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Agrarrohstoffe investieren

Agrarrohstoffe: Produktion, Verwendung und Investment

TÀglich fördern, verarbeiten, handeln und konsumieren wir die unterschiedlichsten Rohstoffe. Als Konsument begegnet uns meistens das verarbeitete Endprodukt. Neben den Energierohstoffen sind die Agrarrohstoffe ein elementarer Bestandteil unseres Alltags.

Hast du dich schon einmal gefragt, wo die Lebensmittel aus dem Supermarkt herkommen und wie sich die Preise bilden?

Ist dir bewusst, dass Kaffee und viele weitere Agrarrohstoffe an der Börse gehandelt werden? Wer produziert die meisten Agrarerzeugnisse und leben einige Nationen im Überfluss?

Welche Bedeutung haben Agrarprodukte im Hinblick auf eine stark wachsende Weltbevölkerung?

Diese und viele weitere Fragen klĂ€ren wir in unserem ausfĂŒhrlichen Ratgeber zu den Agrarrohstoffen.

1. Was sind Agrarrohstoffe - Überblick zu den Soft Commodities

Bevor wir ins Detail gehen, verschaffen wir dir einen Überblick zu den Agrarrohstoffen.

In unserer Analyse zum breiten Rohstoffmarkt haben wir bereits eine Unterteilung in Hard Commodities und Soft Commodities vorgenommen.

Die Gruppe der Hard Commodities umfasst nicht regenerative Rohstoffe wie die Edel- und Industriemetalle.

Die Soft Commodities sind in der Regel nachwachsende Rohstoffe.

Agrarrohstoffe sind unbearbeitete Agrarprodukte aus der Natur. Als nachwachsender Rohstoff werden sie den Soft Commodities zugeordnet. Innerhalb dieser Gruppe lassen sich die Agrarprodukte nochmals in verschiedene Segmente aufteilen.

Wir unterteilen die Agrarrohstoffe in folgende Kategorien.

  • Mais
  • Reis
  • Weizen
  • Soja
  • Kaffee
  • Kakao
  • Tabak
  • Tee
  • Baumwolle
  • Kautschuk
  • Holz
  • Hanf
  • Ölpalme
  • Raps
  • Lein
  • Mageres Schwein
  • Lebendrind
  • Mastrind
  • Orangensaft
  • Milch
  • Zucker

Es gibt fast nichts, das nicht an der Börse gehandelt wird.

2. Wie investiere ich in Agrarrohstoffe? - Aktien, ETFs und ETCs

Als Privatanleger kannst du auch in Agrarrohstoffe investieren. Hierbei hast du die Wahl zwischen Aktien und ETFs aus dem Agrarsektor. Außerdem besteht die Option mit ETCs direkt in einzelne Agrarrohstoffe zu investieren.

 

Ethische Aspekte bei der Geldanlage in Agrarrohstoffe

Wichtiger Hinweis: Alle vorgestellten Aktien, ETFs und ETCs dienen lediglich zu Informationszwecken und stellen keine Empfehlung dar.

Bevor wir dir Unternehmen aus dem Agrarsektor vorstellen, wollen wir darauf hinweisen, dass es ethische Aspekte gibt, die du beachten solltest. Der Börsenhandel mit Agrarrohstoffen hat Vor- und Nachteile. Zum einen können sich Erzeuger ĂŒber die WarenterminmĂ€rkte absichern, zum anderen locken die FinanzmĂ€rkte oftmals Spekulanten an.

Es werden nicht nur Genussmittel wie Kaffee und Kakao, sondern auch Grundnahrungsmittel an den internationalen Börsen gehandelt. Preisspekulationen auf Grundnahrungsmitteln, beispielsweise Weizen, Reis und Mais, sind die Schattenseite des Börsenhandels mit Agrarrohstoffen.

SelbstverstĂ€ndlich muss bei den enormen Mengen ein standardisierter Handel zur VerfĂŒgung gestellt werden, dennoch bleibt es ein zweischneidiges Schwert wenn einzelne Marktteilnehmer die Preise fĂŒr Agrarrohstoffe bewegen können.

Letztendlich bleibt es jedem selbst ĂŒberlassen, ob man an der Börse auf die Preisschwankungen von Agrarprodukten spekulieren will oder nicht. Daher wollen wir dir alle Aspekte dieser Anlageklasse aufzeigen und möglichst viele Hintergrundinformationen zur VerfĂŒgung stellen.

ZunĂ€chst stellen wir dir eine Übersicht mit wichtigen Unternehmen aus dem Agrar- und Landwirtschaftssektor zur VerfĂŒgung.

Dieser Sektor umfasst zahlreiche Bereiche, wie z.B. Saatgut, DĂŒngemittel, Herstellung von Landmaschinen, Pflanzenschutzmittel, Handelskonzerne und Produzenten.

Mit Aktien in den Agrarsektor investieren

Mit den nachfolgenden Unternehmen kannst du an der Wertentwicklung im Agrarsektor partizipieren.

Nutrien Ltd

Dieses kanadische Bergbauunternehmen gilt als weltweit grĂ¶ĂŸter Produzent von KalidĂŒnger. Zudem ist Nutrien einer der grĂ¶ĂŸten Hersteller von StickstoffdĂŒnger.

Deere & Company

Das amerikanische Industrieunternehmen ist vor allem fĂŒr seine Hauptmarke John Deere bekannt. Der Konzern zĂ€hlt zu den fĂŒhrenden Herstellern von Landmaschinen- und Agrartechnik.

Archer Daniels Midland Company (ADM)

ADM verarbeitet Getreide und Ölsaaten. Der amerikanische Konzern verarbeitet Sojaschrot, Sojaöl, Palmöl und Ethanol. ZusĂ€tzlich bietet ADM Dienstleistungen im Bereich Logistik an.

Bunge Limited

Bunge ist ein bedeutender Verarbeiter von Ölsaaten und ein wichtiger Lieferant der Nahrungsmittelindustrie.

CNH Industrial N.V.

Die Unternehmensgruppe CNH ist in den Bereichen landwirtschaftliche Maschinen, Nutzfahrzeuge und Baumaschinen tÀtig. Des Weiteren gehört die Produktion von Motoren zum Portfolio.

Hormel Foods Corporation

Hormel Foods hat sich auf die Herstellung von Lebensmitteln und Fleischprodukte spezialisiert. Zu den Kunden zĂ€hlen der Einzel- und Großhandel sowie Restaurants aus aller Welt.

Lindsay Corporation

Die Lindsay Corp fokussiert sich auf die Bereiche Wasserwirtschaft und Straßeninfrastruktur. Die BewĂ€sserungssysteme von Lindsay kommen hauptsĂ€chlich in der Landwirtschaft zum Einsatz.

K+S AG

Der deutsche Konzern zĂ€hlt zu den fĂŒhrenden Herstellern von DĂŒngemitteln. Weitere Segmente sind Kali- und Magnesiumprodukte und Salze.

Ingredion Incorporated

Ingredion ist ein etablierter Hersteller von SpezialstÀrken, die in den unterschiedlichsten Lebensmitteln zum Einsatz kommen.

Green Plains Incorporated

Green Plains ist ein bedeutender Produzent von Ethanol. Das Unternehmen ist in den Segmenten Ethanol Produktion, Agribusiness, Energiedienstleistungen und Nahrungsmittel tÀtig.

Agrarrohstoffe – diversifiziertes Investment mit ETFs

Nachdem wir einzelne Unternehmen aus dem Agrar- und Landwirtschaftssektor betrachtet haben, schauen wir uns nun einen Agrarrohstoff-ETF an, in den du dein Geld anlegen kannst.

iShares Agribusiness UCITS ETF KurzportrÀt
  • Der iShares Agribusiness UCITS ETF bietet dir Zugang zu 73 Unternehmen aus dem Bereich Landwirtschaft und Agrarrohstoffe.
  • Breite Streuung ĂŒber globale Unternehmen aus dem Agrarsektor
  • Der ETF ist bereits seit 2011 am Markt
  • Die Gesamtkostenquote (TER) liegt bei 0,55 %
  • Vergleichsindex ist der S&P Commodity Producers Agribusiness
Unternehmenaktuelle Gewichtung
Nutrien LTD10,27 %
Deere9,21 %
Archer Daniels Midland9,18 %
Corteva INC7,94 %
Tyson Foods5,71 %
Kubota CORP4,3 %
Mosaic4,06 %
CF Industries Holdings3,63 %
FMC CORP3,11 %
Bunge LTD3,07 %
Top 10 Holdings iShares Agribusiness UCITS ETF

Zum Abschluss dieses Kapitels erhĂ€ltst du von uns einen Überblick zu den Chancen und Risiken, die mit einem Investment in Agrarrohstoffe einhergehen.

  • Phasen der Überrendite zum Gesamtmarkt
  • Mögliche Inflationsabsicherung
  • ErgĂ€nzung im Depot
  • Substanz- bzw. Sachwerte mit Ackerland, LagerbestĂ€nden und Wald
  • Preise der Agrarerzeugnisse unterliegen hoher VolatilitĂ€t
  • Erfordert spezielle Branchenkenntnisse
  • AbhĂ€ngigkeit von Witterung und SaisonalitĂ€t
  • Zunehmend erschwerte Anbaubedingungen

FĂŒr risikobewusste Anleger ist ein Investment in Agrarrohstoffe durchaus eine sinnvolle Beimischung fĂŒr das Depot.

3. Verwendung von Agrarrohstoffen

In diesem Abschnitt befassen wir uns mit der Verwendung der Agrarrohstoffe.

Die Soft Commodities werden fĂŒr folgende Zwecke verwendet:

  1. Nahrungsmittel fĂŒr die Menschen
  2. Futtermittel fĂŒr die Tiere
  3. Biomasse zur Energiegewinnung
  4. Industrielle Verarbeitung

Mais gilt als einer der vielseitigsten Agrarrohstoffe, wie wir an der nachfolgenden Grafik erkennen können.

Verwendung von Mais

Verwendung von Mais | Quelle: visualcapitalist.com

Die Landwirtschaft versorgt die Weltbevölkerung mit Agrarrohstoffen

Eigentlich erzeugt die Landwirtschaft genĂŒgend Lebensmittel, um rein rechnerisch die gesamte Menschheit mit Nahrung zu versorgen. Trotzdem leiden weltweit etwa 800 Millionen Menschen an Hunger und MangelernĂ€hrung.

Gleichzeitig erkranken Millionen von Menschen aufgrund von Übergewicht und ÜberernĂ€hrung. Diese ungleiche Verteilung hat viele Ursachen. Eine Steigerung der Produktionsmenge löst jedoch nicht die Probleme. SpĂ€ter gehen wir noch genauer auf diesen Punkt ein.

Die wichtigsten Nahrungsmittel im Überblick

An oberster Stelle stehen die Grundnahrungsmittel. FĂŒr den Hauptteil der Weltbevölkerung ist der großflĂ€chige Anbau von Getreide lebenswichtig.

Anhand der Daten des World Food and Agriculture Statistical Yearbook haben wir die wichtigsten Fakten fĂŒr dich zusammengetragen.

  1. Zwischen 2000 und 2019 ist die Produktionsmenge von Nutz- und Getreidepflanzen um 53 % angestiegen. Absolut lag diese bei 9,4 Milliarden Tonnen.
  2. Lediglich vier Nutzpflanzen stehen fĂŒr die HĂ€lfte der weltweit produzierten Menge: Mais, Weizen, Reis, Zuckerrohr
  3. Bei der Produktion von pflanzlichen Ölen konnte sogar eine Steigerung von 118 % im genannten Zeitraum verzeichnet werden.
  4. Mit einem Plus von 44 % hat auch die Fleischproduktion stark zugenommen. Stand 2019 wurden 337 Millionen Tonnen Fleisch produziert.

Wichtige Agrarrohstoffe als Futtermittel

  • Silomais
  • Gras
  • Getreide
  • Raps
  • Soja

Vor allem Soja hat einen hohen Stellenwert als Futtermittel, weil es das bedeutendste Eiweißfuttermittel in der Nutztierhaltung ist. Hierzulande werden laut dem Bundesinformationszentrum Landwirtschaft fast 90 % der Futtermittel angebaut. Lediglich bei der Eiweißversorgung setzt Deutschland auf Importe.

Laut der Food and Agriculture Organization of the United Nations (FAO) nutzt der Agrarsektor etwa 67 % der globalen AnbauflÀchen als Wiese- und WeideflÀchen und nur 33 % als AckerflÀche. Im Jahr 2019 umfasste die weltweite AnbauflÀche 4,8 Milliarden Hektar.

Welche Agrarrohstoffe nutzen wir zur Energiegewinnung?

Eine weitere Anwendung, die an Bedeutung gewinnt, ist die Energie aus Biomasse. Die Energiegewinnung aus Pflanzen und Pflanzenresten hat großes Potenzial, weil als Grundlage nachwachsende Agrarrohstoffe genutzt werden.

Folgende Rohstoffe können bioenergetisch genutzt werden:

  • speziell kultivierte Nutzpflanzen, beispielsweise Mais und Raps
  • Gehölze
  • Reststoffe aus Landwirtschaft und Haushalten, sogar Altfett und KlĂ€rschlamm

Wie kann Biomasse eingesetzt werden?

  • Als Biogas, meistens in Form von Methan, zur Strom- und WĂ€rmeerzeugung
  • In flĂŒssiger Form als Bio-Treibstoff aus Pflanzenöl
  • Pellets zur WĂ€rmeerzeugung

SelbstverstÀndlich gilt diese Nutzung nur dann als nachhaltig, wenn so viel nachwÀchst wie angebaut wird.

Aufgrund der begrenzten AnbauflÀche und dem niedrigen Wirkungsgrad der Biomasse, macht es wenig Sinn diese Form der Energiegewinnung massiv auszubauen. Stattdessen sollte verstÀrkt auf Technologien gesetzt werden, die das restliche Potenzial aus Abfallstoffen nutzen.

In Japan gibt es bereits Produktionsanlagen, die KlĂ€rschlamm in sauberen Wasserstoff fĂŒr Brennstoffzellenfahrzeuge umwandeln. Mit der innovativen Waste-to-Hydrogen-Technologie könnte man grĂŒnen Wasserstoff produzieren und gleichzeitig die Abfallentsorgung nachhaltiger gestalten.

Falls du mehr Informationen zum Zukunftstrend Wasserstoff suchst, findest du bei uns auf der Seite spannende Analysen zum Thema.

Wir haben fĂŒr dich sowohl Wasserstoff-ETFs als auch Wasserstoff-Aktien analysiert.

Technische Agrarrohstoffe im industriellen Einsatz

Neben der Energieerzeugung und Versorgung mit Nahrung gibt es auch Agrarrohstoffe, die in technischen Bereichen zum Einsatz kommen.

Laut WWF kommt Naturkautschuk hauptsÀchlich in der industriellen Gummiproduktion zum Einsatz. Etwa 70 % des Kautschuks dienen zur Produktion von Autoreifen.

Der Agrarrohstoff Baumwolle kommt ĂŒberwiegend bei der Textilproduktion zum Einsatz. Wusstest du, dass Baumwolle auch zur Herstellung von Banknoten verwendet wird?

TatsĂ€chlich ist Baumwolle die Grundlage fĂŒr unsere Geldscheine.

Der Agrarrohstoff Holz kann ebenfalls sehr vielseitig eingesetzt werden. Zum einen nutzen wir Holz als Grundlage zur WÀrmegewinnung und Stromproduktion, zum anderen bauen wir ganze HÀuser damit. Des Weiteren kommt Holz bei der Möbel- und Papierherstellung zum Einsatz.

Agrarrohstoffe sind die Grundlage fĂŒr unser Leben. Sie dienen uns als Nahrung, EnergietrĂ€ger und  Grundstoff fĂŒr viele industrielle Anwendungen.

4. Agrarrohstoffe - die grĂ¶ĂŸten Erzeuger der Welt

Als nĂ€chstes schauen wir uns an, wo die Agrarrohstoffe herkommen und welche LĂ€nder die fĂŒhrenden Produzenten sind. ZunĂ€chst wollen wir dir aufzeigen, wie umfangreich die Wertschöpfungskette im Agrarsektor ist. Bevor wir als Verbraucher in den Genuss der Agrarprodukte kommen, ist einiges an Vorarbeit erforderlich.

Wertschöpfungskette in der Landwirtschaft
  1. Vorbereitung: Saatgut, DĂŒnger, Maschinen
  2. Input: Investition, Wissen
  3. Produktion: Anbau, Pflege, BewÀsserung, Ernte
  4. Lagerung
  5. Weiterverarbeitung: Trocknen, SchÀlen, Rösten
  6. Handel und Transport (Meertransport)
  7. Erneute Weiterverarbeitung (Optional)
  8. Handel und Transport (Landweg)
  9. Einzelhandel (Supermarkt)
  10. Verbraucher

Das ist nur eine Kurzfassung der wichtigsten Schritte. Die Wertschöpfungskette zeigt uns, wie viel Arbeit und Energie in unseren Lebensmitteln steckt.

Bedeutende Produzenten von Agrarrohstoffen im Überblick

Die nachfolgende Übersicht haben wir anhand der Daten des FAO Yearbook erstellt. (Stand 2019)

FĂŒhrende Produzenten von Nutz- und Getreidepflanzen

Brasilien
Zuckerrohr
USA
Mais
China
Weizen
China
Reis
Indonesien
Ölpalme
China
Kartoffeln

Top 3 Kaffee Produzenten

Brasilien
33 % der Weltproduktion
Vietnam
17 % der Weltproduktion
Kolumbien
8 % der Weltproduktion

fĂŒhrende Kaffeeproduzenten

Weltweit fĂŒhrende Kaffeeproduzenten | Quelle: visualcapitalist.com

Wer baut die Agrarrohstoffe an?

Wie stellst du dir die internationale Landwirtschaft vor? Einige internationale Konzerne, die uns weltweit mit Nahrung versorgen? Das kann man nicht pauschal beantworten.

TatsĂ€chlich besteht der Großteil der Landwirtschaft aus kleinen Familienbetrieben.

Zum Vergleich: 85 % aller Bauernhöfe sind kleiner als zwei Hektar. Ein durchschnittlicher Familienbetrieb in Deutschland hat mehr als 43 Hektar.

Nach Angaben des Bundesministeriums fĂŒr ErnĂ€hrung und Landwirtschaft (BMEL) bewirtschaften diese kleinen Familienbetriebe aus aller Welt etwa 60 % der globalen AnbauflĂ€chen. Weltweit gibt es rund 525 Millionen Bauernhöfe und davon befinden sich ca. 87 % in Asien und 8 % in Afrika.

Bei der AnbauflÀche gibt es erhebliche Unterschiede.

Durchschnittliche HofgrĂ¶ĂŸe nach Region

Nordamerika
121 Hektar
Mittel- und SĂŒdamerika
67 Hektar
Europa
27 Hektar
Afrika
1,6 Hektar
Asien
1,6 Hektar

Diese kleinen Bauernhöfe können in Puncto ProduktivitĂ€t nicht mithalten. Der durchschnittliche Getreideertrag liegt in Europa um ein Vielfaches ĂŒber dem Ertrag in Afrika.

Ein großer Nachteil liegt in den deutlich schlechteren Anbaubedingungen und mangelhaftem Zugang zu Land, Wasser, Saatgut, DĂŒnger, Energie und Maschinen.

Langfristige ErnÀhrungssicherung der Weltbevölkerung

Eine zentrale Herausforderung, mit der sich viele LĂ€nder beschĂ€ftigen. FĂŒr die meisten Industrienationen scheint die ErnĂ€hrung ihrer Bevölkerung zumindest auf absehbare Zeit gesichert zu sein. In Deutschland steht uns de facto mehr zur VerfĂŒgung als wir benötigen. Hierzulande ist eher die Lebensmittelverschwendung ein Problem.

FĂŒr EntwicklungslĂ€nder stellen Ernteverluste ein erhebliches Problem dar. Die jĂ€hrlichen Getreideverluste sĂŒdlich der Sahara werden laut BMEL auf vier Milliarden Dollar geschĂ€tzt. Allein diese Verluste wĂŒrden ausreichen, um 48 Millionen Menschen zu ernĂ€hren.

Wir fassen die wichtigsten Punkte zum Erhalt und Ausbau der ErnÀhrungssicherung zusammen:

  • Investitionen in EntwicklungslĂ€ndern (Maschinen, Know-How, Saatgut)
  • fairer Handel von Agrarrohstoffen (Börsen und Großhandel)
  • Technologie zur VerfĂŒgung stellen (BewĂ€sserung, DĂŒnger)
  • Infrastruktur verbessern (Straßen und Transportwege)
  • Lagermöglichkeiten, Lebensmittel haltbar machen
  • Wasserknappheit bekĂ€mpfen
  • Böden schĂŒtzen
  • WĂ€lder bewahren und nachhaltig nutzen
  • BiodiversitĂ€t erhalten
  • Agrarpolitik vor Ort muss besser werden
  • kleine Familienbetriebe benötigen besseren Zugang zu den MĂ€rkten

Zur Verbesserung der globalen ErnÀhrungssituation benötigen wir also eine ökonomische, politische, gesellschaftliche und vor allem ökologische Komponente. Das Stichwort lautet Nachhaltigkeit.

Auch nachhaltiges investieren wird zunehmend wichtiger. Bei uns findest du ausfĂŒhrliche Ratgeber zum Thema nachhaltig Geld anlegen.

5. Prognose zu den Preisen im Agrarsektor

Eine kurzfristige Prognose ist, unabhÀngig von der Anlageklasse, kaum möglich. Zu viele unvorhersehbare Faktoren bestimmen die Preisentwicklung. Langfristig orientieren sich die MÀrkte am Angebot und an der Nachfrage.

Bei einer Aktie wird sich der wirtschaftliche Erfolg langfristig in einer verstÀrkten Nachfrage und somit in höheren Börsenkursen widerspiegeln.

Die Preise im Rohstoffsektor werden ebenfalls von Angebot und Nachfrage bestimmt.

Folgende Faktoren haben Einfluss auf die Preise der Agrarrohstoffe

  1. US-Dollar, da die Rohstoffe international in der LeitwÀhrung notieren.
  2. Wetter und Klima können die Ernte und somit die Angebotsseite massiv beeinflussen.
  3. Politische Situation und Regularien
  4. Wachsende Weltbevölkerung (Nachfrageseite)
  5. VerÀnderte ErnÀhrungsgewohnheiten, möglicher Trend zu pflanzlicher ErnÀhrung
  6. Erhöhte Nachfrage nach Bioenergie
  7. Energiepreise, viele Rohstoffe mĂŒssen um die Welt transportiert werden (Ölpreise)
  8. Lagerkosten und VorrÀte
  9. vorhandene AnbauflÀchen und Wasserressourcen

Wachsende Weltbevölkerung und weniger AnbauflÀche?

Die Menschheit wÀchst und das wird sich auch nicht so schnell Àndern. Nach SchÀtzungen der United Nations (UN) werden im Jahr 2050 voraussichtlich 9,7 Milliarden Menschen auf der Erde leben. Aktuell liegt die Weltbevölkerung bei etwa 8 Milliarden.

Starkes Wachstum in den SchwellenlÀndern

Das grĂ¶ĂŸte Wachstum wird auf dem afrikanischen und asiatischen Kontinent stattfinden. Das sind auch die Regionen, die schon in der Vergangenheit am stĂ€rksten von Hunger betroffen waren. Somit wird sich die Situation noch weiter verschĂ€rfen, falls keine Gegenmaßnahmen ergriffen werden.

In den Schwellen- und EntwicklungslĂ€ndern zeichnet sich bereits ab, dass das Verlangen nach Wohlstand zunehmen wird. Die Industrienationen haben es die letzten 150 Jahre vorgemacht und LĂ€nder wie Brasilien, China und Indien sind diesbezĂŒglich auf dem Vormarsch.

Immer weniger AgrarflĂ€che steht zur VerfĂŒgung

Nach Angaben des BMEL mĂŒsste die Agrarproduktion bis 2050 um rund zwei Drittel gesteigert werden. Voraussetzung hierfĂŒr sind ausreichend fruchtbare Böden, genĂŒgend SĂŒĂŸwasser und eine effiziente, nachhaltige Landwirtschaft. Bis dato verlieren wir jĂ€hrlich 12 Millionen Hektar AckerflĂ€che.

Die Preisentwicklung hĂ€ngt also maßgeblich davon ab, wie effizient und nachhaltig wir unsere AnbauflĂ€chen nutzen werden. Die Nachfrage wird definitiv zunehmen. Sollte das Angebot nicht mithalten können, werden die Preise stark anziehen.

6. Agrarrohstoffe - Unser Fazit

Einige Faktoren deuten darauf hin, dass Agrarrohstoffe zukĂŒnftig im Preis steigen könnten. In unserer Analyse zu den Agrarrohstoffen haben wir versucht das Thema möglichst ganzheitlich zu betrachten.

Zum Abschluss fassen wir nochmal die wichtigsten Aussagen zusammen:

  1. Agrarrohstoffe sind sogenannte Soft Commodities.
  2. Grundnahrungsmittel wie z.B. Getreide ernĂ€hren den Großteil der Weltbevölkerung.
  3. Mit Aktien, ETFs und ETCs kannst du in Agrarrohstoffe investieren. Hierbei solltest du die ethische Komponente beachten.
  4. Agrarrohstoffe dienen uns als Nahrungsmittel, Futtermittel, Bioenergie und zur industriellen Verarbeitung.
  5. Die meisten Bauernhöfe betreiben Landwirtschaft mit wenig AnbauflÀche und unter schlechten Anbaubedingungen.
  6. Zur globalen ErnÀhrungssicherung sind Investitionen und nachhaltigere Methoden erforderlich. Unsere Ressourcen sind knapp.
  7. Die Preise der Agrarrohstoffe hÀngen auch von Faktoren wie dem Wetter und der Agrarpolitik vor Ort ab.
  8. Die Weltbevölkerung wÀchst bis 2050 und momentan verlieren wir AckerflÀche.

Das Thema Rohstoffe ist allgegenwĂ€rtig. Deshalb haben wir fĂŒr dich auch weitere Rohstoffe analysiert. Bei uns auf der Seite findest du auch Ratgeber zu den kritischen Rohstoffen wie z.B. Lithium und Kobalt.

Hi! Ich bin
👋

Ich bin gelernter Bankkaufmann und leidenschaftlicher Privatinvestor. Meine ersten Aktien habe ich im Alter von 14 gekauft und dabei die Börse kennengelernt. Seitdem beschÀftige ich mich intensiv mit dem Geschehen an den FinanzmÀrkten und den unterschiedlichen Anlageklassen. Getreu dem Motto "man lernt nie aus" möchte ich mir stÀndig neues Wissen aneignen und so viel wie möglich an andere weitergeben.

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