
Rüstungs-ETF: Die besten ETFs auf die Rüstungsindustrie
In den vergangenen Jahren hat sich die Sicherheitslage in Europa grundlegend verändert. Spätestens seit Russlands Angriff auf die Ukraine rüsten viele Staaten massiv auf – und die Rüstungsindustrie profitiert.
Zahlreiche Länder haben ihre Verteidigungsbudgets deutlich erhöht, die NATO fordert mindestens 3,5 % des BIPs für Militärausgaben sowie 1,5 % des BIPs für sicherheitsrelevante Infrastruktur bis 2035.
Für Anleger bieten Rüstungs-ETF eine Möglichkeit, breit diversifiziert in den Verteidigungssektor zu investieren. Doch welcher Rüstungs-ETF ist der beste? Und ist ein solches Investment überhaupt sinnvoll?
In diesem Artikel vergleichen wir alle in Deutschland verfügbaren Rüstungs-ETF, analysieren ihre Performance und zeigen dir, worauf du beim Kauf achten solltest. Außerdem gehen wir auf die ethische Debatte rund um Rüstungsinvestments ein und geben dir eine Einschätzung zu den Zukunftsaussichten der Branche.
Das Wichtigste zu Rüstungs-ETFs
- Die Rüstungsbranche umfasst die Produktion von Waffen, Waffensystemen, Munition, Überwachungstechnologien und Transportgütern für militärische und zivile Zwecke.
- Seit dem NATO-Gipfel 2025 gilt ein neues Verteidigungsziel von 3,5 % des BIPs. Rüstungs-ETF profitieren direkt von steigenden Militärausgaben weltweit.
- Aktuell gibt es 22 in Deutschland handelbare ETF auf Rüstung und Verteidigung. Die Kosten (TER) liegen zwischen 0,15 % und 0,55 % pro Jahr.
- Aus unserer Sicht ist der VanEck Defense UCITS ETF der etablierteste Rüstungs-ETF mit einem Fondsvolumen von über 6 Milliarden Euro. Wer gezielt auf europäische Rüstungsaktien setzen möchte, findet im WisdomTree Europe Defence UCITS ETF eine Alternative.
- Alle aktuell verfügbaren Rüstungs-ETF sind thesaurierend. Einen ausschüttenden Rüstungs-ETF gibt es derzeit nicht.
Welche Rüstungs-ETF gibt es? – Übersicht 2026
Für Anleger in Deutschland gibt es mittlerweile eine breite Auswahl an Rüstungs-ETF. Insgesamt sind aktuell 22 passive Indexfonds auf den Verteidigungssektor handelbar. Die jährlichen Kosten (TER) liegen dabei zwischen 0,15 % und 0,55 % – ein für Themen-ETF typischer Bereich.
Allerdings sind nicht alle 22 ETF für ein langfristiges Investment gleichermaßen geeignet. Einige Fonds haben ein zu geringes Fondsvolumen, was das Risiko einer Fondsschließung erhöht. Andere sind erst seit wenigen Monaten am Markt und verfügen noch über keine aussagekräftige Track-Record.
In der folgenden Tabelle findest du die fünf größten und etabliertesten Rüstungs-ETF im Überblick:
| Name | ISIN | Index | TER | Fondsvolumen | Positionen | Ertragsverwendung | Auflage |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| VanEck Defense UCITS ETF A | IE000YYE6WK5 | MarketVector Global Defense Industry | 0,55 % | ~7.846 Mio. € | 36 | Thesaurierend | 03/2023 |
| WisdomTree Europe Defence UCITS ETF | IE0002Y8CX98 | WisdomTree Europe Defence NTR EUR | 0,40 % | ~4.757 Mio. € | 26 | Thesaurierend | 03/2025 |
| HANetf Future of Defence UCITS ETF | IE000OJ5TQP4 | EQM NATO+ Future of Defence | 0,49 % | ~2.769 Mio. € | 59 | Thesaurierend | 07/2023 |
| iShares Global Aerospace & Defence UCITS ETF | IE000U9ODG19 | S&P Aerospace & Defence BMI | 0,35 % | ~1.596 Mio. € | 77 | Thesaurierend | 02/2024 |
| Global X Defence Tech UCITS ETF | IE000JCW3DZ3 | Mirae Asset Defence Tech | 0,50 % | ~596 Mio. € | 47 | Thesaurierend | 09/2024 |
Alle fünf ETF sind thesaurierend – die Dividenden der enthaltenen Rüstungsaktien werden also automatisch reinvestiert.
Aktuell gibt es lediglich einen ausschüttenden Rüstungs-ETF, den BNP Paribas Easy Bloomberg Europe Defense UCITS ETF Dist. Dieser ETF hat eine niedrige TER von 0,18 % p.a. aber auch nur ein Fondsvolumen von 9 Mio. Euro, weshalb wir kein Investment empfehlen können.
Einen ausschüttenden Rüstungs-ETF gibt es aktuell nicht. Mehr zu den Unterschieden zwischen den Ertragsarten erfährst du in unserem Artikel zu Ertragsverwendungen bei ETFs.
Wenn du wissen möchtest, wie viele ETF du generell im Portfolio halten solltest, hilft dir unser Ratgeber Wie viele ETFs?weiter.
Rüstungs-ETF weltweit vs. Rüstungs-ETF Europa – die Unterschiede
Ein entscheidender Unterschied zwischen den verfügbaren Rüstungs-ETF ist die regionale Ausrichtung. Grob lassen sich zwei Kategorien unterscheiden:
Globale Rüstungs-ETF wie der VanEck Defense UCITS ETF investieren weltweit in Verteidigungsunternehmen. Der Schwerpunkt liegt dabei häufig auf US-amerikanischen Rüstungskonzernen – beim VanEck-ETF machen diese rund 50 % des Portfolios aus. Ergänzt werden sie durch europäische und asiatische Titel.
Europäische Rüstungs-ETF wie der WisdomTree Europe Defence UCITS ETF konzentrieren sich dagegen ausschließlich auf europäische Verteidigungsunternehmen. Hier dominieren Konzerne wie Rheinmetall, BAE Systems, Thales und Leonardo. Für Anleger, die gezielt auf die europäische Aufrüstung setzen möchten, kann das ein Vorteil sein.
Einen tieferen Einblick in die europäische Aktienlandschaft findest du in unserem Europa-ETF-Ratgeber.
| Merkmal | Globale Rüstungs-ETF | Europäische Rüstungs-ETF |
|---|---|---|
| Regionen | USA, Europa, Asien | Nur Europa |
| Top-Länder | USA (~50 %), Frankreich, UK | Frankreich, UK, Deutschland |
| Typische Unternehmen | RTX, Palantir, Leidos | Rheinmetall, BAE, Thales |
| Diversifikation | Breiter gestreut | Regionaler Fokus |
| Profitiert besonders von | Globaler Aufrüstung | Europäischer Aufrüstung (NATO 3,5 %-Ziel) |
Einen detaillierten Blick auf die einzelnen Rüstungsaktien – darunter auch deutsche Unternehmen wie Rheinmetall oder Hensoldt – findest du in unserem Ratgeber zu den besten Rüstungsaktien.
Rüstungs-ETF vs. aktive Rüstungsfonds
Neben ETF gibt es auch aktiv gemanagte Fonds, die in die Rüstungsindustrie investieren. Wo liegt der Unterschied?
Ein Rüstungs-ETF bildet einen Index passiv nach und ist dadurch deutlich günstiger. Die TER liegt bei den vorgestellten ETF zwischen 0,15 % und 0,55 %. Aktive Rüstungsfonds verlangen dagegen häufig 1,5 % bis 2,0 % pro Jahr und zusätzlich einen Ausgabeaufschlag beim Kauf.
Ob sich aktives Management langfristig lohnt, ist umstritten. Laut der SPIVA Europe Scorecard von S&P Dow Jones Indices blieb 2024 in 18 von 21 europäischen Aktienkategorien die Mehrheit der aktiven Fonds hinter ihrem Vergleichsindex zurück. Für die meisten Anleger dürfte ein Rüstungs-ETF daher die kostengünstigere und effizientere Wahl sein. Mehr zu diesem Thema liest du in unserem Vergleich ETF vs. Fonds.
- Mehr als 2.000 kostenlose ETF-Sparpläne
- Prime ETF kostenlos kaufen
- Kostenlose Sparpläne ab 1 €

Was ist ein Rüstungs-ETF?
Rüstungs-ETFs gehören zu den Themen-ETFs. In einem solchen Indexfonds befinden sich Aktien von Unternehmen aus der Rüstungs- und Verteidigungsindustrie. Der Rüstungssektor umfasst dabei weit mehr als nur Waffen und Panzer – er reicht von klassischer Militärtechnik bis hin zu moderner Cybersecurity und KI-gestützter Überwachung.
Diese Branchen gehören zum Rüstungssektor
Die Rüstungsindustrie gliedert sich in folgende Branchen und Industriezweige:
- Waffen und Waffensysteme (mobil und stationär)
- Munition
- Kommunikations- und Überwachungstechnologien (Analysesoftware, Videoüberwachung, Navigationstechnik)
- Güter für Einsatzmobilität (Boote, Panzer, Flugzeuge)
- Cybersecurity und KI-gestützte Verteidigungssysteme
- Güter für Katastrophenschutz (Überschwemmungsbekämpfung, Brandschutz)
Diese Güter und Technologien werden sowohl im militärischen als auch im zivilen Kontext genutzt. Ein Beispiel: Überwachungstechnologien von Palantir kommen sowohl bei Geheimdiensten als auch in der zivilen Datenanalyse zum Einsatz.
Der Staat ist der größte Nachfrager der Rüstungsindustrie
Ein spezifisches Merkmal des Rüstungsmarktes ist, dass der Staat – inländisch wie ausländisch – der primäre Nachfrager ist. Somit kommt es häufig zu einem Nachfragemonopol, bei global agierenden Unternehmen eher zu einem Nachfrageoligopol.
Des Weiteren ist der Rüstungsmarkt streng reguliert. So gibt das Kriegswaffengesetz klare Richtlinien und Regeln vor, ergänzt durch Anti-Korruptionsmaßnahmen und Exportbeschränkungen.
Die USA sind das Land mit den höchsten Ausgaben für Verteidigung und Militär, weshalb viele der großen Rüstungskonzerne dort ihren Sitz haben. Laut der SIPRI Military Expenditure Database liegen die USA mit 916 Milliarden USD auf Platz 1, gefolgt von China mit 296 Milliarden USD.
Die wichtigsten Unternehmen in Rüstungs-ETFs
Die 10 nach Umsatz größten Rüstungsunternehmen weltweit sind:
| Unternehmen | Sitz |
|---|---|
| Lockheed Martin | USA |
| Aviation Industry Corporation of China | China |
| RTX (ehemals Raytheon) | USA |
| Northrop Grumman | USA |
| General Dynamics | USA |
| Boeing | USA |
| BAE Systems | Vereinigtes Königreich |
| China State Shipbuilding Corporation | China |
| China North Industries Group | China |
| L3Harris Technologies | USA |
Weitere bekannte Konzerne im Rüstungssektor sind Rheinmetall AG, Airbus, Thales und Palantir Technologies. Besonders Rheinmetall hat in den letzten Jahren durch die europäische Aufrüstung stark an Bedeutung gewonnen.
Was macht ein Rüstungs-ETF?
Ein Rüstungs-ETF repliziert einen Index, der Aktien von Unternehmen enthält, die in der Verteidigungsindustrie aktiv sind. Mit einem solchen passiven Indexfonds auf Rüstungsaktien kannst du breit diversifiziert in den Verteidigungsmarkt investieren, ohne einzelne Rüstungsaktien auswählen zu müssen.
Die verschiedenen Rüstungs-ETFs unterscheiden sich dabei vor allem in ihrem regionalen Fokus (weltweit vs. Europa), der Anzahl der enthaltenen Positionen und den Indexkriterien – also welche Unternehmen als „Rüstungsunternehmen" gelten. Weitere Informationen dazu, wie ETFs grundsätzlich funktionieren, findest du in unserem Was sind ETFs? Guide.
Welcher ist der beste Rüstungs-ETF?
Einige der 22 in Deutschland handelbaren Rüstungs-ETF haben noch ein zu geringes Fondsvolumen oder eine zu kurze Historie, um für langfristige Anleger interessant zu sein.
Entscheidend sind Kriterien wie Fondsvolumen, Kostenquote, Diversifikation und bisherige Performance. Basierend auf diesen Faktoren stechen zwei ETFs besonders hervor – je nachdem, ob du weltweit oder gezielt in Europa investieren möchtest.
Der beste Defense-ETF weltweit: VanEck Defense UCITS ETF A
Der VanEck Defense UCITS ETF A ist aus unserer Sicht der beste Rüstungs-ETF für ein globales Investment in die Verteidigungsindustrie. Er bildet den MarketVector Global Defense Industry Index physisch ab und enthält 32 Rüstungsaktien aus der ganzen Welt.
| Merkmal | Wert |
|---|---|
| ISIN | IE000YYE6WK5 |
| Index | MarketVector Global Defense Industry |
| TER | 0,55 % p.a. |
| Fondsvolumen | 7.846 Mio. € |
| Positionen | 32 |
| Ertragsverwendung | Thesaurierend |
| Replikation | Physisch (vollständig) |
| Auflagedatum | 2023 |
| Performance seit Auflage | +202 % |
Mit einem Fondsvolumen von knapp 8 Milliarden Euro ist der VanEck Defense ETF der mit Abstand größte Rüstungs-ETF in Europa. Allein diese Größe bietet dir als Anleger zwei wesentliche Vorteile: eine hohe Liquidität beim Handel und ein sehr geringes Risiko einer Fondsschließung.
Besonders hervorzuheben ist die Performance. Seit seiner Auflage im Jahr 2023 hat der ETF eine Nettoperformance von über 200 % erzielt. Natürlich ist vergangene Performance kein Garant für zukünftige Renditen – aber sie zeigt, wie stark die Verteidigungsbranche in den letzten Jahren von steigenden Militärausgaben profitiert hat.
Die TER von 0,55 % p.a. liegt am oberen Ende der Rüstungs-ETFs. Allerdings relativiert sich diese Gebühr angesichts der starken Wertentwicklung. Zudem ist der ETF weltweit diversifiziert, mit einem Schwerpunkt auf US-amerikanische Rüstungskonzerne wie Lockheed Martin, RTX und Northrop Grumman – ergänzt durch europäische Titel wie Rheinmetall und Thales.
Wenn du mit einem einzelnen ETF breit in die globale Rüstungsindustrie investieren möchtest, ist der VanEck Defense UCITS ETF A aus unserer Sicht die erste Wahl.
Der beste ETF für europäische Rüstungsunternehmen: WisdomTree Europe Defence UCITS ETF
Möchtest du gezielt auf europäische Verteidigungsunternehmen setzen, ist der WisdomTree Europe Defence UCITS ETF die beste Option. Er bildet den WisdomTree Europe Defence UCITS NTR EUR Index ab und konzentriert sich ausschließlich auf Rüstungsaktien aus Europa.
| Merkmal | Wert |
|---|---|
| ISIN | IE0002Y8CX98 |
| Index | WisdomTree Europe Defence UCITS NTR EUR |
| TER | 0,40 % p.a. |
| Fondsvolumen | 3.434 Mio. € |
| Positionen | 32 |
| Ertragsverwendung | Thesaurierend |
| Replikation | Physisch (vollständig) |
| Auflagedatum | März 2025 |
| Performance seit Auflage | +25,79 % |
Der WisdomTree Europe Defence ETF ist mit einer TER von 0,40 % p.a. günstiger als der VanEck. Auch das Fondsvolumen von über 3,4 Milliarden Euro ist beeindruckend – besonders wenn man bedenkt, dass der ETF erst im März 2025 aufgelegt wurde. Das zeigt, wie groß das Anlegerinteresse an europäischen Rüstungsaktien aktuell ist.
Der Europa-Fokus unterscheidet diesen ETF grundlegend vom VanEck. In seinem Portfolio findest du Unternehmen wie Rheinmetall AG, BAE Systems, Thales, Airbus, Safran und Leonardo. Damit profitierst du gezielt von der europäischen Aufrüstung – insbesondere den steigenden NATO-Budgets und dem deutschen Sondervermögen für die Bundeswehr.
Allerdings solltest du beachten, dass der ETF durch seinen reinen Europa-Fokus weniger diversifiziert ist als der VanEck. US-Rüstungskonzerne wie Lockheed Martin oder Northrop Grumman fehlen komplett. Dementsprechend eignet sich dieser ETF besonders für Anleger, die bereits global investiert sind und eine gezielte Europa-Rüstungs-Position aufbauen möchten.
Wie kann ich in einen Rüstungs-ETF investieren?
Rüstungsindustrie-ETFs werden ganz regulär wie andere Aktien oder ETFs beim Broker gekauft. Du hast dabei zwei Möglichkeiten: den Einmalkauf oder den ETF-Sparplan.
Depot eröffnen – die Grundvoraussetzung
Grundvoraussetzung für den Kauf eines Rüstungs-ETFs ist ein Wertpapierdepot. Solltest du bisher noch keinen passenden Broker haben, kannst du einen Blick in unseren Depotvergleich werfen. Dort stellen wir die besten Anbieter und ihre Konditionen gegenüber.
Alle großen Rüstungs-ETFs aus unserer Top 5 sind bei den gängigen Online-Brokern handelbar. Besonders gute Konditionen bieten aktuell folgende Anbieter:
- 4.500 Aktiensparpläne und über 2.700 ETFs
- Tool für Portfolio-Analyse
- Nur 0,99 € Ordergebühr (FREE-Modell)
- Kostenlose Sparpläne ab 1 € möglich.
- 40 Handelsplätze
- Rund 3.000 ETF kostenlos handelbar
- Kostenloser Handel ab 500 € Ordervolumen (gettex)
- Keine Depotgebühren
- Große Auswahl an Handelsplätzen
- Umfangreiches Angebot an Wertpapieren
- Große Auswahl an Aktien, ETF, Fonds & Derivaten
- Echte Kryptowährungen handelbar
- Gebührenfreier Handel ab 500 €
Rüstungs-ETF per Sparplan besparen
Mit einem Rüstungs-ETF Sparplan investierst du regelmäßig, etwa monatlich, einen fixen Betrag in einen Rüstungs-ETF. In schlechten Marktphasen kaufst du automatisch mehr Anteile, in guten Phasen weniger. Dieses tranchenweise Besparen ist bei Rüstungs-ETFs besonders sinnvoll, da du bei Themen-ETFs langfristig volatilere Kurse erwarten kannst als bei breit gestreuten Welt-ETFs.
Besonders günstige Depotanbieter für das Ansparen eines Rüstungs-ETFs findest du in unserem ETF-Sparplan-Vergleich.
Steuern bei Rüstungs-ETFs: Alle ETFs sind thesaurierend
Alle fünf Rüstungs-ETFs aus unserer Übersicht sind thesaurierend. Das bedeutet, dass die Dividenden der enthaltenen Rüstungsaktien direkt vom ETF-Anbieter reinvestiert werden und nicht an dich ausgeschüttet werden.
Allerdings heißt thesaurierend nicht steuerfrei: Durch die sogenannte Vorabpauschale kann auch bei thesaurierenden ETFs eine jährliche Steuerlast entstehen – unabhängig davon, ob Erträge ausgeschüttet werden. Es lohnt sich also trotzdem, deinen Freistellungsauftrag korrekt einzurichten. Mehr dazu erfährst du in unserem Artikel zu ETFs und Steuern.
Warum in einen Rüstungs-ETF investieren?
In Zeiten von ESG-Investments und steigendem Fokus auf Nachhaltigkeit fragst du dich vielleicht, warum ein Investment in Rüstungsunternehmen überhaupt sinnvoll sein kann. Tatsächlich gibt es einige handfeste Gründe, die für einen Militär-ETF sprechen – auch wenn das Thema kontrovers bleibt.
Steigende Militärausgaben als Wachstumstreiber
Spätestens seit Russlands Angriff auf die Ukraine im Frühjahr 2022 hat sich die Sicherheitslage in Europa grundlegend verändert. Die europäischen Länder haben seitdem ihre Bereitschaft deutlich erhöht, mehr in Rüstung und Verteidigung zu investieren. Deutschland hat mit dem Sondervermögen für die Bundeswehr ein klares Zeichen gesetzt. Zudem verpflichtet die NATO-Mitgliedschaft dazu, mindestens 2 % des BIPs für Verteidigung auszugeben – ein Ziel, das viele Länder erst jetzt konsequent verfolgen.

Und im Rahmen des NATO-Gipfels im Juni 2025 haben sich die Mitgliedsstaaten auf steigende Investitionen geeinigt. So sollen bis 2035 mindestens 5 % des BIPs in Rüstung fließen. 3,5 % davon in militärische Aufrüstung und 1,5 % in sicherheitsrelevante Infrastruktur.
Als Anleger solltest du dir bewusst sein, dass dein Investment über einen Rüstungs-ETF maßgeblich von der staatlichen Nachfrage abhängt. Bei einer Aufrüstung profitieren die Unternehmen direkt. Dahingegen sind Friedenszeiten eher Phasen der Stagnation. Durch Preissteigerungen und technische Neuerungen kommt es allerdings auch in ruhigeren Zeiten zu einer regelmäßigen Nachfrage am Rüstungsmarkt.
Rüstungskonzerne sind mehr als nur Waffenhersteller
Ein Großteil der Rüstungsproduzenten ist sowohl im militärischen als auch im zivilen Bereich aktiv. So etwa die Flugzeughersteller Boeing und Airbus. Bei Airbus stammen rund 76 % der Umsätze aus dem zivilen Geschäft. Allerdings sind die gewichtigsten Positionen in einem Militär-ETF inzwischen reine Verteidigungskonzerne wie Rheinmetall, BAE Systems oder Leonardo SpA. In einem Verteidigungs-ETF investierst du also nicht ausschließlich in klassische Waffenhersteller.
Neue Technologien verändern die Branche
Rüstung ist schon länger nicht mehr nur Waffen und Panzer. Inzwischen gelten auch Technologieunternehmen wie Palantir als Rüstungsaktie. Moderne Kriegsführung setzt immer stärker auf Überwachung, Datenanalyse und die Steuerung von Kriegsgerät. Auch die Fortschritte in der Künstlichen Intelligenz werden in der Rüstungsindustrie intensiv genutzt. Das erweitert das Wachstumspotenzial eines Defense-ETF über den klassischen Verteidigungssektor hinaus.
Ist ein Rüstungs-ETF unmoralisch?
Bei einem Militär-ETF kommt es – wie bei allen sogenannten „Vice-Investments" – stark auf deine persönliche ethische Haltung an. Die einen sehen die Rüstungsindustrie als Produzenten aggressiver Kriegswaffen, die viel Leid verursacht. Andere betrachten die Branche eher aus dem Aspekt der Verteidigung und als Instrument der nationalen Sicherheit. Eine pauschale Antwort gibt es hier nicht – du musst selbst entscheiden, ob ein solches Investment zu deinen Werten passt.
Chancen und Risiken eines Investments in Verteidigungs-ETFs
Ein Militär-ETF bietet Anlegern interessante Renditechancen, bringt aber auch spezifische Risiken mit sich. Bevor du investierst, solltest du beide Seiten kennen.
Chancen von Rüstungs-ETFs
- Steigende Staatsausgaben für Verteidigung: Die Militärbudgets vieler Länder wachsen seit Jahren – in Europa sogar besonders stark seit dem Russland-Ukraine-Krieg. Davon profitieren die Unternehmen in einem Rüstungs-ETF direkt.
- Angespannte Sicherheitslage weltweit: Geopolitische Konflikte sorgen für eine anhaltend hohe Nachfrage nach Rüstungsgütern. Solange diese Spannungen bestehen, bleibt der Rüstungsmarkt ein Wachstumsmarkt.
- Technologische Innovation: Moderne Verteidigung setzt zunehmend auf KI, Cybersecurity und Drohnentechnologie. Das eröffnet Rüstungskonzernen neue Geschäftsfelder jenseits klassischer Waffensysteme.
- Diversifizierte Konzerne: Viele Unternehmen in Rüstungs-ETF sind auch im zivilen Bereich aktiv – etwa in der Luftfahrt oder im Bereich Cybersicherheit. Das sorgt für eine breitere Umsatzbasis.
Wie du hier gut erkennen kannst, gibt es zahlreiche Punkte, die für ein Investment sprechen. Zeitgleich gibt es aber auch Risiken, die Anleger berücksichtigen müssen.
Risiken von Rüstungs-ETFs
- ESG-Konflikt: Ein Investment in die Rüstungsindustrie entspricht nicht den ESG- und Nachhaltigkeitskriterien und gilt vielen Anlegern als unethisch. Das kann auch institutionelle Investoren abschrecken.
- Abhängigkeit vom Staat als Nachfrager: Der Staat ist bei Rüstungsgütern ein Monopol- bzw. Oligopol-Nachfrager. Politische Entscheidungen – etwa Budgetkürzungen oder Exportverbote – können die Branche stark treffen.
- Themen-ETF vs. breiter Markt: Themen-ETFs übertreffen nicht immer die Rendite des allgemeinen Marktes. Ein Verteidigungs-ETF ist eine bewusste Sektorwette und damit eine Abweichung vom passiven Investmentansatz.
- Starke Regulierung: Der Rüstungsmarkt unterliegt strengen gesetzlichen Vorgaben, etwa dem Kriegswaffenkontrollgesetz. Regulatorische Änderungen können Geschäftsmodelle einzelner Unternehmen erheblich beeinflussen.
Zukunftsausblick für Rüstungs-ETF
Genaue Prognosen über zukünftige Kurse von Rüstungs-ETF kann niemand seriös machen. Was sich jedoch mit Blick auf die Marktdaten und geopolitischen Entwicklungen sagen lässt: Die strukturellen Treiber für den Verteidigungssektor sind intakt – und dürften es auf absehbare Zeit bleiben.
Was Marktforscher prognostizieren
Research and Markets erwartet, dass der globale Verteidigungsmarkt von rund 473 Milliarden USD (2024) auf 682 Milliarden USD bis 2029 wachsen wird – das entspricht einer jährlichen Wachstumsrate (CAGR) von 7,6 %. Bis 2034 soll der Markt sogar die Marke von 1 Billion USD übersteigen, mit einer CAGR von dann rund 8,2 %.
The Business Research Company geht ebenfalls von einem starken Wachstum aus: Der globale Verteidigungsmarkt soll bis 2030 ein Volumen von 739 Milliarden USD erreichen – bei einer CAGR von rund 8 %.
Strukturelle Treiber hinter den Prognosen
Die Wachstumserwartungen basieren im Wesentlichen auf drei Faktoren:
- NATO-2%-Ziel: Da das BIP der meisten Mitgliedsländer langfristig wächst, steigen auch die absoluten Verteidigungsausgaben automatisch mit – selbst wenn der Prozentsatz konstant bleibt.
- EU-Aufrüstung: Die EU-Verteidigungsinvestitionen sollten laut EU-Rat im Jahr 2025 auf fast 130 Milliarden Euro anwachsen – mit klar steigender Tendenz.
- Technologie als Wachstumsfeld: Cybersecurity, KI-gestützte Waffensysteme und Drohnentechnologie gelten als besonders dynamische Segmente innerhalb der Branche.
Risiken für den Ausblick
Allerdings sind Marktprognosen keine Garantie für Kursentwicklungen von Rüstungs-ETFs. Eine diplomatische Entspannung in bestehenden Konflikten könnte den politischen Druck zur Aufrüstung abschwächen. Ebenso könnten Haushaltskonsolidierungen einzelner Länder die Budgets dämpfen. Anleger sollten den Verteidigungssektor deshalb als das betrachten, was er ist: eine zyklische Branche, die stark von geopolitischen Entwicklungen abhängt.
Häufige Fragen zur Rüstungs-ETFs
Welcher ist der beste Rüstungs-ETF?
Der beste Rüstungs-ETF hängt von deinen Anlagezielen ab. Wer global investieren möchte, ist mit dem VanEck Defense UCITS ETF gut aufgestellt – er ist mit über 6 Milliarden Euro Fondsvolumen der größte und breiteste Militär-ETF in Deutschland. Wer gezielt auf europäische Rüstungsunternehmen setzen möchte, ist mit dem WisdomTree Europe Defence UCITS ETF besser bedient. Der HANetf Future of Defence UCITS ETF bietet mit einer TER von 0,15 % die günstigste Option.
Welche Rüstungs-ETF gibt es?
In Deutschland sind aktuell 19 ETFs auf den Rüstungs- und Verteidigungssektor zugelassen. Die fünf größten und liquidesten sind der VanEck Defense UCITS ETF, der WisdomTree Europe Defence UCITS ETF, der HANetf Future of Defence UCITS ETF, der iShares Global Aerospace & Defence UCITS ETF sowie der Global X Defence Tech UCITS ETF. Die Kosten (TER) liegen zwischen 0,15 % und 0,55 % pro Jahr.
In welchem ETF ist Rheinmetall drin?
Rheinmetall ist in mehreren Rüstungs-ETF enthalten. Besonders prominent ist der Rüstungskonzern im WisdomTree Europe Defence UCITS ETF, der ausschließlich europäische Verteidigungsunternehmen abbildet. Aber auch im VanEck Defense UCITS ETF und im HANetf Future of Defence UCITS ETF ist Rheinmetall vertreten.
Sind Rüstungs-ETF nachhaltig?
Nein – Rüstungs-ETF erfüllen die gängigen ESG- und Nachhaltigkeitskriterien in der Regel nicht. Die Rüstungsindustrie ist in den meisten Nachhaltigkeitsindizes explizit ausgeschlossen. Wenn Nachhaltigkeit für dich ein Anlagekriterium ist, solltest du stattdessen auf ESG-ETF oder nachhaltige Aktien-ETF setzen.
Kann ich einen Rüstungs-ETF per Sparplan besparen?
Ja, alle gängigen Rüstungs-ETF lassen sich bei den meisten deutschen Brokern auch als Sparplan einrichten – bereits ab 1 € monatlich. Besonders günstige Konditionen bieten Trade Republic, Scalable Capital und Flatex. Das regelmäßige Besparen ist bei Themen-ETF wie einem Militär-ETF besonders sinnvoll, da du so Kursschwankungen über den Cost-Average-Effekt abfedern kannst.
Wie hoch ist die Steuer auf Rüstungs-ETF?
Alle aktuell in Deutschland verfügbaren Rüstungs-ETF sind thesaurierend – die Dividenden der enthaltenen Aktien werden also automatisch reinvestiert und nicht ausgezahlt. Dennoch fallen auf sogenannte Vorabpauschalen Steuern an. Es empfiehlt sich daher, bei deinem Broker einen Freistellungsauftrag einzurichten, um deinen jährlichen Sparerpauschbetrag von 1.000 € (bzw. 2.000 € bei Ehepaaren) optimal zu nutzen.
Unsere Inhalte spiegeln nur die Meinungen und Erwartungen der Autoren wider und stellen somit keine Empfehlung zum Kaufen, Halten oder Verkaufen der genannten Wertpapiere dar.
Als Anleger*in trägst Du die volle Verantwortung für Deine Investitionsentscheidungen.
Die Autoren können in einige der beschriebenen Assets investiert sein und somit ein Interesse an deren Kursentwicklung haben.
- MSMartin S.12. Juni 2025"Die drei verfügbaren Rüstungsindustrie-ETFs sind alle thesaurierend, weshalb die Dividenden ... direkt vom ETF-Anbieter reinvestiert werden. Daher ist es ... nicht notwendig ... einen Freistellungsauftrag einzurichten, um Steuern zu sparen, da die Dividenden nicht direkt an dich ausgezahlt werden." Meine Gesellschaft teilt mir hierzu auf Anfrage mit: "Bitte beachten Sie dass Dividenden, auch wenn diese nicht ausgezahlt werden sondern wieder angelegt werden, steuerlich als Einkommen zählen. Daher wurde Ihr Freistellungsauftrag verbraucht."
- MSMartin S.14. Juli 2025Eine Klar- bzw. Richtigstellung zur Frage der Versteuerung von Dividenden thesaurierender ETF wäre hilfreich.
- Anonymisierter Benutzer17. Januar 2023Nach meinem Ermessen Sehr gute Analyse von Chancen und Risiken der Thematik Rüstungs ETF.
- Anonymisierter Benutzer17. Januar 2023Hallo Peter, vielen Dank für das Feedback. Viele Grüße Sebastian
- Anonymisierter Benutzer01. Dezember 2022Ich bin begeistert von dieser Seite. Aktuell halte ich aber eine mittelgroße Position Rheinmetall und daher kommt ein weiteres Rüstungs-Invest z.Zt. nicht in Frage

