Altersvorsorgedepot: Smartbroker+ startet die Voranmeldung und macht drei Jahre lang alles kostenlos

Lesezeit 4 min.

Lektoriert vonSebastian Rau
Überprüft durchDennis Groß
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Das Wichtigste in Kürze

  • Seit heute, dem 8. September 2026, kannst du dich in der Smartbroker+ App für das Altersvorsorgedepot vormerken lassen.
  • Im Standarddepot zahlst du drei Jahre lang gar nichts: keine Depotgebühr, keine Sparplan- und Orderkosten – und die laufenden ETF-Kosten (TER) erstattet Smartbroker zu 100 %.
  • Die TER-Erstattung gilt allerdings nur im Standarddepot und nur bis zu einem Anlagevolumen von 25.000 €.
  • Nach den drei Jahren bleiben Depot, Sparpläne und Orders kostenlos. Wer mindestens 15 Trades pro Jahr im Hauptdepot macht, bekommt die ETF-Kosten sogar dauerhaft erstattet.
  • Eröffnen kannst du das Depot trotzdem erst zum 1. Januar 2027. Vorher geht nur die normale Registrierung bei der App.

Die Gebühren beim Smartbroker Altersvorsorgedepot

Smartbroker verspricht für das Standarddepot 0 € Depotgebühr, 0 € Sparplankosten, 0 € Orderprovisionen und 0 € laufende ETF-Kosten in den ersten drei Jahren. Damit unterbietet der Berliner Broker das, was Scalable Capital Ende August vorgelegt hat: Dort liegen die laufenden Kosten im Standarddepot bei 0,15 % pro Jahr und werden nur im ersten Jahr vollständig erlassen.

Der Haken steckt im Kleingedruckten der Landingpage: Die vollständige TER-Erstattung gilt bis zu einem Anlagevolumen von 25.000 € und nur im Standarddepot. Für den typischen Sparer mit 100 bis 150 € im Monat ist das in drei Jahren kein Thema, da kommst du inklusive Zulagen auf gut 5.000 €. Relevant wird die Grenze für alle, die einen größeren Riester-Vertrag übertragen wollen. Wer 40.000 € mitbringt, bekommt die Erstattung eben nur auf einen Teil.

Smartbroker
Smartbroker
  • Keine Depotgebühren
  • Große Auswahl an Handelsplätzen
  • Umfangreiches Angebot an Wertpapieren
ggf. fallen Produktkosten, Spreads, Zuwendungen und Crypto-Gebühren an

Danach greift laut Smartbroker die zweite Stufe: Depot, Sparpläne und Orders bleiben kostenfrei, es fallen nur noch die Produktkosten der ETFs an: die sollen unter 0,15 % pro Jahr liegen. Wer mindestens 15 Trades pro Jahr im Hauptdepot tätigt, dem erstattet Smartbroker die ETF-Kosten dauerhaft.

Und genau da ist der Haken: Ein Altersvorsorgedepot ist ein Produkt, das man einmal einrichtet und dann 30 Jahre lang in Ruhe lässt. Die dauerhafte Erstattung an 15 Trades im Hauptdepot zu koppeln, belohnt ausgerechnet das Verhalten, das man Vorsorgesparern eigentlich abgewöhnen will. Als Anleger solltest du dich davon nicht zu Extra-Orders verleiten lassen.

Drei Standarddepots, ein Renten-ETF im Gepäck

Smartbroker bietet drei Varianten des Standarddepots an, die sich im enthaltenen Aktien-ETF unterscheiden: MSCI World mit rund 1.300 Unternehmen, MSCI All Country World inklusive Schwellenländer und FTSE All-World mit über 4.000 Titeln. In jedem Standarddepot steckt zusätzlich ein zweiter ETF, der in Rentenprodukte investiert. Die Aufteilung legst du bei der Eröffnung fest und kannst sie später anpassen.

Das entspricht der gesetzlichen Vorgabe: ein chancenorientierter und ein sicherheitsorientierter Baustein, Kostendeckel 1 % pro Jahr. Smartbroker unterbietet den Deckel damit deutlich, wie inzwischen fast alle.

Freies Depot: gettex oder 1 Euro

Für Selbstentscheider gibt es das freie Altersvorsorgedepot. Depot und Sparpläne kosten nichts, Käufe und Verkäufe sind ab 500 € Ordervolumen über gettex gebührenfrei, darunter zahlst du 1 € Ordergebühr. Die Auswahl ist gesetzlich begrenzt: Alles bis Risikoklasse 5 ist erlaubt, gehebelte Produkte und Einzelaktien sind ausgeschlossen.

Ein Wechsel vom Standard- ins freie Depot ist möglich, aber nicht ohne Folgen: Der Wechsel führt zum Verkauf der Fondsanteile, das Guthaben wandert als Cash ins neue Depot. Anbieter dürften in den ersten fünf Jahren bis zu 150 € dafür verlangen, Smartbroker will aber darauf verzichten.

Für bestehende Riester-Verträge gilt: Ein Übertrag ins Altersvorsorgedepot ist möglich, bei Verträgen, die älter als fünf Jahre sind, sogar gebührenfrei. Die bisher erhaltene Förderung bleibt erhalten, und kündigen musst du dafür nichts.

Einordnung: Der Preiskampf ist in vollem Gang

Innerhalb von zwei Wochen haben jetzt drei Anbieter Zahlen auf den Tisch gelegt. Scalable machte den Anfang, dann kam quirion mit Vanguard. Dort besteht das Standarddepot aus dem FTSE Global All-Cap mit 0,07 % und dem Global Aggregate Bond EUR Hedged mit 0,08 % TER, zum Start kostenfrei. Und nun Smartbroker mit der bislang längsten Nullkosten-Phase.

ING führt bisher nur eine Warteliste, Trade Republic hat den Start bestätigt, nennt aber keine Konditionen. Union Investment und Deka planen eigene, überwiegend aktiv gemanagte Fonds.

Keiner dieser Anbieter ist bislang zertifiziert und das Verfahren über das Bundeszentralamt für Steuern startet erst im Herbst. Alles, was du gerade liest, sind Ankündigungen, keine Verträge. Was am Ende zählt, sind nicht die ersten drei Jahre, sondern die Effektivkosten über 30 Jahre. Eine Erstattung, die an Bedingungen hängt, ist etwas anderes als eine dauerhaft niedrige TER.

Unterm Strich: Das Angebot ist stark, gerade für kleine bis mittlere Sparpläne. Ich würde mich trotzdem nicht heute festlegen. Die Voranmeldung kostet nichts und verpflichtet zu nichts – aber bis Januar 2027 werden noch etliche Anbieter nachlegen, und die entscheidenden Zahlen stehen erst mit den zertifizierten Verträgen fest.

Rune Fauck
Rune Fauck
Autor
Über den Autor
In meinem Studium der Germanistik, Politik und Wirtschaftswissenschaften konnte ich bereits fundamentale Kenntnisse über unser Wirtschaftssystem sammeln. Bereits im Studium habe ich mit dem Investieren in Aktien und ETFs begonnen und möchte gerne mein angesammeltes Wissen weitergeben. Nach meinem Studium zog es mich deshalb zunächst ins Bildungssystem, wo ich am Gymnasium arbeitete und dort bereits erste Erfahrungen in der Vermittlung von wirtschaftlichen Themen sammeln konnte. Als Lehrer weiß ich, wie man Wissen verständlich erklärt und spannend gestaltet.

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