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KI-ETF: Die besten ETF für Künstliche Intelligenz im Vergleich ()


Lektoriert vonDennis Groß
Überprüft durchRune Fauck
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Teil des Handbuchs
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Generative KI-Anwendungen wie ChatGPT, Gemini und Claude sowie autonome Fahrsysteme und humanoide Roboter revolutionieren die Arbeitswelt und die Wirtschaft. Kaum eine Technologie hat in den letzten Jahren für so viel Aufmerksamkeit gesorgt – und kaum ein Thema hat so viele Anleger aufhorchen lassen. Macht ein Investment in einen ETF aus dem Bereich Artificial Intelligence (AI) also Sinn?

Ehrlichgesagt: Die Frage lässt sich nicht pauschal beantworten. KI ist kein homogenes Thema – und die ETFs, die dazu am Markt verfügbar sind, unterscheiden sich erheblich in Bezug auf ihre Indexzusammensetzung, Kosten und Breite.

In diesem Artikel zeigen wir dir, welche KI-ETFs an deutschen Börsen handelbar sind, was sie unterscheidet und welchen wir persönlich für am sinnvollsten halten. Außerdem ordnen wir ein, für wen ein Investment in KI-ETF taugt – und für wen nicht.

Künstliche Intelligenz ETFs – das Wichtigste auf einem Blick

  • KI-ETF sind passive Indexfonds, die in Unternehmen aus dem Bereich Künstliche Intelligenz investieren – von Halbleiter-Herstellern bis hin zu Softwareentwicklern für Large Language Models.
  • Derzeit handeln an deutschen Börsen 17 UCITS-konforme KI-ETFs – wir stellen dir die wichtigsten vor und zeigen, welcher sich am ehesten lohnt.
  • Unser Testsieger ist der Xtrackers Artificial Intelligence and Big Data UCITS ETF 1C (ISIN: IE00BGV5VN51) – mit dem größten Fondsvolumen unter allen KI-ETFs und einer günstigen TER von 0,35 % p. a.
  • KI-ETF gehören zu den Themen-ETFs und sollten nur als Beimischung in ein bereits diversifiziertes Portfolio aufgenommen werden – nicht als Basis.

Was ist ein KI-ETF?

KI-ETFs – auch AI-ETFs oder Artificial Intelligence ETFs genannt – sind passive Indexfonds, die in Unternehmen investieren, die im Bereich der künstlichen Intelligenz tätig sind. Statt einzelne Aktien zu kaufen, bildet ein KI-ETF einen ganzen Index ab, der Dutzende oder sogar Hunderte KI-relevante Unternehmen enthält. Das Ergebnis: ein einziges Produkt, das dir den Zugang zu einer ganzen Branche eröffnet.

Dabei ist „Künstliche Intelligenz" als Investmentthema breiter, als viele zunächst denken. In den Indizes der gängigen KI-ETFs stecken vor allem drei Bereiche:

  • KI-Software: Large Language Models, Bildanalyse, Sprach- und Gesichtserkennung
  • KI in der FertigungRobotik, autonome Fahrzeuge, Drohnen, Anwendungen des Internet of Things (IoT)
  • KI-HardwareHalbleiter und Chips – also die physische Infrastruktur, ohne die KI nicht funktioniert

KI-ETF gehören zur Gruppe der Themen-ETF. Das bedeutet: Du investierst nicht in den gesamten Aktienmarkt, sondern setzt gezielt auf einen Trend. Das hat Charme – aber auch seinen Preis. Denn wer sich auf eine Branche konzentriert, nimmt automatisch mehr Risiko in Kauf als jemand, der auf einen breit gestreuten MSCI World setzt.

Ich finde, das ist der wichtigste Punkt, den viele unterschätzen: Ein KI-ETF ist kein Ersatz für ein Weltportfolio. Er ist eine Beimischung für Anleger, die gezielt auf den KI-Boom setzen wollen – mit dem vollen Bewusstsein, dass dieser Markt auch mal kräftig korrigieren kann.

KI-ETF im Vergleich: Alle 17 ETF für Künstliche Intelligenz in Deutschland (2026)

Mittlerweile sind in Deutschland 17 KI-ETFs handelbar – ein deutlicher Zuwachs gegenüber den letzten Jahren, als die Auswahl noch überschaubar war. Das zeigt: Das Anlegerinteresse an Künstlicher Intelligenz ist kein kurzfristiger Hype, sondern hat sich als festes Themenfeld im ETF-Markt etabliert.

💡 Auf dem Gesamtmarkt gibt es noch mehr ETFs für künstliche Intelligenz

In unserer Tabelle sind ausschließlich UCITS-konforme KI-ETF aufgeführt. Nicht-UCITS-ETFs – etwa viele US-domizilierte Produkte – dürfen Privatanlegern in der EU aufgrund der PRIIPs-Verordnung regulatorisch nicht angeboten werden, da kein vorgeschriebenes Key Information Document (KID) vorliegt. Sie sind für deutsche Anleger schlicht nicht zugänglich.

Die folgende Tabelle gibt dir einen vollständigen Überblick über alle 17 in Deutschland handelbaren KI-ETF und ihre wichtigsten Eckdaten (Stand: April 2026). Beachte dabei: Das Fondsvolumen ist ein wichtiger Stabilitätsindikator, die TER gibt die laufenden Kosten an, und die Ertragsverwendung entscheidet darüber, ob Dividenden ausgeschüttet oder reinvestiert werden.

Liste aller in Deutschland handelbaren KI-ETFs

ETF-NameISINIndexTERFondsvolumenPositionenAusschüttungReplikationDomizilAuflage
Xtrackers Artificial Intelligence & Big Data UCITS ETF 1CIE00BGV5VN51Nasdaq Global Artificial Intelligence and Big Data0,35 %5.682 Mio. €89ThesaurierendPhysisch (vollst.)Irland29.01.2018
L&G Artificial Intelligence UCITS ETFIE00BK5BCD43ROBO Global Artificial Intelligence0,49 %1.290 Mio. €50ThesaurierendPhysisch (vollst.)Irland02.07.2019
Amundi MSCI Robotics & AI UCITS ETF AccLU1861132840MSCI ACWI IMI Robotics & AI Filtered0,40 %946 Mio. €170ThesaurierendPhysisch (vollst.)Luxemburg04.09.2018
WisdomTree Artificial Intelligence UCITS ETF USD AccIE00BDVPNG13Nasdaq CTA Artificial Intelligence0,40 %912 Mio. €63ThesaurierendPhysisch (vollst.)Irland30.11.2018
iShares AI Infrastructure UCITS ETF USD (Acc)IE000X59ZHE2STOXX Global AI Infrastructure0,35 %612 Mio. €44ThesaurierendPhysisch (vollst.)Irland05.12.2024
ARK Artificial Intelligence & Robotics UCITS ETF USD AccIE0003A512E4Aktiv (ARK AI & Robotics)0,75 %262 Mio. €42ThesaurierendPhysisch (vollst.)Irland12.04.2024
iShares AI Adopters & Applications UCITS ETF USD (Acc)IE000Q9W2IR3STOXX Global AI Adopters & Applications0,35 %181 Mio. €91ThesaurierendPhysisch (vollst.)Irland05.12.2024
iShares AI Innovation Active UCITS ETF USD (Acc)IE000G0E83X3Aktiv (iShares AI Innovation Active)0,73 %132 Mio. €42ThesaurierendPhysisch (vollst.)Irland16.01.2025
Global X Robotics & Artificial Intelligence UCITS ETF USD AccIE00BLCHJB90Indxx Global Robotics & AI Thematic0,50 %93 Mio. €45ThesaurierendPhysisch (vollst.)Irland16.11.2021
WisdomTree Physical AI, Humanoids and Drones UCITS ETF USD AccIE000LCKJ888WisdomTree Physical AI UCITS0,45 %59 Mio. €ThesaurierendPhysisch (vollst.)Irland10.02.2026
Global X Artificial Intelligence UCITS ETF USD AccIE0000XTDDA8Indxx Artificial Intelligence0,40 %41 Mio. €81ThesaurierendPhysisch (vollst.)Irland10.09.2024
Invesco Artificial Intelligence Enablers UCITS ETF AccIE000LGWDNE5S&P Kensho Global AI Enablers Screened0,35 %19 Mio. €35ThesaurierendPhysisch (vollst.)Irland29.10.2024
Franklin AI, Metaverse and Blockchain UCITS ETFIE000IM4K4K2Solactive Global Metaverse Innovation0,30 %16 Mio. €76ThesaurierendPhysisch (vollst.)Irland06.09.2022
TEQ – General Artificial Intelligence UCITS ETFLU3098954871TEQ – General Artificial Intelligence0,69 %6,48 Mio. €88ThesaurierendAndereLuxemburg22.12.2025
Global X AI Semiconductor & Quantum UCITS ETF USD AccIE0000ZL1RD2Mirae Asset AI Semiconduc & Quant NR USD0,35 %3,15 Mio. €36ThesaurierendPhysisch (opt.)Irland25.11.2025
Defiance AI & Power Infrastructure UCITS ETFIE000WUTBLT5Defiance US Listed AI & Power Infra USD0,69 %2 Mio. €75ThesaurierendAndereIrland26.03.2026
Boreas S&P AI Data, Power & Infrastructure UCITS ETF (Acc)IE000NX8S1Z1S&P TrAtl AI DataC & Powr Infra NR USD0,49 %1,65 Mio. €35ThesaurierendPhysisch (vollst.)Irland13.01.2026

Was bei genauerem Hinsehen auffällt: Die Unterschiede zwischen den ETFs sind erheblich – und zwar in beide Richtungen. Der Xtrackers-ETF bringt mit fast 5,7 Milliarden Euro Fondsvolumen eine ganz andere Stabilität mit als etwa der Defiance- oder Boreas-ETF mit jeweils gerade mal 2 Millionen Euro. Bei so kleinen Fonds besteht durchaus das Risiko einer Schließung, wenn das Interesse ausbleibt.

Auch bei der TER gibt es eine bemerkenswerte Spanne: von 0,30 % (Franklin) bis 0,75 % (ARK) – das klingt nach wenig, macht über 10 oder 20 Jahre aber einen spürbaren Renditeunterschied. Ehrlicherweise ist die TER allein kein ausreichendes Kriterium – die Tracking Difference gibt die echten Kosten eines ETFs realistischer wieder als die TER.

Unsere Empfehlung für die meisten Anleger: Wer einen soliden Einstieg sucht, ist mit den vier größten ETFs (Xtrackers, L&G, Amundi, WisdomTree) gut aufgestellt. Alles darunter erfordert eine bewusste Entscheidung – und einen genaueren Blick ins Factsheet.

Welcher ist der beste KI-ETF?

Wenn du in einen ETF investieren möchtest, der sich auf künstliche Intelligenz fokussiert, empfehlen wir den Xtrackers Artificial Intelligence and Big Data UCITS ETF 1C (ISIN: IE00BGV5VN51).

MerkmalDetails
ISINIE00BGV5VN51
Fondsvolumen5.682 Mio. €
TER0,35 % p.a.
ErtragsverwendungThesaurierend
DomizilIrland
ReplikationVollständige Replikation
Abgebildeter IndexNasdaq Yewno Global Artificial Intelligence & Big Data Index
Anzahl Positionen~134 Unternehmen

Aus unserer Sicht sprechen drei wichtige Gründe für diesen KI-ETF:

  1. Mit einem Fondsvolumen von 6.058 Millionen Euro ist er der mit Abstand größte KI-ETF am Markt. Das ist kein unwichtiges Detail: Ein hohes Fondsvolumen bedeutet, dass eine Schließung des Fonds durch den Emittenten aus Unwirtschaftlichkeit sehr unwahrscheinlich ist – ein Risiko, das bei kleineren Themen-ETF durchaus real ist.
  2. Die TER liegt bei 0,35 % pro Jahr – für einen Themen-ETF ein fairer Wert. Zum Vergleich: Der L&G Artificial Intelligence UCITS ETF kommt auf 0,49 % pro Jahr, also knapp 40 % mehr an laufenden Kosten.
  3. Der Fonds bildet den Nasdaq Global Artificial Intelligence and Big Data Index nach und wurde bereits am 29. Januar 2019 aufgelegt – er hat damit über sechs Jahre Marktgeschichte und mehrere volatile Phasen hinter sich, was ich persönlich als weiteres Qualitätsmerkmal werte.

Was steckt im Portfolio?

Derzeit enthält der Index 89 Positionen aus entwickelten und aufstrebenden Märkten – Unternehmen, die in den Bereichen Künstliche Intelligenz, Big Data und Cyber Security aktiv sind. Das ist deutlich kompakter als manch anderer Themen-ETF, der durch breite Streuung den KI-Fokus verwässert.

Geografisch liegt der Schwerpunkt mit rund 71 % klar in den USA, allerdings mit spürbarer Beimischung aus Asien. Besonders Südkorea ist mit Samsung Electronics als größter Einzelposition (über 8 %) stark vertreten.

Das zeigt: Dieser ETF versteht KI breiter als nur US-Tech-Giganten. Halbleiter aus Südkorea und Hardware-Lieferanten gehören zum Kern des Index, weil KI ohne entsprechende Chips schlicht nicht funktioniert.

Auch Bank of America mag auf den ersten Blick überraschen – der Finanzsektor investiert jedoch massiv in KI-gestützte Prozesse, weshalb der Index entsprechende Unternehmen einschließt.

Für Anleger, die ausschließlich auf die großen US-Hyperscaler setzen wollen, ist das durchaus ein Punkt, den man kennen sollte. Für mich persönlich ist die etwas breitere Streuung über die Hardware-Lieferkette hinweg aber eher ein Vorteil als ein Nachteil.

Der ETF ist thesaurierend – Dividendenerträge werden also nicht ausgeschüttet, sondern automatisch reinvestiert. Das ist für einen langfristigen Sparplan die sinnvollere Variante, weil der Zinseszinseffekt voll zum Tragen kommt.

Du kannst den ETF per Sparplan oder Einmalkauf erwerben. Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung findest du in unserem Ratgeber zum ETF kaufen.

Die Investmentthese: Ist ein KI-ETF sinnvoll?

Künstliche Intelligenz ist schon längst kein reines Tech-Thema mehr. Suchmaschinen, soziale Netzwerke, Produktionsanlagen, Diagnosesysteme in der Medizin, autonomes Fahren – künstliche Intelligenz steckt heute in nahezu jedem Wachstumsmarkt der Weltwirtschaft. Und das ist erst der Anfang.

Laut einer Umfrage der Unternehmensberatung McKinsey nutzten 2025 bereits 88 Prozent der befragten Unternehmen KI-Anwendungen – gegenüber wenigen Prozent noch vor einigen Jahren. Das Wachstum ist real und messbar, nicht nur ein Hype auf Konferenzen.

„Künstliche Intelligenz wird etwa im Jahr 2029 das Niveau des Menschen erreichen."

Ray KurzweilLeiter technische Entwicklung bei Google

Ich persönlich halte solche Prognosen für mutig – aber selbst wenn Kurzweil zehn Jahre daneben liegt, ändert das wenig am grundsätzlichen Trend.

Chancen und Risiken von AI ETFs

Bevor man sich für ein Investment in einen ETF auf künstliche Intelligenz entscheidet, ist es wichtig, sich über die Chancen und Risiken eines Investments zu informieren. Hier gibt es gleich mehrere Punkte, die man berücksichtigen sollte:

Chancen von KI-ETFs

  • Zugang zu einem ganzen Megatrend mit einem Produkt: Statt einzelne KI-Aktien zu analysieren und auszuwählen, investierst du mit einem KI-ETF breit gestreut in die gesamte Branche – von Halbleiterherstellern bis hin zu Softwareanbietern.
  • KI ist kein Nischenthema mehr: Die Technologie findet heute in nahezu allen Branchen Anwendung: Medizin, Logistik, Finanzwesen, autonomes Fahren. Das macht den adressierten Markt außergewöhnlich groß.
  • Langfristiges Wachstumspotenzial: Die globalen Investitionen in KI-Infrastruktur steigen Jahr für Jahr – und viele Analysten sehen den Markt erst am Anfang seiner Entwicklung.

Neben den zahlreichen Vorteilen gibt es auch einige Nachteile, die man berücksichtigen sollte.

Risiken von AI-ETFs

  • Themen-ETF sind eine Branchenwette: Wer ausschließlich auf KI setzt, verzichtet auf die Ausgleichswirkung anderer Sektoren. Wenn die Branche unter Druck gerät – etwa durch regulatorische Eingriffe oder einen Technologie-Hype, der sich nicht erfüllt –, gibt es keinen Puffer.
  • Nicht jeder KI-ETF ist wirklich ein KI-ETF: Manche Fonds tragen KI im Namen, enthalten aber Unternehmen, deren Bezug zur Künstlichen Intelligenz eher dünn ist. Ein Blick ins Portfolio lohnt sich daher immer.
  • Geringere Diversifikation als marktbreite ETFs: Ein MSCI-World-ETF enthält über 1.500 Unternehmen aus Dutzenden Branchen. Ein KI-ETF wie der Xtrackers kommt auf 89 Positionen – konzentrierter, aber auch anfälliger.
  • Bewertungsrisiko: KI-Aktien sind in den vergangenen Jahren teils stark gestiegen. Wer heute einsteigt, kauft zu höheren Bewertungen – und trägt das entsprechende Rückschlagpotenzial mit.

Wann lohnt sich ein KI-ETF?

Ein KI-ETF ergibt Sinn, wenn du vom langfristigen Wachstumspotenzial der KI-Branche überzeugt bist, aber keine Einzelaktien analysieren und auswählen willst. Mit einem einzigen Produkt investierst du breit gestreut in Unternehmen entlang der gesamten KI-Lieferkette – von Halbleiterherstellern über Softwareanbieter bis hin zu Datenzentren.

Allerdings solltest du dir einer Sache bewusst sein: Ein KI-ETF ist ein Themen-ETF. Und Themen-ETFs sind von Natur aus weniger diversifiziert als ein klassischer MSCI-World-ETF. Sie konzentrieren sich auf eine einzige Branche – wenn diese Branche unter Druck gerät, gibt es kaum einen Ausgleich durch andere Sektoren.

Das bedeutet konkret:

  • Als Basisinvestment taugt ein KI-ETF nicht. Wer noch kein breit gestreutes Kerninvestment hat, sollte dort zuerst aufbauen.
  • Als Beimischung hingegen kann ein KI-ETF sinnvoll sein – für Anleger, die bewusst einen Teil ihres Portfolios auf einen langfristigen Megatrend ausrichten wollen.

Wie groß dieser Anteil sein sollte, hängt von deiner persönlichen Risikobereitschaft ab. Eine Faustregel, die ich sinnvoll finde: Themen-ETFs sollten maximal 10–15 % eines Gesamtportfolios ausmachen. Alles darüber hinaus wird zur echten Wette auf eine einzelne Branchen. Wer noch kein solides Fundament hat, sollte zunächst ein diversifiziertes ETF-Portfolio aufbauen – und den KI-ETF als gezielte Ergänzung betrachten.

KI-ETF Prognose: Wie entwickelt sich der Markt bis 2030?

Die Zahlen sind eindeutig: Der globale KI-Markt befindet sich in einer Phase exponentiellen Wachstums. Laut Statista lag das weltweite Marktvolumen für KI 2024 bei rund 279 Milliarden US-Dollar – bis 2030 soll es auf knapp 1,8 Billionen US-Dollar anwachsen, was einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate (CAGR) von rund 36 % entspricht. Zum Vergleich: Der gesamte deutsche Aktienmarkt (DAX) hat ein Marktvolumen von rund 1,5 Billionen Euro. KI wird diesen Wert auf globaler Ebene also alleine übertreffen.

Auch Goldman Sachs hat sich klar positioniert: Globale KI-Investitionen sollen bis Ende 2026 die Marke von 375 Milliarden US-Dollar überschreiten – ein Großteil davon fließt in Infrastruktur, Rechenzentren und Halbleiter. Genau die Unternehmen also, die in einem KI-ETF wie dem Xtrackers den Kern des Portfolios bilden.

Was treibt das Wachstum?

Drei Faktoren stechen dabei besonders hervor:

  • Generative KI: Sprachmodelle wie GPT, Gemini oder Claude sind nicht nur Konsumentenprodukte, sondern werden massiv in Unternehmensanwendungen integriert. Der Enterprise-KI-Markt soll von 97 Milliarden US-Dollar (2025) auf 229 Milliarden US-Dollar bis 2030 wachsen.
  • KI-Hardware und Chips: Ohne leistungsstarke Halbleiter keine KI. Die Nachfrage nach GPUs und spezialisierten KI-Chips steigt entsprechend rasant – Samsung, Micron und SK hynix, die allesamt zu den Top-Holdings des Xtrackers ETF zählen, profitieren direkt davon. Gerade dedizierte Halbleiter-ETFs bieten hier aussichtsreiche Chancen.
  • Regulatorische Reife: Der EU AI Act schafft erstmals einen verbindlichen Rahmen. Das erhöht kurzfristig die Compliance-Kosten, schafft aber langfristig Planungssicherheit für Investoren und Unternehmen.

Was bedeutet das für KI-ETF-Anleger?

Prognosen sind keine Garantien. Das sollte man sich gerade bei Themen-ETF immer vor Augen halten. Der KI-Boom der letzten Jahre hat viele Bewertungen bereits stark steigen lassen – wer heute einsteigt, kauft nicht mehr zum Schnäppchenpreis.

Nichtsdestotrotz: Wenn die Marktprognosen auch nur annähernd eintreten, dann stehen wir bei KI erst am Anfang eines sehr langen Wachstumszyklus. Für geduldige Anleger mit einem Anlagehorizont von 10+ Jahren und einem bereits diversifizierten Kernportfolio kann ein KI-ETF als Beimischung eine sinnvolle Wette auf diesen Trend sein.

KI-ETF vs. Tech-ETF: Was ist der Unterschied?

Eine Frage, die ich häufig lese: „Reicht nicht einfach ein Tech-ETF – der enthält doch auch alle KI-Unternehmen?" Die Antwort ist: nicht ganz.

Ein Tech-ETF investiert breit in den gesamten Technologiesektor und ist damit ein Sektor-ETF. Das bedeutet: klassische Softwareanbieter, Hardwarehersteller, Telekommunikationsunternehmen, IT-Dienstleister – viele davon haben nur einen indirekten oder gar keinen spezifischen KI-Bezug. Der Fokus liegt auf der Branche als Ganzes, nicht auf einem bestimmten Megatrend.

Ein KI-ETF hingegen investiert gezielt in Unternehmen, die Künstliche Intelligenz entwickeln, einsetzen oder die dafür notwendige Infrastruktur bereitstellen – also Halbleiterhersteller, Anbieter von KI-Software und Cloud-Infrastruktur, aber auch datengetriebene Unternehmen aus anderen Branchen wie dem Finanzsektor.

Wo überschneiden sich beide?

Es gibt durchaus Überschneidungen. Unternehmen wie Apple, NVIDIA, Alphabet, Meta oder Amazon tauchen sowohl in vielen Tech-ETF als auch in KI-ETF auf – sie sind beides: Tech-Giganten und KI-Treiber. Der entscheidende Unterschied liegt in dem, was drumherum passiert:

Typische Überschneidungen zwischen KI-ETF und Tech-ETF: Apple, NVIDIA, Alphabet, Meta, Amazon. Dafür erhalten Unternehmen aus der KI-Hardware-Lieferkette wie Samsung Electronics, Micron Technology, SK hynix, Alibaba in einem reinen AI ETF eine höhere Gewichtung.

Ein Tech-ETF enthält diese Hardware-Lieferanten entweder gar nicht oder nur mit kleiner Gewichtung. Im Xtrackers KI-ETF hingegen ist Samsung Electronics mit über 8 % die größte Einzelposition. Das zeigt: KI-ETF denken die gesamte Wertschöpfungskette – vom Chip bis zur Anwendung.

Was ist besser?

Das kommt auf deine Investmentstrategie an. Ein Tech-ETF ist breiter diversifiziert und damit etwas risikoärmer – du setzt auf den gesamten Technologiesektor, nicht auf einen einzelnen Trend. Ein KI-ETF ist fokussierter und bietet bei einem anhaltenden KI-Boom potenziell mehr Upside – aber auch mehr Downside, wenn der Trend enttäuscht.

Ehrlicherweise schließen sich beide nicht aus. Wer bereits einen Tech-ETF im Portfolio hat und zusätzlich gezielt auf KI setzen möchte, sollte aber auf mögliche Überschneidungen achten – sonst verdoppelt man ungewollt Positionen wie NVIDIA oder Alphabet.

Wo kann ich Künstliche-Intelligenz-ETF kaufen?

Künstliche-Intelligenz-ETF kaufst du wie alle anderen Wertpapiere über einen Broker – dafür benötigst du ein Depot. Solltest du noch keins haben, lohnt sich ein Blick in unseren Depot-Vergleich, in dem wir die besten Anbieter und ihre Konditionen gegenübergestellt haben.

Für KI-ETFs hast du grundsätzlich zwei Möglichkeiten: Einmalkauf oder Sparplan. Wer regelmäßig kleinere Beträge investieren möchte, fährt mit einem Sparplan in der Regel besser – du profitierst automatisch vom Cost-Average-Effekt und musst dich nicht um den richtigen Einstiegszeitpunkt sorgen. Einen ausführlichen Überblick über die besten Sparplan-Anbieter findest du in unserem ETF-Sparplan-Vergleich.

Unsere empfohlenen Broker für KI-ETF:

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  • 4.500 Aktiensparpläne und über 2.700 ETFs
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  • Gebührenfreier Handel ab 500 €
ggf. fallen Produktkosten, Spreads, Zuwendungen und Crypto-Gebühren an

Fazit: KI-ETF als Beimischung mit echtem Potenzial

KI-ETF sind ein effizientes Instrument, um mit einem einzigen Produkt in einen der spannendsten Wachstumsmärkte der nächsten Jahrzehnte zu investieren. Die Technologie ist längst kein Zukunftsthema mehr – sie verändert Branchen und Geschäftsmodelle gerade jetzt, in Echtzeit.

Unser klarer Favorit bleibt der Xtrackers Artificial Intelligence and Big Data UCITS ETF 1C (IE00BGV5VN51). Er überzeugt mit dem mit Abstand größten Fondsvolumen unter allen KI-ETF, einer konkurrenzfähigen TER von 0,35 % und einem Index, der KI breiter versteht als nur US-Software – von Halbleitern über Cloud-Infrastruktur bis hin zu datengetriebenen Finanzdienstleistern.

Allerdings solltest du dir eines immer vor Augen halten: Ein KI-ETF ist und bleibt ein Themen-ETF. Er konzentriert sich auf eine Branche, bietet keinen Ausgleich durch andere Sektoren und schwankt entsprechend stärker als ein marktbreiter MSCI-World-ETF. Wer noch kein solides Kernportfolio hat, sollte dort zuerst aufbauen – und den KI-ETF als das behandeln, was er ist: eine gezielte Beimischung für Anleger, die bewusst auf diesen Megatrend setzen wollen.

Wenn du das tust, mit einem langen Anlagehorizont und realistischen Erwartungen, dann kann ein KI-ETF durchaus eine sinnvolle Ergänzung für dein Portfolio sein.

Häufige Fragen rund um künstliche Intelligenz ETFs

Welcher ETF ist der beste KI-ETF?

Unser Favorit ist der Xtrackers Artificial Intelligence and Big Data UCITS ETF 1C (ISIN: IE00BGV5VN51). Er überzeugt mit dem größten Fondsvolumen aller KI-ETF (über 6 Mrd. Euro), einer TER von 0,35 % pro Jahr und einem Index, der KI breiter abbildet als nur US-Software – inklusive Halbleiter und Hardware-Lieferanten.

Wie viele KI-ETF gibt es in Deutschland?

Derzeit sind 17 KI-ETF an deutschen Börsen handelbar. Sie unterscheiden sich teils deutlich im Fokus, in der Indexmethodik, der Anzahl der enthaltenen Positionen und den laufenden Kosten. Ein Vergleich lohnt sich daher.

Ist ein KI-ETF sinnvoll?

Das hängt von deiner Situation ab. Als Beimischung zu einem breit gestreuten Kernportfolio kann ein KI-ETF sinnvoll sein, wenn du vom langfristigen Wachstum der KI-Branche überzeugt bist. Als alleiniges Investment oder Basisportfolio eignet er sich nicht – dafür ist die Branchenkonzentration zu hoch.

Was ist der Unterschied zwischen einem KI-ETF und einem Tech-ETF?

Ein Tech-ETF investiert breit in den gesamten Technologiesektor – also auch in klassische Software-, Hardware- oder Telekommunikationsunternehmen ohne direkten KI-Bezug. Ein KI-ETF fokussiert sich gezielt auf Unternehmen, die Künstliche Intelligenz entwickeln, einsetzen oder die dafür notwendige Infrastruktur bereitstellen. Der Fokus ist enger, das Risiko entsprechend konzentrierter.

Haben führende KI-Unternehmen Zukunft?

Die Zeichen sprechen dafür. KI-basierte Anwendungen durchdringen heute nahezu alle Branchen – von der Medizin über die Logistik bis hin zum Finanzwesen. Entscheidend ist aber, welche Unternehmen sich langfristig durchsetzen. Genau dafür ist ein breit gestreuter KI-ETF die bessere Wahl als einzelne Aktien.

Unsere Inhalte spiegeln nur die Meinungen und Erwartungen der Autoren wider und stellen somit keine Empfehlung zum Kaufen, Halten oder Verkaufen der genannten Wertpapiere dar.

Als Anleger*in trägst Du die volle Verantwortung für Deine Investitionsentscheidungen.

Die Autoren können in einige der beschriebenen Assets investiert sein und somit ein Interesse an deren Kursentwicklung haben.

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Sebastian Rau
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Gründer
Über den Autor
Ich bin Sebastian, einer der Gründer von Finanzwissen. Mein ersten Aktien und ETFs habe ich bereits 2015 gekauft. 2016 bin ich in den Krypto-Markt eingestiegen. Bis heute investiere ich in Aktien, ETFs, Kryptowährungen und Immobilien. Als Prozessmanager in einer deutschen Großbank habe ich einen tiefen Einblick in die Abläufe und Prozesse, sodass ich gerne unterschiedliche Produkte teste und meine Erfahrungen mit euch teile.

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