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Paar vergleicht Kredite zur Umschuldung

Die Umschuldung ermöglicht dir die Optimierung deiner Kredite

Die Umschuldung eines Kredits kann eine sinnvolle finanzielle Entscheidung sein. Oftmals stehen Menschen vor der Herausforderung, dass sie viele kleinere Darlehen abgeschlossen haben. Gerade bei der Finanzierung einer Immobilie oder zur Optimierung der eigenen Finanzen empfiehlt sich hier eine Umschuldung des Darlehens.

In diesem Artikel zeige ich dir, wann du einen Kredit umschulden solltest. Hierbei geht es oftmals nicht nur darum, möglichst viele Zinsen zu sparen, sondern auch um die Optimierung der eigenen BonitÀt.

1. Was ist eine Umschuldung?

Im Bankwesen spricht man von einer Umschuldung oder Umfinanzierung eines Darlehens, wenn ein laufender Kredit in einen neuen Kredit umfinanziert wird.

Hierbei nimmst du also ein neues Darlehen bei einer anderen Bank oder der gleichen Bank auf, um den bestehenden Kredit abzulösen. HÀufig empfehlen Banken die Umfinanzierung, um mehrere kleine Kredite zu einem Kredit zusammenzufassen.

Bei einer Umfinanzierung wird ein bestehendes Darlehen abgelöst und durch eine neue Finanzierung ersetzt. Oftmals wird eine Umschuldung auch genutzt, um mehrere kleine Darlehen in einem grĂ¶ĂŸeren Kredit zu vereinen.

Eine Umschuldung ergibt immer dann Sinn, wenn sich die Konditionen fĂŒr dich verbessern. Viele Kreditnehmer achten hierbei lediglich auf den Zinssatz der neuen Finanzierung. Allerdings kann es vorkommen, dass die absolute Zinslast durch eine Umfinanzierung steigt.

Worauf du bei einer Umfinanzierung achten solltest, zeige ich dir im weiteren Verlauf dieses Beitrags.

2. Welche GrĂŒnde zur Umfinanzierung gibt es?

Viele Menschen assoziieren eine Umfinanzierung mit sinkenden Zinsen. Allerdings gibt es in der Praxis zahlreiche GrĂŒnde, die fĂŒr eine Umschuldung eines Kredits sprechen.

Meine Erfahrung im KreditgeschĂ€ft zeigt, dass folgende GrĂŒnde fĂŒr eine Kreditumschuldung sprechen:

  • Zinsoptimierung: Durch eine Umfinanzierung kannst du deine effektive Zinslast verbessern. Dies ist der Fall, wenn der Effektivzinssatz des neuen Darlehens niedriger ist.
  • Ratenanpassung: Mit einer Umfinanzierung kannst du deine monatliche Belastung reduzieren oder erhöhen. Dies lĂ€sst sich durch eine Darlehenslaufzeit erreichen.
  • Kreditzusammenfassung: Hast du viele kleinere Darlehen, dann kannst du diese mit einem neuen, grĂ¶ĂŸeren Darlehen ablösen.
  • BonitĂ€t: Auskunfteien erfassen, wie viele Darlehen du besitzt. Eine hohe Anzahl an Krediten kann deine BonitĂ€t reduzieren, sodass sich eine Umfinanzierung lohnen kann.

Im Folgenden zeige ich dir, welche GrĂŒnde fĂŒr eine Umschuldung sprechen.

Mit einer Umschuldung von gĂŒnstigeren Konditionen profitieren

Die Konditionen fĂŒr Kredite variieren basierend auf den folgenden Faktoren:

  • Aktueller Leitzins
  • AktionszinssĂ€tze bei Banken
  • Persönliche BonitĂ€t
  • Art des Darlehens
  • Darlehenshöhe und -laufzeit
  • Hinterlegte Sicherheiten

Wie du dir sicherlich denken kannst, verÀndern sich die Darlehenskonditionen basierend auf der aktuellen konjunkturellen Lage.

Mithilfe des Leitzinses steuert die EuropĂ€ische Zentralbank direkt die Kreditnachfrage. Bei niedrigen Leitzinsen sind Verbraucher und Unternehmen eher am Fremdkapital interessiert. Dahingegen sorgen steigende Leitzinsen fĂŒr höhere Kreditzinsen und somit fĂŒr eine sinkende Nachfrage.

Doch neben den aktuellen Rahmenbedingungen verĂ€ndert sich auch deine finanzielle Situation. Im besten Fall kannst du deine BonitĂ€t verbessern. FĂŒr Banken ist das Kreditausfallrisiko geringer und die dir angebotenen Konditionen sind attraktiver.

Will eine Bank das eigene KreditgeschĂ€ft stĂ€rken, kann es auch besonders gĂŒnstige Finanzierungskonditionen geben. AktionszinssĂ€tze sind immer attraktiv und oftmals gĂŒnstiger als bestehende Konditionen.

Hast du die Chance, eine Finanzierung mit einem effektiven Zinssatz von beispielsweise 5,99 % in einen Kredit mit einem gĂŒnstigeren Zinssatz von 3,99 % umzuschulden, dann ergibt hier die Umschuldung durchaus Sinn.

Mit einer Umschuldung kannst du die Fremdkapitalkosten, also den effektiven Kreditzins verbessern. HierfĂŒr solltest du die Konditionen deines aktuellen Darlehens mit denen des neuen Kredits vergleichen.

Durch eine Umschuldung kannst du deine Rate anpassen

Deine finanzielle Situation verlÀuft nicht linear. Vielmehr kann es vorkommen, dass sich deine Einkommenssituation durch Trennungen, Familienzuwachs oder Arbeitgeberwechsel verÀndert.

So kann dein Einkommen steigen oder sinken. Dies hat natĂŒrlich unmittelbare Auswirkungen auf deine laufenden Verbindlichkeiten. Durch eine Umschuldung kannst du hier deine bestehenden Darlehen anpassen und deine monatlichen Ratenzahlungen senken oder erhöhen.

Durch meine Erfahrungen im Kreditbereich kann ich dir sagen, dass diese Herausforderung fast jeden treffen kann. Verschlechtert sich deine Einkommenssituation, dann solltest du vor den ersten RatenausfÀllen aktiv werden und dich mit einer Umschuldung auseinandersetzen.

Bei einem Umschuldungskredit kannst du komplett neue Konditionen vereinbaren. So kannst du die Darlehenslaufzeit reduzieren oder erhöhen. Außerdem kannst du eine Ballonfinanzierung vereinbaren und somit von niedrigeren, laufenden Raten profitieren. Die Möglichkeiten zur Darlehensgestaltung sind unzĂ€hlig und bieten dir ein gewisses Maß an FlexibilitĂ€t.

Ein einmal abgeschlossener Kredit ist dahingegen eher unflexibel. Gerade bei Autokrediten oder klassischen Ratenkrediten gibt es nur wenige Möglichkeiten, um die eigene Belastung anzupassen.

Hier eignet sich das Umschuldungsdarlehen. Willst du deinen Kredit schneller zurĂŒckzahlen und kannst keine Sonderzahlungen leisten, dann schulde dein Darlehen um. WĂ€hle hier eine höhere Tilgung, um schneller schuldenfrei zu werden.

Willst du dahingegen deine monatliche Belastung reduzieren, dann erhöhe die Darlehenslaufzeit. Beachte hierbei allerdings auch die höhere Zinsbelastung. Durch eine höhere Laufzeit steigt der absolute Zinsanteil deiner Finanzierung an.

Fasse mehrere Kredite zu einer Finanzierung zusammen

Wenn du mehrere kleine Darlehen hast, kann sich die Zusammenfassung in einen Kredit lohnen. Das hĂ€ngt zwar maßgeblich von der Kreditart ab, doch vor allen Dingen Kredite ohne Sicherheiten lassen sich hier einfach umfinanzieren.

Unbesicherte Darlehen wie Ratenkredite, Dispositionskredite und Studienkredite lassen sich hervorragend umfinanzieren. Etwas komplizierter kann die Umfinanzierung dahingegen bei einem zweckgebundenen Kredit wie einer Baufinanzierung sein.

Viele Kreditnehmer bevorzugen es, wenn statt zahlreichen kleinen Abbuchungen eine grĂ¶ĂŸere Abbuchung erfolgt. So hat man schlicht und ergreifend einen besseren Überblick ĂŒber seine Finanzen.

Zudem sind kleinere Darlehen oftmals teurer als grĂ¶ĂŸere Kredite. Bedenke hierbei, dass der Aufwand zur Vermittlung eines kleinen Kredits gleich oder unwesentlich geringer ist. Dementsprechend fallen hier auch die Zinskosten entsprechend grĂ¶ĂŸer aus.

Hast du beispielsweise einen Dispositionskredit in deinem Girokonto und nutzt die Ratenzahlung deiner Kreditkarte, dann zahlst du hier ĂŒberdurchschnittlich hohe Zinsen. Oftmals kommt dann einiges zusammen, sodass du hier einen Umschuldungskredit aufnehmen solltest, um die bestehenden Verbindlichkeiten abzulösen.

Du profitierst bei der Zusammenfassung im besten Fall von gĂŒnstigeren Konditionen, einer niedrigeren Gesamtbelastung und einer besseren Übersicht in deinen privaten Finanzen.

Viele Kredite verringern deine BonitÀt

Auskunfteien wie die SCHUFA sammeln deine Daten und nutzen diese, um deine BonitĂ€t zu ermitteln. Zwar gibt die SCHUFA und auch die anderen Auskunfteien keine AuskĂŒnfte ĂŒber die Ermittlung der BonitĂ€t, doch die Erfahrung zeigt, dass du diese mit einigen einfachen Kniffen optimieren kannst.

So zeigt sich beispielsweise, dass eine Vielzahl an Krediten eher zu einer Reduzierung deiner BonitĂ€t fĂŒhrt. Insbesondere die klassischen Minikredite können deine BonitĂ€t nachhaltig belasten.

Den neuen Fernseher, KĂŒhlschrank oder die Waschmaschine auf Kredit zu finanzieren scheint eine attraktive Option zu sein. Durch die geringe monatliche Belastung schonst du deine LiquiditĂ€t und kannst dir mehr leisten. Das böse Erwachen kommt oftmals spĂ€ter. Banken sehen es nicht gerne, wenn du fĂŒr kleine Alltagsanschaffungen ein Darlehen aufnehmen musst.

Nutze unbedingt die Möglichkeit der kostenlosen SCHUFA-Auskunft oder verwende Dienstleister wie Bonify, um deine aktuelle BonitÀt zu bewerten.

Hast du viele Kredite, dann nimm im besten Fall ein Umschuldungskredit auf, um die bestehenden Finanzierungen abzulösen und in einer grĂ¶ĂŸeren Finanzierung zu bĂŒndeln. So verbesserst du deine BonitĂ€t schnell und effektiv.

Vermeide im besten Fall Konsumschulden und bezahle Konsumprodukte wie einen Fernseher einfach bar. Hast du nicht ausreichend Geld auf deinem Konto, dann ist ein neues GerÀt schlicht und ergreifend nicht in deinem finanziellen Rahmen.

3. Wann lohnt sich eine Umschuldung?

Nachdem ich dir gezeigt habe, welche GrĂŒnde es fĂŒr eine Umschuldung gibt, will ich dir zeigen, in welchen FĂ€llen du dich ernsthaft mit einem Umschuldungskredit auseinandersetzen solltest.

GrundsÀtzlich lohnt sich eine Umschuldung immer dann, wenn du mit dem neuen Kreditvertrag deine Gesamtkosten reduzieren kannst.

Laufende Verbraucherkredite kannst du jederzeit mit einem neuen Kredit ablösen. Hierbei solltest du allerdings die VorfĂ€lligkeitsentschĂ€digung beachten, welche die abgebende Bank fĂŒr die vorzeitige Darlehensablösung erhebt.

Willst du eine bestehende Bau- oder Immobilienfinanzierung ablösen, musst du auf die KĂŒndigungsfristen achten.

Doch neben gĂŒnstigeren Gesamtkosten gibt es noch mehr Konstellationen, die fĂŒr eine Umfinanzierung sprechen. Im Folgenden stelle ich dir einige konkrete Beispiele vor.

Dauerhafte Überziehung deines Girokontos

Ein Dispokredit lĂ€sst sich schnell und einfach nutzen. Hast du eine gute BonitĂ€t beim Abschluss des Girokontos, wird dir die Bank einen Überziehungsrahmen einrĂ€umen.

Nutzt du regelmĂ€ĂŸig den Überziehungsrahmen, fallen hierfĂŒr hohe Überziehungszinsen an. Reizt du regelmĂ€ĂŸig deinen Dispo aus, ist es Zeit fĂŒr eine Umfinanzierung. Dispositionskredite sind erfahrungsgemĂ€ĂŸ die teuersten Kredite, die du nutzen kannst. ZinssĂ€tze von mehr als 10 % p.a. sind hier wirklich keine Seltenheit.

Selbst unter BerĂŒcksichtigung aktueller Kreditkonditionen ist es sinnvoll, einen Dispokredit zu vermeiden. Am besten vergleichst du Umschuldungskredite und schließt einen gĂŒnstigen ab, um hohe Zinskosten zu vermeiden.

Hast du deinen Dispokreidt durch den Umschuldungskredit abgelöst, solltest du dein Konto wĂ€hrend der RĂŒckzahlungsphase nicht erneut ĂŒberziehen. Ist dies der Fall, kannst du in eine Schuldenspirale geraten, da neben den monatlichen Raten des Umschuldungskredits auch der Dispokredit bedient werden muss.

Anpassung der monatlichen Belastung

Eine typische Situation mit der ich in meinem Arbeitsalltag konfrontiert werde, sind sich verÀndernde finanzielle Situationen. WÀhrend des laufenden Darlehens merken die Kreditnehmer, dass die monatliche Kreditrate zu hoch oder zu niedrig ausfÀllt.

Zwar lassen sich viele Kredite nicht anpassen, doch durch eine Umfinanzierung ist es möglich, einen komplett neuen Kredit aufzunehmen und somit die Höhe der monatlichen Rate anzupassen.

Ein typisches Beispiel einer Umfinanzierung zur Ratenanpassung

Du hast dich dazu entschieden, einen Autokredit aufzunehmen. Du hast auf eine Anzahlung verzichtet und die monatlich Rate fĂŒr dein Traumfahrzeug belĂ€uft sich auf 550 €. Zwar hast du vorher hin und her gerechnet, doch durch steigende Lebenshaltungskosten ist dir die Rate etwas zu hoch.

Eine Anpassung der Finanzierung ist nicht möglich, da der Autokredit ein RĂŒckgaberecht beinhaltet, welches einen Ankauf des Fahrzeugs zum Restwert zum Zeitpunkt des Darlehensauslaufs vorsieht.

Nun hast du zwei Möglichkeiten:

  1. Umfinanzierung mit Anzahlung: Die Bank rechnet eine neue Finanzierung mit der gleichen Restlaufzeit. Durch eine Anzahlung reduziert sich die zu tilgende Darlehenssumme. Folglich reduziert sich auch deine monatliche Belastung.
  2. Umfinanzierung mit anderer Laufzeit: Alternativ kannst du auch die Laufzeit durch eine Umfinanzierung anpassen. Statt der vorherigen 36 Monate entscheidest du dich fĂŒr eine Finanzierung ĂŒber 48 Monate. Zwar sinkt hier auch der Restwert, doch die höhere Laufzeit sorgt fĂŒr geringere Raten.

Die von mir aufgezeigten Beispiele sind plakativer Natur. Gerade bei einer Fahrzeugfinanzierung spielen noch weitere Rahmenbedingungen eine Rolle.

Umschuldungen sind bei lebensverÀndernden Ereignissen oftmals unumgÀnglich

Eine Trennung oder der Verlust einer geliebten Person sind lebensverÀndernd. Einerseits ist ein solches Ereignis auf persönlich Ebene wirklich einschneidend. Hast du einen laufenden Kredit, solltest du auch hier aktiv werden.

Hattest du einen gemeinsamen Kredit, dann solltest du diesen nach Möglichkeit auf dich umfinanzieren. Gemeinsame Zahlungsverpflichtungen trotz Trennungen sind nicht sinnvoll. Kommt dein ehemaliger Partner seinen Pflichten nicht mehr nach, bist du gesamtheitlich haftend fĂŒr die Verbindlichkeiten.

Auch im Todesfall gilt es zu beachten, dass du der kreditgebenden Bank den Tod mitteilen musst. Diese wird rechtliche Sicherheit wollen und ein Nachlassverfahren anstoßen.

Insgesamt ergibt es einfach Sinn, wenn du dir deine neue finanzielle Situation anschaust und das Darlehen im Falle einer guten BonitÀt auf dich umschreibst. Handelt es sich um eine Wohnimmobilie und du kannst die Verbindlichkeit alleine nicht erbringen, dann solltest du dich mit dem Verkauf der Immobilie auseinandersetzen.

Achte auf deine Kreditplanung

Eine Umschuldung kann auch mit Blick auf die zukĂŒnftige Planung Sinn ergeben. Planst du beispielsweise den Kauf eines Hauses in den nĂ€chsten Jahren und hast zahlreiche kleinere Konsumkredite aufgenommen, dann beschĂ€ftige dich unbedingt mit einer Umfinanzierung.

Je mehr Kredite du hast, desto geringer ist deine Chance auf weitere Kredite. Jede Bank muss eine Haushaltsrechnung bei der Kreditvergabe machen gerade Konsumkredite erhöhen deine Verbindlichkeiten. ZusÀtzlich generieren sie kein zusÀtzliches Einkommen.

Bei der KreditprĂŒfung schauen Banken, was fĂŒr Finanzierungen du abgeschlossen hast. Gibt es beispielsweise 20 laufende Baufinanzierungen fĂŒr Kapitalanlagen, dann ist das anders zu bewerten als 20 Konsumkredite.

WĂ€hrend Konsumschulden dein BonitĂ€t belasten, sind Immobilienkredite zwar Verbindlichkeiten, doch Ihnen steht ein Einkommen gegenĂŒber. Im besten Falle steigert ein Immobilienkredit dein Einkommen nachhaltig.

Kombiniere deine kleinen Konsumdarlehen im besten Fall zu einem umfassenden Darlehen. Die ablösende Bank wird die anderen Kreditinstitute kontaktieren, die Ablösesummen anfragen und dein aufgenommenes Darlehen verwenden, um die Kredite abzulösen.

Fortan zahlst du lediglich einen Kredit, hast abgeschlossene Kredite in deiner SCHUFA-Auskunft vermerkt und hast eine bessere Chance auf ein neues Darlehen.

Stelle dir am besten einen Finanzplan auf und schaue, welche großen Themen die kommenden Jahre anstehen. Willst du ein Haus bauen, eine Wohnung kaufen oder einen sonstigen großvolumigen Kredit abschließen, solltest du dich auf jeden Fall mit einer Umschuldung auseinandersetzen.

4. Was kostet eine Umschuldung eigentlich?

Entscheidest du dich zu einer Umschuldung, dann musst du den bestehenden Kreditvertrag bei deiner Bank ablösen. Banken kalkulieren mit regelmĂ€ĂŸigen Zinseinnahmen wĂ€hrend der gesamten Kreditlaufzeit.

Durch die Ablösung deines Darlehens darf die Bank eine EntschĂ€digung fĂŒr die vertraglich festgeschriebenen Zinseinnahmen geltend machen. Die Rede ist von der sogenannten VorfĂ€lligkeitsentschĂ€digung.

Seit dem 10. Juli 2010 gibt es zur Berechnung der VorfÀlligkeitsentschÀdigung eine klare Regelung:

  • Restlaufzeit > 12 Monate: Bei VertrĂ€gen mit einer Restlaufzeit von mehr als 12 Monaten betrĂ€gt die VorfĂ€lligkeitsentschĂ€digung maximal 1 % des ausstehenden Darlehensbetrags.
  • Restlaufzeit <= 12 Monate: FĂŒr Kredite mit einer Restlaufzeit von maximal 12 Monaten betrĂ€gt die Höhe der VorfĂ€lligkeitsentschĂ€digung maximal 0,5 % des ausstehenden Darlehensbetrags.

Dabei darf die VorfĂ€lligkeitsentschĂ€digung die Zinserstattung nicht ĂŒbersteigen. Außerdem ist der Wiederanlagezins zu berĂŒcksichtigen. Ist die Verzinsung deines Darlehens gĂŒnstiger als der Einlagezins bei der EZB, dann erleidet die Bank keinen Verlust durch die Darlehensablösung und du musst keine VorfĂ€lligkeitsentschĂ€digung zahlen.

Die Umschuldung von Immobilien ist mit hohen Kosten verbunden

Besonders hoch können die Kosten einer Umschuldung im Falle einer Immobilienfinanzierung sein. Der Gesetzgeber sieht nĂ€mlich keine Obergrenze fĂŒr die VorfĂ€lligkeitsentschĂ€digung vor. So können fĂŒr die Umfinanzierung eines Immobilienkredits hohe Kosten auf dich zukommen.

Zudem wollen Banken bei einem Baudarlehen in der Regel in der zweiten Abteilung des Grundbuchs stehen. Auch hierfĂŒr muss die Grundschuld von der alten Bank an die neue abgetreten werden. Die Grundschuldabtretung ist zwar gĂŒnstiger als die Löschung der alten und Neueintragung der neuen Grundschuld, doch auch diese Kosten musst du tragen. Aus diesem Grund solltest du prĂŒfen, ob sich in diesem Fall eine Umfinanzierung fĂŒr dich wirklich lohnt.

5. So funktioniert die Umschuldung eines Kredits

Eine Umschuldung solltest du nicht einfach blindlings angehen, sondern im Vorhinein prĂŒfen, ob diese auch wirklich sinnvoll fĂŒr dich ist. Oftmals habe ich es mit Kunden zu tun, die einen bestehenden Autokredit ablösen wollen, weil ihr Bankberater mit einer gĂŒnstigeren Rate geworben hat.

Nach zwei Minuten intensiven GesprĂ€chs steht dann oftmals fest, dass die Umschuldung zu höheren Kosten fĂŒhrt. So verlĂ€ngern Banken gerne die Darlehenslaufzeiten, um die Rate attraktiver zu gestalten. Auch Ballonfinanzierungen sorgen fĂŒr niedrigere Raten und somit attraktivere Konditionen.

Willst du nicht in die Kostenfalle tappen, dann solltest du bereits einige Schritte durchfĂŒhren.

Fordere eine aktuelle Ablösesumme an

Noch bevor du mit einer Bank zwecks einer Umfinanzierung oder Angebotsrechnung in Kontakt trittst, solltest du deinen noch laufenden Kredit prĂŒfen. Frage bei der Bank die aktuelle Restschuld oder die Ablösesumme an. In der Ablösesumme sind bereits Zinserstattungen und die VorfĂ€lligkeitsentschĂ€digung enthalten.

Nun weißt du, welchen Betrag du der Bank schuldest. Beachte hierbei unbedingt das avisierte Ablösedatum, denn Zinsen werden tagesaktuell kalkuliert, sodass es im Rahmen der Umschuldung zu Zinsdifferenzen kommen kann.

Hast du gleich mehrere Darlehen, Dispositionskredite oder Kreditkartenschulden, dann summiere die ausstehenden Salden auf. Die Summe der Restschulden entspricht deiner Gesamtverbindlichkeit, die du durch eine Umschuldung aufnimmst.

Angebote fĂŒr Umschuldungskredite einholen

Nachdem du weißt, wie viel Geld du benötigst, solltest du dir Angebote einholen. Entweder gehst du auf deine Hausbank zu oder suchst dir eine Bank im Internet. Folgende Anbieter bieten eine Vielzahl gĂŒnstiger Kreditangebote.

Gib in den Kreditrechner einfach den Betrag der benötigten Kreditsumme ein. Sobald du zusÀtzlich deine personenbezogenen Daten eingibst, erhÀltst du passende Angebote. Oftmals fragen die Anbieter deine BonitÀt bei der SCHUFA an.

Die angezeigten Angebote sind nicht verbindlich. Vielmehr kann dir ein entsprechender Kredit erst nach der entsprechenden BonitĂ€tsprĂŒfung gewĂ€hrt werden.

Nun filtere die Angebote anhand des effektiven Zinssatzes. Das gĂŒnstigste Angebot hat auch den besten Zinssatz. Vergleiche hier, ob der Zinssatz besser als bei deinem bestehenden Darlehen ist.

Außerdem solltest du darauf achten, dass die laufende Rate deinen Anforderungen entspricht. Eine lĂ€ngere Laufzeit kann zu niedrigeren Gesamtraten und höheren Gesamtzinsen fĂŒhren.

Schließe deinen Umschuldungskredit ab

Nun stellst du die Kreditanfrage bei der von dir ausgewĂ€hlten Bank und musst etwas warten. An dieser Stelle fĂŒhrt die Bank eine BonitĂ€tsprĂŒfung durch und bewilligt dir im besten Fall das Darlehen.

Im Regelfall zahlt deine Bank den Darlehensbetrag direkt an dein Konto. Manche GeschĂ€ftsbanken wollen auch deine bestehenden Verbindlichkeiten ablösen und ĂŒberweisen das Geld direkt an das abgebende Kreditinstitut.

Sobald alle bestehenden Darlehen abgelöst und dein Kredit komplett ausbezahlt ist, beginnt dein neues Darlehen. Nun zahlst du nur noch die neue Kreditrate.

6. Tipps zur erfolgreichen Umschuldung

Wie du sicherlich gelernt hast, ist ein Umschuldungskredit keine Wissenschaft fĂŒr sich. Ein entsprechender Kredit lĂ€sst sich schnell und einfach abschließen.

Im Folgenden möchte ich dir noch einige wichtige Hinweise aufzeigen:

  • Konditionen vergleichen: Bevor du dich fĂŒr einen Umschuldungskredit entscheidest, solltest du unbedingt die Konditionen vergleichen. Gucke am besten, dass der neue Kredit gĂŒnstiger ist.
  • KĂŒndigung: Deine aktuellen Kredite solltest du erst kĂŒndigen, wenn dein neuer Kredit bewilligt wurde. Durch die Ablösung des Darlehens erfolgt automatisch die KĂŒndigung.
  • Restschuldversicherung: Eine Restschuldversicherung kann durchaus Sinn ergeben und dich vor Risiken wie Krankheit, Arbeitslosigkeit oder Tod absichern. Allerdings ist eine solche Absicherung auch sehr teuer und sollte wohl ĂŒberlegt sein.
  • Angebote vergleichen: Vergleiche unbedingt unterschiedliche Angebote miteinander. Frage auch bei der Bank an, bei der dein aktuelles Darlehen lĂ€uft. Banken verlieren nur ungern Kunden und bieten somit gute Konditionen an.
  • Kreditwechselservice: Viele Banken bieten einen Kreditwechselservice an. Dieser nimmt dir Arbeit ab und, wenn du die neue Bank bevollmĂ€chtigst. So musst du keine Ablösesummen einholen und Gelder ĂŒberweisen – diese Aufgabe ĂŒbernimmt die Bank fĂŒr dich.

7. Fazit: Eine Umschuldung kann sich lohnen

Hast du damals teure Kredite abgeschlossen, dann ist eine Umschuldung eine gute Maßnahme, um deine hohen Verbindlichkeiten zu verbesserten Konditionen zu refinanzieren.

Dabei ist es egal, ob du zu viele Kredite, Kredite mit hohen EffektivzinssÀtzen oder eine zu hohe Ratenbelastung. Mit einer Umschuldung kannst du deine monatliche Belastung nachhaltig verbessern.

Hierbei gilt es zu beachten, dass du deine Zinskosten nicht steigerst oder deine ZahlungsfĂ€higkeit nachhaltig verschlechterst. PrĂŒfe unbedingt, ob du wirklich Geld sparst.

Vermeide es, dir von deinem Banker einen neuen Kredit geben zu lassen, ohne dabei die alten Kredite zu ĂŒberprĂŒfen. Zusatzprodukte wie Restschuldversicherungen solltest du kritisch bewerten. Stelle dir die Frage, ob das abgesicherte Risiko wirklich relevant fĂŒr dich ist.

8. HĂ€ufige Fragen zur Umschuldung

Ob sich eine Umschuldung lohnt, hĂ€ngt maßgeblich von deinen bestehenden Krediten ab.

Hast du teure Kredite wie beispielsweise aus einer KontoĂŒberziehung oder aus Kreditkartenschulden, dann lohnt sich eine Umfinanzierung fast immer.

Zahlst du einen Kredit vorzeitig zurĂŒck, dann erhebt die Bank hierfĂŒr eine VorfĂ€lligkeitsentschĂ€digung.

Je nach verbleibender Kreditlaufzeit schwankt die Höhe der VorfÀlligkeitsentschÀdigung zwischen 1 % und 0,5 %, wenn die Kreditlaufzeit weniger als 1 Jahr betrÀgt.

Bei Immobilienfinanzierungen musst die Grundschuld zudem auf die neue Bank ĂŒberschrieben werden. HierfĂŒr fallen weitere Kosten an.

GrundsÀtzlich kannst du einen Kredit immer umschulden. Lediglich bei Immobilienfinanzierungen solltest du einige Sachen beachten. So muss hier entweder die Sollzinsbindung ausgelaufen sein oder der Kredit mindestens seit 10 Jahren laufen.

Bei normalen Verbraucherdarlehen sind Umschuldungen normal. Banken werden diese auch nicht ablehnen, sondern lediglich die VorfÀlligkeitsentschÀdigung erheben.

Bei einer Immobilienfinanzierung kann eine Bank dahingegen der Umschuldung widersprechen, wenn der Kredit weniger als 10 Jahre lÀuft.

Durch eine Umschuldung werden deine bestehenden Verbindlichkeiten abgelöst. Die Beendigung eines Darlehens wird der SCHUFA mitgeteilt.

Reduziert sich die Anzahl deiner offenen Darlehen, kann das einen positiven Einfluss auf deine BonitÀt haben.

Hi! Ich bin
👋

Ich bin Sebastian, einer der MitgrĂŒnder von Finanzwissen. Nach meinem dualen Studium in der Automobilbranche bin ich zu einer der grĂ¶ĂŸten Automobilbanken Deutschlands gewechselt. Im Zuge meiner Karriere konnte ich ein fundiertes Wissen ĂŒber Finanzen und Investitionen entwickeln. Heute investiere ich vor allen Dingen in Immobilien, Aktien und KryptowĂ€hrungen und möchte mein Wissen weitervermitteln.

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