In den vergangenen Jahren ist das Marktvolumen für ETF stark angestiegen. Diese ETF werden von unterschiedlichen ETF-Anbietern an die Börsen gebracht und verwaltet. Der steigende Wettbewerb unter den ETF-Anbietern hat auch dazu geführt, dass die Konditionen und Kosten sich in den vergangenen Jahren stets verbessert haben.
Schnell stellt man sich die Frage: iShares oder Amundi? Was ist besser?
In diesem Artikel geben wir dir einen Überblick über die verschiedenen ETF Anbieter. Dabei zeigen wir dir die großen Player wie Blackrock, Vanguard oder iShares, aber auch interessante Nischenanbieter.
ETF-Anbieter – Das Wichtigste in Kürze
Insgesamt gibt es in Europa 133 ETF-Anbieter, welche insgesamt über 3.400 ETF und 2,8 Billionen Euro verwalten.
ETFs sind eines der beliebtesten Investmentvehikel bei Investoren. Durch den Wettbewerb unter den ETF-Anbietern verbessern sich ihre Konditionen, unter anderem die Kosten, und das Angebot an Strategien.
Zu den großen etablierten Playern gehören iShares, Amundi, Xtrackers, Vanguard, UBS, SPDR und HSBC.
Außerdem gibt es aufstrebende Nischen-ETF-Anbieter. Beispiele sind Global X oder Rize ETF. Sie fokussieren sich oft auf Trendthemen oder innovative Anlagestrategien.
1. Welche ETF-Anbieter gibt es?
Global gesehen sind die führenden Anbieter iShares von Blackrock, Vanguard, und State Street Global Advisors (SPDR).
Führende ETF-Anbieter in Europa
Auf dem europäischen Markt sieht dieses Ranking leicht anders aus. Hier sind die 3 führenden Anbieter ebenfalls iShares, dann gefolgt von Amundi (mittlerweile verschmolzen mit der ETF-Marke Lyxor) und Xtrackers von DWS.
(ggf. fallen Produktkosten, Spreads, Zuwendungen und Crypto-Gebühren an)
Kleinere Nischen ETF-Anbieter
Neben den bekannten Emittenten gibt es auch weniger bekannte, kleinere Anbieter. Diese sind oft in Nischensegmenten unterwegs oder haben erst kürzlich den Markt betreten. Beispiele hierfür sind:
Rize ETF: Der Fokus liegt auf Zukunfsthemen und Megatrends.
Ossiam: Ein französischer Anbieter von Smart Beta-ETFs mit einem besonderen Fokus auf Strategien zur Risiko-Minimierung.
Market Access: Ermöglicht Investments in Rohstoffe und Schwellenländer.
CoinShares: Einer der ersten und führenden Anbieter für Krypto-ETNs in Europa.
Global X: Der Anbieter ist fokussiert auf innovative Themen-ETF und agiert global.
Diese Anbieter haben oft aufgrund ihres speziellen Fokus oder der Neuartigkeit ihres Themengebiets niedrigere verwaltete Vermögen – im Fachjargon als Assets under Management (AUM) bezeichnet – und eine geringere Anzahl an ETF in ihrem Produkt-Portfolio.
Weltweit gibt es 949 ETF-Anbieter, davon 126 aktiv in Europa
Das weltweite in ETFs verwaltete Vermögen hat in den vergangenen Jahren große Sprünge gemacht. Im Jahr 2017 lag dies noch bei 4,69 Milliarden US-Dollar und ist bis Ende 2025 auf 19,8 Milliarden US-Dollar gewachsen – somit hat es sich mehr als vervierfacht.
Auch die Anzahl der ETF-Anbieter steigt kontinuierlich an. So lassen sich in Bezug auf den europäischen sowie globalen ETF-Markt folgende Aussagen treffen:
Laut dem ETF-Research-Unternehmen ETFGI waren im September 2025 in Europa über 3 330 ETF- und ETP-Produkte verfügbar; diese stammen von etwa 129 Anbietern, die an 29 Börsen in 24 europäischen Ländern aktiv sind.
2. Was unterscheidet die ETF-Anbieter voneinander?
Bei so einer Vielfalt an Anbietern und Produkten stellt sich dir bestimmt die Frage, was die ETF-Anbieter letztlich voneinander unterscheidet und anhand welcher Kriterien man bewerten und auswählen sollte.
Grundsätzlich unterscheiden sich die ETF-Anbieter in folgenden wichtigen Punkten:
Welche Indizes und Strategien werden abgebildet oder sind verfügbar? z.B. Smart-Beta-ETF, Themen-ETFs
Wie sind die Konditionen und Eckdaten innerhalb eines einzelnen ETFs? etwa Replikationsmethode, Ausschüttungsart, Tracking Error
Wie hoch sind die Kosten für diesen ETF? Total Expense Ratio, Tracking Difference
Wie viel Kapital ist in ihren ETF investiert? Fondsgröße (AUM)
Seit wann gibt es den ETF? Auflagedatum
Mit diesen Kriterien im Fokus kannst du leicht den besten ETF-Anbieter bzw. spezifischen ETF für einen Index selektieren.
Die Kosten deines ETF-Investments sind außerdem nicht nur vom ETF-Anbieter abhängig, sondern auch von deinem ETF Broker, bei dem du den ETF kaufst, und deiner Depotbank. In unserem Depotvergleich findest du die besten Depots für dein ETF-Portfolio.
In Bezug auf das verwaltete Fondsvolumen und den Marktanteil der einzelnen ETF-Emittenten ist Anfang 2026 nach wie vor iShares von BlackRock der führende Anbieter in Europa: iShares steuert rund 40,4 % des gesamten europäischen ETF-Marktvolumens mit etwa 1,30 Billionen US-Dollar an verwaltetem Vermögen. Auf den Plätzen zwei und drei folgen Amundi ETF mit rund 12,5 % und DWS’ Xtrackers mit etwa 10,4 % Marktanteil – gemeinsam halten diese drei Anbieter über 63 % des europäischen ETF-Markts.
iShares vs Amundi vs Xtrackers: Drei führende ETF-Anbieter in Europa
Diese 3 größten ETF-Anbieter iShares, Amundi und Xtrackers zusammen nehmen mehr als 65 % des europäischen ETF-Markts ein. Die ebenfalls sehr großen ETF-Anbieter Vanguard, UBS, Invesco und SPDR von State Street befinden sich unter den Top-10 Playern.
Die untere Tabelle gibt noch mal eine Übersicht über die AUM und Marktanteile der Top 3 unter den ETF-Emittenten.
Platz
Anbieter
AUM (€ Mrd)
1
iShares
1.170
2
Amundi
335
3
Xtrackers
303
Übersicht über die 3 führenden ETF-Anbieter in Europa in Bezug auf verwaltetes Fondsvolumen (Stand: Ende 2023)
Top-10 ETF-Emittenten geordnet nach verwaltetem Vermögen in Europa
Die folgende Grafik zeigt dir die Assets under Management der Top-10 ETF-Anbieter.
Verwaltetes Fondsvolumen der Top 10 ETF-Anbieter in Europa (Stand: 2026)
Quelle: ETFGI
Die Top-10 ETF-Anbieter nehmen insgesamt um die 85 % des verwalteten Fondsvermögens in Europa ein. Dementsprechend halten die restlichen ETF-Anbieter nur 15 % des verwalteten Fondsvermögens.
4. Die einzelnen ETF Anbieter im Portrait
Doch worin unterscheiden sich iShares von Vanguard, Blackrock und UBS neben der Größe ihres verwalteten Vermögens? Wir haben einen genaueren Blick auf die wichtigsten Anbieter in ihren jeweiligen Einzelartikeln geworfen. Dort stellen wir dir die günstigsten und größten ETFs des jeweiligen Anbieters vor, sowie den Fokus ihrer ETF-Produkte. Du findest diese Artikel in der folgenden Tabelle verlinkt.
ETF Emittenten können insolvent werden. Für dich als ETF-Anleger hat dies aber wenig Einfluss. ETF-Wertpapiere sind Teil des Sondervermögens des ETF-Emittenten. Das bedeutet, dass rechtlich dieses Vermögen bei einer Insolvenz nicht Teil der Insolvenzmasse ist. Es ist also vor den Ansprüchen der Gläubiger geschützt.
Die Fondsgesellschaft ist also nicht Eigentümer der Anteile, sondern verwahrt diese treuhändisch. Das Gleiche gilt für Depotbanken.
Im Falle einer Insolvenz deines ETF-Anbieters bedeutet dies also für dich, dass der ETF in den du investiert bist, aufgelöst wird. In manchen Fällen wird die Fortführung von einem Konkurrenten übernommen.
Bei einer Auflösung werden die Anteile zu aktuellen Marktpreisen verkauft und an die Anleger ausbezahlt. Das hat für dich steuerliche Konsequenzen, da im Falle von Gewinnen Steuern anfallen. Dies ist übrigens genauso der Fall, wenn die Fondsgesellschaft sich entscheidet, einen unrentablen ETF zu schließen. Daher empfiehlt es sich bei der Auswahl eines ETFs immer auf eine ausreichend große Fondsgröße und Fondsalter zu achten.
Aus Sicht der Risikominimierung ist es nicht zwingend notwendig, unter den ETF-Anbietern zu diversifizieren. Es gelten strenge Regulierungen für alle ETF-Anbieter. Diese schützen unter anderem bei Swap-ETFs davor, dass das Swap-Risiko möglichst gering ist. Ferner ist bei einer Insolvenz der Fondsgesellschaft das ETF-Vermögen Teil des Sondervermögens. Das bedeutet, es ist vor den Ansprüchen der Gläubiger geschützt.
Vorrangig sollte es für dich sein, den ETF mit den optimalen Konditionen auszuwählen und nicht auf Basis der Anbieter zu selektieren. Eine Risikominimierung durch Diversifikation der ETF-Anbieter ist nicht notwendig, da gesetzliche Regulierungen und die Verwahrung im Sondervermögen, dich vor Ausfällen bei Insolvenz der Fondsgesellschaft schützen.
In Bezug auf die verwalteten AUM und den gehaltenen Marktanteil der einzelnen ETF-Emittenten ist iShares der führende Anbieter in Europa. iShares hält Ende 2023 mit einem Anteil von 46 % annähernd die Hälfte des gesamten europäischen ETFs-Marktvolumens unter Verwaltung.
Neben den bekannten Emittenten gibt es natürlich auch weniger bekannte und kleinere Anbieter. Diese sind oft in Nischensegmenten unterwegs oder haben erst kürzlich den Markt betreten.
Diese Anbieter haben oft aufgrund ihres speziellen Fokus oder der Neuartigkeit ihres Themengebiets niedrigere AUM und eine geringere Anzahl an ETFs verfügbar.
Welcher der beste ETF-Anbieter ist, ist also vom Einzelfall abhängig. Um dir eine Einschätzung zu geben, haben wir in einem separaten Artikel, die unserer Meinung nach besten ETFs gesammelt.
In den vergangenen Jahren sind die AUM, also das verwaltete Vermögen, in ETFs stark gewachsen. Von 2017 bis 2023 hat sich der ETF-Markt gemessen nach verwaltetem Fondsvolumen verdoppelt. In Reaktion darauf wächst das Angebot an ETFs und neue ETF-Emittenten betreten den Markt.
Ja, sie können sinnvoll sein, wenn du gezielt Themen, Faktoren oder Regionen abdecken willst, die große Anbieter nicht (oder nur schwach) bedienen. Dafür solltest du besonders auf Fondsvolumen, Liquidität, Indexqualität und das Risiko achten, dass kleine ETFs eher geschlossen oder verschmolzen werden.
Emittenten unterscheiden sich u. a. in der Art der Indexabbildung (physisch vs. synthetisch), in den Kosten (TER), im Domizil/Steuerdetails und darin, wie streng sie ESG-Kriterien umsetzen. Das Risiko ist dadurch je nach Anbieter/Produkt anders gelagert.
Das All-Weather-Portfolio vom Bridgewater CEO Ray Dalio versucht, die Volatilität der Marktphasen zu minimieren und auch in Bärenmärkten Rendite zu erzielen.
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Ich bin Sebastian, einer der Gründer von Finanzwissen. Mein ersten Aktien und ETFs habe ich bereits 2015 gekauft. 2016 bin ich in den Krypto-Markt eingestiegen. Bis heute investiere ich in Aktien, ETFs, Kryptowährungen und Immobilien. Als Prozessmanager in einer deutschen Großbank habe ich einen tiefen Einblick in die Abläufe und Prozesse, sodass ich gerne unterschiedliche Produkte teste und meine Erfahrungen mit euch teile.