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Aktienrente: Kapitalgedeckte Vorsorge fĂŒr die Rente

ZukĂŒnftig werden Aktien ein fester Bestandteil unseres Rentensystems sein. Der Bekanntheitsgrad der Aktienrente dĂŒrfte in Deutschland also kĂŒnftig zunehmen, denn die neue Ampelkoalition hat entsprechende PlĂ€ne zur EinfĂŒhrung einer Aktienrente im Koalitionsvertrag festgehalten. Zur Stabilisierung der Rente ist eine anteilige Kapitaldeckung der gesetzlichen Rente vorgesehen.

GrĂŒnde hierfĂŒr sind der demografische Wandel und die tendenziell negative Entwicklung des umlagefinanzierten Rentensystems in Deutschland. Die LĂŒcken im aktuellen Rentensystem werden immer auffĂ€lliger. Seit vielen Jahren prognostizieren Ökonomen einen Kipppunkt bei der Umlagefinanzierung. Dieses System ist abhĂ€ngig davon, dass eine ausreichende Zahl an ErwerbstĂ€tigen in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlt.

demografischer Wandel deutschland
Demografischer Wandel in Deutschland seit 1990 | Quelle: Destatis

Die Demographie zeigt uns, dass es zukĂŒnftig immer mehr Rentner in Deutschland gibt und gleichzeitig weniger ErwerbstĂ€tige, die ins Rentensystem einzahlen. Langfristig stehen wir damit vor einer sehr großen finanziellen Herausforderung, da zunehmend weniger Beitragszahler pro Rentenbezieher vorhanden sind.

Ökonomen gehen davon aus, dass die Rechnung in einigen Jahren nicht mehr aufgehen wird. Bisher sind sehr kurzfristig gedachte Lösungen, wie die Anhebung des Renteneintrittsalters oder die KĂŒrzung der Rentenzahlungen oder sogar die Erhöhung der RentenbeitrĂ€ge im GesprĂ€ch.

Daher sind sich viele Experten einig, dass eine Transformation des deutschen Rentensystems erforderlich ist. Die Politik hat es sich bis dato zu einfach gemacht und nur sporadisch auf die Notwendigkeit einer privaten Altersvorsorge hingewiesen. Eine detaillierte AufklĂ€rung der breiten Bevölkerung gibt es nicht. Schließlich ist die Altersvorsorge ja auch eine Privatsache.

Das Angebot an privater Altersvorsorge ist in Deutschland vorhanden, jedoch werden gewisse Möglichkeiten kategorisch ausgeschlossen. Großen Teilen der Bevölkerung ist bisher nicht klar, wie groß ihre RentenlĂŒcke ist und welche Folgen das fĂŒr sie hat.

In diesem Artikel behandeln wir die aktuelle Rentensituation in Deutschland und welche Chancen eine Aktienrente birgt. Außerdem gehen wir auf die Möglichkeiten der privaten Altersvorsorge mit Aktien und ETFs ein.

1. Was ist eine Aktienrente?

Die Aktienrente ist eine kapitalgedeckte Altersvorsorge, die durch stetige Anlage an den FinanzmÀrkten aufgebaut wird. GrundsÀtzlich kann eine Aktienrente sowohl in staatlicher als auch in privater Form umgesetzt werden.

ZunĂ€chst betrachten wir die gesetzliche Variante, da wir in einem separaten Kapitel auf die privaten Möglichkeiten eingehen. Bei der Aktienrente wird durch regelmĂ€ĂŸige Einzahlungen ein Kapitalstock aufgebaut. Aus diesem Kapital erfolgen dann Investitionen am Aktienmarkt. Neben dem Aktienmarkt bestehen noch weitere Investitionsmöglichkeiten.

Ein Arbeitnehmer zahlt einen festen Prozentsatz seines Bruttogehalts in die Aktienrente ein. Der Staat verwaltet das Kapital. Durch Investitionen am Finanzmarkt und regelmĂ€ĂŸige Einzahlungen soll langfristig ein nennenswerter Zusatzbeitrag entstehen.

Prinzipiell hat jede Privatperson die Möglichkeit unabhĂ€ngig vom Staat eine Aktienrente aufzubauen. HierfĂŒr ist jedoch ein hohes Maß an Eigenverantwortung erforderlich, da man selbst die Verwaltung des privaten Kapitals ĂŒbernimmt. Außerdem stellt die gehemmte Aktienkultur in Deutschland ein gewisses Problem dar. Ein Vorstoß der Politik in Richtung gesetzlicher Aktienrente hat daher große Symbolwirkung.

2. Umlagefinanzierte Rente in Deutschland vs. Aktienrente

Bisher setzt das deutsche Rentensystem vollstĂ€ndig auf das Umlageverfahren. Das heißt die Einzahlungen der Arbeitnehmer werden laufend als Auszahlung fĂŒr die jetzigen Rentner verwendet. In diesem Zusammenhang fĂ€llt hĂ€ufig der Begriff Generationenvertrag.

Der Generationenvertrag ist kein Vertrag im herkömmlichen Sinne. Hierbei setzt man auf die SolidaritÀt zwischen den Generationen. Die derzeit arbeitende Bevölkerung finanziert mit ihren Beitragszahlungen die Rentenbezieher. Die jeweils nachfolgende Generation soll dann diesem Prinzip folgen.

Die gesetzliche Rentenversicherung beruht auf dem InvaliditÀts- und Alterssicherungsgesetz von 1889. Der damalige Reichskanzler Otto von Bismarck setzte diesen Beschluss um.

Somit setzen wir in Deutschland seit ĂŒber 130 Jahren auf das Umlageverfahren. Es ist daher wenig ĂŒberraschend, dass dieses System langsam an seine Grenzen stĂ¶ĂŸt. In den 60er Jahren finanzierten bis zu sechs Beitragszahler einen Rentenbezieher. Mittlerweile sind es weniger als drei Arbeitnehmer. Diese Entwicklung spitzt sich zu.

Die Folgen des Demografischen Wandels: Altersarmut

Aufgrund des demografischen Wandels benötigen wir in Deutschland eine Rentenreform. Die Bevölkerung wird immer Àlter. Folglich wird die Altersrente hÀufiger und auch lÀnger bezogen.

Ein zentrales Thema in der Rentenreform ist die Altersarmut.

Zunehmende Altersarmut in Deutschland
Entwicklung der Altersarmut in Deutschland | Quelle: Statista

Trotz jahrzehntelanger Beitragszahlung gibt es in Deutschland Bezieher von Altersrente deren Einkommen nicht ausreicht. Dieser Zustand zeigt auf, wie wichtig neben der gesetzlichen Rente eine betriebliche und private Altersvorsorge sind. Nicht jeder Arbeitgeber bietet die betriebliche Altersvorsorge an. Daher sollte die private Vorsorge bei jedem BĂŒrger im Fokus stehen.

ErgÀnzung des Umlageverfahrens durch die Aktienrente

Als Teil der neuen Ampelkoalition konnte die FDP eine Erweiterung des Umlageverfahrens bewirken. ZukĂŒnftig soll also auch das Kapitaldeckungsverfahren vom Staat genutzt werden.

Bisher haben wir die Grundlagen der Aktienrente erlĂ€utert. Nun stellt sich die Frage, ob dieses System ĂŒberhaupt erprobt ist. FĂŒr die Integration einer gesetzlichen Aktienrente spricht das prominente Beispiel des norwegischen Staatsfonds.

3. Norwegischer Staatsfonds als Vorbild fĂŒr die Aktienrente

Der norwegische Staatsfonds ist ein Paradebeispiel fĂŒr die kapitalgedeckte Vorsorge. Stand 2020 entspricht der Wert des Fonds einem pro Kopf Vermögen von 207.000 Dollar. Die Einlagen sind inzwischen dreimal so viel Wert wie das BIP Norwegens. Der weltweit grĂ¶ĂŸte Staatsfonds soll mit dem Kapitaldeckungsverfahren den Wohlstand kommender Generationen sichern.

Obwohl die Norweger eine andere Vorgehensweise nutzen, besteht hierbei auch eine Art Generationenvertrag.

Die genannten Zahlen sprechen eindeutig fĂŒr das Konzept einer Aktienrente. Jedoch kam dieser Erfolg nicht ĂŒber Nacht. Ganz im Gegenteil.

Norwegen: Mit Aktienrente Wohlstand fĂŒr kommende Generationen sichern

Norwegen galt lange Zeit als relativ armes Land. Die Erfolgsgeschichte begann 1969 mit der Entdeckung riesiger Ölvorkommen. Das Fundament fĂŒr den Staatsfonds war der Verkauf von Öl. Die offizielle Bezeichnung fĂŒr den Fonds lautet Government Pension Fund Global. Durch den Verkauf von Öl konnte Norwegen ein enormes Wirtschaftswachstum verzeichnen. FrĂŒhzeitig fĂ€llte man die Entscheidung den neu gewonnenen Reichtum sinnvoll zu nutzen.

Bereits 1990 schaffte das Parlament die gesetzliche Grundlage fĂŒr den Government Pension Fund. Im Jahr 1996 kam es zur ersten Einzahlung in den Staatsfonds. Die Investmentphilosophie war und ist eine internationale Kapitalanlage. Norwegen nimmt nach wie vor sehr viel Geld aus dem Verkauf von Öl und Gas ein. Das Land hat jedoch schon vor Jahrzehnten verstanden, dass diese Rohstoffvorkommen nicht fĂŒr die Ewigkeit sind. Außerdem schwanken die Rohstoffpreise und somit die Einnahmen. Daher kam es zur Entscheidung sich auf lange Sicht unabhĂ€ngig zu machen.

Wertentwicklung des norwegischen Staatsfonds

Der Staatsfond hat aktuell einen Gesamtwert i.H.v. 12,25 Billionen Norwegische Kronen. Das entspricht ca. 1,2 Billionen Euro. Im Jahr 1998 waren es noch 172 Milliarden Kronen, umgerechnet ca. 16,7 Milliarden Euro. Somit ist der Gesamtwert um das 70-fache angestiegen. Durch regelmĂ€ĂŸige Einzahlungen und die Wertsteigerung an den KapitalmĂ€rkten konnte ein exponentielles Wachstum erzielt werden.

Rendite norwegischer Staatsfonds 1998-2021
Rendite des norwegischen Staatsfonds seit 1998 | Quelle: nbim.no

Auf den ersten Blick könnte man vermuten, dass die Verwalter des Staatsfonds starke Überrenditen erwirtschaftet haben. Das ist jedoch nicht der Fall. Seit 1998 hat der Fonds eine Rendite von 6,6 % p.a. erzielt. Am breiten Aktienmarkt ist eine Rendite von 6-7 % p.a. absoluter Durchschnitt.

Man sollte niemals die Wirkung des Zinseszinseffekts unterschÀtzen.

Vom Gesamtwert des norwegischen Staatsfonds sind etwa 60 % Wertentwicklung an den FinanzmĂ€rkten. Die restlichen 40 % sind Einzahlungen. Diese Performance spricht fĂŒr das Kapitaldeckungsverfahren.

Asset Allocation bei der norwegischen Aktienrente

Das Vermögen aus den Ölreserven eines ganzen Landes erfordert ein sorgfĂ€ltiges Management. Die Asset Allokation des norwegischen Staatsfonds sieht wie folgt aus:

  • 72,4 % Aktien
  • 25,1 % Anleihen
  • 2,4 % Immobilien
  • 0,1 % Infrastruktur erneuerbare Energien

Der ĂŒberwiegende Anteil des Kapitals fließt in den Aktienmarkt. Letztendlich sind die Aktien fĂŒr den Großteil der Rendite verantwortlich. Insgesamt ist die norwegische Aktienrente in 9.123 Unternehmen aus 73 LĂ€ndern weltweit investiert.

Somit besteht eine breitere Streuung als im MSCI World, dem prominentesten Aktienindex. Der MSCI World hĂ€lt etwa 1.600 Unternehmen. Die Investition in Anleihen soll regelmĂ€ĂŸige ErtrĂ€ge generieren und Schwankungen an der Börse ausgleichen.

Bei der Auswahl der Einzelwerte legt das Management auf Nachhaltigkeit. FĂŒr die Norweger ist nachhaltiges Investieren von zentraler Bedeutung.

Anhand der Wertentwicklung sehen wir, dass der norwegische Staatsfonds ein voller Erfolg ist. Mit dem Konzept der kapitalgedeckten Vorsorge, der Aktienrente, wollen die Norweger ihren Wohlstand auf Generationen hin sichern. Dieser Fonds ist ein Paradebeispiel fĂŒr Nachhaltigkeit. Denn Nachhaltigkeit setzt sich aus ökonomischen und ökologischen Aspekten zusammen.

4. Chancen und Risiken der Aktienrente

Der Norwegische Staatsfonds zeigt uns, dass die Aktienrente funktioniert und die Bevölkerung langfristig davon profitieren kann. Allerdings sollte man die kapitalgedeckte Vorsorge nicht als SelbstlĂ€ufer betrachten. Es erfordert strikte Planung und ein kompetentes Management. Schließlich ist die Verwaltung von Milliarden bzw. Billionen eine große Herausforderung.

Nachdem wir die Grundlagen und das konkrete Beispiel Norwegens betrachtet haben, gehen wir nun auf die allgemeinen Chancen und Risiken der Aktienrente ein. Wie bei der privaten Geldanlage ist stets eine AbwÀgung erforderlich.

  • Mehr Rentenauszahlung als Einzahlung
  • Langfristig von Entwicklung der FinanzmĂ€rkte profitieren
  • Rentensystem stabilisieren
  • Wohlstand fĂŒr kĂŒnftige Generationen sichern
  • Zinseszinseffekt
  • Höheres Rentenniveau ermöglichen
  • Altersarmut reduzieren
  • erfahrenes Management erforderlich
  • Planung und Gesetzgebung benötigen Zeit
  • Wertschwankungen an FinanzmĂ€rkten können Kapitalstock reduzieren
  • Wirkung der Aktienrente erst nach Jahrzehnten spĂŒrbar
  • zusĂ€tzliches Geld fĂŒr Kapitalstock erforderlich
  • WĂ€hrungsrisiko
  • Aktienrente fĂŒr alle oder nur fĂŒr Beitragszahler?

Die genannten Punkte zeigen auf, dass die Aktienrente sowohl Vor- als auch Nachteile hat. Dennoch kann man festhalten, dass die Wertentwicklung der FinanzmÀrkte ein Argument mit Gewicht ist. Der Effekt einer kapitalgedeckten Vorsorge wird erst in einigen Jahrzehnten zum Tragen kommen. Aber kann diese Tatsache ernsthaft ein Gegenargument sein?

Das deutsche Rentensystem steht weiterhin vor großen Herausforderungen und es gilt die RentenlĂŒcke langfristig zu schließen und Probleme wie die Altersarmut aus der Welt zu schaffen. Ohne eine grundlegende Rentenreform wird die gesetzliche Rente zunehmend instabiler.

Eine VerschÀrfung der Situation wird ab 2025 auftreten. Die sogenannte Baby-Boomer-Generation wird ab 2025 ihre Altersrente beziehen. Zwischen 1960 und 1965 verzeichnete Deutschland sehr hohe Geburtenraten. In den nÀchsten Jahren werden ca. drei Millionen ErwerbstÀtige in Deutschland wegfallen. Folglich haben wir eine deutliche Zunahme der Rentenbezieher bei gleichzeitiger Abnahme der Beitragszahler.

Aus den genannten Fakten ergibt sich eine kritische Fragestellung. Warum hat Deutschland sich nicht schon frĂŒher an dem skandinavischen Rentenmodell orientiert?

5. Aktienrente in Deutschland: Neue Regierung, Neue Wege

Blicken wir zurĂŒck auf die Rentensituation in Deutschland. Bisher setzen wir auf das Umlageverfahren. Die neue Koalition will zukĂŒnftig die kapitalgedeckte Vorsorge in Form einer Aktienrente integrieren.

Im Jahr 2020 wurde die Rentenkasse mit 75,3 Milliarden Euro bezuschusst. Dieser Zuschussbetrag wird tendenziell zunehmen. Daher will die FDP kĂŒnftig das Umlageverfahren durch das Kapitaldeckungsverfahren ergĂ€nzen. Diese ErgĂ€nzung kann nicht mit dem norwegischen Staatsfonds verglichen werden. Jedoch bestehen große Ähnlichkeiten zum schwedischen Rentenmodell.

Schwedische Aktienrente als Vorbild

Schwedisches Rentenmodell

Die Schweden zahlen 2,5 % ihres Bruttoeinkommens in einen staatlichen Vorsorgefonds ein. Zudem gibt es neben der staatlichen Grundrente noch eine Betriebsrente und die private Altersvorsorge.

Die Schweden haben die Möglichkeit in den staatlichen AP7-Fonds einzuzahlen. In den letzten 10 Jahren konnte das Management eine durchschnittliche Rendite von 14 % p.a. erzielen.

Auch der schwedische Aktienfonds ist ein Erfolgsmodell. Bei der Strukturierung orientiert sich die deutsche Regierung am schwedischen Vorsorgemodell.

  • Gesetzliche Rente
  • Betriebsrente
  • private Altersvorsorge
  • Staatliche Aktienrente als ErgĂ€nzung

Wann wirkt das Konzept der deutschen Aktienrente?

Die Regierung nimmt eine Einzahlung i.H.v. 10 Milliarden Euro per sofort vor. Diese Einzahlung dient als Grundstock, mit dem gearbeitet werden kann. Dieser Betrag klingt im ersten Moment nach viel Geld, ist aber bei 83 Millionen BĂŒrgern zunĂ€chst ein Tropfen auf dem heißen Stein.

Aktuelle Rentner sind von der Reform nicht betroffen. Sie erhalten wie bisher ihre Zahlungen. Die Rentenbezieher der nĂ€chsten Jahren spĂŒren wenig von der kommenden Aktienrente. Laut einer UniversitĂ€tsstudie in Bochum entfaltet die deutsche Aktienrente erst ab 2060 ihre volle Wirkung. Dann wĂ€re der Zeitpunkt erreicht, wenn die aktuellen BerufsanfĂ€nger in Rente gehen und etwa 40 Jahre in den staatlichen Fonds eingezahlt haben.

Performance MSCI World seit 1969
Wertentwicklung des MSCI World seit 1969 | Quelle: Wikimedia

Die Politik orientiert sich bei der Aktienrente an den internationalen AktienmĂ€rkten. Bei der Rendite gehen die Prognosen von 6,5 % pro Jahr aus. Eine realistische Rendite hinsichtlich der Performance des MSCI World, den wir stellvertretend fĂŒr den breiten Aktienmarkt heranziehen.

6. DIY Aktienrente - private kapitalgedeckte Vorsorge mit Aktien und ETFs

Die deutsche Regierung geht mit der neuen Aktienrente den ersten Schritt in Richtung Rentenreform. Aus den Erkenntnissen des norwegischen Staatsfonds wissen wir, dass die Aktienrente erst nach Jahrzehnten ihre Wirkung entfaltet. In der Zwischenzeit stellt sich fĂŒr Millionen BĂŒrger die Frage nach einer Übergangslösung oder Alternativen.

Private „do it yourself“ Aktienrente

Eine Alternative bzw. ErgÀnzung zur gesetzlichen Rente gibt es schon sehr lang. Nur wenige nutzen sie bisher. Wir werfen einen Blick auf die private Altersvorsorge durch Investieren in Aktien und ETFs.

Die staatliche Aktienrente ist in Deutschland angekommen. Wer nicht mehrere Jahrzehnte auf Resultate warten möchte, kann ganz einfach jetzt schon die Aktienrente selbst in die Hand nehmen.

Einen Überblick zur privaten Aktienrente aus ETFs und Aktien liefern wir im Folgenden.

KategorieEinzelaktienETF
Renditedurchschnittlich 7-9 % p.a.durchschnittlich 7-9 % p.a.
GebĂŒhrenOrdergebĂŒhren je nach Anbieter Verwaltungskosten zwischen 0 und 0,5 %
EinmalzahlungJaJa
SparplanfĂ€higMöglich, aber nicht jeder DepotanbieterStandardmĂ€ĂŸig
Diversifikationerst ab mehreren Aktien, mindestens zweistelligBereits durch einen ETF gegeben, breiter Aktienmarkt
RisikoTotalverlust möglichTotalverlust unwahrscheinlich
Anlagehorizontlangfristig, 10 Jahre aufwÀrtslangfristig, 10 Jahre aufwÀrts
Art der InvestitionAktivPassiv
Zeitaufwandsehr hoch durch EinzelanalyseGering, nur Indexauswahl
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Private Aktienrente: ETF oder Aktie?

FĂŒr die Aktienrente sind sowohl Einzelwerte als auch ETFs geeignet. Bei einzelnen Aktien ist der zeitliche Aufwand erhebliche höher, da jedes Unternehmen analysiert werden sollte und zusĂ€tzlich die Nachrichtenlage intensiv verfolgt werden muss. FĂŒr motivierte und erfahrene Anleger ist diese Wahl sicherlich eine Option. Wer sich auf Einzeltitel konzentriert kann zudem eine höhere Rendite erzielen.

Mehr Rendite könnte jedoch mehr Risiko zur Folge haben. Ein ETF hingegen ist die passive Art des Investierens. Bereits ein einziger ETF kann fĂŒr ausreichend Diversifikation sorgen. Die gĂŒnstige Kostenstruktur und die Abbildung des breiten Aktienmarktes mit einem Produkt sprechen fĂŒr den ETF.

Der erste Schritt ist sich ĂŒberhaupt fĂŒr die Umsetzung einer privaten Aktienrente zu entscheiden. Die private Altersvorsorge wird immer wichtiger. Wer es unkompliziert mag und nicht viel Zeit investieren will, sollte sich zunĂ€chst mit dem Thema ETF beschĂ€ftigen. Mit zunehmender Erfahrung und Leidenschaft ist auch die ErgĂ€nzung durch Einzelaktien sinnvoll.

Entscheidend ist der langfristige Anlagehorizont. Außerdem sollte man im Vorfeld jeder Investition das Chance-Risiko-VerhĂ€ltnis kennen. Je frĂŒher man mit dem Aufbau der privaten Aktienrente beginnt, desto stĂ€rker entfaltet sich die Wirkung des Zinseszinseffekts. Auf lange Sicht lĂ€sst sich auch mit kleinen BetrĂ€gen ein nennenswerter Kapitalstock aufbauen.

7. Fazit: Aktienrente als Fundament fĂŒr zukĂŒnftige Generationen

Die bisherigen Kapitel lassen nur einen Schluss zu: Die Aktienrente ist ein wirkungsvolles Instrument zur ErgĂ€nzung des bestehenden Rentensystems. Auch hier gibt es Vor- und Nachteile, die Vorteile ĂŒberwiegen jedoch. Die EinfĂŒhrung der kapitalgedeckten Vorsorge sorgt langfristig fĂŒr mehr StabilitĂ€t im Rentensystem.

Bei kurzfristiger Betrachtung besteht keine große Wirkung. Schweden und Norwegen haben jedoch erfolgreich bewiesen, dass die Aktienrente funktioniert. Die deutsche Regierung hat mittlerweile erkannt, wie wichtig eine Rentenreform fĂŒr die kommenden Generationen ist.

Die Wirkung wird sich erst in einigen Jahrzehnten voll entfalten. Daher sollte jeder ErwerbstÀtige die private Altersvorsorge in Form einer Aktienrente zumindest in Betracht ziehen.

Angesichts steigender Inflation und anhaltender Nullzinspolitik verlieren die Ersparnisse laufend an Wert. Ein weiterer Grund sich intensiv mit der eigenen Altersvorsorge und einer Aktienrente zu beschÀftigen.

Zum Abschluss geben wir noch einen Gedanken mit auf den Weg. TĂ€glich konsumieren bzw. nutzen wir Produkte und Dienstleistungen von Unternehmen aus aller Welt. Somit trĂ€gt jeder einzelne zum Umsatz und Unternehmenserfolg bei. In Deutschland profitieren allerdings die wenigsten von dieser Erfolgsgeschichte. Man könnte sich also fragen: Wieso nicht einfach ein StĂŒck vom Börsen-Kuchen abschneiden und die eigene Rente optimieren?

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Hi! Ich bin
👋

Ich bin gelernter Bankkaufmann und leidenschaftlicher Privatinvestor. Meine ersten Aktien habe ich im Alter von 14 gekauft und dabei die Börse kennengelernt. Seitdem beschÀftige ich mich intensiv mit dem Geschehen an den FinanzmÀrkten und den unterschiedlichen Anlageklassen. Getreu dem Motto "man lernt nie aus" möchte ich mir stÀndig neues Wissen aneignen und so viel wie möglich an andere weitergeben.

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