Santander wird Openbank: Was die Umstellung jetzt für Sparer und Anleger bedeutet

Lesezeit 5 min.

Lektoriert vonSilvia Benetti
Überprüft durchDennis Groß
Sieh dir an, wie wir bei €uro-Finanzwissen arbeiten

Die Marke Santander verschwindet aus dem deutschen Privatkundengeschäft: Seit heute, dem 28. September 2026, laufen neun Produkte der früheren Santander Consumer Bank unter dem Namen Openbank – vom Tagesgeld über das Girokonto bis zu Krediten und Kreditkarten. Betroffen sind laut Bank rund 3,1 Millionen Kundinnen und Kunden.

Für die meisten ist das ein reiner Namenswechsel. Als Sparer oder Anleger solltest du trotzdem genauer hinschauen – denn in Deutschland gibt es jetzt zwei Banken mit „Openbank" im Namen, und die unterscheiden sich bei der Einlagensicherung.

Das Wichtigste in Kürze

  • Neue Produktnamen seit 28.09.2026: Santander Tagesgeld, Festgeld, BestGiro, BestCredit, CarCredit und die vier BestCard-Varianten heißen jetzt „Openbank …"
  • Du musst nichts tun: Verträge, Konditionen, IBAN und Zugangsdaten bleiben
  • Einlagensicherung: gesetzlich bis 100.000 €, zusätzlich Einlagensicherungsfonds bis 3 Mio. € pro Person
  • Verwechslungsgefahr: Die spanische Open Bank S.A., Zweigniederlassung Deutschland ist eine andere Bank
  • Tagesgeld-Neukunden bekommen vier Monate lang 4,00 % – Bestandskunden nur 2,00 %

Neun Produkte, neue Namen

Die Umbenennung ist der letzte sichtbare Schritt eines Konzernumbaus. Die Banco Santander hat ihre Digitalbank Openbank und die Santander Consumer Finance zusammengelegt, die Verschmelzung wurde im Mai 2026 formalisiert. Deutschland ist dabei der erste Markt, in dem die Integration startet. Die Santander Consumer Bank AG firmiert bereits seit dem 15. Mai 2026 als Openbank Deutschland AG mit Sitz in Mönchengladbach.

Jetzt zieht die Produktpalette nach. Die neuen Bezeichnungen lauten Openbank Tagesgeld, Openbank Festgeld, Openbank BestGiro, Openbank BestCredit, Openbank CarCredit sowie Openbank BestCard Basic, Smart, Extra und Premium.

Bisheriger NameNeuer Name ab 28.09.2026
Santander TagesgeldOpenbank Tagesgeld
Santander FestgeldOpenbank Festgeld
Santander BestGiroOpenbank BestGiro
Santander BestCreditOpenbank BestCredit
Santander CarCreditOpenbank CarCredit
Santander BestCard Basic / Smart / Extra / PremiumOpenbank BestCard Basic / Smart / Extra / Premium

Was für Bestandskunden gleich bleibt

Die gute Nachricht zuerst: Aktiv werden musst du nicht.

  • Verträge und Konditionen – bestehende Verträge, vereinbarte Konditionen und Funktionen bleiben laut Bank unverändert
  • IBAN und Zugangsdaten – IBAN, Zugangsdaten und Filialen bleiben bestehen
  • Karten – steht auf deiner Karte noch „Santander Consumer Bank AG", funktioniert sie trotzdem uneingeschränkt
  • Post und Mails – in der Übergangszeit kann dich die Bank noch als Santander anschreiben

Die Links zum Online-Banking auf openbank.de führen aktuell noch auf meine.santander.de. Die Umstellung ist also noch nicht ganz durch.

Einlagensicherung: Hier lohnt der genaue Blick

Für Sparer ist das der wichtigste Punkt. Die Openbank Deutschland AG ist Mitglied der Entschädigungseinrichtung deutscher Banken, die Einlagen bis 100.000 € pro Person absichert. Zusätzlich gehört sie dem Einlagensicherungsfonds des Bankenverbands an, der für natürliche Personen bis 3 Mio. € schützt. Das ist ein Niveau, das viele Direktbanken nicht bieten.

Verwirrend wird es durch die zweite Openbank. Die spanische Open Bank S.A., Zweigniederlassung Deutschland hat ihr Neukundengeschäft zum 15. Juli 2026 eingestellt; Bestandskunden loggen sich künftig über openbank-espana-zweigniederlassung.de ein. Als Zweigniederlassung einer spanischen Bank fällt sie unter die spanische Einlagensicherung – nicht unter den deutschen Einlagensicherungsfonds.

Tipp: Hast du Konten bei beiden Openbanks, prüfe in deinen Vertragsunterlagen, wer dein Vertragspartner ist. Für größere Beträge über 100.000 € ist die deutsche AG wegen des Einlagensicherungsfonds aus meiner Sicht die komfortablere Adresse.

Tagesgeld und Festgeld: Lockzins mit Ablaufdatum

Zum Namenswechsel legt die Bank ein Tagesgeld-Angebot auf. Neukunden erhalten 4,00 % p. a. für die ersten vier Monate auf Guthaben bis 100.000 €. Danach gilt der variable Zins, derzeit 2,00 % p. a. Das Angebot gilt nur, wenn du in den letzten zwölf Monaten kein Openbank- bzw. Santander-Tagesgeld geführt hast.

Rechne kurz nach: Parkst du 50.000 €, bekommst du in den vier Aktionsmonaten rund 666 € Zinsen – zum Standardzins wären es nur 333 €. Nicht schlecht. Nur: Wer seit Jahren treu sein Santander-Tagesgeld nutzt, geht leer aus und bleibt bei 2,00 %. Treue belohnt die Bank hier also nicht. Ob dein Zins noch konkurrenzfähig ist, siehst du in unserem Tagesgeld-Vergleich.

Beim Openbank Festgeld gibt es bis zu 2,50 % p. a. – allerdings nur bei vier Jahren Laufzeit. Die Mindestanlage liegt bei 2.500 €, als Referenzkonto brauchst du ein Openbank Tagesgeld, und das Festgeld verlängert sich nicht automatisch.

LaufzeitZinssatz p. a.
6 Monate2,00 %
1 Jahr2,25 %
2 Jahre2,25 %
3 Jahre2,35 %
4 Jahre2,50 %
5 bis 8 Jahre2,25 %

Auffällig: Fünf bis acht Jahre bringen weniger als vier Jahre. Länger als vier Jahre würde ich hier deshalb nicht anlegen. Wie du Festgeld sinnvoll staffelst, erklären wir in unserem Ratgeber zum Festgeld.

Depot und ETF-Sparplan: Für Anleger ändert sich (noch) wenig

Auch das Wertpapierdepot läuft inzwischen als „Openbank Depot" – an den Gebühren hat sich nichts erkennbar verändert. Die Depotführung ist kostenlos. Online-Orders kosten 0,20 % vom Kurswert, mindestens 7,90 € und höchstens 29,90 €; in der Filiale oder per Telefon sind es 0,40 %, mindestens 17,90 €. Jede ETF-Sparplanausführung schlägt mit 0,85 € zu Buche.

Klingt moderat, ist es aber nur bedingt. Kaufst du für 1.000 € eine Aktie, zahlst du 7,90 € – also 0,79 % Kaufkosten. Beim ETF-Sparplan mit 50 € im Monat frisst die Gebühr 1,7 % jeder Rate. Bei Neobrokern bekommst du Sparpläne oft kostenlos. Das Openbank Depot spielt seine Stärke eher bei Anlegern aus, die Wert auf persönliche Beratung in der Filiale legen. Wer rein auf Kosten schaut, findet in unserem Depot-Vergleich und im ETF-Sparplan-Vergleich günstigere Alternativen.

Spannend für Vorsorgesparer: Openbank kündigt auf der eigenen Website bereits ein Altersvorsorgedepot für 2027 an und sammelt Interessenten-Anmeldungen. Zu den Kosten gibt es noch keine Angaben.

Unsere Einschätzung

Unterm Strich ist die Umstellung für Bestandskunden eine Formalie. Musst du jetzt handeln? Nein. Den Namen halte ich allerdings für unglücklich gewählt – zwei Openbanks mit unterschiedlicher Einlagensicherung sorgen bei Sparern garantiert für Rückfragen. Das Tagesgeld-Angebot ist für Neukunden attraktiv, aber befristet. Und beim Depot bleibt die Openbank das, was Santander vorher war: eine Filialbank mit Beratung, kein Kostenführer. Wie sich das Gesamtpaket schlägt, zeigt unser Santander-Test; Alternativen findest du auf unserer Seite zu Santander-Alternativen.

Häufige Fragen zur Santander Umbenennung

Muss ich als Santander-Kunde etwas tun?

Nein. Deine Verträge, Konditionen und Zugangsdaten bleiben unverändert und laufen automatisch weiter.

Ändert sich meine IBAN?

Nein, deine IBAN bleibt gleich. Daueraufträge und Lastschriften laufen weiter.

Ist mein Geld bei der Openbank Deutschland AG sicher?

Einlagen sind gesetzlich bis 100.000 € pro Person geschützt, darüber hinaus über den Einlagensicherungsfonds des Bankenverbands bis 3 Mio. € pro Person.

Ist die Openbank Deutschland AG dieselbe Bank wie die bisherige Openbank?

Nein. Die Openbank Deutschland AG ist die frühere Santander Consumer Bank. Die spanische Open Bank S.A., Zweigniederlassung Deutschland ist eine eigene Gesellschaft und nimmt keine Neukunden mehr an.

Bekomme ich als Bestandskunde die 4 % aufs Tagesgeld?

Nein. Der Aktionszins gilt nur, wenn du in den vergangenen zwölf Monaten kein Openbank- oder Santander-Tagesgeld hattest.

Was passiert mit meinem Santander-Depot?

Es läuft als Openbank Depot zu den bisherigen Konditionen weiter.

Rune Fauck
Rune Fauck
Autor
Über den Autor
In meinem Studium der Germanistik, Politik und Wirtschaftswissenschaften konnte ich bereits fundamentale Kenntnisse über unser Wirtschaftssystem sammeln. Bereits im Studium habe ich mit dem Investieren in Aktien und ETFs begonnen und möchte gerne mein angesammeltes Wissen weitergeben. Nach meinem Studium zog es mich deshalb zunächst ins Bildungssystem, wo ich am Gymnasium arbeitete und dort bereits erste Erfahrungen in der Vermittlung von wirtschaftlichen Themen sammeln konnte. Als Lehrer weiß ich, wie man Wissen verständlich erklärt und spannend gestaltet.

Kommentare zum Beitrag
Werde Teil der €uro-Finanzwissen Community
Du musst angemeldet sein, um hier kommentieren zu können. Melde dich mit deinem Community-Konto an oder erstelle kostenlos ein Konto.
Kommentar verfassen
Informationen zur Datenverarbeitung kannst Du unserer Datenschutzerklärung entnehmen.