenen Assets investiert sein und somit ein Interesse an deren Kursentwicklung haben.

Dennis Groß
Dennis Groß
Redakteur
Über den Autor
Ich bin gelernter Bankkaufmann und leidenschaftlicher Privatinvestor. Meine ersten Aktien habe ich im Alter von 14 gekauft und dabei die Börse kennengelernt. Seitdem beschäftige ich mich intensiv mit dem Geschehen an den Finanzmärkten und den unterschiedlichen Anlageklassen. Getreu dem Motto "man lernt nie aus" möchte ich mir ständig neues Wissen aneignen und so viel wie möglich an andere weitergeben.

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