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Mann arbeitet im Bereich der Energierohstoffe

Energierohstoffe: Investieren, Verwendung und Prognose

Unser Planet stellt uns eine Vielzahl an Rohstoffen zur VerfĂŒgung. Aufgrund ihrer unterschiedlichen Beschaffenheit werden Rohstoffe in Kategorien eingeteilt. Dabei differenzieren wir nach Edelmetallen, Industriemetallen, Agrarrohstoffen, Kritischen Rohstoffen und den Energierohstoffen.

In diesem Ratgeber analysieren wir den Markt fĂŒr Energierohstoffe. Du wirst im weiteren Verlauf feststellen, wie wichtig die Gruppe der Energierohstoffe fĂŒr unser alltĂ€gliches Leben ist. Jeden Tag benötigen wir große Mengen an Strom.

Doch wo kommt dieser Strom her und wie wird er produziert? Werden die Energiepreise in Zukunft steigen und wie kann ich in diesen Sektor investieren? Diese und viele weitere Fragen klÀren wir in unserer Analyse zu den Energierohstoffen.

1. Was sind Energierohstoffe? - eine Übersicht zu den einzelnen EnergietrĂ€gern

Als erstes definieren wir die Gruppe der Energierohstoffe. Der Name deutet bereits an, dass sich dahinter Rohstoffe verbergen, die als EnergietrÀger dienen.

Definition Energierohstoffe

Energierohstoffe sind die Grundlage zur Gewinnung von Energie. Sie werden wie die meisten anderen Rohstoffe ebenfalls durch Bergbau oder Förderung gewonnen. Zu dieser Gruppe gehören fossile EnergietrÀger, die vor Millionen von Jahren aus organischem Material entstanden sind. Eine Ausnahme stellt Uranerz dar, das aus einer anorganischen Mineralisation hervorgeht.

In unserer Analyse betrachten wir die folgenden Energierohstoffe:

Bei diesen Rohstoffen handelt es sich um endliche, nicht erneuerbare Ressourcen.

Neben der fossilen Energie nutzen wir seit geraumer Zeit auch die sogenannten erneuerbaren Energien aus Wind und Solar. Falls du weitere Informationen zum nachhaltigen investieren suchst, findest du bei uns auf der Seite einige spannende Ratgeber. Dort erhĂ€ltst du ausfĂŒhrlichen Input zur nachhaltigen Geldanlage und zu Zukunftsthemen wie Wasserstoff-Aktien.

In diesem Artikel bleiben wir jedoch bei den aufgefĂŒhrten fossilen EnergietrĂ€gern.

Worin unterscheiden sich die EnergietrÀger?

Als erstes mĂŒssen wir nach primĂ€ren und sekundĂ€ren EnergietrĂ€gern differenzieren.

PrimÀre EnergietrÀger wie Erdöl, Kohle, Erdgas und Uran werden aus der Natur gewonnen.

SekundÀre EnergietrÀger entstehen durch einen Umwandlungsprozess. Hierzu gehören beispielsweise Kraftstoffe wie Benzin.

ZusĂ€tzlich lassen sich Energierohstoffe hinsichtlich ihrer Energiedichte unterschieden. Hieraus folgt, dass fĂŒr die gleiche Energie unterschiedliche Mengen der einzelnen Energierohstoffe benötigt werden.

Uran besitzt beispielsweise eine weitaus höhere Energiedichte als fossile Rohstoffe wie Öl oder Gas. Die nachfolgende Grafik verdeutlicht den enormen Unterschied der einzelnen Energierohstoffe hinsichtlich ihrer Energiedichte.

Energiedichte fossile EnergietrÀger
Energiedichte eines Uran-Pellets im Vergleich; Quelle: elements.visualcapitalist.com | U.S. Department of Energy

2. Wie investiere ich in Energierohstoffe? - Aktien und ETFs

Wir wissen jetzt was Energierohstoffe sind. Doch welche Möglichkeiten haben Privatanleger, um an der Wertentwicklung einzelner Energierohstoffe zu partizipieren?

Im Gegensatz zu Edelmetallen wirst du als Privatanleger kein physisches Investment in Öl und Co. tĂ€tigen können. Allerdings stehen dir zahlreiche andere Investmentvehikel wie Aktien, ETFs und ETCs zur VerfĂŒgung.

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Wie investieren Privatanleger in Energierohstoffe?

Mit Exchange Traded Commodities, kurz ETCs, kannst du direkt von der Wertentwicklung eines Rohstoffes profitieren. Die Wertpapierart ETC ist eine Schuldverschreibung, die unmittelbar an die Preisentwicklung eines oder mehrerer Rohstoffe gebunden ist.

Ein ETF bietet dir ĂŒber Indizes indirekten Zugang zu einem Investment in Energierohstoffe. Typisch sind zum Beispiel Aktien-ETFs von Minenaktien oder Grundstofferzeugern.

Des Weiteren kannst du ĂŒber Einzelaktien in Bergbauunternehmen investieren, die sich auf den Abbau von Energierohstoffen spezialisiert haben. Aber auch Hersteller von Fördertechnik partizipieren von einer steigenden Nachfrage nach Energierohstoffen. GrundsĂ€tzlich lohnt sich hier ein Blick auf Rohstoffaktien oder Energie Aktien.

Wichtiger Hinweis: Alle genannten Unternehmen, Aktien und ETFs dienen zu Informationszwecken und stellen keine Empfehlung dar.

Mit Aktien in Energierohstoffe investieren

ZunĂ€chst betrachten wir die fĂŒhrenden Bergbau- und Förderunternehmen aus den Bereichen Öl, Gas, Kohle und Uran.

Die Top 10 unter den den Erdöl- und Erdgasproduzenten

Saudi Aramco
Saudi-Arabien
Exxon Mobil
USA
Chevron
USA
Shell
Niederlande
PetroChina
China
Total
Frankreich
Gazprom
Russland
ConocoPhilips
USA
BP
Großbritannien
Rosneft
Frankreich

Gazprom ist gemessen an den Reserven der weltweit bedeutendste Erdgasproduzent und Saudi Aramco hat die grĂ¶ĂŸten Erdölreserven.

Die fĂŒhrenden Unternehmen im Kohlebergbau

BHP
Australien
Peabody Energy
USA
China Shenhua Energy
China
Anglo American plc
Großbritannien
Coal India
Indien

Big Player aus dem Uransektor

Kazatomprom
Kazachstan
Cameco
Kanada
BHP
Australien
Rio Tinto
Australien
Energy Resources of Australia
Australien

Wer in Energierohstoff-Aktien investieren möchte, sollte sehr gute Branchenkenntnisse und Erfahrungen in der Unternehmensanalyse mitbringen. Zudem solltest du den Zeitfaktor bei der Einzelanalyse nicht unterschÀtzen.

Wenn du zeiteffizient und diversifiziert in Energierohstoffe investieren möchtest, sind Energierohstoff-ETFs eine gute Alternative.

Sektor ETFs im Bereich Energierohstoffe

Als Privatanleger mit Fokus auf Energierohstoffe solltest du den MSCI World Energy Index kennen.

Der MSCI World Energy Index ist ein sogenannter Sub-Index des MSCI World – einem der beliebtesten Basis-Investments. Der MSCI World bildet ĂŒber 1.600 Einzelwerte aus 23 Industrienationen ab. Somit können sich Anleger indirekt einen Großteil der Weltwirtschaft mit nur einem ETF ins Depot legen.

MSCI World Energy Sector ETF im Kurzportrait

Der Sub-Index MSCI World Energy deckt 50 internationale Einzelwerte aus dem Energie-Sektor ab.

Die 10 grĂ¶ĂŸten Positionen im MSCI World Energy machen 62 % der Gewichtung aus. Allein die ersten drei Positionen, bestehend aus Exxon Mobil, Chevron und Shell, machen mehr als ein Drittel der Marktkapitalisierung aus. In Puncto Diversifikation ist der Index suboptimal.

Als Privatanleger kannst du ĂŒber folgende Anbieter in den MSCI World Energy investieren:

  1. Xtrackers MSCI World Energy UCITS ETF
  2. iShares MSCI World Energy Sector
  3. Lyxor MSCI World Energy
  4. Amundi MSCI World Energy

Allerdings sind im MSCI World Energy keine Werte enthalten, die zu den erneuerbaren Energien zÀhlen.

Wir beobachten eine Trendentwicklung weg von den fossilen EnergietrÀgern hin zu den erneuerbaren Energien, auch beim Investieren. Daher werden in Zukunft vermehrt ETFs im nachhaltigen Sektor aufgelegt.

Sind ETFs und Aktien im Sektor Energierohstoffe eine Absicherung gegen Inflation?

Sobald wir von der Inflationsrate im herkömmlichen Sinne sprechen, meinen wir meistens den Consumer Price Index (CPI).

Zur Messung der Inflation wird in der Regel stellvertretend fĂŒr verschiedene Bereiche des Lebens ein Warenkorb herangezogen. Dort findest du beispielsweise die Kategorien Wohnen, Verkehr, Nahrungsmittel, Freizeit und viele mehr. Aus diesen unterschiedlich gewichteten Gruppen wird dann der Verbraucherpreisindex ermittelt.

Allerdings kann je nach Gewichtung fĂŒr Person A die Inflation stĂ€rker ausfallen als fĂŒr Person B.

Einer Auswertung der Federal Reserve Bank of St. Louis zu Folge besteht eine deutliche Korrelation zwischen den Ölpreisen und dem sogenannten Producer Price Index (PPI). Aufgrund ihrer hĂ€ufigen Verwendung in der Industrie haben die Ölpreise Einfluss auf die Entwicklung der Produzentenpreise.

Da sich steigende Preise bei der Produktion auch auf die Konsumenten ĂŒbertragen, kann ein Investment in Energierohstoffe durchaus als eine Absicherung gegen steigende Preise bzw. Inflation angesehen werden.

Abschließend erhĂ€ltst du von uns noch eine Übersicht zu den Chancen und Risiken, die mit einem Investment in Energierohstoffe einhergehen.

  • Hohe Renditechancen aufgrund Angebotsknappheit und hoher Nachfrage
  • Mögliche Absicherung gegen Inflation
  • Entwicklung kann sich vom Gesamtmarkt entkoppeln
  • Starke Preisschwankungen
  • Sehr zyklischer Verlauf mit starken und schwachen Phasen
  • Geopolitische Risiken
  • WĂ€hrungsrisiken
  • Fehlende Nachhaltigkeit bei fossilen EnergietrĂ€gern

3. Verwendung und Anwendung von Energierohstoffen

Als PrimĂ€renergietrĂ€ger kommen Öl und Co. bei der Energiegewinnung zum Einsatz. Außerdem sind sie die Grundlage fĂŒr sekundĂ€re EnergietrĂ€ger.

Um zu erkennen, welche Bedeutung die fossilen Energierohstoffe aktuell besitzen, schauen wir uns nachfolgend den Energieverbrauch in Deutschland sowie die globale Bedeutung der fossilen Rohstoffe an.

Energieerzeugung und Energieverbrauch in Deutschland

ZunÀchst werfen wir einen Blick auf die Zahlen zur Energieerzeugung in Deutschland. Dabei beziehen wir uns auf die Daten des Fraunhofer Instituts aus dem Jahr 2021.

Nettostromerzeugung zur öffentlichen Stromversorgung

Die nachfolgende Aufteilung zeigt den Strommix, wie er tatsÀchlich aus der Steckdose kommt.

  • Kernenergie 13,3 %
  • Öl 0,3 %
  • Gas 10,4 %
  • Steinkohle 9,5 %
  • Braunkohle 20,2 %
  • Erneuerbare 45,8 %

Bei den oben gezeigten Daten wird die industrielle Erzeugung nicht berĂŒcksichtigt. Zudem muss der Energieverbrauch aus dem Verkehrssektor noch einbezogen werden, um den gesamten PrimĂ€renergieverbrauch berechnen zu können.

Anteil der Energierohstoffe am PrimÀrenergieverbrauch

Der PrimÀrenergieverbrauch bezeichnet den Energiegehalt aller eingesetzten EnergietrÀger. Nach Angaben des Umweltbundesamtes sieht der PrimÀrenergieverbrauch in Deutschland (Stand 2021) wie folgt aus:

  • Mineralöl 32 %
  • Gase 27 %
  • Steinkohle 9 %
  • Braunkohle 9 %
  • Kernenergie 6 %
  • Erneuerbare 16 %

Bruttoendenergieverbrauch nach Sektoren und EnergietrÀgern

Als nÀchstes schauen wir uns die verbrauchsintensivsten Sektoren in Deutschland an (Stand 2020).

Industrie: 28,3 % des  Endenergieverbrauchs

  • Strom 30,9 %
  • Gase 34,9 %
  • Kohle 15,6 %

Verkehr: 27,5 % des Endenergieverbrauchs

  • 91,8 % Mineralölprodukte

Gewerbe und Handel: 15,3 % des Endenergieverbrauchs

  • Strom 41,1 %
  • Gase 27,7 %
  • Mineralölprodukte 19,4 %

Haushalte: 28,9 % des Endenergieverbrauchs

  • Gase 37,9 %
  • Strom 18,8 %
  • Mineralölprodukte 21,1 %

Die Daten ĂŒber den Stromverbrauch in Deutschland zeigen, dass der Anteil der erneuerbaren Energien am PrimĂ€renergieverbrauch momentan Ă€ußerst gering ist. Aktuell besteht noch eine große AbhĂ€ngigkeit von fossilen EnergietrĂ€gern.

Allerdings sieht der Energiemix nicht nur in Deutschland so aus. Nach wie vor setzen die LĂ€nder weltweit auf fossile Energierohstoffe.

Verlieren die fossilen Energierohstoffe an Bedeutung?

Wie wir bereits erwÀhnt haben, ist an den FinanzmÀrkten ein Trend in Richtung der erneuerbaren Energien zu beobachten. Auch in der Gesellschaft gewinnt das Thema Nachhaltigkeit an Bedeutung.

Die nachfolgende Statistik der International Energy Agency (IEA) zeigt allerdings, dass sich in den letzten 50 Jahren beim PrimÀrenergieverbrauch, hinsichtlich des Anteils fossiler EnergietrÀger, kaum etwas verÀndert hat.

Laut der IEA lag im Jahr 1973 der Anteil fossiler EnergietrÀger am weltweiten Energiemix bei 86 %. Im Jahr 2018 lag der Anteil bei 81 %.

Zwar ist der Anteil von Erdöl um etwa 15 % gesunken, dafĂŒr gewann das Erdgas an Bedeutung. Der Anteil von Kohle ist sogar leicht gestiegen. Ebenso hat die Nutzung der Kernenergie zugenommen.

Es stellt sich daher die Frage, weshalb sich der globale Energiemix in einem halben Jahrhundert kaum verÀndert hat.

Eine ErklĂ€rung fĂŒr die ungebrochene Beliebtheit der fossilen EnergietrĂ€ger liegt im starken Wachstum und Energiehunger der Emerging Markets. Die SchwellenlĂ€nder benötigen fĂŒr ihr Bevölkerungs- und Wirtschaftswachstum Unmengen an Energie.

Allerdings sind die Industrienationen diesbezĂŒglich nicht gerade die besten Vorbilder, da der Verbrauch fossiler EnergietrĂ€ger in den westlichen Industrienationen ungebrochen hoch ist und effiziente „grĂŒne“ Lösungen weiterhin fehlen.

Zum Abschluss dieses Abschnitts erhĂ€ltst du noch einen Überblick zu weiteren Anwendungen der Energierohstoffe.

Verwendung von Erdöl im Alltag

  • Schmierstoffe
  • Heizöl
  • Kraftstoffe
  • Lösemittel
  • Kunststoffe
  • Kleidung
  • Kerzen
  • Reinigungsmittel

Die Liste mit Anwendungen von Erdöl und Co. ließe sich noch weiterfĂŒhren. Daran erkennen wir unsere AbhĂ€ngigkeit von Energierohstoffen.

4. Abbau von Energierohstoffen: Geographische Verteilung und politische Situation

In diesem Abschnitt gehen wir auf den Abbau von Energierohstoffen ein. Hierzu erhĂ€ltst du von uns eine Übersicht zu den grĂ¶ĂŸten Rohstoffreserven. Des Weiteren betrachten wir die politischen und ökologischen Folgen des Rohstoffabbaus.

Anhand der Daten des Statistical Review of World Energy haben wir die nachfolgende Übersicht fĂŒr dich zusammengestellt. Diese Daten erhebt der Ölkonzern BP seit 70 Jahren.

Top 5 LĂ€nder nachgewiesene Ölreserven (Stand 2020)

Venezuela
303,8 Millionen Barrel
Saudi-Arabien
297,5 Millionen Barrel
Kanada
168,1 Millionen Barrel
Iran
157,8 Millionen Barrel
Irak
145 Millionen Barrel

Ein Barrel Öl sind 159 Liter.

Top 5 LĂ€nder nachgewiesene Gasreserven (Stand 2020)

Russland
37,4 Billionen Kubikmeter
Iran
32,1 Billionen Kubikmeter
Qatar
24,7 Billionen Kubikmeter
Turkmenistan
13,6 Billionen Kubikmeter
USA
12,6 Billionen Kubikmeter

Top 5 LĂ€nder nachgewiesene Kohlereserven (Stand 2020)

USA
248.941 Millionen Tonnen
Russland
162.166 Millionen Tonnen
Australien
150.227 Millionen Tonnen
China
143.197 Millionen Tonnen
Indien
111.052 Millionen Tonnen

Top 5 LĂ€nder Uranressourcen (Stand 2019)

Australien
1.692.700 Tonnen
Kasachstan
906.800 Tonnen
Kanada
564.900 Tonnen
Russland
486.000 Tonnen
Namibia
448.300 Tonnen

Die Übersicht zu den Uranreserven beruht auf einer Auswertung der World Nuclear Association und den Daten der International Atomic Energy Agency (IAEA).

Ohne Energierohstoffe wĂ€re das moderne Leben, wie wir es kennen, nicht möglich. Dennoch gibt es erhebliche Nachteile, die mit der Förderung von Energierohstoffen im Zusammenhang stehen. FĂŒr viele rohstoffreiche LĂ€nder sind ihre umfangreichen Ressourcen mehr Fluch als Segen. Territoriale MachtansprĂŒche bestimmen hĂ€ufig den Alltag dieser Nationen.

Neben den politischen Konflikten stellen auch die ökologischen Folgen der Rohstoffförderung eine internationale Herausforderung dar.

Anhand der Daten des BP-World-Energy-Reviews haben wir eine Übersicht zu den CO2-Emissionen erstellt.

Die nachfolgenden Daten beziehen sich auf CO2-Emissionen, die aus der Verbrennung fossiler EnergietrÀger resultieren.

LandCO2- Emissionen
China9.899,3 Millionen Tonnen
USA4.457,2 Millionen Tonnen
Indien2.302,3 Millionen Tonnen
Russland1.482,2 Millionen Tonnen
Japan 1.027 Millionen Tonnen
Iran678,2 Millionen Tonnen
Deutschland604,9 Millionen Tonnen
SĂŒdkorea577,8 Millionen Tonnen
Indonesien575,9 Millionen Tonnen
Suadi-Arabien570,8 Millionen Tonnen
Die Top 10 LĂ€nder nach CO2-Emissionen (Stand 2020)

5. Energierohstoffe – eine langfristige Prognose

Bei allen Anlageklassen sind Angebot und Nachfrage entscheidend fĂŒr die Entwicklung der Preise.

Kurzfristig können politische Krisen zu einer Verknappung des Angebots fĂŒhren und somit steigende Preise verursachen. Ebenso kann ein kurzzeitiges Überangebot zu stark sinkenden Preisen fĂŒhren. Allerdings sind diese PhĂ€nomene selten von anhaltender Dauer.

Langfristig bewegen sich die Rohstoffpreise wie auch unsere Konjunktur in Zyklen.

Konkret bedeutet das: RohstoffmÀrkte haben schwache und starke Phasen. Es kann auch zu einer Entkopplung des Gesamtmarktes kommen.

Befinden wir uns in einem Rohstoff-Superzyklus?

Seit etwa zwei Jahren zeichnet sich eine Ă€ußerst spannende Entwicklung an den RohstoffmĂ€rkten ab. Nahezu jeder Rohstoff, ob Holz, Öl, Kohle, Gas, Kupfer, Nickel oder Lithium, befindet sich in einem markanten AufwĂ€rtstrend. Geht dieser Trend von einer kurzfristigen Entwicklung in eine lang anhaltende Nachfrage ĂŒber, so spricht man von einem Rohstoff-Superzyklus.

Ein derartiger Zyklus kann durchaus 10 Jahre und lÀnger anhalten. SelbstverstÀndlich können wir eine solche Phase nicht mit Gewissheit prognostizieren. Niemand kann das.

Der Haupttreiber fĂŒr eine verstĂ€rkte Rohstoff Nachfrage ist starkes Wachstum. Bekannte Beispiele sind die Industrialisierung und Phasen, die von herausragenden Innovationen der Menschheitsgeschichte geprĂ€gt sind.

Die Erfindung von Basisinnovationen und großen disruptiven Technologien sind Preistreiber fĂŒr Rohstoffe.

Bedeutende Basisinnovationen der Vergangenheit:

  • Dampfmaschine
  • Eisenbahn
  • Chemie
  • Elektrotechnik
  • Automobil
  • Informationstechnologie

Neuer Kondratjew-Zyklus und Energierohstoffe im Fokus

Nikolai Kondratjew war ein sowjetischer Wirtschaftswissenschaftler. Der Kern seiner Theorie ist die Einteilung der Wirtschaftsentwicklung in lange, zyklische Wellen, die mehrere Jahrzehnte andauern.

Merkmale dieser Superzyklen oder Megatrends sind enorme Investitionen aufgrund eines Paradigmenwechsels. Daraus folgen dann die Basisinnovationen.

Auch heutzutage lassen sich Megatrends identifizieren, die mit immensen Investitionen einhergehen. Der nĂ€chste große Zyklus könnte die Transformation unserer Energiegewinnung sein. Also weg von den fossilen EnergietrĂ€gern hin zu den erneuerbaren Energien. Eine mögliche Basisinnovation ist die ElektromobilitĂ€t.

Renaissance der Energierohstoffe

Langfristig ist davon auszugehen, dass die fossilen EnergietrÀger an Bedeutung verlieren. Alternative Lösungen werden dann ihre Position einnehmen. Bevor es soweit ist, könnten die Energierohstoffe aber eine Renaissance erleben.

Nach wie vor machen Erdöl, Erdgas, Kohle und Uran mehr als 80 % im globalen Energiemix aus. Eine Umstellung innerhalb weniger Jahre ist unrealistisch. Bis wir unseren Bedarf vollstÀndig aus erneuerbaren Energien decken können, benötigen wir zwingend die fossilen Brennstoffe.

Zudem dĂŒrfen wir nicht das Bevölkerungs- und Wirtschaftswachstum der Emerging Markets vernachlĂ€ssigen. China und Indien setzen verstĂ€rkt auf Kohle als EnergietrĂ€ger. Außerdem werden die fossilen Energierohstoffe immer knapper.

 

Ein gutes Beispiel fĂŒr die Renaissance der Energierohstoffe ist das Vorhaben Chinas, das den Bau von 150 Atomkraftwerken in den kommenden 15 Jahren vorsieht. Die nachfolgende Abbildung zeigt den globalen Anteil der Atomkraft je Land.

Produktion Nuklearenergie weltweit
Produktion von Kernenergie nach LĂ€ndern; Quelle: visualcapitalist | Bloomberg

6. Energierohstoffe: Unser Fazit

Zum Abschluss unserer Analyse zu den Energierohstoffen fassen wir nochmals die wichtigsten Punkte und Aussagen zusammen.

  • Energierohstoffe umfassen in erster Linie Erdöl, Erdgas, Kohle und Uran
  • PrimĂ€re EnergietrĂ€ger kommen in der Natur vor. Durch Umwandlungsprozesse entstehen sekundĂ€re EnergietrĂ€ger.
  • Ein Investment in Energierohstoffe unterliegt erheblichen Schwankungen. Als Anleger solltest du dir ĂŒber die Risiken im Klaren sein.
  • Energierohstoffe werden hauptsĂ€chlich zur Energieerzeugung verwendet. ZusĂ€tzlich kommt Erdöl in vielen Produkten aus dem Alltag zum Einsatz.
  • Energierohstoffe machen mehr als 80 % vom globalen Energiemix aus.
  • Rohstoffe stehen oft im Zusammenhang mit politischen Konflikten. Das Verbrennen fossiler EnergietrĂ€ger hat ökologische SchĂ€den zur Folge.
  • Basisinnovationen und Megatrends könnten eine verstĂ€rkte Rohstoff Nachfrage auslösen. Ein potenzieller Rohstoff-Superzyklus wĂ€re die Folge.

Solltest du dich fĂŒr Rohstoff Aktien interessieren, findest du auch hierzu bei uns auf der Seite eine ausfĂŒhrliche Analyse.

7. HĂ€ufige Fragen zu Energierohstoffen

Du kannst ĂŒber Aktien, ETFs und ETCs von der Wertentwicklung der Energierohstoffe profitieren.

Energierohstoffe werden an den internationalen Rohstoffbörsen gehandelt. Die weltweit grĂ¶ĂŸte Warenterminbörse ist die NYMEX.

Ein Investment in Energierohstoffe setzt eine gewisse Branchenkenntnis voraus. Als kleine Beimischung im Depot können Energierohstoffe durchaus Sinn machen. Dieser Sektor ist jedoch eher fĂŒr risikobewusste Anleger geeignet.

Hi! Ich bin
👋

Ich bin gelernter Bankkaufmann und leidenschaftlicher Privatinvestor. Meine ersten Aktien habe ich im Alter von 14 gekauft und dabei die Börse kennengelernt. Seitdem beschÀftige ich mich intensiv mit dem Geschehen an den FinanzmÀrkten und den unterschiedlichen Anlageklassen. Getreu dem Motto "man lernt nie aus" möchte ich mir stÀndig neues Wissen aneignen und so viel wie möglich an andere weitergeben.

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