Junge Gründerin prüft Geschäftskonto
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Das Geschäftskonto: Darauf musst du beim Firmenkonto achten

Lesezeit 1 min.

Lektoriert vonDaniel Wenz
Überprüft durchChristian Musanke
Sieh dir an, wie wir bei Finanzwissen arbeiten

Wenn du ein Unternehmen gründest, solltest du auch ein passendes Geschäftskonto eröffnen. Wirfst du einen Blick auf den Markt, wirst du zahlreiche Konten vorfinden. Um das passende Konto zu finden, solltest du wissen, welche Funktionen dein neues Geschäftskonto bieten muss.

Wir zeigen dir, worauf es bei der Wahl eines Firmenkontos wirklich ankommt und welche Anbieter in unserem Geschäftskontovergleich wirklich überzeugen konnten.

Das Wichtigste zum Geschäftskonto

  • Trenne mit einem Firmenkonto stets private und betriebliche Ausgaben
  • Ein Firmenkonto ist für Kapitalgesellschaften wie die UG oder GmbH verpflichtend
  • Banken bieten für Freiberufler und Selbstständige kostenlose Firmenkonten an
  • Ein Geschäftskonto ohne Kontoführung muss nicht immer kostenlos sein
  • Nicht alle Banken bieten Kredite, Bargeldeinzahlungen oder persönliche Beratung an

1. Wann brauchst du ein Geschäftskonto?

Ein Geschäftskonto ist nicht immer rechtlich vorgeschrieben. Trotzdem benötigst du als Selbstständiger, Freiberufler oder Unternehmer ein eigenen Firmenkonto.

Gerade für Einzelunternehmen und Freiberufler gibt es kein Gesetz, welches die Verwendung eines Geschäftskontos vorsieht. Allerdings kann ich dir nur dazu raten, denn mit einem Geschäftskonto trennst du private und geschäftliche Finanzen voneinander.

Außerdem regeln die meisten Banken in ihren allgemeinen Geschäftsbedingungen, dass die privaten Girokonten nicht geschäftlich verwendet werden dürfen. Solltest du dein privates Girokonto trotzdem geschäftlich nutzen, kann die Bank dein Konto kündigen.

Anders sieht es bei Kapitalgesellschaften wie GmbHs, Unternehmensgesellschaften sowie bei eingetragenen Vereinen aus. Diese gelten als juristische Personen, sodass hier ein eigenes Geschäftskonto erforderlich ist.

Bei Kapitalgesellschaften sind eigenständige juristische Personen. Dementsprechend ist für diese ein eigenen Firmenkonto erforderlich.

Darum solltest du ein Firmenkonto abschließen

Wie du nun weißt, gibt es für einige Rechtsformen eine Pflicht zur Nutzung eines Geschäftskontos. Allerdings gibt es aus objektiver Sicht noch weitere Gründe, die für ein Geschäftskonto sprechen:

  • Buchführungspflicht: Du musst Belege für 10 Jahre aufbewahren. Das ist leichter, wenn jeder Beleg im Kontoauszug eine geschäftliche Zuordnung hat. Vermischst du diese geschäftlichen Buchung mit deinen privaten Ausgaben, wirst du wahrscheinlich den Überblick verlieren.
  • Betriebsprüfung: Möchte das Finanzamt eine Betriebsprüfung machen, ist ein gesondertes Konto besser. So schaut das Finanzamt ausschließlich auf die geschäftlichen Transaktionen und hat keinen Einblick auf deine privaten Geschäfte.
  • Verwaltung: Am Ende eines Monats ist es einfacher, den Monatsabschluss zu erstellen, wenn alle Transaktionen geschäftlicher Natur sind. Diese Daten kannst du automatisiert deinem Steuerberater übermitteln oder eigenständig die BWA erstellen.
  • Finanzen: Mit einem dezidierten Geschäftskonto weißt du stets, wie es um dein Unternehmen steht. Du siehst, wie viel Geld ein und aus geht. Viele Geschäftskonten bieten zudem ein Dashboard mit den aktuellen Cashflows im Unternehmen.

Die Kontoeröffnung beim Geschäftskonto

Wenn du ein Geschäftskonto eröffnen möchtest, benötigst du einige Unterlagen. So musst du nicht nur deine Identität nachweisen, sondern auch Unterlagen für das Unternehmen einreichen.

Je nach gewählter Rechtsform fordern Banken unter anderem einen aktuellen Handelsregisterauszug, den Gesellschaftsvertrag oder die Ausweise der Geschäftsführer. In unserem Ratgeber zeigen wir dir, worauf du bei der Eröffnung eines Geschäftskontos achten musst.

Außerdem zeigen sich zwischen den Banken eklatante Unterschiede. Während Online-Geschäftsbanken wie Finom,Fyrst oder Qonto einen digitalen Prozess etabliert haben, ist das bei Full-Service-Banken wie der Commerzbank bisher nicht der Fall.

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2. Auf diese Kriterien solltest du bei deinem Firmenkonto achten

Das perfekte Geschäftskonto gibt es nicht! Vielmehr musst du das passende Geschäftskonto für deine persönlichen Anforderungen finden. So achten viele Gründer auf den Preis, doch auch die Dienstleistungen sind wichtige Kriterien bei der Wahl eines Kontos.

Meine persönliche Erfahrung als Gründer zeigt, dass die Dienstleistungen des Firmenkontos wichtiger sind, als niedrige Kosten. Wenn du ein günstiges Konto ohne jegliche Funktionen hast, wirst du später mehr Geld aufwenden müssen, um manuelle Aufgaben auszuführen.

Lass uns nun einen Blick auf die Kriterien werfen, die bei der Wahl deines Geschäftskontos helfen:

Die Rechtsform entscheidet über das Konto

Zur Gründung deines Unternehmens legst du auch die Rechtsform fest. Diese hat Einfluss darauf, bei welchen Banken du ein Geschäftskonto eröffnen kannst. Das Angebot an Firmenkonten für Selbstständige und Freiberufler ist deutlicher umfangreicher als das Angebot für Kapitalgesellschaften – eine Übersicht findest du im Vergleich der Geschäftskonten für GmbHs und UGs.

Zusätzlich unterscheiden die meisten Banken zwischen unterschiedlichen Kontomodellen. So gibt es günstige Konten für Start-ups und deutlich teurere Modelle für mittlere und große Unternehmen.

Achtung beim Wechsel der Rechtsform:

Planst du in Zukunft den Wechsel der Rechtsform, etwa aufgrund deiner Finanzierungsstrategie, dann solltest du dies bei der Kontowahl berücksichtigen. Wähle hier eine Bank, die zahlreiche Rechtsformen unterstützt.

Wie wichtig ist Bargeld für dein Unternehmen?

Die Relevanz von Bargeld hängt von deiner Geschäftsidee ab. Hast du ein Online-Unternehmen, wirst du kein Konto mit einer Einzahlungsmöglichkeit für Bargeld benötigen. Betreibst du dahingegen ein lokales Geschäft, wird auch Bargeld eine Rolle im Zahlungsverkehr spielen. Zwar zeigt sich auch hier, dass ein gutes Kartenterminal immer wichtiger wird, doch Bargeld bleibt vorerst im Point of Sale ein wichtiges Zahlungsmittel.

Anteil der Bargeldzahlungen am Einzelhandelsumsatz 2019 – 2023
Quelle: Statista

Nimmst du also Bargeld ein, dann benötigst du eine Bank, die eigene Filialen zur Bargeldeinzahlung betreibt oder zumindest mit einer Filialbank kooperiert. Zeitgleich musst du prüfen, dass die Filialen in deiner Nähe sind. Du möchtest wahrscheinlich keine langen Strecken fahren, um Bargeld auf dein Geschäftskonto einzuzahlen.

Geschäftskonto mit Buchhaltung und Schnittstellen

In den vergangenen Jahren habe ich viel Zeit und Mühe in die Automatisierung meiner Buchhaltung investiert. Je größer mein Unternehmen wird, desto mehr freue ich über dieses Investment.

Grundlage hierfür ist ein Geschäftskonto mit Schnittstellen für Buchhaltungssoftware. Inzwischen setzen viele Konten auf diese Schnittstellen – und das ist auch gut so. Allerdings musst du in diesem Fall eigenständig die passende Software kaufen und mit deinem Konto verknüpfen.

Moderne Geschäftskonten bieten zudem eigene Funktionen zur Angebots- und Rechnungsstellung. Hier überzeugte etwa Finom im Test mit einer Rechnungsstellung aus dem Konto heraus. Ein noch besseres Testergebnis erzielte Qonto, denn hier kannst du auch Angebote aus dem Konto versenden.

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Finom
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Bargeld
86 %
Zahlungsabwicklung
82 %
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Qonto
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72 %
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66 %
Zahlungsabwicklung
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Was mir als Gründer wichtig ist, ist eine Schnittstelle zu DATEV. So können Buchungen aus dem Konto automatisiert an DATEV und somit an den Steuerberater übertragen werden. Die Transaktionen werden hierfür einfach direkt im Online-Banking erfasst und mit Belegen hinterlegt.

Finanzierungsbedarf für dein Unternehmen

Je nach Art deiner Unternehmung können Finanzierungen eine kleinere oder größere Relevanz bei der Wahl des Kontos haben.

So gibt es Unternehmen, die größere Anschaffungen mit Fremdkapital finanzieren müssen. Dahingegen spielt Fremdkapital für Digitalunternehmen eine kleinere Rolle. Natürlich kann es auch sein, dass du als Unternehmer eher unregelmäßige Einnahmen erzielst.

In diesem Fall ist ein Kontokorrentkredit für das Geschäftskonto wirklich sinnvoll. In unserem Geschäftskonto Vergleich boten nicht alle Banken einen Kreditrahmen an – das gilt insbesondere für Zahlungsanbieter ohne Banklizenz.

Kredit- und Debitkarten für dein Unternehmen

Bei der Wahl deines neuen Firmenkontos solltest du auch prüfen, welche Karten du wirklich benötigst. Durch die Einstellung von Maestro bieten die meisten Geschäftsbanken inzwischen nur noch Mastercard und Visa an. Die klassische Girocard ist eher eine Ausnahme und bei traditionellen Geschäftsbanken vorzufinden.

Weiterhin geben die meisten Zahlungsdienstleister nur Debitkarten aus. Das kann im Zahlungsverkehr ein Nachteil sein, denn die Liquidität fließt unmittelbar aus dem Unternehmen ab. Hier ist eine richtige Firmenkreditkarte die bessere Lösung.

In unserem Firmenkreditkarten Vergleich haben wir die unterschiedlichen Kreditkarten für Firmen analysiert und miteinander verglichen.

Gut ist zudem bei einer Firmenkreditkarte, dass diese eine bessere Übersicht über Transaktionen schafft. In der Regel ist eine solche Karte direkt einem Mitarbeiter zugeordnet und du weißt direkt, wer für welche Transaktion verantwortlich ist.

Kontozugänge zum Firmenkonto

Hier solltest du gleich zwei Unterscheidungen vornehmen. Einerseits gibt es Banken, die ausschließlich mobiles Banking ermöglichen. Hierfür verwendest du eine App, um dich in dein Konto einzuloggen. Ich kann dir hiervon nur abraten, denn solltest du dein Handy verlieren, musst du erst alle Zugänge zurücksetzen lassen. Außerdem kann der Support der App auf deinem Endgerät enden, wenn die Software zu alt ist. Verwende daher am besten eine Bank mit App und Online-Banking.

Weiterhin musst du prüfen, ob die Bank deiner Wahl mehrere Benutzerrollen ermöglicht. Hast du etwa einen Co-Gründer, sind oftmals mindestens zwei Zugänge erforderlich. Ich gebe gerne meinen Steuerberater Zugang zum Konto, um für eine reibungslose Buchhaltung zu sorgen.

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Lastschriftverfahren beim Geschäftskonto

Bist du im B2B-Bereich aktiv, dann sind Lastschriftverfahren für Firmen eine gute Lösung. Mit einem solchen Verwahren sorgst du dafür, dass Zahlungseingänge rechtzeitig erfolgen und du sparst es dir, Überweisungen zu prüfen.

Eine Firmenlastschrift lässt sich nicht widerrufen. Nach der Abbuchung ist das Geld sicher auf deinem Konto eingegangen und die andere Partei hat keinen Zugriff mehr.

Ich empfehle Gründern, die Firmenlastschrift zu verwenden. Diese kann nicht widerrufen werden. Leider bietet nicht jede Bank dieses Verfahren an. Üblicher ist das reguläre Lastschriftverfahren. Dieses sollte für eingehende und ausgehende Zahlungen zur Verfügung stehen. Viele Online-Banken bieten allerdings keine Lastschriften an.

Weitere Kriterien für die Wahl eines Firmenkontos

Natürlich kannst du auch weitere Kriterien bei der Wahl eines Geschäftskontos berücksichtigen. Aus unserer Sicht sind folgende Aspekte weiterhin zu berücksichtigen:

  • Fremdwährungen: Bietet das Konto ein günstiges Fremdwährungskonto, um internationale Zahlungen zu empfangen?
  • Unterkonten: Besteht die Möglichkeit, Unterkonten einzurichten, um etwa Rücklagen oder Steuerrückstellungen zu bilden?
  • Bezahlterminal: Viele Filialbanken bieten auch Terminals an. Hier lohnt sich allerdings ein Bezahlterminal-Vergleich, denn gerade Terminals sind oftmals teuer.
  • Ansprechpartner: Je nach deinem Geschäftsmodell kann sich ein persönlicher Ansprechpartner lohnen. Dieser berät dich bei der Finanzierung der Vorhaben.
  • Einlagensicherung: Es klingt vielleicht etwas komisch, doch auch die Einlagensicherung solltest du beim Geschäftskonto prüfen. Die Einlagensicherung greift nämlich nur, wenn der Anbieter deines Kontos eine Bank ist. Zahlungsdienstleister bewahren die Gelder oftmals getrennt bei einer anderen Bank auf.
  • Bekanntheit: Auch die Bekanntheit einer Bank ist wichtig. Nutzt du ein Start-up und deine Kunden müssen an dich überweisen, wird es oftmals zu Rückfragen kommen. Ich habe diese Erfahrung mit Penta machen dürfen und schlussendlich das Konto gewechselt.
  • IBAN: Ein Geschäftskonto von einem Zahlungsdienstleister muss nicht unbedingt eine deutsche IBAN haben. Hierauf solltest du unbedingt achten, denn Lastschriften von diesen Konten sind nicht immer einfach.
  • Rechtsraum: Nur, weil eine Geschäftskonto für Deutschland angeboten wird, muss das nicht bedeuten, dass deutsches Recht gilt. Wichtig ist immer die Aufsichtsbehörde, die du im Impressum sowie den allgemeinen Geschäftsbedingungen nachlesen kannst.
  • Zielgruppe: Einige Konten eignen sich für spezielle Zielgruppen und Branchen. So gibt es Banken für Mediziner, Rechtsanwälte und Notare. Oftmals erfolgt eine Unterteilung nach Einzelunternehmen, Personen- und Kapitalgesellschaften.

3. Gibt es auch kostenlose Firmenkonten?

Für unseren großen Geschäftskontovergleich haben wir alle Anbieter am Markt sowie deren unterschiedlichen Kontomodelle geprüft. Hierbei zeigt sich, dass es nur wenige Möglichkeiten gibt, um ein kostenloses Firmenkonto zu führen.

In diesem Kapitel zeige ich dir, welche Kosten bei einem Firmenkonto anfallen, welche Anbieter kostenlose Kontomodelle anbieten und welche günstigen Alternativen es gibt.

Diese Kosten gibt es beim Geschäftskonto

Wenn du Firmenkonten miteinander vergleichst, achtest du wahrscheinlich immer auf die Kontoführungsgebühren. Allerdings setzen sich die Kosten eines Geschäftskontos aus mehreren Bestandteilen zusammen. Dementsprechend sinnvoll ist auch eine gesamtheitliche Betrachtung der Kosten.

In zahlreichen Vergleichen werden Geschäftskonten ohne monatliche Kontoführungsgebühr als kostenlos bezeichnet. Das ist natürlich nicht korrekt.

Vielmehr solltest du folgende Bestandteile bei den Kosten berücksichtigen, um die Gesamtkosten eines Kontos zu bewerten:

  • Kontoführungsgebühr: Hierbei handelt es sich um die monatliche oder jährliche Kontoführungsgebühr. Diese unterscheiden sich je nach Bank und Abonnement. In unserem Vergleich schwankten die Kosten zwischen 0,00 € und 129,99 € im Monat.
  • Transaktionskosten: Bei Firmenkonten berechnen die Banken oder Zahlungsdienstleister oftmals Kosten für Transaktionen. Hier erfolgt eine Unterscheidung in beleghafte und beleglose Transaktionen. Die beleglosen Kosten liegen bei bis zu 0,40 € pro Buchung.
  • Kartengebühren: Zu deinem Konto erhältst du eine Karte. Diese kann kostenpflichtig sein. Nicht selten berechnet der Kontoanbieter für Inaktivität eine Gebühr. Zu den Kartengebühren gehören auch Transaktionsentgelte und Kosten für Bargeldverfügungen.
  • Dokumente: Weiterhin solltest du Gebühren für Dokumente wie Kontoauszüge, Steuerbescheinigungen etc. berücksichtigen. Hier erheben die Kontoanbieter teilweise hohe Gebühren.
  • Weitere Kosten: Zusätzlich können weitere Konten auf dich zukommen. Hierzu fallen etwa die Kosten für zusätzliche Nutzer, Kosten für Echtzeitüberweisungen, Fremdwährungsentgelte oder Kosten für die Änderung von Daueraufträgen. Mit unserem ausführlichen Vergleich erhältst du einen guten Überblick.

3 kostenlose Firmenkonten im Überblick

Wie versprochen stelle ich dir an dieser Stelle auch drei Firmenkonten vor, die kostenlos sein können. Die vorgestellten Firmenkonten haben keine Kontoführungsgebühren und eine vergleichsweise hohe Anzahl kostenloser Transaktionen pro Monat.

FinomFYRSTN26 Business
KontomodellSoloBaseStandard
Kontoführung0,00 €0,00 €0,00 €
Kostenlose Transaktionen50 pro Monat50 pro MonatAlle kostenlos
Kosten für weitere Buchung0,20 € / Buchung0,19 € / Buchung0,00 € / Buchung
Unterstützte RechtsformenEinzelunternehmer, FreiberuflerEinzelunternehmer, FreiberuflerEinzelunternehmer, Freiberufler
Zu FinomZu FYRSTZu N26

Wie du anhand der aufgeführten Konten sehen kannst, stehen die kostenlosen Geschäftskonten ausschließlich Freiberuflern und Solo-Selbstständigen zur Verfügung. Für Personengesellschaften und Kapitalgesellschaften gibt es keine kostenlosen Geschäftskonten.

Diese Firmenkonten sind besonders günstig

Wie du im vorherigen Kapitel sehen kannst, ist die Auswahl an kostenlosen Geschäftskonten sehr eingeschränkt. Deswegen haben wir im Zuge unseres Vergleichs die Gesamtkosten der einzelnen Konten betrachtet.

Um eine bessere Vergleichbarkeit zu schaffen, müssen wir hier zwischen unterschiedlichen Anwendungsfällen differenzieren:

  1. Nutzung als Online-Konto: Das Konto wird ausschließlich online genutzt und Bargeld Ein- und Auszahlungen spielen keine Rolle. Die Kosten beinhalten daher 50 Transaktionen und die Kontoführungsgebühr. Die Kontokarte wird aktiv verwendet.
  2. Nutzung als Full-Service-Konto: Hier gehen wir von größeren Unternehmen aus. Monatlich gibt es 250 Buchungen und eine Einzahlung über 10.000 €. Es wird eine Kreditkarte zum Konto benötigt.

Im Folgenden möchte ich dir zu jedem Anwendungsfall die fünf bzw. vier günstigsten Konten aufzeigen. Die erste Tabelle verdeutlicht das Szenario für das Online-Konto, während die zweite Tabelle die Filialnutzung widerspiegelt.

KontoführungBuchungskostenGesamtkostenRechtsformen
Finom Solo0,00 €0,20 € ab 51. Transaktion0,00 €Freiberufler und Selbstständige
FYRST Base0,00 € / 6,00 €0,19 €0,00 € / 6,00 €Freiberufler und Selbstständige / Alle weiteren Rechtsformen
N26 Business Standard0,00 € 0,00 €0,00 €Freiberufler und Selbstständige
N26 Business Smart4,90 €0,00 €4,90 €Freiberufler und Selbstständige
Qonto Basic9,00 €0,00 €9,00 €Freiberufler und Selbstständige

Wie zu erwarten, findest du bei den günstigen Online-Firmenkonten in erster Linie Online- und Neobanken vor. Die Filialbanken sind hier aufgrund der Kostenstruktur nicht vertreten. Diese dominieren dafür das nachfolgende Ranking:

Günstige Geschäftskonten im Full-Service-Bereich
KontoführungTransaktionenEinzahlungenKreditkarteGesamtkostenRechtsformen
Deutsche Bank Business Premium34,90 €0,06 €0,00 € (4x monatlich inkl.)0,00 €49,90 €Alle Rechtsformen
Commerzbank Premium Geschäftskonto29,90 €0,15 € (50 inkl.)2,50 €0,00 €62,40 €Alle Rechtsformen
Targobank Business-Konto Premium26,90 €0,10 € (75 (inkl)0,00 € (5x monatlich inkl.)0,00 €44,40 €Alle Rechtsformen
FYRST COMPLETE10,00 €0,08 € (75 inkl.)2,50 € (je 5.000 €)0,00 €29,00 €Alle Rechtsformen

Wie du hier sehen kannst, spielen Online-Firmenkonten nahezu keine Rolle. Hauptsächlich liegt das an der fehlenden Möglichkeit für Bargeldeinzahlungen. Lediglich FYRST schafft es hier in den Vergleich, denn als Tochter der Deutsche Bank bietet FYRST Einzahlungen in den Postbank-Filialen an.

4. Welche Rolle spielt der Schufa-Score beim Geschäftskonto?

Gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten kann es passieren, dass du in Zahlungsschwierigkeiten gerätst. Sei es die verspätete Zahlung eines Geschäftspartners, Kunden, die erbrachte Leistungen nicht bezahlen oder steigende Kosten bei sinkenden Umsätzen. Unternehmen müssen unzählige wirtschaftliche Risiken schultern, sodass die Bonität schnell sinken kann.

Allerdings benötigen Unternehmen auch in diesen Phasen ein Firmenkonto, um weiterhin am Zahlungsverkehr teilnehmen zu können. Allerdings zeigt unser Vergleich, dass lediglich neun Banken ein schufafreies Firmenkonto anbieten.

In unserem Vergleich der Geschäftskonten trotz Schufa zeigen wir dir, welche Konten besonders gut bei schlechter Bonität sind.

Wichtig ist, dass die meisten Banken lediglich eine Kontoführung auf Guthabenbasis akzeptieren. Das beste Geschäftskonto bei schlechter Schufa kommt von Finom.

5. So findest du das passende Firmenkonto - Unsere Checkliste

Abschließend möchte ich dir eine Checkliste zur Verfügung stellen, mit der du die wichtigsten Aspekte bei der Wahl eines Geschäftskontos prüfen kannst.

Suche ein passendes Geschäftskonto zu deiner Rechtsform

Wenn du auf der Suche nach einem Geschäftskonto bist, dann prüfe, ob dieses deine Rechtsform unterstützt. Viele Online-Geschäftskonten eignen sich nur für Freiberufler und Selbstständige. Bei einer Umfirmierung droht dann später der Kontowechsel.

Akzeptierst du Bargeld als Zahlungsmittel?

Wenn du Bargeld akzeptierst, benötigst du ein Konto mit der Option zur Bargeldeinzahlung. Hier eignen sich große und bekannte Filialbanken wie Commerzbank oder Deutsche Bank.

Folgende Fragen helfen dir: 

  • Gibt es Bankfilialen oder Geldautomaten in meiner Nähe?
  • Wie oft muss ich Bargeld einzahlen?
Prüfe deine Bonität vor der Kontoeröffnung

Hast du eine schlechte Bonität, schränkt das deine Auswahl an Geschäftskonten stark ein. Prüfe deine Bonität und suche gegebenenfalls ein Konto, welches dich auch trotz negativer Schufa akzeptiert.

Wie sieht die Finanzierungsstrategie deines Unternehmens aus?

Möchtest du dein Unternehmen komplett durch Eigenmittel finanzieren oder Fremdkapital aufnehmen? Viele Zahlungsdienstleister bieten keine Finanzierungsmöglichkeiten an. Hier sind registrierte Banken die bessere Wahl.

Folgende Leitfragen solltest du berücksichtigen: 

  • Kann ich einen Dispokredit nutzen?
  • Prüft die Bank Förderdarlehen?
  • Kann ich bei der Bank Kredite abschließen?
  • Benötige ich einen persönlichen Ansprechpartner?
Wie viel Geld möchte und kann ich für ein Geschäftskonto ausgeben?

Klassischerweise möchten die meisten Gründer kein Vermögen für das Geschäftskonto investieren. Daher lohnt es sich, einen Rahmen zu definieren. Prüfe, ob dein Konto dir eventuell bei der Buchhaltung hilft und Schnittstellen zur Automatisierung bietet.

Folgende Leitfragen solltest du berücksichtigen: 

  • Wie hoch sind die Kontoführungsgebühren?
  • Was kosten einzelne Buchungen?
  • Welche Kosten fallen für Bargeldein- und -auszahlungen an?
  • Gibt es eine kostenlose Karte?
  • Welche Kreditkartengebühren gibt es?
Wie sicher ist dein neues Geschäftskonto?

Nur weil dein Geschäftskonto in Deutschland angeboten wird, muss nicht die deutsche Einlagensicherung gelten. Das Gleiche gilt auch für die IBAN, denn diese kann unter Umständen auch einem ausländischen Konto zugeordnet werden.

Folgende Leitfragen solltest du berücksichtigen: 

  • Wie bekannt ist das Konto und die Bank?
  • Gibt es eine deutsche IBAN zum Firmenkonto?
  • Gilt die deutsche oder eine ausländische Einlagensicherung?
Welche Features sind dir wichtig?

Die unterschiedlichen Geschäftskonten unterscheiden sich stark hinsichtlich des Funktionsumfangs. Prüfe für dich, welche Features dir besonders wichtig sind.

Folgende Leitfragen solltest du berücksichtigen: 

  • Gibt es eine Angebots- und Rechnungsstellung?
  • Gibt es vergünstigte Buchhaltungs- oder Rechnungssoftware?
  • Wird eine Multi-Banking-Funktion geboten?
  • Benötigst du Unterkonten zur Organisation deiner Finanzen?
  • Wie viele Nutzer erhalten Zugriff auf das Konto?
  • Bietet das Konto eine Liquiditätsplanung?
  • Gibt es Mobile Banking per App?

6. Häufige Fragen zum Firmenkonto

Was ist ein Geschäftskonto?

Ein Geschäftskonto ist ein spezielles Konto für Selbstständige und Unternehmen zur Abwicklung des Zahlungsverkehrs. Mit dem Konto können Unternehmen Zahlungen veranlassen oder empfangen und somit am Geschäftsleben teilhaben. Über das Firmenkonto werden Rechnungen, Gehälter sowie Löhne, Kredite sowie Steuern bezahlt.

Wie viel kostet ein Geschäftskonto?

Die Kosten eines Geschäftskontos hängen von mehreren Faktoren ab:

  1. Monatliche oder jährliche Kontoführungsgebühr
  2. Gebühren für Überweisungen und Lastschriften
  3. Gebühren für Bargeldhebungen und -einzahlungen
  4. Kosten für die Giro-, Debit- oder Kreditkarte
  5. Kosten für Auslandsüberweisungen oder Echtzeitüberweisungen
  6. Weitere Kosten für Dokumente sowie Dienstleistungen

Eine Übersicht aller Kosten findest du im Preis-Leistungsverzeichnis des Anbieters. In unserem Geschäftskontovergleich haben wir sämtliche Kosten übersichtlich zusammengestellt.

Gibt es kostenlose Firmenkonten?

Das hängt davon ab, was du unter einem kostenlosen Konto verstehst. Berücksichtigst du ausschließlich das monatliche Kontoentgelt, dann gibt es für Selbstständige und Freiberufler einige kostenlose Angebote.

Ein vollständig kostenloses Firmenkonto gibt es dahingegen nicht.

Welche Ausschlusskriterien gibt es beim Firmenkonto?

Wenn du ein Firmenkonto abschließen möchtest, gibt es folgende K.-o.-Kriterien:

  1. Eignet sich das Geschäftskonto für deine Rechtsform?
  2. Bietet das Konto einen Bargeldverkehr? (Notwendig, wenn du Bargeld vereinnahmst)
  3. Bist du auf Kredite und Beratungsleistungen durch die Bank angewiesen?

Gerade die Möglichkeit, Bargeld einzuzahlen und Kredite bei der Bank zu beantragen, führt bei vielen FinTech-Konten zum Ausschluss.

Sebastian Rau
Sebastian Rau
Gründer
Über den Autor
Ich bin Sebastian, einer der Gründer von Finanzwissen. Mein ersten Aktien und ETFs habe ich bereits 2015 gekauft. 2016 bin ich in den Krypto-Markt eingestiegen. Bis heute investiere ich in Aktien, ETFs, Kryptowährungen und Immobilien. Als Prozessmanager in einer deutschen Großbank habe ich einen tiefen Einblick in die Abläufe und Prozesse, sodass ich gerne unterschiedliche Produkte teste und meine Erfahrungen mit euch teile.

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