Openbank Deutschland: Spanische Zweigniederlassung nimmt keine Neukunden mehr an

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Die Open Bank S.A., Zweigniederlassung Deutschland hat ihr Neukundengeschäft zum 15. Juli 2026 eingestellt. Girokonto und Tagesgeld der spanischen Santander-Digitaltochter lassen sich in Deutschland nicht mehr neu eröffnen. Bestehende Konten laufen unverändert weiter, allerdings über eine neue Webadresse. Parallel dazu trägt seit Mai 2026 eine andere Bank denselben Markennamen: Aus der Santander Consumer Bank AG wurde die Openbank Deutschland AG.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die spanische Open Bank S.A. nimmt in Deutschland seit dem 15. Juli 2026 keine neuen Kunden mehr auf. Girokonto, Tagesgeld, Depot und Krypto-Handel sind für Neukunden geschlossen.
  • Bestandskunden müssen nichts tun. Verträge, Karten, Daueraufträge und Konditionen bleiben bestehen, der Login läuft künftig über openbank-espana-zweigniederlassung.de.
  • Die Einlagensicherung ändert sich nicht: Es greift weiter der spanische Fondo de Garantía de Depósitos bis 100.000 Euro pro Kunde.
  • Seit dem 15. Mai 2026 firmiert die frühere Santander Consumer Bank AG als Openbank Deutschland AG mit Sitz in Mönchengladbach. Sie führt das Neukundengeschäft, tritt nach außen aber vorerst weiter als Santander auf.
  • Von einer Schließung im Sinne einer Kontokündigung ist bislang nichts bekannt. Es handelt sich um einen Neukundenstopp im Zuge eines Konzernumbaus.

1. Was genau passiert ist

Wer im Juli 2026 openbank.de aufrief, landete plötzlich nicht mehr auf einer Produktseite, sondern auf einer reinen Anmeldemaske. Kein Antragsformular, kein Zinsrechner, kein Hinweis auf ein Neukundenangebot. Das war die stillste denkbare Art, ein Neukundengeschäft zu beenden.

Hintergrund ist ein Umbau bei der Muttergesellschaft. Die BanK Santander hat ihre Digitalbank Openbank und die Santander Consumer Finance europaweit zu einer gemeinsamen rechtlichen Einheit zusammengelegt, die Verschmelzung wurde im Mai 2026 formalisiert. Deutschland gilt dabei als Pilotmarkt, in dem der Konzern die neue Markenarchitektur zuerst ausprobiert.

Für den deutschen Markt heißt das: Die Marke Openbank wandert vom spanischen zum deutschen Institut. Die Adresse openbank.de wird künftig von der Openbank Deutschland AG genutzt, die spanische Zweigniederlassung ist auf openbank-espana-zweigniederlassung.de umgezogen. Laut Bank ändern sich für Bestandskunden lediglich die Webadresse und das Logo, das leicht angepasst wurde, um beide Institute unterscheidbar zu halten.

2. Zwei Banken, ein Name: die wichtigste Unterscheidung

Diese Doppelbelegung sorgt gerade für die meiste Verwirrung. Ein Blick auf die Unterschiede:

Open Bank S.A., Zweigniederlassung DeutschlandOpenbank Deutschland AG
Vorher bekannt alsOpenbank (spanische Direktbank)Santander Consumer Bank AG
Sitz / RechtsformSpanisches Institut mit deutscher ZweigniederlassungDeutsche AG mit Sitz in Mönchengladbach
Neukundengeschäftseit 15.07.2026 eingestelltläuft weiter
Einlagensicherungspanischer Einlagensicherungsfonds (FGD)deutsche Einlagensicherung
Zugangopenbank-espana-zweigniederlassung.desantander.de
Produktenur BestandsgeschäftBestGiro, BestCard, Tagesgeld, Festgeld, Filialnetz

Praktisch bedeutet das: Wer heute ein Konto "bei der Openbank" eröffnen will, landet beim Produktregal der früheren Santander Consumer Bank. Für deren rund drei Millionen Kunden war die Umfirmierung eine reine Formalie. Verträge, IBANs, Karten und Zugangsdaten blieben unangetastet, Handelsregister-Eintrag und BaFin-Aufsicht ebenfalls. Wie sich das Angebot schlägt, haben wir im Santander Test angeschaut.

3. Was Bestandskunden der spanischen Openbank jetzt tun sollten

Kurz gesagt: nichts Dringendes. Es gibt bislang keine Ankündigung, dass Bestandskonten gekündigt oder zwangsweise migriert werden. Drei Punkte lohnen sich trotzdem.

Lesezeichen aktualisieren. Der Login läuft über die neue Domain. Alte Bookmarks führen ins Leere, was wiederum Phishing-Versuchen in die Karten spielt. Wir würden derzeit keine Mail anklicken, die "wegen der Umstellung" nach Zugangsdaten fragt, egal wie plausibel das Absenderdesign wirkt.

Konditionen im Blick behalten. Ein Konto ohne Neukundengeschäft ist für die Bank ein Auslaufmodell, und solche Bestände werden erfahrungsgemäß selten aktiv verbessert. Wer das Openbank Tagesgeld als Zinsparkplatz nutzt, sollte den Zinssatz künftig monatlich prüfen und gegen aktuelle Angebote aus unserem Tagesgeld-Vergleich halten.

Zweitkonto anlegen, falls das Openbank-Konto dein Hauptkonto ist. Bei der IT-Migration im Sommer 2025 gab es bereits Berichte über gesperrte Zugänge, fehlende Kontoauszüge und lange Wartezeiten in der Hotline. Ein zweites kostenloses Girokonto kostet nichts und erspart im Ernstfall viel Ärger. Wie der Umzug technisch abläuft, erklären wir im Ratgeber zum Kontowechselservice.

4. Unsere Einschätzung

Ehrlicherweise war das Openbank Girokonto eines der unterschätzten Konten am deutschen Markt: dauerhaft kostenlos ohne Mindestgeldeingang, dazu 0,2 Prozent Guthabenzins und fünf Prozent Cashback auf Lastschriften, gedeckelt bei zehn Euro im Monat. Kein Ersatz für ein Tagesgeldkonto, aber ein solides Alltagskonto.

Der Abschied fällt trotzdem verkraftbar aus. Der Kundenservice stand über Jahre in der Kritik, die Trustpilot-Bewertungen der deutschen Openbank sind bis heute durchwachsen. Und der Nachfolger ist kein schlechter Tausch: Das BestGiro der Openbank Deutschland AG ist ebenfalls bedingungslos kostenlos, kommt mit deutscher Einlagensicherung und einem Filialnetz dazu. Wer digitalaffin ist und Zinsen aufs Guthaben sucht, findet in unserem Girokonto-Vergleich allerdings Anbieter, die deutlich mehr herausholen.

Was wir kritisch sehen, ist die Kommunikation. Ein Neukundenstopp ohne Pressemitteilung, eine Marke, die innerhalb weniger Wochen von einem Institut zum anderen wandert, dazu zwei Banken mit fast identischem Namen unter derselben Adresse in Mönchengladbach: Das ist für Kunden schwer nachvollziehbar. Wer die Meldung über eine Suchmaschine findet, hat gute Chancen, bei der falschen Openbank zu landen.

Rune Fauck
Rune Fauck
Autor
Über den Autor
In meinem Studium der Germanistik, Politik und Wirtschaftswissenschaften konnte ich bereits fundamentale Kenntnisse über unser Wirtschaftssystem sammeln. Bereits im Studium habe ich mit dem Investieren in Aktien und ETFs begonnen und möchte gerne mein angesammeltes Wissen weitergeben. Nach meinem Studium zog es mich deshalb zunächst ins Bildungssystem, wo ich am Gymnasium arbeitete und dort bereits erste Erfahrungen in der Vermittlung von wirtschaftlichen Themen sammeln konnte. Als Lehrer weiß ich, wie man Wissen verständlich erklärt und spannend gestaltet.

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