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70/30 Weltportfolio – zum Vermögensaufbau sinnvoll?


Lektoriert vonChristian Musanke
Überprüft durchSebastian Rau
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Du willst sowohl auf Industrie- als auch auf Schwellenländer setzen? Mit dem 70/30-Portfolio (Weltportfolio) ist das möglich. Hierbei handelt es sich um eine Kombination aus zwei ETF, welche einen Großteil des Aktienmarkts aus Industrie- und Schwellenländern abbilden.

Im folgenden Beitrag wollen wir dir zeigen, wie das 70/30-Portfolio funktioniert, welche ETF du hierfür benötigst und wie du langfristig mit so einer Anlagestrategie einen Kapitalstock aufbauen kannst. Außerdem erfährst du, welche Vor- und Nachteile das 70/30-Weltportfolio aufweist.

70/30-Weltportfolio - Das Wichtigste in Kürze

  • Das 70-30-Portfolio verbindet ETF auf den MSCI World mit dem MSCI Emerging Markets im Depot.
  • Insgesamt ist man so in etwa 85 % des globalen Aktienmarkts und in 47 Industrie- und Schwellenländer investiert.
  • Das Portfolio ist sehr einfach gehalten. Gelegentlich muss jedoch die 70-30-Gewichtung per Rebalancing wiederhergestellt werden.
  • Als Nachteile werden oft eine mangelnde Flexibilität, das Auslassen von Small Caps und die höhere Volatilität der Schwellenländer genannt.

Was ist ein 70/30 Portfolio?

Ein 70/30 Portfolio ist ein beliebtes und bekanntes ETF-Portfolio, das aus nur zwei ETFs besteht.

Es enthält eine Kombination aus dem MSCI World Index und dem MSCI Emerging Market Index. Das 70/30-Portfolio wird oft auch Weltportfolio genannt und deckt so den Großteil der Weltwirtschaft und der globalen Marktkapitalisierung ab.

Weltportfolio mit Industrie- und Schwellenländern

Mit dem Weltportfolio setzt du auf eine Mischung aus Industrie- und Schwellenländern in deinen Investments. Durch ein regelmäßiges Rebalancing profitierst du langfristig von einem soliden Wachstum der Weltwirtschaft.

Auch wenn dieses klassische Portfolio sehr einfach klingt, gibt es trotzdem ein paar Dinge, über die du informiert sein solltest, bevor du mit der Portfoliozusammenstellung beginnst. Bei einem 70/30-Portfolio können dir auch einige der häufigen ETF-Fehler unterlaufen. Auf diese Fehler sowie Tipps für den Portfolioaufbau gehen wir im Folgenden ein.

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Das 70/30-Portfolio im Kontext deines Gesamtvermögens

Wenn du dir ein ETF-Portfolio aufbauen möchtest, geschieht das immer im Kontext eines Gesamtportfolios. Das bedeutet, dein Portfolio stellt sich aus einem risikofreien und risikobehafteten Anteil zusammen. Je nach der Risikoaffinität und Risikotoleranz des Anlegers werden diese beiden Anteile entsprechend gewichtet.

Ein risikoaffiner Anleger kann zum Beispiel 80 % seines Vermögens in den risikobehafteten Teil des Portfolios legen. Damit gehen dann die restlichen 20 % in risikofreie Anlageklassen.

Ein Anleger kann aber auch eine eher niedrigere Risikotoleranz haben und sich dafür entscheiden, nur 50 % in risikobehaftete Anlagen zu investieren – die restlichen 50 % fließen dann in risikoarme Investitionen. ETFs sind, auch wenn sie einfache und breit gestreute Anlageinstrumente sind, risikobehaftete Kapitalanlagen. Zu den risikofreien Anlagen gehören Tagesgeldkonten, Staatsanleihen mit höchster Bonität oder Bargeld.

Überlege dir also auch bei diesem Portfolio, wie viel Prozent deines Gesamtportfolios in risikofrei und risikobehaftet aufgeteilt werden soll.

Geldreserven für Notfälle bereithalten

Grundsätzlich solltest du darauf achten, dass du mindestens einen Notgroschen als risikofreien Anteil in deiner gesamten Vermögensbilanz hältst. Bist du regelmäßig auf Eigenkapital angewiesen, solltest du diesen Anteil entsprechend erhöhen.

Innerhalb des risikobehafteten Anteils gibt es bei der 70/30-ETF-Strategie dann genau zwei Fonds - einen ETF auf den MSCI World Index und einen ETF auf den Emerging Markets Index.

Welche ETF gehören in ein 70/30 Weltportfolio?

Bei aktuell Tausenden verfügbaren ETF am Markt gibt es natürlich eine Vielzahl an Indexfonds, die diese beiden Indizes abbilden. Die folgenden Tabellen zeigen dir ein paar konkrete Beispiele für kostengünstige ETFs und mit hohem Fondsvolumen auf den beiden börsengehandelten Fonds.

Außerdem solltest du berücksichtigen, dass es zwischen den einzelnen ETF-Anbietern einige Unterschiede gibt.

Auswahl der besten MSCI World ETF

IndexETF-Name WKNReplikationsartAusschüttungTER
MSCI WorldiShares Core MSCI World UCITS ETF USD (Acc)A0RPWHPhysischThesaurierend0,20%
MSCI WorldXtrackers MSCI World UCITS ETF 1CA1XB5UPhysischThesaurierend0,12%
MSCI World SPDR MSCI World UCITS ETFA2N6CWPhysischThesaurierend0,12%
MSCI WorldAmundi Core MSCI World UCITS ETF AccETF146PhysischThesaurierend0,12%
Auswahl an MSCI World ETF

Auswahl der besten MSCI Emerging Markets ETF

IndexETF-Name WKNReplikationsartAusschüttungsartTER
MSCI Emerging MarketsiShares Core MSCI Emerging Markets IMI UCITS ETF (Acc)A111X9PhysischThesaurierend0,18%
MSCI Emerging MarketsXtrackers MSCI Emerging Markets UCITS ETF 1CA12GVRPhysischThesaurierend0,18%
MSCI Emerging MarketsAmundi Core MSCI Emerging Markets Swap UCITS ETF DistETF019SynthetischAusschüttend0,14 %
MSCI Emerging MarketsiShares MSCI EM ESG Enhanced CTB UCITS ETF USD (Acc)A2PCB0PhysischThesaurierend0,18%
Auswahl an MSCI Emerging Markets ETF

Was steckt im MSCI World Index als Bestandteil des 70/30-Portfolios?

Der MSCI World ist ein Index, der 23 Industrieländer erfasst. Er ist ein internationaler Aktienindex und enthält die größten Unternehmen der Industriestaaten nach Börsenwert gewichtet.

Der Index wird vom US-Finanzdienstleiter MSCI verwaltet. Im Index befinden sich 1.280 Unternehmen aus 23 entwickelten Märkten.

Grundsätzlich gibt es zwei Optionen, einen Index zu gewichten. Einerseits lassen sich Indizes nach Marktkapitalisierung gewichten. Alternativ können die ETF-Anbieter auch eine Gewichtung nach Wirtschaftsleistung – gemessen am BIP – vornehmen.

Die beiden Indizes der 70-30-Strategie sind nach Marktkapitalisierung gewichtet.

Die folgende Übersicht zeigt die größten Einzelpositionen sowie die Gewichtungen der enthaltenen Länder und Sektoren im MSCI World:

Top 10 Holdings im MSCI World Index

  • Nvidia
  • Apple
  • Microsoft
  • Amazon
  • Alphabet A
  • Broadcom
  • Alphabet C
  • Meta Platforms
  • Micron Technology
  • Tesla

Top 5 Länder im MSCI World Index

Top 5 LänderGewichtung
USA72,14 %
Japan5,78%
Vereinigtes Königreich3,53 %
Kanada3,46 %
Frankreich2,36%

Größte Sektoren im MSCI World Index

SektorenGewichtung
IT29,81 %
Finanzdienstleistungen16,58 %
Industrie11,13 %
Gesundheitswesen9,27 %
Zyklischer Konsum8,82 %

Wie bereits erwähnt, erhält der Index die größten Unternehmen der westlichen Industriestaaten nach Börsenwert gewichtet. Das bedeutet, dass er sich nur auf Large-Cap und Mid-Cap beschränkt. Small-Cap-Aktien sind nicht enthalten.

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(ggf. fallen Produktkosten, Spreads, Zuwendungen und Crypto-Gebühren an)

Das Weltportfolio: Das steckt im MSCI Emerging Markets Index

Der Emerging Markets Index enthält die größten Unternehmen aus 24 Schwellenländern nach Börsenwert gewichtet. Enthalten sind 1.178 Aktien. Er wird ebenfalls vom US-Finanzdienstleister MSCI verwaltet und erfasst ähnlich wie der MSCI World nur Large- und Mid Cap-Aktien.

Beide Indizes zusammen decken rund 85 % des Aktienmarkts in den enthaltenen Ländern ab.

Die folgenden Tabellen zeigen die Top-Holdings sowie die Gewichtung der Länder und Sektoren im MSCI Emerging Market Index.

Größten Firmen im MSCI Emerging Markets Index

  • Taiwan Semiconductor
  • Samsung Electronics Co
  • SK Hynix
  • Tencent
  • Alibaba
  • Mediatek
  • Delta Electronics
  • Samsung Electronics PREF
  • China Construction
  • Hon Hai Precision

Top 5 Länder im MSCI Emerging Markets Index

Top 5 LänderGewichtung
Taiwan27,44 %
Südkorea20,84 %
China20,62 %
Indien11,25 %
Brasilien3,94 %

Größten Sektoren im MSCI Emerging Markets Index

SektorenGewichtung
Technologie41,56 %
Finanzdienstleistungen19,71%
Nicht-Basiskonsumgüter8,02 %
Industrie6,54 %
Grundstoffe6,3 %

Der MSCI Emerging Markets Index hat eine höhere Volatilität als der MSCI World Index. Das hängt damit zusammen, dass die Schwellenländer noch unsicherere Rahmenbedingungen haben.

Stärkere politische und wirtschaftliche Risikofaktoren als bei den entwickelten Ländern beeinflussen daher die Volatilität. Dem gegenüber stehen höhere Wachstumsaussichten und Renditechancen. Im MSCI Emerging Markets sind mit China und Indien auch Länder enthalten, die wirtschaftlich stark wachsen. Wer sich für eine Investition in das Reich der Mitte interessiert, dem empfehlen wir unseren Beitrag zum Thema China ETF.

Warum ein 70/30 Weltportfolio aufbauen?

Die Stärke des 70/30-Weltportfolios liegt klar darin, dass es breit diversifiziert ist und mit 85 Prozent einen Großteil der weltweiten Marktkapitalisierung abdeckt.

Diversifikation ist ein zentrales Thema beim Portfolioaufbau, denn durch die breite Streuung über verschiedene Länder, Unternehmen und Sektoren reduziert sich das Anlagerisiko.

Investieren ist immer eine Optimierung des Verhältnisses zwischen Risiko und Rendite.

Emerging Markets als Gegengewicht zum hohen US-Anteil

Ein weiterer Aspekt, der für diese Mischung aus MSCI World und MSCI Emerging Markets spricht, ist die starke Gewichtung der USA im MSCI World mit derzeit 70 Prozent. Manche Anleger empfinden das als überproportional. Der MSCI Emerging Markets balanciert diese USA-Gewichtung im Portfolio etwas aus.

Über den großen Anteil der USA in dem Fonds lässt sich aber streiten. Gegenargumente sind häufig, dass US-Firmen international tätig sind und das Devisenrisiko und politische Spannungen bereits auf andere Länder verteilt sind. Viele Anleger argumentieren auch für das Renditepotential der großen amerikanischen Tech-Player.

Geringer Aufwand und niedrige Kosten mit dem 70/30-Weltportfolio

Ein weiterer Pluspunkt für das 70/30-Weltportfolio ist, dass eine breite Diversifikation über Regionen, Branchen und Firmen mit nur zwei börsengehandelten Fonds erreicht wird.

Das bedeutet für Anleger niedrigere Transaktionskosten beim Kauf sowie eine niedrigere Komplexität des Portfolios. Das wiederum erleichtert das weitere Portfoliomanagement in der Zukunft. Außerdem zeigt sich, dass es nicht vieler ETFs im Portfolio bedarf, um eine gute Diversifikation zu erzielen.

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Was sind die Vorteile und Nachteile eines 70/30 Weltportfolios?

Vorteile des Weltportfolios

  • Breite Diversifikation: Mit nur zwei ETF deckst du rund 85 Prozent der weltweiten Marktkapitalisierung ab und streust dein Kapital über Dutzende Länder und Tausende Unternehmen.
  • Gutes Risiko-Rendite-Verhältnis: Die Kombination aus stabilen Industrieländern und wachstumsstärkeren Schwellenländern gleicht sich historisch gut aus.
  • Niedrige Kosten: Passiver Investmentansatz ohne aktives Management, dazu geringe TER und wenig Transaktionskosten durch nur zwei Positionen.
  • Übersichtlich und einfach umzusetzen: Kein aufwendiges Portfoliomanagement notwendig, auch für Einsteiger leicht nachvollziehbar.

Nachteile des Weltportfolios

  • Höhere Volatilität durch Emerging Markets: Schwellenländer schwanken stärker und bergen größere politische sowie wirtschaftliche Risiken.
  • Gewichtung nach Marktkapitalisierung statt BIP: Länder wie die USA sind im Verhältnis zu ihrer Wirtschaftsleistung übergewichtet, andere wie Japan untergewichtet.
  • Keine Small-Cap-Abdeckung: Beide Indizes bilden nur Large- und Mid-Caps ab, kleinere Unternehmen fehlen komplett im Portfolio.
  • Standardisierte Struktur: Wer eine individuellere Gewichtung nach eigenen Präferenzen möchte, ist mit einer selbst zusammengestellten Portfoliostruktur flexibler – muss dann aber auch Klumpenrisiken und Überschneidungen selbst im Blick behalten.

Alternativen zur 70-30 Strategie

All-World-ETF als Ein-Fonds-Lösung

Wer es noch einfacher gestalten möchte, findet mit einem All-World-ETF eine Alternative, die Industrie- und Schwellenländer in einem einzigen Fonds abbildet. Der MSCI All Country World (ACWI) gilt als bekanntester Index aus der MSCI-Familie. Eine weitere Option sind die Lösungen des Indexanbieters FTSE. Der FTSE All World ist seit Jahren der größte Konkurrent der MSCI-Indizes. Auch die Kosten für ETFs auf FTSE-Indizes, etwa von Vanguard, sind sehr günstig.

Mit Small Caps noch breiter aufgestellt

Sowohl der MSCI World als auch der MSCI Emerging Markets bilden ausschließlich Large- und Mid-Cap-Aktien ab. Was dir im Portfolio fehlt, sind die Nebenwerte (Small-Caps). Auch hierfür gibt es geeignete Lösungen:

  • MSCI ACWI IMI: Erweitert den ACWI um Small Caps und deckt mit über 9.000 Wertpapieren nahezu den gesamten investierbaren Weltaktienmarkt ab.
  • FTSE Global All Cap: Verfolgt einen ähnlichen Ansatz und bildet ebenfalls Industrie- und Schwellenländer inklusive Small Caps in einem Index ab.

Small Caps gelten als wachstumsstärker, bergen aber auch erhöhte Kursrisiken. Nimmst du sie in dein Portfolio auf, hast du im Prinzip fast die gesamte (börsennotierte) Weltwirtschaft abgedeckt.

Häufige Fragen zum 70/30 Weltportfolio

Warum ein 70/30 Portfolio?

Das 70/30 Portfolio, das aus nur dem MSCI World Index und dem MSCI Emerging Market Index besteht, deckt 85 Prozent der Marktkapitalisierung der enthaltenen Länder ab. Es ist zudem breit diversifiziert und hat ein profitables Rendite-Risiko-Profil.

Welche ETF für ein 70/30 Portfolio?

Bei aktuell Tausenden verfügbaren ETF am Markt gibt es natürlich eine Vielzahl an ETF, die diese beiden Indizes tracken. Fast jeder große Anbieter hat beide Indexfonds, die für das 70-30-Portfolio benötigt werden.

Welche Kosten entstehen für ein 70/30 Portfolio?

Bei einem 70/30 Portfolio gibt es mehrere Kosten, die zu berücksichtigen sind. Zum einen fallen Transaktionskosten beim Kauf an der Börse über deinen Broker an. Auch fallen laufenden Kosten (TER) an. Solltest du dich dafür entscheiden, ein regelmäßiges Rebalancing zu machen, fallen jedes Mal Ordergebühren an.

Wie viel Geld sollte ich in ein 70/30 Portfolio investieren?

Wie viel du investieren solltest, hängt vom verfügbaren Kapital, deinem Risikoprofil, deinem Anlagehorizont und den Konditionen deines Brokers. Es gibt Sparpläne, die bereits bei Investmentbeträgen von nur 20 Euro pro Monat beginnen. Hier könnte ein Blick in unseren ETF-Sparplan-Vergleich helfen.

Rune Fauck
Rune Fauck
Autor
Über den Autor
In meinem Studium der Germanistik, Politik und Wirtschaftswissenschaften konnte ich bereits fundamentale Kenntnisse über unser Wirtschaftssystem sammeln. Bereits im Studium habe ich mit dem Investieren in Aktien und ETFs begonnen und möchte gerne mein angesammeltes Wissen weitergeben. Nach meinem Studium zog es mich deshalb zunächst ins Bildungssystem, wo ich am Gymnasium arbeitete und dort bereits erste Erfahrungen in der Vermittlung von wirtschaftlichen Themen sammeln konnte. Als Lehrer weiß ich, wie man Wissen verständlich erklärt und spannend gestaltet.

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