Nvidia bricht erneut alle Rekorde: KI-Boom treibt Umsatz weiter auf Rekordhöhe

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Der Chipkonzern Nvidia hat im vierten Quartal des Geschäftsjahres 2026 abermals die Erwartungen von Anlegern und Analysten übertroffen. Der Umsatz kletterte auf ein neues Allzeithoch und der Ausblick von CEO Jensen Huang lässt den KI-Boom noch lange nicht als beendet erscheinen.

Überblick

  • Nvidias Umsatz stieg im Jahresvergleich um 73 Prozent auf 68,1 Milliarden Dollar und übertraf damit die Erwartungen der Analysten.
  • Über 91 Prozent seines Umsatzes erwirtschaftet das Unternehmen inzwischen mit seinem Datacenter-Segment, besonders mit den begehrten Blackwell-GPUs.
  • Doch auch das Gaming-Segment legte deutlich zu. Die Einnahmen stiegen um 47 Prozent auf 3,7 Milliarden Dollar, angetrieben durch die starke Nachfrage nach Blackwell-basierten Grafikkarten.
  • CEO Jensen Huang sieht die Zukunft in vollumfassenden KI-Agenten, die selbstständig handeln und planen können.
  • Die Märkte reagierten positiv: Die Nvidia-Aktie stieg im nachbörslichen Handel um bis zu 3,5 Prozent.

Es ist eine Geschichte, die sich quartalsweise wiederholt, und doch ist es jedes mal eines der wichtigsten Börsenereignisse: Nvidia, der weltgrößte Hersteller von KI-Chips, hat sein viertes Quartal des Fiskaljahres 2026 mit einem Rekordergebnis abgeschlossen. Der Umsatz stieg im Jahresvergleich um 73 Prozent auf 68,1 Milliarden Dollar. Damit lagen die Ergebnisse wieder über der Konsensschätzung der Analysten, die bei rund 66,2 Milliarden lag. Gegenüber dem Vorquartal entspricht das einem Plus von 20 Prozent.

Der bereinigte Gewinn je Aktie verdoppelte sich im Jahresvergleich auf 1,62 Dollar; Analysten hatten im Schnitt mit 1,53 Dollar gerechnet. Für das gesamte Geschäftsjahr 2026 summierte sich Nvidias Umsatz auf 215,9 Milliarden Dollar, was ein Anstieg von 65 Prozent gegenüber dem Vorjahr ist.

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Rechenzentren weiter der größte Unsatztreiber

Über 91 Prozent seines Umsatzes erwirtschaftet die KI-Aktie inzwischen mit seinem Datacenter-Segment, in dem die begehrten KI-Beschleuniger wie die Blackwell-GPUs angesiedelt sind. In diesem Bereich kletterten die Erlöse um 75 Prozent auf einen neuen Rekord von 62,3 Milliarden Dollar.

Die sogenannten Hyperscaler – Alphabet, Amazon, Meta und Microsoft – hatten bereits in ihren eigenen Quartalsberichten signalisiert, dass sie ihre Ausgaben für KI-Infrastruktur massiv ausweiten wollen. Analysten zufolge könnte das gemeinsame Investitionsvolumen dieser vier Konzerne allein in diesem Jahr die Marke von 700 Milliarden Dollar übersteigen.

Neben dem Datacenter-Geschäft legte auch das Gaming-Segment deutlich zu. Die Einnahmen stiegen um 47 Prozent auf 3,7 Milliarden Dollar, angetrieben durch die starke Nachfrage nach Blackwell-basierten Grafikkarten. Besonders heraus stach das Professional-Visualization-Segment, das seinen Umsatz gegenüber dem Vorjahr um 159 Prozent auf 1,32 Milliarden Dollar steigerte. Etwas hinter den Erwartungen zurück blieb hingegen das Automotive-Geschäft, das mit 604 Millionen Dollar den Analystenkonsens von rund 655 Millionen Dollar verfehlte.

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Huang sieht in KI-Agenten die Zukunft

CEO Jensen Huang nutzte die Quartalspräsentation, um die langfristige Wachstumsstory seines Unternehmens zu unterstreichen. „Die Nachfrage nach Rechenleistung wächst exponentiell, der Wendepunkt des agentischen KI ist erreicht“, erklärte Huang. Er beschreibt die Branche als Schauplatz dreier struktureller Plattformwechsel: vom traditionellen CPU-Rechnen hin zur GPU-basierten Parallelverarbeitung, dann von klassischem maschinellen Lernen zu generativer KI, und schließlich der aktuelle Übergang zur sogenannten „Agentic AI“. Dies sind KI-Systeme, die selbstständig handeln und planen können. Jede dieser Transitionen für sich genommen rechtfertige massive Investitionen, so Huang.

Mit Blick auf die kommende Chip-Generation Grace Blackwell sowie die bereits angekündigte Vera-Rubin-Architektur – ein Sechs-Chip-System, das nach Unternehmensangaben die Inferenzkosten um den Faktor zehn senken soll – zeigt sich Huang überzeugt, die Marktführerschaft weiter auszubauen. Als erste Anbieter sollen Amazon Web Services, Google Cloud, Microsoft Azure und Oracle Cloud Infrastructure Vera-Rubin-Instanzen bereitstellen.

Nvidia erwartet weiter steigende Umsätze

Besonders aufhorchen ließ Nvidias Prognose für das erste Quartal des neuen Geschäftsjahres 2027. Das Unternehmen erwartet einen Umsatz von rund 78 Milliarden Dollar, plus oder minus zwei Prozent. Analysten hatten im Mittel mit 72,6 Milliarden Dollar gerechnet. Nvidia übertrifft also selbst diese bereits ambitionierten Schätzungen erheblich. Gleichzeitig wies das Unternehmen darauf hin, dass in dieser Prognose keinerlei Einnahmen aus dem China-Datacenter-Geschäft einkalkuliert sind, ein Hinweis auf die weiterhin angespannte geopolitische Lage rund um US-Exportbeschränkungen. Zudem können chinesische Modelle inzwischen ohne Nvidia Chips trainiert werden.

Die Bruttomarge lag im vierten Quartal bei 75,2 Prozent (non-GAAP) und damit leicht über der Markterwartung. Um die Lieferkette zu stärken und die Resilienz zu erhöhen, hat Nvidia seine lieferbezogenen Verbindlichkeiten im Vergleich zum Vorquartal von 50,3 auf 95,2 Milliarden Dollar nahezu verdoppelt. Das Unternehmen erklärte, strategisch Lagerbestände und Produktionskapazitäten gesichert zu haben, um die Nachfrage für mehrere Quartale voraus bedienen zu können.

Märkte reagieren positiv – DeepSeek-Bedenken vorerst zerstreut

Die Anleger quittierten die Zahlen mit Kursgewinnen: Die Aktie stieg im nachbörslichen Handel um bis zu 3,5 Prozent. Im regulären Handelsverlauf hatte das Papier bereits rund zwei Prozent zugelegt und war bei 196,62 Dollar aus dem Handel gegangen. Damit gehört Nvidia in diesem Jahr zu den wenigen großen Technologietiteln mit positiver Performance.

Die starken Zahlen kommen zu einem Zeitpunkt, an dem die Märkte von Sorgen über eine mögliche Abkühlung des KI-Zyklus geprägt sind. Auslöser waren zuletzt Berichte über das chinesische KI-Start-up DeepSeek, dessen ressourceneffiziente Modelle Fragen über den langfristigen Bedarf an Hochleistungs-Hardware aufwarfen und Nvidias Aktie im Januar kurzzeitig um fast 17 Prozent einbrechen ließen. Mit den neuen Quartalszahlen und dem nach oben überraschenden Ausblick dürfte diese Debatte zumindest für den Moment gedämpft sein.

CFO Colette Kress hatte im Vorquartal bereits signalisiert, dass Nvidia bis Ende 2026 Einnahmen in Höhe von 500 Milliarden Dollar aus seinen Blackwell- und Rubin-Angeboten anpeile. Und langfristig, so Kress, könnte die weltweite KI-Infrastrukturinvestition bis 2029 oder 2030 auf jährlich drei bis vier Billionen Dollar anwachsen. Solche Zahlen illustrieren einerseits, wie hoch die Erwartungen sind, sind aber auch mit Vorsicht zu genießen.

Unsere Inhalte spiegeln nur die Meinungen und Erwartungen der Autoren wider und stellen somit keine Empfehlung zum Kaufen, Halten oder Verkaufen der genannten Wertpapiere dar.

Als Anleger*in trägst Du die volle Verantwortung für Deine Investitionsentscheidungen.

Die Autoren können in einige der beschriebenen Assets investiert sein und somit ein Interesse an deren Kursentwicklung haben.

Rune Fauck
Rune Fauck
Autor
Über den Autor
In meinem Studium der Germanistik, Politik und Wirtschaftswissenschaften konnte ich bereits fundamentale Kenntnisse über unser Wirtschaftssystem sammeln. Bereits im Studium habe ich mit dem Investieren in Aktien und ETFs begonnen und möchte gerne mein angesammeltes Wissen weitergeben. Nach meinem Studium zog es mich deshalb zunächst ins Bildungssystem, wo ich am Gymnasium arbeitete und dort bereits erste Erfahrungen in der Vermittlung von wirtschaftlichen Themen sammeln konnte. Als Lehrer weiß ich, wie man Wissen verständlich erklärt und spannend gestaltet.

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