Die Krypto-Börse Coinbase im Test
Coinbase erreicht in unserem Test 91 Prozent und damit ein sehr gutes Ergebnis. Trotzdem ist der Anbieter für viele Anleger die falsche Wahl, wenn du über die normale Coinbase-Oberfläche kaufst. Dort zahlst du 1,49 Prozent Handelsgebühr plus Spread. Über Coinbase Advanced sind es 0,40 bis 0,60 Prozent, und der Spread entfällt komplett.
Genau deshalb haben wir beide Produkte in einem Testbericht zusammengeführt. Wir testen Coinbase seit 2018, und die wichtigste Erkenntnis aus all den Jahren hat sich nicht geändert: Wer den Anbieter nutzt, ohne Advanced zu kennen, zahlt freiwillig drauf. Die Bewertung der Gebühren und der einzelnen Testkategorien bezieht sich daher auf Coinbase Advanced.
Das Wichtigste zu unserem Coinbase Test
- Testergebnis: Coinbase erreicht 91 Prozent und gehört damit zu den stärksten Anbietern in unserem Krypto-Börsen-Vergleich.
- Gebühren: Über Advanced zahlst du 0,40 Prozent als Maker und 0,60 Prozent als Taker, ohne zusätzlichen Spread. Über die Standard-Oberfläche werden 1,49 Prozent plus rund 0,50 Prozent Spread fällig.
- Angebot: Der Broker listet über 300 Kryptowährungen. Bei Advanced verringert sich das Angebot auf 44 Coins mit Euro-Paar zusammen – das ist die größte Schwäche im Test.
- Sicherheit: BaFin-Verwahrlizenz, Börsennotierung, jährliche Audits, Proof of Reserve und bis heute kein Hack.
- Für wen? Einsteiger, die deutschsprachigen Support wollen, und Vieltrader, die konsequent über Advanced ordern.
1. Coinbase und Coinbase Advanced – wo liegt der Unterschied?
Coinbase ist streng genommen keine Krypto-Börse, sondern ein Broker. Du kaufst nicht von einem anderen Marktteilnehmer, sondern vom Anbieter selbst. Coinbase stellt dafür die Liquidität und lässt sich das über einen Spread bezahlen, der zusätzlich zur Handelsgebühr anfällt.
Advanced funktioniert anders. Hier landest du in einem echten Orderbuch und handelst gegen andere Nutzer. Früher lief das Produkt unter dem Namen Coinbase Pro, inzwischen ist es direkt in die Coinbase-Oberfläche und in die App integriert. Einen zweiten Account brauchst du nicht, ein Klick genügt.
Die Unterschiede betreffen drei Punkte: die Gebühren, das Handelsangebot und die Orderarten. Bei den Kosten gewinnt Advanced deutlich. Beim Angebot verliert es genauso deutlich, denn die Euro-Handelspaare sind stark begrenzt. Und bei den Orderarten hat Advanced die Nase vorn – Trailing-Stop-Loss etwa findest du nur dort.
Mein Rat aus der Praxis: Kaufe niemals über die Standard-Oberfläche, wenn der Coin auch bei Advanced verfügbar ist. Wird er dort nicht gelistet, kannst du ihn regulär kaufen und anschließend in dein Coinbase Wallet transferieren. Bequem ist das nicht, günstiger aber allemal.
2. Das Unternehmen Coinbase und unser Testverfahren
Coinbase gehört zu den ältesten Krypto-Plattformen überhaupt. Brian Armstrong und Fred Ehrsam haben das Unternehmen 2012 gegründet, seit April 2021 ist es an der NASDAQ gelistet. Inzwischen zählt Coinbase mehr als 100 Millionen Nutzer. Für den deutschen Markt tritt die Coinbase Germany GmbH mit Sitz in Berlin auf.
| Merkmal | Coinbase |
|---|---|
| Art | Krypto-Broker mit integrierter Börse (Coinbase Advanced) |
| Firmensitz | San Francisco, USA |
| Deutsche Gesellschaft | Coinbase Germany GmbH, Kurfürstendamm 12, 10719 Berlin |
| Gründer | Brian Armstrong, Fred Ehrsam |
| Gründungsjahr | 2012 |
| Handelbare Kryptowährungen | 310 (Coinbase) / 44 (Advanced, Euro-Paare) |
| Angebot | Krypto-Handel, Sparpläne, Staking, Wallet, Futures |
| Sprachen | Deutsch, Englisch, Spanisch, Französisch, +8 |
| Regulierung | BaFin |
| Zahlungsarten | SEPA, Sofortüberweisung, PayPal, Kreditkarte, Apple Pay |
| App | iOS und Android |
| Telefon | +49 800 0010726 |
Die Börsennotierung ist kein Marketing-Detail, sondern hat handfeste Folgen. Coinbase muss Quartalszahlen offenlegen und wird jährlich von einer Wirtschaftsprüfungsgesellschaft geprüft. Bei den meisten Wettbewerbern tappst du in dieser Frage im Dunkeln.
So haben wir Coinbase getestet
Für unseren Krypto-Börsen-Vergleich nutzen wir ein absolutes Testverfahren. Die Bewertung ergibt sich also aus den erreichten Punkten im Verhältnis zu einem vorher definierten SOLL-Wert – und nicht aus einem Ranking gegen die anderen Anbieter. Eine Börse wird dabei nach denselben Maßstäben bewertet wie ein Broker oder ein Neobroker.
Getestet haben wir in sechs Kategorien:
- Kosten: Welche Gebühren fallen für Kauf, Verkauf und die Nutzung der Plattform an?
- Handelsangebot: Wie viele Kryptowährungen und welche weiteren Assets stehen zur Verfügung?
- Ein- und Auszahlungen: Welche Zahlungswege gibt es, und was kosten sie?
- Features: Welche Funktionen bietet die Plattform über den reinen Handel hinaus – und wie gut lässt sie sich bedienen?
- Sicherheit: Lizenzen, Verwahrung, Track Record, Absicherung der Kundeneinlagen.
- Kundenservice: Erreichbarkeit, Sprache, Reaktionszeit.
Die sechs Kategorien gewichten wir nicht gleich, sondern nach ihrer Relevanz für Anleger.
| Testkategorie | Gewichtung |
|---|---|
| Kosten | 22,50 % |
| Handelsangebot | 20,00 % |
| Ein- und Auszahlungen | 10,00 % |
| Features | 27,50 % |
| Sicherheit | 15,00 % |
| Support | 5,00 % |
Du kannst die Gewichtung natürlich auf dich anpassen. Wer Sicherheit über alles stellt, nimmt höhere Gebühren womöglich bewusst in Kauf.
3. Die Gebühren bei Coinbase: Advanced macht den Unterschied
Die Kosten sind der Punkt, an dem sich bei Coinbase alles entscheidet. Über Advanced zahlst du 0,40 Prozent als Maker und 0,60 Prozent als Taker. Maker bist du, wenn du eine Order ins Buch stellst, die nicht sofort ausgeführt wird und damit Liquidität bereitstellt. Bei hohen Handelsvolumina sinken beide Sätze weiter ab, für normale Anleger ist die Einstiegsstufe aber die relevante Größe.
Entscheidend ist ein zweiter Punkt: Bei Advanced entfällt der Spread. Du zahlst also die Gebühr und sonst nichts.
| Kostenart | Höhe |
|---|---|
| Handelsgebühr Coinbase Advanced (Maker) | 0,40 % |
| Handelsgebühr Coinbase Advanced (Taker) | 0,60 % |
| Spread bei Coinbase Advanced | 0,00 % |
| Handelsgebühr Coinbase (Standard) | 1,49 % |
| Spread bei Coinbase (Standard) | ca. 0,50 % |
| Sparplankosten | 1,49 % |
| Einzahlung per SEPA-Überweisung | kostenlos |
| Einzahlung per PayPal | kostenlos |
| Einzahlung per Sofortüberweisung | ab 1,52 % |
| Einzahlung per Kreditkarte | 3,99 % |
| Auszahlung per Überweisung | 0,15 € |
| Auszahlung per PayPal | kostenlos |
| Inaktivitätsgebühren | keine |
Über die Standard-Oberfläche sieht die Rechnung ganz anders aus. Dort werden 1,49 Prozent Handelsgebühr fällig, dazu ein Spread von in der Regel rund 0,50 Prozent. Bei einer 500-Euro-Order landest du damit schnell bei knapp 10 Euro.
Für einen Testkauf habe ich 50,00 Euro eingezahlt und dafür Bitcoin im Wert von 48,01 Euro erhalten. Macht 1,99 Euro Gebühren oder 3,98 Prozent vom Ordervolumen. Der Spread lag in diesem Fall also nicht bei 0,50, sondern bei rund 2,49 Prozent. Zugegeben: Ich habe die Order um 0:03 Uhr ausgeführt, also zu einer Zeit mit dünner Liquidität. Trotzdem zeigt das Beispiel, wie intransparent der Spread ist. Auf Nachfrage konnte mir der Coinbase-Support keine verbindliche Auskunft dazu geben.
Ein- und Auszahlungen sind fair kalkuliert
Bei den Zahlungswegen dreht sich das Bild. Einzahlungen per SEPA-Überweisung und per PayPal sind komplett kostenlos, und gerade bei PayPal ist das keine Selbstverständlichkeit – die Transaktionskosten übernimmt Coinbase. Vorsicht: Wenn du direkt über PayPal kaufst, kommen auch Gebühren von 3,99 % auf dich zu. Nur die Aufladung deines Guthabens verursacht keine Gebühren.
Zwei Wege würde ich dir dagegen ausreden. Die Kreditkarten-Einzahlung kostet 3,99 Prozent, die Sofortüberweisung startet bei 1,52 Prozent und kann auf bis zu 3,5 Prozent klettern. Beides ist teurer als jeder Handel, den du danach machst.
Auszahlungen sind unauffällig: 0,15 Euro pro Banküberweisung, über PayPal kostenlos.
Für die Kostenkategorie ergibt sich damit eine Bewertung von 89,96 Prozent. Das ist ein starkes Ergebnis, gilt aber ausschließlich für den Handel über Advanced. Wer bei der Standard-Oberfläche bleibt, für den wäre die Bewertung deutlich schlechter.
4. Das Handelsangebot ist hervorragend
Das Angebot ist mit weit über 300 handelbare Kryptowährungen mehr als ausreichend, vom Standardwert bis zum Nischenprojekt. Bei meinem ersten Test 2018 war die Liste noch überschaubar, hier hat sich in den Jahren eine Menge getan. Meistens findest du die Paare sowohl auf Advanced als auch im Broker.
Futures und Perpetual Swaps sind inzwischen handelbar
Lange war das ein klarer Minuspunkt: Derivate blieben deutschen Kunden verwehrt. Das hat sich geändert. Coinbase hat sein Futures-Angebot im Frühjahr 2026 auf Advanced-Nutzer in 26 europäischen Ländern ausgeweitet, Deutschland ausdrücklich eingeschlossen. Getragen wird das Angebot von einer europäischen Gesellschaft mit Zulassung der zyprischen Aufsicht CySEC, die über den MiFID-II-Pass im gesamten EWR wirkt. Neben Dated Futures sind auch Perpetual Swaps zugänglich.
Klassische Optionen bleiben deutschen Privatanlegern weiterhin verschlossen. Und ganz ehrlich: Für den durchschnittlichen Krypto-Sparer ist keines dieser Produkte relevant. Von hohen Hebeln kann ich dir nur abraten.
Der NFT-Marktplatz existiert nicht mehr
Frühere Versionen unseres Tests haben den Coinbase-NFT-Marktplatz gelobt. Den gibt es nicht mehr. Coinbase hat die Marktplatzfunktionen am 10. Juli 2024 abgeschaltet und die Plattform zum 1. August 2024 vollständig eingestellt; Aufrufe werden seither auf die Base-App umgeleitet. Punkte vergeben wir dafür folglich keine.
Aktien, ETFs oder andere klassische Vermögenswerte kannst du bei Coinbase ebenfalls nicht handeln. Der Fokus liegt vollständig auf Kryptowährungen.
| Kriterium | Ausprägung | Punkte | Max. Punkte |
|---|---|---|---|
| Kryptowährungen | 350+ | 2,50 | 2,50 |
| Physische Kryptowährungen | Ja | 1,00 | 1,00 |
| Futures | Ja | 0,10 | 0,10 |
| Optionen | Nein | 0,00 | 0,10 |
| Perpetual Swaps | Ja | 0,10 | 0,10 |
| Hebel | 5 | 0,14 | 0,20 |
| NFTs | Nein | 0,00 | 0,25 |
| Traditionelle Assets | Nein | 0,00 | 0,20 |
| Gesamtbewertung | 3,75 | 4,25 |
Damit kommt Coinbase Advanced im Handelsangebot auf rund 89 Prozent.
5. Ein- und Auszahlungen bei Coinbase Advanced
Bei den Zahlungswegen liefert Coinbase eines der besten Ergebnisse im gesamten Krypto-Börsen-Vergleich ab. Mindestbeträge spielen praktisch keine Rolle, du kannst also auch kleine Summen einzahlen und kleine Gewinne wieder abziehen.
Etwas ungewöhnlich ist der Weg dorthin. Klickst du bei Advanced auf „Einzahlen", bietet dir die Oberfläche zunächst nur BTC und USDC an. Erst im nächsten Schritt tauchen PayPal, Apple Pay und die Euro-Wallet auf. Diese Wallet kannst du wiederum per Überweisung oder Sofortüberweisung aufladen. Über das Dropdown lassen sich auch andere Coins auswählen – man muss es nur finden.
| Methode | Einzahlung | Auszahlung |
|---|---|---|
| SEPA-Überweisung | Ja | Ja |
| PayPal | Ja | Ja |
| Kryptowährungen | Ja | Ja |
| Kreditkarte | Ja | Nein |
| Sofortüberweisung | Ja | Nein |
| Apple Pay | Ja | Nein |
| Giropay | Nein | Nein |
Positiv fällt auf, dass Apple Pay bei Advanced funktioniert. Giropay fehlt, was ich verschmerzbar finde.
| Kriterium | Ausprägung | Punkte | Max. Punkte |
|---|---|---|---|
| Mindesteinzahlung | 0,01 € | 1,00 | 1,00 |
| Mindestauszahlung | 0,01 € | 1,00 | 1,00 |
| Überweisung | Ein- und Auszahlung | 1,00 | 1,00 |
| Kreditkarte | Einzahlung | 1,00 | 1,00 |
| PayPal | Ein- und Auszahlung | 1,00 | 1,00 |
| Kryptowährungen | Ein- und Auszahlung | 0,50 | 0,50 |
| Giropay | Nicht unterstützt | 0,10 | 0,25 |
| Sofortüberweisung | Einzahlung | 0,50 | 0,50 |
| Apple Pay | Einzahlung | 0,25 | 0,25 |
| Gesamtbewertung | 6,35 | 6,50 |
Mit 97,69 Prozent ist das die zweitbeste Kategorie im Test.
6. Features und Bedienung: die eigentliche Stärke
Die Funktionen gewichten wir mit 27,50 Prozent am höchsten, weil sich Krypto-Plattformen genau hier am deutlichsten unterscheiden. Und hier spielt Coinbase seine Stärken aus.
Ich habe das Testverfahren an dieser Stelle bewusst aufgeweicht und die beiden Produkte nicht hart getrennt. Der Grund ist praktischer Natur: Sparplan, Staking oder Steuer-Export nutzt du einmalig oder selten, und der Wechsel zwischen den Oberflächen kostet dich einen Klick.
Sparpläne gehören zu den besten Features überhaupt. Du kannst bis hin zum täglichen Intervall investieren, was Coinbase zu einer der besten Adressen für einen Bitcoin-Sparplan macht.
Staking steht für alle unterstützten Proof-of-Stake-Coins zur Verfügung. Denk hier unbedingt an die Steuer: Staking-Erträge gelten in Deutschland nach § 22 Nr. 3 EStG als sonstige Einkünfte und werden mit deinem persönlichen Einkommensteuersatz belegt. Ein Krypto-Steuer-Tool erspart dir hier viel Arbeit, zumal Coinbase eine gut dokumentierte API mitbringt.
Die Coinbase Wallet als eigenständige Software-Wallet ist solide und wird durch die BaFin-Verwahrlizenz flankiert. Die Coinbase Card dagegen bleibt US-Kunden vorbehalten – kommt sie nach Deutschland, gehen wir gesondert darauf ein.
Bei der Bedienung macht es Coinbase sehr gut und vor allem einfach. Nach dem Login landest du auf einem aufgeräumten Dashboard, jeder Coin hat eine Detailseite mit Kursverlauf, Fundamentaldaten, Nachrichten und einem direkten Link zum Whitepaper. Dieses Ergebnis deckt sich mit der Bewertung der Coinbase App in unserem Krypto-App-Vergleich.
Bei den Orderarten trennt sich Advanced dann doch vom Broker. Über die Standard-Oberfläche stehen dir Market-, Limit- und Stop-Limit-Order zur Verfügung. Advanced ergänzt unter anderem den Trailing-Stop-Loss, mit dem du Gewinne laufen lässt und trotzdem absicherst.
Was fehlt, sind Lending und Mining. Beides würde ich nicht vermissen, da die Renditen überschaubar und die Risiken hoch sind, kostet in unserem Verfahren aber Punkte.
| Kriterium | Ausprägung | Punkte | Max. Punkte |
|---|---|---|---|
| Sparpläne | Vorhanden | 1,00 | 1,00 |
| Staking | Vorhanden | 1,00 | 1,00 |
| Kreditkarte | Vorhanden | 0,25 | 0,25 |
| Wallet | Vorhanden | 0,50 | 0,50 |
| Lending | Nicht vorhanden | 0,00 | 0,50 |
| NFTs | Nicht vorhanden | 0,00 | 0,25 |
| Orderbücher | Vorhanden | 0,50 | 0,50 |
| Fundamentaldaten | Vorhanden | 0,50 | 0,50 |
| Info-Content | Vorhanden | 0,50 | 0,50 |
| Charts | Vorhanden | 0,25 | 0,25 |
| API | Vorhanden | 1,00 | 1,00 |
| Apps | Vorhanden | 1,50 | 1,50 |
| Market-Order | Vorhanden | 0,50 | 0,50 |
| Limit-Order | Vorhanden | 0,50 | 0,50 |
| Stop-Order | Vorhanden | 0,50 | 0,50 |
| Stop-Loss | Vorhanden | 0,50 | 0,50 |
| Take-Profit | Vorhanden | 0,50 | 0,50 |
| Bedienung | 10 / 10 Punkte | 2,00 | 2,00 |
| Gesamtbewertung | 11,50 | 12,25 |
Unter dem Strich stehen 93,88 Prozent.
7. Sicherheit: Coinbase spielt hier in der ersten Liga
Bei Krypto-Börsen ist Sicherheit kein weiches Kriterium. Deine Einlagen sind kein Sondervermögen, eine Insolvenz des Anbieters kann den Totalverlust bedeuten. Deshalb fließt die Kategorie mit 15 Prozent in die Gesamtbewertung ein.
Coinbase war 2021 die erste Krypto-Börse mit einer BaFin-Verwahrlizenz. Die Anforderungen dafür sind hoch, und andere Anbieter wie Binance sind an dieser Hürde gescheitert. Dazu kommt ein sauberer Track Record: Seit 2012 am Markt, bis heute kein erfolgreicher Hack. Bei einer Plattform dieser Größe ist das bemerkenswert.
Die Verifizierung per KYC empfinden manche als lästig. Ich sehe sie als Qualitätsmerkmal, weil eingefrorene Konten wegen behördlicher Ermittlungen dadurch deutlich unwahrscheinlicher werden. Die Zwei-Faktor-Authentifizierung solltest du in jedem Fall aktivieren.
Über die Börsennotierung kommen jährliche externe Audits dazu, ergänzt um einen Proof of Reserve und eine Versicherung der verwahrten Kryptowährungen.
Ein Punkt bleibt kritisch: Eine Einlagensicherung gibt es nicht. Dein nicht investiertes Euro-Guthaben auf dem Verrechnungskonto wäre im Insolvenzfall Teil der Haftungsmasse. Lass dort also keine größeren Beträge liegen. Aber sogut wie keine Krypto-Börse bietet eine Einlagensicherung an, da dies ja auch keine Banken sind. Es ist also keine großer Verlust.
| Kriterium | Ausprägung | Punkte | Max. Punkte |
|---|---|---|---|
| Verwahrlizenz in Deutschland | Vorhanden | 1,00 | 1,00 |
| Gründungsjahr | 2012 | 1,85 | 2,00 |
| Hacks in der Vergangenheit | Keine | 1,00 | 1,00 |
| KYC | Erforderlich | 1,00 | 1,00 |
| 2-Faktor-Authentifizierung | Vorhanden | 1,00 | 1,00 |
| Einlagensicherung | Nicht vorhanden | 0,00 | 0,25 |
| Proof of Reserve | Vorhanden | 0,50 | 0,50 |
| Externer Audit | Jährlich | 0,50 | 0,50 |
| Versicherung für Kundeneinlagen | Vorhanden | 0,50 | 0,50 |
| Gesamtbewertung | 7,35 | 7,75 |
Das ergibt 94,84 Prozent.
8. Kundenservice: gut, aber ohne Live-Chat
Der Support fließt mit 5 Prozent in die Gesamtwertung ein. Bei Krypto-Börsen ist er gerade für Einsteiger wichtiger als bei einer klassischen Depotbank.
Erste Anlaufstelle sind die FAQ unter Coinbase Help, die über eine brauchbare Suchfunktion verfügen und ungewöhnlich detailliert ausfallen. Reicht das nicht, kannst du ein Ticket eröffnen oder eine E-Mail schreiben. Das Ticket ist erfahrungsgemäß der schnellere Weg.
Der große Pluspunkt ist das Telefon. Coinbase bietet als eine der wenigen Krypto-Börsen deutschsprachigen Telefonsupport und zwar unabhängig davon, ob du über die Standard-Oberfläche oder über Advanced handelst.
Der fehlende Live-Chat bleibt der einzige echte Kritikpunkt.
| Kriterium | Ausprägung | Punkte | Max. Punkte |
|---|---|---|---|
| FAQ | Vorhanden | 1,00 | 1,00 |
| Live-Chat | Nicht vorhanden | 0,00 | 1,00 |
| Telefonservice | Vorhanden | 0,50 | 0,50 |
| Vorhanden | 0,50 | 0,50 | |
| Ticket-System | Vorhanden | 1,00 | 1,00 |
| Bearbeitungsdauer | Bis 24 h | 1,00 | 1,00 |
| Deutscher Support | Vorhanden | 0,50 | 0,50 |
| Gesamtbewertung | 4,75 | 5,75 |
Macht 82,61 Prozent.
9. Die Vor- und Nachteile von Coinbase im Überblick
Die Bedienung steht bei den Vorteilen ganz oben. Keine andere Plattform in unseren Tests kommt an dieses Nutzererlebnis heran: klare Menüs, alle Funktionen schnell auffindbar, dazu ein Funktionsumfang, der von Sparplänen über Staking bis zur API reicht.
Bei den Nachteilen dominieren die Gebühren. Selbst die 0,40 bis 0,60 Prozent über Advanced sind kein Schnäppchen: unser Testsieger Bitvavo ist mit 0,25 % günstiger. Und wer aus Bequemlichkeit bei der Standard-Oberfläche bleibt, zahlt mit 1,49 Prozent plus Spread einen Preis, den ich niemandem empfehlen würde.
Vorteile von Coinbase
- Hervorragende Bedienung auf Desktop und in der App
- Über 300 Kryptowährungen beim Broker
- Deutschsprachiger Telefonsupport
- BaFin-Verwahrlizenz und jährliche externe Audits
- Sparpläne, Staking, eigene Wallet und offene API
- Kostenlose Ein- und Auszahlungen per SEPA und PayPal
- Seit 2012 am Markt, bislang ohne Hack
Nachteile von Coinbase
- Hohe Gebühren, besonders über die Standard-Oberfläche
- Intransparente Spreads beim Broker
- Nur 44 Euro-Handelspaare bei Advanced
- Keine Einlagensicherung
- Kein Live-Chat
- Teure Einzahlung per Kreditkarte und Sofortüberweisung
10. Fazit: stark in der Bedienung, teuer im Handel
Coinbase erreicht in unserem Test 91 Prozent. Die Plattform ist sicher, funktional und so einfach zu bedienen, dass auch Einsteiger sich zurechtfinden werden. Der deutschsprachige Telefonsupport ist ein Argument, das kaum ein Wettbewerber liefert.
Der Haken bleibt der Preis. Ich selbst habe Coinbase eine Zeit lang nicht mehr aktiv genutzt, weil der Handel bei Anbietern wie Bitvavo schlicht günstiger ist – bei vergleichbarem Funktionsumfang. Wenn du dich trotzdem für Coinbase entscheidest, dann nutze konsequent Advanced. Der Unterschied zwischen 0,60 und 1,49 Prozent plus Spread ist bei 5.000 Euro Handelsvolumen im Jahr erheblich.
Für wen also? Für Einsteiger, die Wert auf Bedienung und deutschen Support legen. Und für aktive Trader, die über Advanced ordern und mit 44 Euro-Paaren auskommen. Wer ein breiteres Coin-Universum zu niedrigen Kosten sucht, ist woanders besser aufgehoben.
Kennst du Coinbase Advanced schon? Teile gerne deine Erfahrungen mit anderen Nutzern in unserem Anbieterportal.
11. Häufige Fragen zu Coinbase
Ist Coinbase seriös?
Ja. Coinbase ist seit 2012 am Markt, an der NASDAQ gelistet und wird jährlich von einer Wirtschaftsprüfungsgesellschaft geprüft. Hinzu kommen die BaFin-Verwahrlizenz und ein Proof of Reserve.
Was ist Coinbase Advanced?
Advanced ist die Börsenoberfläche von Coinbase, früher als Coinbase Pro bekannt. Du handelst dort im Orderbuch gegen andere Nutzer statt gegen den Anbieter. Die Gebühren sind niedriger, der Spread entfällt, dafür ist die Auswahl an Euro-Handelspaaren kleiner.
Wie komme ich zu Coinbase Advanced?
Du brauchst kein zweites Konto. Advanced ist in die Coinbase-Plattform und in die App integriert, du wechselst über die Oberfläche dorthin. Guthaben und Coins bleiben dieselben.
Was kostet der Handel bei Coinbase?
Über Advanced 0,40 Prozent als Maker und 0,60 Prozent als Taker, ohne Spread. Über die Standard-Oberfläche 1,49 Prozent zuzüglich eines Spreads von in der Regel rund 0,50 Prozent.
Kann ich bei Coinbase mit PayPal bezahlen?
Ja, PayPal funktioniert für Ein- und Auszahlungen und ist in beide Richtungen kostenlos. Das ist der günstigste Weg, wenn du kurzfristig Geld auf die Plattform bringen willst.
Gibt es bei Coinbase noch einen NFT-Marktplatz?
Nein. Coinbase hat den NFT-Marktplatz zum 1. August 2024 abgeschaltet und leitet Aufrufe seither auf die Base-App um.
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