Frau will Dispo über Online-Banking ausgleichen
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Dispo ausgleichen: 4 Wege raus aus dem Minus

Lesezeit 8 min.

Lektoriert vonDennis Groß
Überprüft durchSebastian Rau
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Erst vor ein paar Tagen hast du dein Gehalt bekommen und du bist schon im Minus.
Befindest du dich erst in der sogenannten Dispofalle, dann solltest du aktiv werden und deinen Dispo ausgleichen. Wir zeigen dir, wie das dauerhaft gelingt.

Dispo ausgleichen – das Wichtigste in Kürze

  • Ein dauerhaft überzogener Dispositionskredit verursacht wegen der hohen Zinsen erhebliche Kosten.
  • Aus diesem solltest du deinen Dispo ausgleichen, indem du auf deine Ersparnisse zurückgreifst oder die Schulden ratenweise zurückzahlst.
  • Rahmen- oder Ratenkredite sind die günstigere Alternative zum Dispo.
  • Bei einem dauerhaften Minus ist eine Umschuldung des Dispositionskredits die bessere Option.
  • Kommst du aus den Schulden nicht mehr raus, ist ein Termin bei der Schuldnerberatung sinnvoll.

Wie kommst du aus dem Dispo raus? Die vier Wege

Du bist seit Monaten im Minusbereich? Damit bist du nicht allein, denn laut dem Portal Smava hatten 10,9 Prozent der Deutschen Anfang 2026 ihr Girokonto überzogen. Der Dispo ist allerdings nur für Notfälle gedacht und keine dauerhafte Lösung, um deinen Lebensunterhalt zu bestreiten, da du viel zu hohe Zinsen zahlst. Irgendwann besteht die Gefahr, dass du gar nicht mehr aus den Schulden rauskommst.

Was kostet ein Dispo wirklich?

Bei den in unserem Girokontovergleich getesteten Konten liegen die Zinsen zwischen 7,49 % und 13,40 % p.a. Nehmen wir an, du zahlst 10 % Dispozinsen und bist ein Jahr lang mit 2.000 € im Minus. In diesem Fall zahlst du 200 € Zinsen an die Bank. Das ist sogar mehr, als du bei einem Konsumkredit (5 % bis 8 %) zahlen würdest.

Jenseits der hohen Kosten hast du bei einem dauerhaft überzogenen Dispo weitere Nachteile. Beantragst du einen Ratenkredit, verlangt die Bank in fast allen Fällen Kontoauszüge der letzten drei Monate. Bei einem Konto, das durchgehend im Minus steht, wird dein Antrag höchstwahrscheinlich abgelehnt.

Willst du deinen Dispo ausgleichen, hast du vier Möglichkeiten:

  • Du nutzt deinen Notgroschen und zahlst den Betrag auf einen Schlag
  • Du zahlst den Betrag ratenweise zurück
  • Du nutzt einen Umschuldungskredit
  • Hast du gar keinen finanziellen Spielrahmen mehr, solltest du eine Schuldnerberatung in Anspruch nehmen.

In den folgenden Abschnitten gehen wir auf die Möglichkeiten ein.

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Dispo mit Erspartem ausgleichen

Die einfachste und zugleich angenehmste Möglichkeit, den Dispo auszugleichen, ist, auf Erspartes zurückzugreifen. Selbst wenn du deinen Notgroschen auf einem Tagesgeldkonto geparkt hast, bringt der Schuldenausgleich mehr, als die Zinsen einzustreichen. Eine Beispielrechnung siehst du in der unterstehenden Tabelle.

Zinskosten beim DispoZinsertrag beim Tagesgeld
nominaler Zinssatz10,00 %3,50 %
Betrag- 3.000,00 €+ 3.000,00 €
Zinsen p.a.- 300,00 €+ 105,00 €
Abgeltungsteuer (26,375 %)- 27,69 €
Ergebnis- 300,00 €77,30 €

Wie du an diesem einfachen Beispiel siehst, erwirtschaftest du bei einem Sparbetrag von 3.000,00 € lediglich 77,30 € im Jahr. Dahingegen kostet dich ein Dispositionskredit in gleicher Höhe bei 10 % Zinsen 300,00 € im Jahr.

Grundsätzlich solltest du schauen, dass dein Girokonto günstige Konditionen für den Dispo bietet. In unserem Girokontovergleich findest du eine passende Übersicht der aktuellen Konditionen.

Den Dispo Schritt für Schritt ausgleichen

Reicht dein Erspartes nicht, um den Dispo auszugleichen, kannst du Geld sparen und den Minusbetrag peu à peu verringern.

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Selbst wenn du nur 100 € pro Monat zurückzahlen kannst, brauchst du bei 2.000 € Minus inklusive Zinsen um die 2 Jahre, um deine Schulden zu begleichen. Dieser Weg erfordert Disziplin, da es vielen schwerfällt, ihre Ausgaben zu reduzieren.

Sind deine Fixkosten zu hoch, sodass du gar keinen Spielraum hast, bleibt nichts anderes übrig, als über einen Nebenjob Geld zu verdienen, um deine Einnahmen zu erhöhen.

💡 Unser Tipp: Ein Haushaltsbuch hilft dir dabei, deine Ausgaben besser im Blick zu behalten und unnötige Posten zu streichen.

Den Dispo mit einem Kredit ablösen

Du zahlst sehr hohe Dispozinsen? Bei guter Bonität solltest du überlegen, ob eine Umschuldung die bessere Option ist. Zwar sind Ratenkredite auch nicht kostenlos. Mitunter kommst du aber besser weg als mit einem überzogenen Dispo.

Nachfolgend stellen wir die Kosten eines Dispos mit 10 % Zinsen denen eines Ratenkredits mit einem 8,37 % gegenüber.

DispokreditRatenkredit
Kreditsumme3.000,00 €3.000,00 €
Zinssatz10,00 %8,37 %
Laufzeit3 Jahre3 Jahre
Rate (monatlich)100 €84,52 €
Restschuld nach 3 Jahren0 €0,00 €
Zinskosten nach 3 Jahren467 €402,85 €

Wie du siehst, zahlst du bei einem Dispo höhere Raten und hast am Ende höhere Zinskosten.

Welche Kreditart ist am besten geeignet?

Zum Ausgleich deines Dispos kannst du unterschiedliche Kreditarten wählen. Üblich sind Raten-, Umschuldungs- oder Rahmenkredite.

Ein Umschuldungskredit ist dabei nur ein zweckgebundener Ratenkredit. Doch die Zweckbindung lohnt sich, da einige Banken für Umschuldungen etwas bessere Zinsen als bei einem allgemeinen Ratenkredit bieten. Bei einer Umschuldung verändert sich dein Schuldenstand letztlich nicht, da du nur ein teures gegen ein günstigeres Darlehen tauschst . Deshalb haben Banken hier mit Blick auf deine Bonität etwas mehr Spielraum bei den Zinsen.

Bei einer Umschuldung nutzt du einen neuen Kredit, um deinen alten Kredit abzulösen – in diesem Fall den Dispositionskredit. In der Regel profitierst du von günstigeren Konditionen.

Meine Erfahrung als Banker zeigt, dass sich die meisten Kunden für einen klassischen Ratenkredit entscheiden. Allerdings kannst du auch einen Rahmenkredit nutzen, der günstigere Konditionen als der Dispo bietet.

Wo soll ich nach einer passenden Umschuldung für meinen Dispo suchen?

Bei der Suche nach einem Kredit bestehen heute viele Möglichkeiten. Dazu gehören:

  • Die eigene Hausbank
  • Eine andere Bank in der Nähe
  • Online-Banken
  • Kreditvermittler
  • Kreditvergleiche

Hierbei gilt: Je mehr Angebote du dir anschaust, desto besser wird dein Marktüberblick. Du kannst so leichter einschätzen, welche Zinssätze als günstig gelten und welche eher teuer sind.

Aus diesem Grund lohnt sich ein Kreditvergleich in besonderem Maße, weil du hier viele Angebote gleichzeitig unter die Lupe nehmen kannst. Grundsätzlich schadet es aber auch nicht, von der Hausbank ein zusätzliches Angebot einzuholen und es in deinen persönlichen Kreditvergleich einzubeziehen.

Einen Kreditvermittler kann ich dir nicht empfehlen. Hier zahlst du oftmals eine hohe Provision durch höhere Zinsen.

Restschuldversicherung: Ja oder nein?

Eine Restschuldversicherung sichert deine Kreditraten ab, wenn du diese gerade aufgrund von Arbeitslosigkeit oder Krankheit nicht bedienen kannst. Welche Risikofälle abgedeckt werden, hängt von deiner Auswahl beim Abschluss ab.

Hier eine Auswahl der Versicherungsbausteine:

  • Todesfall (oft Standard)
  • Arbeitsunfähigkeit
  • Arbeitslosigkeit
  • Kurzarbeit

Wenn du deinen Dispo ablösen möchtest, lohnt sich eine Restschuldversicherung nicht, da du dafür eine hohe Prämie zahlst. Die Kosten stehen dabei jedoch nicht im Verhältnis zur umfinanzierten Kreditsumme.

Wenn das nicht reicht: kostenlose Schuldnerberatung

Kaum ist dein Gehalt da, landest du gleich bei 0, weil Dispo und Schulden alles auffressen? Findest du keinen Weg aus Schulden heraus, ist professionelle Hilfe gefragt.

Diese Alarmsignale solltest du nicht ignorieren:

  • Deine Bank hat dich abgemahnt oder den Disporahmen gekündigt
  • Du bestreitest deinen Lebensunterhalt dauerhaft mit dem Dispo
  • Mahnungen häufen sich, und du weißt nicht mehr genau, wem du wie viel schuldest

Trifft davon mehr als eins zu, ist die Schuldnerberatung der richtige Schritt. Anerkannte Beratungsstellen werden von Kommunen, Ländern und Wohlfahrtsverbänden finanziert und sind kostenlos. Zu den anerkannten Trägern gehören etwa die Caritas, Diakonie, AWO, das DRK, der Paritätische, kommunale Stellen und Verbraucherzentralen.

Über die Webseite der Bundesarbeitsgemeinschaft Schuldnerberatung e.V. findest du kostenlose und anerkannte Schuldner- und Insolvenzberatungsstellen in deiner Nähe.

Die Berater verschaffen dir einen Überblick über alle Forderungen, verhandeln mit deinen Gläubigern, stellen bei Bedarf die P-Konto-Bescheinigung aus und begleiten dich, falls es doch auf ein Insolvenzverfahren hinausläuft.

Finger weg von dubiosen Kreditangeboten

Bist du überschuldet, gewährt dir keine seriöse Bank einen Kredit. Aus Verzweiflung ist es leicht, Betrügern oder Wucherern zum Opfer zu fallen. Diese werben unter anderem mit "Kredit ohne Schufa" und "Kredit in 5 Minuten" sowie mit "Kredit ohne Einkommensnachweise".

Solche Darlehen beinhalten jedoch entweder Wucherzinsen, oder es handelt sich um Betrüger, die Gebühren fordern, ohne jemals die versprochene Kreditsumme auszuzahlen. Unter anderem warnt auch die Verbraucherzentrale vor solchen Angeboten.

Schadet ein überzogener Dispo meinem Schufa-Score?

Der Dispo an sich beeinflusst weder den alten noch den neuen Schufa-Score, und selbst ein dauerhaft ausgereiztes Konto landet nicht automatisch als Negativeintrag bei der Schufa. Kritisch wird es erst, wenn die Bank dich mehrmals abmahnt.

Disponutzung bleibt Schufa verborgen

Räumt dir deine Bank einen Dispokredit ein, meldet sie das als Vertragsinformation an die Schufa. Das ist jedoch ein neutrales Merkmal, so wie dein Girokonto oder deine Kreditkarte. Es zieht also deinen Score nicht nach unten.

Was die Schufa dagegen nicht erfährt: wie hoch dein Minus gerade ist, wie oft du im Dispo warst und wie lange. Anders als beim Ratenkredit, wo dein Rückzahlungsverhalten dokumentiert wird, bleibt die tatsächliche Disponutzung für die Schufa unsichtbar.

Negativeintrag nur nach mehreren Mahnungen

Überziehst du den Dispo mehrere Monate, ohne auszugleichen, duldet das die Bank eine Weile. Erfolgt kein Ausgleich, bekommst du eine oder mehrere Erinnerungen und eine Aufforderung, dich beraten zu lassen.

Bleibst du untätig, kündigt dir die Bank den Dispo, sodass du den Betrag auf einmal zurückzahlen musst. Machst du das nicht, kündigt sie das Konto und meldet die Zahlungsstörung an die Schufa.

Und diese Meldung ist an strenge gesetzliche Hürden geknüpft. Nach § 31 Abs. 2 BDSG darf ein Negativmerkmal grundsätzlich erst übermittelt werden, wenn alle vier Punkte erfüllt sind:

  • Du hast mindestens zwei schriftliche Mahnungen erhalten.
  • Zwischen der ersten Mahnung und der Übermittlung liegen mindestens vier Wochen.
  • Spätestens mit der ersten Mahnung wurdest du auf die mögliche Schufa-Meldung hingewiesen.
  • Du hast die Forderung nicht bestritten.

Unser Tipp: Hol dir einmal im Jahr deine kostenlose Datenkopie nach Art. 15 DSGVO bei der Schufa. Du siehst dann schwarz auf weiß, was tatsächlich über dich gespeichert ist.

Häufige Fragen zum Dispoausgleich

Wie kann man den Dispo ausgleichen?

Ein Dispokredit lässt sich entweder durch Sparguthaben, durch eine Ratenzahlung oder einen Kredit ausgleichen. Bei der Kreditvariante besteht die Wahl zwischen einem Ratenkredit mit Abzahlung und einem Rahmenkredit.

Kann ich meinen Dispokredit überziehen?

Der Dispo ist eine Kreditlinie, die sich eigentlich nicht überziehen lässt. Gehen Abbuchungen nur wenige Euro über die Dispogrenze, duldet die Bank aus Kulanz häufig die Überziehung. Dafür fallen jedoch höhere Zinsen an.

Wie viel kostet eine Dispo-Umschulung?

Eine Dispo-Umschuldung ist im Normalfall nicht mit Zusatzkosten verbunden. Da ein Dispokredit jederzeit kostenfrei abgelöst werden kann, fallen danach nur die Zinsen und Tilgung für den Umschuldungskredit an.

Kann meine Bank den Dispo kündigen?

Banken sind berechtigt, deinen Dispokredit jederzeit zu kündigen. Im Normalfall erhalten Kontoinhaber eine Frist, innerhalb derer sie den Dispo komplett zurückführen müssen. Eine schnelle Kontaktaufnahme und Klärung mit der Bank kann die Kündigung womöglich abwenden.

David Stange
David Stange
Autor
Über den Autor
Seit über 18 Jahren schreibt David hauptberuflich Artikel für verschiedendste Finanzmedien. Er ist zwar ein "alter Hase", verfolgt aber gespannt jede Neuigkeit aus den Bereichen Banking, Kreditwesen und Geldanlage, um aus komplizierten Regeln verständliche Ratgeber zu formen. Sein Motto: "Finanzen kann jeder."

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