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ETF-Typen: Die verschiedenen ETF-Arten im Überblick

Lesezeit 7 min.

Lektoriert vonDennis Groß
Überprüft durchDaniel Wenz
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Teil des Handbuchs
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Das ETF Universum ist groß. Egal, ob du neu bist beim Investieren oder bereits etwas Erfahrung hast – wahrscheinlich triffst du immer wieder mal auf neue Arten von ETF und fragst dich, was genau hinter diesem Begriff steckt.

In diesem Artikel geben wir dir einen umfassenden Überblick über alle ETF-Subtypen und beschreiben diese genauer. Ebenfalls geben wir dir Zahlen und Fakten zum ETF-Markt, sowie nützliche Tipps zum richtigen Portfolioaufbau mit ETF.

ETF-Typen - das Wichtigste in Kürze
  • ETFs lassen sich in passive, hybride und aktive ETFs unterteilen.
  • Im Artikel betrachten wir die Subtypen Aktien-ETF, Anleihen-ETF, Immobilien-ETF, Geldmarkt-ETF, Rohstoff-ETF, Multi-Asset-ETF, Alternative ETF, Sektor-ETF, Themen-ETF, Regionen-ETF und Smart-Beta-ETF genauer.
  • Ziel beim passiven ETF-Portfolioaufbau sollte ein maximales Level an Diversifikation bei minimalen Kosten sein.
  • Wo kauft man ETF? Alle ETF-Typen kaufst du bei deinem Broker. Günstige Konditionen bieten Finanzen.net ZEROTraders Place oder Scalable Capital.

1. Was sind ETF? - Einfach erklärt

Ursprünglich ETFs ein passives Investmentinstrument: Ein passiver Investor versucht, die Rendite des allgemeinen Marktes abzubilden, ohne dabei Investmententscheidungen zu treffen, mit denen einzelne Aktien, Branchen oder Regionen selektiert werden.

Im Gegensatz dazu steht der aktive Investmentansatz. Hier hat der Investor zum Ziel, die Marktrendite zu schlagen. Mithilfe von entweder technischer oder Fundamentalanalyse werden „gute“ von „schlechten“ Investments getrennt.

Dazwischen gibt es Hybridformen, bei denen sowohl passive als auch aktive Investmentansätze vermischt werden.

Einordnung von Strategic-Beta-Ansätzen in die aktive und passive Investmentphilosophie
Einordnung von Strategic-Beta-Ansätzen in die aktive und passive Investmentphilosophie

Vorteile des Investierens mit ETFs

Warum ist das nun wichtig? Wie vorhin erwähnt, sind ETFs vorrangig und ursprünglich ein passives Investmentinstrument – darauf basiert die ETF-Idee. Da ETFs aber durch ihre Funktionsweise einzigartige Vorteile bringen, wurden sie stets weiterentwickelt. Zu diesen Vorteilen gehören:

  • Sie sind kostengünstig.
  • Sie sind effizient.
  • Sie sind transparent.
  • Sie ermöglichen ein hohes Level an Diversifikation.

Mittlerweile gibt es also auch ETFs, die dem aktiven Investmentansatz folgen, sowie Mischformen des passiven und aktiven Investierens.

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2. Welche ETF-Typen gibt es? - Eine kompakte Übersicht

Die nützlichste Unterscheidung der verschiedenen ETF-Typen ist die nach Anlagefokus.

Die folgende Tabelle gibt einen Überblick der verschiedenen ETF-Subtypen, klassifiziert nach Anlagefokus. Wir unterscheiden hier auch nochmals zwischen passiven, hybriden und aktiven ETF.

Übersichtsgrafik zu den ETF-Typen der Aktien-ETF klassifiziert nach passiver, hybrider, aktiver Investmentausrichtung
Übersichtsgrafik zu den ETF-Typen der Aktien-ETF klassifiziert nach passiver, hybrider, aktiver Investmentausrichtung.
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Eine weitere Möglichkeit, ETFs zu klassifizieren, ist anhand der ETF-Eigenschaften: replizierend vs. synthetisch, ausschüttend vs. thesaurierend, inländisch vs. ausländisch.

3. Passive ETFs

In diesem Abschnitt betrachten wir die passiven ETFs genauer.

1. Aktien-ETF

Die bekanntesten ETFs sind passive Aktien-ETFs. Wie der Name impliziert, bilden Aktien-ETF Indizes ab, die die Wertentwicklungen von Unternehmensaktien replizieren.

Zu diesen gehören etwa die ETF-Klassiker auf den MSCI World und MSCI Emerging Markets. Diese sind breit diversifiziert und decken zusammen den gesamten weltweiten Large-Cap-Aktienmarkt ab.

Aktien-ETFs replizieren die Wertentwicklung von Unternehmensaktien. Allerdings können sie weiter unterschieden werden, je nach ihrem genaueren Anlagefokus: Sektor-ETF, Themen-ETF, Regionen-ETF und Länder-ETF fallen alle in die Kategorie Aktien-ETF.

Bei Sektor-ETFs sind nur Unternehmen enthalten, die einem bestimmten Sektor angehören . Ein Beispiel hierfür sind Energie-ETFs. Diese ETFs sind von ihrem Investmentansatz her einen Schritt näher am aktiven Investieren als zum Beispiel ETFs auf den MSCI World, bewegen sich dennoch immer noch eindeutig im Bereich der passiven ETFs.

Themen-ETFs sind ähnlich. Ein Themen-ETF investiert also nur in Wertpapiere, die zu dem entsprechenden Thema passen, und nicht, wie klassische passive ETFs, in den breiten Markt. Ein Beispiel hierfür sind Künstliche Intelligenz-ETFs oder Biotechnologie-ETF.

Regionen und Länder-ETF beschränken sich in ihrem Portfolio auf bestimmte, klar eingegrenzte Regionen. Diese können beispielsweise China, Schwellenländer, Amerika, Deutschland oder Europa und viele weitere sein.

2. Anleihen-ETF

Ebenfalls sehr bekannt und beliebt sind Anleihen-ETF. Diese beinhalten Anleihen im Portfolio. Sie replizieren also einen Index, der die Wertentwicklung von Anleihen abbildet.

Anleihen-ETFs lassen sich ebenfalls weiter unterteilen. So unterschieden sich diese in Bezug auf:

  • Anleiheart: Unternehmensanleihen, Staatsanleihen
  • Land oder Region
  • Laufzeit
  • Bonität/Rating
  • Handelswährung

Ein Beispiel für Anleihen-ETF sind iBonds-ETF von iShares, welche die Vorteile von ETF und Aktien kombinieren.

3. Rohstoff-ETF (bzw. ETC)

Du erkennst hier wahrscheinlich bereits einen Trend: ETF decken alle großen Anlageklassen ab. Demnach gibt es auch Rohstoff-ETF. Diese replizieren getreu der ETF-Funktionsweise ebenfalls Indizes, allerdings basieren diese auf Rohstoffen. Allerdings können bei Rohstoff-ETF auch Futures (Terminkontrakte) im ETF-Portfolio enthalten sein.

In diese Kategorie fallen in Deutschland auch Exchange Traded Commodities auf Edelmetalle.

4. Immobilien-ETFs

Ähnlich wie mit den Rohstoff-ETFs verhält es sich mit Immobilien-ETFs. Streng genommen sind Immobilien-ETFs eine spezielle Form von Aktien-ETFs. Ein Immobilien-ETF repliziert einen Index, der ausschließlich Aktien aus der Immobilienbranche listet. Diese Unternehmen können auch REITs sein (Real-Estate-Investment-Trusts).

In einem Immobilien-ETF sind also meist keine Immobilien als Sachwerte enthalten, sondern Unternehmen oder REITs, die Immobilien bauen, bewirtschaften oder vermieten. Da REITs allerdings speziellen regulatorischen Regeln unterliegen, funktionieren diese teils anders als normale Unternehmen und kommen einem gebündelten Investment in mehrere Immobilien relativ nahe.

5. (Passive) Nischen-ETF: Geldmarkt-ETF und Multi-Asset-ETF

Geldmarkt-ETF, Multi-Asset-ETF und alternative ETF gehören zu den wohl weniger bekannten Nischen-ETF innerhalb des passiven ETF Bereichs.

Geldmarkt-ETF, Tagesgeld-ETF oder Money-Market-ETF bezeichnen alle das Gleiche. Sie orientieren sich am Geldmarktsatz eines Währungsraumes. Als Referenz wird der Zinssatz genutzt, zu dem sich Banken untereinander Geld auf Tagesbasis leihen. Konkreter sind das beispielsweise ETFs auf sehr kurz laufende Staatsanleihen oder festverzinsliche Papiere mit höchster Bonität. Geldmarkt-ETF verändern sich größtenteils nicht nennenswert im Wert.

Multi-Asset-ETFs sind Indexfonds, die mehrere Anlageklassen in einem einzelnen ETF abdecken, wie beispielsweise einen Mix aus Aktien, Anleihen und Rohstoffen. Sie ähneln daher den klassischen Mischfonds, zeichnen sich aber durch die typischen ETF Vorteile aus: Sie verlangen u. a. keinen Ausgabeaufschlag oder Provisionen.

6. Alternative ETF 

Alternative ETFs sind in Deutschland bisher kaum relevant und vorrangig in den USA zu finden. Sie replizieren die Wertentwicklung von nicht traditionellen Asset Klassen wie Hedgefonds, Private Equity Fonds oder gehebelten Krediten. Mit ihnen sollen für die Allgemeinheit schwer zugängliche Märkte und Asset Klassen zugänglich gemacht werden.

4. Smart-Beta: Kombination aus passivem und aktivem Investieren

Als Mischformen des passiven und aktiven Investierens gelten Smart-Beta-ETF bzw. Faktor-ETF. Smart-Beta-ETFs folgen einem Investmentansatz, bei dem es darum geht, das Beste aus beiden Welten zu vereinen – sprich die Vorteile des aktiven und passiven Investierens.

Ihr Ziel ist es, besser zu performen als der allgemeine Markt. Doch dies soll ohne einen Fondsmanager, der aktive Entscheidungen trifft, geschehen. Demnach verfolgen Smart-Beta-ETFs eine klar definierte Strategie. Der breite Markt wird als Basis genommen, doch die Unternehmen werden dann anhand bestimmter Faktoren selektiert und das Portfolio „optimiert“.

Diese Faktoren können sein:

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5. Aktive ETF und Nischen-ETF-Arten

Bewegen wir uns noch einen Schritt weiter in Richtung aktives Investieren, landen wir bei den aktiven ETFs. Aktive ETFs nehmen einen Index als Referenz, bilden diesen aber nicht getreu ab. Stattdessen greift ein Fondsmanager ein und trifft Kaufentscheidungen über die einzelnen Positionen im ETF.

Sie bieten typische ETF-Vorteile wie Börsenhandel, günstigere Kosten als klassische aktive Fonds, Steuereffizienz und die tägliche Einsicht in das Portfolio. Aktive ETFs sind allerdings noch eine Nische.

Weitere Nischen-ETF-Typen, die allerdings an Beliebtheit gewinnen, sind nachhaltige ETF sowie gehebelte ETF (englisch: Leveraged) (z. B. Heiliger Amumbo) und Short-ETFs. Letztere eignen sich für langfristige ETF-Investments und ETF-Anfänger nicht, da sie aufgrund des Hebels ein hohes Verlustrisiko beinhalten.

6. Wie baue ich ein ETF-Portfolio auf?

Die Vielfalt an ETFs und Investmentstrategien sollte dich nicht dazu verleiten, übermäßig viele ETFs oder die exotischsten ETFs im Portfolio zu haben.

Portfolio mit Exchange Traded Funds aufbauen: Weniger ist mehr

Auf die Frage nach der idealen Anzahl an ETF im Portfolio ist unsere Empfehlung: weniger ist mehr. Dein Ziel beim ETF Portfolioaufbau sollte es sein, ein maximales Level an Diversifikation bei minimalen Kosten zu erreichen.

Ein ETF-Portfolio sollte idealerweise ein Minimum von 2 ETF enthalten und die Obergrenze bei circa 8–10 ETF sein.

Warum Diversifikation so zentral ist, beschreiben wir in unserem Artikel zum ETF Portfolioaufbau näher.

Bezüglich der Frage, ob aktives oder passives Investieren besser ist, stellt man schnell fest: Es gibt Anhänger und Befürworter beider Ansätze. Betrachtet man allerdings objektive Fakten und Studien, so ist der passive Investmentansatz langfristig der erfolgreichste. Denn tatsächlich schaffen es nur sehr wenige Investoren, langfristig und wiederholt den Markt zu schlagen. Dafür gibt es mehrere Gründe.

Der Großteil der Studien und Vergleiche bestätigt, dass der passive Investmentansatz dem aktiven Investmentansatz überlegen ist.

Passive ETF als Fundament deines Depots

Unsere Empfehlung ist also, passive ETFs als Basis deines Portfolios zu verstehen. ETFs mit aktiven Elementen, wie Faktor-ETF oder Themen-ETFs, solltest du nur als Ergänzung verstehen und dann in sie investieren, wenn du von ihrem Potenzial nach längerer Recherche wirklich überzeugt bist. Denn diese haben höhere Kosten, sind meist geringer diversifiziert, oder bilden nicht die allgemeine Rendite des Marktes ab, was Verlustrisiken mit sich bringt.

Gehebelte ETFs (Short-ETFs oder Leveraged-ETF) solltest du nur dann benutzen, wenn du ein erfahrener Investor bist und kurzfristige Trades für sinnvoll erachtest. Sie eignen sich nicht für langfristige ETF Sparer.

Wirf gerne auch einen Blick auf die häufigsten ETF-Fehler. Dieser Artikel fasst anschaulich zusammen, warum der Vermögensaufbau langfristig stattfindet, Geduld erfordert und kein Anlageprodukt sofortigen Reichtum versprechen kann.

7. ETF kaufen: So geht es

Alle ETFs, egal ob Smart-Beta oder Themen-ETF, kaufst du bei deinem Broker. Die Voraussetzung dafür ist ein Depot.

Vor dem ETF-Kauf solltest du folgende Fragen idealerweise geklärt haben:

  • Welche Asset-Allokation soll mein Portfolio haben?
  • Wie ist meine Risikobereitschaft?
  • Auf wie viele ETFs verteile ich mein Kapital für maximale Diversifikation bei minimalen Kosten?
  • Welche ETF-Typen sind sinnvoll für meine Investmentstrategie?
  • Welche konkreten ETFs von welchem ETF-Anbieter wähle ich?

Zum Investieren benötigst du ein Depot bei einem guten Broker

Die Konditionen und Preise deines ETF-Handels hängen maßgeblich von deinem Broker ab. Solltest du noch keinen Broker haben, lohnt sich ein Blick in unseren Depot-Vergleich.

Es gibt bei so gut wie allen Brokern die Möglichkeit, in ETF per Einmalkauf oder Sparplan zu investieren. In unserem umfassenden Vergleich der ETF-Sparplan-Anbieter findest du weitere nützliche Informationen zum Thema ETF-Sparpläne und deren Kosten.

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Achte beim Kauf eines ETF auf die Gebühren und den Handelsplatz

Ein weiterer wichtiger Punkt ist der Kauf an der richtigen Börse. Vor allem Nischen-ETFs, die eher selten gehandelt werden, frisch am Markt sind, oder nur an ausländischen Börsen handelbar sind, können höhere Transaktionskosten (z. B. Börsenentgelte) verursachen.

Wir empfehlen daher nicht, ausländische ETF an Börsen wie der NYSE oder London Stock Exchange zu kaufen und dich stattdessen besser auf in Deutschland verfügbare ETF zu beschränken.

8. Häufig gestellte Fragen zu ETF-Typen

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Sebastian Rau
Sebastian Rau
Gründer
Über den Autor
Ich bin Sebastian, einer der Gründer von Finanzwissen. Mein ersten Aktien und ETFs habe ich bereits 2015 gekauft. 2016 bin ich in den Krypto-Markt eingestiegen. Bis heute investiere ich in Aktien, ETFs, Kryptowährungen und Immobilien. Als Prozessmanager in einer deutschen Großbank habe ich einen tiefen Einblick in die Abläufe und Prozesse, sodass ich gerne unterschiedliche Produkte teste und meine Erfahrungen mit euch teile.

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