Wie du dir mit wenig Geld ein Vermögen aufbauen kannst

Weder in der Schule, noch an der Universität, wird uns beigebracht, wie man ein Vermögen aufbaut – leider.

Der Durchschnittsdeutsche würde behaupten: Spare dein Geld!

Sparen ist jedoch nur ein Teilaspekt für einen erfolgreichen Vermögensaufbau.

Geld lieblos auf einem Bankkonto verweilen zu lassen bringt dir nichts und wird durch eine inflationäre Geldpolitik sogar noch ständig entwertet. Effektiv verlierst du Kapital.

Um jedoch Vermögen aufzubauen, musst du den Zyklus des Geldes kennen.

1. Verstehe den Geldzyklus zum Vermögensaufbau

Die 3 Grundsätze der Sprache des Geldes unterlaufen folgendem Zyklus:

  1. Geld verdienen
  2. Geld sparen
  3. Geld vermehren

Schauen wir uns die einzelnen Teilaspekte kurz an:

1. Geld verdienen

Die Grundlage – simpel. Ein Job, der dir ein regelmäßiges Einkommen sichert.

2. Geld sparen

Wer Stufe 1 “Geld verdienen” gemeistert hat, scheitert häufig schon an Stufe 2 des Zyklus, dem “Sparen des Geldes”.

Schon im Kindesalter werden wir konditioniert, dass wir Dinge sofort erhalten, sobald wir danach begehren. Sei es ein Eis oder regelmäßige Geschenke zu Feiertagen. Ein Charakterzug des Menschens ist es, Dinge sofort besitzen zu wollen, was mit einer gewissen Ungeduld einher geht.

Diese Ungeduld führt dazu, dass wir uns Gegenstände häufig sofort nach Geldeingang kaufen. Wir kaufen also, sobald wir uns Gegenstände leisten könnten.

Ein typischer Fehler.

Frage: Was hast du mit deinem ersten Lohn angestellt?

Wahrscheinlich hast du dir sofort neue Kleidung für den Job gekauft oder ein technisches Gerät als Belohnung für deinen ersten Lohn.

Genau diese Einstellung, die sich häufig durch das gesamte Leben zieht, führt dazu, dass der Kontostand der meisten Menschen bis ins hohe Alter ständig um 0 € schwankt. Geld kommt, Geld geht. Dein Geld sofort nach Eingang auszugeben führt langfristig zu Armut und Frustration.

90% der Dinge, die du kaufst, benötigst du nicht. Allerdings ist das Leben auch zu kurz und kostbar, um penibel auf alles zu verzichten und um extrem minimalistisch zu Leben.

Die Frage, die du dir stellen solltest, ist:

Mit welchem Geld kaufst du dir deine Gegenstände?

Vermögende Menschen kaufen sich die Gegenstände nicht von ihrem nächsten Einkommen, sondern mit dem Geld, welches durch die angesparten Vermögenswerte erwirtschaftet wird. Das ist der entscheidende Grund, weshalb du sparen solltest, um ein Vermögen aufzubauen.

Spoileralarm

Später im Artikel geben wir dir Richtgrößen, wie viel Geld du von deinem Einkommen monatlich ansparen solltest.

Sparen ist die wichtigste Tugend für Personen, die mit wenig Geld ein Vermögen aufbauen wollen.

3. Geld vermehren

Beim Geld vermehren handelt es sich um das korrekte Investieren des angesparten Betrages. Fange am besten mit unseren Artikeln Geld anlegen oder Geld investieren an, um den ersten Schritt in Richtung Investor und erfolgreicher Anleger zu setzen.

Kurzum:
Finanziere dir deine nicht lebenswichtigen Gegenstände mit dem Geld, welches deine angesparten Vermögensgegenstände als Rendite abwerfen und nicht mit deinem regelmäßigen Einkommen.

2. Das wahre Problem beim Vermögensaufbau

Wie sieht dein Ideal vom finanziellen Wohlstand aus?

Dies ist eine sehr individuelle und subjektive Fragestellung, die jeder für sich selbst beantworten muss.

Willst du eher vermögend werden wie Elon Musk oder reichen dir auch 100.000 Euro oder 50.000 Euro auf deinem Girokonto?

Letztendlich hängt deine Antwort stark mit deiner Lebenssituation und deinen Bedürfnissen zusammen. Nichtsdestotrotz hören wir bei der Beantwortung der Frage häufig die Formulierung der “finanziellen Unabhängigkeit”.

Viele denken, dass man ab der magischen Grenze von 1 Mio. Euro finanziell unabhängig sei. Finanziell unabhängig ist man jedoch nur dann, wenn man von den regelmäßigen Gewinnen der Investments leben kann. Wie hoch dieser regelmäßige, totale Gewinn sein muss, hängt wiederum stark von deinen Ausgaben ab.

Sind deine Ausgaben hoch, benötigst du entweder ein großes Vermögen mit einer kleinen bzw. moderaten Rendite oder ein mittleres Vermögen mit einer eher hohen Rendite. Wenn du dich gerade im Vermögensaufbau befindest, dann wird dein investiertes Vermögen keine signifikanten Summen bisher erreicht haben. Dies bedeutet, dass deine Stellschraube vor allem auf der Ausgabenseite liegt.

Dies impliziert, dass finanzieller Wohlstand viel mehr etwas mit den Ausgaben zu tun hat, als mit dem eigentlichen Vermögen.

Wenn du bereits jetzt Probleme hast mit deinem aktuellen Einkommen auszukommen, dann wirst du mit einer hohen Wahrscheinlichkeit auch Geldprobleme besitzen, wenn sich dein Einkommen verdoppelt oder verdreifacht. Ein höheres Einkommen bedeutet bei den meisten Menschen auch direkt höhere Ausgaben. Dies liegt vor allem an einem Faktor und das bist du und dein Geld-Management. Das ist das wahre Problem beim Vermögensaufbau.

Halten wir fest: Finanzieller Wohlstand hat vielmehr etwas mit den Ausgaben zu tun, als mit dem eigentlichen Vermögen.

Dieses Problem kann mit einer einfachen Strategie angegangen werden.

3. Vermögensaufbau beginnt und endet mit einer Strategie

Die effektivste Strategie um den Vermögensaufbau voranzutreiben ist die Erstellung eines Haushaltsplans. Analysiere deine Einnahmen- und Ausgabenseite.

Die Mehrheit der Menschen besitzt keinen Überblick über die eigene Finanzlage. Die typischen Begründungen gegen einen Haushaltsplan sind: Keine Lust, keine Einsicht der Notwendigkeit, Angst vor der Realität oder Gleichgültigkeit.

Beim Aufbauen eines Vermögens geht es um Kontrolle, gerade wenn einem nur begrenzte finanzielle Mittel zur Verfügung stehen. Es geht um Zahlen, Daten, Fakten. Man sollte genau wissen wie viel man jeden Monat für Miete, Versicherungen, Nahrungsmittel, Transportmittel und Kleidung auf der Soll-Seite aufwendet.

Die Berechnung der Haben-Seite ist oftmals weitaus einfacher, denn hier handelt es sich um dein monatliches Netto-Gehalt oder einen ähnlichen finanziellen Zufluss wie staatliche oder elterliche Hilfe. Am Ende erhältst du ein Saldo, also einen Einnahmenüberschuss oder ein Ausgabendefizit.

Challenge yourself!

Einen Berg besteigt man Etappe für Etappe. Beginne doch einfach die nächsten 7 Tage penibel auf deine Ausgaben zu achten und frage dich, ob die jeweiligen Ausgaben wirklich notwendig sind.

Dein Ziel sollte selbstverständlich ein Einnahmenüberschuss sein, denn nur so weißt du, wie viel Geld du jeden Monat überhaupt investieren kann. Egal wie groß der Betrag zum Sparen ist, jeder Cent zählt und summiert sich über die Zeit auf. Es ist ein Fehler nicht zu investieren, weil einem der Betrag zu gering vorkommt.

Natürlich haben wir auch eine Antwort parat, wie hoch deine Sparquote für den Vermögensaufbau sein sollte.

4. Die richtige Sparquote zum konstanten Vermögensaufbau

Beginnen wir diese Sektion mit einem der bekanntesten Zitate aus der Finanzwelt von Warren Buffett:

“Do not save what is left after spending, but spend what is left after saving”

Damit meint einer der reichsten Menschen der Welt, dass man zu aller erst von seinen Einnahmen einen Sparbetrag abziehen sollte und erst danach sollte man den restlichen Geldbetrag für die täglichen Ausgaben nutzen.

Mit Hilfe eines gut geführten Haushaltsplans sollte man seinen Einnahmenüberschuss kennen. Dies ist der maximale Betrag, den man monatlich investieren könnte. Damit man dies auch macht, bietet sich eine automatische Lastschrift oder ein Dauerauftrag an. Dieser sollte monatlich nach Gehaltseingang direkt eingezogen werden. Somit muss man weniger diszipliniert agieren, denn der automatische Einzug, z.B. zu einem Depot mit ETF-Sparplan, erledigt den Rest.

Die Höhe der Sparquote ist sehr individuell. Folgende Sparquoten, in Abhängigkeit vom Gehalt, können wir dir Nahe legen:

Jahreseinkommen BruttoEmpfohlene Sparquote
bis 30.000 €8%
30.000 – 50.000 €10%
50.000 – 150.000 €15%
150.000 – 300.000 €20%
mehr als 300.000 €30%+

Mit einem höheren Einkommen ist es leichter einen größeren prozentualen Anteil des Gehaltes anzusparen. Die grundlegenden, privaten Konsumausgaben sind für viele von uns sehr ähnlich. Seien es Nahrungsmittel, Post- und Telekommunikationskosten oder die Gesundheitskosten.

Das statistische Bundesamt hat eine interessante Aufschlüsselung der durchschnittlichen Konsumausgaben pro Person und Haushalt erhoben.

Tabelle mit Details zu Konsumausgaben von Privathaushalten
Struktur der Konsumausgaben privater Haushalte nach dem Haushaltstyp 2018

Man erkennt gut, dass eine alleinlebende Person im Schnitt 1706 € benötigt, um alle monatlichen Konsumausgaben zu decken. Diese Mindestkosten hat ungefähr jeder von uns zu tragen. Mit einem steigenden Einkommen, weiter über den 1706 €, verbessert sich auch die Möglichkeit eine höhere Sparquote zu erreichen.

Eine höhere Sparquote bedeutet, dass du dir schneller ein Vermögen aufbauen kannst. Eine monatliche Sparquote von 20% würden wir als Zielquote ansehen.

Gemäß Statistischem Bundesamt beträgt die durchschnittliche Sparquote in Deutschland ca. 10%. Die Sparquote der deutschen hat sich über die letzten Jahre wie folgt entwickelt laut BVR-Studie.

Sparquote zusammengefasst

Also, versuche mindestens eine Sparquote von 10% einzuhalten. Dein Ziel für einen gezielten Vermögensaufbau mit wenig Geld sollte eher gen 20% angesetzt werden, insofern es dir möglich ist.

5. Fazit: Erspare dir ein Vermögen mit Disziplin

Auch wenn du nur ein geringes oder durchschnittliches Einkommen besitzt, ist es dir möglich ein Vermögen aufzubauen.

Eine signifikante Änderung deines Einkommens ist eher unrealistisch. Realistisch ist jedoch das verstärkte Sparen. Hierzu benötigst du eine genaue Aufschlüsselung deiner Einnahmen und Ausgaben, sprich – einen Haushaltsplan.

Versuche am Anfang des Monats sofort einen fixen Sparbetrag zurückzulegen z.B. über einen Dauerauftrag am Monatsbeginn zu einem ETF-Sparplan deiner Wahl. Erst danach sollten alle deine Ausgaben beglichen werden. Zahle quasi erst dir selbst ganz diszipliniert ein (Spar-)Gehalt, bevor du alle anderen Rechnungen begleichst.

Deine Sparquote vom Bruttolohn sollte mindestens 10% betragen, wir empfehlen für einen gezielten Vermögensaufbau mit schmalen Geldbeutel eher 20%. Falls es weniger als 10% sein sollten, dann zögere nicht und fang trotzdem mit dem Sparen an – jeder Cent zählt.

Mit den Gewinnen deines Vermögens kannst du dir anschließend Anschaffungen leisten, die über den normalen Konsum hinausgehen.

Wie du dein Vermögen gezielt vermehrst, erklären wir dir in den Grundlagenartikeln „Geld anlegen“ sowie „Geld investieren“.

Wir wünschen dir einen sparsamen Tag, damit dein Vermögen zügig anwächst!

FAQ – Häufig gestellte Fragen zum Thema Vermögensaufbau

1 Wie lautet der Grundsatz, um sich ein Vermögen mit wenig Geld aufzubauen?

Geld muss einem Zyklus folgen, damit du ein signifikantes Vermögen aufbauen kannst. 1. Geld verdienen, 2. Geld sparen, 3. Geld vermehren.
Gerade Schritt 2 ist für Personen mit keinem oder einem geringen Einkommen sehr wichtig. Hier sollte der Fokus gesetzt werden. Sparen erfordert viel Disziplin.

2 Was ist der erste Schritt, um den Vermögensaufbau zu starten?

Zu Beginn benötigst du einen klaren Überblick deiner Finanzen. Erstelle dir einen Haushaltsplan mit all deinen monatlichen Einnahmen und Ausgaben. Wenn du einen Einnahmenüberschuss hast, dann ist dies ein guter Hinweis für deine ungefähre Sparquote.

3 Sparen fällt mir schwer, gibt es hier eine disziplinarische Maßnahme?

Wir empfehlen dir einen monatlichen Dauerauftrag zu einem ETF-Sparplan einzurichten. Das Geld sollte unmittelbar nach Gehaltseingang abgezogen werden, sodass du nicht in die Versuchung gerätst, das Geld für Belanglosigkeiten auszugeben.

4 Welche Sparquote ist zu empfehlen für einen gezielten Vermögensaufbau?

Wir empfehlen dir mindestens 10% von deinem Bruttolohn anzusparen. Die Zielgröße für einen zügigen Vermögensaufbau liegt bei 20%. Jeden Monat.

Florian Döhnert-Breyer

Ich bin einer der Gründer von Finanzwissen. Seit über 13 Jahren investiere ich aktiv und erfolgreich in der Finanzwelt. Sowohl mein M. Sc. in BWL/Finanzökonomie, als auch meine unternehmerischen Erfahrungen als Serien-Gründer mit Exit helfen mir, fundierte Investment-Entscheidungen zu treffen. Ich befinde mich mittlerweile auf einem Niveau, dass ich mein angehäuftes Wissen mit guten Gewissen mit euch teilen kann.

     

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