Was ist ein Depot? – Grundlagen, Unterschiede und Tipps

Du hast bereits mit dem Gedanken gespielt, in Anleihen, Aktien, ETFs, Rohstoffe oder andere Finanzprodukte zu investieren?

Dann sei dir versichert, dass du an dem Begriff Depot nicht vorbeikommen wirst.

Denn egal ob du mehr über Aktien erfahren möchtest, gerade deine Karriere als angehender Aktionär planst oder bereits investiert bist – ein Depot ist dein Weg, um in die Finanzwelt einzutauchen.

Mit diesem Artikel wollen wir dir folgende Fragen beantworten:

Inhalt

  • Was ist ein Depot?
  • Welche Funktion hat ein Depot?
  • Warum brauche ich ein Depot?
  • Was ist der Unterschied zwischen einem Depot und Verrechnungskonto
  • Lässt sich ein Depot auf andere Personen übertragen?

Außerdem verraten wir dir noch eine Strategie, wie du dein Aktiendepot aufbauen kannst.

Es lohnt sich also den ganzen Artikel zu lesen.

1. Was ist ein Depot? – Definition und Erklärung

Aktiendepot, Online Depot oder ETF Depot?

Wer am Anfang seiner Karriere als Investor und Aktionär steht, wird mit einer Fülle an Begriffen konfrontiert. Dabei kann schnell Unmut entstehen, der dazu führt, dass man sich der wichtigen Thematik rund um Finanzen und Vermögensaufbau entzieht.

Bevor wir uns also diesen einzelnen Begriffen widmen, ist es unser Ziel dir die Frage “Was ist ein Depot?” zu beantworten.

Beginnen wir mit der Definition.

Definition: Depot

Es gibt verschiedene Wege sich dem Thema Depot zu nähern.

Auf der einen Seite können wir die einfache Depot Definitionen verwenden.

Auf der anderen Seite können wir einen Blick in die Vergangenheit werfen.

Wir werden beides tun.

Woher stammt also der Begriff Depot und was war der ursprüngliche Zweck?

Das Wort Depot kommt aus dem Französischen und lässt sich mit “Lager” oder “Ablagerung” übersetzen.

Wahrscheinlich kennst du den Begriff des Depots bereits aus anderen Bereichen. So sind die Begriffe “Weindepot” aber auch “Waffendepot” bezeichnend für die Lagerung von Wein oder eben Waffen.

Die Depot Definition im Finanzbereich sieht so aus:

Ein Depot dient zur Verwahrung und Verwaltung deiner Wertpapiere.

Aktien werden in einem Depot verwahrt.
Auch Aktien von Amazon, Tesla, Apple & Co. werden in Depots verwahrt.

Aus diesem Grund wirst du auch häufig den Begriff Wertpapierdepot finden.

Kommen wir zurück zur Historie: Während es die Börse bereits seit Jahrhunderten gibt, existieren Computer und Konzepte wie das Online-Banking erst seit wenigen Jahren beziehungsweise Dekaden.

In unserem Artikel zur Frage “Was sind Aktien?” haben wir dir bereits gezeigt, dass Aktien Wertpapiere sind, die den Anteil an einer Aktiengesellschaft verbriefen.

Das heißt also, dass es sowohl Börsen, als auch Wertpapiere seit Jahrhunderten gibt. Nun musst du dir folgende Situation vorstellen:

Du kaufst im 19. Jahrhundert mehrere Aktien, das heißt Wertpapiere, einer Firma. Diese sind viel Geld wert und machen einen beachtlichen Teil deines Vermögens aus.

Aber wo kannst du diese nun sicher lagern und verwalten?

Du ahnst es bereits. Die Antwortet lautet: In deinem Depot.

Während das Depot früher also noch für die Verwahrung physischer Urkunden beziehungsweise Wertpapieren verwendet wurde, benutzen wir heute ein Online Depot.

2. Unterschied Aktiendepot, Online Depot, ETF Depot

Depot, Wertpapierdepot, Aktiendepot, Online Depot oder ETF Depot?

Wir haben fünf verschiedene Begriffe, die alle unterschiedlich sind und doch den gleichen Kern abdecken: Die Verwahrung des jeweiligen Vermögenswertes.

Worin besteht nun der Unterschied zwischen einem Aktiendepot, Online Depot oder ETF Depot?

Das Finanz-Depot

Der Begriff des Depots ist in der Finanzwelt gleichzusetzen mit dem Begriff eines Wertpapierdepots. Schließlich nutzt du dein Depot per Definition zur Verwahrung von Wertpapieren.

Nun sind Wertpapiere eben Dokumente, die deinen Anteil an einem Unternehmen verbriefen. Ein Depot ist also auch ein Aktiendepot, da du darin deine Aktien aufbewahrst.

Die Aufbewahrung und Verwaltung solcher Geschäfte wird digital abgewickelt, so dass wir nun auch vom Online Depot sprechen. In diesem Bereich gibt es viele Anbieter. Beispiele hierfür sind die Depots von comdirect, Trade Republic, SmartBroker, Consorbank oder der DKB.

Der Begriff des ETF Depot ist genauso zu behandeln wie ein Aktiendepot. Das heißt also, dass du in deinem Depot genauso ETFs verwahren kannst. Ein konkretes ETF Depot existiert also nicht.

Verwirrung im Depot?

Lass dich von den vielen Begriffen nicht verwirren. Ein Depot dient zur Verwahrung deiner Wertpapiere. Du kannst darin sowohl Anleihen, Aktien oder ETFs verwahren. Auch komplexere Finanzprodukte wie beispielsweise Derivate werden in deinem Depot verwahrt.

3. Warum ein Depot? – Die wichtigste Funktion im Überblick

Warum brauchst du ein Depot?

Im Grunde haben wir dir die Antwort bereits gegeben.

Ein Depot ist dein Weg zum Aktionär und der Beginn einer Karriere an der Börse. Mit einem Depot kannst du Anleihen, Aktien, ETFs, Rohstoffe und weitere Finanzprodukte verwahren und verwalten.

Das war auch bereits die gesamte Magie eines Depots. Du siehst also, dass ein Depot nicht kompliziert ist oder ein jahrelanges Studium benötigt.

Es ist einfach nur dein Werkzeug, um Wertpapiere zu verwahren.

Lass uns gemeinsam eine kleine Wette abschließen. Dabei geht es um eine Frage, die wir gleich stellen. Falls du dir bereits die Frage gestellt hast, hast du die Wette gewonnen.

Falls du sie gewinnst, darfst du dir auf die Schulter klopfen. Falls du sie verlierst, darfst du dir ebenfalls auf die Schulter klopfen.

Schließlich informierst du dich über wichtige Fragen im Zusammenhang mit dem Thema Geld anlegen und Vermögensaufbau.

Hast du dir schon einmal folgende Frage gestellt?

Ein Depot dient zur Verwahrung und Verwaltung deiner Wertpapiere. Aber wie kannst du die Wertpapiere kaufen bzw. verkaufen?

Anders formuliert:

Wie kommen die Wertpapiere eigentlich auf dein Depot?

4. Exkurs: Depot und Verrechnungskonto

Depot und Verrechnungskonto.

Bei dieser Kombination handelt es sich um zwei Begriffe, die unabdingbar zusammengehören.

Was ist das Verrechnungskonto

Das Verrechnungskonto ist also die fehlende Komponente, die es dir ermöglicht, Wertpapiere in dein Depot aufzunehmen.

Es gibt hierbei drei Prozesse, für die das Verrechnungskonto Verwendung findet.

1 Wertpapiere kaufen

Da das Depot deine Wertpapiere nur “aufnehmen” beziehungsweise lagern kann, benötigst du dein Verrechnungskonto für die Geldflüsse. Das heißt, dass die Bank die Kaufsumme deiner Wertpapiere vom Verrechnungskonto abbucht.

2 Wertpapiere verkaufen

Wenn du dich dazu entscheidest, Aktien oder andere Vermögenswerte aus deinem Depot zu verkaufen, fließt das Geld auf dein Verrechnungskonto. Dabei werden die Gebühren und Steuern in der Regel direkt abgezogen.

3 Zinsen und Dividenden

Wer beispielsweise Aktien aus dem DowJones oder DAX in seinem Depot hat, erhält mit hoher Wahrscheinlichkeit regelmäßig Dividenden. Diese landen ebenfalls auf deinem Verrechnungskonto.

5. Strategie: Aktiendepot aufbauen

Die Theorie zu einem Depot ist schnell erklärt.

Wie sieht aber eine gute Strategie aus, um ein Aktiendepot aufzubauen?

Zunächst solltest du dir die Grundlagen zum Thema Geld anlegen anschauen und diese verinnerlichen.

Wenn du also dein Anlageziel, -horizont, -typ und auch -betrag festgelegt hast, kannst du damit beginnen, dein Aktiendepot aufzubauen.

Beispiel
Dein Anlageziel ist es, deinem Kind mit 18 Jahren eine möglichst hohe Geldsumme zu übertragen. Da dein Kind bereits 8 Jahre alt ist, hast du noch einen Anlagehorizont von 10 Jahren. Du bist ein ausgewogener Anlagetyp, so dass Aktien für dich das optimale Verhältnis von Rendite und Risiko widerspiegeln.

Offen bleibt die Frage deines Anlagebetrags. Als gute Strategie erweist sich hierbei ein monatlicher Aufbau des Aktiendepots. Das heißt, dass du einen monatlichen Betrag definierst und diesen in deine persönliche Auswahl an Aktien investierst.

Alternativ hierzu kannst du auch einen ETF wählen, der deinen Bedürfnissen entspricht.

Wie schnell du damit ein gutes und renditestarkes Aktiendepot aufbauen kannst, kannst du selbst in unserem Sparplanrechner testen.

6. Depot übertragen: Was muss ich beachten?

Lässt sich ein Depot übertragen?

Welche Dinge du beachten musst, wenn es um das Thema Depotübertragung geht, zeigen wir dir jetzt

Depot übertragen: Welche Kosten gibt es?

Welche Kosten entstehen, wenn man ein Depot übertragen will?

Hierfür müssen wir unterscheiden, ob du dein bestehendes Depot übertragen willst, weil du deine Depotbank gewechselt hast oder ob du dein bestehendes Depot auf eine andere Person übertragen lassen möchtest.

Wir betrachten zunächst den Fall, dass du dein Depot übertragen möchtest, weil du die Bank gewechselt hast. Anders formuliert: Du bleibst der Inhaber des Depots.

Gute Nachrichten

Es ist kostenlos, dein Depot zu übertragen. Laut einem Urteil des Bundesgerichtshofs ist der Depotübertrag kostenlos. Entgelte für die Übertragung von Wertpapieren in dein anderes Depot sind unzulässig.

Du musst jedoch einen Aspekt berücksichtigen:

Übertragungsdauer

Während dein Depot übertragen wird, kannst du die darin enthaltenen Aktien nicht handeln.

Depot auf andere Person übertragen

Was aber passiert, wenn du dein Depot auf eine andere Person übertragen möchtest?

Grundsätzlich entspricht der Übertrag deines Depots auf eine andere Person einem Verkauf nach §43 Abs. 1 S. 4 EStG. Damit handelt es sich um ein steuerlich relevantes Ereignis.

Depot an Kinder übertragen

Nehmen wir nun an, dass du dein Depot an deine Kinder übertragen willst. Gehen wir also davon aus, dass der Depotübertrag erfolgt, ohne dass du den Gegenwert als Zahlung erhältst.

Dieses Szenario ist vom Gesetzgeber vorhergesehen.

Bei einem Depotübertrag an die Kinder oder den Ehepartner sind grundsätzlich keine Steuern zu entrichten.

Es handelt sich dann um eine Schenkung oder Vererbung. Das zuständige Finanzamt wird hierbei über den Depotübertrag informiert.

7. Fazit: Was ist ein Depot? – Aktiendepot, ETF Depot und Online Depot

Damit sind wir am Ende des Artikels mit der Frage “Was ist ein Depot?”. Hier noch einmal die wichtigsten Lessons Learned für dich zum Mitnehmen:

  • Der Begriff Depot kommt aus dem Französischen und heißt “Lager”.
  • Ein Depot dient zur Verwahrung und Verwaltung deiner Wertpapiere.
  • Historisch gesehen wurden Depots zur physischen Verwahrung von Wertpapieren verwendet. Heute läuft dieser Prozess digital über ein Online Depot.
  • Ein Depot benötigt immer ein Verrechnungskonto.
  • Ein Verrechnungskonto dient zur Abwicklung der Zahlungsflüsse.
  • Es ist möglich ein Depot zu übertragen. Dieser Prozess ist per Gesetz kostenlos.

Lasse dich also nicht von der Vielfalt der Begriffe verwirren. Mach dir bewusst, dass ein Wertpapierdepot, Aktiendepot, Online Depot oder auch ETF Depot immer die gleiche Bedeutung haben.

Wir wünschen dir nun vor allem viel Erfolg auf deinem Weg zum Aktionär und Investor. Mit deinem eigenen Depot gehst du den ersten Schritt und setzt somit den Grundstein für einen langfristigen Vermögensaufbau.

Wenn du noch Freunde hast, mit denen du gemeinsam den Weg des Aktionärs bestreiten möchtest, teile diesen Artikel gerne mit ihnen!

8. FAQ – Häufig gestellte Fragen zum Depot

1 Gibt es für Aktiendepots eine Einlagensicherung?

Für ein Depot gilt keine Einlagensicherung. Dies ist auch nicht notwendig, da es sich bei Wertpapieren nicht um klassische Einlagen bei einer Bank handelt. Zu Einlagen zählen Gelder, die ein Kunde bei einer Bank platziert hat. Beispiele hierfür sind Gelder auf dem Girokonto, Tagesgeldkonto, Festgeldkonto oder Sparbüchern. Dein Geld kannst du also nur “verlieren”, wenn das Unternehmen dessen Aktien du gekauft hast, insolvent geht.

2 Was ist eine Depotnummer?

Eine Depotnummer ist, wie der Name bereits erahnen lässt, die Nummer deines Depots. Du benötigst die Depotnummer um Wertpapiere von einem Depot auf ein anderes Depot zu übertragen. Für den Kauf beziehungsweise Verkauf von Wertpapieren ist dein Verrechnungskonto verantwortlich.

3 Was ist Depot sparen?

Unter dem Begriff Depot sparen versteht man den regelmäßigen Kauf von Wertpapieren, die im Depot verwahrt werden. Es handelt sich also um eine Strategie, bei der über einen langfristigen Zeitraum regelmäßig Aktien oder vergleichbare Finanzprodukte gekauft werden.

Mirco Recksiek

Nachdem ich bereits mit 15 Jahren mein erstes Portfolio aufgebaut habe, hat der Finanzmarkt mein Leben bestimmt. Nach meiner Bankausbildung und meinem Master in BWL habe ich dann mit CryptoMonday und Bitcoin2Go die beiden wohl bekanntesten Krypto-Plattformen im deutschsprachigen Raum ins Leben gerufen. Mein Ziel ist es, jedem das Thema Finanzen näher zu bringen, um sich mit Aktien, ETFs aber auch Kryptowährungen für das Alter zu wappnen.

     

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