
Wie funktioniert PayPal? Gebühren und Zahlungsarten im Überblick
PayPal ist mittlerweile die beliebteste Bezahlmethode im Internet. In diesem Beitrag sehen wir uns an, wie du ein PayPal Konto erstellen kannst, wie du damit online zahlst und Geld sendest, welche weiteren Optionen das Konto dir bieten kann – und welche Gebühren dafür anfallen.
Wie funktioniert Paypal? – Das Wichtigste in Kürze
- Kaufen und Geld senden: im Inland kostet dich bei PayPal nichts. Gebühren fallen lediglich bei Auslandsüberweisungen, Währungsumrechnungen und bei Verkäufen an.
- „Freunde und Familie” ist nur für private Zahlungen gedacht. Hier gibt es keinen Käuferschutz, deshalb nutzen Betrüger diese Option gezielt.
- Den Käuferschutz musst du innerhalb von 180 Tagen nach der Zahlung beantragen. Autos, Immobilien und Gutscheine sind ausgeschlossen.
- Die PayPal Ratenzahlung kostet aktuell 11,49 % effektiven Jahreszins bei bis zu 12 Monaten Laufzeit und 12,49 % bei 24 Monaten.
- Wero ist die europäische PayPal-Alternative.
So funktioniert PayPal
PayPal bedeutet „Bezahlfreund“ und ist zugleich der Name des 1998 gegründeten kalifornischen Online-Bezahldienstes.
Dabei handelt es sich um einen Zahlungsdienst, der sich zwischen dich und den Händler schiebt:
- Du hinterlegst einmal dein Bankkonto oder eine Karte, danach zahlst du online nur noch mit E-Mail-Adresse und Passwort bzw. per App-Freigabe. Der Händler sieht deine Bankdaten nicht.
- Das Geld zieht PayPal per Lastschrift von deinem Girokonto ein oder belastet deine hinterlegte Karte.
- Liegt Guthaben auf deinem PayPal-Konto, etwa aus einem Verkauf, wird zuerst dieses verwendet.
- Das Guthaben kannst du jederzeit kostenlos von deinem Bankkonto aus überweisen.
Um ein Konto zu eröffnen, musst du mindestens 18 Jahre alt sein.
Im Supermarkt bezahlen? Geht auch!
Zahlst du beim Einkaufen gerne kostenlos mit dem Smartphone, geht das auch mit PayPal über Google Pay. Dazu musst du einfach dein PayPal-Konto als Zahlungsmethode bei Google Pay hinzufügen. Eine entsprechende Möglichkeit für iPhone-Nutzer gibt es bei Apple Pay leider nicht.
Freunde und Familie oder Waren und Dienstleistungen?
Beim Geldsenden fragt dich PayPal jedes Mal, wofür die Zahlung ist. Diese Auswahl ist wichtiger, als sie aussieht, denn sie entscheidet über Gebühren und Käuferschutz.
| Kriterium | Freunde und Familie | Waren und Dienstleistungen |
|---|---|---|
| Gedacht für | Private Zahlungen an Bekannte | Käufe bei Händlern und Privatverkäufern |
| Kosten für den Sender | 0 € (im Inland) | 0 € |
| Kosten für den Empfänger | 0 € | 2,49 % + 0,35 € |
| Käuferschutz | Nein | Ja |
Freunde und Familie ist für private Zahlungen gedacht: den Anteil am Restaurantbesuch, das Geldgeschenk zum Geburtst. Im Inland ist das kostenlos.
Waren und Dienstleistungen wählst du immer, wenn du etwas kaufst – auch bei Privatverkäufern auf Kleinanzeigen. Nur dann greift der Käuferschutz. Der Haken: Der Empfänger zahlt dafür eine Gebühr von 2,49 % plus 0,35 €. Bei einem Fahrrad für 300 € sind das 7,82 €. Genau deshalb bitten viele Verkäufer darum, das Geld per „Freunde und Familie” zu schicken.
Vorsicht vor Betrug!
Verlangt ein Verkäufer, den du nicht kennst, eine Zahlung per „Freunde und Familie”, solltest du hellhörig werden. Kommt die Ware nie an, holt dir PayPal das Geld in diesem Fall nicht zurück. Diese Masche gehört zu den häufigsten bei Online-Kleinanzeigen.
💡 Wir empfehlen: Bei Käufen von Fremden immer „Waren und Dienstleistungen” wählen. Will der Verkäufer die Gebühr nicht tragen, biete an, sie zu übernehmen. Ein paar Euro sind günstiger als der komplette Kaufpreis.
PayPal-Käuferschutz: Wann er greift und wann nicht
Der Käuferschutz springt ein, wenn eine bezahlte Ware nicht ankommt oder erheblich von der Beschreibung abweicht. Dazu zählen etwa ein falscher Artikel, fehlende wichtige Teile oder gebrauchte Ware, die als neu verkauft wurde. Gibt PayPal dir recht, bekommst du den vollen Kaufpreis plus die ursprünglichen Versandkosten zurück. Der Schutz kostet dich als Käufer nichts extra.
Ein paar Kratzer? Pech gehabt!
Ob du eine Erstattung erhalten kannst, richtet sich nach den Umständen des Einzelfalls. „Entscheidet PayPal nach eigenem Ermessen", bedeutet, dass nicht jede kleine Farbabweichung oder Delle zu einer Rückerstattung führt.
Insbesondere bei geringen Mängeln gibt es oft kein Geld zurück.
So beantragst du den Käuferschutz
- Konflikt melden: Öffne in deinem PayPal-Konto unter „Konfliktlösungen” einen Konflikt zur betreffenden Zahlung. Dafür hast du 180 Tage ab dem Zahlungsdatum Zeit.
- Mit dem Verkäufer klären: PayPal informiert den Verkäufer, der darauf reagieren kann. Oft löst sich das Problem schon in diesem Schritt.
- Antrag stellen: Einigt ihr euch nicht, kannst du den Konflikt innerhalb von 20 Tagen zum Antrag auf Käuferschutz hochstufen. PayPal kann verlangen, dass seit der Meldung mindestens sieben Tage vergangen sind.
- Entscheidung abwarten: PayPal prüft die Angaben beider Seiten und fordert eventuell Belege an, etwa Fotos oder die Sendungsverfolgung.
💡 Verpasst du die 20-Tage-Frist, schließt PayPal den Konflikt automatisch. Notier dir das Datum am besten direkt.
Diese Käufe sind nicht geschützt
Der Käuferschutz hat mehr Ausnahmen, als viele denken. Ausgeschlossen sind unter anderem:
- Zahlungen per „Freunde und Familie”
- Fahrzeuge wie Autos, Motorräder und Wohnmobile (Fahrräder sind dagegen geschützt)
- Immobilien
- Geschenkkarten, Gutscheine und Prepaidkarten
- Gold, Finanzprodukte und Glücksspiel
- Spenden und Crowdfunding
- Anfertigungen nach Maß, wenn sie von der Beschreibung abweichen
- Ware, die du selbst abholst
Gerade der letzte Punkt ist bei Kleinanzeigen wichtig: Holst du etwas persönlich ab, zahl am besten bar oder erst vor Ort.
PayPal-Gebühren 2026
Als Privatkunde zahlst du für die meisten Funktionen nichts. Gebühren fallen erst an, wenn Geld über Grenzen oder Währungen hinweg fließt oder wenn du etwas verkaufst. Zahlungen in Euro zwischen zwei Konten im Europäischen Wirtschaftsraum gelten übrigens als Inlandszahlung. Schickst du Geld an einen Freund in Spanien oder Österreich, bleibt es also kostenlos.
| Vorgang | Gebühr |
|---|---|
| Online oder im Geschäft bezahlen | kostenlos |
| Geld im Inland senden und empfangen (Freunde und Familie) | kostenlos |
| Geld ins Ausland senden | 5 % (mind. 0,99 €, max. 3,99 €) |
| Zahlung für Waren und Dienstleistungen empfangen | 2,49 % + 0,35 € |
| Guthaben aufs Bankkonto überweisen (Standard oder sofort) | kostenlos |
| Guthaben auf Debit- oder Kreditkarte auszahlen | 1 % (mind. 0,25 €, max. 10 €) |
| Währungsumrechnung | 3 % über dem Basiswechselkurs |
Vorsicht vor Überschuldung!
Die coole Jeans oder den Gaming-PC schon jetzt bekommen, auch wenn du kein Geld dafür hast? Das klingt verlockend, darf aber kein Freifahrtschein für unüberlegte Käufe sein. Da immer mehr Händler sogenannte "Buy now, pay later" Käufe anbieten, zählen Konsumschulden im Internet inzwischen zu den häufigsten Schuldenursachen bei jungen Menschen.
💡Irgendwann musst du die Rechnung begleichen, und 30 Tage vergehen schnell. Frag dich daher, bevor du diese PayPal-Funktion nutzt, ob du dir den Kauf wirklich leisten kannst. Am besten ist "Buy now, pay now": Du zahlst die Rechnung sofort und siehst, dass das Geld von deinem Konto abgeht. So vermeidest du es, noch mehr zu kaufen, und in die Schuldenfalle zu tappen.
Paypal "Später bezahlen": Bezahlung nach 30 Tagen oder mehr
Mit „Später bezahlen” bestellst du heute und zahlst erst nach 30 Tagen. Das funktioniert online bei Bestellungen zwischen 1 € und 3.000 € und ist nichts anderes als der Kauf auf Rechnung, die viele Händler anbieten. Der Dienst ist kostenlos, solange du pünktlich zahlst. Vorher prüft jedoch PayPal deine Bonität. Hast du einen negativen Schufa-Eintrag, wird der Vorgang abgelehnt und du musst sofort zahlen.
Reicht dir die Frist nicht, kannst du sie einmal pro Einkauf verlängern, auf insgesamt 60 oder 84 Tage. Das kostet allerdings eine Gebühr, die PayPal dir vorher im Konto anzeigt.
PayPal Ratenzahlung: So funktioniert der Ratenkauf
Bei einer PayPal‑Ratenzahlung verteilst du einen Einkauf auf 3, 6, 12 oder 24 Monatsraten. Möglich ist das online bei Bestellungen zwischen 99 € und 10.000 €. Rechtlich nimmst du dabei einen Kredit bei PayPal (Europe) mit Sitz in Luxemburg auf. Die folgende Tabelle listet die anfallenden Zinsen (Stand: Oktober 2026).
| Laufzeit | Gebundener Sollzins | Effektiver Jahreszins |
|---|---|---|
| 3 Monate | 10,86 % | 11,49 % |
| 6 Monate | 10,87 % | 11,49 % |
| 12 Monate | 10,88 % | 11,49 % |
| 24 Monate | 11,80 % | 12,49 % |
Ein Beispiel: Finanzierst du einen Laptop für 1.000 € über 12 Monate, zahlst du 12 Raten zu je 88,30 €. Am Ende hast du 1.059,94 € bezahlt, also knapp 60 € Zinsen.
Eine Ausnahme gibt es bei Amazon: Für ausgewählte Produkte bietet PayPal dort eine 0-Prozent-Finanzierung über 3, 6 oder 12 Monate an. Ob ein Artikel dazugehört, siehst du erst an der Kasse.
Schlechte Bonität? Keine Ratenzahlung!
Bevor die Ratenzahlung oder der Zahlungsaufschub genehmigt werden, prüft PayPal deinen SCHUFA-Score. Es kann also sein, falls du Schulden oder ein zu geringes Einkommen hast, dass diese Bezahlmethode dir nicht zur Verfügung steht.
Lohnt sich die PayPal Ratenzahlung?
Für geplante, größere Anschaffungen kann die Ratenzahlung bequem sein, besonders im Vergleich zum Dispokredit, den du ohne festen Rückzahlungsplan schnell aus dem Blick verlierst. Billig ist sie aber nicht. Rund 11,5 % effektiver Jahreszins sind für einen Fernseher oder ein Handy viel Geld.
💡Unsere klare Empfehlung: Spar lieber ein paar Monate an, als Konsum auf Raten zu kaufen. Musst du doch finanzieren, prüf vorher, ob dein Händler eine 0-Prozent-Finanzierung anbietet. Behalte gleichzeitig den Überblick über alle laufenden Raten. Wer gleichzeitig bei PayPal, Klarna und im Dispo steckt, verliert schnell die Kontrolle.
Paypal-Alternativen: Wero, Klarna und Skrill
Seit der Einstellung von Giropay Ende 2024 ist Wero die bekannteste PayPal-Alternative für Online-Shopping, wenn du nicht per Kreditkarte zahlen willst. Mit dem 2024 gestarteten Wero wollen europäische Banken PayPal Konkurrenz machen.
Hinter dem Dienst steht die European Payments Initiative, ein Zusammenschluss großer Banken. Der Unterschied zu PayPal: Wero läuft direkt über dein Girokonto, du brauchst also kein separates Konto bei einem Zahlungsdienst. Freigegeben werden Zahlungen in der App deiner Bank.
Geld an Freunde senden kannst du mit Wero schon heute, zum Beispiel als Kunde von Sparkassen und Volksbanken, bei der ING oder bei Revolut. Das Geld kommt dabei in Sekunden an, technisch handelt es sich also um eine Echtzeitüberweisung. Beim Online-Shopping steht Wero dagegen noch am Anfang, da es nicht viele Händler anbieten.
Eine weniger bekannte Alternative ist Skrill, ein britischer Zahlungsdienstleister, der ebenfalls das Senden und Empfangen von Geld in Echtzeit ermöglicht. Auch Zahlungen in Onlineshops und bei anderen Anbietern sind möglich. Optional kann das Konto auch mit einer MasterCard Prepaid kombiniert werden. Skrill gehört zu den Zahlungsdiensten mit den größten Ähnlichkeiten zu PayPal.
Die folgende Tabelle vergleicht die drei Zahlungsdienste
| PayPal | Klarna | Wero | |
|---|---|---|---|
| Was ist das? | Digitale Geldbörse mit eigenem Konto | Zahlungsdienst mit Schwerpunkt auf Rechnungs- und Ratenkauf | Bezahlverfahren europäischer Banken |
| Anbieter | PayPal (Europe), Luxemburg | Klarna Bank, Schweden | European Payments Initiative (EPI), Brüssel |
| Eigenes Konto nötig? | Ja | Für Rechnung und Ratenkauf: nein, App optional | Nein, läuft über dein Girokonto (Banking-App oder Wero-App) |
| Geld an Freunde senden | Ja, im Inland kostenlos | Nicht vorgesehen | Ja, kostenlos, in Sekunden |
| Online bezahlen | Bei fast allen Online-Shops | Bei sehr vielen Online-Shops | Erst bei wenigen Händlern, z. B. Eventim |
| Später bezahlen | Nach 30 Tagen, kostenlos | Rechnung in 30 Tagen oder in 3 zinsfreien Raten | Nein |
| Ratenzahlung | 3–24 Monate, 11,49–12,49 % eff. Jahreszins | 6–36 Monate, rund 13 % eff. Jahreszins | Nein (angekündigt) |
| Käuferschutz | Ja, Meldung bis 180 Tage nach Zahlung | Ja, für physische Waren | Ja, Meldung bis 120 Tage nach Zahlung |
| Kosten für Käufer | Kostenlos (außer Ratenzahlung und Auslandsgebühren) | Kostenlos (außer Ratenkauf und Fristverlängerung) | Kostenlos |
| Bonitätsprüfung | Bei „Später bezahlen” und Ratenzahlung | Bei Rechnung und Ratenkauf | Nein |
- Sehr gutes Girokonto
- Kostenlos ab 700 € Geldeingang
- Hervorragende Visa Debitcard

Häufige Fragen zum Paypal-Konto
Wie funktioniert das Bezahlen mit Paypal?
Um mit PayPal zu bezahlen, wählst du in einem Onlineshop diese Bezahlmethode aus. Anschließend wirst du aufgefordert, dich in dein PayPal-Konto einzuloggen und die Zahlung freizugeben. Der Zahlbetrag wird dann entweder deinem PayPal-Guthaben belastet oder von einem mit dem PayPal-Konto verbundenen Zahlungsmittel abgebucht.
Was ist der Paypal Käuferschutz?
Mit dem PayPal Käuferschutz kannst du via PayPal an Händler bezahltes Geld zurückerhalten, wenn die Ware nicht geliefert wurde oder in wesentlichen Punkten nicht dem vereinbarten Zustand entspricht.
Ist Bezahlen mit Paypal sicher?
Bezahlen mit PayPal ist technisch sicher, weil es sich um einen etablierten Zahlungsdienstleister handelt und beim Login sowie bei Zahlungen die Zwei-Faktor-Authentifizierung angewandt wird. Der Käuferschutz bietet dir bei Käufen in Onlineshops zusätzliche Sicherheit.
Wie kann ich bei PayPal in Raten zahlen?
Willst du einen Artikel in Raten zahlen oder später zahlen, wählst du beim Zahlen die entsprechende Option. Ist deine Bonität jedoch schlecht, beispielsweise weil du Rechnungen zu spät bezahlt hast, steht dir nur die normale Zahlung zur Verfügung.
Wie lade ich mein PayPal-Konto mit Guthaben auf?
Willst du dein PayPal-Guthaben aufladen, überweist du das Geld von deinem Girokonto auf dein PayPal-Konto. Die IBAN findest du im Bereich Wallet, wenn du auf "Geld einzahlen" tippst. Der Name des Kontoinhabers und der des PayPal-Nutzers müssen dabei übereinstimmen. Alternativ kannst du über Kreditkarte aufladen oder Geld abbuchen lassen.
Kann ich PayPal ohne Girokonto oder Kreditkarte nutzen?
Mit Prepaid-Karten wie Paysafecard, BITSA oder Transcash kannst du dein PayPal-Guthaben ohne Konto aufladen. Die Karten erhältst du gegen Bargeld in vielen Supermärkten oder Tankstellen.
Ist PayPal kostenlos?
Für Käufer ja. Einkaufen, Geld im Inland senden und Guthaben aufs Bankkonto überweisen kostet nichts. Gebühren fallen dagegen bei Verkäufen, bei Auslandszahlungen außerhalb des Euroraums und bei der Währungsumrechnung an.
Ist Wero eine Alternative zu PayPal?
Für Überweisungen an Freunde ja, das funktioniert bei vielen Banken bereits. Beim Online-Einkauf akzeptieren bisher nur wenige Händler Wero.
Was kostet die PayPal Ratenzahlung?
Bei 3, 6 oder 12 Monaten Laufzeit liegt der effektive Jahreszins bei 11,49 %, bei 24 Monaten bei 12,49 %. Nur bei ausgewählten Produkten auf Amazon gibt es eine 0-%-Finanzierung.

