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Frau beim Rebalancing ihres ETF Portfolios

Rebalancing im Portfolio ‚Äď Renditeoptimierung durch Reallokation

Entscheidest du dich f√ľr einen passiven Investitionsansatz beim Verm√∂gensaufbau, beispielsweise √ľber ETFs, dann spielt das Rebalancing¬†eine tragende Rolle.

In diesem Beitrag wollen wir die zeigen, was Rebalancing eigentlich ist. Außerdem zeigen wir dir, wann du dein Portfolio rebalancen solltest, welche Vor- und Nachteile dieser Ansatz in der Praxis hat und wie du pragmatisch mit dem Rebalancing beginnst.

 

1. Was ist Rebalancing?

Beim Rebalancing handelt es sich grunds√§tzlich um eine Taktik oder Methode, die darauf abzielt, die urspr√ľngliche Portfolio-Struktur wiederherzustellen.

Rebalancing dient der Wiederherstellung deiner Portfolioallokation

Der Begriff Rebalancing beschreibt die Wiederherstellung deiner urspr√ľnglichen Verm√∂gens- oder Portfolioallokation. Auf diese Weise profitierst du langfristig vom Potenzial deiner Anlagestrategie.

Durch Schwankungen an den Kapitalm√§rkten kann sich die Gewichtung der einzelnen Anlageklassen oder Positionen im Portfolio √§ndern. Beim Rebalancing, was zu deutsch etwa ‚Äěausbalancieren‚Äú bedeutet, wird das Portfolio so umgeschichtet, dass es der urspr√ľnglichen Investmentstrategie wieder entspricht.

Dies bedeutet konkreter, dass Positionen, die stark an Wert gewonnen haben, anteilig so verkauft werden, dass die anfangs ausgewählte Portfoliostruktur wiederhergestellt ist. Das Rebalancing ist eng verbunden mit der Idee des passiven Investierens.

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Das klingt vielleicht zun√§chst widerspr√ľchlich, da es beim passiven Investieren ja darum gehen soll, h√§ufige Umschichtungen zu vermeiden und eine bestimmte Asset Allocation und Strategie √ľber Jahre hinweg zu verfolgen. Tats√§chlich ist es aber insbesondere beim passiven Investieren diese regelm√§√üige Umschichtung und Anpassung wichtig.

Im Folgenden gehen wir genauer auf die Gr√ľnde ein, warum das Rebalancing so wichtig ist. Au√üerdem zeige ich dir, wie oft im Portfolio eine Anpassung erfolgen sollte. Zus√§tzlich zeige ich dir die Vor -und Nachteile und gebe dir ein paar praktische Rechenbeispiele an die Hand.

Verschiedene Asset-Klassen und einzelne Wertpapiere entwickeln sich normalerweise unterschiedlich. Das bedeutet, dass die Asset-Klassen oder Positionen eines Portfolios, die √ľberdurchschnittlich gut in einem Zeitraum performt haben, im Portfolio mehr an Bedeutung gewinnen.

Grund hierf√ľr sind die typischen Marktbewegungen in Form von Kursanstiegen oder -korrekturen. Die unterstehende Grafik veranschaulicht wie sich ein Portfolio √ľber die Zeit ver√§ndern kann.

Rebalancing hält Risikoverteilung aufrecht

In der obigen Grafik siehst du, dass sich die Asset Allocation im Laufe der Zeit von den urspr√ľnglich gew√§hlten 50:50 ohne aktives Eingreifen ins Depot zu 45:55 ver√§ndern kann.

Hier kann sich also ein klares Klumpenrisiko entwickeln. Grundsätzlich solltest du mindestens zwei ETFs in deinem Portfolio besitzen, um Rebalancing betreiben zu können. Wie viele ETFs du optimalerweise in deinem Portfolio hast, hängst maßgeblich von deiner Strategie ab.

Bei langfristigen Buy-and-Hold-Ans√§tzen, also dem passiven Investieren, soll dieses Klumpenrisiko durch das Rebalancing vermieden werden. Das Rebalancing h√§lt also die urspr√ľngliche Risikoverteilung aufrecht und stellt sicher, dass nicht eine Position aufgrund des Wertzuwachses der Kurse √ľberproportional im Portfolio gewichtet ist.

Rebalancing steigert die Rendite

Ein weiterer Zweck des Rebalancing ist das Steigern der Rendite. Das Argument daf√ľr ist die sogenannte Regression zum Mittelwert. Dieser Begriff aus der Statistiktheorie besagt, dass der Markt die Tendenz hat, sich langfristig dem Renditemittelwert anzun√§hern.

Einfacher gesagt bedeutet das, dass Wertpapiere, die sich √ľberproportional gut entwickelt haben, zuk√ľnftig sich unterdurchschnittlich entwickeln werden. Andersherum werden Wertpapiere, die eher schlecht performt haben, wieder steigen. Es bewegen sich also beide Wertpapiere tendenziell wieder zum langfristigen Marktdurchschnitt, dem Renditemittelwert, zur√ľck.

Instinktiv greifen Anleger meist zu den Wertpapieren, die sich zuletzt positiv entwickelt haben und meist √ľberbewertet sind. Die Theorie √ľber die Regression zum Mittelwert macht aber deutlich, dass Werte mit √ľberdurchschnittlicher Kursentwicklung wieder nachlassen werden, w√§hrend Werte mit unterdurchschnittlicher Kursentwicklung wieder aufholen werden.

Die Allokation deines Portfolios durch Rebalancing anzupassen ist also auch f√ľr die Rendite f√∂rderlich, da der Anteil der gut performenden Positionen reduziert und der Anteil der schlecht performenden vergr√∂√üert wird, bevor diese Werte sich wieder zum Durchschnittswert zur√ľckbewegen w√ľrden.

2. Eignet sich Rebalancing nur bei ETFs?

Als Zwischenfazit siehst du also, dass ein reines Buy-and-Hold, bei dem du Positionen einmal kaufst und dann ohne jeglichen Eingriff liegen l√§sst, f√ľr einen guten langfristigen Anlageerfolg nicht ganz ausreicht.

Insbesondere f√ľr passive Anleger ist es also empfehlenswert, die Ver√§nderungen im Portfolio durch Rebalancing regelm√§√üig auszugleichen. Doch gilt der gleiche Grundsatz auch f√ľr aktive Investoren und Anleger, die sich auf einzelne Wertpapiere fokussieren?

Grunds√§tzlich nein, denn das Rebalancing kann auch f√ľr Investoren mit einem aktiven Investmentansatz interessant sein. Beim aktiven Investieren verfolgt ein Anleger das Ziel, durch das Ausw√§hlen von bestimmten Investments die allgemeine Rendite des Markts zu √ľbertreffen.

Beim passiven Investieren mit klassischen ETFs, die einen Index getreu und eben ‚Äěpassiv‚Äú nachbilden, verfolgt man das Ziel, an der allgemeinen Rendite des Marktes teilzuhaben. Hier haben wir nochmal das Grundprinzip eines ETFs erkl√§rt.

Insbesondere langfristig orientierte Buy-and-Hold-Anleger sollten starke Verschiebungen im Portfolio durch Marktentwicklungen ausgleichen. Aus unserer Sicht gehört das Rebalancing zu den Grundpfeilern einer langfrisitg erfolgreichen ETF-Strategie.

Es lässt sich aber sagen, dass obwohl das Rebalancing theoretisch jedem Investor offen steht, aktive Investoren eher dazu tendieren gut laufende Aktien zu halten. Zudem tun sich viele Anleger schwer, schwach laufende Einzeltitel nachzukaufen.

Des Weiteren gilt zu bedenken, dass¬†dass aktive Anleger ihre Asset-Allokation meist laufend neu entscheiden und opportunistisch in Bezug auf die aktuellen Umst√§nde an den M√§rkten handeln. Es gibt also meist keine urspr√ľnglich ausgew√§hlte Asset-Allokation, die man langfristig verfolgen m√∂chte.

Daher ergibt das Rebalancing im Kontext des aktiven Investierens in der Praxis oft weniger Sinn als beim passiven Investieren.

3. Wann solltest du dein Portfolio rebalancen?

Jetzt stellt sich dir sicherlich die Frage, wie und vorallem wie oft das Rebalancing in der Praxis denn durchgef√ľhrt werden sollte. Wann ist der beste Zeitpunkt f√ľr ein Rebalancing?

Das Rebalancing ist zun√§chst erstmal weniger kompliziert als es klingt. Es gibt nat√ľrlich eine Vielzahl an Ans√§tzen, Meinungen und Theorien zum Rebalancing. Beispielsweise auf die Frage, ob es denn quartalsweise, halbj√§hrlich oder einmal im Jahr stattfinden sollte.

Ein guter und empfehlenswerter Ansatz ist ein j√§hrliches ETF-Rebalancing an einem von dir fest ausgew√§hlten Zeitpunkt. Es ist sogar eine gute Idee, wenn du dir einen Termin f√ľr das j√§hrliche Rebalancing im Kalender notierst.

Wie oft sollte ein Portfolio Rebalancing stattfinden?

Erfahrungsgem√§√ü ergibt es Sinn, wenn du einmal j√§hrlich eine √úberpr√ľfung deines Portfolios vornimmst. Am besten stellst du dir hierf√ľr einen regelm√§√üigen Termin in deinem Kalender ein. So vergisst du das Rebalancing nicht.

Zudem solltest du aus steuerlich Sicht darauf achten, dass das Rebalancing zum Jahresende stattfindet. So kannst du nicht realisierte Freibeträge nutzen.

Das hilft dir aus psychologischer Sicht dabei, dass du nicht verleitet wirst, die sich gut entwickelnden Positionen einfach weiter laufen zu lassen mit der Idee, dass noch ein besserer Zeitpunkt zum Verkauf kommen k√∂nnte. Wie oben erw√§hnt w√ľrde die √ľberbewertete Position haupts√§chlich das Klumpenrisiko deines Portfolios erh√∂hen oder deine Risikoverteilung ver√§ndern.

Das Umschichten bzw. Rebalancen deines Portfolios macht allerdings nur ab einer bestimmten H√∂he der Abweichung vom urspr√ľnglichen Portfolio Sinn. Bei einer Abweichung von unter 5% ist das Rebalancing m√∂glicherweise nicht optimal, denn beim Verkauf oder Kauf von Wertpapieren fallen Transaktionsgeb√ľhren an, die die Rendite wieder vermindern. Hier gibt es also einen Trade-Off zwischen Nutzen und Kosten.

Beispiel zum Rebalancing im Gesamtvermögen

In diesem Beispiel zeigen wir auf, welchen Einfluss die Marktentwicklung auf dein Gesamtportfolio, insbesondere die Aufteilung zwischen risikofreiem und risikobehaftetem Teil, hat.

Ausgangspunkt ist ein Portfolio mit einem Wert von 10.000 Euro und einer Asset Allokation, bzw. Risikoaufteilung, in 30% risikofreiem Anteil und 70% risikobehaftetem Anteil. Der risikofreie Anteil kann zum Beispiel ein Tagesgeldkonto sein. Der risikobehaftete Anteil kann aus Aktien-ETFs bestehen. Das Verhältnis ist anfangs also 30:70.

Risikofreier AnteilRisikobehafteter TeilVerhältnis
Urspr√ľngliche Allokation3.000 ‚ā¨7.000 ‚ā¨30:70
Szenario A3.000 ‚ā¨6.000 ‚ā¨33:67
Szenario B3.000 ‚ā¨8.000 ‚ā¨27:73
Szenario C3.000 ‚ā¨12.000 ‚ā¨20:80

In der oben stehenden Tabelle siehst du, dass sich die Allokation in deinem Portfolio sich aufgrund externer Faktoren schnell verschieben kann.

Der risikofreie Teil ver√§ndert sich in unserem Beispiel nicht, da sich das Geld auf einem Tagesgeldkonto befindet. Nat√ľrlich unterliegt dieses Geld in der Realit√§t der Inflation, doch diese findet in unserem Beispiel keine weitere Ber√ľcksichtigung.

Szenario A zeigt eine negative Marktentwicklung bei der die Aktien-ETFs einen Kursverlust von 1.000‚ā¨ verzeichnen und die neue Risikoaufteilung nun 33:67 ist. Szenario B zeigt eine normale Marktentwicklung, welche eine 27:73 Risikoverteilung mit sich bringt. Szenario C zeigt eine sehr positive Marktentwicklung bei der die Risikoaufteilung nun 20:80 ist, sprich mit wesentlich st√§rkerem Gewicht auf risikobehaftete Anlagen als anfangs vom Investor gew√§hlt.

Insbesondere im Szenario C solltest du als Anleger die urspr√ľngliche Allokation durch Umschichtungen oder Aufstockung wiederherstellen.

Beispiel zum Rebalancing im ETF-Portfolio

Wirft man einen Blick in den risikobehafteten Anteil, also z.B. den ETF-Anteil des Portfolios, kann man solche Veränderungen und deren Auswirkungen auch innerhalb dieses Teils sehen.

Entscheidet sich ein Investor beispielsweise daf√ľr ein Weltportfolio aufzubauen und eine 70:30 Strategie mit dem Besparen von 2 ETFs zu verfolgen, werden meist 70% des risikobehafteten Anteils in einen Developed Markets-ETF zugeteilt und die restlichen 30% auf einen Emerging Markets-ETF.

Die Motivation des Investors könnte zum Beispiel sein, den Emerging Markets Anteil niedriger zu halten, da Schwellenländer eine höhere Volatilität haben.

Die untere Tabelle zeigt nun wie sich f√ľr diesen Investor die Allokation zwischen den beiden ETFs mit der Zeit ver√§ndern kann.

ETF 1: Emerging MarketsETF 2: Developed MarketsVerhältnis
Start2.100 ‚ā¨4.900 ‚ā¨30:70
Szenario A1.680 ‚ā¨ (-20 %)4.410 ‚ā¨ (-10 %)28:72
Szenario B2.310 ‚ā¨ (+10 %)5.880 ‚ā¨ (+20 %)28:72
Szenario C2.205 ‚ā¨ (+5 %)6.370 ‚ā¨ (+30 %)26:74

Zusammenfassend siehst du also, dass sich durch die Kursentwicklungen zum einen die Allokation zwischen risikofreiem und risikobehaftetem Portfolioanteil ver√§ndert. Zum anderen ver√§ndert sich auch die Allokation innerhalb des risikobehafteten Anteils und somit deine urspr√ľnglich ausgew√§hlte ETF-Strategie.

Grunds√§tzlich w√ľrde sich auch in diesen Szenarien eine Reallokation im Szenario C lohnen. Durch das Umschichten k√∂nntest du deinen Anteil in den Emerging Markets steigern.

4. So kannst du dein Portfolio Rebalancing in der Praxis gestalten

In der Praxis gibt es unterschiedliche M√∂glichkeiten das Rebalancing durchzuf√ľhren. Wir gehen auf drei der wichtigsten Ans√§tze ein.

Nachkauf per Einmalinvestment

Die erste M√∂glichkeit zum Rebalancing ist mithilfe eines Einmalkaufs. Hier bringst du frisches Kapital in dein Portfolio ein, um neue Anteile hinzuzukaufen. Hast du beispielsweise 10.000 Euro in ein Weltportfolio investiert und deine Allokation in den Emerging Markets hat sich von anf√§nglich 30 Prozent auf 20 % reduziert, so w√ľrdest du ausreichend Kapital einbringen, um die urspr√ľngliche 70:30-Aufteilung wiederherzustellen.

Beachte, dass dieser Ansatz bei einem Depot mit hohen Investmentbetr√§gen tendenziell weniger pragmatisch ist. H√§tte dein Portfolio eine Marktkapitalisierung von 12.000 Euro und dein Emerging-Markets-Anteil betr√§gt 3.000 Euro, dann m√ľsstest du zus√§tzliche 750 Euro investieren, um die urspr√ľngliche Gewichtung zu erzielen. Bei einem gr√∂√üeren Portfolio w√§ren die einmalig erforderlichen Einzahlungen folglich gr√∂√üer.

Dementsprechend eignet sich zu einem späteren Zeitpunkt ein Rebalancing per Teilverkauf oder Sparplan. Hierzu in den folgenden Abschnitten mehr.

Rebalancing durch Umschichtung

Die zweite Option zum Rebalancing ist mithilfe von Umschichtungen. Kommt es in deinem Depot zu einer starken Verschiebung, kannst du Anteile eines Assets verkaufen, um das entsprechende Gegenst√ľck aufzustocken.

Hast du etwa 80 Prozent deines Kapitals in risikobehafteten Produkten und 20 Prozent in einer sicheren Anlage, dann m√ľsstest du 10 Prozent deines risikobehafteten Portfolios verkaufen, um den entsprechenden Gegenpart aufzustocken.

Gleiches gilt f√ľr deine Aufteilung im risikobehafteten Portfolio. Ist dein Emerging-Markets-Anteil beispielsweise gr√∂√üer als der Anteil der Industrienationen, verkaufst du hier einen Teil, um die urspr√ľngliche Gewichtung wiederherzustellen. Anschlie√üend reinvestierst du dieses Kapital in deinen ETF auf die Industrienationen.

Rebalancing durch Umschichtung eignet sich vor allen Dingen f√ľr gr√∂√üere Investmentportfolios. Durch den Verkauf und das anschlie√üende Reinvestieren kannst du schnell und einfach die urspr√ľngliche Aufteilung in deinem Portfolio wiederherstellen.

Rebalancing per Sparplan

Hast du dich f√ľr das Investieren per Sparplan entschieden, ist auch die Anpassung deiner Sparpl√§ne eine M√∂glichkeit, um die Allokation deines Portfolios anzupassen.

In diesem Fall passt du einfach die Sparrate deiner Sparpl√§ne an. Du kannst auch vor√ľbergehend damit aufh√∂ren, ein Wertpapier zu besparen. Sobald die urspr√ľngliche Allokation wiederhergestellt wurde, passt du die Sparpl√§ne passend zur Strategie an.

Beachte, dass dieser Ansatz nur bei kleineren Portfolios sinnvoll ist. Wenn du ein gro√ües Portfolio besitzt und per Sparplan investierst, hat eine Sparplanausf√ľhrung meistens nur einen marginalen Einfluss auf die Allokation.

Die beste Art zur Reallokation

Aus meiner Sicht ist die Umschichtung von ETF-Anteilen die sinnvollste Art zum Rebalancing. Beachte hierbei allerdings, dass der Teilverkauf von gut gelaufenen Positionen ein steuerwirksames Ereignis ist.

Realisierst du mit dem Verkauf also einen Gewinn von mehr als 801 Euro, musst du hierauf Abgeltungssteuer zahlen. Hast du schlecht gelaufene ETFs, kannst du auch hier einen Verkauf durchf√ľhren, um die Gewinne mit den Verlusten zu verrechnen. Schlussendlich solltest du das gesamte Kapital aber mit Nachk√§ufen wieder reinvestieren.

5. Was kostet das Rebalancing des Portfolios?

F√ľr das Rebalancing fallen in der Praxis einige Kosten an. Allerdings gibt es unterschiedliche Aspekte, die du hierbei beachten solltest:

  • Transaktionsgeb√ľhren: F√ľr den Kauf oder Verkauf von ETF-Anteilen musst du bei deinem Broker Geb√ľhren bezahlen. Die Geb√ľhren h√§ngen ma√ügeblich vom gew√§hlten Broker ab.
  • Steuern auf Gewinne: Gewinne auf Kapitalertr√§ge musst du in Deutschland versteuern. Beachte hierbei den Sparerpauschbetrag von aktuell 801 Euro f√ľr Singles. Durch die Realisierung von Verlusten kannst du die Steuerlast auf Gewinne reduzieren.
  • Ausf√ľhrungskosten f√ľr Sparpl√§ne: Auch bei der Sparplanausf√ľhrung k√∂nnen je nach Broker Kosten entstehen. Im Grunde solltest du darauf achten, dass du kostenlose Sparpl√§ne verwendest.

Die aus Kostensicht einfachste M√∂glichkeit, um dein Portfolio zu rebalancen ist die Ausf√ľhrung von Sparpl√§nen. In unserem Vergleich der besten ETF-Sparplan-Depots zeigen wir dir, welche Broker kostenlose Sparpl√§ne unterst√ľtzen.

Auch der Einmalkauf ist im Regelfall noch recht g√ľnstig. Zwar fallen hierf√ľr h√∂here Transaktionsgeb√ľhren an, allerdings musst du dir keine Sorgen um die Steuerbelastung machen.

Der wohl teuerste Ansatz ist das Rebalancing durch Umschichtung. Durch Verkäufe von gut und schlecht gelaufenen Positionen kannst du die Steuerlast jedoch proaktiv steuern.

6. Vor- und Nachteile vom Rebalancing

Zusammenfassend lassen sich die Vor- und Nachteile des Rebalancing wie folgt gegen√ľberstellen:

  • H√∂here Anlagedisziplin
  • Antizyklisches Handeln
  • Risikokontrolle
  • Steueroptimierung
  • Kosten f√ľr Transaktionen
  • Zeitlicher Aufwand
  • Psychologische Barriere bei Nachkauf schlecht laufender Positionen

Ein Vorteil ist klar dass durch antizyklisches Handeln beim Rebalancen die Renditeentwicklung optimiert wird. Das hängt mit dem Phänomen der Regression zum Mittelwert an den Kapitalmärkten zusammen.

Es wird auch sichergestellt, dass √úbertreibungen an den M√§rkten nicht durch √ľberbewertete Positionen ihren Weg in dein Portfolio finden.

Rebalancing stabilisiert also dein Portfolio und sorgt daf√ľr, dass die Anlagestrategie, die du anfangs f√ľr dich ausgew√§hlt hast, langfristig erhalten bleibt und nicht von deinem gew√ľnschten Risikoprofil abweicht.

Die Nachteile sind wohl, dass Kosten f√ľr die Transaktionen anfallen. Mithilfe eines Rebalancing per Sparplans kann man diese relativ gering halten. Bei einer regul√§ren Order im Falle von Einmalk√§ufen oder Teilverk√§ufen kann man diese durch Auswahl eines g√ľnstigen Brokers mit guten Konditionen niedrig halten.

Dar√ľber hinaus kann man die H√§ufigkeit des Rebalancing auf einmal j√§hrlich ansetzen. Das minimiert auch den zeitlichen Aufwand, der f√ľr ein Rebalancing notwendig ist. Per Notiz im Kalender kannst du sicherstellen, dass du diszipliniert das Rebalancing ausf√ľhrst und dich nicht von Instinkten treiben l√§sst, die dazu verleiten die gute gelaufene Position weiter im Portfolio zu behalten.

Wer auch f√ľr ein j√§hrliches Rebalancing nicht in Stimmung ist, kann es alternativ mithilfe eines Robo Advisors automatisieren. Die Kosten f√ľr Robo Advisor sind in der Regel etwas h√∂her als bei regul√§ren ETFs, daf√ľr werden dir s√§mtliche Aufgaben abgenommen. In unserem Robo Advisor Vergleich stellen wir dir die besten Anbieter am Markt vor.

Grundsätzlich lässt sich aber sagen, dass langfristig gesehen die Nachteile des Rebalancings in allen betrachteten Fällen durch eine bessere Performance deines Portfolios ausgeglichen werden.

7. Häufige Fragen zum Rebalancing

Beim Rebalancing handelt es sich um eine Taktik oder Methode, die darauf abzielt, die urspr√ľngliche Portfolio-Struktur wiederherzustellen. Durch Schwankungen an den Kapitalm√§rkten kann sich die Gewichtung der einzelnen Anlageklassen und Einzelpositionen im Portfolio √§ndern. Beim Rebalancing, was zu deutsch etwa ‚ÄěAusbalancieren‚Äú bedeutet, wird das Portfolio umgeschichtet, sodass es der urspr√ľnglichen Investmentstrategie wieder entspricht.

Das Rebalancing ist eng verbunden mit der Idee des passiven Investierens. Verschiedene Asset-Klassen und einzelne Wertpapiere entwickeln sich normalerweise unterschiedlich. Asset-Klassen deines Portfolios, die √ľberdurchschnittlich gut in einem Zeitraum performt haben, gewinnen in Folge durch den Anstieg des Kurses im Portfolio mehr an Bedeutung Dadurch kann ein Klumpenrisiko oder eine Abweichung von der urspr√ľnglichen gew√§hlten Risikotoleranz entstehen. Dieses Klumpenrisiko soll durch das Rebalancing vermieden werden.

Das Rebalancing h√§lt also die urspr√ľngliche Risikoverteilung aufrecht und beugt √úberbewertungen im Portfolio vor. Ein weiterer Zweck des Rebalancen ist das Steigern der Rendite. Das Argument daf√ľr ist die sogenannte Regression zum Mittelwert. Das bedeutet, dass Wertpapiere die sich √ľberproportional gut entwickelt haben, zuk√ľnftig sich unterdurchschnittlich entwickeln werden. Andersherum werden Wertpapiere, die eher schlecht performt haben, wieder steigen.

Es gibt eine Vielzahl an Ans√§tzen und Theorien zum Rebalancing und die Frage, ob es quartalsweise, halbj√§hrlich oder einmal im Jahr stattfinden sollte. Ein guter Ansatz ist jedoch ein j√§hrliches ETF-Rebalancing an einem von dir fest ausgew√§hlten Zeitpunkt. Es ist auch eine gute Idee, wenn du dir einen Termin f√ľr das j√§hrliche Rebalancing im Kalender notiert. Das hilft dir aus psychologischer Sicht dabei, dass du nicht verleitet wirst, die sich gut entwickelnden Positionen einfach weiter laufen zu lassen mit der Idee, dass noch ein besserer Zeitpunkt zum Verkauf kommen k√∂nnte. Denn die √ľberbewertete Position w√ľrde haupts√§chlich das Klumpenrisiko deines Portfolios erh√∂hen. Allerdings macht das Umschichten bzw. Rebalancen deines Portfolios nur ab einer bestimmten H√∂he der Abweichung vom urspr√ľnglichen Portfolio Sinn. Bei einer Abweichung von unter 5% ist das Rebalancing m√∂glicherweise nicht optimal.

Wie jede Transaktion an den Kapitalm√§rkten verursacht auch das Rebalancing Kosten.Dabei gibt es grunds√§tzlich drei Quellen f√ľr Kosten: Transaktionsgeb√ľhren f√ľr Kauf- oder Verkaufordern beim Broker, Steuern auf Gewinne bei Verk√§ufen, Ausf√ľhrungskosten und bei Sparpl√§nen.

Die Vorteile das Rebalancing sind eine optimierte Renditeentwicklung durch antizyklisches Handeln. Es wird auch sichergestellt, dass √úbertreibungen an den M√§rkten nicht durch √ľberbewertete Positionen ihren Weg in dein Portfolio finden. Rebalancing stabilisiert dein Portfolio und sorgt daf√ľr, dass die Anlagestrategie, die du anfangs f√ľr dich ausgew√§hlt hast, langfristig erhalten bleibt und nicht von deinem gew√ľnschten Risikoprofil abweicht.

Hi! Ich bin
ūüĎč

Ich bin Sebastian, einer der Mitgr√ľnder von Finanzwissen. Nach meinem dualen Studium in der Automobilbranche bin ich zu einer der gr√∂√üten Automobilbanken Deutschlands gewechselt. Im Zuge meiner Karriere konnte ich ein fundiertes Wissen √ľber Finanzen und Investitionen entwickeln. Heute investiere ich vor allen Dingen in Immobilien, Aktien und Kryptow√§hrungen und m√∂chte mein Wissen weitervermitteln.

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