Gold kaufen: Von Goldbarren über ETFs bis hin zu Zertifikaten

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Gold

Gold ist eine Kostbarkeit. Jedem, der es besitzt, erfüllt es alle Wünsche dieser Welt und verhilft den Seelen ins Paradies. – Christoph Kolumbus, Seefahrer

Dieser Satz, der bereits einiges über die Wertschätzung des Edelmetalls verrät, wird dem italienischen Seefahrer und Entdecker Amerikas, Christoph Kolumbus, zugeschrieben.

Seit Jahrtausenden von Jahren gilt das glänzende Edelmetall Gold als Tauschmittel, Wertspeicher und Anlage in unsicheren Zeiten.

In unserer modernen Welt des 21. Jahrhunderts gibt es mittlerweile viele Wege, Gold zu kaufen. Die Spannweite reicht hierbei von physischem Gold in Form von Goldbarren über ETFs bis hin zu Zertifikaten.

Mit diesem Artikel zeigen wir dir, was du unbedingt beim Goldkauf beachten solltest. Dazu beantworten wir folgende Fragen:

Worum geht’s hier?

  • Wie kann ich physisches Gold kaufen?
  • Goldbarren oder Goldmünzen: Welche Unterschiede gibt es?
  • Investieren in Gold-ETF und Gold-ETC
  • Gold Zertifikat: Wie du vom Goldpreis profitieren kannst!
  • Investieren in Gold Aktien: Passives Investieren in das Edelmetall
  • Soll ich Gold kaufen?

1. Gold kaufen: Welche Möglichkeiten gibt es?

Bereits in der Antike nutzten Hochkulturen wie das antike Griechenland Goldmünzen zum Tausch von Gütern und Waren.

Die einzige Form Gold als Zahlungsmittel und Wertspeicher zu verwenden, war hierbei die Form des physischen Goldes.

Seit der Entstehung unseres modernen Finanzmarktes gibt es jedoch vielzählige Möglichkeiten, das Edelmetall zu erwerben.

Um einen guten Überblick zu erhalten, haben wir für dich folgende Kategorisierung erstellt, die dir zeigt, auf welche Arten und Weisen du Gold kaufen kannst.

Möglichkeiten zum Gold kaufen
Welche Möglichkeiten gibt es Gold zu kaufen? – Klassifizierung nach aktiven und passiven Investments sowie physischen und nicht-physischen Investitionen.

Du siehst in unserer Grafik, dass es fünf unterschiedliche Wege gibt, um Gold zu kaufen. Bevor wir näher auf diese fünf Möglichkeiten eingehen, solltest du dir zwei wichtige Fragen stellen, die dir bei der Entscheidungsfindung helfen:

  1. Direktes vs. indirektes Investment:
    Überlege dir, ob du direkt in Gold oder indirekt in das Edelmetall investieren willst. Entscheidest du dich für die aktive Anlage, dann partizipierst du direkt an der Entwicklung des Goldpreis. Bei einer indirekten Investition hingegen ist die Entwicklung des Goldpreises nur einer von mehreren Faktoren für den Verlauf deiner Investition.
  2. Physisches oder nicht-physisches Gold:
    Entscheidest du dich für eine direkte Anlage in das Edelmetall, steht die nächste Entscheidung an. Du hast die Wahl zwischen einer Investition in physisches Gold, zum Beispiel durch Goldmünzen, oder in eine Investition in Wertpapier, wie beispielsweise einen Gold ETC sowie Gold ETF.

In den folgenden Abschnitten gehen wir nun auf alle fünf Investitionen ein und betrachten dabei die jeweiligen Chancen und Nachteile der Anlageformen.

Den Auftakt bildet die physische Investition in Gold durch Goldmünzen oder Goldbarren.

2. Physisches Gold kaufen

Physisches Gold zu kaufen ist die klassische Form der Goldanlage.

Investoren, die sich für diesen Weg entscheiden, haben vor allem einen Aspekt im Auge:

Wer physisches Gold besitzt, ist der tatsächliche Besitzer des Edelmetalls und hat jederzeit Zugriff darauf.

Bevor wir nun auf die Vor- und Nachteile von physischem Gold eingehen, schauen wir auf die Formen des physischen Goldes.

Goldbarren oder Goldmünzen? – Physisches Gold kaufen

Goldbarren oder Goldmünzen? – Diese Frage stellen sich Anleger, die physisches Gold kaufen wollen.

Beginnen wir mit den Goldmünzen.

Goldmünzen können in der Regel ab einem Mindestgewicht von 3,11 Gramm erworben werden. Dieses Gewicht entsteht dadurch, dass eine häufige Einheit bei Gold die sogenannte Unze ist.

Unze als Einheit für Gold

Eine Unze, englisch ounce, ist eine nicht metrische Einheit. Verwendung findet die Unze primär im angloamerikanischen Bereich. Sie ist die Maßeinheit für Gold. Eine Unze entspricht hierbei 31,1 Gramm. Als Abkürzung für Unze findest du das Kürzel oz.

Goldmünzen werden somit im Gewichtsbereich von 1/10 Unze bis hin zu einer Unze, also 31,1g, gehandelt.

Krugerrand Goldmünzen
Bildquelle: Gruener Panda, CC BY-SA 4.0 , via Wikimedia Commons

Im Vergleich zu Goldbarren ist die Herstellung von Goldmünzen etwas aufwändiger. Sie bieten jedoch den Vorteil, dass der Sekundärmarkt groß ist und Anleger somit schnell eine Gegenpartei finden, an die die Goldmünzen verkauft werden können.

Kommen wir nun zu den Goldbarren.

Investoren und Privatanleger assoziieren den Begriff des Goldbarren häufig mit einer gewichtigen Menge. Doch dabei handelt es sich um einen weit verbreiteten Irrtum.

Goldbarren können bereits ab einem Gewicht von 1g gekauft werden. Die obere Grenze für Goldbarren liegt in der Regel bei einem Gewicht von 12,5 kg.

Foto von 5kg Goldbarren
5kg Goldbarren mit Prägung.

Wer nun die gleiche Menge an Goldmünzen mit dem Preis für Barren vergleicht, wird keine großen Unterschiede feststellen. Aufgrund des etwas höheren Aufwandes bei der Herstellung von Goldmünzen sind diese in der Regel geringfügig teurer als der Preis für eine gleiche Menge an Goldbarren.

London Bullion Market

Egal ob Goldmünze oder Goldbarren. Für beide Formen des physischen Goldes ist ein sogenanntes LBMA-Zertifikat der London Bullion Market wichtig. Dabei handelt es sich um den wichtigsten außerbörslichen Handelsplatz für Gold und Silber, der bereits seit dem 17. Jahrhundert existiert und für die Preisfindung der Edelmetalle zuständig ist.

Vorteile von physischem Gold

Physisches Gold ist vor allem für besonders risikoaverse und sicherheitsorientierte Anleger relevant.

Der größte Vorteil von Goldbarren und -münzen besteht in der Tatsache, dass diese nun eben in physischer Form vorliegen. Damit ist die Anlage greifbar und steht jederzeit zur Verfügung.

Physisches Gold ist somit vor allem eine Absicherung und beruhigend für die Seele.

Nachteile von physischem Gold

Physisches Gold hat allerdings auch einige, nicht zu vernachlässigende Nachteile. Diese betrachten wir jetzt:

  1. Der Preis:
    Im Vergleich zu einer Investition in ein Goldzertifikat oder einen Gold-ETC zahlen Anleger einen Aufpreis für den Erwerb des Edelmetalls. Dies liegt an der Marge, die der Goldhändler, auf den eigentlichen Goldpreis aufschlägt. Auch die Produktions- und Vertriebskosten führen zu einem erhöhten Preis.
  2. Die Lagerung:
    Wer Gold kaufen möchte, muss sich auch Gedanken über die Lagerung machen. Gerade bei höheren Summen ist es ratsam, das Edelmetall in einem speziellen Tresor zu sichern. Eine Alternative hierzu bietet das Schließfach bei der Bank, welches natürlich aber auch mit Kosten verbunden ist.
  3. Die Versicherung:
    Gold daheim lagern? – Falls du dich für diese Variante entscheidest, solltest du unbedingt auch an eine Versicherung deines Goldbestandes denken.

Wer also die Vor- und Nachteile des physischen Goldkaufs vergleicht, sieht, dass absolut betrachtet drei Nachteile gegenüber einem Vorteil stehen.

Du solltest dir also im Detail überlegen, inwiefern dir der tatsächliche Besitz von Gold wichtig ist und ob du bereit bist, die genannten Nachteile in Kauf zu nehmen.

Gold als Beimischung im Portfolio

In unserem Artikel zum Thema Geld anlegen, haben wir bereits beschrieben, dass der Anteil an Edelmetallen immer nur eine Beimischung in deinem Portfolio darstellen sollte. Falls es dir sehr wichtig ist, eine Absicherung im Portfolio zu haben, die auch jederzeit greifbar ist, dann kannst du ohne Bedenken zu physischem Gold greifen.

Zusätzlich hast du die Möglichkeit in Gold zu investieren, indem du zu Gold-Zertifikaten, Gold-ETCs, Gold-ETFs oder Gold-Aktien greifst.

3. Gold Zertifikate kaufen: Direkt vom Goldpreis partizipieren

Du betrittst nun das Gebiet der nicht-physischen Investitionen in Gold.

Neben den sogenannten Gold-ETCs, die wir gleich betrachten, sind Gold-Zertifikate eine beliebte Form der Anlage.

Bei einem Gold-Zertifikat handelt es sich um ein sogenanntes Derivat. Das heißt, dass die Investition nicht direkt in Gold stattfindet. Du erwirbst als Inhaber eines Gold-Zertifikats eine Schuldverschreibung.

Gold-Zertifikat und Preisentwicklung

Die Preisentwicklung des Zertifikats ist vom zugrundeliegenden Wert abhängig. In unserem Fall ist die Entwicklung eines Gold-Zertifikats also vom Goldpreis abhängig. Bei einem sogenannten Index-Zertifikat steigt und fällt der Preis also im gleichen Maß wie sich der Goldpreis entwickelt.

Vorteile von Gold Zertifikaten

Folgende Vorteile existieren beim Gold-Zertifikat:

  1. Preis:
    Im Vergleich zu physischem Gold gibt es keine hohen Herstellungskosten und der Spread, also die Differenz zwischen Kauf und Verkaufspreis, ist geringer als bei physischem Gold.
  2. Verfügbarkeit und Liquidierung:
    Zertifikate werden an der Börse gehandelt. Sie können also schnell liquidiert werden. Im Vergleich zu physischem Gold musst du also nicht extra zu einem dafür vorhergesehen Händler fahren.

Nachteil von Gold Zertifikaten

Beim Gold-Zertifikat gibt es jedoch auch einen entscheidenden Nachteil.

  • Zertifikate sind Schuldverschreibungen:
    Rechtlich gesehen erwirbst du mit einem Zertifikat eine Schuldverschreibung bei deiner Bank. Das heißt also, dass du im Falle einer Insolvenz deiner Bank beziehungsweise des Zertifikat-Emittenten leer ausgehst. Gerade diejenigen, die Gold also aufgrund seiner Funktion als Wertspeicher und sicherer Hafen wertschätzen, gehen mit dem Erwerb eines Gold-Zertifikats ein explizites Risiko ein.
Merke dir also, dass Gold-Zertifikate zwar günstigere Konditionen anbieten und schneller liquidierbar sind, du jedoch den Vorteil des tatsächlichen Besitzes von Gold verlierst.

Vergleichbar zu den Gold-Zertifikaten sind die sogenannten Exchange-Traded-Commodities, kurz ETCs. Diese schauen wir uns jetzt an.

4. Gold ETC kaufen: 3 Dinge, die du wissen solltest!

Unter dem Begriff Exchange Traded Commodity, kurz ETC, verstehen Aktionäre börsengehandelte Rohstoffe.

Dieses Anlageprodukt ist ebenso wie ein ETF permanent an der Börse handelbar.

Die wichtigsten Aspekte, die du unbedingt kennen solltest, zeigen wir dir jetzt:

  1. Entwicklung des Goldpreis:
    Wer in einen Gold-ETC investiert, partizipiert 1:1 an der Entwicklung des Goldpreis. Über einen Gold-ETC lässt sich also bequem in Gold investieren.
  2. Sicherung des ETCs:
    Gold-ETCs sind mit Gold besichert. Das Gesamtvolumen der Anteile ist also durch Gold hinterlegt. Dabei solltest du als Anleger aber unbedingt die Tatsache beachten, dass die Deckung nicht nur mit physischem Gold erfolgt. Das heißt, dass Emittenten auch einen Lieferanspruch als Besicherung verwenden können. Damit ist ein Teil also explizit nicht nur durch physisch vorhandenes Gold gedeckt.
  3. Anspruch auf Lieferung:
    Wer einen ETC kauft, erhält einen Anspruch auf die
    Lieferung von Gold. Damit erwirbt der Investor zwar nicht physisch das Gold, kann jedoch sein Recht geltend machen, die ihm zustehende Menge an Gold geliefert zu bekommen. Für die Lieferung fallen in der Regel hohe Kosten an. Die Deckung über Lieferansprüche wird im Übrigen als Buchgold bezeichnet.
  4. ETCs sind Schuldverschreibungen:
    Ähnlich wie bei Zertifikaten sind ETCs aus der rechtlichen Perspektive Schuldverschreibungen. Hier besteht also die Gefahr, dass der Anleger sein Kapital bei der Insolvenz des Emittenten verliert.
  5. Lieferknappheit:
    Im Falle einer hohen, globalen Nachfrage nach Gold kann es zu Problemen bei der Auslieferung der physischen Goldbestände kommen. Dies solltest du unbedingt im Blick behalten.

5. Gold ETFs kaufen: Besonderheiten in Deutschland

Neben der Möglichkeit in Gold-ETCs zu investieren, können Anleger auch Gold-ETFs kaufen.

Ein Gold-ETF vollzieht die Entwicklung des Goldpreises nach. Der Emittent des jeweiligen ETFs kauft mit dem vorhandenen Kapital, im Fachjargon Fondsvermögen, Gold.

Ein physisch besicherter Gold-ETF erlaubt es Anlegern also indirekt in Gold zu investieren.

Vorsicht in Deutschland

In Deutschland ist es nicht erlaubt, einen Gold-ETF zu emittieren, der zu 100% in Gold investiert. Du solltest daher unbedingt beachten, welche anderen Positionen im ETF enthalten sind und wie hoch der tatsächliche Goldanteil ist.

6. Gold-ETF oder Gold-ETC: Die 3 wichtigsten Unterschiede

Wahrscheinlich fragst du dich nun, welche Unterschiede es zwischen einem Gold-ETF und einem Gold-ETC gibt?

  1. Rechtlicher Unterschied:
    ETCs sind Schuldverschreibungen. Im Falle einer Insolvenz kann der Anleger also sein Kapital abschreiben. ETFs hingegen zählen aus der rechtlichen Perspektive zum Sondervermögen. Dein Goldbestand ist somit im Falle einer Insolvenz rechtlich geschützt.
  2. Anteil an Gold:
    Ein Gold-ETC besteht zu 100% aus physischem Gold und Buchgold. Gold-ETFs hingegen dürfen in Deutschland nicht ausschließlich in Gold investieren. Wer also in einen Gold-ETF investieren will, der 100% physisch gedeckt ist, muss sich einen ausländischen ETF suchen.
  3. Auslieferung bei Gold-ETFs:
    Das Problem bei ausländischen Gold-ETFs ist jedoch die Einschränkung, dass die Auslieferung des Goldes nur im jeweiligen Land erfolgen darf.
Für Deutsche Anleger empfiehlt es sich daher zu ETCs zu greifen, insofern du dich für eine nicht-physische Anlage entscheidest. Die Kosten sind hierbei moderat und liegen in der Regel zwischen 0,15% – 0,70% p.a.

7. Passiv in Gold investieren mit Goldminen-Aktien

Die letzte Möglichkeit in Gold zu investieren, ist der Weg über Aktien und ETFs.

Bei dieser Form der Anlage sprechen wir auch von einer passiven Investition in Gold, da die Wertentwicklung deiner Anlage nicht primär von der Goldpreisentwicklung abhängt.

Im Zentrum dieser Anlagestrategie steht die Investition in einen Goldminenbetreiber oder einen ETF, der sich speziell auf Firmen im Bereich der Goldproduktion und -verarbeitung fokussiert.

Goldmine in Australien
Eine Open-Cut Goldmine in New South Wales, Australien.

Schauen wir uns hierzu die Vor- und Nachteile an:

Gold-Aktien und ETFs: Welche Vorteile gibt es?

Egal ob du nun Gold-Aktien oder einen ETF kaufst, die Vorteile sind ähnlich.

Der einzige nennenswerte Unterschied zwischen der Investition in einen einzelnen Goldminenbetreiber und einen ETF ist die erhöhte Diversifikation und somit das breit gestreute Risiko bei der Anlage in einen ETF.

Kommen wir also zu den Vorzügen gegenüber der direkten Anlage in physisches Gold oder nicht-physisches Gold durch Zertifikate oder ETCs.

Vorteile von Gold Aktien

  1. Sondervermögen:
    Wer in einen ETF investiert, profitiert auch hier vom Vorteil des Sondervermögens. Im Falle einer Insolvenz des ETF-Anbieters ist das hinterlegte Kapital geschützt. Dies trifft eben nicht bei Zertifikaten oder ETCs zu.
  2. Risikostreuung:
    Wer in einen ETF mit Fokus auf Goldminenbetreiber investiert, investiert direkt in die Wertentwicklung mehrerer Firmen, die häufig geographisch verteilt agieren. Zusätzlich dazu investieren diese ETFs nicht nur in Goldminenbetreiber, sondern auch häufig in die Firmen, die solche Minenbetreiber finanzieren.
  3. Dividenden:
    Einige ETFs, wie beispielsweise der „Solactive Global Pure Gold Miners UCITS ETF“ von UBS schüttet halbjährlich Dividenden an die Anleger aus. Dies ist ein enormer Vorteil für alle Investoren, die auf eine Strategie setzen, bei der ein regelmäßiges passives Einkommen erzielt werden soll.

Aber auch hier gilt die grundsätzliche Devise, dass jede Medaille zwei Seiten an. Schau dir also die folgenden Nachteile genau an.

Goldminen-ETFs: Diese Nachteile musst du beachten

Bevor du dir die Nachteile anschaust, solltest du nochmal die am Anfang des Artikels erwähnten Entscheidungshilfen betrachten.

Was ist das Ziel deiner Investition in Gold?

Möchtest du Gold kaufen, um eine Sicherheit im Portfolio zu haben? Willst du dein Portfolio lediglich breiter streuen und falls ja, wie wichtig ist es dir, einen Anspruch auf das Edelmetall zu haben?

Nachteile von Nachteile von Gold Aktien

  1. Kein Gold:
    Der größte Nachteil bei einer Investition in einen Goldminen-ETF ist die Tatsache, dass du eben kein Gold kaufst. Du erwirbst weder physisches Gold noch hast du einen Anspruch auf die Lieferung des Edelmetalls.
  2. Klumpenrisiko:
    Auch wenn du in mehrere Goldminenanbieter investierst, basiert deren Geschäftsmodell auf dem gleichen Prinzip: der Förderung von Gold. Trotz der geographischen Verteilung solltest du dir bewusst machen, dass die im ETF enthaltenen Firmen positiv miteinander korrelieren.
  3. Wertentwicklung:
    Die Wertentwicklung des ETFs ist nicht nur von der Entwicklung des Goldpreis abhängig. Entscheidest du dich dazu, Gold zu kaufen, wird die Performance deiner Investition nur vom Goldpreis abhängen. Bei einem ETF in Goldminenanbieter ist die globale wirtschaftliche Lage ebenso entscheidend wie strategische Entscheidungen des Managements oder regulatorische Rahmenbedingungen zur Förderung von Gold.

8. Lohnt es sich nun Gold zu kaufen? – 3 Entscheidungshilfen für dich

Damit wir sind am Ende unseres Artikels zum Thema Gold kaufen.

Bevor wir dir eine Zusammenfassung der 10 wichtigsten Punkte geben, wollen wir dir noch Entscheidungshilfen zur Frage, ob du nun Gold kaufen solltest, mitgeben.

Bedenke dabei unbedingt diese Aspekte:

1. Gold hat auf mittel- bis langfristige Sicht eine schlechtere Performance als eine reine Investition in Aktien oder ETFs. Das Edelmetall eignet sich daher eher dazu, Schwankungen im eigenen Portfolio auszugleichen.

Frage: Welchen Anlagehorizont verfolgst du und wie viel Schwankung bist du bereit einzugehen?
Wenn du einen mittelfristigen Anlagehorizont verfolgst und daher keine große Schwankung im Portfolio erwünscht ist, kannst du deinem Portfolio einen Anteil von rund 10% Gold beimischen.

2. Gold im Portfolio eignet sich als sicherer Hafen und somit Schutz eines bestehenden Vermögens. Dabei gilt häufig das Motto: „Wer nichts hat, kann auch nichts verlieren. Wer viel hat, kann viel verlieren.“

Frage: Hast du bereits Vermögen, das geschützt werden muss oder bist du erst dabei, Vermögen aufzubauen?
Wenn du gerade erst dabei bist, Vermögen aufzubauen solltest du dich auf die Chancen am Finanzmarkt konzentrieren. Ist dein Anlagehorizont außerdem langfristig ausgerichtet, könntest du bei einer verfrühten Investition in Gold Renditechancen verpassen. Wir sprechen hier von Opportunitätskosten durch nicht genutzte Chancen. Überlege dir also ganz genau, ob es im aktuellen Stadium überhaupt schon Sinn macht, einen Teil deines Vermögens zu schützen und sichern.

3. Gold ist ein Sachwert, der seit Jahrtausenden verwendet wird. Das Edelmetall ist in der Anzahl begrenzt – ähnlich wie die Kryptowährung Bitcoin – und hat neben der Verwendung als Wertspeicher auch einen praktischen Nutzen. Gold ist beispielsweise integraler Bestandteil vieler Produkte aus der Elektro- oder auch Medizintechnik.

Frage: Wie hoch bewertest du die Wahrscheinlichkeit einer weltweiten finanziellen Krise und glaubst du, dass Anleger in solchen Zeiten vermehrt in Gold fliehen?
Wenn du der Meinung bist, dass finanzielle Krisen auch in Zukunft den Markt treffen und Gold dabei seine Eigenschaft als Wertspeicher beibehalten wird, solltest du überlegen, inwiefern physisches Gold zu deinen Anlagezielen passt.

9. Gold kaufen: Die 10 wichtigsten Erkenntnisse zum Edelmetall

In diesem Artikel haben wir dir gezeigt, dass Gold kaufen über verschiedene Produkte und Formen möglich ist.

Fassen wir die 10 wichtigsten Aspekte zusammen:

  • Die direkte Art in Gold zu investieren, ist der Kauf von physischem Gold.
  • Physisches Gold kann in Form von Goldmünzen oder Goldbarren erworben werden. Die Preise unterscheiden sich nur geringfügig, wobei Goldmünzen bei der gleichen Menge aufgrund der Herstellungskosten etwas teurer als gleichgewichtige Goldbarren sind.
  • Wer physisch Gold kauft, zahlt einen Aufpreis beim Händler. Die Wertentwicklung orientiert sich direkt am Goldpreis. Beim Kauf solltest du unbedingt die Lagerung und sichere Verwahrung des Edelmetalls beachten.
  • Mit Hilfe eines Gold-Zertifikats können Anleger 1:1 an der Wertentwicklung des Goldpreis partizipieren. Ein Zertifikat verleiht dem Anleger jedoch keinen Anspruch das Edelmetall und gilt als Schuldverschreibung. Die Investition ist im Falle einer Insolvenz des Herausgebers also nicht geschützt.
  • Über sogenannten Exchange Traded Commodities, kurz ETCs, können Anleger in Gold investieren. ETCs sind physisch besichert in Form von physisch vorhandenem Gold oder Buchgold.
  • ETCs sind ebenso wie Zertifikate Schuldverschreibungen. Die Wertentwicklung orientiert sich ebenso 1:1 am Goldpreis. Im Vergleich zu einem Zertifikat hat der Investor jedoch den Anspruch auf die Auslieferung des Edelmetalls.
  • Gold-ETFs sind Indexfonds, die die Wertentwicklung von Gold widerspiegeln. In Deutschland ist es einem ETF jedoch nicht erlaubt, lediglich in einen Rohstoff zu investieren. Daher gibt es hierzulande keinen ETF, der lediglich in Gold investiert, so dass eine gewisse Verwässerung entsteht.
  • Rechtlich betrachtet sind ETFs Sondervermögen, sodass dein Kapital im Falle einer Insolvenz geschützt ist. Dies ist ein fundamentaler Unterschied zu den Gold-ETCs.
  • Eine indirekte Investitionsstrategie in Gold kann durch den Erwerb von Goldminenaktien oder ETFs umgesetzt werden. Investoren partizipieren hierbei jedoch nicht 1:1 an der Wertentwicklung des Goldpreis. Weitere Faktoren sind das wirtschaftliche Umfeld sowie Managemententscheidungen der Führungsebene.
  • Gold ist eine konservative und wertbewahrende Anlageform, die keine Dividenden erwirtschaftet. Gold kaufen ist vor allem für diejenigen Investoren sinnvoll, die bereits ein Vermögen haben, welches zum Teil geschützt werden soll. Unserer Meinung nach sollte der Anteil an Gold im Portfolio nicht größer als 10% sein.

Am Ende des Artikels sollte dir vor allem eine Botschaft im Gedächtnis bleiben:

Gold ist ein Sachwert, ein sicherer Hafen und ein wahrlicher Fels in der Brandung. Es ist eine Investition, die vor allem einen Zweck verfolgt. Sie schützt einen Teil deines Vermögens und reduziert die gesamte Volatilität deines Portfolios.

Mach dir dies bewusst und beachte unsere Entscheidungshilfen, um die für dich richtige Anlageform zu finden.

Wenn du noch Freunde, Verwandte oder Kollegen hast, die mehr über das Thema Gold kaufen erfahren sollten, teile diesen Artikel gerne mit ihnen!

FAQ – Häufig gestellte Fragen

1 Wann Gold kaufen?

Du solltest dann Gold kaufen, wenn du einen Teil deines Vermögens schützen und die Volatilität deines Portfolios reduzieren willst. Ein Goldkauf lohnt sich insbesondere dann, wenn du von einer finanziellen Krise oder einem konjunkturellen Abschwung ausgehst.

2 Wie Gold kaufen?

Es gibt verschiedene Möglichkeiten Gold zu kaufen. Die klassische Form ist eine Investition in physisches Gold, wie beispielsweise Goldmünzen oder -barren. Gold kann ebenso über Zertifikate oder Gold-ETCs erworben werden. Auch eine indirekte Investitionsstrategie in Aktien oder ETFs von Goldminenanbietern ist denkbar.

3 Warum sollte man Gold kaufen?

Wer grundsätzlich einen langfristigen Anlagehorizont hat, kann auf Gold verzichten. Da die langfristige Performance von Aktien höher als die von Gold ist, entstehen hier Opportunitätskosten. Dies entspricht “Kosten” durch nicht realisierte Gewinne. Gold sollte man jedoch dann kaufen, wenn es um den Schutz des Vermögens geht oder man eine Absicherung, einen sogenannten Hedge, im Portfolio erwerben will.

4 Anonym Gold kaufen?

Seit dem 01.01.2020 gilt die neue Geldwäscherichtlinie der Europäischen Union, welche am 29.11.2019 durch den finalen Beschluss des Bundesrats abgesegnet wurde. Seit diesem Zeitpunkt können Sparer nur noch bis zu einer Summe von 1.999,99 EUR anonym Gold kaufen. Dies ist in der Regel bei allen Edelmetallhändlern mit einem Ladengeschäft möglich.

5 Ist Gold steuerfrei in Deutschland?

Der Kauf von physischem Gold, das heißt Goldbarren oder Goldmünzen, ist in Deutschland von der Umsatzsteuer befreit. Der Verkauf von physischem Gold fällt unter die Kategorie der privaten Veräußerungsgeschäfte nach § 23 EStG. Liegt eine Haltedauer von mehr als 1 Jahr vor, sind diese Geschäfte steuerfrei. Liegt der Verkauf unter dieser Zeitspanne, erfolgt die Besteuerung nach dem persönlichen Einkommenssteuersatz. Eine Freigrenze von bis zu 600 EUR ist außerdem zu beachten.

Daniel Wenz

Ich bin Daniel und einer der Mitgründer von Finanzwissen. Seit nun mehr als 5 Jahren bin ich in Kryptowährungen investiert und seit 8 Jahren am Finanzmarkt. Mein M.Sc. in Wirtschaftsingenieurwesen unterstreicht meine Affinität und Liebe zu allen Themen rund um Finanzen, Wirtschaft und Technologie. Als langjähriger Nachhilfelehrer und Tutor an der Universität weiß ich, wie man Wissen einfach, verständlich und mit Leidenschaft vermittelt.

     

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