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Porsche Taycan bei Sonnenuntergang

Porsche Aktienanalyse – Die Porsche Aktie zum IPO in der Analyse

Der Volkswagen Konzern steht vor einem gigantischen Wandel, denn bereits in wenigen Jahren will das Unternehmen sein Produktportfolio auf elektrifizierte Fahrzeuge umstellen. Allerdings kostet diese Umstellung mehrere Milliarden Euro, welche aktuell nicht zur VerfĂĽgung stehen.

Die Lösung dieser Herausforderung könnte über eine Börsennotierung von Porsche stattfinden. Im Zuge eines Initial Public Offering (IPO), also dem Börsengang der Porsche Aktie, könnte die Sportwagenmarke nun öffentlich gehandelt werden. Das eingesammelte Kapital könnte Volkswagen nutzen, um die Elektrifizierung zu finanzieren.

Ich habe mir das Unternehmen Porsche angeschaut und die Aktie des Unternehmens einer Bewertung unterzogen. Leitend im Zuge meiner Aktienanalyse ist die Frage, wann sich ein Einstieg in das Papier des Stuttgarter Automobilherstellers lohnt.

1. Top Key Facts zu Porsche

  • Die Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG ist ein deutsches Traditionsunternehmen. Aktuell bietet Porsche lediglich sechs Modelle an und legt somit den Fokus auf die Qualität der Produkte sowie die lange Tradition des Unternehmens. Zeitgleich liegt der Fokus des Unternehmens auf der Elektromobilität. Bereits 2020 gehörten 11,2 % der produzierten Fahrzeuge in das Segment der E-Autos.
  • Die Porsche AG wächst im stagnierenden Automobilmarkt. Insbesondere Volumenhersteller leiden unter einer stagnierenden Nachfrage und geringen Margen. Zudem ist die Frage nach Fahrzeugen zyklisch, sodass viele Investoren diesen Markt meiden. Die Sportwagen von Porsche erfreuen sich allerdings einer steigenden Nachfrage – in den vergangenen Jahren konnte das Unternehmen seine Umsätze steigern.
  • Ein Porsche IPO scheint realistisch, denn Volkswagen prĂĽft aktuell einen Börsengang des Unternehmens. In Deutschland könnte der Porsche IPO einer der größten Börsengänge der letzten Jahre werden. Fans der Marke und Investoren könnten hier ihre Chance nutzen und sich an einem der spannendsten Automobilkonzerne beteiligen. Die EigentĂĽmerfamilie Porsche-PiĂ«ch dĂĽrfte das IPO nutzen und frisches Kapital in das Unternehmen investieren.

2. Das Unternehmen Porsche im Profil

Kaum ein Unternehmen hat den Begriff des Sportwagens so geprägt wie Porsche. Die Fahrzeuge der Marke Porsche erfreuen sich weltweit einer großen Beliebtheit und in den vergangenen Jahren war das Unternehmen der Wachstumsmotor der Volkswagen AG. Während das Kerngeschäft bei den margenschwachen Volumenmodellen der Marke VW Pkw stagniert, konnte Porsche regelmäßig neue Erfolge verzeichnen.

Im Zuge der Porsche Aktienanalyse möchte ich euch im ersten Schritt die Geschichte des Unternehmens näher bringen. Die Werte der Porsche AG sind für zahlreiche Aktionäre wohl einer der Gründe, die für ein Investment sprechen.

Die Porsche-Geschichte – Automobile aus Zuffenhausen werden zum Inbegriff des Sportwagens

Kaum ein Automobilhersteller hat den Begriff des Sportwagens so geprägt wie Porsche. Auf der ganzen Welt ist Porsche ein Synonym für den Sportwagenbau – und das seit nun mehr als 70 Jahren.

Anfangen hat die Erfolgsgeschichte der Porsche AG am 8. Juni 1948, als der erste Porsche seine Zulassung erhielt. Der Porsche Typ 356 Roadster sollte die Geburtsstunde der heute ikonischen Sportwagenmarke sein. Bis heute ist der Typ 356 eine Ikone und Verwirklichung von Ferry Porsches Vision eines Sportwagens.

In seiner Vision von damals spiegeln sich alle Werte wider, welche die Marke bis heute prägen.

Oliver Blume

CEO Porsche AG

Den Grundstein fĂĽr die uns heute bekannte Porsche AG legte jedoch nicht Ferry Porsche. Vielmehr lassen sich die ersten Erfolge des Unternehmen auf Ferdinand Porsche zurĂĽckfĂĽhren. Dieser entwickelte bereits im Jahr 1900 den Lohner-Porsche, ein elektrisch angetriebenes Auto.

Dieses sollte später den Grundstein für das erste allradbetriebene Personenfahrzeug darstellen. Ebenfalls im Jahr 1900 entwickelte Ferdinand Porsche einen benzin-elektrischen Mischantrieb und somit die Vorlage für die heute bekannten Hybrid-Fahrzeuge.

Porsche 911
Der Porsche 911 gilt bis heute als die sportliche Ikone der Marke Porsche.

Im Jahr 1931 gründete Porsche in Stuttgart ein eigenes Ingenieursbüro. 1939 folgte dann der „Berlin-Rom-Wagen“ als Grundlage für einen eigenen Sportwagen. Diesen Traum sollte sich Ferdinand Porsche nicht mehr erfüllen können, sodass Ferry Porsche dann im Jahr 1948 den Typ 356 vorstellte.

Den Durchbruch schaffte das Unternehmen dann im Jahr 1963, als Ferry Porsche den Porsche 911 vorstellte. Bis heute gilt der Porsche 911 als stilistische und technische Ikone in der Sportwagenszene. Inzwischen wurden die verschiedenen 911er Modelle mehr als eine Million Mal an glückliche und enthusiastische Käufer ausgeliefert.

Porsche und Volkswagen – Ende der Liaison endet in der Übernahme der Porsche AG

Wenn wir schon ĂĽber die Geschichte der Porsche AG sprechen, dann spielt auch die Volkswagen AG eine tragende Rolle. Bereits der Porsche Typ 356 enthielt zahlreiche VW-Komponenten. Auch im Zuge des Porsche 914 kooperierten die beiden Unternehmen. Der Porsche 924 sollte sogar erst als Volkswagen-Entwicklung vermarket werden. Allerdings konnten Porschekunden das Fahrzeug zwischen 1976 und 1988 als echten Porsche kaufen.

Noch stärker wurde die Kooperation der beiden Unternehmen allerdings im Jahr 2002. Hier liefen der Porsche Cayenne und der VW Touareg mit zahlreichen Gleichteilen im VW-Werk Bratislava vom Band. Verwundert hat dieser Schritt nicht, denn zwischen 1993 und 2002 war Ferdinand Piëch, Hauptaktionär der Porsche AG und Enkel von Ferdinand Porsche, Vorstandsvorsitzender der Volkswagen AG.

Im Jahr 2005 begann die Porsche AG mit dem Ausbau seiner Beteiligungen an der Volkswagen AG. Bereits 2007 hielt die Porsche AG 30,9 % der Stammaktien an Volkswagen. Im gleichen Jahr lagerte Porsche sein operatives Geschäft an die neu gegründete Porsche Vermögensverwaltungs AG aus.

In der damaligen Porsche AG verblieben die 30,9 % der VW Stammaktien sowie die Beteiligung an der Porsche Vermögensverwaltungs AG. Am 13. November 2007 folgte schlussendlich die Umfirmierung in die Porsche Automobil Holding SE, welche heute unter dem Namen Porsche Holding SE gehandelt wird.

Zeitgleich wurde aus der operativen Porsche Vermögensverwaltungs AG die Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG, welche die Automobilentwicklung und -fertigung weiterführte.

Nach der Auslagerung der Automobilfertigung baute die Porsche Holding SE seine Beteiligung an der Volkswagen AG aus. Das Ziel zum damaligen Zeitpunkt: die Kontrolle ĂĽber Volkswagen ĂĽbernehmen. Da das Kapital der Porsche Holding SE nicht ausreichte, um die Ăśbernahme zu finanzieren, nahm das Unternehmen 10 Milliarden Euro in Form von Krediten auf.

Porsche als Teil der Volkswagen AG
Porsche ist eine der Marken des Volkswagen Konzerns

Im Zuge der Weltwirtschaftskrise sollten sich die Verbindlichkeiten sowie die rückläufige Nachfrage nach Luxussportwagen als ein Problem herausstellen. Im Zuge zunehmender Finanzierungsprobleme gab das Unternehmen bekannt, dass man die Schaffung eines integrierten Automobilkonzerns anstrebe.

Schlussendlich erwarb Volkswagen im Dezember 2009 eine 49,9-prozentige Beteiligung an der Porsche AG. Zum 1. August 2012 sollte Volkswagen die Porsche AG komplett ĂĽbernehmen. Die Porsche Holding SE besitzt bis heute 53,3 % der Stammaktien an der Volkswagen AG und ist somit der Mehrheitseigner des Unternehmens.

Das Management der Porsche AG

Nachdem wir die Geschichte des Unternehmens beleuchtet haben, wollen wir einen Blick auf das aktuelle Management werfen. Seit dem 1. Oktober 2015 leitet Oliver Blume die Geschicke des Zuffenhausener Sportwagenherstellers. Zuvor arbeitete sich Blume bei den Marken Seat und Volkswagen Pkw. Der stellvertretende Vorstand und Vorstand fĂĽr Finanzen und IT, Lutz Meschke, arbeitet bereits seit 2001 bei der Porsche AG. Dabei ĂĽbernahm er leitende Funktionen und stieg 2015 in den Vorstand auf.

Auch Andreas Haffner, Vorstand fĂĽr Personal- und Sozialwesen, blickt auf eine Karriere in der Porsche AG zurĂĽck. Zudem sitzt auch Haffner seit 2015 im Vorstand des Unternehmens. 1994 wechselte Detlev von Platen von BMW zu Porsche und legte seitdem eine steile Karriere hin. Aktuell ist von Platen Vorstand fĂĽr Vertrieb und Marketing.

Albrecht Reimold, Vorstand fĂĽr Produktion und Logistik, kommt dahingegen von der Konzernschwester Audi und wechselte im Februar 2016 zur Porsche AG. Das wohl neuste Mitglied des Porsche Managements ist Barbara Frenkel. Seit 2021 verantwortet Frenkel die Beschaffung des Unternehmens, nachdem sie 2001 in das Unternehmen wechselte.

Das letzte Vorstandsmitglied des Unternehmens ist Michael Steiner, der 2000 in das Unternehmen wechselte und seit 2016 Vorstand fĂĽr Forschung und Entwicklung ist.

NameFunktionAmtseintritt
Oliver BlumeVorstandsvorsitzender2015
Lutz MeschkeVorstand Finanzen und IT 2015
Andreas HaffnerVorstand Personal- und Sozialwesen2015
Detlev von PlatenVorstand Vertrieb und Marketing2015
Albrecht ReimoldVorstand Produktion und Logistik2016
Barbara FrenkelVorstand Beschaffung2021
Michael SteinerVorstand Forschung und Entwicklung2016
Aktuelle Vorstände der Porsche AG

Ein Blick auf die aktuellen Vorstände der Porsche AG verdeutlicht, dass es sich um ein familiengeführtes Unternehmen handelt. Die Vorstände des Unternehmens haben eine lange Historie und die Porsche-DNA buchstäblich im Blut. Die Entwicklung des Geschäfts verdeutlicht durchaus den Erfolg dieses Führungsansatzes.

3. Das Geschäftsmodell der Porsche AG

Nachdem wir nun das einen Blick auf das Unternehmen, die Geschichte und das Management der Porsche AG geworfen haben, analysieren wir das Geschäftsmodell. Mit anderen Worten wollen wir schauen wie die Dr. Ing. h.c. F. Porsche Aktiengesellschaft Geld verdient – wer die Porsche Aktie kaufen möchte, sollte dies durchaus verstehen.

Ich selbst habe bei der Volkswagen AG in Wolfsburg meine Ausbildung gemacht und mein Studium absolviert. AnschlieĂźend bin ich in die Finanzsparte zu Volkswagen Financial Services gewechselt. Seit 2013 arbeite ich im Konzern und in all den Jahren durfte ich lernen, dass Porsche die geheime Perle des Volkswagen Konzerns ist.

Allgemein lässt sich sagen, dass deutsche Autos weltweit ein hohes Ansehen genießen. Immerhin stehen deutsche Fahrzeuge für Qualität, Leistung und Zuverlässigkeit – dies gilt natürlich insbesondere für die Premiummarken. Mercedes, Audi und BMW bieten Premiumfahrzeuge, doch Porsche fokussiert sich auf das Luxussegment. Eins steht fest: Wer Porsche fahren möchte, braucht Geld!

Den Einstieg in die Porsche-Welt stellt der Porsche Cayman dar. Für rund 58.000 Euro können Kunden bereits einen Porsche fahren. Wer allerdings einen ikonischen Porsche 911 haben möchte, muss durchaus mehr Geld auf den Tisch legen. Sechsstellige Kaufpreise sind hier eher die Regel, denn die Ausnahme. Fest steht jedoch auch, dass sich Porsche nicht in einer Preisliga mit Luxusmarken wie Rolls Royce, Ferrari oder Lamborghini bewegt. Für Investoren ist das von Vorteil, denn extremer Luxus ist sehr zyklisch. Krisen können auf den Luxuskonsum einen beträchtlichen Einfluss haben.

Besonders wertvoll ist das überragende Image der Marke. Ein Porsche steht für Sportlichkeit, Qualität und Luxus. Ein Modell wie der Porsche 911 überzeugt seine Kunden als Sportwagen und edles Alltagsfahrzeug. Zudem ist die Marke seinem Design stets treu geblieben. Fast Jeder erkennt einen Porsche, wenn er ihn sieht. Auch heute wirkt ein Porsche 911 aus dem Jahre 1963 vertraut, der beliebte Boxermotor gehört zur DNA des Fahrzeugs.

Doch neben der Entwicklung und der Vermarktung der Fahrzeuge kümmert sich Porsche auch um die Original-Ersatzteile. Hinzu kommt, dass Kunden zahlreiches Zubehör zu ihrem Porsche kaufen können. Mit Porsche Design spielt das Unternehmen sogar im Luxussegment für Accessoires eine Rolle. Hinzu kommen exklusive Leistungen wie Porsche Exklusive, einem Service zur kompletten Individualisierung des bestellten Fahrzeugs.

Porsche Taycan
Der Porsche Taycan stellt den Start in das Elektrozeitalter bei Porsche dar

Der Erfolg dieses Ansatzes gibt der Porsche AG recht, denn auch im herausfordernden Jahr 2021 konnte das Unternehmen seine Auslieferungen in den ersten drei Quartalen um 13 % steigern. Gäbe es keine Lieferengpässe im Halbleitermarkt, dürfte der Absatz sogar noch stärker gewachsen sein. Beachtlich: im Jahr 2020 entfielen 11 % des Absatzes auf den rein elektrischen Porsche Taycan.

4. Die Porsche AG in der Wettbewerbsanalyse

Im Grunde handelt es sich bei Porsche um einen Automobilhersteller. Neben der reinen Produktion von hochpreisigen Fahrzeugen verdient das Unternehmen Geld mit der After Sales-Geschäft sowie dem Service-Geschäft. Neben Porsche gibt es jedoch zahlreiche andere Automobilaktien, sodass sich hier ein Blick auf die Konkurrenzsituation lohnt.

Wie weiter oben beschrieben, würden wir Porsche Autos dem Luxussegment zuschreiben. Das heißt, dass Premiummarken wie Mercedes, BMW und Audi nicht unbedingt zu den direkten Konkurrenten gehören. Vielmehr würden wir Porsche mit anderen Luxusmarken wie Bentley, Ferrari, Jaguar oder Rolls-Royce vergleichen.

Spannend ist zudem die Betrachtung der Konkurrenzsituation mit Tesla. Der US-Konzern ist fĂĽr seine leistungsstarken E-Fahrzeuge bekannt und verfĂĽgt bereits heute ĂĽber eine groĂźe Fan-Basis. Hinzu kommt, dass Tesla-Fahrzeuge in der Beschleunigung ĂĽberragende Eigenschaften bieten und in Sachen Software die Messlatte fĂĽr etablierte Anbieter sind. An dieser Stelle wollen wir auf unsere detaillierte Analyse der Tesla Aktie verweisen.

In Zukunft plant der E-Pionier die Neuauflage des Tesla Roadsters, welcher in unter 2 Sekunden von 0 auf 100 beschleunigen soll – ein Wert den kein Auto mit Verbrennungsmotor bieten kann. Spätestens mit der Einführung eines luxuriösen Roadsters dürfte Tesla auch für Porsche eine Konkurrenz darstellen, welche insbesondere für den Porsche Taycan relevant ist.

Branchenstrukturanalyse der Porsche Aktie

Für die Branchenstrukturanalyse beziehe ich mich auf das Modell der fünf Marktmächte von Porter, welches unter dem Namen „Five Forces“ bekannt ist. Die Grundannahme des Modells ist, dass Unternehmen langfristig nur profitabel agieren können, wenn der Wettbewerb nicht zu stark ist.

WettbewerbskraftEinflussfaktoren
Bestehender WettbewerbEs gibt viele Automobilhersteller, das Luxussportwagensegment ist allerdings unter wenigen Herstellern aufgeteilt.
Potentielle KonkurrenzDie Entwicklung von Fahrzeugmodellen ist teuer, sodass es hohe Eintrittsbarrieren gibt. Tesla und andere E-Sportwagenhersteller können den Markt jedoch disruptieren.
Bedrohung durch ErsatzprodukteDie E-Mobilität wird sich mittelfristig durchsetzen. Neue Hersteller wie Rivian zeigen, dass die elektrifizierten Supersportwagen klare Vorteile besitzen.
Macht der LieferantenIn den letzten Jahren haben sich Hersteller von Lieferanten abhängig gemacht. Insbesondere die E-Mobilität sorgt für eine Neuordnung der Marktmächte.
Macht der KäuferWer einen Porsche in Betracht zieht, sucht nach einem hervorragenden Fahrzeug. Wer dazu deutsche Qualität und ein starkes Image möchte, kommt nicht um einen Porsche umher.
Relevante Wettbewerbskräfte zur Bewertung der Porsche Aktie

Zusammenfassend zeigt sich bei der Analyse der Porsche Aktie, dass der Automobilhersteller durchaus auf einem hart umkämpften Markt agiert. Aktuell gibt es zahlreiche Hersteller, die hochwertige Sportwagen anbieten. Allerdings agiert Porsche im Luxussegment und kann sich somit von Wettbewerbern aus dem Premiummarkt differenzieren. Passende Wettbewerber sind u.a. etwa auch Bentley, Lamborghini oder Maserati.

Für Porsche steht die starke Historie sowie die hohe Qualität der Fahrzeuge. Porsche-Kunden bleiben der Marke oftmals langfristig erhalten. Spannend ist dahingegen die Entwicklung im Bereich der E-Fahrzeuge – und damit einhergehend auch sogenannte Elektroauto Aktien. Mit dem Porsche Taycan hat die Marke einen Verkaufshit gelandet. Allerdings gibt es durchaus starke Konkurrenz, sodass es hier zu einer Neuverteilung der Marktanteile kommen könnte.

Ich persönlich glaube jedoch nicht, dass Porsche viele Marktanteile an neue Konkurrenten abgeben wird. Müsste ich mich für eine Automarke im Luxussegment entscheiden, würde ich wohl zu einem Porsche greifen.

Spannender ist dahingegen der Blick auf die Lieferantenseite. In den vergangenen Jahren haben sich Automobilhersteller auf die Konzeption von Fahrzeugen spezialisiert. Komponenten wurden dahingegen an Lieferanten ausgelagert. Der Grund war einfach, denn durch das Outsourcing sollte der Kostendruck auf die externen Dienstleister weitergegeben werden.

Gerade die Volkswagen AG ist dafür bekannt, dass im Einkauf hart mit den Lieferanten gehandelt wird – diese Erfahrung habe ich selbst auch im Zuge meiner Karriere machen dürfen. Inzwischen wurden die Karten jedoch neu gemischt. Durch die Elektromobilität sinkt die Komplexität der Automobilproduktion. E-Motoren sind weniger komplex als klassische Verbrennungsmotoren und viel effizienter in der Verwertung der Energie.

Für Lieferanten ist das eine Chance, denn erstmals können diese komplette Komponenten an unterschiedliche Hersteller ausliefern. Samsung hat sich etwa auf die Herstellung leistungsstarker Akkus spezialisiert. Bosch bietet seinen Kunden komplette Antriebssysteme an. Technologische Wettbewerbsvorteile werden somit egalisiert.

Hier sehe ich eine Herausforderung für die Zukunft, denn Automobilhersteller können in Zukunft nicht mehr ihre Preisvorstellung durchdrücken. Vielmehr können nun auch Lieferanten Geld verdienen und den Markt penetrieren. Diese Entwicklung dürfte Druck auf die Margen ausüben, wenn Automobilkonzerne die Belegschaften auf einem vergleichbar hohen Niveau erhalten.

5. Die potentielle Bewertung der Porsche Aktie

Nun werfen wir einen Blick auf die Bewertung der Porsche Aktie, denn selbstverständlich will kein Aktionär zu einem zu hohen Preis einsteigen.

Die Bewertung der Porsche Aktie will ich an dieser Stelle mit unterschiedlichen Instrumenten vornehmen, um ein Gefühl für eine attraktive Bewertung zu erhalten. Als Kind habe ich Porsche immer auf einer Ebene mit der italienischen Sportwagenmarke Ferrari gesehen. Ferrari ist zwar deutlich teurer, doch ein guter Anhaltspunkt, um die Unternehmen miteinander zu vergleichen. Als zweite Alternative bietet sich die Volkswagen Aktie an – immerhin ist Porsche ein Teil der Volkswagen AG.

Bewertung der Porsche Aktie anhand des KGVs

Die Krux bei der Bewertung der Porsche Aktie ist, dass das Unternehmen aktuell noch nicht an der Börse gelistet ist. Dementsprechend gibt es auch keinen Marktwert. Allerdings lässt sich das Unternehmen durch das Heranziehen marktüblicher Kurs-Gewinn-Verhältnisse ungefähr einpreisen.

Laut ersten Presseberichten sind Marktkapitalisierungen von 45 bis 90 Milliarden Euro zu erwarten. Die Differenz zwischen diesen beiden Werten ist extrem und im Vergleich zu anderen Automobilherstellern könnte sich sogar eine sehr hohe Bewertung ergeben.

Als zwei Extreme möchte ich an dieser Stelle die Volkswagen AG und Ferrari anführen. Die Volkswagen AG wurde im Jahr 2020 mit einem KGV von 9,2 bewertet. Das bedeutet, dass Anleger für einen Euro Gewinn nur 9,20 Euro investieren mussten. Zeitgleich hat der Markt aber den Wandel zu Elektromobilität bereits eingepreist. Auch die Marge von nur 4,4 % ist ein Grund für diese niedrige Bewertung.

Die Ferrari Aktie ist im Automobilsektor das komplette Gegenteil. Das Unternehmen wird mit einem KGV von 57,3 bewertet. Somit mĂĽssen Anleger fĂĽr einen Euro Gewinn rund 57,3 Euro investieren. Im Corona-Jahr 2020 konnte das Unternehmen trotzdem wachsen und dĂĽrfte nach dem Ende der Pandemie profitieren. Ein durchschnittlicher Verkaufspreis von 379.400 Euro pro Fahrzeug spricht zudem fĂĽr die hohe Marge von 20,7 %.

Laut des Geschäftsberichts 2020, erzielte Porsche einen Umsatz von 28,7 Milliarden Euro und konnte daraus einen Vorsteuergewinn von 4,2 Milliarden Euro erwirtschaften. Die Marge beläuft sich somit auf 14,6 % und ist überdurchschnittlich hoch. Setzen wir das erwartete EBIT von 5,2 Milliarden Euro an und ziehen die Steuer in Höhe von 30 % ab, Zinsen finden keine Berücksichtigung da Porsche vor der Übernahme fast schuldenfrei war, dann ergibt sich ein Gewinn von 3,64 Milliarden Euro.

Nun nehmen wir das Kursziel von 45 Milliarden Euro und teilen dieses durch den Gewinn. In einem niedrigen Bewertungsszenario beliefe sich das KGV als auf 12,4. Nehmen wir die obere Spanne der Analystenerwartungen, dann ergäbe sich ein KGV von 24,8.

Sollte die Porsche Aktie mit einem KGV von 12 an den Markt kommen, wäre das ein echtes Schnäppchen. Insbesondere das Wachstum und das Image der Marke sprechen für eine höhere Bewertung. Doch aus meiner Sicht wäre auch ein KGV von 25 vertretbar, da Porsche schnell in die höhere Bewertung hineinwachsen dürfte.

Discounted-Cashflow-Bewertung der Porsche Aktie

Für die Discounted-Cashflow-Bewertung der Aktie orientiere ich mich vorwiegend an den Analystenschätzungen. Mit der Einführung des Porsche E-Macan dürfte es im Jahr 2023 zu stark steigenden Umsätzen kommen. Auch dürften die Umsätze mit der Überwindung der Corona Pandemie stark ansteigen. Aktuell hemmen die Herausforderungen in der Lieferkette den Umsatz von Porsche.

Ich persönlich gehe in 2023 mit einem Umsatzanstieg von 15 % aus und orientiere mich folglich an den Analystenschätzungen. Die weitere Elektrifizierung des Portfolios dürfte auch in den kommenden Jahren für steigende Umsätze sorgen. Hier dürfte ein Wachstum von 7 % durchaus möglich sein.

Das Umsatzwachstum resultiert vor allen Dingen aus Preissteigerungen und aus einer steigenden Nachfrage nach neuen Modellen. Zusätzlich gehe ich von stark steigenden Margen aus, wenn Porsche die Elektrifizierung vorantreibt. Durch die geringeren Fertigungsschritte sind die Margen bei gleichbleibenden Angebotspreisen höher.

Basierend auf der DCF-Analyse ergibt sich eine potentielle Rendite von 18 % pro Jahr im Falle einer Bewertung von 45 Milliarden US-Dollar. Im optimistischen Szenario stände noch immer eine jährliche Renditeerwartung von 12 % zu Buche – für einen Automobilwert durchaus eine attraktive Anlagechance.

6. Prognose zur Entwicklung der Porsche Aktie

Die Prognose zur Entwicklung der Porsche Aktie hängt unmittelbar mit der zuvor getroffenen Bewertung zusammen. Um eine allgemeine Prognose anstellen zu können, habe ich drei grundlegende Szenarien entworfen, welche zur Prognostizierung des Geschäfts dienen.

Die Porsche AG kann den E-Macan erfolgreiche einführen und erfreut sich einer hohen Nachfrage am Markt für luxuriöse E-SUVs. Die Umsätze des Unternehmens steigen durch das E-SUV rapide an. Zeitgleich bleibt die Nachfrage nach hochpreisigen Sportwagen auf einem Niveau und Preissteigerungen werden von den Kunden akzeptiert.

In meinem neutralen Szenario gehe ich ebenfalls von einem Umsatzwachstum bei Porsche aus. Allerdings nehme ich an, dass der E-Macan kein Verkaufsschlager wird und das Unternehmen mit der gleichen Geschwindigkeit weiterwächst. Dementsprechend ist mit einem Umsatzwachstum von 6 % in den kommenden Jahren zu rechnen. Anleger werden in diesem Szenario weiterhin Geld mit Porsche verdienen.

Mein pessimistisches Szenario zeichnet eine eher düstere Prognose für die Porsche Aktie. Die Nachfrage nach Fahrzeugen sinkt im Allgemeinen und der Konsum an Luxusfahrzeugen sinkt überproportional. Gründe hierfür sind sinkende Einkommen, eine hohe Inflation, ein Verbot von Verbrennungsmotoren sowie ein Wandel in der Mobilität.

7. So können Anleger die Porsche Aktie kaufen

Wer die Porsche Aktie kaufen möchte, muss noch etwas auf den Börsengang des Unternehmen warten. Aktuell können Anleger nur die Aktie der Porsche Holding SE kaufen und somit indirekt in die Porsche AG investieren.

Für das IPO bietet es sich an, unterschiedliche Depotbanken zu verwenden, welche ein solches IPO begleiten. Erfahrungsgemäß sind das die großen Depotbanken wie die Comdirect, ING oder Consorsbank. Ich für meinen Teil werde die Porsche Aktie bei einem interessanten Marktwert zeichnen und das gleich bei mehreren Banken. Auf diese Weise steigt die Wahrscheinlichkeit zur Orderausführung. Ein passendes Depot zum Kaufen der Porsche Aktie findet du in unserem Aktiendepot Vergleich.

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Wichtig ist, dass du vor dem Kauf der Porsche Aktie eine detaillierte Bewertung vornimmst. Am besten gelingt dies, indem du unterschiedliche Bewertungsverfahren anwendest. Der KGV-Vergleich mit anderen Wettbewerbern, eine Bewertung anhand der erwarteten Gewinne oder eine Bilanzanalyse sind passende Ansätze.

Bist du zu dem Schluss gekommen, dass sich ein Investment für dich auszahlen könnte, dann lohnt es sich bereits vorab 2-3 Depots vorzubereiten, um die Chance auf Orderausführung zu maximieren.

8. Fazit: Porsche wird zu einem der spannendsten IPOs in Deutschland

Aus meiner Sicht dürfte der Börsengang der Porsche AG ein Highlight werden. Für mich ist ein Investment in Porsche durchaus emotional. Allerdings überwiegen beim Investieren rationale Faktoren und sollte das Unternehmen aus meiner Sicht zu teuer bewertet sein, warte ich auf interessante Einstiegszeitpunkte.

Die erwarteten Bewertungen von 45 bis 90 Milliarden Euro empfinde ich allerdings als sehr gut bis fair. Folglich würde ich hier auch die Aktie zeichnen und so eine erste Position aufbauen. Für die Volkswagen Aktie ist die Börsenplatzierung von Porsche auch spannend, denn der Konzern kann auf diese Weise den Wandel finanzieren.

Ich gehe davon aus, dass eine Herauslösung von Porsche aus den Konzernstrukturen von Volkswagen dazu beitragen kann, dass das Unternehmen rasanter wächst. Lange Entscheidungsphasen im Gesamtkonzern können auf diese Weise verkürzt werden. Die Produkt- und Kapazitätsplanung ließe sich auch optimieren, sodass Porsche – die Renditeperle des Volkswagen Konzerns – zu einem wahren Langzeitinvestment avancieren könnte.

Was denkst du über den Börsengang der Porsche AG? Wirst du das IPO zeichnen oder ziehst du im Automobilsektor ein anderes Unternehmen vor? Schreib uns gerne einen Kommentar dazu!

Hi! Ich bin
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Ich bin Sebastian, einer der Mitgründer von Finanzwissen. Nach meinem dualen Studium in der Automobilbranche bin ich zu einer der größten Automobilbanken Deutschlands gewechselt. Im Zuge meiner Karriere konnte ich ein fundiertes Wissen über Finanzen und Investitionen entwickeln. Heute investiere ich vor allen Dingen in Immobilien, Aktien und Kryptowährungen und möchte mein Wissen weitervermitteln.

Kommentare
  1. Von Elliott Investment 116 park street london W1K6AF werden mir 2.000 Aktien ISIN NET 0000por911 vorbörslich angeboten.
    Stückpreis 19,50 Euro, Haltefrist bis voraussichtlich Ende des 4. Quartals, Treuhänder Elliott Investment.
    Bei der Kaufzustimmung soll der Kaufpreis von Euro 39.000 auf das konto ĂĽberwiesen werden.

    Können Sie mir empfehlen, dieses Angebot anzunehmen?

    1. Hallo Herr Arend,

      leider sind aktuell noch keine Details über das IPO der Porsche Aktie an den Markt gedrungen. Dementsprechend gibt es noch keine Marktschätzung über die Bewertung des Unternehmens. Zudem gibt es auch keine Angabe zur Anzahl der ausgegebenen Aktien, sodass sich auch kein Aktienkurs ermitteln lässt. In Ihrem Fall würde ich annehmen, dass es sich um ein betrügerisches Angebot handelt.

      Die Porsche Aktie lässt sich bei einer Depotbank die der Comdirect, ING oder Consorsbank zeichnen.

      Viele GrĂĽĂźe
      Sebastian

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