
Online-Konto oder Filialbank? Hier liegen die Unterschiede
Du hast schon ewig ein Konto bei der Sparkasse oder bei der Volksbank und fragst dich, ob eine Online-Bank besser zu dir passt? In diesem Artikel möchten wir die beiden Ansätze miteinander vergleichen und dir dabei helfen, die richtige Wahl beim Girokonto zu treffen.
Was versteht man unter einem Online-Konto?
Fast jedes Konto ist heute ein Online-Konto. Bei einem Online-Konto führst du selbst Transaktionen aus und verwaltest dein Konto. Dementsprechend musst du keine Filiale aufsuchen, um eine Zahlung per Überweisungsträger auszuführen.
Gleichwohl gibt es Konten, bei denen du auch die Services in der Filiale wahrnehmen kannst. Dies gilt beispielsweise für Sparkassen oder Volksbanken. In einigen Fällen erheben die Banken weitere Gebühren für persönliche Dienstleistungen.
Ein reines Online-Konto lohnt sich nur, wenn du deine Bankgeschäfte ausschließlich online abwickelst. Wer sich für ein solches Modell entscheidet, entscheidet sich auch aktiv gegen persönlichen Kundenservice. Ein Online-Konto kannst du bei einer Direktbank, Smartphone-Bank oder Filialbank abschließen.
Für diesen Artikel möchten wir uns das Online-Konto im engeren Sinne anschauen. Dementsprechend fokussieren wir uns auf Konten, die ausschließlich oder überwiegend online zu verwenden sind.
- Sehr gutes Girokonto
- Kostenlos ab 700 € Geldeingang
- Hervorragende Visa Debitcard

Welche Banken bieten reine Online-Konten an?
Vor allem Neobanken und Direktbanken bieten reine Online-Konten an. Diese Banken haben meist weder Filialen noch einen Kundenservice. Vielmehr müssen die Kontoinhaber bei Bedarf den telefonischen Support kontaktieren oder über eine App chatten.
In unserem Test überzeugt das ING Girokonto mit fairen Gebühren, einem modernen Auftreten sowie einem umfangreichen Produktumfang. Auch das Girokonto der DKB landet in unserem Vergleich der Girokonten auf den ersten Plätzen. Empfehlen können wir auch die Konten der Comdirect und der Consorsbank sowie C24, N26 und Revolut.
- Kostenlos ab 1000 € Geldeingang
- Kostenlose Visa-Debitkarte
- Zahlreiche Extra-Produkte wie Tagesgeld und ETF-Sparpläne
Online-Konto: Vor- und Nachteile
Vorteile Online-Konto
✅ Geringe oder keine Kontoführungsgebühren
✅ Alle Geschäfte lassen sich online erledigen
✅ Online Kontoeröffnung
✅ Oft moderne Banking-Apps
✅ Verschiedene Abostufen je nach Bedürfnis
Nachteile Online-Konto
❌ Kein persönlicher Ansprechpartner bei Problemen
❌ Je nach Modell/Anbieter nur begrenzte Anzahl an kostenlosen Bargeldabhebungen
❌ Bargeldeinzahlungen oft nur im Einzelhandel gegen Gebühr
In der unterstehenden Tabelle listen wir die Unterschiede zwischen Online-Banken oder Filialbanken auf. Bitte beachte, dass aufgrund der Fülle an Anbietern schwer ist, die Bedingungen zu verallgemeinern.
So bieten inzwischen auch viele Filialbanken schlanke und günstigere Kontomodelle, die hauptsächlich auf die Online-Nutzung zugeschnitten sind. Des Weitern variieren bei den Direktbanken die Bedingungen für Bargeldabhebungen, Einzahlungen, Auslandszahlungen usw. je nach Kontomodell und Anbieter.
| Online-Bank | Filialbank | |
| Kontoführungsgebühren | Bei Mindestgeldeingang meist kostenlos | Meist Kontoführungsgebühr zwischen 3 und 10 € pro Monat |
| Bargeldabhebungen | Je nach Anbieter: Unbegrenzt & überall kostenlos mit Debitkarte oder Kontingent | Im Verbund und an eigenen Automaten kostenlos, an fremden Automaten Gebühren |
| Karten | Kostenlose VISA- oder Mastercard-Debitkarte als Standard. Je nach Bank auch (kostenpflichtige Kreditkarte) | Giro- , Debit- und Kreditkarte, meist kostenpflichtig |
| Bargeldeinzahlungen | Im Einzelhandel gegen Gebühr | Am Schalter und an eigenen Automaten |
| Banking | Online | Online und am Schalter |
| Persönliche Beratung | Nur am Telefon/ im Chat | Berater vor Ort, fester Ansprechpartner |
Was kostet ein Online-Konto?
In diesem Kapitel wollen wir einen Blick auf die Kosten eines Online-Kontos und den direkten Vergleich zum klassischen Girokonto einer Filialbank werfen.
Da sie keine teuren Filialen und dichten Automatennetze unterhalten, können Onlinebanken ihre Dienstleistungen deutlich günstiger anbieten. Wie unsere Recherche zeigt, kannst du durch die Wahl eines Girokontos bei einer Direktbank schnell bis zu 100 € im Jahr sparen.
Allerdings hängen die Gebühren des Online-Kontos von der jeweiligen Bank ab. So gibt es zahlreiche Banken, die das Konto kostenlos anbieten und dann für einzelne Dienstleistungen weitere Gebühren erheben.

Folgende Gebühren beeinflussen maßgeblich die Kosten eines Online-Kontos:
- Kontoführungsgebühren: Bei vielen Direktbanken entfallen die Gebühren bei aktiver Nutzung des Kontos.
- Bargeldabhebungen: Je nach Bank und Kontomodell hast du unbegrenzt kostenlose Abhebungen im Inland oder eine bestimmte Anzahl an kostenlosen Abhebungen pro Monat. Überschreitest du den Limit, zahlst du Extra.
- Transaktionsgebühren: Einige Banken erheben Gebühren für die Ausführung von Transaktionen wie Zahlungen in Fremdwährungen. Dies solltest du bei der Wahl eines Kontos berücksichtigen.
- Karten: Eine Debitkarte gibt es oft kostenlos zum Konto. Kredit- und Girokarten kosten unter Umständen extra.
- Papierhafte Überweisungen: Bei normalen Filialbanken gibt es noch beleghafte Überweisungen. Diese sind oftmals mit höheren Kosten verbunden. Bei Online-Banken gibt es diese Option nicht.
- Zusatzgebühren: Banken erheben für einige Dienstleistungen Zusatzgebühren. Dies kann bei Auslandsüberweisungen eine Rolle spielen. Erfahrungsgemäß sind hier Online-Banken günstiger.
Sind Online-Konten sicher?
Viele Verbraucher stehen dem reinen Online-Geschäft noch etwas skeptisch gegenüber. So fehlen Ansprechpartner und auch bei der Sicherheit sind sich viele Verbraucher nicht wirklich sicher.
Folglich stellt sich natürlich die Frage, wie sicher Online-Konten wirklich sind? Grundsätzlich können wir an dieser Stelle bereits festhalten, dass die regulatorischen Anforderungen hoch sind, um als Bank ein Konto anzubieten.
Somit liegt das Risiko eher bei den Verbrauchern, die nicht sicher mit ihren Daten umgehen. Als Nutzer eines Online-Kontos solltest du darauf achten, dass du einen aktuellen Browser mit Antiviren-Software verwendest.
Zusätzlich ist es unabdingbar, dass du verantwortungsvoll mit deinen Daten umgehst. Folglich solltest du es vermeiden, deine Daten über Chat-Programme wie WhatsApp zu teilen.
Die Sicherheit eines Online-Kontos hängt stark von den eigenen Gewohnheiten ab. Verbraucher sollten ihre Bankdaten vertraulich behandeln und nicht über Chat-Programme teilen. Auch moderne Hardware und Software steigern die Sicherheit beim Online-Banking.
Insbesondere die PSD2 Richtlinie trägt zu einem hohen Schutz deiner Daten im digitalen Zahlungsverkehr bei. So müssen Transaktionen grundsätzlich mit einer 2-Faktor-Authentifizierung freigegeben werden.
Gleiches gilt auch bei der Anmeldung im Online-Banking. So müssen Kunden neben einem Passwort und dem Login-Namen auch einen zweiten Faktor verwenden. Hierbei handelt es sich oftmals um eine Photo- oder Push-TAN.
Bei den meisten Direktbanken gibt es neben der Banking-App auch eine entsprechende TAN-App. Für jede Transaktion muss eine Freigabe in der TAN-App erfolgen.
Ein Smartphone ist nahezu unabdingbar im Online-Banking
Wenn du dich für ein Online-Konto entscheidest, benötigst du fast immer ein Smartphone. Dies solltest du berücksichtigen, denn ohne Smartphone wird es schwer oder fast unmöglich, ein Online-Konto sicher zu führen.
Die Alternative hierzu sind TAN-Generatoren, welche Banken gegen ein entsprechendes Entgelt verkaufen.
In unserem Ratgeber zum Online-Banking zeigen wir dir, welche TAN-Verfahren es gibt und wie diese funktionieren.
An dieser Stelle solltest du auch verstehen, dass dein Smartphone das wichtigste Element zum sicheren Online-Banking darstellt. Folglich gilt es, auf die Sicherheit des Smartphones zu achten.
Verwende stets ein Passwort, um dein Smartphone zu schützen. Außerdem sind Sicherungsmechanismen, welche biometrische Daten erfordern, eine gute Option. Bei Apple-Geräten gelten TouchID und FaceID als sichere Verfahren. Führe das Online-Banking zudem nicht in einem öffentlichen Netzwerk durch – wechsle hierfür einfach in dein mobiles Netz.
- Kostenloses Tagesgeldkonto
- 4 % für Neukunden
- 2 % für Bestandskunden

So kannst du ein Online-Konto eröffnen
1. Formular ausfüllen
Hast du das passende Konto gefunden, hast du einen ersten wichtigen Schritt unternommen. Nun musst du bei der entsprechenden Bank das Antragsformular ausfüllen und das Konto eröffnen. Bei Online-Banken und inzwischen auch bei einigen Filialbanken geht es rein digital, während andere Filialbanken nach wie vor auf den Postweg oder auf einen Termin in der Filiale bestehen.
2. Dich legitimieren
Sobald der Kontoantrag eingereicht wurde, musst du dich legitimieren. Hierbei bieten die meisten Banken mehrere Methoden an. Folgende Methoden gibt es hier:
- PostIdent
- VideoIdent
- E-Ident
Hast du bereits ein anderes Produkt bei der Bank, dann entfällt die Legitimation. Aus unserer Erfahrung sind der VideoIdent und der E-Ident mit dem neuen Personalausweis besonders bequem und schnell erledigt.
Der Wechselservice erleichtert den Kontowechsel
Hast du bereits ein bestehendes Girokonto und möchtest dieses lediglich wechseln? Dann nutze den Wechselservice, den Banken dir gesetzlich anbieten müssen. Viele Banken haben einen digitalen Wechselservice.
Durch den Kontowechselservice prüft deine neue Bank, welche Anbieter regelmäßig Geld von deinem Konto einziehen. Du kannst hier auswählen, wer kontaktiert werden soll. Die ausgewählten Anbieter erhalten ein neues SEPA-Lastschriftmandat und können die Beträge von deinem neuen Konto einziehen.
Hast du alle Schritte abgeschlossen, heißt es warten. Deine neue Bank wird deinen Antrag bearbeiten und dein Girokonto einrichten. Außerdem werden deine Karten erstellt und per Post versandt. Viele Online-Banken liefern zum Konto eine Kreditkarte oder Debitkarte.
Girokonto abgelehnt – was kann ich tun?
Manchmal kommt es vor, dass ein Antrag auf ein Girokonto abgelehnt wird. Hierfür ist der häufigste Grund eine schlechte Bonität.
Hast du eine schlechte SCHUFA, dann solltest du nach einem Konto suchen, dass trotz SCHUFA funktioniert. Alternativ lohnt sich auch ein Basiskonto, welches dir Banken zur Verfügung stellen müssen.
Fazit: Ein Online-Konto ist oftmals die bessere Wahl
Die Praxis zeigt, dass Online-Konten oftmals die bessere Wahl für Verbraucher sind. Einerseits sind die Kosten niedriger und die verfügbaren Services sogar besser.
Zudem stellen Bargeldabhebungen durch die mitgelieferten Visa und Mastercard Kreditkarten keine wirkliche Herausforderung dar.
Lediglich Kunden, die regelmäßig Bargeld einzahlen, sollten hier etwas genauer die Möglichkeiten prüfen. Hier überzeugen allerdings Anbieter wie die Comdirect, die Bargeldeinzahlungen über die Commerzbank Filialen ermöglichen.
Hast du bereits ein Online-Konto oder planst du, dir ein entsprechendes Konto zu eröffnen? Teile gerne deine Erfahrungen in den Kommentaren mit uns und der Community.
Häufige Fragen zum Online-Konto
Was kann ein Online-Konto?
Mit einem Online-Konto kannst du sämtliche Transaktionen ausführen, die du auch mit einem klassischen Filialbankkonto tätigen kannst.
Dabei ist ein Online-Konto allerdings rund um die Uhr verfügbar. Zudem musst du keinen Mitarbeiter kontaktieren oder Überweisungsträger ausfüllen.
Falls du einen Mitarbeiter kontaktieren musst, kannst du diese per Chat, Telefon oder Mail erreichen und somit dein Anliegen platzieren.
Welche Online-Bank ist empfehlenswert?
Es gibt zahlreiche gute Online-Konten. In unserem Test konnten uns folgende Anbieter besonders überzeugen:
- Comdirect
- Consorsbank
- ING
- DKB
- N26
Was kostet ein Online-Konto?
Eine pauschale Antwort zu den Kosten eines Online-Kontos ist nicht möglich. Allerdings sind viele Online-Konten in der Kontoführung kostenlos, wenn es regelmäßige Geldeingänge auf dem Konto gibt.

