Der Bitcoin-Kurs fällt

Bitcoin fällt auf 55.000 Euro: Warum stürzt der Bitcoin ab?

Lesezeit 3 min.

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Bitcoin ist im Bärenmarkt. Die Kryptowährung ist von seinem Oktober-Rekordhoch von über 126.000 Dollar auf unter 61.000 Dollar abgestürzt und hat fast die Hälfte des Wertes verloren. Was steckt hinter dem dramatischen Crash und wie sollten Anleger jetzt reagieren?

Warum stürzt der Bitcoin gerade ab?

Der derzeitige Crash hat mehrer

1. Zwangsliquidierungen erschüttern den Markt

Ein zentraler Treiber des Absturzes sind massive Zwangsliquidierungen überschuldeter Positionen. Über 5,4 Milliarden Dollar an gehebelte Positionen wurden seit dem 29. Januar zwangsliquidiert, wie Daten von Coinglass zeigen. Trader, die auf Kredit mit hohen Hebeln (teilweise bis zu 100-fach) in Bitcoin investiert hatten, wurden automatisch ausgestoppt, als der Kurs fiel – ein klassischer Teufelskreis, der den Abwärtsdruck weiter verstärkt.

2. Institutionelle Investoren kehren dem Markt den Rücken

Die großen Bitcoin-ETFs in den USA, die 2025 noch als Hoffnungsträger galten, entwickeln sich zum Problem. Laut CryptoQuant sind sie 2026 zu Netto-Verkäufern geworden. Allein am 4. Februar flossen 817 Millionen Dollar aus den Spot-Bitcoin-ETFs ab. Zum Vergleich: Vor einem Jahr kauften die ETFs noch 46.000 Bitcoin. Diese Trendwende signalisiert schwindendes institutionelles Vertrauen.

3. Bitcoin fällt als „digitales Gold“ durch

Die wohl schmerzhafteste Erkenntnis für Bitcoin-Anhänger: Die Kryptowährung hat in der aktuellen geopolitischen Unsicherheit komplett versagt als sicherer Hafen. Während Gold seit Februar 2025 um fast 70 Prozent zugelegt hat, verlor Bitcoin im gleichen Zeitraum 35 Prozent. Investoren flüchten in klassische Sicherheiten wie Goldbarren, Staatsanleihen oder Immobilien und nicht in Krypto.

4. Die Michael-Saylor-Zeitbombe

Ein besonderes Risiko stellt Strategy (ehemals MicroStrategy) und CEO Michael Saylor dar. Das Unternehmen hält 713.502 Bitcoin zu einem durchschnittlichen Kaufpreis von 76.052 Dollar. Beim aktuellen Kurs sitzt die Firma auf unrealisierten Verlusten von bis zu 1,5 Milliarden Dollar. Die schuldenfinanzierte Bitcoin-Aktie wackelt, Anleger befürchten einen Dominoeffekt, sollte Saylor zum Verkauf gezwungen werden.

Wie tief kann der Bitcoin noch fallen?

Analysten identifizieren mehrere kritische Marken:

Wichtige Unterstützungen:

  • 72.000 – 74.000 Dollar: Aktuell bereits durchbrochen
  • 70.000 Dollar: Das Allzeithoch aus 2021, mittlerweile gerissen
  • 60.000 – 65.000 Dollar: Nächste mögliche Bodenbildung

Der Boden des letzten großen Bitcoin-Crashs lag bei 16.000 USD. Es bleibt abzuwarten, wie tief der Bitcoin in diesem Marktzyklus fällt.

Pessimistische Bitcoin-Prognosen: Barry Bannister von Stifel warnt sogar vor einem möglichen Absturz auf 38.000 Dollar. Das wäre ein Rückgang von 70 Prozent vom Höchststand, vergleichbar mit früheren Bitcoin Cashs.

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Optimistische Szenarien

Trotz aller Negativnachrichten gibt es auch optimistische Stimmen. Krypto-Experte Matt Hougan von Bitwise weist darauf hin, dass typische „Krypto-Winter“ etwa 13 Monate dauern. Die aktuelle Korrektur könnte also bald ihren Tiefpunkt erreichen, aber der Bärenmarkt noch eine Weile andauern.

Bullische Szenarien für eine Erholung:

  • Überraschend positive Wirtschaftsdaten
  • Klarheit bei der US-Krypto-Regulierung
  • Staatliche Bitcoin-Käufe (z.B. als strategische Reserve)
  • Nachlassender Verkaufsdruck nach Bereinigung der Hebel-Positionen

Breitere Marktauswirkungen

Der Bitcoin-Crash trifft das gesamte Krypto-Ökosystem:

  • Ethereum ist in dieser Woche um 33 Prozent gefallen
  • Solana brach auf 81 Dollar ein (minus 35 Prozent seit Jahresbeginn)
  • Krypto-Aktien wie Coinbase, Circle und Robinhood verzeichnen heftige Verluste
  • Der Crypto Fear & Greed Index steht bei 15 Punkten – „Extreme Angst“

Was Anleger jetzt wissen müssen

Generell gilt es erstmal keine Panikverkäufe zu tätigen. Der Bitcoin hatte in der Vergangenheit schon öfter solche Phasen und konnte sich immer erholen. Weiter gilt:

  1. Positionen überprüfen: Investoren sollten jetzt ehrlich prüfen, ob sie noch hinter ihrer Krypto-Investition stehen oder ob die Belastung zu groß wird.
  2. Hebel meiden: Wer auf Kredit investiert hat, sollte dringend seine Margin-Positionen überprüfen, um Zwangsliquidierungen zu vermeiden
  3. Maximal 5 Prozent des Portfolios in Bitcoin oder andere Kryptowährungen
  4. Nur Geld investieren, dessen Verlust verschmerzbar wäre
  5. Langfristige Perspektive einnehmen (mehrere Jahre)
  6. Auf etablierte, regulierte Handelsplätze setzen
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Unsere Inhalte spiegeln nur die Meinungen und Erwartungen der Autoren wider und stellen somit keine Empfehlung zum Kaufen, Halten oder Verkaufen der genannten Wertpapiere dar.

Als Anleger*in trägst Du die volle Verantwortung für Deine Investitionsentscheidungen.

Die Autoren können in einige der beschriebenen Assets investiert sein und somit ein Interesse an deren Kursentwicklung haben.

Rune Fauck
Rune Fauck
Autor
Über den Autor
In meinem Studium der Germanistik, Politik und Wirtschaftswissenschaften konnte ich bereits fundamentale Kenntnisse über unser Wirtschaftssystem sammeln. Bereits im Studium habe ich mit dem Investieren in Aktien und ETFs begonnen und möchte gerne mein angesammeltes Wissen weitergeben. Nach meinem Studium zog es mich deshalb zunächst ins Bildungssystem, wo ich am Gymnasium arbeitete und dort bereits erste Erfahrungen in der Vermittlung von wirtschaftlichen Themen sammeln konnte. Als Lehrer weiß ich, wie man Wissen verständlich erklärt und spannend gestaltet.

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