
Xtrackers senkt Gebühren: Günstigster FTSE All-World ETF kostet jetzt nur noch 0,07 %
Der Preiskampf bei den großen Welt-ETFs hat eine neue Runde. Seit dem 1. Juni 2026 kostet der Xtrackers FTSE All-World UCITS ETF 1C (ISIN IE000L6ZMMC4) nur noch 0,07 Prozent TER pro Jahr – vorher waren es 0,12 Prozent. Damit ist er der günstigste FTSE-All-World-ETF in Europa. Aufgelegt wurde der Fonds erst im April. Zwei Monate später dreht die DWS schon wieder an der Preisschraube.
Das Wichtigste in Kürze
- Der Xtrackers FTSE All-World UCITS ETF 1C senkt seine TER von 0,12 % auf 0,07 % zum 1. Juni 2026.
- Damit ist er aktuell der günstigste ETF auf den FTSE All-World – günstiger als Vanguard (0,19 %), Invesco (0,15 %) und iShares (0,12 %).
- Es gibt ihn bislang nur thesaurierend, einen Ausschütter führt Xtrackers (noch) nicht.
- Der Fonds ist mit rund 20 Mio. € noch winzig und hält per Sampling deutlich weniger Titel als die Konkurrenz.
Was Xtrackers da genau gemacht hat
Die Rechnung ist simpel: Wer einen Index möglichst günstig abbilden will, gewinnt Kunden über den Preis. Genau das fährt die DWS mit ihrer ETF-Marke Xtrackers jetzt sehr offensiv. Erst kam der Fonds im April mit 0,12 Prozent auf den Markt und unterbot damals schon Vanguard und Invesco. Und jetzt legt die DWS noch einmal 0,07 Prozent nach.
Rechnest du die Transaktionskosten innerhalb des Fonds mit ein, landest du bei rund 0,10 Prozent Gesamtkosten pro Jahr. Bei 10.000 Euro Anlagesumme sind das ungefähr 10 Euro jährlich. Klingt nach wenig, und das ist es kurzfristig auch. Über 20 oder 30 Jahre summiert sich jeder Zehntelprozentpunkt aber spürbar – genau deshalb ist die Senkung mehr als eine Marketing-Randnotiz.
- Mehr als 2.000 kostenlose ETF-Sparpläne
- Prime ETF kostenlos kaufen
- Kostenlose Sparpläne ab 1 €

Mehr zum Thema laufende Kosten findest du in unserem Überblick zu den ETF-Kosten.
Kostenvergleich der FTSE-All-World-ETFs
| ETF | ISIN | Ertragsverwendung | TER p.a. | Fondsvolumen |
|---|---|---|---|---|
| Xtrackers FTSE All-World UCITS ETF 1C | IE000L6ZMMC4 | thesaurierend | 0,07 % | ~ 20 Mio. € |
| iShares FTSE All-World UCITS ETF | IE00097WZHZ9 | thesaurierend | 0,12 % | ~ 20 Mio. € |
| Invesco FTSE All-World UCITS ETF | IE000716YHJ7 | thesaurierend | 0,15 % | ~ 3.300 Mio. € |
| Invesco FTSE All-World UCITS ETF | IE0000QLH0G6 | ausschüttend | 0,15 % | ~ 250 Mio. € |
| Vanguard FTSE All-World UCITS ETF | IE00BK5BQT80 | thesaurierend | 0,19 % | ~ 40.500 Mio. € |
| Vanguard FTSE All-World UCITS ETF | IE00B3RBWM25 | ausschüttend | 0,19 % | ~ 22.500 Mio. € |
Die Zahlen zeigen zwei Dinge auf einen Blick. Erstens: Beim reinen Preis ist Xtrackers vorn. Zweitens, und das ist der Haken: Vanguard verwaltet über beide Anteilsklassen hinweg mehr als 60 Milliarden Euro, Xtrackers gerade einmal 20 Millionen. Größer ist hier nicht automatisch besser – aber relevant. Dazu gleich mehr.
Günstig heißt nicht automatisch besser
Jetzt kommt der Teil, den die reine TER-Schlagzeile gern unterschlägt. Für deine Rendite zählt am Ende nicht die ausgewiesene Gebühr, sondern die Tracking-Differenz – also wie sauber der ETF seinen Index tatsächlich nachbildet. Ein Fonds mit 0,07 Prozent TER kann hinter einem mit 0,19 Prozent zurückbleiben, wenn er beim Tracking patzt.
Und beim Xtrackers gibt es einen zweiten Punkt: Er hält aktuell nur rund 1.690 Titel. Zum Vergleich – Vanguard bildet den FTSE All-World mit 3.782 Positionen ab, iShares mit 2.669, Invesco mit 2.314. Xtrackers fährt also ein deutlich stärkeres Sampling. Bei einem so jungen Fonds ist das normal, mit wachsendem Fondsvolumen kommen üblicherweise Titel dazu. Beweisen muss der Fonds das aber erst noch.
Was heißt das für Anleger?
Erst mal: Ruhe bewahren. Wenn du bereits einen Vanguard- oder Invesco-FTSE-All-World im Depot hast, ist ein Verkauf nur wegen der Gebühr meist ein schlechtes Geschäft. Du realisierst Gewinne, zahlst Abgeltungssteuer und gibst den Zinseszins auf dem versteuerten Betrag auf. Der Steuer-Nachteil frisst die Gebührenersparnis über Jahre locker wieder auf.
Sinnvoller ist der Weg über neue Sparraten:
- Bestände behalten, nicht aus Kostengründen umschichten.
- Neue Sparpläne oder Käufe auf den günstigeren ETF lenken, wenn du den Preisvorteil mitnehmen willst.
- Vorher prüfen, ob dein Broker den Fonds sparplanfähig und idealerweise kostenlos anbietet, das ist bei so neuen ETFs nicht selbstverständlich. Den passenden Anbieter findest du in unserem ETF-Sparplan-Vergleich.
Tipp für thesaurierende ETFs: In Deutschland greift bei Thesaurierern die Vorabpauschale. Halte etwas Liquidität auf dem Verrechnungskonto, damit dein Broker die Steuer Anfang des Jahres einziehen kann – sonst verkauft er im Zweifel Anteile.
Der Wettkampf um ETF-Sparer geht los
Mit 0,07 Prozent setzt Xtrackers eine neue Bestmarke im FTSE-All-World-Segment, und der Druck auf Vanguard und Invesco wächst weiter. Aus Anlegersicht ist dieser Preiskampf schlicht gut – günstiger investieren, ohne etwas dafür zu tun. Es erinnert ein wenig an den Konkurrenzkampf der Tagesgeldkonten. Auch hier überbieten sich die Anbieter gerade, um möglichst viele Sparer für sich zu gewinnen.
Um den ETF derzeit als alleinigen Baustein im Portfolio zu haben, ist er noch zu jung, zu klein und beim Sampling zu dünn besetzt. Wer den niedrigsten Preis will und ein paar Jahre Geduld mitbringt, kann neue Sparraten hier parken. Wer Stabilität und Historie schätzt, fährt mit Vanguard weiterhin völlig richtig. Beobachten lohnt sich auf jeden Fall. Spannend ist auch die Frage, ob Vanguard und Invesco bei der Gebühr kontern.

