1822direkt Depot im Test Kostenloses Depot, teure Orders: So schneidet die Sparkassen-Tochter im Depotvergleich ab
Für unseren Depotvergleich haben wir das 1822direkt Depot ausführlich getestet. Dabei zeigen sich klare Stärken beim Handelsangebot und deutliche Schwächen bei den Ordergebühren.
In diesem 1822direkt Depot Test zeigen wir dir, in welchen Punkten das Depot wirklich überzeugt und wo es noch Handlungsbedarf gibt.
1822direkt Test – Das Wichtigste in Kürze
- Depotführung: kostenlos für Neukunden
- Ordergebühren: 4,90 € + 0,25 % vom Kurswert, mindestens 9,90 €
- Sparpläne: ab 50 € über 170 Aktions-ETFs ohne Ausführungsgebühr
- Handelsangebot: über 2.700 ETFs, 32.000 Fonds und 800.000 Derivate
- Testergebnis: 84,50 % – stark bei Angebot und Handel, schwach bei den Gebühren
Die 1822direkt im Überblick
Die 1822direkt ist eine direkte Tochter der Frankfurter Sparkasse und richtet sich an klassische Direktbankkunden. Dabei firmiert das Unternehmen unter 1822direkt Gesellschaft der Frankfurter Sparkasse mbH.
Allerdings zeigt sich auch, dass die Frankfurter Sparkasse mit der 1822direkt einen anderen Ansatz verfolgt. Während bei einer klassischen Sparkasse die Kundenberatung eine tragende Rolle spielt, ist dies bei der 1822direkt nicht der Fall. Vielmehr steht die 1822direkt im direkten Wettbewerb zu anderen Direktbanken wie der DKB, ING, Comdirect oder Consorsbank.
Trotzdem fällt das Produktangebot breit aus:
- Girokonto
- Kreditkarte
- Kredite
- Baufinanzierungen
- Depot
- Vermögensverwaltung (bevestor)
- Tagesgeldkonto
- Festgeldkonto
Die Gebühren des 1822direkt Depots im Test
Im ersten Teil unseres allgemeinen Depottests werfen wir einen Blick auf die Gebühren des Anbieters. Welche Kriterien wir für die Bewertung heranziehen, liest du in unserem Depot-Testverfahren.
Neukunden zahlen weder eine Depot- noch eine Inaktivitätsgebühr. Die Depotführung ist somit nicht an Bedingungen geknüpft. Für Bestandskunden gelten gemäß Preis-und Leistungsverzeichnis unter Umständen abweichende Konditionen.
Ordergebühren der 1822direkt
Positiv ist auch, dass bei der Nutzung des 1822direkt Depots keine zusätzlichen Handelsplatzgebühren anfallen, wenn du den Direkthandel nutzt. An inländischen und internationalen Handelsplätzen fällt ein Entgelt von 2,95 € an. Das Orderentgelt (Inland) beläuft sich auf 4,90 € zzgl. 0,25 % vom Kurswert. Handelst du über ausländische Börsenplätze beträgt das Grundentgelt 14,90 € zzgl. 0,25 % des Ordervolumens – mindestens 19,90 €, maximal 54,90 €.
Die Ordergebühren fallen wie bei fast allen Direktbanken im Depotvergleich etwas höher aus. Du zahlst an inländischen Handelsplätzen mindestens 9,90 €, jedoch maximal 54,90 €.
In unserem Depot-Testverfahren sorgt diese Gebühr für einen ordentlichen Abschlag, da wir die klassischen Depotbanken mit den Neobrokern vergleichen. Aus unserer Sicht sind solche hohen Fixkosten besonders für aktive Anleger ein Grund, sich nach Alternativen umzusehen.
Aktiv-Trader-Rabatt
Ab 50 Trades im Halbjahr erhältst du einen Rabatt in Höhe von 10 % auf die Orderprovision. Bei 100 Trades gibt es sogar einen Nachlass von 20 %. Die genauen Bedingungen findest du im Preis-Leistungsverzeichnis.
Für ETF- und Aktiensparpläne zahlst du 1,5 % pro Ausführung (mindestens 1,50 €, maximal 14,90 €).
Insgesamt kann das 1822direkt Depot im Test der Gebühren nicht wirklich überzeugen. Die Orderkosten sind vergleichsweise hoch und nicht alle Sparpläne sind kostenlos. Die Bewertung fällt daher mit 68,43 % eher durchschnittlich aus.
Die 1822direkt überzeugt mit einem umfangreichen Handelsangebot
Im nächsten Kapitel unseres 1822direkt Tests widmen wir uns den handelbaren Vermögenswerten. Hier überzeugt die 1822direkt im Test, denn Anlegern steht eine große Auswahl relevanter Wertpapiere zur Verfügung.
Große Auswahl an Aktien, ETFs und Fonds
So gibt es mehr als 2.700 handelbare ETF. Zudem gibt es bei der 1822direkt eine Sparplan-Aktion mit über 170 kostenlosen ETF-Sparplänen. Hier entfallen die Ausführungsgebühren ab einer Sparrate von 50 € bis maximal 500 €.
Auch bei den handelbaren Aktien hinterlässt die 1822direkt im Test einen hervorragenden Eindruck. So stehen hier Tausende Unternehmensanteile an inländischen und ausländischen Handelsplätzen zur Verfügung.
Wie nicht anders zu erwarten, überzeugt auch das Angebot an handelbaren Fonds (32.000). Gleiches gilt übrigens auch für die Auswahl an Anleihen. Diese kannst du bei den meisten Neobrokern nicht in vergleichbarem Umfang handeln. Eine Ausnahme stellen allerdings Traders Place und Smartbroker Plus dar, die beide ein Vollsortiment anbieten.
1822direkt Depot: So investierst du in Edelmetalle
Auch Rohstoffe und Edelmetalle sind mit dem 1822direkt Depot als ETP handelbar – ebenso Kryptowährungen, wobei das Angebot hier eher eingeschränkt ist. Wer physisches Gold kaufen möchte, kannst dies bei 1822direkt über Ophirum machen. Hier gibt es auch die Möglichkeit, einen Goldsparplan anzulegen. In unserem Goldsparplan-Vergleich findest du eine Übersicht der besten Anbieter.
Echte Schwächen zeigt 1822direkt nur im Bereich der Kryptowährungen. Das restliche Handelsangebot überzeugt mit Breite und Tiefe. Wir bewerten diese Testkategorie mit 91,18 %.
Das Sparplanangebot der 1822direkt bewegt sich im Mittelfeld
In diesem Abschnitt des 1822direkt Depot Tests haben wir uns das Sparplan-Angebot genauer angeschaut. Bei 1822direkt können Anleger über 1.400 Aktien im Sparplan kaufen. Das ist erfahrungsgemäß für eine Direktbank ein gutes Ergebnis.
Große Auswahl an ETF- und Fondssparplänen
Bei den ETF-Sparplänen sieht es noch besser aus: Hier stehen über 2.400 ETFs zur Auswahl. Dazu kommen rund 3.000 klassische Fondssparpläne. Bei Fonds solltest du erfahrungsgemäß den Ausgabeaufschlag berücksichtigen.
Spannend für einige Anleger dürfte auch die Möglichkeit sein, Gold mit dem 1822direkt Depot zu besparen. Hierbei solltest du die abweichenden Gebühren für die Aufbewahrung von physischem Gold berücksichtigen. Krypto-Sparpläne gibt es kaum. Aus unserer Sicht solltest du diese ohnehin an einer echten Krypto-Börse tätigen. Eine Übersicht passender Anbieter findest du in unserem Krypto-Börsen-Vergleich.
So viel kostet ein Sparplan bei 1822direkt
Abschließend schauen wir uns die Anpassungsmöglichkeiten an. Einen Sparplan kannst du ab 25 € Sparrate ausführen lassen. Die Ausführung kostet 1,5 % der Sparrate (mindestens 1,50 €, maximal 14,90 €), bei den über 170 Aktions-ETFs entfällt sie. Zusätzlich kannst du die Rate dynamisieren, um deine Sparquote an die Inflation anzupassen. ETF- und Aktiensparpläne laufen monatlich (am 5. oder 20.), bei Fonds wählst du zwischen monatlich, zweimonatlich und vierteljährlich.
Insgesamt bewegt sich das Sparplan-Angebot der 1822direkt im Mittelfeld unserer Testkandidaten. Insbesondere die Neobroker bieten hier bessere Funktionen, wohingegen viele Direktbanken ein vergleichbares oder schlechteres Angebot aufweisen. Wir bewerten diese Testkategorie mit 75,37 %.
Guter Kundenservice im 1822direkt Test
Ein Aspekt, bei dem klassische Banken überzeugen, ist der Kundenservice. Das gilt zu weiten Teilen auch für die 1822direkt. Für unseren Test haben wir die Kontaktmöglichkeiten bewertet und den Kundenservice mit einem echten Anliegen kontaktiert.
Erreichen kannst du die 1822direkt per Telefon, Kontaktformular und E-Mail, montags bis freitags von 8 bis 18 Uhr und samstags von 8 bis 16 Uhr. Praktisch ist der kostenlose Rückrufservice. Allgemeine Fragen klärt außerdem der FAQ-Bereich.
Unsere Testanfrage per E-Mail war nach etwas mehr als 2 Tagen beantwortet. Das ist für eine größere Bank ein üblicher Wert. Wer schneller eine Lösung braucht, greift zum Telefon: Dort landest du direkt beim Fachbereich.
Insgesamt bewegt sich die 1822direkt mit dem Kundenservice im Mittelfeld unserer Testkandidaten. Wir bewerten diese Testkategorie mit 76,67 %
Die Funktionen im 1822direkt Test überzeugen nicht vollends
Für unseren Depotvergleich berücksichtigen wir auch die Funktionen, welche ein Broker seinen Kunden bietet. Hierbei gibt es einen Funktionsumfang, der aus unserer Sicht wichtig ist und weitere Funktionen, die ein wirklich gutes Produkt auszeichnen.
So schauen wir in erster Linie, ob die Plattform modern ist oder eher einen altbackenen, wenig modernen Look aufweist. Hier hat die 1822direkt in den vergangenen Jahren nachgelegt und die gesamte Plattform modernisiert.
Die Bedienung des Depots funktioniert über die Web-Plattform oder über die App. Über die App kannst du als Kunde auch die weiteren Services, etwa das Tagesgeld- oder Girokonto verwalten. Aus unserer Erfahrung sind Apps, die sich auf einen Service spezialisieren, besser.

Positiv ist die Darstellung der Depotentwicklung. So siehst du einerseits die Aufteilung deiner Vermögenswerte und die Performance und Entwicklung des gesamten Depots. Gerade in einer App, die mehrere Services kombiniert, ist diese Darstellung durchaus überzeugend.
Natürlich kannst du auch eine eigene Watchlist anlegen und Dokumente über ein Postfach anrufen. Besonders gut haben uns die Daten bei der Anzeige einzelner Wertpapiere gefallen. Hier bietet das 1822direkt Depot einen vergleichsweise guten Umfang an relevanten Daten an.
Bei den ETF-Daten gibt das 1822direkt Depot keine besonders umfangreichen Daten her. Stattdessen solltest du immer einen ergänzenden Blick in das Factsheet des jeweiligen ETF-Anbieters werfen.
Zudem kannst du als Anleger über die 1822direkt aktuelle Finanznachrichten einsehen und somit schnell wichtige Ad-hoc Nachrichten wahrnehmen. Dies ist insbesondere für aktive Anleger wichtig und empfehlenswert. Was uns in unserem Test des 1822direkt Depots auch etwas fehlte, waren die Trendwerte. Hierunter verstehen wir Wertpapiere, die von anderen Anlegern aktuell gekauft oder gesucht werden.
Insgesamt bietet das 1822direkt Depot viele wichtige Funktionen. Im Vergleich zu den besten Depots fehlen allerdings einige wichtige Features. In unserem Testverfahren erzielt das 1822direkt Depot 82,22 % im Test des Funktionsumfangs.
Anleger können bei der 1822direkt professionell handeln
Abschließend werfen wir einen Blick auf die Handelsoptionen. Neben der klassischen Market- und Limit-Order stehen dir Stop-Order, Stop-Limit-Order und Stop-Loss-Order zur Verfügung. Die Stop-Loss-Order gibt es auch als dynamische Version (Trailing-Stop-Loss). Damit bietet das 1822direkt Depot in unserem Test alle wichtigen Ordertypen. Bei Nebenwerten solltest du generell zur Limit-Order greifen.
Handeln kannst du an inländischen und ausländischen Börsen oder außerbörslich im Direkthandel. Beim börslichen Handel fällt ein Handelsplatzentgelt von 2,95 € an. Nicht möglich ist der Optionshandel.
Unterm Strich zeigt das 1822direkt Depot hier die Stärken eines klassischen Depots. Wir bewerten diese Testkategorie mit 95,0 %
Fazit: Starkes Angebot, teure Orders
Insgesamt erzielt das 1822direkt Depot eine Bewertung von 84,50 % in unserem Test. Damit liegt der Broker insgesamt im guten Mittelfeld.
Allerdings schafft es das 1822direkt Depot nicht, sich im direkten Vergleich gegen die Consorsbank, ING, DKB oder Comdirect durchzusetzen. Hier sind die Wettbewerber noch etwas besser und bieten beispielsweise ein umfangreicheres Handelsangebot.
Das 1822direkt Depot eignet sich vor allem für Anleger, die Wert auf ein breites Handelsangebot mit ETFs, Fonds und Anleihen legen. Für aktive Trader ist das Gebührenmodell aufgrund der Mindestgebühr von 9,90 € pro Order zu teuer. Anleger, die ausschließlich per Sparplan in Wertpapiere investieren, sind aufgrund der günstigeren Gebühren meist bei einem Neobroker besser aufgehoben.
Wie ist deine Meinung zum 1822direkt Depot? Lass es uns gerne in den Kommentaren wissen.
