
SpaceX-IPO: Größter Börsengang aller Zeiten – Pricing am 11. Juni, Handelsstart am 12. Juni
Elon Musks Raumfahrtkonzern SpaceX hat seinen Fahrplan für den Börsengang dramatisch beschleunigt. Das Pricing soll bereits am 11. Juni 2026 erfolgen, der erste Handelstag an der Nasdaq am 12. Juni. Die Eckdaten: rund 75 Milliarden Dollar Emissionsvolumen, eine Bewertung von etwa 1,75 Billionen Dollar – und damit der größte Börsengang der Geschichte.
Reuters berichtete am 15. Mai, dass SpaceX das Pricing auf den 11. Juni vorziehen und am 12. Juni an der Nasdaq starten will. Ursprünglich war der IPO für Ende Juni geplant, rund um Elon Musks Geburtstag. Ein schnellerer SEC-Review als erwartet habe den Zeitplan nach vorn gezogen. Die Roadshow für institutionelle Investoren soll am 4. Juni starten.
Die Eckdaten des Mega-IPO
- Pricing: 11. Juni 2026
- Handelsstart: 12. Juni 2026 an der Nasdaq
- Ticker: voraussichtlich SPCX
- Emissionsvolumen: ca. 75 Milliarden US-Dollar
- Bewertung: rund 1,75 Billionen US-Dollar – einzelne Quellen sprechen sogar von bis zu 2 Billionen
- Lead-Banken: Goldman Sachs, Morgan Stanley, JPMorgan, Bank of America, Citigroup
Zum Vergleich: Saudi Aramco hat 2019 rund 29 Milliarden Dollar eingesammelt – SpaceX würde diesen bisherigen Rekord mehr als verdoppeln. Damit landet das Unternehmen direkt nach dem Börsengang in der Liga der Top-10-Konzerne weltweit.
SpaceX startet im Nasdaq: Die Gründe
Die Wahl der Nasdaq ist kein Zufall. Nasdaq hat seine Indexregeln angepasst: Neuemissionen in den Top 40 nach Marktkapitalisierung können bereits nach 15 Handelstagen in den Nasdaq 100 aufgenommen werden – die sogenannte „Fast Entry"-Regel. Bisher waren mindestens drei bis zwölf Monate üblich.
Konkret heißt das: SpaceX könnte schon Anfang Juli Bestandteil des Nasdaq 100 sein. Und das hat massive Konsequenzen für jeden Anleger, der einen Nasdaq-100-ETF im Depot hat.
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Was bedeutet der SpaceX IPO für ETF-Anleger?
Genau hier wird es spannend und für Privatanleger relevant. Wer einen Nasdaq-100-ETF besitzt (etwa Invesco QQQ, iShares Nasdaq 100 oder Xtrackers Nasdaq 100), wird automatisch zum SpaceX-Aktionär, sobald die Aufnahme in den Index erfolgt. Auch die meisten Raumfahrt-ETFs werden die Aktie schnell aufnehmen, da SpaceX mit Abstand die größte Raumfahrt-Aktie sein wird.
Die Mechanik dahinter ist nicht ganz ohne:
Jeder Dollar in einem Nasdaq-100-ETF ist bereits investiert. Um Platz für einen neuen Mega-Cap zu schaffen, muss der Fonds anteilig alle anderen Positionen verkaufen. Mit anderen Worten: Indexfonds werden zu Zwangskäufern – unabhängig davon, ob die Bewertung gerechtfertigt ist oder nicht.
Ein ehemaliger Goldman-Sachs-Manager warnt sogar, dass bis zu 60 Milliarden Dollar an passivem Kapital in SpaceX fließen könnten und das noch bevor das Unternehmen den ersten Quartalsbericht als börsennotierte Firma vorlegt.
Unser Tipp: Wer aktuell stark in Nasdaq-100-ETFs investiert ist, sollte sich bewusst sein, dass ab Juli wahrscheinlich ein Schwergewicht im Portfolio liegt, das noch keine öffentliche Bilanz nach Quartalsstandards vorgelegt hat. Das ist eine neue Qualität an passiver Exposure und kann für manche zu viel Risiko sein.
Auch der S&P 500 wird folgen
Der S&P 500 erwägt ebenfalls eine Beschleunigung seiner Regeln, um SpaceX nach sechs Monaten aufnehmen zu können. Damit landet die Aktie auch in den klassischen Welt-ETFs wie dem MSCI World oder FTSE All-World – allerdings deutlich später und mit kleinerem Gewicht.
Können deutsche Privatanleger direkt zeichnen?
Hier wird es realistisch: Nein, in der Praxis kaum. Die Zeichnung läuft fast ausschließlich über US-Broker und institutionelle Investoren. Musk plant zwar, bis zu 30 % der Anteile an Privatanleger weltweit zu vergeben – deutlich mehr als die üblichen 5 bis 10 % bei IPOs. Wie der Zugang für deutsche Anleger konkret aussieht, ist aber noch unklar.
Was du jetzt schon tun kannst:
- Direkt ab dem 12. Juni: Die Aktie sollte bei deutschen Brokern wie Trade Republic, Scalable Capital, Traders Place oder Smartbroker handelbar sein, sobald sie der Nasdaq notiert. Mit den üblichen Spreads am ersten Handelstag.
- Nasdaq-100-ETF: Wer den ETF schon hält, ist nach Index-Aufnahme automatisch dabei.
- Indirekt über ETFs: Der ERShares Private-Public Crossover ETF (XOVR) hält bereits rund 19 % seines Portfolios über ein Special Purpose Vehicle in SpaceX – ohne dass Anleger Accredited-Investor-Status nachweisen müssen. Allerdings: XOVR ist für deutsche Anleger über das Standard-Depot oft nicht handelbar (UCITS-Problematik).
Was uns besonders skeptisch macht
Bei aller Euphorie muss man auch beachten, dass die Bewertung extrem hoch ist. Geschätzt wird ein Wert von 2 Billionen Dollar und einem 2026er-Umsatz von rund 24 Milliarden Dollar. Das ergibt ein Kurs-Umsatz-Verhältnis von über 80x. Zum Vergleich: Saudi Aramco ging mit einem KUV von rund 6x an die Börse.
Das ist noch nicht in Stein gemeißelt, aber: Bei solchen Multiples muss die Wachstumsstory praktisch fehlerfrei laufen. Starlink ist mit aktuell rund 10 Millionen Abonnenten weltweit der Haupttreiber. Hinzu kommt das Starship-Programm und die kürzlich erfolgte xAI-Fusion. Wer hier einsteigt, kauft eine Wette auf die nächsten 10 Jahre –und nicht den heutigen Cashflow.
Unterm Strich
Der SpaceX-IPO ist ein historisches Ereignis: Nicht nur wegen der Größe, sondern auch wegen der Mechanik dahinter. Über die Fast-Entry-Regel der Nasdaq fließen automatisch Milliarden in die Aktie, ohne dass irgendein Index-Anleger das aktiv entschieden hätte.
Für dich als Privatanleger heißt das konkret:
- Hältst du einen Nasdaq-100-ETF? Dann wirst du ab Anfang Juli automatisch zum SpaceX-Aktionär, ob du willst oder nicht.
- Willst du direkt rein? Warte den Handelsstart am 12. Juni ab, halte die ersten Tage einen großen Spread aus und entscheide dann am besten mit einer Limit-Order.
- Bewertung kritisch hinterfragen: 80x Umsatz ist kein Schnäppchen – du solltest die Aktie kritisch hinterfragen und dir ein Investment genau überlegen.
Wer den Hype vermeiden möchte, kann über einen Wechsel von Nasdaq-100 zu einem breiter gestreuten S&P-500- oder MSCI-World-ETF nachdenken. Dort ist die SpaceX-Exposure deutlich geringer und sie kommt später, nicht in den ersten 15 Tagen.
Häufige Fragen zum SpaceX-Börsengang
Wann genau geht SpaceX an die Börse?
Pricing am 11. Juni 2026, Handelsstart am 12. Juni 2026 an der Nasdaq unter dem voraussichtlichen Ticker SPCX.
Wie hoch ist die Bewertung?
Aktuelle Berichte gehen von rund 1,75 Billionen US-Dollar aus. Einzelne Quellen sprechen sogar von bis zu 2 Billionen.
Kann ich als deutscher Privatanleger zeichnen?
Eine direkte Zeichnung ist für die meisten deutschen Privatanleger nicht möglich. Ab dem ersten Handelstag kannst du die Aktie aber über deinen Broker (Trade Republic, Scalable, Comdirect, ING etc.) kaufen.
Wird SpaceX im MSCI World oder S&P 500 enthalten sein?
Im S&P 500 voraussichtlich nach etwa sechs Monaten, im MSCI World mit zeitlicher Verzögerung danach. Im Nasdaq 100 dagegen schon nach 15 Handelstagen über die Fast-Entry-Regel.
Gibt es ETFs mit SpaceX-Exposure heute schon?
Ja, etwa der ERShares Private-Public Crossover ETF (XOVR) mit rund 19 % SpaceX-Anteil über ein SPV. Für deutsche Anleger ist der Zugang aber meist eingeschränkt (kein UCITS).
Welche Risiken gibt es?
Hohe Bewertung (KUV über 80x), Konzentration auf Starlink-Wachstum, regulatorische Risiken bei Satellitenkommunikation und Raumfahrt sowie eine erwartete Lock-up-Periode von 6 bis 12 Monaten, die nach Ablauf zu Verkaufsdruck führen kann.

