finanzwissen.de
Luftbild eines Wohnviertels mit Mietwohnungen

Mit der Standortanalyse den perfekten Immobilienstandort finden

Wer vor dem Kauf der ersten Immobilie steht, muss sich mit der Wahl des passenden Immobilienstandorts besch√§ftigen. Doch die Erfahrung zeigt, dass die Wahl des richtigen Standorts f√ľr die eigenen Immobilieninvestitionen nicht immer einfach ist.

In diesem Beitrag m√∂chte ich dir einige Werkzeuge an die Hand geben, um dich bei der Standortwahl zu unterst√ľtzen. Bereits an dieser Stelle sei gesagt, dass die Lage einer der, wenn nicht sogar der wichtigste Erfolgsfaktor beim Immobilieninvestment ist.

1. Warum ist der Immobilienstandort so wichtig?

Jeder wird sich bereits die Frage gestellt haben, wo man selbst wohnen m√∂chte. Oftmals kl√§rt sich diese Frage wie von selbst. Gr√ľnde hierf√ľr sind etwa die berufliche Laufbahn oder die Familie.

Wer in Berlin arbeitet, wird zwangsläufig nicht in Hamburg wohnen. Doch Lage ist nicht gleich Lage.

Screenshot vom Preisatlas f√ľr Berliner Stadtteile
Preisatlas Berlin – Mietpreise unterscheiden sich je nach Stadtviertel teils stark.

Standorte sind vielschichtig, vor allen Dingen bei der Wahl der Immobilie. Bleiben wir in Berlin, dann ist der Prenzlauer Berg nur schwierig mit Marzahn-Hellersdorf zu vergleichen. F√ľr die Wohnung am Prenzlauer Berg wird es grunds√§tzlich mehr Interessenten geben. Zudem ist das potenzielle Mieterklientel ein anderes.

Die Lage einer Immobilie hat einen signifikanten Einfluss auf die Vermietbarkeit und den zu erzielenden Mietzins.

Halten wir an dieser Stelle fest, dass der Immobilienstandort das Renditepotenzial einer Immobilie maßgeblich beeinflusst.

Und genau hier kommen wir auf die wichtigsten Kriterien bei der Wahl einer Immobilie als Kapitalanlage zur√ľck: ‚ÄěLage, Lage und nochmals Lage!‚Äú. Wer als Mieter agiert, wird sich bereits im Voraus erste Gedanken √ľber die neue Wohnung oder das Haus machen. Die leitenden Fragen ‚ÄěKann ich hier gl√ľcklich werden?‚Äú und ‚ÄěPasst die neue Immobilie zu mir?‚Äú sollten hier stets mit ‚ÄěJa‚Äú beantwortet werden k√∂nnen.

Spätestens nach einer Besichtigung der Wohnung sollte klar sein, ob die Wohnung zu einem passt oder eben nicht.

F√ľr Immobilieninvestoren sieht die Geschichte bereits etwas anders aus, denn neben den offensichtlichen Faktoren gibt es noch weitere Kriterien, die einen Immobilienstandort attraktiv und zukunftstr√§chtig machen.

Als Investor bewege ich mich in einem engen Markt und kenne die Lagen in meinem Suchgebiet. Gute Deals in interessanten Lagen nehme ich wahr, weniger gute Lagen meide ich ‚Äď au√üer der Deal ist unschlagbar.

Immerhin verfolge ich verschiedene Ziele beim Investieren. So m√∂chte ich einen Cashflow erzeugen, der mich nachhaltig bei meinem Ziel der finanziellen Freiheit unterst√ľtzt. Langfristig sollen Prozesse und Automatisierungen dazu beitragen, dass ich ein passives Einkommen aus Immobilien erziele.

Zusätzlich möchte ich wertstabile Immobilien besitzen, die in den kommenden Jahren an Wert gewinnen oder zumindest ihren Wert erhalten. Beide Faktoren hängen von der Lage ab.

2. Welche Faktoren spielen beim Immobilienstandort eine Rolle?

Die leitende Frage ist also, welche Faktoren bei der Wahl des Immobilienstandorts eine Rolle spielen. Ein etabliertes Schema, um Standorte zu bewerten, f√ľhrt √ľber Makro- und Mikrolage einer Immobilie. Im Folgenden werden wir diese beiden Ans√§tze etwas genauer diskutieren.

Die Makrolage des Immobilienstandorts

Bei der Makrolage fokussieren wir uns auf den Standort, also die Stadt oder Region selbst. Im ersten Schritt analysieren wir, wie die aktuelle Angebots- und Nachfragesituation am Immobilienstandort unserer Wahl aussieht.

Hierbei beziehen wir uns auf wichtige Faktoren wie:

  • Soziodemografische Daten
  • Politische Situation
  • Wirtschafte Rahmenbedingungen
  • Infrastrukturelle Lage des Standorts

Der Mix aus den einzelnen Faktoren ist wichtig. Im Folgenden wollen wir einen genaueren Blick auf die einzelnen Aspekte werfen und somit herausfinden, welche Relevanz diese bei der Standortanalyse spielen.

Soziodemografische Faktoren bei der Standortanalyse

Wenn ich in die Bewertung eines potenziellen Immobilienstandorts gehe, dann gehört eine ausgiebige Analyse der soziodemografischen Daten zu meinen Aufgaben als Investor. Doch was sind eigentlich soziodemografische Faktoren?

Im Grunde bewerten wir an dieser Stelle die Bevölkerungsentwicklung unseres Wahlstandorts. Gibt es einen positiven oder negativen Trend bei der Bevölkerungsentwicklung?

Ich pers√∂nlich nutze hierf√ľr den Wegweiser Kommune, um passende Statistiken zu der Bev√∂lkerungsentwicklung zu finden. Spannend ist hierbei nat√ľrlich die Bev√∂lkerungsentwicklung der letzten Jahre sowie ein Ausblick f√ľr die kommenden Jahre.

Bevölkerungsentwicklung seit 2011 in deutschen Großstädten - Köln an der Spitze

Meine ersten Immobilien kaufte ich in einer klassischen Studentenstadt. Aus diesem Grund habe zum damaligen Zeitpunkt unterschiedliche Standorte mit einer Hochschule oder Universität miteinander verglichen.

Interessant war an dieser Stelle der Wanderungssaldo ‚Äď ziehen also mehr junge Menschen in diese Stadt, als Abwanderungen stattfinden? Genau hier liefert der Wegweiser Kommune interessante Daten. Zudem ist erkenntlich, wohin die Fortwanderungen stattfinden ‚Äď so lassen sich andere spannende Standorte identifizieren.

In den Berichten selbst gibt es eine Typisierung in die folgenden Demografietypen:

  • Demografietyp 1: Stark schrumpfende und alternde Gemeinden in strukturschwachen Regionen
  • Demografietyp 2: Alternde St√§dte und Gemeinden mit sozio√∂konomischen Herausforderungen
  • Demografietyp 3: Kleine und mittlere Gemeinden mit moderater Alterung und Schrumpfung
  • Demografietyp 4: Stabile St√§dte und Gemeinden in l√§ndlichen Regionen
  • Demografietyp 5: Moderat wachsende St√§dte und Gemeinden mit regionaler Bedeutung
  • Demografietyp 6: St√§dte und Wirtschaftsstandorte mit sozio√∂konomischen Herausforderungen
  • Demografietyp 7: Gro√üst√§dte und Hochschulstandorte mit heterogener sozio√∂konomischer Dynamik
  • Demografietyp 8: Wohlhabende St√§dte und Gemeinden in wirtschaftlich dynamischen Regionen
  • Demografietyp 9: Wachsende familiengepr√§gte l√§ndliche St√§dte und Gemeinden
  • Demografietyp 10: Wohlhabende St√§dte und Gemeinden im Umfeld von Wirtschaftszentren
  • Demografietyp 11: Sehr wohlhabende St√§dte und Gemeinden in Regionen der Wissensgesellschaft

Ich persönlich fokussiere mich bei meinen Investitionen vor allen Dingen auf Großstädte und Hochschulstandorte. Allerdings habe ich auch bereits mehrfach in wirtschaftlich stabilen Regionen investiert.

Insbesondere beim Einkommen achte ich darauf, dass das Pro-Kopf-Einkommen höher als im Bundesdurchschnitt ausfällt, um eine möglichst wohlhabende Bevölkerungsschicht anzusprechen.

Eine weitere Quelle, die ich an dieser Stelle empfehlen kann, ist der Prognos Zukunftsatlas. Dieser wird alle sechs Jahre neu aufgelegt und bewertet die Zukunftschancen und -risiken aller 401 Kreise und kreisfreien Städte Deutschlands.

Erg√§nzend zu den bereits genannten Quellen kann ich auch die Prognosen der jeweiligen Kreisverwaltungen empfehlen. So ver√∂ffentlicht die Stadt Braunschweig ‚Äď hier investiere ich vorwiegend ‚Äď regelm√§√üig Ausblicke √ľber die Entwicklung der Stadt. Insbesondere Sanierungsgebiete sind eine interessante Chance, da die St√§dte hier aktiv an der Optimierung der Wohnlagen arbeiten.

Auch kann ich jedem angehenden Investor einen Blick auf die städtisch ausgewiesenen Leerstandsquoten empfehlen. Hohe Leerstände sind eine Warnung und sollten beim Kauf eingepreist werden.

Politische Situation bei der Wahl eines Immobilienstandorts

Insbesondere politische Meinungen sind oftmals heikel und sollen daher nicht das Zentrum meines Beitrags sein. Allerdings bin ich ein Freund von politischer Planbarkeit.

Als professioneller Immobilieninvestor sehe ich uns Investoren durchaus in der Pflicht, auch durch Immobilien einen Beitrag zum Klimaschutz und zum sozialen Frieden zu leisten.

Aus diesem Grund achte ich bei meinen Objekten auf gute Dämmwerte, beziehungsweise plane die energetische Sanierung von Fassaden und Dächern stets bei der Objektentwicklung ein.

Energetisches Sanieren bei Bestandsobjekten

Raumw√§rme ist f√ľr 63 % der CO2-Emissionen im Immobilienbereich verantwortlich. Energetisches Sanieren wird somit zu einer gesamtgesellschaftlichen Aufgabe f√ľr Immobilieninvestoren.

Zudem sehe ich das Vermieten nicht als einseitiges Wirtschaftsgesch√§ft, bei dem mir meine Mieter die maximale Miete √ľberweisen m√ľssen. Stattdessen sollten Mieter und Vermieter faire Konditionen finden, mit denen beide Parteien gut leben k√∂nnen.

Allerdings erwarte ich im Gegenzug, dass mir die regionale Politik auch entsprechenden Gestaltungsspielraum bietet. Dies ist auch einer der Gr√ľnde, weshalb ich als geb√ľrtiger Berliner niemals in Berlin investieren w√ľrde.

Petitionen wie ‚ÄěDeutsche Wohnen enteignen‚Äú sind aus meiner Sicht nicht zielf√ľhrend und ein Eingriff in das freie Vertragsrecht. Auch politische Ma√ünahmen wie ein Mietendeckel, welcher nicht in der Kompetenz der Stadt Berlin lag, schrecken mich als Investor ab.

An dieser Stelle m√∂chte ich auch die politische Diskussion abschlie√üen und interessierte Investoren zum Denken anregen. Ein Blick in die Wahlprogramme der regierenden Parteien hilft oftmals dabei, ein Grundverst√§ndnis √ľber die politische Situation des Standorts zu erhalten.

Aus meiner Sicht sollten einzelne Bev√∂lkerungsgruppen wie Immobilieninvestoren nicht unter den Wahlkampfversprechungen der Parteien leiden, allerdings auch nicht √ľberproportional bevorzugt werden.

Die aktuelle Regulierung des Mietmarktes sieht den Mieter bereits in einer st√§rkeren Rolle als den Immobilieneigent√ľmer und dieser Status Quo sollte als faire Grundlage f√ľr den Markt ausreichen.

Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen bei der Standortanalyse

Der nächste wichtige Aspekt bei der Standortanalyse betrifft die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Wie viel verdienen meine potenziellen Mieter? Gibt es ausreichend Jobs in der Region? Welche großen Arbeitgeber gibt es und wie sieht es bei der Zukunftsfähigkeit derer Geschäftsmodelle aus? Gibt es klare wirtschaftliche Abhängigkeiten von einzelnen Arbeitgebern?

Ein Beispiel aus der Praxis betrifft etwa meinen Wohnort, Braunschweig. Braunschweig ist eine wirtschaftliche starke Region mit vergleichsweise fairen Mieten. In Braunschweig gibt es zahlreiche größere Unternehmen, welche gutbezahlte Arbeitsplätze anbieten.

Selbst wenn eines dieser Unternehmen dem Standort den R√ľcken zukehren sollte, bleiben ausreichend viele Arbeitspl√§tze vorhanden. Zudem gibt es ein Innovationspotenzial durch die Technische Universit√§t Braunschweig sowie deren Studenten.

Ein entsprechendes Gegenbeispiel ist Wolfsburg. Das Medianeinkommen liegt in der Automobilstadt bei 5.067 Euro. Dieses Medianeinkommen ist f√ľr Deutschland √ľberdurchschnittlich hoch und spricht somit f√ľr die Zahlungsf√§higkeit der Bev√∂lkerung. Allerdings arbeitet ein Gro√üteil der Bev√∂lkerung auch bei Volkswagen oder einem der Zulieferer und verdient dementsprechend ein hohes Gehalt.

Doch was passiert, wenn es Volkswagen schlechter geht? Im Zuge der Elektrifizierung d√ľrfte es zu einem hohen Stellenabbau kommen. Arbeitspl√§tze fallen weg, der Wanderungssaldo steigt an.

Die Immobilienpreise d√ľrften in diesem Fall ebenfalls sinken. Bereits heute sind die ersten Auswirkungen sp√ľrbar. So muss Volkswagen Immobilien bereits mit Sonderkonditionen werben, um den Leerstand in Neubauwohnungen zu f√ľllen.

Volkswagen Immobilien Steimker Gärten
Aktionen zur Leerstandsbekämpfung im Neubauprojekt Steimker Gärten; Quelle: Volkswagen Immobilien

Ich persönlich versuche Standorte mit hohen Abhängigkeiten zu einzelnen Arbeitgebern zu meiden.

Besonders spannend finde ich dahingegen Landeshauptstädte, Universitätsstädte und wachsende Standorte mit einer hohen Dichte an Startups.

Die Infrastruktur eines Standorts

Abschlie√üend wollen wir einen Blick auf die Infrastruktur eines Standorts werfen. Hierzu z√§hlen Zugverbindungen, Anbindungen an Autobahnen, Flugh√§fen, Kan√§le oder Fl√ľsse.

Doch auch andere Faktoren wie die Versorgung mit Universitäten, Hochschulen, Berufsschulen und anderen Schulen spielt hier eine Rolle.

Ich ziehe auch hier Standorte vor, welche eine gute Infrastruktur aufweisen. Eine direkte Autobahnverbindung ist ein klarer Vorteil, denn so ist die Stadt attraktiver f√ľr Anwohner und Berufspendler.

Ein Flughafen ist grundsätzlich positiv zu bewerten, wobei Wohnlagen in der direkten Flugbahn nicht sonderlich attraktiv sind.

Bei meinen Investments pr√ľfe ich in den meisten F√§llen lediglich, welche Autobahnanbindungen und Zugverbindungen in andere St√§dte existieren. Flugh√§fen sollten nach M√∂glichkeit im Umkreis von 100 bis 200 Kilometer liegen. Schiffverbindungen sind sch√∂n, spielen aber eher in der produzierenden Industrie eine Rolle und erh√∂hen nicht direkt die Lebensqualit√§t der Mieter.

Die Mikrolage einer Immobilie

Sobald wir die Makrolage eines Immobilienstandorts bewertet haben, gilt es einen Blick auf die Mikrolage zu werfen. An dieser Stelle gehen wir ins Detail und bewerten einzelne Faktoren unserer konkreten Lage. Am einfachsten gelingt dies f√ľr einzelne Stadtbezirke, Stra√üen oder spezifische Wohnungen.

Die Mikrolage beurteile ich meistens erst, wenn ich eine spezifische Immobilie kaufen m√∂chte. Im Zuge meiner Due Diligence, also der sorgf√§ltigen Pr√ľfung des Investments, pr√ľfe ich die konkrete Lage des Objekts.

Im ersten Schritt gebe ich die Adresse bei Google Maps ein und schaue, was sich in der unmittelbaren Nähe meines potenziellen Investments befindet. Wichtig sind hierbei:

  • Kinderg√§rten
  • Schulen
  • Einkaufsm√∂glichkeiten
  • Restaurants
  • Bars
  • √Ėffentlicher Nahverkehr
  • Verkehrsanbindungen
  • Parks und Freizeitm√∂glichkeiten

Konnte ich hier bereits erste Erkenntnisse sammeln, gilt es im n√§chsten Schritt den Standort zu erkunden. Im Sommer mit dem Fahrrad, im Winter mit dem Auto – das Erkunden der Umgebung vor Ort ist wichtig f√ľr eine gute Einsch√§tzung.

Besonders wichtig ist mir hierbei die unmittelbare Umgebung. Welche Au√üenwirkung hat das Haus meiner Wahl und wie wirkt das direkte Umfeld? Haben viele Objekte einen Balkon? Ich gehe an die Klingelanlagen der Nachbarsh√§user und pr√ľfe, ob es einen hohen Leerstand gibt.

Treffe ich Anwohner, stelle ich mich als Mietinteressent vor und frage, ob diese Lage wirklich empfehlenswert ist. Beim direkten Gespräch mit Anwohnern erfährt man meist spannende Details, etwas Mut lohnt sich an dieser Stelle!

Spreche mit Anwohnern, um einen guten und authentischen √úberblick √ľber die Wohnlage zu erhalten.

Die subjektiven Empfindungen pr√ľfe ich mit einem Blick auf ein Tool wie den Immobilien-Kompass von Capital.de. Hier sehe ich anhand der Karte, ob es sich um eine einfache, mittlere oder gute Lage handelt. Zudem erkenne ich, welche Mieten in der Region zu realisieren sind.

Screenshot vom Immobilien Kompass M√ľnchen

Erg√§nzend hierzu gehe ich in Immobilienscout24 und pr√ľfe, wie die Mietangebote in der unmittelbaren N√§he sind. Investiere ich zum ersten Mal in einer neuen Lage, dann stelle ich bei ebay Kleinanzeigen sogar ein Test-Inserat ein.

Hierf√ľr nehme ich Innenbilder der Immobilie und inseriere das Objekt zu meiner Zielmiete. So kann ich pr√ľfen, ob es eine hohe Nachfrage zu meiner Wunschmiete gibt. Erfahrungsgem√§√ü starte ich mit meiner absoluten Wunschmiete und verringere diese bei zu geringer Nachfrage. Handelt es sich um eine gute Wohnlage, dann werden Mietinteressenten Schlange stehen.

Am Ende des Tages kann ich die gesammelten Daten nutzen, um eine Prognose √ľber mein Investment anzustellen. Die qualifizierte Analyse stelle ich meiner finanzierenden Bank als Business Plan zur Verf√ľgung, um das Projekt zu finanzieren.

Weiterhin können Anleger sich bei der Standortanalyse der Mikrolage auf Faktoren wie einen qualifizierten Mietspiegel, die offizielle Leerstandquote, das Image des Stadtteils, verschiedene Umweltfaktoren oder die Einwohnerstruktur in der Nachbarschaft beziehen.

Wer sich mit der Makro- und Mikroanalyse seinen Immobilien-Standorts beschäftigt hat, wird im Nachgang ruhigeren Gewissens investieren können.

3. Welche Tipps sollten Neueinsteiger bei der Standortanalyse beachten?

Nachdem wir einen genaueren Blick auf die Theorie geworfen haben, will ich an dieser Stelle noch einige Tipps f√ľr Neueinsteiger zusammenfassen.

Grundsätzlich kann ich es jedem angehenden Investor nur empfehlen, einen Standort komplett zu analysieren. Diese Aufgabe kann mitunter eine Weile dauern, doch das Ergebnis wird sich lohnen. Gute Marktkenntnisse sind das A und O beim Immobilieninvestment.

Tipp 1: Positive Bevölkerungsentwicklung

Nichtsdestotrotz gibt es Faktoren, die immer eine gewisse Allgemeing√ľltigkeit haben und ein lukratives Immobilieninvestment wahrscheinlicher machen.

So sollten vor allen Dingen Neueinsteiger auf Standorte mit einer positiven Bevölkerungsentwicklung achten. Wer sich allein auf Großstädte fokussiert, könnte in Zukunft ein böses Erwachen haben.

Der Status Quo ist nicht ma√ügeblich f√ľr die Zukunft. So d√ľrften Gro√üst√§dte wie Gelsenkirchen mit dem Ende der Kohlekraftwerke komplett an Bedeutung verlieren.

Eine r√ľckl√§ufige Bev√∂lkerungsentwicklung ist ein Warnsignal f√ľr Anleger und Investoren und nur etwas f√ľr Profis.

Tipp 2: Achte auf geringe Arbeitslosigkeit

Die Arbeitslosigkeit ist ein Indiz f√ľr die wirtschaftliche St√§rke eines Standorts. In St√§dten mit einer geringen Arbeitslosigkeit gibt es meistens eine positive Entwicklung, denn mehr Menschen ziehen in solche Standorte.

Außerdem möchtest du als Anleger nicht nur an das Amt vermieten, sondern auch solvente Mieter, die dir eine Kaution zahlen können und die Miete mit ihrem sicheren Einkommen abdecken.

Diese Aussage soll niemand falsch verstehen, denn auch ich vermiete an Menschen, die vom Amt unterst√ľtzt werden. Erfahrungsgem√§√ü ist die Vermietung √ľber das Amt allerdings mit h√∂heren Aufw√§nden verbunden und daher eher etwas f√ľr fortgeschrittene Immobilieninvestoren.

Tipp 3: Universitäten sind ein Renditetreiber

Eine Sache, die ich w√§hrend meiner Laufbahn als Immobilieninvestor lernen durfte, war, dass St√§dte mit einer renommierten Hochschule ein Turbo f√ľr die pers√∂nliche Rendite darstellen k√∂nnen.

So befindet sich meine erste Wohnung direkt in Magdeburg. Ich habe die gro√üz√ľgig geschnittene Drei-Zimmer-Wohnung in einzelne WG-Zimmer geteilt und m√∂bliert vermietet.

Während ich bei der Standardvermietung mit einer Bruttomietrendite von rund 7 %  rechnen könnte, hat sich dieser Ansatz durchaus als ein schlauer Schachzug herausgestellt. Aktuell erwirtschaftet die Wohnung eine Bruttomietrendite von 12 %. Hinzu kommt, dass die WG-Zimmer unmittelbar nach dem Auszug neu vermietet werden können.

Zus√§tzlich laufen auch meine anderen Wohnungen in Magdeburg hervorragend. Allerdings adressiere ich hier eine arbeitende Bev√∂lkerungsschicht. Durch die Universit√§ten steigt jedoch die Zahl der qualifizierten Arbeitnehmer, welche anschlie√üend als Mietinteressenten f√ľr meine Wohnungen zur Verf√ľgung stehen.

Tipp 4: In Städte investieren

Insbesondere Anfänger sollten in städtischen Lagen investieren. Diese These finde ich sinnvoll, denn ein Investment auf dem Land ist durchaus mit hohen Leerstandrisiken verbunden. In großen Städten finden sich schlicht und ergreifend mehr Mietinteressenten wieder.

Eine anerkannte Empfehlung aus der Praxis sind Standorte mit ca. 50.000 Einwohner. Hier sollte es stets gen√ľgend Mietinteressenten geben, die auf der Suche nach einer neuen Wohnung sind.

Kleinere Orte können jedoch auch interessant sein. Ich habe mitunter Immobilien in kleineren Städten und finde auch hier stets passende Mieter.

Wichtig bei diesen Immobilien ist allerdings, dass meine Objekte sich stets direkt im Zentrum befinden. Zudem achte ich bei schlechteren Standorten auf eine bessere Ausstattung als Wettbewerb sie bieten kann.

Wer als Anfänger investiert, sollte sich erst mit dem Thema vertraut machen und nicht sofort das riskante Investment in einer schrumpfenden Kleinstadt forcieren.

Tipp 5: Standorte im Speckg√ľrtel von A-St√§dten

Ein weiterer Tipp, der sich in der Praxis etabliert hat, ist die Wahl von Standorten, die von der Anziehungskraft besonders renommierter Lagen profitieren können.

So konnten beispielsweise kleinere Städte in der unmittelbaren Nähe zu Berlin in den vergangenen Jahren stark an Wert gewinnen. Ein passendes Beispiel ist etwa die Stadt Bernau, die von den hohen Kaufpreisen in Berlin profitiert hat.

Immobilieninvestments im Speckmantel beliebter Lagen

Wem das Investment in der beliebten A- oder B-Lage zu teuer ist, kann auch einen Blick auf den Speckmantel der Stadt werfen. Hier lassen sich auch heute noch gute Deals finden.

Kaufinteressenten sind aufgrund der starken Preissteigerungen in das unmittelbare Umland Berlins gegangen und haben dort f√ľr Preissteigerungen gesorgt.

Doch besonders bei diesen Lagen gilt, dass Anleger auf eine gute Anbindung in die A-Lage achten sollten. Zudem sollte es sich um beliebte Wohnlagen handeln, in denen hohe Mietpreise erzielt werden können.

Fazit: Der Standort ist entscheidend beim Immobilieninvestment

Der wichtigste Erfolgsfaktor beim Immobilieninvestment ist der Standort. Nat√ľrlich k√∂nnen Anleger auch in kleinen St√§dten oder sogar l√§ndlichen Regionen investieren, doch hier sind die Leerstandsrisiken h√∂her zu bewerten. Zudem hat sich in der Praxis ein einfacher Grundsatz etabliert: Auch in schlechten Standorten muss die Lage stimmen.

Vor allen Dingen Einsteiger sollten beim ersten Investment die Vermietbarkeit √ľber die Rendite stellen. Schlechtere Standorte gehen mit einem h√∂heren Aufwand einher. Langfristig wird die gute Lage eine bessere Rendite erzielen. Insbesondere steigende Kaufpreise, eine bessere Vermietbarkeit, h√∂here Mietsteigerungen und die h√∂here Liquidit√§t sprechen f√ľr gute Standorte. Mietrenditen sind dahingegen ein Faktor, der f√ľr schlechtere Lagen spricht.

Ich f√ľr meinen Teil investiere vorwiegend in guten bis sehr guten Lagen. Durch ein langfristig aufgebautes Netzwerk lassen sich noch immer gute Kaufpreise realisieren. Aktuelle Bruttomietrenditen lassen sich durch Objektaufwertungen und Neuvermietungen langfristig steigern und stellen somit f√ľr den langfristig orientierten Anleger lediglich eine Herausforderung dar.

Hi! Ich bin
ūüĎč

Ich bin Sebastian, einer der Mitgr√ľnder von Finanzwissen. Nach meinem dualen Studium in der Automobilbranche bin ich zu einer der gr√∂√üten Automobilbanken Deutschlands gewechselt. Im Zuge meiner Karriere konnte ich ein fundiertes Wissen √ľber Finanzen und Investitionen entwickeln. Heute investiere ich vor allen Dingen in Immobilien, Aktien und Kryptow√§hrungen und m√∂chte mein Wissen weitervermitteln.

Antworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.