Nvidia Quartalszahlen: Zwischen hohen Erwartungen und Druck aus China

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Die Spannung steigt: Am 25. Februar 2026 veröffentlicht Nvidia die Zahlen zum vierten Quartal des Geschäftsjahres 2026, und die Erwartungen der Wall Street könnten kaum bullischer sein. Die Halbleiter-Aktie steht vor einem potenziellen wieder vor einem Quartal, welches die Erwartungen abermals übertreffen könnte.

Überblick

  • Nvidia gibt am 25.02.2026 die Zahlen für das Q4 des Geschäftjahres 2026 von Oktober 2025 bis Februar 2026 bekannt.
  • Die Zahlen werden mit Spannung erwartet, da das Ergebnis starken Einfluss auf den gesamten Aktienmarkt haben wird.
  • Analysten erwarten, dass Nvidia die Erwartungen wieder übertreffen wird.
  • Ws gibt auch Sorge da China inzwischen kompetetive KI-Modelle komplett ohne Nvidia-Chips entwickelt hat.
  • Sollte Nvidia die hohen Erwartungen nicht erfüllen, könnte dies einen Negativtrend am ganzen Aktienmarkt zur Folge haben.

Analysten erwarten 2 Milliarden Dollar über Konsens

Goldman Sachs-Analyst James Schneider prognostiziert einen Quartalsumsatz von 67,3 Milliarden Dollar. Das wäre etwa 2 Milliarden über dem Marktkonsens von 65,5 Milliarden.

Diese optimistische Einschätzung basiert auf der anhaltend extremen Nachfrage nach KI-Infrastruktur, insbesondere von Anbietern wie Amazon und Alphabet, deren kombinierte Investitionsausgaben in diesem Jahr voraussichtlich 380 Milliarden Dollar übersteigen werden.

Beim Gewinn pro Aktie erwarten Analysten 1,44 Dollar, was einem Wachstum von 69,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Für das gesamte Geschäftsjahr 2026 wird ein Gewinn von 4,42 Dollar je Aktie prognostiziert – ein Plus von 50,9 Prozent.

Die Bank of America hat ihre Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 275 Dollar bekräftigt und verweist auf Nvidias dominierende Stellung im KI-Compute- und Netzwerkmarkt.

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Das abgelaufene Quartal dürfte erneut vom Rechenzentrumsgeschäft geprägt sein, das in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2026 bereits 131,4 Milliarden Dollar Umsatz generierte, fast 89 Prozent des Gesamtumsatzes. Besonders die Blackwell-Architektur hat sich als Verkaufsschlager erwiesen. CEO Jensen Huang bezeichnete die Verkaufszahlen im dritten Quartal als „off the charts“, während CFO Colette Kress betonte, dass Cloud-GPUs praktisch ausverkauft seien.

Doch die Blicke richten sich bereits über das Berichtsquartal hinaus. Investoren erwarten konkrete Aussagen zur 500-Milliarden-Dollar-Umsatzprognose, die Nvidia für die Blackwell- und Rubin-Plattformen bis Ende 2026 in Aussicht gestellt hat. Besonders die Rampe der Rubin-Produktion in der zweiten Jahreshälfte 2026 steht im Fokus. Die neue Plattform, die Anfang Januar auf der CES vorgestellt wurde und sich bereits in Vollproduktion befindet, soll die Kosten für KI-Token auf etwa ein Zehntel der vorherigen Generation senken.

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Die Konkurrenz wächst ebenfalls

Ein weiteres Thema wird die Nachfrage außerhalb der Hyperscaler sein. Schneider von Goldman Sachs erwartet Kommentare zu Partnern wie OpenAI sowie zur wachsenden Konkurrenz durch AMD und Alphabets eigene Chips. Auch China bleibt ein Unsicherheitsfaktor.

Das chinesische KI-Unternehmen Zhipu AI hat mit GLM-5 ein leistungsstarkes Open-Source-Sprachmodell vorgestellt, das laut eigenen Angaben bei Coding und Agenten-Aufgaben mit Claude Opus 4.5 und GPT-5.2 konkurrieren kann. Das Modell verfügt über 744 Milliarden Parameter, von denen 40 Milliarden gleichzeitig aktiv sind, und wurde mit 28,5 Billionen Token trainiert.

Ein strategischer Vorteil des Modells: Es läuft nicht auf Nvidia-GPUs, sondern auch auf chinesischen Chips von Huawei und anderen Herstellern – ein wichtiger Faktor angesichts der US-Exportbeschränkungen. Die Modellgewichte stehen unter der freizügigen MIT-Lizenz zur Verfügung.

GLM-5 kann zudem Dokumente direkt als Word-, PDF- oder Excel-Dateien erstellen und unterstützt verschiedene Coding-Agenten-Frameworks. Der Wettlauf der chinesischen KI-Labore intensiviert sich damit weiter, während Deepseek-V3.2 in den Benchmarks zunehmend zurückfällt.

Lohnt es sich 2026 noch Nvidia zu kaufen?

Die historische Volatilität nach Nvidia-Quartalszahlen ist beachtlich. In den letzten acht Quartalen bewegte sich die Aktie durchschnittlich um 8,5 Prozent am Tag nach der Veröffentlichung. Bei der aktuellen Marktkapitalisierung von 4,66 Billionen Dollar wäre selbst das eine bemerkenswerte Bewegung.

Cantor Fitzgerald hat Nvidia kürzlich zu einem „Top Pick“ für 2026 erklärt und argumentiert, dass der Markt die langfristigen Chancen unterschätze. Die Bewertung erscheine mit einem Forward-KGV von etwa 40 für das laufende Geschäftsjahr und nur 25 für 2027 angesichts des prognostizierten Gewinnwachstums attraktiv.

Die neuen Quartalszahlen werden am 25. Februar nach US-Börsenschluss veröffentlicht, gefolgt von einer Telefonkonferenz um 23 Uhr MEZ. Angesichts der Bedeutung für den gesamten Technologiesektor dürfte dieser Termin zum wichtigsten Börsenereignis des bisherigen Jahres 2026 werden.

Rune Fauck
Rune Fauck
Autor
Über den Autor
In meinem Studium der Germanistik, Politik und Wirtschaftswissenschaften konnte ich bereits fundamentale Kenntnisse über unser Wirtschaftssystem sammeln. Bereits im Studium habe ich mit dem Investieren in Aktien und ETFs begonnen und möchte gerne mein angesammeltes Wissen weitergeben. Nach meinem Studium zog es mich deshalb zunächst ins Bildungssystem, wo ich am Gymnasium arbeitete und dort bereits erste Erfahrungen in der Vermittlung von wirtschaftlichen Themen sammeln konnte. Als Lehrer weiß ich, wie man Wissen verständlich erklärt und spannend gestaltet.

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