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ING startet Altersvorsorgedepot: keine Gebühren – aber auch keine Gratis-ETFs

Lesezeit 3 min.

Lektoriert vonSebastian Rau
Überprüft durchDennis Groß
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Jetzt ist auch die ING im Rennen: Ab 2027 bietet Deutschlands größte Direktbank ein Altersvorsorgedepot ohne Depot-, Order- und Wechselgebühren an. Anders als Trade Republic oder Scalable Capital erstattet sie die ETF-Kosten aber nicht. Wir zeigen, was das Angebot taugt.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die ING startet ihr Altersvorsorgedepot ab Anfang 2027 in zwei Varianten: als Standarddepot und als Depot für Selbstentscheider.
  • Keine Depot-, Order- und Wechselgebühren. Sparpläne sind ab 10 € im Monat möglich.
  • Das Standarddepot mit zwei aktiv gemanagten Welt-ETFs kostet 0,20 % pro Jahr. Selbstentscheider wählen aus über 1.000 ETFs und Fonds, ab 0,03 % laufenden Kosten.
  • Anders als Trade Republic, Scalable Capital oder Quirion erstattet die ING die ETF-Kosten nicht.
  • Neukunden erhalten 50 € Startbonus, wenn sie sich bis 31.12.2026 in die Startliste eintragen und bis 15.02.2027 eröffnen.

Lange hat die ING zum Altersvorsorgedepot geschwiegen. Jetzt nennt Deutschlands größte Direktbank mit mehr als zehn Millionen Privatkunden erstmals Details. Privatkundenchefin Burcu Civelek Yüe erklärt das Produkt im Handelsblatt zur Top-Priorität – und setzt sich bewusst von der Preisschlacht der Neobroker ab.

Das ING-Altersvorsorgedepot im Überblick

MerkmalStandarddepotSelbstentscheider
Anlagezwei aktiv gemanagte Welt-ETFs, du legst nur die Aktienquote festüber 1.000 ETFs und Fonds zur freien Auswahl
Laufende Kosten0,20 % pro Jahrab 0,03 % pro Jahr (je nach Produkt)
Depot-, Order-, Wechselgebührenkeinekeine
Sparplanab 10 € im Monatab 10 € im Monat
Kostenerstattungneinnein

Quellen: Handelsblatt, t-online, extraETF und ing.de. Stand: 27.10.2026. Maßgeblich sind die Bedingungen der ING zum Start.

Was uns gefällt: Die Gebührenstruktur ist schlank und leicht zu verstehen. Du zahlst nur die laufenden Kosten der ETFs oder Fonds, die du wählst. Selbstentscheider kommen mit einem günstigen Welt-ETF damit auf sehr niedrige Gesamtkosten. Einen digitalen Wechselservice für bestehende Riester-Verträge will die ING im Laufe des Jahres 2027 nachreichen.

Warum die ING bei der Preisschlacht nicht mitmacht

Die Konkurrenz hat die Latte hoch gelegt. Scalable Capital erstattet die ETF-Kosten über einen Rentenbonus, Trade Republic macht das Altersvorsorgedepot komplett kostenlos, und auch Quirion will Produktkosten zurückzahlen. Klassische Anbieter wie Deka und Deutsche Bank starten ihre Standarddepots mit 0,10 % pro Jahr, wobei die Deutsche Bank nach zwei Jahren auf 0,28 % erhöht.

Die ING lehnt eine Erstattung ab. Civelek Yüe begründet das damit, dass man ein verlässliches Angebot machen wolle – „mit Konditionen, die wir langfristig halten können“. Das Argument ist nicht aus der Luft gegriffen: Ein Altersvorsorgedepot läuft oft 30 Jahre und länger. Ob die Gratis-Angebote der Neobroker so lange Bestand haben, ist offen. Scalable hat zum Beispiel schon angekündigt, später Gebühren zu verlangen.

Was 0,20 % über 30 Jahre ausmachen

Auf den ersten Blick wirken 0,20 % pro Jahr verschwindend gering. Auf lange Sicht summiert sich der Unterschied aber. Ein Rechenbeispiel: Du sparst 30 Jahre lang 150 € im Monat, die Anlage bringt 6 % pro Jahr vor Kosten. Ohne laufende Kosten kommst du auf rund 146.000 €, mit 0,20 % Kosten auf rund 141.000 €. Die Differenz liegt bei gut 5.000 € – staatliche Zulagen noch nicht mitgerechnet.

Ein Ausschlusskriterium ist das nicht. Die Rechnung geht nur auf, wenn die Gratis-Konkurrenz ihre Konditionen über Jahrzehnte hält. Und wer im Selbstentscheider-Depot einen günstigen ETF wählt, drückt die Kosten bei der ING ohnehin deutlich unter 0,20 %. Wie viel am Ende mit Zulagen herauskommen kann, zeigt dir unser Altersvorsorgedepot-Rechner.

💡 Den Startbonus von 50 € bekommst du nur, wenn du dich bis zum 31. Dezember 2026 auf der ING-Startliste einträgst und das Depot bis zum 15. Februar 2027 eröffnest. Der Eintrag verpflichtet dich zu nichts – du kannst dich also eintragen und in Ruhe die anderen Angebote vergleichen.

Unsere Einschätzung

Die ING liefert ein solides, faires Angebot ohne Gebührenfallen. Warum ist sie dann nicht automatisch die erste Wahl? Weil andere Anbieter zumindest zum Start günstiger sind – bei Trade Republic fällt derzeit gar nichts an. Dafür punktet die ING mit der großen Fondsauswahl, einer etablierten Bank im Rücken und dem Versprechen stabiler Konditionen. Wie sich das ING Depot im Alltag schlägt, liest du in unserem ING-Depot-Test.

Unterm Strich: Für Selbstentscheider mit günstigen ETFs und für alle, die bereits ING-Kunde sind, ist das Angebot attraktiv. Wer das Standarddepot nutzen will, sollte die 0,20 % mit den Konkurrenten abgleichen. Alle bisher bekannten Angebote findest du in unserem Altersvorsorgedepot-Vergleich. Wie wir die Depots bewerten, erklärt unser Testverfahren für Altersvorsorgedepots.

Stand der Angaben: 27. Oktober 2026. Konditionen können sich bis zum Start noch ändern. Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar.

Lukas Rumpel
Lukas Rumpel
Autor
Über den Autor
Als Social Media Manager und seit mehreren Jahren erfolgreicher Selbstständiger beschäftige ich mich täglich mit digitalen Medien, Content und modernen Technologien. Ich möchte Unternehmer dabei unterstützen, den Bürokratiealltag mit digitalen Lösungen effizienter zu gestalten und gleichzeitig jungen Menschen zeigen, dass Finanzen kein kompliziertes Thema sein müssen.

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