
2026 möchten mehrere Unternehmen den Gang in die Börse wagen, darunter SpaceX, Anthropic und Bitpanda. Zudem gibt es einige Kandidaten, bei denen ein IPO möglich, aber noch nicht beschlossen ist. Beflügelt werden die Börsengänge durch eine positive Stimmung am Aktienmarkt und die Hoffnung auf niedrigere Zinsen.
Überblick
- Günstige Marktbedingungen sorgen für einige Börsengänge 2026
- Bitpanda strebt bei seinem Börsengang eine Bewertung von bis zu 5 Milliarden Euro an
- TK-Elevator und KNDS sind weitere interessante europäische IPOs
- Mit SpaceX und Anthropic kommen zwei amerikanische Schwergewichte an die Börse
- Als Anleger gilt es, die Unternehmen sowie den Preis genau zu analysieren und keine vom Hype getriebene Entscheidung zu treffen.
Warum 2026 ein IPO-Jahr werden könnte
Die fundamentalen Rahmenbedingungen für Börsengänge haben sich deutlich verbessert. Die großen Notenbanken haben ihre Zinssenkungszyklen fortgesetzt, während die Inflation in den USA und Europa weiter stabil bleibt. Das schafft günstige Bewertungsperspektiven für IPOs, da zukünftige Gewinne weniger stark abgezinst werden.
Hinzu kommt eine positive Marktstimmung: Viele internationale Aktienmärkte notieren nahe ihrer Höchststände. Solche freundlichen Marktbedingungen erleichtern Unternehmen traditionell den Gang an die Börse. Gleichzeitig sind viele der diskutierten IPO-Kandidaten seit Jahren „Börsenreif“. Alle haben Milliardenbewertungen auf dem privaten Markt erzielt und erwarten damit auch bei einem Börsengang hohe Einnahmen.
Für Anleger bedeutet das: neue Investitionsmöglichkeiten in innovative Geschäftsmodelle, die bisher nur institutionellen Investoren zugänglich waren.
Bitpanda: Europas Fintech-Hoffnung wagt den Sprung
Der spannendste europäische IPO-Kandidat 2026 kommt aus Wien: Bitpanda, eine der größten Krypto- und Investment-Plattformen Europas, bereitet seinen Börsengang in Frankfurt vor. Nach Informationen von Bloomberg könnte das Listing bereits im ersten Halbjahr 2026 erfolgen – möglicherweise sogar schon im ersten Quartal.
Vom Krypto-Start-up zur Multi-Asset-Plattform
Bitpanda wurde 2014 gegründet und hat sich seitdem zu einem europäischen Fintech-Schwergewicht entwickelt. Ursprünglich als Krypto-Handelsplatz gestartet, hat sich das Unternehmen strategisch neu positioniert: Seit Ende Januar 2026 bietet Bitpanda über 10.000 Aktien und ETFs zusätzlich zu mehr als 650 Kryptowährungen und Edelmetallen an – alles in einer vollständig regulierten App.
Mit diesem Schritt greift Bitpanda etablierte Neo-Broker wie Trade Republic direkt an. Das Gebührenmodell ist kompetitiv: eine Pauschalgebühr von nur einem Euro pro Transaktion, keine Depotgebühren und kostenlose Sparpläne.
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Ambitionierte Bewertung
Für den Börsengang strebt Bitpanda laut Medienberichten eine Bewertung zwischen 4 und 5 Milliarden Euro an. Mit der Vorbereitung des IPOs wurden Goldman Sachs, Citigroup und Deutsche Bank beauftragt.
Börsengang in Frankfurt anstatt New York oder London
Die Entscheidung für Frankfurt ist bemerkenswert. Bitpanda-Mitgründer Eric Demuth hatte London bereits eine Absage erteilt aufgrund von mangelnder Liquidität an der London Stock Exchange. Auch New York stand zur Debatte, doch letztlich fiel die Wahl auf den deutschen Finanzplatz.
Strategisch ergibt das Sinn: Mit einem starken Hub in Berlin und solider Präsenz in der DACH-Region spielt Bitpanda seinen Heimvorteil aus. Deutschland ist mit 25 Prozent der größte Einzelmarkt des Unternehmens. Für Frankfurt wäre ein Tech-IPO dieser Größenordnung zudem ein wichtiges Signal. Außerdem wird Bitpanda größtenteils europäischen Anlegern ein Begriff sein.
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Weitere mögliche europäische IPO-Highlights 2026
Revolut: Europas wertvollstes Fintech
Die britische Neobank Revolut hat sich mit über 65 Millionen Kunden weltweit zum wertvollsten Fintech Europas entwickelt. Eine Sekundärmarkttransaktion im November 2025 bewertete das Unternehmen mit rund 75 Milliarden US-Dollar. Für 2026 stellt Revolut einen Umsatz von etwa 9 Milliarden US-Dollar sowie einen Gewinn von 3,5 Milliarden US-Dollar in Aussicht.
Zwar gibt sich Revolut beim Thema Börsengang zurückhaltend und betont, keinen konkreten IPO-Zeitplan zu verfolgen. Doch ein anhaltend freundliches Marktumfeld könnte diese Haltung ändern – ähnlich wie bei Bitpanda.
TK Elevator: Industriegigant auf dem Weg zur Börse
TK Elevator, einer der weltweit größten Hersteller von Aufzügen und Rolltreppen, bereitet ebenfalls einen Börsengang vor. Das Unternehmen erzielte zuletzt einen Umsatz von rund 9,2 Milliarden Euro bei einem Rekord-EBIT von etwa 1,6 Milliarden Euro.
Die Eigentümer prüfen ein Listing in Frankfurt, alternativ auch in den USA. Die letzte bekannte Bewertung lag bei rund 23 Milliarden Euro. Für den europäischen Industriesektor wäre dies einer der größten Börsengänge.
KNDS: Rüstungsboom als IPO-Katalysator
Der deutsch-französische Rüstungskonzern KNDS (Krauss-Maffei Wegmann & Nexter Defense Systems) hat einen Börsengang für 2026 bestätig, aber unter Vorbehalten und nur bei passenden Marktbedingungen. Geplant ist eine Doppelnotierung in Frankfurt und Paris.
Als Hersteller des Leopard-2-Kampfpanzers profitiert KNDS von deutlich gestiegenen Verteidigungsausgaben. In Medienberichten wird eine mögliche Bewertung von rund 20 Milliarden Euro genannt.
Die US-Giganten: SpaceX, OpenAI & Anthropic
SpaceX: Der Mega-Börsengang aus dem All?
Ein möglicher Börsengang von SpaceX würde zweifellos zu den spektakulärsten IPOs 2026 zählen. Elon Musks Raumfahrtunternehmen verfolgt ein integriertes Geschäftsmodell rund um wiederverwendbare Raketen und das Satelliten-Internet Starlink.
In Medienberichten werden für ein IPO Bewertungsannahmen diskutiert, die im optimistischen Szenario bis zu 1,5 Billionen US-Dollar reichen könnten. Das Emissionsvolumen könnte bis zu 30 Milliarden US-Dollar betragen und würde damit den bisherigen Rekordhalter Saudi Aramco übertreffen.
Zudem hat Musk gerade erst SpaceX und seine KI-Firma xAI zusammengelegt, wahrscheinlich, um die Bewertung zu verbessern. Zusammen wollen sich die beiden Unternehmen weiter auf Starlink fokussieren. Das globale W-LAN ist mittlerweile die größte Einnahmequelle von SpaceX.
OpenAI & Anthropic: Das KI-Rennen an die Börse
Mit OpenAI (ChatGPT) und Anthropic (Claude) könnten gleich zwei führende KI-Unternehmen 2026 den Sprung an die Börse wagen. OpenAI wird mit Bewertungen zwischen 500 Milliarden und 1 Billion US-Dollar gehandelt, während für Anthropic rund 350 Milliarden US-Dollar diskutiert werden.
Besonders interessant: Laut Medienberichten bereitet Anthropic bereits konkrete Schritte für einen Börsengang vor und könnte OpenAI zeitlich voraus sein. Das würde Anlegern erstmals die Möglichkeit geben, direkt in ein reines KI-Modell-Unternehmen zu investieren.
Das gilt es als Anleger zu wissen
Sorgfältige Prüfung ist essentiell: Vor einer Zeichnung sollten Anleger das Emissionsprospekt gründlich lesen. Dabei gilt es, das Geschäftsmodell, die finanzielle Situation, die Risiken und vor allem die Bewertung kritisch zu hinterfragen. Insbesondere bei Unternehmen wie Bitpanda, die in einem volatilen Marktumfeld wie Krypto aktiv sind, sollte die Abhängigkeit von Marktzyklen berücksichtigt werden.
Bewertung im Kontext: Ein Vergleich mit börsennotierten Wettbewerbern hilft, die Bewertung einzuordnen. Ist der Emissionspreis angemessen oder bereits sehr ambitioniert? Bei Bitpanda etwa sollte man die Bewertung von 4 bis 5 Milliarden Euro im Kontext anderer Fintech-Unternehmen und deren Umsatz- und Gewinnmultiplikatoren betrachten.
Zuteilungsrisiko: Gerade bei großen, prominenten IPOs ist die Nachfrage oft höher als das Angebot. Eine Zuteilung ist nicht garantiert, und selbst wenn, möglicherweise nicht in der gewünschten Höhe.
Langfristige Perspektive: Die Kursentwicklung nach dem Börsenstart kann volatil sein. Erfahrungen aus früheren Krypto-IPOs wie Circle, Gemini oder Bullish zeigen, dass die Aktienkurse nach anfänglichen Kursgewinnen auch deutlich zurückkommen können. IPO-Zeichnungen sollten daher eher als strategische Beimischung und weniger als kurzfristige Spekulation betrachtet werden.
Diversifikation bleibt wichtig: Auch bei noch so vielversprechenden Geschäftsmodellen gilt es, sich ein gut diversifiziertes Portfolio aufzubauen.
Vorsicht bei zu großem Hype: Auch an der Börse wird der Preis durch Angebot und Nachfrage bestimmt. Bei einem großen Hype kann der Kurs gerade am Anfang daher höher ausfallen als der eigentliche Wert des Unternehmens hergibt. Manchmal lohnt es sich daher erstmal abzuwarten.
Unsere Inhalte spiegeln nur die Meinungen und Erwartungen der Autoren wider und stellen somit keine Empfehlung zum Kaufen, Halten oder Verkaufen der genannten Wertpapiere dar.
Als Anleger*in trägst Du die volle Verantwortung für Deine Investitionsentscheidungen.
Die Autoren können in einige der beschriebenen Assets investiert sein und somit ein Interesse an deren Kursentwicklung haben.

